{"id":18722,"date":"2018-11-29T00:55:49","date_gmt":"2018-11-28T22:55:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=18722"},"modified":"2022-07-26T13:54:05","modified_gmt":"2022-07-26T11:54:05","slug":"dezentral-und-kreativ","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/11\/dezentral-und-kreativ\/","title":{"rendered":"Dezentral und kreativ"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Hamed und sein Bruder Ahmed sind vor zweieinhalb Jahren aus Syrien gefl\u00fcchtet. Die Beiden mussten insgesamt 7.000 Euro an Schlepper bezahlen, um auf einem v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten und maroden Boot \u00fcber die \u00c4g\u00e4is nach Griechenland zu reisen und sich von dort \u00fcber die Balkanroute nach Deutschland durchzuschlagen. Weil er die Strapazen aus eigenem Erleben kennt, wei\u00df der 28-J\u00e4hrige, wie wichtig die Seenotrettung im Mittelmeer ist: \u201eMehr Helfer bedeutet weniger Tote.\u201c<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_18940\" aria-describedby=\"caption-attachment-18940\" style=\"width: 459px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Seebr\u00fcckeMS_Foto_BerndDr\u00fccke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-18940\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Seebr\u00fcckeMS_Foto_BerndDr\u00fccke-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"459\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Seebr\u00fcckeMS_Foto_BerndDr\u00fccke-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Seebr\u00fcckeMS_Foto_BerndDr\u00fccke-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Seebr\u00fcckeMS_Foto_BerndDr\u00fccke-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Seebr\u00fcckeMS_Foto_BerndDr\u00fccke-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Seebr\u00fcckeMS_Foto_BerndDr\u00fccke.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18940\" class=\"wp-caption-text\">Bastelarbeit: Seebr\u00fccke-Demonstrantinnen mit Rettungsbooten &#8211; Foto: Bernd Dr\u00fccke<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Hilfsorganisation Sea-Watch im Mittelmeer bis Oktober knapp 1800 Menschen ums Leben gekommen. Die EU kooperiert derweil mit autorit\u00e4ren Regimen, um Migrant*innen schon lange vor einer m\u00f6glichen \u00dcberfahrt zu stoppen. Die Zust\u00e4nde in den Fl\u00fcchtlingslagern an der europ\u00e4ischen Peripherie sind im Wortsinne erb\u00e4rmlich: Sie sind schmutzig und \u00fcberf\u00fcllt \u2013 aus Libyen wird sogar von \u201eKZ-\u00e4hnlichen Verh\u00e4ltnissen\u201c, von Folter und Vergewaltigung berichtet. Und die westliche Au\u00dfen- und Wirtschaftspolitik sorgt laufend f\u00fcr neue Fluchtanl\u00e4sse. <\/span><span lang=\"de-DE\">Das alles ist nat\u00fcrlich nicht neu. Doch im Sommer kam es zur Eskalation: Der neue italienische Innenminister Matteo Salvini verwehrte dem Seenotrettungsschiff \u201eLifeline\u201c mit 234 geretteten Menschen den Zugang zu italienischen H\u00e4fen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Obwohl mehrere St\u00e4dte und L\u00e4nder angeboten hatten, die Menschen aufzunehmen, musste die \u201eLifeline\u201c tagelang auf hoher See ausharren, bis sich schlie\u00dflich Malta bereiterkl\u00e4rte, einen Hafen zu \u00f6ffnen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Die versch\u00e4rfte Kriminalisierung privater Seenotrettung rief die Zivilgesellschaft auf den Plan: Aktivist*innen aus der Gefl\u00fcchtetenhilfe riefen zur Schaffung sicherer H\u00e4fen auf \u2013 die Seebr\u00fccke war geboren.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Aus einer Chatgruppe unter Berliner Kulturschaffenden und Politaktivist*innen wurde schnell eine Massenbewegung. Das hat auch mit geschickter \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu tun: Bei einem ersten Treffen am 27. Juni 2018 einigte man sich auf den Namen Seebr\u00fccke und die Farbe Orange \u2013 gewisserma\u00dfen eine eigene \u201eCorporate Identity\u201c. <\/span><span lang=\"de-DE\">Eine satirische Aktion des Peng-Kollektivs zu einer vermeintlichen \u201eInitiative Seebr\u00fccke des Bundes\u201c sorgte dann mit Unterst\u00fctzung von Schauspieler Jan Josef Liefers und Moderator Jan B\u00f6hmermann f\u00fcr bundesweite Aufmerksamkeit. <\/span><span lang=\"de-DE\">Zudem suchte Seebr\u00fccke von Anfang Kontakt zu etablierten Akteur*innen der Zivilgesellschaft, und zwar nicht nur aus der Gefl\u00fcchtetenhilfe. <\/span><span lang=\"de-DE\">Zu den Unterst\u00fctzer*innen der Bewegung geh\u00f6ren heute so unterschiedliche Organisationen wie der Chaos Computer Club, die Interventionistische Linke, das Eine Welt Netz NRW und der gemeinn\u00fctzige Verein Mensch Mensch Mensch, der f\u00fcr das Impressum der Seebr\u00fccken-Homepage verantwortlich zeichnet. <\/span><span lang=\"de-DE\">Diese Faktoren trugen zweifellos dazu bei, dass die Seebr\u00fccken-Bewegung im Sommer so rasche Verbreitung fand. Aufgrund der dezentralen Struktur der Bewegung sind genaue Angaben schwierig; doch geht man davon aus, dass sich seit Juli etwa 150.000 Menschen in 150 St\u00e4dten an Aktionen der Seebr\u00fccke beteiligt haben.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Hamed ist in der M\u00fcnsteraner Gruppe aktiv; eine deutsche Freundin hat ihn auf die Bewegung aufmerksam gemacht. \u201eEs ist wichtig zu zeigen, wie schwierig die Situation auf dem Meer ist\u201c, findet er. Dieser Gedanke vereint hier alle: Egal ob Moslem, Christin oder Atheist, ganz unabh\u00e4ngig von Parteizugeh\u00f6rigkeit oder Weltanschauung \u2013 das Sterben im Mittelmeer soll endlich aufh\u00f6ren. Derzeit sind es in der Regel zehn bis f\u00fcnfzehn Leute, meist Studentinnen und Studenten, welche die regelm\u00e4\u00dfigen Seebr\u00fccken-Treffen besuchen. Unterschiedliche politische Ansichten sind in der Praxis kaum ein Problem: Entscheidungen werden konsensorientiert und nach ausf\u00fchrlicher Diskussion getroffen. Alle Aktiven legen gro\u00dfen Wert auf parteipolitische Neutralit\u00e4t, und keine einzelne beteiligte Gruppierung hat eine F\u00fchrungsrolle. Tats\u00e4chlich sto\u00dfen einige beteiligte Gruppen eher nach Bedarf hinzu und bleiben wieder fort, sobald eine Aktion abgeschlossen ist. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Auch das \u00fcbergreifende Seebr\u00fccken-B\u00fcndnis betont Flexibilit\u00e4t und Autonomie. \u201eTeil der Seebr\u00fccke wird man, indem man sich einbringt\u201c, hei\u00dft es bei den Aktivist*innen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass lokale Gruppen oder einzelne Akteure volle Handlungsfreiheit genie\u00dfen. Die bundesweite Seebr\u00fccke \u00fcbernimmt lediglich Koordinationsaufgaben. <\/span><span lang=\"de-DE\">Diese lokale Autonomie erm\u00f6glichte eine Vielzahl phantasievoller Aktionen. So machte die M\u00fcnsteraner Gruppe im Sommer mit dem massenhaften Falten von symbolischen Papierschiffchen auf sich aufmerksam (vgl. GWR 431), w\u00e4hrend in anderen St\u00e4dten neue Formen von Demonstrationen erprobt wurden: \u201eCornern gegen Horst [Seehofer]\u201c in Leipzig, eine \u201eNachttanzdemo f\u00fcr Menschenrechte\u201c in Gie\u00dfen und \u201eFlashmobs 1405+ X\u201c in Blomberg, Detmold und Osnabr\u00fcck, um an die bis dahin 1405 im Jahr 2018 im Mittelmeer ertrunkenen Menschen zu erinnern. <\/span><span lang=\"de-DE\">In Mannheim wurden bei einer Informationsveranstaltung Spaghetti gekocht, in Kassel ging man \u201eRadeln in Orange\u201c und in Regensburg wurde ein Trauermarsch veranstaltet. Filme zu Flucht und Migration wie der Dokumentarfilm \u00fcber das Seenotrettungsschiff \u201eIuventa\u201c der NGO \u201eJugend rettet\u201c wurden in dutzenden St\u00e4dten gezeigt. <\/span><span lang=\"de-DE\">Aktivist*innen von Seebr\u00fccke besuchten einige Stadtratssitzungen, um die jeweilige lokale Politik auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen und f\u00fcr Ideen wie die \u201esolidarische Stadt\u201c zu gewinnen, bei der Sozialleistungen von Staatsb\u00fcrgerschaft und Aufenthaltsstatus entkoppelt werden. Schlie\u00dflich wurden auf den vielen Demonstrationen starke Zeichen gegen den Rechtsruck gesetzt und wertvolle Spendengelder gesammelt, die der Seenotrettung beziehungsweise der Verteidigung kriminalisierter Seenotretter zugute kommen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Und Verteidigung tut not: Die Arbeit der Seenotrettung wird insbesondere von der italienischen Regierung immer brutaler behindert. Schiffe werden beschlagnahmt oder wie \u201eLifeline\u201c und \u201eAquarius\u201c von rettenden H\u00e4fen ferngehalten. Andere werden gleich ganz am Auslaufen gehindert. Diese Blockade der zivilen Seenotrettung hat die Todesrate an der S\u00fcdgrenze der EU auf ein Rekordniveau getrieben \u2013 derzeit stirbt eine von f\u00fcnf Personen beim Versuch, das Mittelmeer zu \u00fcberqueren. <\/span><span lang=\"de-DE\">Die Blockadehaltung der italienischen Regierung hat nach Angaben der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration inzwischen dazu gef\u00fchrt, dass statt Italien nunmehr Spanien zum neuen Hauptziel illegalisierter Migration wurde.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1xrvotnKgEY\" width=\"100%\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/p>\n<h6 align=\"justify\">DFG-VK-Video zur Seebr\u00fccke-Demo in Kassel, via <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1xrvotnKgEY\">Youtube<\/a><\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">In dieser Situation setzt die Europ\u00e4ische Union verst\u00e4rkt auf Zusammenarbeit mit autorit\u00e4ren Staaten. Schon seit einiger Zeit f\u00e4ngt die EU-finanzierte libysche K\u00fcstenwache Fl\u00fcchtende sogar in internationalen Gew\u00e4ssern ab und sperrt sie in Internierungslager. Neuerdings ist auch der Weg \u00fcber Marokko nach Spanien gef\u00e4hrlicher geworden: Die marokkanische Marine er\u00f6ffnete im September das Feuer auf ein Fl\u00fcchtlingsboot, wobei eine junge Frau ums Leben kam. Auch die T\u00fcrkei setzt an der syrischen Grenze regelm\u00e4\u00dfig Schusswaffen ein \u2013 und wird von der EU mit zweistelligen Millionenbetr\u00e4gen unterst\u00fctzt. <\/span><span lang=\"de-DE\">Seit dem Jahr 2000 sind nach einer Sch\u00e4tzung von Pro Asyl an den europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen \u00fcber 35.000 Menschen ums Leben gekommen. Alle Versprechen der Politik, das Sterben zu beenden, erwiesen sich als Schall und Rauch. Und alles Gerede \u00fcber Fluchtursachen bleibt Verschleierungstaktik, solange etwa subventionierte Agrarprodukte aus Europa die afrikanischen M\u00e4rkte \u00fcberfluten; es dr\u00fcckt allenfalls den bleibenden Kontrollanspruch der fr\u00fcheren Kolonialm\u00e4chte aus. Ohne eine starke Bewegung von unten wird sich an all dem nichts \u00e4ndern. Kann die Seebr\u00fccke dazu einen Beitrag leisten?<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Nichts ist einfacher, als eine Bewegung wie Seebr\u00fccke etwa wegen ihres \u201eReformismus\u201c schlecht zu reden. Wenn sich Menschen massenhaft in Bewegung setzen, gibt es aber Wichtigeres als langwierige theoretische Diskussionen. Es mag ja sein, dass sich viele der Beteiligten Illusionen \u00fcber den menschenfreundlichen Auftrag deutscher oder europ\u00e4ischer Politik machen \u2013 was wirklich z\u00e4hlt, ist zun\u00e4chst einmal ihr Einsatz auf der Stra\u00dfe. Die Politisierung folgt in der Regel eben der Aktion und nicht andersherum. <\/span><span lang=\"de-DE\"><span lang=\"en-US\">\u201eMove your ass and your mind will follow\u201c, wie es so sch\u00f6n hei\u00dft. <\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">Auch die schlauesten Ideologiekritiker*innen haben einmal klein angefangen. So sieht es auch Jonas von der Seebr\u00fccke M\u00fcnster: \u201eSeebr\u00fccke hat mit etwas Unmittelbarem und von vielen Nachvollziehbarem angefangen: Die Emp\u00f6rung angesichts des Sterbens im Mittelmeer und der Verhinderung von Seenotrettung. Auf die Stra\u00dfe gehen, um \u201aSeenotrettung ist kein Verbrechen!\u2018 zu rufen, ist fast peinlich, wenn man eigentlich \u201aStoppt den rassistischen Genozid!\u2018 (Balibar) rufen m\u00fcsste. Und doch geht es bei Seebr\u00fccke von Anfang an um viel mehr. Denn wir fordern nicht nur die Erm\u00f6glichung von Seenotrettung, sondern die Schaffung von sicheren Fluchtwegen und die Einrichtung solidarischer St\u00e4dte. Es geht also um einen radikal anderen Umgang mit Migration und damit, denkt man es zu Ende, um deutlich andere Gesellschaftsverh\u00e4ltnisse. Deshalb hat Seebr\u00fccke ein riesiges Potential, Menschen nicht nur auf die Stra\u00dfe zu bringen, sondern auch zu einer im Namen des Lebens der M<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_18942\" aria-describedby=\"caption-attachment-18942\" style=\"width: 462px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/44792908332_66a851db64_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-18942\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/44792908332_66a851db64_b-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"462\" height=\"308\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/44792908332_66a851db64_b.jpg 1024w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/44792908332_66a851db64_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/44792908332_66a851db64_b-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/44792908332_66a851db64_b-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18942\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Till Westermayer &#8211; via flickr (<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\/\">CC BY-SA 2.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">enschen, der realen Gleichheit und Freiheit notwendigen Gesellschaftskritik beizutragen.\u201c <\/span><span lang=\"de-DE\">Manch eine\/r mag auch den Fokus auf Symbolpolitik bem\u00e4ngeln: Pappschiffchen und Flashmobs \u00e4ndern nichts an realen Machtverh\u00e4ltnissen und m\u00f6gen in gewisser Hinsicht, wie die Rapperin Sookee gegen\u00fcber der taz bemerkte, \u201ehippiesker Schei\u00df aus den 80er Jahren\u201c sein. Doch sollte man die Bedeutung einer guten \u00d6ffentlichkeitsarbeit nicht untersch\u00e4tzen, wie Sookee im gleichen Gespr\u00e4ch betonte: \u201eMein Foto mit einer Rettungsweste wird Seehofer nicht umstimmen. Aber es geht ja auch darum, diesen Leuten klarzumachen, dass sie nicht die Hegemonie bilden.\u201c <\/span><span lang=\"de-DE\">In Zeiten von Trump, AfD und st\u00e4ndiger Hetze gegen Gefl\u00fcchtete ist eine Bewegung wie Seebr\u00fccke ein wichtiger erster Schritt aus der Defensive. <\/span><span lang=\"de-DE\">Skeptiker*innen seien an Bertolt Brecht erinnert: Wer k\u00e4mpft, kann verlieren. Wer nicht k\u00e4mpft, hat schon verloren.<\/span><\/p>\n<p align=\"right\"><strong><span lang=\"de-DE\">Stephan<\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamed und sein Bruder Ahmed sind vor zweieinhalb Jahren aus Syrien gefl\u00fcchtet. 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