{"id":16329,"date":"2016-12-01T00:00:14","date_gmt":"2016-11-30T22:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=16329"},"modified":"2022-07-26T13:11:33","modified_gmt":"2022-07-26T11:11:33","slug":"und-in-gorleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2016\/12\/und-in-gorleben\/","title":{"rendered":"Und in Gorleben?"},"content":{"rendered":"<p>Eines unserer Vorstandsmitglieder, G\u00fcnter Hermeyer, ist gleichzeitig im Uranium Network engagiert. Bundesweite Treffen, internationale Konferenzen, Rundreisen von befreundeten Aktivist*innen anderer Kontinente in Europa organisieren und begleiten, Besichtigungen von Uranabbau in Afrika, Kanada und anderswo geh\u00f6ren hier zur allgegenw\u00e4rtigen Arbeit. Unser Ziel ist es, politisch so viel Druck aufzubauen, dass es sich die vor allem europ\u00e4ischen und amerikanischen Konzerne nicht mehr leisten k\u00f6nnen, f\u00fcr ihren schicken &#8222;sauberen&#8220; Atomstrom in vorwiegend indigenen Gemeinden einen regelrechten Genozid zu begehen.<\/p>\n<p>Wir sind engagiert bei der Frage nach der Zukunft der Zwischenlager. Zusammen mit anderen Standortinitiativen und vielen Einzelk\u00e4mpfer*innen, auch aus den Reihen der unabh\u00e4ngigen Wissenschaftler*innen, ringen wir um tragbare L\u00f6sungen der unertr\u00e4glichen Realit\u00e4t, dass der hochradioaktive Atomm\u00fcll nun seit Jahrzehnten in den Kartoffelscheunen vor sich hin strahlt, die Castorbeh\u00e4lter vor sich hin gammeln, nicht gesch\u00fctzt vor Terrorangriffen und Flugzeugabst\u00fcrzen, und wir nicht gesch\u00fctzt vor der Niedrigstrahlung, die erheblich gef\u00e4hrlicher zu bewerten ist, als noch vor 20 Jahren angenommen.<\/p>\n<h3>Das f\u00fchrt zu Auseinandersetzungen mit der Frage: Werden die Grenzwerte eingehalten?<\/h3>\n<p>Was ist mit Studien wie der Lost Girls Studie? Sie besagt, dass rund um alle Atomanlagen in der Bundesrepublik Deutschland signifikant weniger M\u00e4dchen geboren werden, weil weibliche Embryonen empfindsamer gegen Strahlung sind. Was ist mit Krebs und Leuk\u00e4mie bei allen Menschen, aber insbesondere unter Kindern, die nahe einer Atomanlage leben (m\u00fcssen)?<\/p>\n<p>Atomtransporte. Sie finden statt, t\u00e4glich und \u00fcberall. Ob der gr\u00f6\u00dfte Umschlagplatz f\u00fcr atomare G\u00fcter aller Art, der Hamburger Hafen, die Castortransporte, die f\u00fcr 2017 geplant sind (Stichworte Neckarwestheim, Obrigheim und Ahaus), oder die Atomtransporte vor unserer Haust\u00fcr, von denen wir k\u00fcrzlich mal wieder einen stoppen konnten. Denn trotz erheblicher M\u00e4ngel des Zwischenlagers Gorleben (Feuchtigkeit, mangelhafte Umgebungs\u00fcberwachung) klagt die Betreiberin, die Gesellschaft f\u00fcr Nuklearservice, gegen Auflagen der Aufsichtsbeh\u00f6rde, des nieders\u00e4chsischen Umweltministeriums. Und trotz dieser Klage der Betreiberin hat Umweltminister Wenzel noch nicht einmal einen Einlagerungsstopp ausgesprochen. Die Halle mit tausenden von leicht- und mittelradioaktiven F\u00e4ssern wird munter weiter vollgepackt.<\/p>\n<p>Zur Zeit finden auch Abtransporte von F\u00e4ssern nach Duisburg statt, zur &#8222;Gesellschaft f\u00fcr Nuklear-Service mbH&#8220; (GNS), die mitten in einem Wohngebiet die F\u00e4sser konditioniert; dass ein Kindergarten an das Gel\u00e4nde grenzt, st\u00f6rt niemand aus der Nukleargemeinde.<\/p>\n<p>Wir sind einige der wenigen Instanzen, die es die letzten Jahre \u00fcber geschafft haben, den miserabel angelegten Prozess einer &#8222;Endlager&#8220;suche kritisch zu kommentieren und der geneigten Welt\u00f6ffentlichkeit die Spielchen hinter dem Vorhang zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Das liegt zum einen an der Tatsache, dass unser Pressesprecher, Wolfgang Ehmke, nicht m\u00fcde wird, j\u00e4hrlich gesch\u00e4tzt um die 200 Pressemitteilungen zu schreiben und an Journalist*innen zu versenden, die sich auf den Neuigkeitswert und die gesicherte Recherche verlassen k\u00f6nnen und dementsprechend zuverl\u00e4ssig berichten. Zum anderen liegt es daran, dass unser Vorsitzender, Martin Donat, auf allen politischen Ebenen das Gespr\u00e4ch sucht, sehr engagiert f\u00fcr einen besseren Umgang mit dem bereits vorhandenen Atomm\u00fcll streitet, und wenn das schon nicht in Sicht ist, sich f\u00fcr ein Verfahren stark macht, dass einen besseren Verbleib erst denkbar werden l\u00e4sst, bei dem es nicht weiter um Profite der Atomkonzerne geht, sondern um die bestm\u00f6gliche Abschirmung der Strahlung vor Mensch und Biosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Mein Steckenpferd sind die internationalen Kontakte, der Austausch und die Vernetzung. Wir haben starke Bande \u00fcber die Jahre zu vielen auch von der Seuche der Profitgier der Atommafia betroffenen Menschen, Gruppen und Organisationen aufgebaut. Im Ernst &#8211; wer glaubt, heute, in einer globalisierten Welt, mit transnational agierenden Konzernen, dem noch etwas ausschlie\u00dflich lokal entgegensetzen zu k\u00f6nnen? Ob Klimagipfel in Paris, Demo in Lingen (siehe Artikel in dieser GWR), Uranhexafluoridtransporte nach Russland, Pl\u00e4ne f\u00fcr das Wiederanfahren japanischer AKW&#8230; wir sind dabei und mischen mit.<\/p>\n<p>13 Mal haben Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet und Repr\u00e4sentant*innen aus aller Welt sich hier mit uns und geballter Kraft den staatlich gewaltsam durchgesetzten Castortransporten in den Weg gestellt. Wir haben dabei die Ressourcen entwickelt, neben unseren Kernthemen die Gesamtproblematik der Atomkraft zu beackern. Wo immer es geht, bilden wir uns selbst weiter, machen Infoveranstaltungen, geben die &#8222;Gorleben Rundschau&#8220; heraus. Mit Andreas Conradt hat unser zweimonatig erscheinendes Bl\u00e4ttchen zu einer wahren Bl\u00fcte gefunden, gestalterisch angenehm lesbar, inhaltlich umfassend und den Horizont erweiternd, streuen wir unsere Haltung und aktuelle Infos von der Nordsee bis nach Bayern. Der Bezug ist kostenlos, Spenden gern gesehen.<\/p>\n<p>Wir sind eine alternde B\u00fcrgerinitiative, mit \u00fcber 1000 Mitgliedern, viele von uns waren schon in den 40-ern, als vor 40 Jahren die Standortbenennung Gorlebens dazu f\u00fchrte, dass die BI sich gr\u00fcndete. Es kommen weiter neue und j\u00fcngere Leute dazu. Auf jeden Fall ist der wendl\u00e4ndische Widerstand noch quicklebendig, das zeigt sich bei der kulturellen Widerstandspartie, die am 2. Juni 2016 zum dritten Mal in Folge an den Atomanlagen stattfand. Im letzten und im vorletzten Jahr waren jeweils 8.000 Menschen an den Schwarzbau Gorleben gekommen, um mit Kunst, Kultur und kulinarisch entschieden gegen Gorleben als Endlagerjoker zu protestieren. Auch kurzfristig angesagte Aktionen wie das Laterne Gehen und Grillen am Salinas Gel\u00e4nde lassen uns ad hoc mit 100 Widerstandsgeistern zusammenkommen.<\/p>\n<p>Viele Marktst\u00e4nde und Veranstaltungen bereichern wir mit unserem BI-Stand, wo es aktuelle Infos zu allen Themen gibt, die wir beackern, so zum Beispiel auch von der Arbeitsgruppe gegen Fracking, die sich 2013 gegr\u00fcndet hat. Regional umtriebig, bundesweit vernetzt, ja im Wendland gibt es nicht nur Atom als Thema. Francis Althoff, fr\u00fcher jahrelang Pressesprecher der BI, ist Teil und Sprachrohr dieser AG.<\/p>\n<p>Und an unserem BI-Stand gibt es nicht nur Papier und Aufkleber, auch Fahnen, T-Shirts, Kapuzenpullis und neuerdings M\u00fctzen geh\u00f6ren zu unseren Aush\u00e4ngeschildern. Schlie\u00dflich soll ja aus Protest auch Widerstand werden, das Sichtbarmachen geh\u00f6rt dazu.<\/p>\n<p>Das BI-B\u00fcro ist Anlaufpunkt unz\u00e4hliger Durchreisender sowie Telefonwissbegieriger und ohne die st\u00e4ndige Pr\u00e4senz von Torben Klages undenkbar, als das, was es ist, der Ort, wo alle F\u00e4den zusammenlaufen. Hier werden Geschichten gesponnen, Aktionen geplant und hier werden Sie geholfen.<\/p>\n<p>Wenn &#8211; m\u00f6glicherweise schon fr\u00fch im Jahr 2017 &#8211; die Castortransporte in andere Zwischenlager als nach Gorleben rollen, dann sind wir gefragt, wir alle. Wir m\u00fcssen dann das Kunstst\u00fcck vollbringen, wahr werden zu lassen, was seit Jahrzehnten auf den Plakaten steht: Gorleben ist \u00fcberall.<\/p>\n<p>So lange es kein Atomm\u00fcllkonzept gibt, sondern nur das Verschieben von Atomm\u00fcll stattfindet, so lange hei\u00dft es von uns &#8222;Wir stellen uns quer!&#8220;<\/p>\n<p>Wir hoffen, wir sehen uns sp\u00e4testens da und dann, wo es n\u00f6tig ist, aber gern auch zur Kulturellen Widerstandsparty mit Zeit zum Schnacken, gemeine, n\u00fctzliche Pl\u00e4ne schmieden, Erfolge feiern und Kraft tanken f\u00fcrs n\u00e4Xte Mal, wenn es hei\u00dft: &#8222;Der Castor kommt &#8211; wir sind schon da!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines unserer Vorstandsmitglieder, G\u00fcnter Hermeyer, ist gleichzeitig im Uranium Network engagiert. Bundesweite Treffen, internationale Konferenzen, Rundreisen von befreundeten Aktivist*innen anderer Kontinente in Europa organisieren und begleiten, Besichtigungen von Uranabbau in Afrika, Kanada und anderswo geh\u00f6ren hier zur allgegenw\u00e4rtigen Arbeit. Unser Ziel ist es, politisch so viel Druck aufzubauen, dass es sich die vor allem europ\u00e4ischen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2016\/12\/und-in-gorleben\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":498,"featured_media":16665,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Und in Gorleben? - graswurzelrevolution","description":"Eines unserer Vorstandsmitglieder, G\u00fcnter Hermeyer, ist gleichzeitig im Uranium Network engagiert. Bundesweite Treffen, internationale Konferenzen, Rundreisen v"},"footnotes":""},"categories":[954,1039],"tags":[977,976],"class_list":["post-16329","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-414-dezember-2016","category-quergestellt","tag-atommuelllagerung","tag-atomtransporte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16329","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/498"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16329"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16329\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16665"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16329"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16329"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16329"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}