{"id":16133,"date":"2017-01-01T00:00:00","date_gmt":"2016-12-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/2017\/01\/fidel-castro-1926-2016-legenden-und-realitaet\/"},"modified":"2022-01-20T14:56:59","modified_gmt":"2022-01-20T12:56:59","slug":"fidel-castro-1926-2016-legenden-und-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2017\/01\/fidel-castro-1926-2016-legenden-und-realitaet\/","title":{"rendered":"Fidel Castro (1926-2016): Legenden und Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es soll hier nicht bestritten werden, dass seine Person angesichts jahrzehntelanger kapitalistischer Globalisierung und j\u00fcngerer globaler Rechtsentwicklung wie eine der letzten wirkt, die sich nicht von der allgemeinen Marktbesoffenheit anstecken lie\u00df. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, wenn wir etwa Kuba mit dem Durchstarten kapitalistischer Globalisierungspolitik in China mit ebenfalls einer jahrzehntelangen Struktur der KP an der Macht vergleichen. Ebenso unbestritten bleibt und vorausgesetzt wird hier die unbedingte Kritik und Zur\u00fcckweisung des US-Imperialismus gegen Kuba, von der versuchten &#8222;Schweinebucht&#8220;-Invasion durch CIA und Exil-Kubaner im April 1961, direkt nach Amtseinf\u00fchrung und mit Wissen von Pr\u00e4sident Kennedy, bis zum jahrzehntelangen Au\u00dfenhandelsembargo durch die USA.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem reicht Resistenz gegen Kapitalismus und Imperialismus nicht aus, solange die Alternative autorit\u00e4r und staatlich bleibt &#8211; eine sozialistische Alternative muss au\u00dferdem so attraktiv wirken, dass sie nicht nur eine Insel \u00fcber Jahrzehnte hinweg verteidigt, sondern auch Perspektiven f\u00fcr eine Ausbreitung des Sozialismus auf weltweiter Ebene er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist dem &#8222;Sozialismus des 21. Jahrhunderts&#8220; in der Nachfolge Castros in Lateinamerika nicht gelungen. Und zwar, weil weder in Kuba noch etwa in Venezuela die Etablierung neuer Formen der Herrschaft, neuer Strukturen der Gewalt und des Militarismus vermieden wurden, ja es am Willen dazu fehlte. So konnten beide Systeme eine &#8211; dazu noch zeitlich wohl befristete (siehe die aktuelle Agonie des Regimes in Venezuela) &#8211; staatssozialistische Nische bleiben, die das weltweite Funktionieren von Kapitalismus und Imperialismus nicht wirklich st\u00f6rten. Eine Fortf\u00fchrung der Legende, des Mythos Fidel Castro durch autorit\u00e4re Linke nach seinem Tod verhindert den Blick auf die kubanische Realit\u00e4t, die zu solch sozialistischer Attraktivit\u00e4t weltweit nicht f\u00e4hig war, die keine libert\u00e4r-sozialistische Ausstrahlungskraft hatte. Die Legenden m\u00fcssen im Gegenteil entmystifiziert werden. Im Zusammenhang mit diesem Artikel anl\u00e4sslich des Todes Fidel Castros weisen wir auf eine fr\u00fchere ausf\u00fchrliche, dreiteilige Artikelserie: &#8222;Zur Geschichte des Anarchismus auf Cuba &amp; im Exil&#8220; hin, die 2004 in GWR Nr. 285, 286 und 289 erschien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Legenden um Fidel Castro gibt es viele: Kurz nach seinem Einzug in Havanna Anfang 1959, nach dem Sturz des Diktators Batista, setzten sich wie durch ein Wunder wei\u00dfe Tauben auf die Schultern des Redners Fidel Castro bei seiner ersten Massenversammlung. Das Wunder erkl\u00e4rt sich leicht dadurch, dass in der Sierra Maestra w\u00e4hrend des Guerillakampfes Brieftauben zur Kommunikation eingesetzt wurden. W\u00e4hrend der Rede stand der Brieftauben-Dompteur Castros direkt neben ihm und dirigierte die Tauben auf Castros Schultern. <a href=\"#u1\">((1))<\/a> Castros Reden wurden legend\u00e4r, sp\u00e4ter eher gef\u00fcrchtet. Endlose vier bis zu sieben Stunden dauerten sie, am St\u00fcck, meist ohne Manuskript &#8211; \u00fcbrigens nicht die einzige Verhaltensweise, die Hugo Ch\u00e1vez sp\u00e4ter in Venezuela von seinem Vorbild Castro \u00fcbernahm. Bei seinen legend\u00e4ren Schauprozessen gegen RegimegegnerInnen setzte Castro zu stundenlangen Reden genau dann an, wenn er in Bedr\u00e4ngnis war oder keine Gegenargumente hatte. So redete er die Angeklagten im wahrsten Sinne des Wortes an die Wand. Am deutlichsten wurde dieser Mechanismus im Schauprozess gegen Huber Matos (siehe dazu weiter unten noch genauer).<\/p>\n<h5 class=\"western\" style=\"text-align: justify;\">Die Legende von Moncada und die Realit\u00e4t eines linken Caudillo<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere Legende erz\u00e4hlt davon, wie Castro bereits am 26. Juli 1953 versuchte, durch einen milit\u00e4rischen Angriff auf die Moncada-Kaserne im s\u00fcdkubanischen Santiago de Cuba gegen Batista an die Macht zu kommen. Seine Guerilla nannte er dann bis zum wirklichen Sieg Ende 1958 in Erinnerung an diesen Angriff &#8222;Bewegung 26. Juli&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sieht die Realit\u00e4t hinter der Legende aus? Der Angriff wurde dilettantisch durchgef\u00fchrt. Castro, milit\u00e4rischer Leiter, hatte am Tag vorher, aus Havanna kommend, seine Brille vergessen. Castro war extrem kurzsichtig, am 26. Juli sah er also alles nur nebel- und schemenhaft. Kein Grund, den Angriff zu verschieben; Castro hatte immerhin 150 K\u00e4mpfer zur Verf\u00fcgung. Beim Angriff k\u00e4mpfte sich eine Vorauseinheit bis ins Kaserneninnere und hoffte auf die Unterst\u00fctzung der Haupttruppe, die Castro von einem Buick-Auto aus, kurzsichtig am Steuer sitzend, anf\u00fchrte. Castro aber lie\u00df sich durch zwei irrelevante Wachposten am Wegesrand aufhalten, zu einem Feuergefecht verleiten, und der Buick, den Castro fuhr, kam vor dem Kaserneneingang ins Schleudern und blockierte den Zugang. Als die Soldaten der Kaserne mit einem MG von oben zu schie\u00dfen begannen, nahm Castro Hals \u00fcber Kopf Rei\u00dfaus, ohne den Rest seiner Truppe zu informieren oder zum R\u00fcckzug zu blasen. Die Bilanz war hart: Acht Tote w\u00e4hrend der unmittelbaren K\u00e4mpfe, 56 infolge der nachfolgenden Repression auf Castros Seite &#8211; auf Batistas Seite starben 22 Soldaten. Sp\u00e4ter, beim Treffpunkt nach panischer Flucht der Resttruppe, hatte Castro einen cholerischen Anfall. Doch niemand aus der Truppe wagte es, ihm gegen\u00fcber kritische Fragen zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Castro war ein linker lateinamerikanischer Caudillo, eine Befehlsperson in patriarchaler Tradition mit angeblich nat\u00fcrlich gegebener F\u00fchrungsgewalt. Er zeugte insgesamt zehn Kinder mit verschiedenen Frauen &#8211; nicht f\u00fcr eines war er f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit ein pr\u00e4senter Vater. Wer ihm widersprach, war ein Verr\u00e4ter oder einfach nur Gesindel &#8211; &#8222;gusano&#8220;, sp\u00e4ter von Castro vielfach benutzter Begriff f\u00fcr Oppositionelle aller Art. Wer dagegen f\u00fcr ihn starb, wurde zum M\u00e4rtyrer erkl\u00e4rt, so auch die Gefallenen von Moncada. Schuld war ausschlie\u00dflich die &#8222;Barbarei des Regimes Batista&#8220;, Castros Gewissen blieb rein. Jede demokratische Guerilla, die aus selbst\u00e4ndig denkenden und kritischen Geistern zusammengesetzt w\u00e4re, h\u00e4tte einen milit\u00e4rischen Befehlshaber wie ihn nach einem Debakel wie Moncada absetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht so bei Castro: Er verwandelte das Desaster in eine milit\u00e4rische Legende. Der reale Ablauf oder gar \u00dcbernahme von Verantwortung hatten dabei keine Bedeutung. So ging Castro sein Leben lang vor. <a href=\"#u2\">((2))<\/a><\/p>\n<h5 class=\"western\" style=\"text-align: justify;\">Die Raketenkrise 1962: Castros und Guevaras Zynismus<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Beispiel f\u00fcr den Unterschied zwischen Legende und Realit\u00e4t: Castros permanenter milit\u00e4rischer Kampf gegen den US-Imperialismus h\u00e4tte in der Zeit der Raketenkrise, als 1962 die Sowjetunion atomare Abschussvorrichtungen auf Kuba installierte, f\u00fcr die gesamte Welt fast das Ende bedeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Castro war ein Choleriker an der Macht. Das wurde nun h\u00f6llisch gef\u00e4hrlich, wenn solchen Machthabern die eigene Insel zu klein vorkam und sie planetarische Bedeutung erlangen wollten, wie Castro w\u00e4hrend der dreizehn hei\u00dfen Tage der Raketenkrise zwischen den USA und der Sowjetunion 1962, als Kennedy und Chruschtschow mit dem akuten Einsatz ihrer Atomraketen drohten. Castro hatte w\u00e4hrend der ganzen Zeit cholerische Wutanf\u00e4lle, weil er &#8211; etwas machtlos im Raketenpoker &#8211; die nationalen Interessen Kubas auf dem Spiel stehen sah. In der entscheidenden Zeit, am 26. Oktober 1962, schrieb er einen Brief an Chruschtschow:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Lieber Genosse Chruschtschow. (&#8230;) Wenn (&#8230;) die Imperialisten in Kuba einfallen, um es schlie\u00dflich zu besetzen, stellt eine derart aggressive Politik eine so gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die Menschheit dar, dass nach einer solchen Tat die Sowjetunion niemals Umst\u00e4nde zulassen darf, unter denen die Imperialisten gegen sie den nuklearen Erstschlag f\u00fchren k\u00f6nnten.&#8220; Eine US-Intervention Kubas, so Castro weiter, w\u00e4re &#8222;der Moment, ein f\u00fcr alle Mal eine solche Gefahr zu eliminieren, durch einen Akt legitimster Verteidigung, so hart und schrecklich diese L\u00f6sung auch w\u00e4re, aber es g\u00e4be keine andere.&#8220; <a href=\"#u3\">((3))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der sowjetische Botschafter Alexejew, der den Brief an Moskau weitergeleitet hat, &#8222;interpretiert Castros Formulierungen so, dass die Sowjetunion im Falle einer amerikanischen Invasion auf Kuba umgehend mit einem vernichtenden atomaren Erstschlag gegen die USA antworten sollte. Es ist, als ob Castro in dieser Stunde bereit w\u00e4re, eine gewaltsame Beendigung seiner Revolution mit einem Weltuntergang zu r\u00e4chen.&#8220; <a href=\"#u4\">((4))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Verst\u00e4ndnis antwortete auch Chruschtschow in einem Brief an Castro am 30. Oktober 1962, zwei Tage nach dem Abkommen mit Kennedy vom 28. Oktober, in welchem Kennedy zusagte, zuk\u00fcnftig auf eine Kuba-Invasion zu verzichten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;In Ihrem Fernschreiben (&#8230;) haben Sie vorgeschlagen, dass wir die Ersten sein sollen, die einen Atomschlag gegen das Land des Feindes f\u00fchren sollen. Ihnen ist selbstverst\u00e4ndlich klar, wohin das gef\u00fchrt h\u00e4tte. Das w\u00e4re nicht nur ein simpler Schlag, sondern der Auftakt zum thermonuklearen Weltkrieg gewesen. Lieber Genosse Fidel, ich finde Ihren Vorschlag falsch, obwohl ich Ihr Motiv verstehe. (&#8230;) Vor allem w\u00e4re in dem Feuer des Krieges als Erstes Kuba verbrannt worden. (&#8230;) Wir k\u00e4mpfen jedoch nicht gegen den Imperialismus, um zu sterben.&#8220; <a href=\"#u5\">((5))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fast weise, der Kreml-B\u00fcrokrat gegen\u00fcber den Phantasien des Guerilleros an der Macht, dem kubanischen Nationalismus die ganze Welt zu opfern, auf dass auf deren atomaren Tr\u00fcmmern der &#8222;neue Mensch&#8220; (Che Guevara) entstehe. Nur: Wo mag er dann wohnen? Che Guevara propagierte damals \u00fcbrigens im selben Sinne wie Castro, allerdings noch zynischer: &#8222;Das Volk ist dazu bereit, sich von den atomaren Waffen verbrennen zu lassen, damit seine Asche als Samen der neuen Gesellschaft dient.&#8220; <a href=\"#u6\">((6))<\/a> Gut zu wissen, dass der Guerillero immer wei\u00df, was das Volk will.<\/p>\n<h5 class=\"western\" style=\"text-align: justify;\">Boat People, Variante Kuba<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich \u00fcber die im Mittelmeer heute ertrinkenden Gefl\u00fcchteten Afrikas emp\u00f6rt, sollte sich auch mit den Boat People Kubas befassen. Castros Regime verfolgte die Politik, Oppositionelle und RegimegegnerInnen in Krisen massenhaft mit Booten &#8211; nach manchen Migrationsabkommen mit den USA mitunter auch in Flugzeugen &#8211; \u00fcbers Wasser nach Florida ziehen zu lassen. Dies bewirkte zweierlei: Diese Politik stabilisierte einerseits das Regime und war der sichtbarste Gegenpart zur Mauer und Einschlie\u00dfung von Fl\u00fcchtlingen in den staatssozialistischen L\u00e4ndern Osteuropas 1989. So beschwerte sich die DDR-Vertretung in Havanna mehrfach \u00fcber diese Schleusenpolitik Castros.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch faktisch hat sie 1989 und danach wohl seine Herrschaft gerettet, gerade im Gegensatz zu den osteurop\u00e4ischen staatssozialistischen Regimes. <a href=\"#u7\">((7))<\/a> Andererseits symbolisieren die Boat People wie in Vietnam &#8211; und darin vergleichbar einer massenhaften Fl\u00fcchtlingswelle vor Kriegen wie in Syrien &#8211; in moralisch-ideeller Hinsicht das Scheitern des Regimes, auch wenn es sich an der Macht halten konnte. Wie emanzipatorisch, wie begeisterungsf\u00e4hig ist ein Regime, dem ein Gro\u00dfteil seiner Bev\u00f6lkerung davonl\u00e4uft?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 1. Januar 1959 lebten 125.000 kubanische EmigrantInnen in den USA, 85.000 von ihnen kehrten hoffnungsvoll nach dem Sturz der Batista-Diktatur zur\u00fcck nach Kuba, w\u00e4hrend anfangs nur 74.000 die Insel verlie\u00dfen, meist Oberschicht oder Batista-Schergen. Bis 1962 fl\u00fcchteten jedoch bereits 196.000 in der ersten Repressionswelle direkt nach der &#8222;Revolution&#8220;, darunter auch die kubanischen AnarchistInnen. <a href=\"#u8\">((8))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Massenflucht eher verarmter und politisch entm\u00fcndigter Menschen \u00fcbers Meer fand 1965 statt. In kleinen Booten oder sogar aufgeblasenen Gummireifen versuchten die Gefl\u00fcchteten, das Meer nach Mexiko oder Florida zu \u00fcberqueren, oft mit t\u00f6dlichem Ausgang. Castro verk\u00fcndete, die Beteiligung an der Revolution sei freiwillig und wer nicht mitmachen wolle, k\u00f6nne sich im Hafen von Camarioca einschiffen. Ein unerwarteter Ansturm von Fluchtwilligen setzte ein, dem mit einem gez\u00fcgelten Migrationsabkommen mit US-Pr\u00e4sident Johnson ein Ende gesetzt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach konnten bis 1971 rund 260.000 Menschen ausfliegen, darunter viele FacharbeiterInnen, die beim weiteren Aufbau Kubas fehlen sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Castro gab bei solchen Abkommen neben den RegimegegnerInnen auch immer gleich Schwerverbrecher oder soziale Gefangene aus seinen Gef\u00e4ngnissen mit in die USA. M\u00e4nner im wehrpflichtigen Alter durften nicht ausreisen. Wer ging, verlor die kubanische Staatsb\u00fcrgerschaft und den gesamten Besitz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich in Wartelisten eintrug, verlor den Job, musste die Wohnung r\u00e4umen und wurde zum Zwangseinsatz in der Landwirtschaft herangezogen. Nach Angaben aus den Korrespondenzberichten der DDR-Botschaft in Havanna nach Ost-Berlin wollte bereits 1966 jeder f\u00fcnfte Kubaner das Land verlassen. <a href=\"#u9\">((9))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1980 fand zeitgleich zu Vietnam eine erneute Massenflucht \u00fcbers Meer statt, es war das Jahr der &#8222;Boat People&#8220;. In Havanna besetzten 10.000 Ausreisewillige die peruanische Botschaft. Schlie\u00dflich wurde der Hafen Mariel f\u00fcr Aufnahmeboote aus Florida ge\u00f6ffnet &#8211; Castro sah gleichzeitig wieder eine Chance, seine &#8222;gusanos&#8220; loszuwerden, diesmal massenhaft Insassen seiner psychiatrischen Anstalten, wo sich auch ehemalige RegimegegnerInnen tummelten. Doch die Flucht nahm Ausma\u00dfe eines Exodus an, allein von April bis September 1980 verlie\u00dfen 125.000 Menschen die Insel, darunter viele schwarze Afro-KubanerInnen. Ein Abkommen mit US-Pr\u00e4sident Carter beendete die Krise; die USA hatten ein Interesse daran, nicht zu viele Armutsfl\u00fcchtlinge aus Kuba aufzunehmen. Von 1959 bis 1980 hatten damit rund 800.000 Menschen die Insel verlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n\u00e4chste Welle setzte 1990 ein, mit mehreren Botschaftsbesetzungen. 1994, in der Zeit der gr\u00f6\u00dften Wirtschaftskrise Kubas nach Wegfall der \u00f6konomischen Unterst\u00fctzung durch die Sowjetunion, kam es zu einer neuerlichen Fl\u00fcchtlingswelle. Zwischen Juli und September machten sich weitere 35.000 Menschen mit selbstgebauten Booten und Fl\u00f6\u00dfen auf die Reise. <a href=\"#u10\">((10))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder kam es dabei zu willk\u00fcrlichen Schikanen oder gar \u00dcberf\u00e4llen, wie im Falle der Barke &#8222;13. M\u00e4rz&#8220;: &#8222;Am 13. Juli 1994 war diese Barke mit 70 Personen gef\u00fcllt und setzte Segel von Havanna nach Florida. Sie wurde au\u00dferhalb von Havanna von einem Schiff der kubanischen K\u00fcstenwache aufgehalten und angewiesen, nach Havanna zur\u00fcckzukehren. Pl\u00f6tzlich schoss die K\u00fcstenwache auf die &#8217;13. M\u00e4rz&#8216; und brachte sie zum Sinken. 41 Personen starben, darunter viele Frauen und Kinder. Die \u00dcberlebenden wanderten ins Gef\u00e4ngnis.&#8220; <a href=\"#u11\">((11))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sogar ein Castro-freundlicher Biograf wie Volker Skierda muss feststellen: &#8222;Die Sch\u00e4tzungen, wie viele Kubaner seit Castros Sieg die Insel bis zur Jahrtausendwende verlassen haben, liegen bei \u00fcber einer Million Menschen. Das w\u00e4ren, gemessen an der heutigen Bev\u00f6lkerungszahl, zwischen zehn und f\u00fcnfzehn Prozent.&#8220; <a href=\"#u12\">((12))<\/a><\/p>\n<h5 class=\"western\" style=\"text-align: justify;\">Der Repressionsapparat und die Escambray-Razzia Schauprozesse am Beispiel Cienfuegos\/Huber Matos<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleich nach der &#8222;Revolution&#8220; 1959 baute Castro eine allein ihm h\u00f6rige regul\u00e4re Armee auf und gr\u00fcndete die CDR (Komitees zur Verteidigung der Revolution). Deren Aufgaben bestanden in der Nachbarschafts\u00fcberwachung gegen Oppositionelle in jedem Wohnblock, bei Lebensmittelrationierungen waren sie zust\u00e4ndig f\u00fcr die Erneuerung der Marken, kurz: ein Instrument sozialer Kontrolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem schuf Castro neuartige Milizen, die seinem direkten Befehl unterstanden. Dazu kamen Geheimdienste wie der DGOE (Direcci\u00f3n general de las operaciones especiales) oder die G2, die die Exilgruppen in Miami infiltrierten und daher \u00fcber die US-gesteuerten Pl\u00e4ne von CIA und rechten Exilkubanern zur Invasion in der Schweinebucht l\u00e4ngst vorher informiert waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesen bewaffneten Kr\u00e4ften machte sich Castro an die Repression seiner noch aktiven GegnerInnen im Innern, vor allem den Resten des vormals mit Castro verb\u00fcndeten &#8222;Revolution\u00e4ren Direktoriums&#8220; (DR), das nunmehr als Guerilla in den Escambray-Bergen gegen Castro k\u00e4mpfte. Zu deren Guerillataktik ist zu sagen, dass sie denselben militaristischen Mechanismen unterlag wie jeder milit\u00e4rische Verband und sicher von konservativen und reaktion\u00e4ren Kr\u00e4ften unterst\u00fctzt wurde. Die Invasoren der Schweinebucht wollten diese Escambray-Guerilla unterst\u00fctzen und gemeinsam mit ihr Castro st\u00fcrzen. Also w\u00e4re unter emanzipativen Gesichtspunkten nichts dagegen einzuwenden, diese Guerilla zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch die Art, wie Castro noch vor der Schweinebucht-Invasion gegen diese Guerilla vorging, ist bemerkenswert und von jeder linken Geschichtsschreibung bis heute verharmlost oder negiert worden. Seit Herbst 1960 f\u00fchrte Castro Krieg gegen diese Guerilla, deren K\u00e4mpfer er einfach &#8222;Banditen&#8220; nannte. Castros Truppen exekutierten in wenigen Monaten rund 700 Escambray-Guerilleros, zumeist ohne Gerichtsverfahren. Wenige Tage vor der Schweinebucht-Invasion f\u00fchrten Castros Truppen gegen die Escambray-Guerilla eine Razzia durch; Ziel: die Guerilla von ihrer lokalen Basis abzuschneiden. Auf einen Schlag wurden nach heutigen Sch\u00e4tzungen 200.000 Menschen inhaftiert &#8211; selbst Carlos Franqui von Castros Zeitung &#8222;Revoluci\u00f3n&#8220; sprach damals bereits von 100.000 Verhaftungen. Davon wurden viele einige Zeit in Sportstadien, Schulen, Kinos und improvisierten Gefangenencamps festgehalten. Sie wurden dann in neugebaute Kn\u00e4ste aufgenommen, andernfalls \u00fcbers Meer abgeschoben. Castro-Biograf Raffy spricht in diesem Zusammenhang von der gr\u00f6\u00dften staatlich organisierten Razzia in der Geschichte Lateinamerikas. <a href=\"#u13\">((13))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Vergleich: Als Castro mit seinen Guerilleros Batistas Moncada-Kaserne angriff, gab es ebenfalls Hinrichtungen durch Soldaten des Batista-Regimes ohne Prozess. Doch Castro selbst, aufgegriffen in den Bergen der Sierra Maestra, wurde durch Familienbande, die bis in Verwandtschaftsverh\u00e4ltnisse mit hohen Batista-Funktion\u00e4ren gingen, gesch\u00fctzt, am Leben erhalten und konnte sich in einem Hochverratsprozess als Anwalt selbst verteidigen, wor\u00fcber die von Batista unabh\u00e4ngigen Zeitungen zur Zeit des Batista-Regimes offen und wohlwollend berichteten. Durch Castros Moncada-Prozess wurde der Anwalt Fidel Castro als Oppositioneller erst kuba-weit bekannt und popul\u00e4r!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Castros Escambray-Razzia w\u00e4re Vergleichbares undenkbar gewesen. Die Repression wurde vertuscht, geheim gehalten und linke Intellektuelle, die damals in Scharen das &#8222;revolution\u00e4re Kuba&#8220; besuchten, interessierten sich nicht f\u00fcr den Umgang mit den Gefangenen.<\/p>\n<h5 class=\"western\" style=\"text-align: justify;\">Schauprozesse am Beispiel Cienfuegos\/Huber Matos<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Repression gegen Oppositionelle in den eigenen Reihen verlief \u00fcber Strukturen, die man vom Bolschewismus kennt, vor allem \u00fcber mehrere \u00f6ffentliche Schauprozesse, die kuba-weit im Fernsehen \u00fcbertragen wurden. Die wichtigsten davon waren diejenigen gegen Huber Matos 1959 sowie derjenige gegen den Befehlshaber der kubanischen Truppen in Angola und Castros ehemaligen Milit\u00e4rchef General Arnaldo Ochoa im Juni 1989, Letzterer nach Isolationsfolter im Knast. Als beispielhaft soll hier der Schauprozess gegen Huber Matos dargestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Castro seine neuartigen Milizen aufbaute, verlangte er gleichzeitig von seinem popul\u00e4ren Mitguerillero Camilo Cienfuegos, einem ehemaligen Anarchisten aus einer vor dem spanischen B\u00fcrgerkrieg geflohenen Familie, die siegreiche und tats\u00e4chlich legend\u00e4re Rebellenarmee der &#8222;Bewegung 26. Juli&#8220; aufzul\u00f6sen. Durch die Bewaffnung ihm h\u00f6riger Truppen verlangte Castro also so die Entwaffnung und Uniformr\u00fcckgabe von Hunderten b\u00e4rtiger Guerilleros unter dem Befehl Cienfuegos, den Castro als Konkurrenten wahrnahm. Solche Konflikte bewaffneter Gruppen mit verschiedenen Loyalit\u00e4ten, eine typische Dynamik der Guerillakriegsf\u00fchrung, wurden \u00f6ffentlich durch die Propaganda von der &#8222;allgemeinen Volksbewaffnung&#8220; unter der Decke gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz darauf, am 28. Oktober 1959, kam Camilo Cienfuegos an Bord einer kleinen Cessna-Maschine zusammen mit seinem Piloten Luciano Farinas auf dem R\u00fcckflug nach Havanna von der Milit\u00e4rbasis Camag\u00fcey aus, nach einem Treffen mit dem dort als Verr\u00e4ter gebrandmarkten und im Gef\u00e4ngnis gehaltenen Huber Matos, ums Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Castro selbst leitete die Untersuchung \u00fcber Wochen hinweg, ergebnislos. Alle Angaben zum Tod waren widerspr\u00fcchlich: Castro behauptete, am Tag des Fluges w\u00e4re Sturm gewesen, dabei geben alle Beteiligten heute an, es sei klares Wetter gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch verschiedene Zeugenaussagen, vor allem eines Fischers, der in der Bucht von Masio den Luftkampf gesehen hat, wei\u00df man heute, dass die Cessna durch einen Abfangj\u00e4ger vom Typ &#8222;Sea Fury 530&#8220; der kubanischen Armee abgeschossen wurde; am Steuer des Abfangj\u00e4gers waren Kapit\u00e4n Torres (Vertrauter Ra\u00fal Castros) und Osvaldo S\u00e1nchez, Nummer 2 der G2. Der Vorwurf lautet also: Cienfuegos wurde durch den Castro-Clan selbst ausgeschaltet. <a href=\"#u14\">((14))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Huber Matos wurde kurz darauf der Schauprozess gemacht. Auch er war ein alter Mitstreiter Castros und flog die Flugzeuge in die Sierra Maestra, die w\u00e4hrend des Anti-Batista-Guerillakampfes Waffennachschub in die befreien Gebiete Castros brachte. Huber Matos war ebenfalls ein popul\u00e4rer, eigenst\u00e4ndig denkender, unabh\u00e4ngiger Kopf, im Volksmund &#8222;der Professor&#8220; genannt. Jetzt wurde ihm Verrat und Konspiration mit dem US-Imperialismus vorgeworfen, durchweg konstruierte Anklagepunkte. Der Schauprozess gegen Huber Matos begann am 11. Dezember 1959. Huber Matos hatte sich nicht, wie viele Kinder der Revolution Castros, im Gef\u00e4ngnis verbiegen lassen und griff in seinem Prozesspl\u00e4doyer Castros Regime scharf an: &#8222;Was haben wir den Kubanern versprochen? Dass die Freiheit ein absolutes Recht ist, dass niemand aufgrund seiner Ideen verfolgt wird, dass die Bauern Grund und Boden als deren Eigentum bekommen&#8230;&#8220; <a href=\"#u15\">((15))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Castro verfolgte seine Schauprozesse direkt vor Ort in einem Nebenraum mit Sicht auf den Verhandlungsraum, schickte seine Zeugen vor, besprach sich mit seinen Richtern w\u00e4hrend des Prozessverlaufs. Zun\u00e4chst sandte er seinen Bruder Ra\u00fal in den Ring. Der wurde von Huber Matos schnell fertig gemacht: &#8222;Wissen Sie, wie das kubanische Volk Sie nennt? &#8218;Mister Hass!&#8216; &#8220; <a href=\"#u16\">((16))<\/a> Als gegen Huber Matos alles nichts half, ging Fidel Castro selbst als Zeuge von seinem Nebenraum in den Prozesssaal. Er hob mit eigenem Mikro zu einer seiner Reden an und sprach stundenlang, ohne einen einzigen Beweis vorzubringen, aber Huber Matos unterbrach ihn st\u00e4ndig und korrigierte dessen Legenden um die K\u00e4mpfe in der Sierra Maestra, in denen Castro die Rolle von Huber Matos nun pl\u00f6tzlich fast g\u00e4nzlich negiert hatte. Das Unterbrechen einer Rede Castros war nat\u00fcrlich ein Sakrileg und selbst schon Hochverrat. Matos bekam schlie\u00dflich 20 Jahre Knast und wurde als politischer Konkurrent kaltgestellt. Er konnte 1979 nach einem Abkommen mit US-Pr\u00e4sident Carter nach Florida ausreisen, er starb erst 2014 in Miami. <a href=\"#u17\">((17))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere traf es noch schlimmer. Bei weiteren Schauprozessen gegen Intellektuelle Ende der Sechziger-, Anfang der Siebzigerjahre wurde die schlimme Homosexuellenfeindlichkeit Castros und seines Regimes deutlich. US-Besucher und Beatnik Allen Ginsberg, der \u00f6ffentlich \u00fcber homosexuelle Beziehungen in Castros Kindheit fantasierte, wurde aus Kuba ausgewiesen. Castro verstand zeitlebens weder Spa\u00df noch Ironie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem offiziellen kubanischen Lyriker Heberto Padilla wurde ein entw\u00fcrdigender Schauprozess gemacht. Im Gef\u00e4ngnis wurde er alle halbe Stunde wachger\u00fcttelt; er verlor in Isolationshaft den Eindruck von Tag und Nacht und brach im Prozess, offensichtlich unter Drogen stehend, v\u00f6llig zusammen, beschuldigte sich aller erdenklichen konterrevolution\u00e4ren Verbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich verlief ein Schauprozess gegen den regimekritischen und schwulen Schriftsteller Reinaldo Arenas. Ihm wurde bei dessen Verfolgung durch die Repressionsbeh\u00f6rden willk\u00fcrlich der Mord und die Vergewaltigung einer alten Frau und eines jungen M\u00e4dchens vorgeworfen, um Hinweise aus der Bev\u00f6lkerung zu erhalten. Im ber\u00fcchtigten Knast &#8222;Villa Marista&#8220; &#8211; die Geheimdienst-Leute Castros wurden im Volksmund &#8222;Maristas&#8220;, nach einem Orden der katholischen Kirche, und nicht &#8222;Marxistas&#8220; genannt &#8211; wurde er dann bei seiner Prozessvorbereitung v\u00f6llig umgedreht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er versprach, keine kritischen B\u00fccher mehr zu schreiben, verleugnete seine Homosexualit\u00e4t, forderte seine Verlegung in die Produktion &#8211; in die UMAP, das waren milit\u00e4rische Einheiten zur Produktionshilfe, wo es Umerziehungsgruppen f\u00fcr Homosexuelle gab &#8211; und wollte erkl\u00e4rterma\u00dfen fortan als Spitzel f\u00fcr Castro arbeiten. Nur durch die Arbeit einer Pariser Solidarit\u00e4tsgruppe \u00fcberlebte er. Nicht so dagegen Virgilio Pi\u00f1era, der 1976 unter ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden starb, nachdem er einen Castro-kritischen Roman \u00fcber einen Diamanten namens &#8222;Delfi&#8220;, der sich als gef\u00e4lscht herausstellte, geschrieben hatte. Die Symbolik war leicht zu erraten: &#8222;Delfi&#8220; war ein Invers von &#8222;Fidel&#8220;, der Roman wurde selbstverst\u00e4ndlich auf Kuba nie ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinen Schauprozessen und intellektuellenfeindlichen Literatenverfolgungen vermischte Castro immer wieder Motive seiner Intellektuellen- und Homosexuellenfeindschaft. <a href=\"#u18\">((18))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Rangliste der Pressefreiheit der &#8222;Reporter ohne Grenzen&#8220; rangiert Kuba auf Platz 171 von 180. Und im j\u00fcngsten Amnesty-L\u00e4nderbericht von 2016 hei\u00dft es \u00fcber Kuba: &#8222;Im Jahr 2015 waren die Rechte auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung, Vereinigungsfreiheit und Freiz\u00fcgigkeit noch immer stark eingeschr\u00e4nkt. Tausende F\u00e4lle wurden gemeldet, in denen Regierungsgegner drangsaliert, willk\u00fcrlich festgenommen und inhaftiert worden waren.&#8220; <a href=\"#u19\">((19))<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Brisantes Detail in diesem Zusammenhang: Bei dem bereits erw\u00e4hnten, hier aber nicht detailliert dargestellten Schauprozess gegen General Ochoa und dessen Mitangeklagte im Jahre 1989 verfolgte Castro wie immer den Prozess direkt neben dem Saal von einem abgedunkelten Fenster aus. Und neben ihm sa\u00df dabei der lateinamerikanische &#8222;Jahrhundertschriftsteller&#8220; Gabriel Garc\u00eda Marquez, langj\u00e4hriger Freund Castros, und beobachtete das stalinistische Schauspiel! Wie sollten wir nun das bezeichnen? Solidarit\u00e4t unter Schriftstellern? <a href=\"#u20\">((20))<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es soll hier nicht bestritten werden, dass seine Person angesichts jahrzehntelanger kapitalistischer Globalisierung und j\u00fcngerer globaler Rechtsentwicklung wie eine der letzten wirkt, die sich nicht von der allgemeinen Marktbesoffenheit anstecken lie\u00df. 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