{"id":1594,"date":"1998-01-01T00:00:17","date_gmt":"1997-12-31T22:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=1594"},"modified":"2022-07-26T13:57:00","modified_gmt":"2022-07-26T11:57:00","slug":"rechte-kontinuitaten-in-das-boot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1998\/01\/rechte-kontinuitaten-in-das-boot\/","title":{"rendered":"Rechte Kontinuit\u00e4ten in &#8222;Das Boot&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Lothar-G\u00fcnther Buchheim kam vor einigen Monaten wieder einmal wegen seiner expressionistischen Kunstsammlung im Wert von 200 Mio. DM in die Schlagzeilen. Bekannter als Buchheims k\u00fcnstlerisches Engagement jedoch ist sein schriftstellerisches Werk. Sein Roman &#8222;Das Boot&#8220; verkaufte sich mehrere Millionen mal und wurde in viele Sprachen \u00fcbersetzt. Als Verfilmung erreichte &#8222;Das Boot&#8220; noch mehr Menschen und hat die Aufarbeitung der NS-Zeit in- und au\u00dferhalb Deutschlands beeinflusst. 1996 wurde sein neuestes Werk &#8222;Die Festung&#8220; zum Weihnachts-Bestseller.<\/p>\n<p>Buchheim schreibt immer wieder \u00fcber den U-Boot-Krieg und erz\u00e4hlt in Variationen von einer Angriffsfahrt eines deutschen U-Boots, die er mitmachte. Sein Einfluss liegt nicht so sehr im Bereich der universit\u00e4ren Wissenschaft. In der Literaturwissenschaft wird er der Trivialliteratur zugerechnet und entsprechend gibt es bisher keine wissenschaftlichen Untersuchungen seiner schriftstellerischen Werke. Beachtung findet Buchheim aber nicht nur bei dem Millionenpublikum seiner B\u00fccher, sondern auch bei JournalistInnen der Massenmedien. So taucht er immer wieder im Fernsehen auf, beispielsweise als &#8222;Zeitzeuge des Jahrhunderts&#8220; im ZDF oder in Guido Knopps &#8222;Hitlers Helfer&#8220; als U-Boot-Experte. So kann Buchheim zumindest das nicht-universit\u00e4re Geschichtsverst\u00e4ndnis stark pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>1995 kam Buchheims Landserroman &#8222;Die Festung&#8220; in den Buchhandel. Im Zusammenhang mit seinem Erscheinen machte der Verleger Matthias Wegner darauf aufmerksam, dass Buchheim 1943 eine &#8222;schreckliche Propagandafibel&#8220; mit dem Titel &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220; ver\u00f6ffentlicht hatte. ((1)) Dies l\u00f6ste einen heftigen Medienskandal aus. Der Verlag Hoffman und Campe ver\u00f6ffentlichte darauf hin &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220; 1996 neu und versucht seidem, dieses Buch als &#8222;geradezu widerst\u00e4ndig&#8220; zu verkaufen (vgl. <a title=\"Die Weltliteratur des faschistischen Mannes\" href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1997\/02\/die-weltliteratur-des-faschistischen-mannes\/\">Analyse in GWR 216<\/a>).<\/p>\n<p>In einem Geleitwort in &#8222;J\u00e4ger im Weltmeer&#8220;, das Buchheim als Ghostwriter f\u00fcr Gro\u00dfadmiral D\u00f6nitz schrieb, beschreibt er den Band treffender als heute:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Von den Taten der U-Boot-Waffe wird allgemein nur in Zahlen berichtet; Versenkungsziffern k\u00f6nnen wohl einen Begriff geben von den Leistungen unserer Waffen, diese Ziffern vermitteln aber kaum, unter welch schwerer k\u00f6rperlicher Beanspruchung in den St\u00fcrmen des Atlantiks, unter welch z\u00e4hem und k\u00fchnem Einsatz, der harte, entschlossene K\u00e4mpfer erfordert, diese Erfolge errungen werden m\u00fcssen. Diesen st\u00e4ndigen Einsatz des U-Boot-Mannes schildert auf das Beste das Buch &#8218;J\u00e4ger im Weltmeer&#8216; des Kriegsberichters Lothar-G\u00fcnther-Buchheim.&#8220; ((2))<\/p><\/blockquote>\n<h3>Buchheims Karriere im &#8222;Dritten Reich&#8220; und in der Nachkriegszeit<\/h3>\n<p>Im &#8222;Dritten Reich&#8220; war Buchheim Hitlerjugendf\u00fchrer und sp\u00e4ter ranghoher Kriegspropagandist. Er erhielt den Rang eines Sonderf\u00fchrers-Leutnant und schrieb begeisternde Artikel f\u00fcr verschiedene gleichgeschaltete Zeitungen (z.B. &#8222;Das Reich&#8220;). Buchheim war eine Nazi-Gr\u00f6\u00dfe. Das ist nicht so aufregend. Die meisten Deutschen und viele KollaborateurInnen in anderen L\u00e4ndern waren in unterschiedlichem Ausma\u00df mehr oder weniger stark in nationalsozialistische Diskurse verstrickt bzw. durch die NS-Ideologie gepr\u00e4gt. So wie etliche Menschen, die den Nationalsozialismus auch gelegentlich kritiserten, beispielsweise, wenn NachbarInnen oder FreundInnen deportiert oder ermordet wurden, so mag es vielleicht auch sein, da\u00df Buchheim hier und da eine unscheinbare kritische Spitze in seinen Propagandaschriften versteckt hat. Ich habe allerdings noch keine gefunden.<\/p>\n<p>Bezeichnend f\u00fcr die westdeutsche Nachkriegsgeschichte ist Buchheims Verhalten nach der Befreiung 1945. Kein Wort der Reue, kein Moment der Selbstkritik und kein Hinterfragen der eigenen T\u00e4tigkeit als faschistischer Propagandist. Stattdessen stilisiert sich Buchheim nach und nach zum Opfer. Buchheim geh\u00f6rt zu den Menschen, die nicht in der Lage sind, eigene Schuld einzugestehen. T\u00e4ter sind immer die anderen. Das bezieht Buchheim nicht nur auf sich. Er pflegt den Wehrmachtsmythos und konstatiert einen angeblichen &#8222;tiefe(n) Widerspruch zwischen Soldatentum und Nazigesinnung&#8220;. Seine damaligen Mitt\u00e4ter entschuldigt er: &#8222;Sie alle hatten ja keine Wahl, sie wurden zu R\u00e4dchen in der schrecklichen Kriegsmaschinerie und so um die besten Jahre ihres Lebens betrogen.&#8220; ((3))<\/p>\n<p>Da\u00df die Widerspr\u00fcchlichkeit von Buchheims Verdr\u00e4ngungsstrategie kaum bemerkt wird, l\u00e4\u00dft sich nur durch den ausgepr\u00e4gten Verdr\u00e4ngungswillen seiner LeserInnen erkl\u00e4ren. Buchheim, der von sich selber sagt: &#8222;Ich war immer mittendrin, wenn es Rabatz gab&#8220; ((4)), und sich heute als r\u00fcstiger und immer angriffslustiger Rentner pr\u00e4sentiert, kann widerspruchslos schreiben: &#8222;<cite>Wir<\/cite>, die wir den Krieg erlebt haben, sind eine Generation von Besch\u00e4digten und bis zur Verzweiflung Gebrochenen.&#8220; ((5))<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund l\u00e4sst sich Buchheims Roman &#8222;Das Boot&#8220; und dessen Erfolg leichter erkl\u00e4ren. Der Roman enth\u00e4lt tats\u00e4chlich einige Elemente, die auf den ersten Blick antimilitaristisch erscheinen. Gebetsm\u00fchlenartig wiederholen RezensentInnen des &#8222;Bootes&#8220;, die Beschreibungen der Enge, der ewigen Warterei und der Angst w\u00fcrden das &#8222;Boot&#8220; zu einem &#8211; ja zu <cite>dem<\/cite> &#8211; Antikriegsbuch machen. Nun gibt es verschiedene Lesarten und der gelesene Text eines Buches wird erst im Kopf der LeserIn produziert bzw. reproduziert. So nehme ich an, da\u00df das &#8222;Boot&#8220; tats\u00e4chlich einigen LeserInnen die Lust am Kriegerischen nimmt. Verd\u00e4chtig wurde mir &#8222;Das Boot&#8220; aber schon als Sch\u00fcler. Wenn Mitsch\u00fcler &#8211; die m\u00e4nnliche Form ist hier korrekt &#8211; von der Verfilmung des &#8222;Bootes&#8220; erz\u00e4hlten, waren sie begeistert von diesem dramatischen, spannenden Kriegsfilm. Von Antimilitaristischem war in ihren fiebernden Berichten nichts zu sp\u00fcren. Wurden sie dann mit Kritik konfrontiert, betonten sie schnell, es handele sich eigentlich um einen Antikriegsfilm und irgendwie w\u00fcrde dieser ja zeigen, wie schlimm Krieg doch ist. Sie haben Buchheim richtig verstanden.<\/p>\n<p>In einem Interview mit der Heidelberger Studierendenzeitung &#8222;ruprecht&#8220; ((6)) bringt Buchheim seine Position auf den Punkt. Kriegsbilder beschreibt er &#8222;als erschreckend&#8220; aber &#8222;es scheint, als verfalle die Natur immer wieder in einen Kriegsrausch, und weil der st\u00e4rker ist als jedes Gesetz, kann man diese Kriegsgel\u00fcste nicht unterdr\u00fccken.&#8220; Krieg ist f\u00fcr Buchheim etwas Naturgegebenes und damit Unvermeidbares. &#8222;In jeder Generation schlagen sich die Menschen einmal tot&#8220;, stellt er fest. Und das liegt daran, dass der Mensch &#8222;nicht aus der Geschichte lernen&#8220; k\u00f6nne. Hier schlie\u00dft Buchheim f\u00e4lschlicherweise von sich auf andere. Er jedenfalls geh\u00f6rt nicht &#8222;zu den Ostermarschierern&#8220;. Diese begreifen n\u00e4mlich nicht, was Buchheim antreibt: &#8222;Die Faszination (am Krieg) bleibt. Das treibt einen an.&#8220; Krieg ist f\u00fcr ihn irgendwie schrecklich aber faszinierend, spannend, toll.<\/p>\n<h3>&#8222;Das Boot&#8220;<\/h3>\n<p>In &#8222;Das Boot&#8220; beschreibt Buchheim zun\u00e4chst tats\u00e4chlich die ewige Warterei und die Langeweile. Oberfl\u00e4chlich gesehen passt das nicht in das Bild st\u00e4ndig aktiver und heldenhaft t\u00e4tiger Soldaten und widerspricht teilweise tats\u00e4chlich den Darstellungen in Action-Kriegsfilmen.<\/p>\n<p>Aber auch hier kann Buchheim seine Faszination f\u00fcr das Kriegerische nicht verstecken. Er beschreibt die ewige Warterei darauf, endlich k\u00e4mpfen zu d\u00fcrfen, endlich schie\u00dfen zu d\u00fcrfen: &#8222;Das ist doch eine elende Sauzucht, diese verdammte Gammelei!&#8220; ((7)) Diese hat allerdings ein Ziel: &#8222;Nichts mobilisiert so viele geistige Kraft wie der Wunsch, den Gegner zu vernichten.&#8220; Nur diese geistige Kraft l\u00e4\u00dft die Besatzung durchhalten. Gelegentlich klingt Kritik an diesem Prinzip an. Aber eines bleibt offensichtlich: das \u00c4rgernis, dass man so selten zum Schuss kommt. Jeder Zweifel ist weggewischt, wenn endlich eine Chance besteht.<\/p>\n<p>In der Fantasie des Erz\u00e4hlers kann der befreiende Akt des Angriffes sogar in das Phantasma eines sexuellen Aktes oder genauer, einer Vergewaltigung gesteigert werden: &#8222;Die Eisenhymnen der Dampfer, in die sich der Torpedophallus einrammt. Die gezackten Schamlippen. Das Hochb\u00e4umen der Dampferk\u00fche, wenn der Torpedo zwischen ihre Spanten eingedrungen ist und seine Ekrasit-Ejakulation entl\u00e4dt. Und dann das Rei\u00dfen, Brechen, St\u00f6hnen und R\u00f6cheln&#8230;&#8220; ((8))<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist Buchheims Verehrung f\u00fcr die Kommandanten der U-Boote. Schon in seinen Propagadaschriften sind es die Kommandanten, \u00fcber die er bevorzugt schreibt. Sie sind es, die in einem U-Boot handeln und k\u00e4mpfen und an sie h\u00e4lt sich auch Buchheim.<\/p>\n<p>Im ersten Kapitel des &#8222;Bootes&#8220; werden sie vorgestellt: &#8222;Die Asse! Viele gibt&#8217;s nicht mehr.&#8220; ((9)) An der entsprechenden Stelle nennt er namentlich die Kommandanten Otto Kretschmer, G\u00fcnther Prien, Joachim Schepke und Egelbert Endrass. Diese vier Namen habe ich in einer kleinen Tabelle im Internet wiedergefunden: Sie alle geh\u00f6ren zu den &#8222;Top 20 Commanders&#8220; &#8211; ermittelt nach Versenkungszahlen in Bruttoregistertonnen. Buchheim verehrt auch an anderen Stellen gerade die Kommandanten, die wirklich etwas f\u00fcr die Wehrmacht geleistet haben.<\/p>\n<p>Er verehrt die &#8222;alten Asse&#8220; und zu denen z\u00e4hlt auch der Kommandant der U 96 &#8211; dem &#8222;Boot&#8220;. Buchheim bezeichnet ihn durchgehend liebe- und hochachtungsvoll als &#8222;den Alten&#8220;. Mit ziemlicher Sicherheit ist mit dem &#8222;Alten&#8220; Heinrich Lehmann-Willenbrock gemeint. Er ist verantwortlich f\u00fcr die Versenkung von 22 Schiffen. Nach seiner Begegnung mit Buchheim wurde er zum Chef der 9. U-Boot-Flottille in Brest bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Buchheim beschreibt den &#8222;Alten&#8220; als einen &#8222;erstklassigen Mann&#8220;, &#8222;durch nichts zu ersch\u00fcttern&#8220; und &#8222;kein blindw\u00fctiger Draufg\u00e4nger. Verl\u00e4\u00dflich. Schon auf Segelschiffen gefahren. (&#8230;) Der hat&#8217;s noch immer geschafft. (&#8230;) Der Kommandant ist kein Freund gro\u00dfer Worte. In seinen Kriegstageb\u00fcchern nehmen sich seine Unternehmungen wie Kinderspiele aus.&#8220; ((10)) Das ist der Typ von Krieger, der bei Buchheim verehrt wird: erfolgreich, besonnen, aber auch wagemutig, wenn n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann ein solches Ass wie der &#8222;Alte&#8220; kein Nazi sein. Die Nazis sind bei Buchheim &#8222;die Quexe &#8211; die na\u00dfforschen Typen &#8211; die Maulhelden. (&#8230;) &#8230;die &#8218;jungen Marschierer&#8216;, die weltanschaulich Durchgeformten, die mit dem Glauben an den F\u00fchrer im Blick, die Kinnmuskelspanner, wie sie der &#8218;Alte&#8216; nennt, die vor dem Spiegel den dr\u00e4uenden Bella-Donna-Blick \u00fcben.&#8220; ((11)) Nazis sind der Abschaum, die Widerlichen, oder aber &#8222;diese wahnsinnige, vom Ha\u00df zerfressene (&#8230;) F\u00fchrung, die so viele jungen Menschen in einen absolut sinnlosen Krieg gef\u00fchrt hat.&#8220; ((12)) Nazis sind ein paar durchgeknallte F\u00fchrer und ein paar verf\u00fchrte junge Marschierer. Buchheims Bewunderung hingegen gilt den wahren K\u00e4mpfern, &#8218;den alten Recken&#8216;.<\/p>\n<p>Damit keiner auf die Idee kommt, gerade der &#8222;Alte&#8220; w\u00e4re ein Nazi, philosophiert dieser im &#8222;Boot&#8220; immer wieder \u00fcber die Problematik des Krieges und \u00fcber die vielen Opfer. Der gr\u00f6\u00dfte Vorwurf aber, den der &#8222;Alte&#8220; und mit ihm Buchheim dem Befehlshaber der U-Boote (BdU) macht, ist der, dass Deutschland den Krieg zu verlieren droht und dass die deutsche U-Boot-Kriegstaktik nicht gut genug sei.<\/p>\n<p>Der &#8222;Alte&#8220; hat auch ein Unrechtsbewu\u00dftsein und die Art der nationalsozialistischen Kriegsf\u00fchrung geht ihm zu weit. Entsprechend kritisiert er den BdU nicht nur f\u00fcr seine taktischen Schw\u00e4chen, sondern gelegentlich auch f\u00fcr seine Skrupellosigkeit. Dass es aber der Kommandant ist, der die Dampfer versenkt, wird im &#8222;Boot&#8220; nur ein einziges Mal reflektiert. Ein Moment des Zweifelns taucht auf &#8211; wird aber sofort wieder beiseite geschoben. Im &#8222;Boot&#8220; scheint es das Schicksal eines deutschen U-Boot-Kommandanten zu sein, alles beschie\u00dfen zu m\u00fcssen, was sich bewegt. Die M\u00f6glichkeit zu desertieren oder auch nur um Versetzung zu bitten, existiert bei Buchheim nicht.<\/p>\n<p>Buchheim verehrt die gro\u00dfen Kommandanten und l\u00e4sst keinen Zweifel an ihrer Integrit\u00e4t aufkommen. Dass niemand Heinrich Lehmann-Willenbrock gezwungen hat, zu einem der gr\u00f6\u00dften nationalsozialistischen Kriegshelden zu werden, spielt f\u00fcr Buchheim keine Rolle. Dass Lehmann-Willenbrock vielleicht tats\u00e4chlich hin und wieder Bedenken hinsichtlich seiner T\u00e4tigkeit hatte, n\u00fctzt seinen hunderten oder vielleicht noch mehr Opfern nichts.<\/p>\n<p>F\u00fcr Buchheim gilt, was f\u00fcr viele Deutsche gilt: die Nazis &#8211; das sind immer die anderen. So konnten Richter nach &#8217;45 in ihren Berufen weiterarbeiten, Wehrmachtsoldaten die Bundeswehr aufbauen und Kriegspropagandisten erfolgreiche Nachkriegsschriftsteller werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lothar-G\u00fcnther Buchheim kam vor einigen Monaten wieder einmal wegen seiner expressionistischen Kunstsammlung im Wert von 200 Mio. DM in die Schlagzeilen. Bekannter als Buchheims k\u00fcnstlerisches Engagement jedoch ist sein schriftstellerisches Werk. Sein Roman &#8222;Das Boot&#8220; verkaufte sich mehrere Millionen mal und wurde in viele Sprachen \u00fcbersetzt. 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