{"id":17708,"date":"2018-09-28T12:00:00","date_gmt":"2018-09-28T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/09\/ich-brauche-den-zweifel\/"},"modified":"2022-07-26T14:11:48","modified_gmt":"2022-07-26T12:11:48","slug":"ich-brauche-den-zweifel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/09\/ich-brauche-den-zweifel\/","title":{"rendered":"\u201eIch brauche den Zweifel\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Graswurzelrevolution: Seit 1987 gibt es in Hamburg das Archiv Aktiv, in dem Du Dich engagierst. Was kannst Du zu der Geschichte erz<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>hlen?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Das Archiv Aktiv ist aus einer Graswurzelgruppe entstanden, aus dem Gedanken, dass es viel zu viel Material gab, von dem man nicht wusste, wohin damit. Und als Anarchisten wollte man das nicht in staatliche H\u00e4nde, in staatliche Archive \u00fcbergeben. In den M\u00fcll wollte man es auch nicht schmei\u00dfen, weil die Geschichte auch weitergegeben werden muss. Sonst geht sie verloren. Ich bin jetzt seit 2005 beim Archiv Aktiv in Hamburg dabei, seitdem auch im Vorstand, zust\u00e4ndig f\u00fcr die Archivverwaltung. Ich mache also alles, was mit der Sicherung der Archivalien zu tun hat.<\/p>\n<p><strong>GWR: Was ist das f<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>r ein Archiv? Was habt Ihr f<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>r Best<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>nde? Und welche Best<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>nde nehmt Ihr auf?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Unser Sammelgebiet ist die Gewaltfreie Aktion, Gewaltfreie Bewegung in Deutschland seit 1945. Man kann jetzt dar\u00fcber streiten, ob man das auch anders formulieren kann. So ein Archiv braucht nat\u00fcrlich eine Eingrenzung: Ab wann und bis wo sammeln wir? Und zur Gewaltfreien Bewegung ist wirklich eine Menge dabei. Wir haben schachtelweise Unterlagen zu Wyhl, viel aus den 1980ern zu Mutlangen zum Beispiel, Gorleben und CASTOR-Transporte, X-tausendmal quer, Gendreck weg, \u2026 Also viele wundersch\u00f6ne Materialien, und zwar sowohl Papier als auch Fotos, Filme, Toncassetten. Transparente sammeln wir auch. Das ist wichtig, weil sich Geschichte nicht nur \u00fcber das geschriebene Wort vermittelt. Geschichte ist etwas, was man gerne begreifen darf. Und da geh\u00f6ren solche Objekte auch zu. Die stellen uns zwar immer wieder vor besondere Herausforderungen. Aber wir unterziehen uns gerne der M\u00fche.<\/p>\n<p><strong>GWR: Ihr habt Best<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>nde vor allem aus den Sozialen Bewegungen. Das ist schon ein bisschen etwas anderes, als man es in staatlichen Bibliotheken findet.<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Nat\u00fcrlich, ja. Wir haben in unserem Archiv nicht nur Best\u00e4nde aus Nachl\u00e4ssen, nicht nur Best\u00e4nde von den bekannten K\u00f6pfen, die st\u00e4ndig von Gremiumsitzung zu Gremiumsitzung pendeln. Es sind auch ganz Unbekannte dabei, die zum Beispiel in Dortmund oder woanders vor Ort aktiv sind. Die Best\u00e4nde sind wichtig, weil sie wichtige Aussagen erm\u00f6glichen, wie politische Arbeit funktioniert.<\/p>\n<p><strong>GWR: Es wird auch einen Dokumentarfilm geben?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Den gibt es schon. Wir haben im Februar 2018 Jubil\u00e4um gefeiert. Und dazu gab es die Premiere des Dokumentarfilms. Er hei\u00dft \u201eMut zur L\u00fccke\u201c. ((3))<\/p>\n<p>Da versuchen wir darzustellen, was wir im Archiv machen. Es ist kein Dokumentarfilm, wo Gr\u00fcnder, jetzt Aktive, alle m\u00f6glichen Leute Interviews geben. Wir sind mit den Filmemachern durch die R\u00e4ume gegangen und haben praktisch an der Geschichte der Aktionsformen dargestellt, wie wir mit den unterschiedlichen Archivalien auch unterschiedlich umgehen m\u00fcssen. Was wir machen. Was man damit anfangen kann.<\/p>\n<p><strong>GWR: Es ist ja ein Archiv, das bei der Gr<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>ndung 1987 vor allem auch mit den Austauschzeitungen und Materialien der Graswurzelrevolution aufgebaut worden ist, die damals ihren Redaktionssitz in Hamburg hatte. Wie gro<\/strong><strong>\u00df<\/strong><strong> sind die Best<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>nde heute? Wieviel Material gibt es da ungef<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>hr?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Es gibt \u00fcber tausend Ordner. Ich habe es neulich mal ausgerechnet und kam auf 160 Regalmeter. Gut, mit staatlichen Archiven k\u00f6nnen wir da noch nicht mithalten. Aber bei den freien Archiven sind wir schon eins von den nicht mehr ganz so kleinen.<\/p>\n<p><strong>GWR: Habt Ihr auch <\/strong><strong>\u00d6<\/strong><strong>ffnungszeiten?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Nein, wir haben keine festen \u00d6ffnungszeiten. Am besten mailt man uns vorher an und fragt nach, wann man kommen kann. Dann mailen wir zur\u00fcck, wenn es an einem Tag gar nicht geht, und schreiben, wann es am besten passt. Wir machen diese Arbeit ehrenamtlich, das darf man dabei nicht vergessen. Das Archiv lebt bis heute ausschlie\u00dflich von Mitgliedsbeitr\u00e4gen und Spenden. Wir bekommen keinerlei staatliche Gelder, wollen das auch nicht. Das ist manchmal auch schwierig, weil es finanziell eng wird. Aber das ist uns die Unabh\u00e4ngigkeit von staatlichen Geldern wert. Deswegen brauchen wir Spenden und k\u00f6nnen eben nur ehrenamtliche Arbeit machen.<\/p>\n<p><strong>GWR: Du bist auch einer von zehn Bewegungsarbeiter*innen der Bewegungsstiftung. ((4)) Wie bist Du in die Sozialen Bewegungen gekommen? Wie wurdest Du politisiert?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Das liegt daran, dass ich als schwerbehindertes Kind in einer totalen Provinz aufgewachsen bin. Ich habe irgendwann angefangen, aufzuh\u00f6ren zu glauben, dass ich der Schuldige bin. Ich habe Martin Luther King gelesen, der geschrieben hat: \u201eNicht die Schwarzen sind schlecht, weil sie schwarz sind, sondern die Wei\u00dfen, weil sie sie f\u00fcr schlecht halten.\u201c Daraus entstand das Ganze; das war der Impuls, dass ich die Welt ver\u00e4ndern will.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>GWR: Du bist seit <\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>ber 30 Jahren in den Sozialen Bewegungen aktiv, jetzt auch als Bewegungsarbeiter. Was bedeutet das?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Ich habe mich 1984 entschieden, dass ich Friedensarbeit, Bewegungsarbeit in Vollzeit machen will. Seitdem mache ich das zum Teil in verschiedenen Ausrichtungen. Ich habe es auch schon \u00fcber Sozialhilfe gemacht. Zum Teil \u00fcber Spenden, mit anderen zusammen. Und jetzt seit 2002 als Bewegungsarbeiter bei der Bewegungsstiftung. Es gibt eine Reihe von Patinnen und Paten, die monatlich f\u00fcr mich Geld einzahlen, und das wird mir dann regelm\u00e4\u00dfig von der Bewegungsstiftung ausgezahlt.<\/p>\n<p><strong>GWR: Die Bewegungsstiftung hat sich zum Ziel gesetzt, soziale Bewegungen zu unterst<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>tzen. Ist das begrenzt?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Es ist begrenzt auf zehn Bewe-gungsarbeiter*innen. Man muss bestimmte Kriterien erf\u00fcllen. Dazu geh\u00f6ren selbstverst\u00e4ndlich die Kriterien, die f\u00fcr die Bewegungsstiftung insgesamt gelten, also gewaltfrei, partizipativ, emanzipativ, \u00f6kologisch und so weiter. Bei den Bewegungsarbeiter*innen geh\u00f6rt dann noch dazu, dass es Personen sein m\u00fcssen, die sich schon entschieden haben, Vollzeit f\u00fcr die Bewegung zu arbeiten, und die das mit besonderen Kenntnissen und F\u00e4higkeiten verbinden. Das ist bei mir zum einen die juristische Arbeit, zum anderen die kritische Auseinandersetzung mit der Polizei.<\/p>\n<p><strong>GWR: Du vertrittst Aktivist*innen vor Gericht und hilfst ihnen, wenn sie Prozesse etwa wegen Blockaden am Hals haben und kriminalisiert wurden?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Da wei\u00df ich im Moment gar nicht, was ich dazu sagen soll. Zum einen bin ich gerade dabei, die juristische Arbeit ein bisschen zu reduzieren. Worum es mir geht, ist nicht, dass ich irgendwen heraus haue, sondern ich vertrete Menschen vor Gericht, wenn sie ihren Prozess in einer bestimmten Form f\u00fchren wollen, wenn sie ihn als politischen Prozess f\u00fchren wollen. In meiner Arbeit geht es zwar auch darum, dass ich meinen Mandant heraus haue, aber mein Mandant ist derjenige, der den Prozess f\u00fchrt, und ich bin dabei und unterst\u00fctze ihn. Das ist mir wichtig. Eigentlich muss es in unserer Arbeit darum gehen, daraufhin zu arbeiten, dass wir nicht mehr gebraucht werden.<\/p>\n<p><strong>GWR: Was verstehst du unter Anarchie, Anarchismus?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Ich verstehe Anarchie als eine Form von Ordnung. Es ist ein soziales Gef\u00fcge. Letztlich ist es aber auch nicht mehr als eine Utopie. Eine Utopie, die wir jetzt anfangen m\u00fcssten, zu leben. Indem wir sie leben. Sonst ist es schwierig zu sagen. Es gibt hunderttausende Theorien zum Anarchismus. Ich selber habe Schwierigkeiten, mich Anarchist zu nennen, weil ich das Gef\u00fchl habe, dass es eigentlich nichts aussagt. Wenn ich sage, dass ich Anarchist bin, wei\u00dft du nicht, ob ich Syndikalist oder ein anderer Anarchist bin.<\/p>\n<p>Da gibt es so viele Richtungen. Anarchismus ist, und bei manchen merkt man das leider auch, ein \u2013ismus, also ein Dogmatismus. Ich bin eher jemand, der Zeit seines Lebens im Zweifel lebt. Ich brauche immer wieder den Zweifel, und das vertr\u00e4gt sich nicht so ganz mit Dogmatismus.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie willst Du Deine pers<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>nliche Arbeit in Zukunft gestalten?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Ich habe in den letzten Jahren immer wieder festgestellt, dass ich mit den Rechtshilfe-Workshops zum Beispiel nicht so wirklich voran komme. Ich habe da regelm\u00e4\u00dfig dieselben Leute vor den Aktionen, die dann da raus gehen und sagen, jetzt habe ich es begriffen, und die dann von den Aktionen kommen und sagen, jetzt ist es mir wieder passiert; es ist mir so ergangen wie sonst auch: Ich stand vor den bl\u00f6den Bullen und wusste nicht mehr, was ich sagen soll.<\/p>\n<p>Ich schlie\u00dfe daraus, dass es nicht so ist, dass die Leute nicht wissen, was sie der Polizei argumentativ entgegen halten k\u00f6nnen, sondern dass sie vor den uniformierten Menschen der Staatsmacht stehen, und dann ist es wie eine Pr\u00fcfungssituation. Da hilft es auf Dauer, glaube ich, nicht mehr, wenn ich ihnen zum hundertsten Male erkl\u00e4re, wie es zum Beispiel mit dem Festnahmerecht aussieht.<\/p>\n<p>Man m\u00fcsste eigentlich mit ihnen an der Haltung arbeiten: Wie gehe ich mit Autorit\u00e4t um. Wie kann ich besser aufrecht stehen. Daran will ich mehr arbeiten.<\/p>\n<p><strong>GWR: Arbeitest Du auch zu den aktuellen Polizeigesetzpl<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>nen, die es jetzt von den Landesregierungen zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen gibt?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Ich verfolge das nat\u00fcrlich mit. Ich bin da aber gerade nicht so aktiv. Das ist auch ein bisschen ein Kapazit\u00e4tenproblem. Und in Hamburg kriegen wir zur Zeit kein neues Polizeigesetz. Aber ich bin solidarisch mit allen, die sich dagegen wehren.<\/p>\n<p><strong>GWR: Welche Perspektiven siehst Du f<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>r das Archiv Aktiv? Und weiterreichend: f<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>r die Sozialen Bewegungen, anarchistische, feministische, antisexistische, antirassistische Bewegungen?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Das ist gespalten. Auf der einen Seite merke ich, dass mich die momentane politische Situation auch immer wieder \u00e4ngstigt. Im Fl\u00fcchtlingsbereich machen wir gerade zehn Schritte zur\u00fcck, in Richtung Abschottung. Das geht gar nicht. Und auch ansonsten weht uns der Wind ziemlich heftig entgegen. Ich glaube, dass man das gar nicht anders sagen kann, und dass wir das nicht untersch\u00e4tzen sollten.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite glaube ich, dass die Vergleiche etwa zur Weimarer Republik eher\u00a0 hinken, weil wir eine andere Zeit haben. Wir haben eine muntere, sehr bunte Bewegung, wir haben auch gesellschaftlich noch ein anderes Klima. Der Hass gegen Ausl\u00e4nder nimmt zwar zu. Gleichzeitig gibt es aber doch gro\u00dfe gesellschaftliche Kreise, f\u00fcr die Schwul Sein, Lesbisch Sein, Queer Sein oder so relativ normal ist. Insofern ist es gerade ziemlich schwierig zu greifen, wo wir hingehen. Man kann sagen, dass es spannende Zeiten sind.<\/p>\n<p><strong>GWR: Es gab in letzter Zeit ja sehr sch<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>ne gewaltfreie Aktionen, zum Beispiel im Rheinischen Bergbaugebiet, auch von Ende Gel<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>nde. ((5)) Kannst Du etwas zur Klimabewegung sagen?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Ich finde, dass es eine der zentralen Bewegungen ist, weil das Klimathema akut ist. Ende Gel\u00e4nde schafft es ganz gut, so wie die Aktionen angelegt sind, Menschen neu in die Bewegung hinein zu ziehen und zu emanzipieren.<\/p>\n<p>Es sind nicht nur gewaltfreie Aktionen, es sind f\u00fcr mich auch Aktionen, die davon gepr\u00e4gt sind, dass alle, die daran teilnehmen, daraus auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige K\u00e4mpfe etwas lernen, wie man solche Situationen organisieren, aber eben auch bew\u00e4ltigen kann. Das finde ich ph\u00e4nomenal. Das Sich Selbst Erm\u00e4chtigen geht zum Teil anderen gewaltfreien Gruppen in den letzten Jahren ein bisschen ab. Das ist mir sehr wichtig. Ich meine, dass niemand eine gewaltfreie Aktionsgruppe mit Autorit\u00e4tsstrukturen braucht.<\/p>\n<p><strong>GWR: Wie erkl<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>rst Du Dir, dass mit der AfD eine extrem rechte, rassistische, homophobe, sexistische Partei so einen Zulauf hat? Bei der Bundestagswahl wurde die AfD von sechs Millionen Menschen gew<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>hlt. Die CSU versucht, sie zu kopieren. Wie k<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>nnen wir diesem Rechtsruck entgegen steuern?<\/strong><\/p>\n<p>Holger Isabelle J\u00e4nicke: Es gibt verschiedene Theorien, und ich will sie nun nicht auch noch alle aufw\u00e4rmen. Nat\u00fcrlich ist da einiges schief gelaufen. Ich werde hier den Fokus darauf legen, dass ich meine, dass die sozialen Bewegungen da durchaus auch etwas verpennt haben. Wir haben uns jahrelang zu sehr auf unsere Themen fokussiert und uns in unseren Kreisen wohlgef\u00fchlt. Wir haben es vers\u00e4umt, die soziale Frage, die wir immer mal wieder im Mund f\u00fchren, auch wirklich f\u00fcr weite gesellschaftliche Kreise greifbar zu machen. Das f\u00e4llt uns jetzt auf die F\u00fc\u00dfe. Ich glaube, dass wir, h\u00e4tten wir diesen Fehler nicht begangen, vielleicht eine andere Entwicklung gehabt h\u00e4tten.Oder zumindest abgeschw\u00e4cht.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns da eingestehen, Fehler gemacht zu haben. Viele W\u00e4hler der AfD sind ja nicht als Rechte auf die Welt gekommen. Da sind auch viele ehemalige SPDler und sonstige Linke dabei.<\/p>\n<p>Das hat auch damit zu tun, dass wir ihnen bisher fast nichts anzubieten hatten, wie sie aus ihrer Hoffnungslosigkeit heraus kommen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Interview: Bernd Dr\u00fccke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Graswurzelrevolution: Seit 1987 gibt es in Hamburg das Archiv Aktiv, in dem Du Dich engagierst. Was kannst Du zu der Geschichte erz\u00e4hlen? Holger Isabelle J\u00e4nicke: Das Archiv Aktiv ist aus einer Graswurzelgruppe entstanden, aus dem Gedanken, dass es viel zu viel Material gab, von dem man nicht wusste, wohin damit. 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