{"id":18244,"date":"2018-10-27T01:03:19","date_gmt":"2018-10-26T23:03:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=18244"},"modified":"2018-11-29T00:49:18","modified_gmt":"2018-11-28T22:49:18","slug":"die-massenvertreibung-der-rohingya-aus-myanmar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/10\/die-massenvertreibung-der-rohingya-aus-myanmar\/","title":{"rendered":"Die Massenvertreibung der Rohingya"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Daniel Korth (*1969) lebt in einem selbstverwalteten Wohnprojekt. In der B\u00fcrgerfunksendung <\/b><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><i><b>Radio Graswurzelrevolution<\/b><\/i><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b> (1) interviewte ihn GWR-Redakteur Bernd Dr\u00fccke zu seiner Geschichte als Totaler Kriegsdienstverweigerer, Kabarettist und Bewegungsaktivist. Im zweiten Teil der hier f\u00fcr die GWR transkribierten Sendung spricht der Philosoph Korth \u00fcber seinen fast vierj\u00e4hrigen Aufenthalt in Myanmar. In diesem s\u00fcdostasiatischen Land hat er f\u00fcr die \u201eKurve Wustrow \u2013 Bildungs- und Begegnungsst\u00e4tte f\u00fcr gewaltfreie Aktion e.V.\u201c (2) und die lokale Nichtregierungsorganisation Mote Oo Education als Friedensfachkraft gearbeitet, ein Lehrbuch \u00fcber Konflikttransformation und Frieden (3) verfasst und auf der Grundlage dieses Materials Trainings durchgef\u00fchrt. W\u00e4hrend der Sendung kam es zu einem Disput dar\u00fcber wie die Rolle der Politikerin Aung San Suu Kyi im Zusammenhang mit der Vertreibung von einer Millionen Rohingya durch das Milit\u00e4r Myanmars seit 2017 zu bewerten ist. (GWR-Red.)<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_18572\" aria-describedby=\"caption-attachment-18572\" style=\"width: 325px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/danielkorth3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-18572\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/danielkorth3-1024x1017.jpg\" alt=\"\" width=\"325\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/danielkorth3-1024x1017.jpg 1024w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/danielkorth3-300x298.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/danielkorth3-100x100.jpg 100w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/danielkorth3-600x596.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/danielkorth3-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/danielkorth3-768x763.jpg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/danielkorth3.jpg 1573w\" sizes=\"auto, (max-width: 325px) 100vw, 325px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18572\" class=\"wp-caption-text\">Daniel Korth beim GWR Interview<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Daniel, Du bist seit vielen Jahren auch Mitherausgeber der Graswurzelrevolution. Wie kamst Du zum gewaltfreien Anarchismus?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Ich w\u00fcrde mich heute vor allen Dingen als Pazifist bezeichnen, gar nicht so sehr als Anarchist. Wenn ich ein Wort heraus suchen m\u00fcsste, dann w\u00fcrde ich mich unter Pazifismus subsumieren. Das spielt aber keine so gro\u00dfe Rolle.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Eigentlich ging das schon los mit meiner Totalen Kriegsdienstverweigerung (TKDV). Als wir noch die \u201eWehrpflicht\u201c hatten, haben so Leute wie ich auch den Zivildienst verweigert, weil sie ihn als Fortf\u00fchrung des Kriegsdienstes angesehen haben. Da wird man ganz schnell politisiert, es kommt zum Gerichtsprozess, und man muss seine \u00dcberzeugung vertreten. Da hat sich heraus gestellt, dass diese \u00dcberzeugung bei mir gewaltfrei-anarchistisch war. Ich glaube nicht, dass man mit Waffengewalt Probleme im konstruktiven Sinn l\u00f6sen kann.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Wann hast Du den Kriegsdienst total verweigert?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Das war 1990. Es zog sich dann hin, weil die M\u00fchlen der B\u00fcrokratie langsam mahlen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Wie bist Du dazu gekommen, diesen radikalen Schritt zu gehen? Eine Totale Kriegsdienstverweigerung war ja oft auch mit Repression verbunden, das hei\u00dft, dass schon eine Menge Courage dazu geh\u00f6rte das durchzuziehen. Das war keine \u201enormale Kriegsdienstverweigerung\u201c. TKDV ist eine radikale Form von Verweigerung, die auch den sogenannten Ersatzdienst ablehnt.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Das war noch die Zeit des Kalten Krieges und der nuklearen \u201eAbschreckung\u201c. Meine \u00dcberzeugung ist, dass es absoluter Wahnsinn ist, diese Auseinandersetzungen und Konflikte mit Macht und Gewalt weiter zu treiben, wenn man zwei hochger\u00fcstete Bl\u00f6cke hat, die sich gegenseitig vernichten k\u00f6nnen. Diese Logik, dass sich eine Seite in solchen Konflikten durchsetzen und Gewinner werden k\u00f6nnte, ist wirklich ins Absurde getrieben worden. Das war f\u00fcr mich klar, dass ich dabei nicht mitmachen werde, dass ich dagegen etwas tun will. Meine pers\u00f6nliche Antwort war zuerst die Kriegsdienstverweigerung und dann, im n\u00e4chsten Schritt, ganz konsequent die Totale Kriegsdienstverweigerung, weil der Zivildienst letztendlich auch in dieses zivil-milit\u00e4rische \u201eVerteidigungs\u201c-System eingebunden war.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Du lebst in einem alternativen Wohnprojekt, in der Grafschaft 31, das erste Mietsh\u00e4user Syndikats-Projekt in M\u00fcnster. Wie habt Ihr das auf die Beine gestellt?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Wir haben schon lange mit einer Gruppe von Leuten Geb\u00e4ude in M\u00fcnster gesucht, wo wir gemeinsam wohnen k\u00f6nnten. Schlie\u00dflich haben wir 2014 die Grafschaft 31 gefunden. Da waren wir zw\u00f6lf Leute. Wir haben uns entschlossen, das zusammen mit dem Mietsh\u00e4user Syndikat in Freiburg zu organisieren. Das bedeutet vor allem, dass uns dieses Haus nicht geh\u00f6rt, sondern wir sind da Mieter\/innen. Es geh\u00f6rt letztlich niemandem; niemand kann das Haus verkaufen, niemand kann die Miete erh\u00f6hen, niemand kann mit dem Grund und Boden spekulieren.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch wenn wir da ausziehen, ist es rechtlich so geregelt, dass es keinen Eigent\u00fcmer gibt, der das alles machen k\u00f6nnte, um damit Profit zu erwirtschaften.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Wie viele Leute seid Ihr im Wohnprojekt?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Wenn alles fertig ist, werden wir ungef\u00e4hr 18 Erwachsene plus zwei Kinder sein.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Ihr habt gerade einen Neubau fertig gestellt?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Genau. Wir haben die Scheune ausgebaut und so weiteren Wohnraum geschaffen. Jetzt sind wir mit dem gr\u00f6\u00dften Teil der Arbeiten durch. Es kommen noch Aufgaben dazu, aber der gro\u00dfe Teil ist geschafft.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Ein anderer wichtiger Aspekt Deiner Biographie ist die Geschichte des Blarzen Schwocks (4), der 1997 gegr\u00fcndeten anarchistischen Kabarettgruppe aus M\u00fcnster.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: (lacht) Ja. Das ist nat\u00fcrlich jetzt die Frage, ob die \u00fcberhaupt noch jemand kennt. Aber zu unserer Zeit waren die in bestimmten Kreisen sehr ber\u00fchmt, um nicht zu sagen: ber\u00fcchtigt. Wir sind h\u00e4ufig z.B. in der ehemals besetzten Frauenstra\u00dfe 24 aufgetreten.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir haben fr\u00fcher im Infoladen Bankrott eine Veranstaltungsreihe organisiert, damals noch in der Baracke, dem Libert\u00e4ren Zentrum in der Uni, das hei\u00dft, in jeder Woche im Semester eine Veranstaltung. Wir haben politische Filme gezeigt, Leute eingeladen, und so etwas in der Art. Irgendwann sind wir auf die Idee gekommen, dass wir zum Abschluss etwas Besonderes machen wollten. Da haben wir gedacht, dass wir mal versuchen, Kabarett zu machen. Wir waren vier Leute und haben daf\u00fcr ein kleines Kabarettprogramm auf die Beine gestellt. Das hat dann uns und den Zuh\u00f6renden so gut gefallen, dass wir das dann weiter gef\u00fchrt haben. Der Name war nicht besonders originell: Der Blarze Schwock, also eine Umstellung des Schwarzen Blocks. Zu der Zeit wurde der Schwarze Block in Ahaus als h\u00f6chstgef\u00e4hrlich dargestellt. Das war auch eine Nummer, die wir aufgegriffen haben. So kam der Name zustande. Man nannte uns auch die Punkband im Kabarett. Wir haben immer ein bisschen lange gebraucht, um ein neues Programm zu schreiben. Der Blarze Schwock ist dann sanft entschlafen, als wir das Studium hinter uns hatten. Dann kam f\u00fcr einige die Doktorarbeit, Arbeit, Kinder, \u2026 Es war zeitlich nicht mehr zu schaffen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_18570\" aria-describedby=\"caption-attachment-18570\" style=\"width: 428px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Rohingya-Fl\u00fcchtlinge.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-18570\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Rohingya-Fl\u00fcchtlinge.jpg\" alt=\"\" width=\"428\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Rohingya-Fl\u00fcchtlinge.jpg 1000w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Rohingya-Fl\u00fcchtlinge-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Rohingya-Fl\u00fcchtlinge-600x336.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Rohingya-Fl\u00fcchtlinge-768x430.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18570\" class=\"wp-caption-text\">Rohingya-Fl\u00fcchtlinge in Rakhine (2012) &#8211; Foto: Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Jetzt kommen wir zu einem ernsten Thema. Du warst von Januar 2014 bis Dezember 2017 als Fachkraft des Zivilen Friedensdienstes in Myanmar t\u00e4tig, f\u00fcr die Kurve Wustrow, ein gewaltfreies Projekt aus dem Wendland. Kannst Du etwas zu Myanmar erz\u00e4hlen? Wie bist Du dazu gekommen, dort zu leben und zu arbeiten?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Myanmar hie\u00df fr\u00fcher Burma bzw. Birma, liegt in S\u00fcdostasien. Myanmar grenzt im S\u00fcd-Osten an Thailand, Kambodscha und Laos, im Nord-Osten an die Volksrepublik China und im Nord-Westen an Indien und Bangladesh. Es ist ein Vielv\u00f6lkerstaat mit \u00fcber 54 Millionen Einwohner*innen. Es gibt nach offiziellen Z\u00e4hlungen 134 verschiedene ethnische Gruppen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00dcber die Zahl kann man diskutieren. Sie haben auch viele eigene Sprachen. Die Mehrheitsethnie sind die Bamar, die auch die Regierung stellen. Praktisch seit der Unabh\u00e4ngigkeit k\u00e4mpfen unterschiedliche bewaffnete Gruppen gegen die Zentralregierung um Unabh\u00e4ngigkeit oder Autonomie. Seit 1962 war Myanmar eine Milit\u00e4rdiktatur, wobei das Milit\u00e4r von den Bamar dominiert wird. Die Milit\u00e4rs haben 2010 mit den Parlamentswahlen einen Reformprozess angefangen. Im November 2015 gab es freie Wahlen, und da ist die NLD (National League for Democracy, Nationale Liga f\u00fcr Demokratie) an die Macht gekommen. Das Land war bis 2010 vom Westen aus gesehen komplett isoliert. Es gab Sanktionen, man konnte fast gar nicht hinein. Mit den Reformen hat sich das Land ge\u00f6ffnet. Der Grund war auch, dass sie Kapital vom Westen haben wollten, damit sie nicht nur von China abh\u00e4ngig sind. Seitdem setzte ein kleiner \u201eGold Rush\u201c ein: Die Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) und Unternehmen str\u00f6mten jetzt in das neue Gebiet. Tourismus gab es nicht so viel. Und nat\u00fcrlich auch Entwicklungshilfe. In Deutschland gibt es das Programm Ziviler Friedensdienst, das urspr\u00fcnglich von Teilen der Friedensbewegung in der Bundesrepublik lanciert wurde. Die Idee war, dass man als Alternative zum Milit\u00e4r einen Dienst schafft, eigentlich eine \u201eFriedensarmee\u201c, damit die Politiker*innen eine andere M\u00f6glichkeit als Milit\u00e4reins\u00e4tze haben, auf Krisen zu reagieren.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Was dabei herausgekommen ist, ist eine Erweiterung des Entwicklungsdienstes, eben der Zivile Friedensdienst, mit dem einzelne Leute \u2013 in Myanmar waren das \u00fcber die Kurve Wustrow letztendlich vier oder f\u00fcnf Personen \u2013 in andere L\u00e4nder geschickt werden k\u00f6nnen, um da Friedensarbeit zu machen. In meinem Fall war das Bildungsarbeit. Dazu habe ich ein Lehrbuch \u00fcber Frieden und Konflikt geschrieben und Trainings in gewaltfreier Aktion und Kommunikation gegeben.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Myanmar ist immer noch im Grunde genommen eine Milit\u00e4rdiktatur; das Land hat sich ein bisschen ge\u00f6ffnet. Und Aung San Suu Kyi, die Friedensnobelpreistr\u00e4gerin von 1991, die jahrelang unter Hausarrest stand, ist faktisch Regierungschefin geworden. Aber die Regierung ist immer noch unter der Kontrolle des Milit\u00e4rs.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Es ist wichtig zu sehen, dass bei den Wahlen von 2015 die Partei Nationale Liga f\u00fcr Demokratie (NLD) unter Aung San Suu Kyi zwar einen Erdrutschsieg gehabt hat, dass das aber nicht hei\u00dft, dass damit die Demokratisierung abgeschlossen wird. Es ist bestenfalls der Beginn. Das Milit\u00e4r ist ein Staat im Staate und niemandem rechenschaftspflichtig. Die k\u00f6nnen machen, was sie wollen. Die haben sich extrem gut abgesichert. Zum Beispiel stellen sie drei bis vier Ministerien, diese Minister werden nicht von der Regierung benannt, sondern vom Milit\u00e4r.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">25 Prozent der Abgeordneten im Parlament werden auch vom Milit\u00e4r benannt, sie werden nicht demokratisch gew\u00e4hlt. Sie haben eine Sperrminorit\u00e4t, so dass die Verfassung nicht ge\u00e4ndert werden kann, in der diese dominante Rolle des Milit\u00e4rs festgeschrieben ist. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Das Milit\u00e4r hat im August 2017 in Myanmar eine Massenvertreibung von \u00fcber einer Million Angeh\u00f6rigen der muslimischen Minderheit der Rohingya nach Bangladesh ausgel\u00f6st, ganz bewusst, begleitet von Massenvergewaltigungen und Massenmorden. Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch sowie die UNHCR stufen das als Genozid ein. Wo siehst Du die Ursachen? Ist es ein von Buddhist*innen betriebener V\u00f6lkermord an einer muslimischen Minderheit? Was hast Du da f\u00fcr Erfahrungen gesammelt?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Ich muss das erst einmal einschr\u00e4nken. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass jemand, der ein Land bereist und dort ein paar Jahre lebt, f\u00fcr dieses Land quasi Experte w\u00e4re. Obwohl ich vier Jahre in dem Land gelebt habe, und zwar in der Sechs-Millionen-Metropole Yangon (Rangon, bis 2005 Hauptstadt, seitdem Naypyidaw), habe ich von dem, was vor allem in dem Bundesstaat Rakhaing passiert ist, das meiste \u00fcber englisch- oder deutschsprachige Medien im Internet mitgekriegt. Burmesisch ist f\u00fcr uns eine sehr schwierige Sprache, und ich bin im Lernen nicht so fortgeschritten, dass ich mich wirklich darin unterhalten konnte. Das schr\u00e4nkt ein. Ich konnte die hiesigen Zeitungen oder Facebook-Seiten auf Burmesisch nicht lesen. Es gibt viele Gebiete, in denen noch gek\u00e4mpft wird, in denen B\u00fcrgerkrieg herrscht, das ist nicht nur Rakhaing, wo die Rohingya betroffen sind, sondern zum Beispiel auch in Kachin State, da k\u00e4mpft eine Guerillaorganisation gegen das Milit\u00e4r, und da wurden 90.000 Menschen zu Binnenfl\u00fcchtlingen. Diese Regionen sind f\u00fcr Ausl\u00e4nder*innen gesperrt. Im Rest des Landes kann man sich simpel und sicher bewegen. Da stehen nicht \u00fcberall Soldaten und Panzer herum.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Solange man nicht in die entsprechenden Gegenden geht, wo man auch nicht hin kann, merkt man davon nichts.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Der Hass auf die muslimische Minderheit in Myanmar wurde auch massiv \u00fcber Facebook und andere Soziale Netzwerke gesch\u00fcrt. Das war ein planm\u00e4\u00dfiger Massenmord des Milit\u00e4rs in Myanmar. Die Terrorisierung der muslimischen Bev\u00f6lkerung war geplant, ihre Massenvertreibung war von oben befohlen, bef\u00fcrwortet und angeheizt auch von den buddhistischen M\u00f6nchen, die hierzulande meist als friedfertig betrachtet werden. Wie hat sich die Propaganda auch im Alltag widergespiegelt? Du hast ja mit Buddhist*innen gesprochen, Du hast in Reiseberichten skizziert, was Du da erlebt und gesehen hast.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Zun\u00e4chst einmal will ich sagen: Keine Religion ist per se friedlich oder aggressiv. Es sind immer die Menschen, die sich etwas aus der Religion zusammen suchen, mit dem sie ihr Verhalten begr\u00fcnden. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">So ist das auch in Myanmar mit den Buddhist*innen. Ich habe in M\u00fcnster neben Philosophie und Soziologie auch Indologie studiert, Schwerpunkt Buddhismus. Und man findet in den Lehrtexten oder Reden Buddhas vieles \u00fcber Rechtes Handeln, dass man niemanden t\u00f6ten soll, Rechtes Reden, also keine Verleumdungen, keine L\u00fcgen, nichts stehlen, also einen hohen ethischen Standard, der sich da durchzieht. Auf der anderen Seite gibt es besonders bei den buddhistischen M\u00f6nchen radikal-nationalistische Kr\u00e4fte, die irgendwo in den tausenden von Seiten buddhistischer Literatur etwas finden, dass sie als Aufruf ihre Religion zu verteidigen auslegen, und dann sagen sie eben, dass diese Religion dadurch bedroht wird, dass die Muslime da sind. Und dann predigen sie dagegen. Das zeigt sich nicht nur in Myanmar, sondern auch in Sri Lanka, da spielt der buddhistische Klerus eine \u00e4hnliche Rolle gegen\u00fcber den Hindus, den Tamilen. Wie das genau zustande kommt, begreife ich nicht. Ich kann nur sagen, dass es eine ziemlich weit verbreitete Islamfeindlichkeit in Myanmar gibt, die von bestimmten Gruppen von M\u00f6nchen forciert wird. Meistens holen sich diese ihr Material aus dem Westen, aus den USA, wo dann steht, dass Muslime per se Terroristen seien oder dass sie die Weltherrschaft durch hohe Population anstrebten. Solche Ideen kommen dann wieder. In Myanmar hat das viel damit zu tun, dass das Bildungsniveau sehr gering ist. Die Leute lernen nicht, zu diskutieren, zu hinterfragen, ihre eigene Meinung zu sagen. Das ist in \u00fcber 50 Jahren Milit\u00e4rherrschaft versch\u00fcttgegangen. Das muss erst wieder langsam gelernt werden. Dazu kommen eine sehr hohe Gl\u00e4ubigkeit und ein Respekt vor M\u00f6nchen. Wenn ein M\u00f6nch sagt, dass es so sei, dass die Muslime in Myanmar, es gibt nur 3 Prozent, das ganze Land \u00fcbernehmen wollten, dann glauben das die Menschen. Dementsprechend hei\u00dft ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung auch das Handeln des Milit\u00e4rs gut. Es ist schlimm zu sagen, aber es ist so. Wir haben in unserem Lehrbuch dieses Thema ausgespart. Denn es war irgendwie klar, dass, wenn wir auf diesen extrem wichtigen Konflikt eingehen, w\u00e4re die Gefahr gewesen, dieses Buch nicht angenommen worden w\u00e4re. Wir haben auch sehr wenig \u00fcber Religion, \u00fcber Islam da hinein geschrieben.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Du hast vor drei Jahren mit einem Kollegen aus Myanmar mehrere Veranstaltungen in Deutschland gemacht und dar\u00fcber berichtet, dass Aung Sann Suu Kyi auch eine Hoffnungstr\u00e4gerin f\u00fcr gewaltfreie Bewegungen, f\u00fcr gewaltfreie Ver\u00e4nderungen in der Gesellschaft Myanmars gewesen sei, die extrem durch diktatorische Strukturen gepr\u00e4gt ist. Presse- und Meinungsfreiheit gibt es in einer Diktatur nicht. Was da jetzt passiert, st\u00f6\u00dft auch auf wenig Widerstand der normalen Bev\u00f6lkerung. Hast Du Proteste gegen den Genozid gegen die Rohingya erlebt?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<blockquote>\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Soweit ich wei\u00df, haben da keine Proteste stattgefunden. Es gab zum Beispiel Proteste gegen den B\u00fcrgerkrieg im Kachin State. Die waren erst k\u00fcrzlich. Da kenne ich einige Leute, die dort festgenommen wurden. Da laufen noch einige Prozesse. Das Thema Rohingya ist aber so heikel. In Myanmar ist die Wahrnehmung ganz anders als im Westen. In Myanmar ist die Mehrheit davon \u00fcberzeugt, dass die Rohingya \u201eillegale Einwanderer\u201c aus Bangladesh seien. Das ist die Ansicht der Mehrheit in Myanmar. Und dass die Rohingya wieder verschwinden sollten. Das geht weit in die Sph\u00e4ren der Menschenrechtsarbeit hinein. Zum Beispiel vertrat auch der \u00dcbersetzer unseres Buchs \u00fcber Konfliktl\u00f6sungen und Friedensarbeit eine \u00e4hnliche Meinung \u00fcber Rohingya. Ich habe nicht selbst mit ihm diesbez\u00fcglich gesprochen, ich habe es nur \u00fcber Facebook geh\u00f6rt.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/strong><\/h2>\n<\/blockquote>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Du warst in Myanmar als gewaltfreier Aktivist, Autor und Friedensarbeiter t\u00e4tig. Du hast dort Aktionsgruppen ausgebildet. Die De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi hat sich hinter das massenhaft mordende Milit\u00e4r gestellt. Wie erkl\u00e4rst Du Dir das, dass sie, die fr\u00fcher mit gewaltfreien Mitteln agiert hat, als sie in der Opposition gewesen ist, nun praktisch in der Regierung diese Politik des Genozids unterst\u00fctzt?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: In Myanmar gibt es drei gro\u00dfe Konflikte. Der erste gro\u00dfe Konflikt ist der um Demokratisierung, also um den \u00dcbergang von der Milit\u00e4rdiktatur zur Demokratie. Der geschieht haupts\u00e4chlich auch innerhalb der gr\u00f6\u00dften ethnischen Gruppe der Bamar, der auch Aung San Suu Kyi und die Milit\u00e4rs angeh\u00f6ren. In diesem Konflikt hat Aung Sann Suu Kyi eine besondere Rolle gespielt. Sie ist die Tochter des Generals Aung San, das war eigentlich 1946 der Staatsgr\u00fcnder. Daher kommt ihr gro\u00dfes Prestige, sie ist in ihre Rolle hinein geschl\u00fcpft. Der zweite gr\u00f6\u00dfere Konflikt bildet sich um die verschiedenen ethnischen Gruppen. Ich habe vorhin ja schon gesagt, dass es da sehr viele gibt, die auch von der Mehrheit der Bamar unterdr\u00fcckt werden. Von diesen vielen ethnischen Gruppen hat eigentlich fast jede eine bewaffnete Gruppe hervor gebracht. Und seit der Staatsgr\u00fcndung gibt es in Myanmar B\u00fcrgerkriege zwischen dem Milit\u00e4r Tatmadaw und unterschiedlichen Gruppen. Das l\u00e4uft im Prinzip immer so ab: Es wird mit der einen Gruppe gek\u00e4mpft, mit anderen Gruppen werden Waffenstillst\u00e4nde beschlossen. Das \u00e4ndert sich dann wieder. So geht es immer weiter. Das ist also das gr\u00f6\u00dfte Problem von Myanmar, dass sie da zuerst Frieden schaffen wollen, zumindest gilt das f\u00fcr Aung Sann Suu Kyi. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Den dritten Konflikt muss man davon noch trennen, das ist der mit den Rohingya. Der sollte separat betrachtet werden, weil er in Myanmar auch anders gesehen wird. Eigentlich hat das Milit\u00e4r in Myanmar einen sehr schlechten Ruf. Man sagt immer, dass der Friedensprozess voran gehen soll. Aber ich w\u00fcrde mal darauf tippen, dass viele Leute eben nicht, wenn sie vom Friedensprozess sprechen, die Rohingya damit einbeziehen. Zur Rolle von Aung San Suu Kyi: Ich denke, dass ihre Rolle aus dem ersten Konflikt entspringt, der Demokratisierung. 1988 gab es einen Aufstand, der niedergeschlagen wurde. Sie war zu der Zeit im Land. Sie hat einen britischen Ehemann gehabt, h\u00e4tte also durchaus in England bleiben k\u00f6nnen, ohne weitere Probleme. Aber sie hat gesagt: Nein, ich will mein Land unterst\u00fctzen. Und dann ist sie zur Oppositionsf\u00fchrerin geworden und stand fast ohne Unterbrechungen 15 Jahre lang unter Hausarrest bis zum 13. November 2010. Sie durfte in dieser Zeit ihren Mann und ihre beiden S\u00f6hne nicht mehr sehen. Sie hat ihren Idealen viel geopfert. Sie hat mit ihrer Strategie, diesen Kampf mit gewaltfreien Mitteln zu f\u00fchren, auch dazu beigetragen, dass dieser \u00dcbergang relativ ohne gewaltsame Auseinandersetzungen stattgefunden hat. Das muss man auch sehen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn man jetzt zum Beispiel nach Syrien oder in die arabischen Staaten guckt, wo man anfangs, w\u00e4hrend des \u201eArabischen Fr\u00fchlings\u201c ab Dezember 2010, gro\u00dfe Hoffnungen hatte, aber das ist alles den Bach runtergegangen, in gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen dem jeweiligen Staat und den jeweiligen Aufst\u00e4ndischen. Das ist in Myanmar nicht passiert. Daf\u00fcr haben die Milit\u00e4rs noch extreme Machtpositionen inne. Das ist ein komplexes Thema, deswegen hole ich da ein bisschen weiter aus. Und ich denke, dass f\u00fcr Aung San Suu Kyi im Vordergrund steht, diesen Friedensprozess voran zu bringen, also die Waffenstillst\u00e4nde zwischen dem Milit\u00e4r und den verschiedenen ethnischen, bewaffneten Gruppen, wozu aus burmesischer Sicht nicht die Rohingya geh\u00f6ren. So ist sie schlie\u00dflich auf den Goodwill des Milit\u00e4rs angewiesen. Wenn sie es sich mit denen verscherzt, ist ihre Rolle vorbei. Und daf\u00fcr opfert sie die Rohingya.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Ich wei\u00df nicht, ob man es noch als Friedensprozess bezeichnen kann, wenn \u00fcber eine Million Menschen vertrieben werden, wenn Journalisten, die dar\u00fcber berichten, zum Beispiel von der Nachrichtenagentur Reuters, zu sieben Jahren Haft verurteilt werden, und wenn Aung San Suu Kyi das alles guthei\u00dft und rechtfertigt. Das hat mit Friedensprozess nichts mehr zu tun. Sie dient den Milit\u00e4rs als Feigenblatt und ist mitverantwortlich f\u00fcr die Kriegsverbrechen, die da stattfinden. <\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Ich finde, dass man nicht mehr sagen kann, dass sie ein wirkliches Interesse an einem Friedensprozess h\u00e4tte. Sie hat Interesse am Machtprozess, dass sie die Macht, die sie teilweise als De-facto-Regierungschefin erhalten hat, weiter ausbauen kann. Das sehe ich auch aus gewaltfrei-anarchistischer Sicht, dass ihre jetzige Position mit der, die sie fr\u00fcher als Oppositionelle hatte, in keiner Weise mehr etwas zu tun hat. Sie ist jetzt Teil des Machtapparates, sie ist Teil des verbrecherischen Regimes, was dort Menschen massenhaft vertrieben, vergewaltigt, gefoltert und ermordet hat. Das ist die Politik des Genozids. In so einem Land kann es keinen Friedensprozess geben, wenn die Massenm\u00f6rder ihre Macht behalten.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Naja. Du hast nach ihrer Motivation gefragt, und ich habe versucht, ihre Motive zu erkl\u00e4ren. Wie man das bewerten will, das \u00fcberlasse ich den Leserinnen und Lesern oder Dir.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Aber wie bewertest Du das? Sie war ja auch f\u00fcr Dich eine Hoffnungstr\u00e4gerin. Wie sch\u00e4tzt Du das ein, dass jemand eine solche Politik mittr\u00e4gt, der vorher f\u00fcr eine gewaltfreie Ver\u00e4nderung der Gesellschaft eingetreten ist?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Man ist an Entt\u00e4uschungen gew\u00f6hnt, w\u00fcrde ich sagen. Ich w\u00fcrde mich nicht so sehr auf Aung San Suu Kyi fixieren. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Das ist auch ein bisschen dieses Spiel: Erst wurde sie hochgeschrieben als die Ikone des gewaltfreien Widerstandes. Aber dieses Bild war wahrscheinlich auch schon nicht korrekt. Letztendlich hilft uns die Fixierung auf ihre Person wenig. Man muss n\u00e4mlich \u00fcberlegen, was man \u00fcberhaupt machen kann, um da etwas zu ver\u00e4ndern, etwas zu verbessern.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Und welche Perspektiven siehst Du da? Wie k\u00f6nnen wir Einfluss nehmen auf soziale Bewegungen in Myanmar? Wie kann man diesem Massenmord etwas entgegen setzen, von unten, als Teil einer internationalen, sozialen Bewegung?<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Kann man nicht. Ich glaube nicht, dass wir da irgendwelche Machtmittel haben. Was man tun kann, ist, dass man die Fl\u00fcchtlingshilfe in Bangladesh unterst\u00fctzen kann. Die Leute leben da in Camps, das muss man sich mal vorstellen, zum Beispiel in Bazaar sind es 800.000 Menschen. Das sind absolut unertr\u00e4gliche Bedingungen. Das ist in vielen Camps so. Da kann man helfen. (5) Aber politisch Druck aus\u00fcben?<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Es gibt die Forderung, dass Aung San Suu Kyi der Friedensnobelpreis aberkannt werden soll.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Dann kann man sich auf die Schultern klopfen und sagen, dass man moralisch richtig gehandelt h\u00e4tte. Aber das w\u00fcrde ja nichts \u00e4ndern, nichts stoppen. Das w\u00fcrde nicht hei\u00dfen, dass das Milit\u00e4r sagt: Oh, Aung San Suu Kyi hat keinen Friedensnobelpreis mehr, wir h\u00f6ren ganz schnell auf mit dem, was wir machen. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Man muss auch deutlich sehen: Sie hat nicht die Macht. Es ist das Milit\u00e4r, was die Macht hat und was sich nicht darum k\u00fcmmert, wie das internationale Ansehen der De-facto-Pr\u00e4sidentin ist. Man kann sie nat\u00fcrlich daf\u00fcr kritisieren, dass sie nicht aufsteht und sagt: Ich verurteile den Genozid, ich stelle mich auf die Seite der Rohingya. Nur, das Ergebnis w\u00e4re dann: Moralisch w\u00e4re es sicherlich richtig, aber politisch w\u00e4re sie dann weg vom Fenster. Sie k\u00f6nnte nicht mehr mit dem Milit\u00e4r verhandeln, und sie w\u00fcrde f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, die eine ganz andere Sicht hat als wir in Westeuropa, auch nicht mehr die Funktion aus\u00fcben, die sie jetzt aus\u00fcbt.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Das w\u00e4re ja vielleicht nicht so schlimm. Ich denke, dass wir von hier aus auch Druck aus\u00fcben sollten, damit Menschenrechte akzeptiert werden, damit die inhaftierten Journalisten freigelassen werden.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Ja, das h\u00f6rt sich so toll an: Wir m\u00fcssen Druck aus\u00fcben. Aber wie sollen wir beide hier Druck aus\u00fcben?<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Zum Beispiel durch Information. Wir informieren dar\u00fcber.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Daniel Korth: Ich finde, dass man sich damit abfinden muss, dass wir in vielen Dingen doch recht ohnm\u00e4chtig sind. Was wir mitkriegen, ist ja nicht nur da. Wir h\u00f6ren von vielen Dingen, die schlecht laufen. Aber unsere Macht, irgend-etwas zu \u00e4ndern, zu verbessern bei solchen Katastrophen, die ist wirklich absolut minimal.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Bernd Dr\u00fccke: Das kann sein. Aber wenn man so argumentiert, klingt das f\u00fcr mich fatalistisch, dann ver\u00e4ndert man nichts. Das Apartheidregime in S\u00fcdafrika sa\u00df auch viele Jahre fest im Sattel. Aber die weltweite Anti-Apartheidbewegung und die jahrelangen Boykottkampagnen gegen das rassistische Regime haben schlie\u00dflich eine Wende eingeleitet. Also, das zeigt, dass es geht, durch internationalen Druck von unten.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Als Graswurzelrevolution versuchen wir auch durch \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Aufkl\u00e4rung eine Gegen\u00f6ffentlichkeit und Druck von unten herzustellen.<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Univers Condensed, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Interview: Bernd Dr\u00fccke<\/span><\/span><\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Univers Condensed, sans-serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Veranstaltungshinweis:<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><em>\u201e<span style=\"font-family: Univers Condensed, sans-serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Myanmar \u2013 Von der Diktatur zur Demokratie?\u201c Referent: Daniel Korth<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Univers Condensed, sans-serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">, <\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Univers Condensed, sans-serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>16.11.2018<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Univers Condensed, sans-serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">, 16 bis 19 Uhr in der Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung Rheinland-Pfalz, Am Kronberger Hof 6, 55116 <\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Univers Condensed, sans-serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Mainz<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Univers Condensed, sans-serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><span lang=\"de-DE\"><span style=\"font-size: medium;\">. Veranstalter: Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein-Main. Infos: <\/span><\/span><\/span><\/span><a href=\"http:\/\/www.dfg-vk-hessen.de\/bildungswerk\/myanmar\/\"><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-family: Univers Condensed, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><u>www.dfg-vk-hessen.de\/bildungswerk\/myanmar\/<\/u><\/span><\/span><\/span><\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daniel Korth (*1969) lebt in einem selbstverwalteten Wohnprojekt. In der B\u00fcrgerfunksendung Radio Graswurzelrevolution (1) interviewte ihn GWR-Redakteur Bernd Dr\u00fccke zu seiner Geschichte als Totaler Kriegsdienstverweigerer, Kabarettist und Bewegungsaktivist. Im zweiten Teil der hier f\u00fcr die GWR transkribierten Sendung spricht der Philosoph Korth \u00fcber seinen fast vierj\u00e4hrigen Aufenthalt in Myanmar. 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