{"id":15372,"date":"2016-09-01T00:00:00","date_gmt":"2016-08-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/2016\/09\/radikal-freiheitsliebend\/"},"modified":"2016-11-19T23:20:19","modified_gmt":"2016-11-19T21:20:19","slug":"radikal-freiheitsliebend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2016\/09\/radikal-freiheitsliebend\/","title":{"rendered":"&#8222;Radikal freiheitsliebend&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><b>Liebe Leserinnen und Leser,<\/b><\/p>\n<p>das Graswurzelrevolution-Redaktionsb\u00fcro befindet sich unter dem Dach der ESG. Im Hochsommer entstehen unterm Erker schon mal Temperaturen \u00fcber 40 Grad, wenn sich die Sonnenstrahlen wie unter einer Lupe b\u00fcndeln. So wie jetzt, am 28. August, w\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, am Schreibtisch der graswurzelrevolution\u00e4ren Redaktionssauna. Puh!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die GWR ihre allj\u00e4hrliche Sommerpause eingelegt hat, haben sich Ereignisse \u00fcberschlagen. Der Krieg in Syrien wurde im August mit dem Einmarsch t\u00fcrkischer Truppen in die kurdischen Autonomiegebiete versch\u00e4rft, in der T\u00fcrkei scheiterte ein Milit\u00e4rputsch, es folgten ein &#8222;Gegenputsch&#8220; und die &#8222;S\u00e4uberung&#8220; (siehe nebenstehenden Kommentar). Dominierend war in den Medien die Berichterstattung \u00fcber die Terroranschl\u00e4ge (siehe Seite 3ff.).<\/p>\n<p>Die Themen auf unserer Agenda sind vielf\u00e4ltig. Eine einzelne GWR kann nicht alles, was uns wichtig ist, abdecken. In den n\u00e4chsten Ausgaben werden wir vieles von dem, was diesmal nur angeschnitten wird, vertiefen. Auch die spannenden (zeitlosen) Artikel, die uns schon vorliegen, werden wir zu einem gro\u00dfen Teil noch ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p><b>Resonanzen<\/b><\/p>\n<p>Dem Platzmangel sind diesmal auch die LeserInnenbriefe zum Opfer gefallen. Sie erscheinen in der GWR 412.<\/p>\n<p>Zuspruch haben wir u.a. auf den GWR 410-Schwerpunkt &#8222;80 Jahre Spanische Revolution&#8220; erhalten. So schrieb Moritz Herbst zum &#8222;Spanien 36&#8220;-Interview: &#8222;Ein tolles, dichtes Interview, das mir Spa\u00df macht, weiterhin radikal freiheitsliebend und links zu sein. Freue mich auf Teil 2. Vielleicht kommt es auch durch meine langj\u00e4hrige Begeisterung f\u00fcr die Spanische Revolution 36\/37 (als ich das erste Mal als 14-J\u00e4hriger \u00fcber die Pyren\u00e4en nach Donostia kam, war ich sehr aufgeregt, ebenso als ich mit 18 in das f\u00fcr mich bedeutungsvoll-historisch aufgeladene Barcelona kam).&#8220;<\/p>\n<p>Die Seite piqd.de schreibt unter dem Motto &#8222;handverlesenswert&#8220; \u00fcber sich: &#8222;Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen und kommentieren die besten Inhalte im Netz. Erfahre, was sich zu lesen lohnt und warum.&#8220;<\/p>\n<p>Dort zeigt Dirk Liesemer unter dem Titel &#8222;Spanischer B\u00fcrgerkrieg (4): Wie Werke von Orwell und Enzensberger zur Meinungsbildung beitragen&#8220;:<\/p>\n<p>&#8222;Der B\u00fcrgerkrieg in Spanien wurde nicht nur wissenschaftlich erforscht, sondern auch literarisch-journalistisch aufgearbeitet: Zu den Klassikern z\u00e4hlen George Orwells Frontbericht \u0082Mein Katalonien&#8216; und Hans Magnus Enzensbergers Roman \u0082Der kurze Sommer der Anarchie&#8216;. Darin hei\u00dft es: Die Geschichte ist eine Erfindung, zu der die Wirklichkeit ihre Materialien liefert. Aber sie ist keine beliebige Erfindung. Das Interesse, das sie erweckt, gr\u00fcndet auf den Interessen derer, die sie erz\u00e4hlen; und sie erlaubt es denen, die ihr zuh\u00f6ren, ihre eigenen Interessen, ebenso wie die ihrer Feinde, wiederzuerkennen und genauer zu bestimmen.&#8216;<\/p>\n<p>Die beiden B\u00fccher werden noch immer gelesen. Und sie wurden gleich mehrfach in einem Interview angesprochen, das k\u00fcrzlich in der anarchopazifistischen Zeitschrift \u0082Graswurzelrevolution&#8216; erschienen ist. Im Gespr\u00e4ch geht es allerdings nicht explizit um die beiden Werke, sondern um die allgemeinere Frage, welche Medien &#8211; Literatur, Journalismus, Zeitzeugenberichte &#8211; heute unsere Erinnerung an den Spanischen B\u00fcrgerkrieg wachhalten. Man sollte sich beim Lesen \u00fcbrigens nicht davon irritieren lassen, dass von einer Revolution und nicht von einem B\u00fcrgerkrieg die Rede ist. Anfangs herrschte bei vielen Spaniern tats\u00e4chlich die Hoffnung, dass eine (soziale) Revolution gelingen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Redaktion f\u00fchrte das Gespr\u00e4ch mit f\u00fcnf Mitgliedern eines autonom-anarchistischen Kollektivs, genauer: mit dem M\u00fcnsteraner Infoladen Bankrott. Dass die Mitglieder keine Rolle in der gro\u00dfen Politik spielen und auch ansonsten nicht weiter bekannt sind, halte ich f\u00fcr nebens\u00e4chlich.<\/p>\n<p>Vielmehr ist das Interview ein bemerkenswertes Beispiel daf\u00fcr, dass Literatur (und journalistische Arbeiten) auch Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen noch zur politisch-gesellschaftlichen Meinungsbildung beitragen k\u00f6nnen.&#8220; ((1))<\/p>\n<p><b>GWR 411<\/b><\/p>\n<p>Auf Seite 20 f. k\u00f6nnt Ihr den zweiten Teil des &#8222;Spanien 36&#8220;-Interviews finden, eingebettet in einen Anarchismus-Schwerpunkt, der von einem Bericht vom Anarchistischen Sommercamp 2016 (S. 16), \u00fcber eine Auseinandersetzung mit den &#8222;Thesen zum Anarchismus&#8220; der Alpine Anarchist Productions (S. 17) bis zum Interview mit unserem Griechenland-Korrespondenten reicht.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit Ralf Dreis (S. 1, 18 f.) wird auch die, nach dem Brexit (S. 24), vielleicht zweitbekloppteste Entscheidung des Jahres ;-) diskutiert: die vom FAU-Pfingstkongress beschlossene Einstellung der anarchosyndikalistischen DA als Printmedium. Mit der DA ist nach dem Schwarzen Faden (1980-2004) nun auch das zweite der &#8222;drei Gro\u00dfen&#8220;, also der \u00fcberregionalen und \u00fcber die eigene Szene hinauswirkenden Organe des Anarchismus verschwunden. Nach der seit 1972 erscheinenden Graswurzelrevolution war die DA die zweitlanglebigste anarchistische Zeitschrift der deutschen Geschichte. Sie sorgte daf\u00fcr, dass die FAU als kleine Gewerkschaftsinitiative \u00fcber die eigenen Gruppen hinaus Geh\u00f6r fand. Es ist zu hoffen, dass die FAU ihre Entscheidung revidiert und so die DA von den Toten aufersteht.<\/p>\n<p>Mut macht der Bericht \u00fcber die Freie Schule Wendland (S. 15). Ein Schwerpunkt dieser GWR l\u00e4sst sich unter dem Motto &#8222;Die Waffen nieder!&#8220; zusammenfassen. Thematisiert wird au\u00dferdem der kreative Widerstand in Indonesien, die Repression in Ungarn, Leiharbeit, Cyborgs, Anti-Atom,&#8230;<\/p>\n<p><b>CETA und TTIP<\/b><\/p>\n<p>Die Themen CETA und TTIP wurden in der GWR schon ausgiebig behandelt. Wir empfehlen Euch einen Blick in die entsprechenden Ausgaben und freuen uns, wenn wir Euch am 17. September auf einer der &#8222;Stop TTIP\/CETA&#8220;-Demos in Berlin, Frankfurt, Hamburg, K\u00f6ln, M\u00fcnchen, Leipzig, Stuttgart oder N\u00fcrnberg treffen ((2)).<\/p>\n<p>Vielleicht m\u00f6chtet Ihr dort die GWR im Handverkauf unter die Leute bringen? GWR-Wiederverk\u00e4uferInnen bekommen Rabatte, unterst\u00fctzen den Kampf f\u00fcr eine gewaltfreie und herrschaftslose Gesellschaft und gehen dabei kein finanzielles Risiko ein (siehe Aboschnipsel: Seite 24).<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim Lesen, Anarchie und Gl\u00fcck,<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leserinnen und Leser, das Graswurzelrevolution-Redaktionsb\u00fcro befindet sich unter dem Dach der ESG. Im Hochsommer entstehen unterm Erker schon mal Temperaturen \u00fcber 40 Grad, wenn sich die Sonnenstrahlen wie unter einer Lupe b\u00fcndeln. So wie jetzt, am 28. August, w\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, am Schreibtisch der graswurzelrevolution\u00e4ren Redaktionssauna. Puh! 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