{"id":16405,"date":"2017-02-01T00:00:00","date_gmt":"2017-01-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/2017\/02\/cannabis-als-medizin\/"},"modified":"2018-10-30T18:47:04","modified_gmt":"2018-10-30T16:47:04","slug":"cannabis-als-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2017\/02\/cannabis-als-medizin\/","title":{"rendered":"Cannabis als Medizin"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Warum humpelst du? Hast du dich verletzt?&#8220;, werde ich h\u00e4ufig gefragt. Meine Behinderung passt nicht so wirklich ins Bild der Kletteraktivistin, die den Klimakillern aufs Dach steigt.<\/p>\n<p>Viele kennen mich als Polit-Kletter-Aktivistin und k\u00f6nnen sich kaum vorstellen, dass ich &#8211; zumindest im Sinne der Horizontal-Gesellschaft &#8211; schwerbehindert bin. Noch verdutzter reagieren Polizeibeamt*innen, wenn ich nach einer erfolgreichen Kletteraktion erstmal nach meinen Arthritis-Gehst\u00fctzen greife, um den Beamt*innen folgen zu k\u00f6nnen und sp\u00e4ter bei einer Ingewahrsamnahme auf die Aush\u00e4ndigung meiner Hanfkekse bestehe.<\/p>\n<p>Auf Fragen reagiere ich oft gereizt, ich habe nicht jeden Tag Lust meine Situation zu erl\u00e4utern und mich zu rechtfertigen. Nur wenige Menschen k\u00f6nnen sich vorstellen, was es hei\u00dft, mit einer chronischen Krankheit zu leben, dass man nicht von heute auf morgen wieder gesund wird. Und bei Rheuma kommt das Vorurteil, dass es nur alte Menschen treffen w\u00fcrde, hinzu. Mit Rheuma sind aber alle Krankheiten des Bewegungsapparates gemeint. Ich leide an Polyarthritis, das ist eine Auto-immun-Krankheit, die sich durch eine chronische Entz\u00fcndung und Zerst\u00f6rung der Gelenke manifestiert. Die Krankheit kann sowohl Erwachsene als auch Kinder treffen.<\/p>\n<p>Sie hat mein Leben auf den Kopf gestellt, als ich vor elf Jahren als 24-J\u00e4hrige erkrankte. Sie ist zerm\u00fcrbend: Dauerschmerz, Fatigue Syndrom, Bewegungseinschr\u00e4nkung, etc.<\/p>\n<p>Dieser Zustand hat psycho-soziale Folgen, die nicht au\u00dfer Acht gelassen werden d\u00fcrfen. Wenn man fr\u00fcher ein anderes Leben gef\u00fchrt hat, f\u00e4llt es einem schwer sich auf die neue Situation einzustellen. Es f\u00e4llt mir schwer, das Fortschreiten der Krankheit zu akzeptieren, zu akzeptieren, dass ich nicht mehr Felsklettern und Bergsteigen kann wie fr\u00fcher. Ohne die Hilfsmittel, die ich mir zu Hause besorgt habe, f\u00fchle ich mich hilflos. Ich f\u00fchle mich in einfachen allt\u00e4glichen Situationen unwohl: Beim Kochen bei FreundInnen, wo ich ohne spezielles Messer nicht mitschnibbeln kann.<\/p>\n<p>Ausgerechnet Menschen, die es auf Grund einer Behinderung oder schwerer Krankheit im Alltag schwer haben, m\u00fcssen zus\u00e4tzlich gegen eine Gesellschaft ank\u00e4mpfen, die f\u00fcr sie bestimmen will, was f\u00fcr sie gut ist oder schlecht.<\/p>\n<p>Der Bundestag hat im Dezember 2016 ein neues Teilhabegesetz, das sich insbesondere auf die Rechte pflegebed\u00fcrftiger Menschen auswirkt, verabschiedet.<\/p>\n<p>Behindertenverb\u00e4nde waren im Gesetzesgebungsprozess kaum involviert und mussten ihren Protest lautstark auf die Stra\u00dfe tragen, damit das neue Gesetz f\u00fcr sie keine Verschlechterung ihrer Situation bedeutet. Die Betroffenen werden nicht als Akteur*innen wahrgenommen, der Staat entscheidet bevormundend f\u00fcr sie. Nicht das Wohlbefinden von Menschen lenkt seine Entscheidungen, sondern marktwirtschaftliche Interessen.<\/p>\n<p>Das ist meine Erfahrung mit dem Gesundheitssystem. Ich kann mich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, in einem Land zu leben, wo Menschen einen relativ einfachen Zugang zur gesundheitlichen Grundversorgung haben. Es ist jedoch kein Grund, nicht auf die Missst\u00e4nde des Systems aufmerksam zu machen.<\/p>\n<h3>Die kaputte Maschine<\/h3>\n<p>Als mein Rheumaarzt mir vor drei Jahren vorschlug, mein Rheuma im Krankenhaus behandeln zu lassen, habe ich abgelehnt. Mein Kuraufenthalt von 2012 kam mir sofort in Erinnerung. Ich hatte dort den Kontakt zu anderen Betroffenen gesch\u00e4tzt. Der Kuraufenthalt an sich hatte mir aber so gut wie nichts gebracht. Es war eine Art Massenabfertigung ohne Beachtung des Einzelfalls.<\/p>\n<p>Diese ist aber bei meiner Krankheit notwendig. Polyarthritis entwickelt sich bei jeder betroffenen Person anders. Zu den Pflichtveranstaltungen geh\u00f6rte ein Vortrag des Kostentr\u00e4gers, die Rentenversicherung. Der Diskurs blieb mir im Hals stecken. Rehabilitation war das Zauberwort. Damit die Menschen so lange wie m\u00f6glich produktiv auf dem Arbeitsmarkt verf\u00fcgbar bleiben. Mensch f\u00fchlte sich ein bisschen wie eine kaputte Maschine, die sich vor\u00fcbergehend bei der Reparatur befand.<\/p>\n<h3>Der Patient als Objekt<\/h3>\n<p>Weil meine Beschwerden immer schlimmer wurden, musste ich dann doch ins Krankenhaus. Dort habe ich erlebt, wie die Logik des Profits die Menschen zum Objekt und erst recht krank machen kann. Das System Krankenhaus hat \u00c4hnlichkeiten mit dem Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Die Umgebung vermittelt einem, dass er\/sie wirklich krank ist. Es ist alles wei\u00df, eint\u00f6nig und reizarm.<\/p>\n<p>Die menschlichen Kontakte werden auf das N\u00f6tigste begrenzt, selbst das Essen wird auf das Zimmer gebracht. Mensch wird t\u00e4glich um 6:45 Uhr morgens geweckt: Die Schwestern kommen rein und machen ohne Warnung das grelle Neonlicht an: Blutdruck, Zucker, Puls messen. Der Patient ist ein Objekt, der Fall wird abgearbeitet.<\/p>\n<p>Es wird nicht erkl\u00e4rt, weshalb diese Untersuchungen systematisch bei allen Patient*innen durchgef\u00fchrt werden. Wenn ein Patient Blutdruckprobleme hat, kann das sinnvoll sein, wenn man aber schon einmal festgestellt hat, dass es keine Probleme gibt? Das geh\u00f6rt zum Protokoll, zur Massenabfertigung. Warum dies so fr\u00fch am Morgen passieren muss, wurde nicht erkl\u00e4rt. Zu Polyarthritis geh\u00f6rt die Morgensteifigkeit, ein Grund weshalb ich morgens gerne ausschlafe und erst aufstehe, nachdem die Schmerzen nachgelassen haben. Bemerkenswert, dass dies ausgerechnet in der Rheumaabteiltung keine Ber\u00fccksichtigung findet. Nach dem fr\u00fchen Besuch passiert erstmal nichts. Die Langweile beginnt. Im Laufe des Nachmittags wird man zu zwei bis drei Untersuchungen gerufen. Die Termine stehen auf einem Zettel. Die \u00c4rzte lassen sich kaum blicken. Am Mittag oder fr\u00fchem Nachmittag ist dann Schluss, Feierabend. Der Patient soll selber wissen, wie er sich irgendwie besch\u00e4ftigt. Die durchgef\u00fchrten Untersuchungen h\u00e4tten innerhalb von zwei, drei Tagen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Stattdessen musste ich eine Woche bleiben, 80% der Zeit passierte nichts. Die Anzahl der Tage ist f\u00fcr die Klinik von Bedeutung. Daran verdient sie ihr Geld!<\/p>\n<p>Es wird einerseits viel Geld aus dem Fenster geschmissen und gleichzeitig den Betroffenen das Leben schwer gemacht.<\/p>\n<p>Pharmakonzerne haben die Gesundheitspolitik fest im Griff. Sie wollen ihre teuren Pr\u00e4parate verkaufen und das Gesundheitssystem ist drauf ausgerichtet. Ich erhalte so viel Schmerzmittel wie ich will. Diese verursachen Nebenwirkungen ohne Ende. Die Versorgung mit Hilfsmitteln, die es mir erm\u00f6glichen die Einnahme von Schmerzmitteln in Grenzen halten, ist dagegen nicht kostenlos gew\u00e4hrleistet. Hilfsmittel f\u00fcr den Alltag muss ich selbst bezahlen, Bandagen und Orthesen erhalte ich nur in begrenzter Anzahl und sie werden mir nur zum Teil durch die Krankenkasse erstattet. Schmerzmittel sind teurer als Hilfsmittel. Erstattet werden jedoch nur die Tabletten.<\/p>\n<h3>Cannabis als Medizin<\/h3>\n<p>Nach jahrelangem Kampf gegen die Schmerzen bin ich seit 2016 im Besitz einer Genehmigung f\u00fcr Cannabis als Medizin aus der Apotheke. Der Weg dorthin war lang. Eine Genehmigung bekommt nur wer als &#8222;austherapiert&#8220; gilt. Ich habe Therapien und Medikamente probiert, die die Krankenkasse Tausende Euro kosten und erst seit wenigen Jahren auf dem Markt sind. Es sind so genannte Biologika. Es gibt zu den Langzeitnebenwirkungen dieser Therapien, die das Immunsystem stark angreifen, keine Erfahrungswerte. Die Liste der m\u00f6glichen Nebenwirkungen ist erschwinglich. Einige Biotherapien gleichen der Krebstherapie.<\/p>\n<p>Ich musste die Therapien alle nacheinander abbrechen: wegen fehlender Wirkung oder extremen, zum Teil lebensgef\u00e4hrlichen Nebenwirkungen. Auch Opiate musste ich probieren.<\/p>\n<p>Ich habe bei einem Selbstversuch schnell herausgefunden, dass Cannabisbl\u00fcten f\u00fcr mich wirksamer und unkomplizierter sind. Die Cannabis-Bl\u00fcten, die ich aus der Apotheke bekomme, sind vergleichsweise billig und helfen mir gegen die Schmerzen &#8211; ohne die furchtbaren Nebenwirkungen von Opiaten. Ich nehme sie abends mit der Nahrung ein und kann somit schmerzfrei einschlafen. Ich nehme eine CBD-reiche Sorte, die auch gegen die Entz\u00fcndung im K\u00f6rper hilft. Nicht nur THC geh\u00f6rt zu den wertvollen Wirkstoffen der Pflanze. Der &#8222;Spa\u00df&#8220; kostet mich jedoch \u00fcber 200 Euro im Monat &#8211; ich habe dabei das Gl\u00fcck, dass ich nur wenige Gramm im Monat ben\u00f6tige. Nach der bisherigen Rechtslage bin ich n\u00e4mlich f\u00fcr eine \u00dcbernahme der Kosten durch die Krankenkasse nicht krank genug. Die Krankenkasse lehnte meinen Erstattungsantrag mit der Begr\u00fcndung ab, ich m\u00fcsse mich in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden, um einen Anspruch zu haben. Und selbst der Weg zur Genehmigung war sehr teuer, weil ich keinen Kassenarzt gefunden habe, der sich mit Cannabis als Medizin auskannte und die Antragsstellung und die Therapie h\u00e4tte begleiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Kiffen auf Rezept?<\/h3>\n<p>Dieser Umstand ist der kriminalisierenden Drogenpolitik geschuldet. Bei &#8222;Cannabis&#8220; denken viele, insbesondere auch viele \u00c4rzte, an &#8222;Drogen&#8220;. Die Wirkstoffe der Pflanze sind kaum erforscht, weil das Thema Drogen tabu ist und weil sich bislang mit Cannabis hierzulande kaum Geld verdienen l\u00e4sst. Pharmakonzerne w\u00fcrden gerne teure Pr\u00e4parate auf den Markt bringen. Patient*innen berichten jedoch davon, dass sich Cannabis-Bl\u00fcten in der Regel als wirksamer erweisen als Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis.<\/p>\n<p>Das Gesetz, das am 19. Januar 2017 verabschiedet worden ist, ist das Ergebnis eines langwierigen Gesetzgebungsprozesses. Das Mantra &#8222;Cannabis ist eine b\u00f6se Droge&#8220; hat sich in den K\u00f6pfen im Laufe der Zeit derart festgesetzt, dass es ein langer Weg ist, von dieser einseitigen Sicht der Sache zu kommen. Es gab zahlreiche Widerst\u00e4nde: von der Pharmaindustrie, die kein Interesse an Cannabisbl\u00fcten hat und gerne teure Pr\u00e4parate verkaufen w\u00fcrde, von \u00c4rzten die sich wenig auskennen und Angst vor &#8222;Drogen&#8220; haben.<\/p>\n<p>&#8222;Kiffen auf Rezept&#8220;, stand in der Zeitung, als der Gesetzesentwurf im Mai 2016 ver\u00f6ffentlicht wurde. Diese Schlagzeile ist irref\u00fchrend und zeigt, dass sich viele gesunde Menschen nicht in die Situation von Betroffenen hineinversetzen k\u00f6nnen. Genauso wie bei dem im Sozialgesetzbuch festgeschriebenen Nachteilausgleich f\u00fcr schwerbehinderte Menschen: viele denken, dass wir dadurch privilegiert werden. Ich darf zum Beispiel gegen die Entrichtung einer Wertmarke \u00d6PNV kostenlos nutzen. Also spare ich viel Geld. Dem ist aber nicht so. Ich verzichte zum einen h\u00e4ufig auf Regionalverbindungen, wenn dies f\u00fcr mich wegen der Umstiege eine zu gro\u00dfe Belastung ist. Fernverkehr zahle ich genauso wie &#8222;gesunde Menschen&#8220;. Wenn abends kein Bus mehr f\u00e4hrt, muss ich ein Taxi bezahlen &#8211; gesunde Menschen haben die Wahl und k\u00f6nnen die Strecke zu Fu\u00df zur\u00fccklegen. Meine Krankheit verschlingt derzeit \u00fcber die H\u00e4lfte meines Einkommens. Darum freue ich mich auf das neue Gesetz, das in wenige Monaten in Kraft treten d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Es geht bei diesem Gesetz nicht ums Kiffen auf Rezept. Es geht um Schmerzlinderung, um Lebensqualit\u00e4t! Ich kann verstehen, dass Leute mal aus Spa\u00df kiffen wollen, warum nicht. Aber jeden Tag das Zeug nehmen, nein, das ist nicht wirklich meins. Das neue Gesetz bringt Verbesserung. Die Krankenkasse \u00fcbernimmt zuk\u00fcnftig die Kosten der Therapie. Es gibt aber auch negative Punkte. Cannabis aus der Apotheke erhalten nach wie vor nur Patient*innen, die als austherapiert gelten.<\/p>\n<p>Die Verschreibung von Morphium, das ein hohes Abh\u00e4ngigkeitsrisiko und \u00fcble Nebenwirkungen mit sich bringt, bleibt einfacher als die Verschreibung von Cannabis. Auch ist die Kosten\u00fcbernahme mit der Erhebung von Daten zum Verlauf der Therapie gekn\u00fcpft. Wer dies ablehnt, bekommt kein Cannabis auf Rezept. Die Daten werden anonymisiert. Forschung zu den Wirkstoffen der Pflanze sind bitter notwendig. Darum kann ich diese Regelung nachvollziehen. Unklar ist aber, was mit den Daten genau passiert, wem sie nutzen. Sind wir billige Versuchskaninchen, die es den Pharmakonzernen erm\u00f6glichen, billig an Daten zur Entwicklung teurer Pr\u00e4parate zu kommen?<\/p>\n<p>Unklar ist auch, wieviel Widerstand es seitens von \u00c4rzten geben wird, Cannabis zu verschreiben. Der verschreibende Arzt ist f\u00fcr die \u00dcberwachung der Therapie zust\u00e4ndig. Nur wenige Kassen\u00e4rzte kennen sich aus.<\/p>\n<h3>Legalize it!<\/h3>\n<p>Das Gesetz sehe ich als ersten Schritt zur Enttabuisierung in der Drogenpolitik. Das wird vielen schwer kranken Menschen helfen.<\/p>\n<p>In einem n\u00e4chsten Schritt sollte der Cannabiskonsum und -Besitz allgemein entkriminalisiert werden! Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb es legale und illegale Drogen gibt. Tabak ist nachweislich gesundheitssch\u00e4digend, aber legal. Cannabis ist bei Erwachsenen weniger sch\u00e4dlich als Tabak. Und selbst bei Abh\u00e4ngigkeitsproblemen (diese treten bei Cannabis selten auf): die Menschen ben\u00f6tigen Hilfe, um aus dem Drogenteufelskreis heraus zu kommen.<\/p>\n<p>Verbote und Knast l\u00f6sen das Drogenproblem der Gesellschaft nicht! In Frauenkn\u00e4sten sitzen \u00fcber 50 Prozent eine Strafe im Zusammenhang mit Drogenkonsum und Beschaffungskriminalit\u00e4t ab. Ist das eine &#8222;L\u00f6sung&#8220; des Drogenproblems?<\/p>\n<p>Nein! Das Verbot hat nur dazu gef\u00fchrt, dass die Substanz tabu und ihr Nutzen kaum erforscht ist. Es ist Zeit, dass sich das \u00e4ndert.<\/p>\n<p><b>C\u00e9cile Lecomte<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Warum humpelst du? Hast du dich verletzt?&#8220;, werde ich h\u00e4ufig gefragt. Meine Behinderung passt nicht so wirklich ins Bild der Kletteraktivistin, die den Klimakillern aufs Dach steigt. Viele kennen mich als Polit-Kletter-Aktivistin und k\u00f6nnen sich kaum vorstellen, dass ich &#8211; zumindest im Sinne der Horizontal-Gesellschaft &#8211; schwerbehindert bin. 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