{"id":17040,"date":"2015-05-09T15:35:37","date_gmt":"2015-05-09T13:35:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=17040"},"modified":"2022-07-26T14:22:13","modified_gmt":"2022-07-26T12:22:13","slug":"buko37-kongress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2015\/05\/buko37-kongress\/","title":{"rendered":"BUKO37-Kongress"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Jahr soll es schwerpuntkm\u00e4ssig um Internationalismus und transnationale Solidarit\u00e4t in Zeiten von Krisen, Kriegen und Rassismus gehen und Erfahrungen und Perspektiven von transnationaler emanzipatorischer Praxis und Organisierung zur Diskussion gestellt werden.<\/p>\n<p>Wir wollen mit Euch in rund 90 Veranstaltungen, Workshops, Podien und Vernetzungstreffen diskutieren, was transnationale Solidarit\u00e4t heute bedeuten kann? Wie sehen unsere Praxen aus? Wer k\u00e4mpft mit wem, wof\u00fcr? Und welche gemeinsame Perspektive ergibt sich daraus? Diese Fragestellungen sollen in den Feldern Antirassimus, Bildung, Queerfeminismus, Sozial\u00f6kologie &amp; Internationalismus (Antimilitarismus\/Soziale K\u00e4mpfe\/\u00d6konomie) diskutiert werden.<\/p>\n<p>Dazu m\u00f6chten wir Euch, eure Gruppen und Zusammenh\u00e4nge ganz herzlich zur gemeinsamen Diskussion, Aktion und zum Pl\u00e4ne schmieden vom 14.-17.Mai 2015 nach M\u00fcnster einladen!<\/p>\n<p>Eine Vorschau auf unser Programm findet ihr auf der Kongresshomepage:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.buko.info\/buko-kongresse\/buko-37\/programm\/vorschau\/\">www.buko.info\/buko-kongresse\/buko-37\/programm\/vorschau\/<\/a><\/p>\n<p>Besonders freuen wir uns, dass internationale G\u00e4ste aus Mexiko, Honduras, Kolumbien, Chile, Brasilien, den USA, Polen, Spanien, Griechenland, GB\/S\u00fcdafrika, Frankreich, Holland, den kurdischen Gebieten, Myanmar und verschiedene selbstorganisierte Refugee-Netzwerke wie Afrique-Europe-Interact und die Internationale Koalition der Sans Papiers, Migrant_innen und Fl\u00fcchtlinge (CISPM) auf dem Kongress dabei sein werden.<\/p>\n<h3>Der BUKO-Kongress<\/h3>\n<p>Noch einmal kurz und knapp zum BUKO-Kongress: Dies ist der j\u00e4hrlich stattfindende Kongress der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO). Diese steht f\u00fcr emanzipatorische Politik, radikale Kritik der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und bietet eine Plattform f\u00fcr internationalistische soziale Bewegungen und Aktivist_innen. Mehr Infos zur BUKO findet ihr auf:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.buko.info\/\">www.buko.info<\/a><\/p>\n<p>Der diesj\u00e4hrige BUKO-Kongress wird von einem lokalen Zusammenhang in M\u00fcnster und einer bundesweiten Struktur organisiert. Der Kongress ist ein Ort f\u00fcr Debatte und Austausch linker Bewegungen -Gedankenaustausch, Vernetzung und Verst\u00e4ndigung \u00fcber internationalistische Themen und Aktionen stehen im Vordergrund.<\/p>\n<p>Alle Infos zu Infrastruktur, Anmeldung, Schlafpl\u00e4tzen, Kinderbetreuung, Mitmach-Vok\u00fc findet ihr auf der Kongress-Homepage unter:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.buko.info\/buko-kongresse\/buko-37\/infrastruktur\/organisatorisches\/\">www.buko.info\/buko-kongresse\/buko-37\/infrastruktur\/organisatorisches\/<\/a><\/p>\n<h3>Start writing future!<\/h3>\n<p>Unterwerfen wir uns in unseren Tr\u00e4umen und W\u00fcnschen f\u00fcr eine gerechte Welt nicht l\u00e4nger der Diktatur der Alternativlosigkeit. Stop. Denn noch ist nichts entschieden: Die Zukunft ist ein unbeschriebenes Blatt. Setzen wir der neoliberalen These, da sei keine Alternative zur Ausbeutung der Menschen, zur Klimaerw\u00e4rmung, zu immer wieder neuen Kriegen, libert\u00e4re Ideen von Emanzipation und Freiheit entgegen. Die Geschichte geh\u00f6rt uns und sie liegt in unserer Hand. International oder Transnational \u2013 solidarisch.<\/p>\n<p>Klare Feindbilder von vor 1989 scheinen Geschichte zu sein. Ebenso nationale Befreiungsbewegungen, die f\u00fcr viele einmal Bezugspunkte von Solidarit\u00e4t waren. Ist das gut oder schlecht? Welche politisch-strategischen Schlussfolgerungen ziehen wir daraus? Neue Akteur*innen betreten die Weltb\u00fchne. Vieles bleibt undurchschaubar: Ein Aufstand in Syrien, der im Terror der IS versinkt. Eine stille Revolution in Rojava, die von US-Bombardierungen gesch\u00fctzt wird. Eine Rebellion in der Ukraine, an der faschistische Kr\u00e4fte ma\u00dfgeblich beteiligt sind, die einen Krieg in Europa nach sich zieht und doch wieder alte Feindbilder heraufbeschw\u00f6rt. Konfliktlinien und K\u00e4mpfe vervielfachen und \u00fcberlagern sich. Keine leichte Herausforderung f\u00fcr eine Linke in Nord und S\u00fcd, die sich internationalistisch und antimilitaristisch versteht.<\/p>\n<h3>#transnational<\/h3>\n<p>Wir sind Zeug*innen einer schwindenden \u00dcberzeugungskraft klassischer staatlicher Institutionen. Menschen werden entlang globaler Verwertungsketten ausgebeutet sowohl im S\u00fcden, aber auch im Norden. Und innerhalb der EU schreiben Einige den Vielen vor, wie sie zu sparen, zu leben und zu leiden haben, nach au\u00dfen wird sie territorial und \u00f6konomisch abgesichert. Dazu wird die Mauer immer noch ein St\u00fcck weiter verschoben, bis Nordafrika und in die Ukraine. Tausende sterben daran, gehen unter \u2013 ob im Mittelmeer, in Libyen oder in Bangladesh. Reimt sich vielleicht die westzentrierte Kritik an TTIP &amp; Co st\u00e4rker auf \u201enationale Souver\u00e4nit\u00e4t&#8220;, als wir es uns selbst eingestehen? Aber wenn kein Staat: Was dann? Und wie kommen wir von einer inter-nationalen Perspektive zu einer trans-nationalen? Stop sagen, immer wieder. Und der (vor-)geschriebenen Zukunft eines globalen Kapitalismus Befreiungsmomente entgegensetzen.<\/p>\n<p>Was also ist heute Transnationalismus? Wie organisieren wir uns in der Spannung zwischen Globalisierung, Nationalstaat und Befreiung? Transnationales Handeln muss den Verheerungen sowohl lokal als auch weltweit Rechnung tragen. Denn wir k\u00f6nnen uns nicht heraushalten und sind zum Handeln gezwungen: Der Widerstand der indigenen Bev\u00f6lkerung in Lateinamerika gegen die unwiderrufliche Zerst\u00f6rung ihres Lebensraumes, sei es durch die Ausbeutung ihrer Bodensch\u00e4tze oder Energiegewinnung durch Staud\u00e4mme geht uns alle an. Genauso wie die Arbeitsk\u00e4mpfe der sich neu organisierenden Textilarbeiterinnen in Bangladesh. Oder eine mittelgro\u00dfe gutb\u00fcrgerliche Stadt in Deutschland wie M\u00fcnster, aus der heraus alle NATO-Kriegseins\u00e4tze f\u00fcr die Schnelle Eingreiftruppe befehligt werden.<\/p>\n<h3>#solidarity<\/h3>\n<p>Eine transnationale Vernetzung ist wichtig, um emanzipatorische Alternativen kollektiv zu entwickeln und umzusetzen. Dies stellt alle Beteiligten vor Herausforderungen, weil es uns tats\u00e4chlich abverlangt, die Grenzen zu \u00fcberwinden, die Rassismus, Sexismus und Klassismus zwischen uns ziehen, indem jede*r bereit ist, eigene Privilegien abzulegen.<\/p>\n<p>Die Vielf\u00e4ltigkeit, Unverbundenheit und Ungleichzeitigkeit sozialer Auseinandersetzungen weltweit macht es schwer, B\u00fcndnisse und Unterst\u00fctzung jenseits des begrenzten Kampfes, jenseits des lokalen Projektes zu organisieren. Die Linderung sozialer Missst\u00e4nde allein gen\u00fcgt nicht. Gleichzeitig gibt es auch innerhalb dieser Projekte wenig Kontinuit\u00e4t: Aktivist*innen tauchen auf, verschwinden wieder. Wie kann dann die konkrete Praxis aussehen: Wer, mit wem, wof\u00fcr? Wir brauchen einen neuen Begriff von Solidarit\u00e4t: Was ist transnationale Solidarit\u00e4t? Wie sieht Solidarit\u00e4t aus, deren Ziel tats\u00e4chlich die \u00dcberwindung von Sexismus, Rassismus und Kapitalismus ist? Der BUKO soll ein Forum sein, sich mit diesen Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln auseinander zu setzen: sozial\u00f6kologischen und queerfeministischen K\u00e4mpfen, der \u00d6konomisierung von Bildung, antimilitaristischen und antirassistischen Bewegungen sowie mit Sicht auf globale Krisenproteste.<\/p>\n<h3>#revolution<\/h3>\n<p>Wir erleben, besonders seit dem Arabischen Fr\u00fchling 2011, eine Welt in Aufruhr. Aufst\u00e4nde flackern auf, Rebellionen entstehen, Pl\u00e4tze werden besetzt. Wir erleben \u2013 und das ist die gute Nachricht \u2013 K\u00e4mpfe um W\u00fcrde und Rechte in verschiedensten Bereichen der Gesellschaft, hier und anderswo: K\u00e4mpfe um Arbeiter*innenrechte, gegen Privatisierung von Bildung, Gesundheit und Wohnraum, K\u00e4mpfe f\u00fcr sexuelle Selbstbestimmung, migrantische K\u00e4mpfe um Bewegungsfreiheit, K\u00e4mpfe gegen Korruption und staatlichen Terrorismus, K\u00e4mpfe gegen Extraktivismus und Ressourcenausbeutung, gegen Freihandelsabkommen und Troika in Europa &#8230; Eine zentrale Frage bleibt die nach der Verbindung dieser vielf\u00e4ltigen lokalen K\u00e4mpfe und partikularen Auseinandersetzungen: Wie entsteht aus und in ihnen das Gemeinsame, das den herrschenden neoliberalen Kapitalismus \u00fcberwindet und echte Alternativen erm\u00f6glicht, jenseits von Staat und ausgeh\u00f6hlter Demokratie? Dazu m\u00fcssen wir nach den M\u00f6glichkeiten einer gemeinsamen Organisierung fragen. Und wof\u00fcr eigentlich gehen wir auf die Pl\u00e4tze? Und wie kann eine gemeinsame Utopie aussehen? Worum geht es, wenn wir sagen: Stop. Future unwritten.?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Jahr soll es schwerpuntkm\u00e4ssig um Internationalismus und transnationale Solidarit\u00e4t in Zeiten von Krisen, Kriegen und Rassismus gehen und Erfahrungen und Perspektiven von transnationaler emanzipatorischer Praxis und Organisierung zur Diskussion gestellt werden. Wir wollen mit Euch in rund 90 Veranstaltungen, Workshops, Podien und Vernetzungstreffen diskutieren, was transnationale Solidarit\u00e4t heute bedeuten kann? 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