{"id":1539,"date":"1997-12-01T00:00:49","date_gmt":"1997-11-30T22:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=1539"},"modified":"2011-10-30T14:17:55","modified_gmt":"2011-10-30T12:17:55","slug":"jugendumweltkongres-goes-sustainable","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1997\/12\/jugendumweltkongres-goes-sustainable\/","title":{"rendered":"Jugendumweltkongre\u00df goes sustainable?"},"content":{"rendered":"<p>Doch vor den Spa\u00df beim Kongre\u00df hat eine gef\u00e4lschte Presseerkl\u00e4rung &#8211; die auch der GWR zuging &#8211; erst einmal f\u00fcr Unmut gesorgt. In dem Fake mit der \u00dcberschrift &#8222;Die Sackgasse ins 21. Jahrhundert&#8220; wird vermeldet, da\u00df die VeranstalterInnen des Juk\u00df beschlossen h\u00e4tten, alle sich positiv auf die Agenda 21 beziehenden Veranstaltungen aus dem Programm des Juk\u00df zu streichen. &#8222;Sie reagieren damit auf die innerhalb der Umweltbewegung immer lauter werdende Kritik an dem beim Erdgipfel 1992 in Rio verabschiedeten &#8218;Fahrplan f\u00fcr das 21. Jahrhundert.'&#8220; Einer fiktiven Sprecherin der BUNDjugend wird dazu folgende Erkl\u00e4rung in den Mund gelegt: &#8222;Im Originaltext der Agenda 21 finden sich ganze Aktionspl\u00e4ne zur &#8218;umweltfreundlichen&#8216; F\u00f6rderung von Atom- und Gentechnologie. Auch nur kleinste Ans\u00e4tze einer Kritik an diesen destruktiven Technologien sucht man in diesem Mammutwerk vergeblich. Die Umweltbewegung hat mit dem Propagieren einer &#8218;Lokalen Agenda&#8216; offenbar f\u00fcnf Jahre lang blind auf das falsche Pferd gesetzt. Damit mu\u00df jetzt Schlu\u00df sein!&#8220; ((1))<\/p>\n<p>Diese Presseerkl\u00e4rung f\u00fchrte zu einiger Ver\u00e4rgerung, leider aber nicht zu der notwendigen Diskussion. In einer Stellungnahme einer der Juk\u00df-OrganisatorInnen hei\u00dft es: &#8222;Das ist nat\u00fcrlich alles v\u00f6lliger Unsinn. Auf dem Juk\u00df wird es diverse Agenda-Seminare geben, die die Agenda nicht verteufeln werden. Eine kritische Betrachtung, die es in der Umweltbewegung auch gibt, findet nat\u00fcrlich auch seinen Raum.&#8220; ((2))<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung um den &#8218;richtigen&#8216; Umgang mit der Agenda 21 tobt in der Jugendbewegung schon seit l\u00e4ngerem, allerdings nicht unbedingt auf hohem Niveau. GegnerInnen der Agenda 21 halten der Jugendumweltbewegung immer wieder entsprechende Zitate aus der Agenda 21 zur Atom- oder Gentechnologie vor, w\u00e4hrend Bef\u00fcrworterInnen die angeblichen Chancen der Agenda bzw. ihre abgebliche Offenheit betonen. Doch so wenig sich die Agenda 21 auf die ausgew\u00e4hlten Zitate rezutieren l\u00e4\u00dft, so falsch ist die weitverbreitete Agenda-Euphorie.<\/p>\n<p>Die gef\u00e4lschte Presseerkl\u00e4rung hat die Diskussion jedoch nicht voran gebracht. Im Gegenteil: &#8222;Ich rege mich als Teil des Juk\u00df-Vorbereitungsteams dar\u00fcber auf, da\u00df irgendwer im Namen des Juk\u00df und der BUNDjugend solche Schei\u00dfe an die Presse und Umweltverb\u00e4nde verbreitet. Wer schon zu solchen Ma\u00dfnahmen greifen mu\u00df (Juk\u00df-Papier besorgen, Absendeort f\u00e4lschen&#8230;) hat doch wirklich ein Rad ab, da\u00df er oder sie das nicht in seinem eigenen Namen macht.&#8220; ((3))<\/p>\n<p>Die Aufregung geht jedoch am Kern vorbei. Fakes geh\u00f6ren zur guten libert\u00e4ren Aktionstradition, und die gefakete Presseerkl\u00e4rung ist nun so schlimm nicht. Die Aufregung um das Fake zeigt eher, da\u00df es mit einer offenen Streitkultur innerhalb von Teilen der Jugendumweltbewegung auch nicht so weit her ist.<\/p>\n<p>Man kann sich dar\u00fcber streiten, ob es sinnvoll ist, alle Seminare, die sich &#8222;positiv auf die Agenda 21 beziehen&#8220; zu streichen. Schon die Definition, was ein positiver Bezug denn ist, d\u00fcrfte nicht einfach sein. Doch schon die Formulierung in der Stellungnahme zum Fake, &#8222;eine kritische Betrachtung findet nat\u00fcrlich auch seinen Raum&#8220;, klingt doch mehr nach Alibi als nach wirklicher Auseinandersetzung.<\/p>\n<p>Es macht mit Sicherheit keinen Sinn, die Agenda 21 allein an Zitaten aus dem Papier selbst zu kritisieren, sondern sie ist im Zusammenhang mit der Diskussion um das Konzept der Nachhaltigkeit zu sehen. Dieses Konzept &#8211; und damit auch die Agenda 21 &#8211; ist aber vehement als Herrschaftsdiskurs zu kritisieren, und ein paar Partizipationsm\u00f6glichkeiten &#8211; die alles andere sind als demokratische Elemente &#8211; \u00e4ndern daran grunds\u00e4tzlich nichts. Das Problem der Agenda 21 sind nicht ein paar Zitate, das Problem ist die ideologische Basis, und die ist tief verwurzelt im kapitalistischen Herrschaftsdiskurs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Doch vor den Spa\u00df beim Kongre\u00df hat eine gef\u00e4lschte Presseerkl\u00e4rung &#8211; die auch der GWR zuging &#8211; erst einmal f\u00fcr Unmut gesorgt. In dem Fake mit der \u00dcberschrift &#8222;Die Sackgasse ins 21. 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