{"id":17425,"date":"2018-01-01T00:00:00","date_gmt":"2017-12-31T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/01\/konsenskultur-und-konsensmethode\/"},"modified":"2021-10-04T12:34:28","modified_gmt":"2021-10-04T10:34:28","slug":"konsenskultur-und-konsensmethode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/01\/konsenskultur-und-konsensmethode\/","title":{"rendered":"Konsenskultur und Konsensmethode"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Wie schaffen wir es, mit dem Konsensprinzip tragf\u00e4hige Vereinbarungen zu treffen? Es gibt viele verschiedene Konsensmethoden, mit denen unterschiedliche Grade von Zustimmung und Ablehnung zu einem Vorschlag abgefragt werden k\u00f6nnen und die gemeinsam haben, dass es ein Vetorecht gibt. Letzteres ist unumg\u00e4nglich, denn wenn man m\u00f6chte, dass Menschen freiwillig JA zu etwas sagen, m\u00fcssen sie auch die M\u00f6glichkeit haben, NEIN dazu zu sagen, sonst w\u00e4re es ja nicht freiwillig. So gut, so sch\u00f6n.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Nun kann man diese Konsensmethoden so anwenden wie ein komplizierteres Mehrheitsverfahren. Es gibt einen Vorschlag, und daraufhin m\u00f6glichst schnell eine Abstimmung. Wenn dabei niemand ein Veto hat, ist der Vorschlag angenommen und man hat sozusagen einen Vertrag geschlossen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Diesem Vertragskonsens haben sich dann alle unterzuordnen, auch wenn m\u00f6glicherweise nur ein F\u00fcnftel der Gruppe den Vorschlag super fand, der Rest Bedenken oder Ablehnung hatte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Falls ein Veto auftaucht, ist das nervig und h\u00e4lt den Prozess auf, das Plenum wird l\u00e4nger, es st\u00f6rt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich hingegen m\u00f6chte argumentieren: Wenn bei der Konsensabfrage ein Veto auftaucht, ist im Prozess vorher etwas grundlegend schiefgelaufen. Konsens kam nur als <i>Methode<\/i> vor, nicht als <i>Haltung<\/i>.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Das \u201eSchieflaufen\u201c kann verschiedene Formen haben. Z.B. kann es eine Diskussion gegeben haben, an deren Ende es so aussieht, als g\u00e4be es eine Einigung. Bei der Konsensabfrage, die dann eigentlich nur noch eine Best\u00e4tigung der erzielten Einigung w\u00e4re, legt jedoch eine Person ein Veto ein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Oder aber es gibt eine Diskussion mit kontroversen Meinungen und W\u00fcnschen, an deren Ende ein Konsensvorschlag formuliert wird, der nicht f\u00fcr alle akzeptabel ist, weswegen es zu einem Veto kommt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">In beiden F\u00e4llen ist das formale Prozedere einer Konsensmethode erf\u00fcllt, es mangelt aber an Konsenskultur.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Konsenskultur ist \u2013 kurz gefasst \u2013 die Haltung und das Bekenntnis dazu, gemeinsam nach L\u00f6sungen zu suchen, die f\u00fcr alle Beteiligten bestm\u00f6glich ihre Bed\u00fcrfnisse erf\u00fcllen. Es ist der Wechsel von Kompromisskultur, in der Bed\u00fcrfnisse vorrangig in Konkurrenz zueinander wahrgenommen werden, zu einer Kultur von Kooperation und Wohlwollen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein Konsens, der in einer Haltung der Konsenskultur gefunden wird, ist wahrscheinlich weniger vertragsf\u00f6rmig, ich halte ihn trotzdem oder gerade deshalb f\u00fcr \u201esolider\u201c.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn ein Konsens mit dem Hintergrund von Bed\u00fcrfniskonkurrenzdenken getroffen wird, ist ein Veto einzulegen eine starke Machtaus\u00fcbung. Unter Umst\u00e4nden ist sie n\u00f6tig, um sich gegen eine \u00fcberm\u00e4chtig empfundene Gruppe oder Dynamik zur Wehr zu setzen. Oder sie wird von Individuen genutzt, die keine Lust haben, sich mit den anderen auseinanderzusetzen, aber dennoch auf ihrer Position beharren. Eventuell empfindet der Rest der Gruppe letzteres, w\u00e4hrend die Veto-einlegende Person sich in ersterer Situation sieht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Nat\u00fcrlich hat ein solches Miteinander mit der urspr\u00fcnglichen Intention hinter der Entscheidung ein Konsensverfahren anzuwenden, n\u00e4mlich Herrschaftsststrukturen abzubauen, nicht mehr viel zu tun.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn jemand eine Gruppe zwei Stunden lang diskutieren l\u00e4sst, ohne sich einzubringen und anschlie\u00dfend ein Veto einlegt, ist das m\u00f6glicherweise ein Zeichen von fehlender Kommunikationskompetenz und Selbstkenntnis. Erstmal ist jedoch festzuhalten, dass es anscheinend vetowirksame Bedenken gegeben hat, die dadurch, dass sie nicht ge\u00e4u\u00dfert wurden, der Gruppe nicht zur Konsenserarbeitung zur Verf\u00fcgung standen. Ein Konsens im Sinne von Konsenskultur w\u00e4re dadurch auch ohne ein Veto nicht m\u00f6glich gewesen. Eine L\u00f6sung zu finden, die allen Bed\u00fcrfnissen so weit wie m\u00f6glich gerecht wird, kann eben nur geschaffen werden, wenn alle relevanten Bed\u00fcrfnisse zug\u00e4nglich sind. Ein Konsens, in dem Menschen sich schon w\u00e4hrend des Prozesses der Findung zur\u00fccknehmen oder sich nicht \u201egesehen\u201c f\u00fchlen, wird niemals enthusiastisch mitgetragen werden. Ihm wird h\u00f6chstens \u201egehorcht\u201c. Sich selbst transparent zu machen, die eigenen W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse \u201ezur Verf\u00fcgung zu stellen\u201c ist also ein wichtiger Aspekt von Konsenskultur. Dass man selbst immer alle Bed\u00fcrfnisse genau kennt und sich dann auch noch traut, sie zu zeigen, ist nat\u00fcrlich utopisch, trotzdem geht es mir hier darum, aufzuzeigen, wie wertvoll es ist, diese F\u00e4higkeit zu entwickeln und wertzusch\u00e4tzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Im zweiten \u201eschiefgelaufenen\u201c Fall ist der Prozess zu fr\u00fch abgebrochen worden. Statt sich weiter auf die Bedenken einer Minderheit oder die verschiedenen kontroversen Positionen, die im raum stehen einzulassen, gab es den Versuch, eine Mehrheitsentscheidung durchzudr\u00fccken. Manchmal funktioniert das, z.B. weil Menschen sich aus Angst vor sozialen Sanktionen nicht trauen ein Veto einzulegen, oder weil sie selbst nicht \u201est\u00f6ren\u201c wollen und um den Gruppenprozess nicht zu blockieren eine Konsensstufe w\u00e4hlen, die weder Veto noch Einverst\u00e4ndnis ist. Auch das ist letztendlich Kompromisskultur: Die Mehrheit, deren Bed\u00fcrfnisse im Vorschlag enthalten sind, wird vermeintlich davon verschont, sich mit den Positionen derer auseinandersetzen zu m\u00fcssen, die ein Problem damit haben. Die wiederum haben sich dem \u201eKonsens\u201c, also der Mehrheit, unterzuordnen. Ein solcher Konsens ist nicht nur sch\u00e4dlich auf der Sachebene \u2013 denn eine noch bessere L\u00f6sung kann nicht gefunden werden, weil Positionen fehlen, und die \u00fcberstimmten Menschen werden sich kaum begeistert an der Umsetzung beteiligen. Eventuell werden sie den Beschluss sogar (unbewusst) sabotieren und au\u00dferdem in Zukunft noch weniger bereit sein, Abstriche zugunsten anderer zu machen. Der wirkliche Verlust liegt in Kontakt und Vertrauen, also letztendlich der Zukunftsf\u00e4higkeit der Gruppe. Menschen haben in dieser Situation und mit dieser Gruppe die Erfahrung gemacht, dass Minderheitenpositionen unbequem und unwillkommen sind, dass es nicht erw\u00fcnscht ist, auf Bed\u00fcrfnisse zu achten und sie zu kommunizieren. Sie f\u00fchlen sich dadurch in der Gruppe weniger sicher und willkommen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr die Menschen, deren Position sich diesmal durchsetzen konnte, denn sie wissen, dass es ihnen auch so ergehen k\u00f6nnte, wenn es um ein anderes Thema geht. Die Erfahrung, dass ein schneller Vertrag und die Bequemlichkeit der Mehrheit wichtiger sind als die Bed\u00fcrfnisse der Einzelnen, f\u00fchrt zu einem Vertrauensverlust zu den Menschen, mit denen jemand in Konsensprozessen ist. Das Gef\u00fchl in der Gruppe emotional nicht \u201esicher\u201c zu sein, f\u00fchrt wiederum dazu, dass Menschen in Einzelk\u00e4mpfermodus verfallen und in Zukunft weniger von sich zeigen, weniger bereit sind, Abstriche zu machen und weniger vertrauen, dass Konsensvereinbarungen, bei denen man sich um einen ungel\u00f6sten Aspekt sp\u00e4ter k\u00fcmmern will, funktionieren. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Vertrauensverlust f\u00fchrt zu z\u00e4heren Prozessen, wohingegen Vertrauen (und damit langfristig auch Vertrautheit) Aushandlungsprozesse auf die Dauer beschleunigen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Ebenso wichtig wie sich selbst transparent zu machen ist es auch, sich f\u00fcr die Anliegen der anderen zu \u00f6ffnen, ganz besonders, wenn man selbst in einer mehrheitsf\u00e4higen Position ist oder einem das Thema relativ gleichg\u00fcltig ist. Genau dann ist es besonders wichtig, sich zur Konsensfindung zur Verf\u00fcgung zu stellen. In der mehrheitsf\u00e4higen Position, um ein klares Signal zu senden, dass es nicht um Gewinnen, sondern um Konsens geht. In der indifferenten Position, um Konfliktparteien, die sich nicht einigen k\u00f6nnen, oder Minderheiten, die Angst haben, ihre Bed\u00fcrfnisse k\u00f6nnten \u00fcbergangen werden, zu unterst\u00fctzen. Unterst\u00fctzen meine ich hier nat\u00fcrlich nicht im Sinne von Partei ergreifen, sondern im Sinne der Gruppe und im Sinne des konsensuellen Miteinanders vermitteln oder wieder (emotionale) R\u00e4ume f\u00fcr gemeinsame Bewegung zu schaffen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Gruppe kann mehr sein als die Summe ihrer Teile, wenn die Teile gern Teil der Gruppe sind und ein wichtiges Anliegen der Gruppe das Wohlergehen der Teile ist. Gruppe ist in diesem Fall etwas, das Synergie-Effekte generiert, die die kraftaufw\u00e4ndigen Aspekte von Gruppenprozessen \u00fcberwiegen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Eine Gruppe, der nicht (auch) das Wohlergehen der Teile ein wichtiges Anliegen ist zerf\u00e4llt, weil einzelne immer wieder \u00fcber ihre Grenzen gehen, um sie aufrecht zu erhalten oder sich ihr verweigern, weil sie sich nicht mit ihr identifizieren k\u00f6nnen. Gruppe wird so ein dogmatisches Konstrukt, dem sich die einzelnen unterzuordnen haben und das nur mit Gewalt und Schuldgef\u00fchlen aufrecht erhalten werden kann, weil Menschen mehr oder weniger bewusst beginnen, sich gegen das Dogma \u201eGruppe\u201c aufzulehnen, von dem sie sich eingeschr\u00e4nkt und ausgenutzt f\u00fchlen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Freie Menschen in freien Vereinbarungen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn wir an \u201efreie Menschen in freien Vereinbarungen\u201c glauben, dann stellen sich u.a. die Fragen: Wann sind Menschen frei, was tr\u00e4gt dazu bei? Und was sind die Voraussetzungen f\u00fcr freie Vereinbarungen? Konsens als <i>Methode <\/i>kann darauf nicht die Antwort sein, denn genauso, wie freie Menschen in freien Vereinbarungen sich daf\u00fcr entscheiden k\u00f6nnen, etwas nach dem Mehrheitsprinzip abzustimmen, kann jede Konsensmethode auch manipulativ und herrschaftsf\u00f6rmig angewandt werden, z.B. wenn Dissens mit sozialen Sanktionen bestraft wird, Menschen von anderen abh\u00e4ngig sind oder Neid und Missgunst die Atmosph\u00e4re beherrschen, weil Bed\u00fcrfnisse in Konkurrenz zueinander gesehen werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Konsens ist unter diesen Umst\u00e4nden alles andere als stabil, oder wird es erst, wenn er durch Sanktionen durchgesetzt und aufrecht erhalten wird. Sp\u00e4testens dann f\u00fchrt sich die \u201eHerrschaftsfreiheit\u201c selbst ad absurdum.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Ausstieg aus dem Dilemma gelingt nur, wenn wir Konsens eben nicht als Methode, sondern als <i>Haltung<\/i>, als Kultur begreifen. Diese Kultur ist gepr\u00e4gt von Wohlwollen, Kontakt und Verl\u00e4sslichkeit. Die gew\u00e4hlte Konsensmethode ist hier nur noch die letztendliche Abfrage des bereits gefundenen Entwurfs, der so gut wie m\u00f6glich alle Bed\u00fcrfnisse mit bedenkt. Dieser Entwurf kann sich \u00e4ndern, wirkt also unter Umst\u00e4nden weniger \u201esolide\u201c. Wenn gleichzeitig alle Beteiligten die Sicherheit haben, dass er sich nicht ohne ihre Zustimmung \u00e4ndert und bei jeder \u00c4nderung wohlwollend ihre Bed\u00fcrfnisse und Bedenken mit einflie\u00dfen, m\u00fcssen sie sich trotzdem nicht bedroht f\u00fchlen, sondern k\u00f6nnen einander vertrauen und sich entspannen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Nichts liegt mir dabei ferner als einen \u201eLeidenswettbewerb\u201c auszurufen, wie Katja Einsfeld in ihrem Artikel in der GWR 423 bef\u00fcrchtet! Schon die Vorstellung, Bed\u00fcrfnisse h\u00e4tten immer mit Leiden oder Leidensvermeidung zu tun, bzw. h\u00e4tten dann mehr Gewicht, wenn sie mit mehr Leiden verkn\u00fcpft sind, widerspricht zutiefst meiner Utopie von Konsenskultur, in der es genau darum geht, dass es allen Beteiligten maximal GUT geht. Dass es das nicht immer tut und dass wir alle unterschiedliche Geschichten von Leid haben, die uns beeinflussen, ist klar. Viele von uns haben gelernt, dass man durch Leiden andere manipulieren kann und darf; dass man Forderungen an andere stellen darf, wenn man zuerst als \u201eVorschuss\u201c \u00fcber die eigenen Grenzen geht oder am st\u00e4rksten leidet; oder auch, dass es gef\u00e4hrlich ist, sich verletzlich zu zeigen und sicherer, sich hinter \u201eobjektiven\u201c Positionen oder den Anliegen \u201eder Gruppe\u201c zu verstecken. Viele von uns haben auch einfach nicht gelernt, Zugang zu ihren Gef\u00fchlen und Bed\u00fcrfnissen zu haben, diese zu reflektieren und sich mitzuteilen. Und f\u00fcr viele ist es Teil der eigenen Identit\u00e4t, Opfer zu sein und es stellt sich ganz real die Frage \u201eWer bin ich, wenn ich mich nicht \u00fcber Leiden definiere?\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Das sind Hindernisse, mit denen wir es in der Konsensfindung und im Aufbau von Konsenskultur zu tun haben. Sich diesen Hindernissen zuzuwenden ist immer wieder schmerzhaft und tut unter Umst\u00e4nden weh. Es braucht Mut, eigene Muster zu hinterfragen und anders denken zu lernen und auch Geduld mit sich selbst und anderen. Konsenskultur braucht ein partnerschaftliches, solidarisches Denken, das in der Lage ist, maximales Wohlergehen zu imaginieren und Utopie, L\u00f6sung, Zukunft unabh\u00e4ngig vom und gr\u00f6\u00dfer als das Problem zu entwerfen. Der Entschluss, sich f\u00fcr L\u00f6sungen einzusetzen, die allen gut tun, kann Ausgangspunkt und Ergebnis von einvernehmlichen Atmosph\u00e4ren sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\">Das, was letztendlich tragf\u00e4hig ist, sind Beziehungen, ist Kontakt, ist freiwillige zwischenmenschliche Verbindlichkeit und niemals der Vertrag auf dem Papier oder im Plenumsbuch.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schaffen wir es, mit dem Konsensprinzip tragf\u00e4hige Vereinbarungen zu treffen? Es gibt viele verschiedene Konsensmethoden, mit denen unterschiedliche Grade von Zustimmung und Ablehnung zu einem Vorschlag abgefragt werden k\u00f6nnen und die gemeinsam haben, dass es ein Vetorecht gibt. 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