{"id":19217,"date":"2019-01-25T00:57:29","date_gmt":"2019-01-24T22:57:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=19217"},"modified":"2022-07-26T13:45:03","modified_gmt":"2022-07-26T11:45:03","slug":"immer-was-los-in-castle-rock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/01\/immer-was-los-in-castle-rock\/","title":{"rendered":"Immer was los in Castle Rock"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/CastleRock_Artwork.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-19218 alignleft\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/CastleRock_Artwork.jpg\" alt=\"\" width=\"247\" height=\"367\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/CastleRock_Artwork.jpg 247w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/CastleRock_Artwork-202x300.jpg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a>Im Horrorfilm wird gemeinhin mit \u00c4ngsten jedweder Art gespielt. Als besonders anziehend wirkt zumeist das Schl\u00fcsselelement der Nacht: Wenn die Augen den Dienst versagen, Ger\u00e4usche unheimlich werden, weil sie nicht zugeordnet werden k\u00f6nnen und uns das Unbekannte umgibt, dann haben wir einen guten Ausgangspunkt, um ins Gruseln einzutauchen. Dass man im Filmischen schon l\u00e4ngst niemanden mehr allein mit dem Element der Nacht verschreckt hinter die Couch treibt, braucht keiner besonderen Erw\u00e4hnung. Das Anschauen von Horrorfilmen jagt uns vielleicht nicht direkt Angst ein, denn als Zuschauer befinden wir uns selbstredend in Sicherheit. Wir sind ja nur Au\u00dfenstehende. Beobachter. Dies erm\u00f6glicht uns eine Freude beim Gruseln und Erschrecken zu empfinden. Bevorzugt bei eben dem, was man nicht sieht, was also ausschlie\u00dflich in unserer Vorstellung geschieht. Wenn sich nun Elemente der Genres Thriller, Science-Fiction und Mystery zum Horror gesellen, dann finden wir uns sehr wahrscheinlich in der neuen US-amerikanischen Serie aus dem Jahr 2018 von J.J. Abrams und Stephen King wieder, die nun mit zehn Episoden in der ersten Staffel in Deutschland startet: \u201eCastle Rock\u201c. Wie so oft bei den Werken Stephen Kings (71) ist Haupthandlungsort eine verschlafene Stadt in Maine, die durchschnittlicher und kleinb\u00fcrgerlicher kaum sein k\u00f6nnte. Im Provinzst\u00e4dtchen Castle Rock leben 1500 Menschen, die mit allerhand Problemen zu k\u00e4mpfen haben, mit denen Menschen sich nun mal so herumschlagen m\u00fcssen. Basierend auf zahlreichen Kurzgeschichten und Filmen Kings dreht sich auch hier viel um Mystisches, den Wahnsinn, das B\u00f6se und den Tod.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_19220\" aria-describedby=\"caption-attachment-19220\" style=\"width: 289px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Stephen-King.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-19220\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Stephen-King.jpg\" alt=\"\" width=\"289\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Stephen-King.jpg 471w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Stephen-King-300x382.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Stephen-King-236x300.jpg 236w\" sizes=\"auto, (max-width: 289px) 100vw, 289px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-19220\" class=\"wp-caption-text\">Stephen King &#8211; Foto: Pinguino Kolb [<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\">CC BY 2.<\/a>0) ], via Wikimedia Commons<\/figcaption><\/figure>Gleich zu Beginn wird der Zuschauer durch den Suizid des Gef\u00e4ngnisdirektors Dale Lacy (Terry O&#8217;Quinn) an die Handlung herangef\u00fchrt und gefesselt. Fortlaufend wird viel auf Bildsprache und die daran gekn\u00fcpfte Selbsterkl\u00e4rung der Zusammenh\u00e4nge gesetzt. Untermalt wird das Mystische durch die ents\u00e4ttigten Farben, sowie Ort- und Zeitspr\u00fcnge. Mal bewegen wir uns im Winter des Jahres 1991, dann im Sommer 2018. Der Erz\u00e4hlstrang mit seinen Spr\u00fcngen und Flashbacks ist wichtig, zeigt er doch zunehmend, dass scheinbar alles und jeder miteinander verbunden ist. Die Charaktere sind sorgf\u00e4ltig ausgearbeitet und laden dazu ein, mehr \u00fcber sie und ihre Beziehungen zueinander erfahren zu wollen. Im Mittelpunkt steht zweifelsohne der namenlose Gefangene (Bill Skarsg\u00e5rd), der von dem Wachmann Dennis Zalewski (Noel Fisher) aus dem Keller des \u00f6rtlichen Gef\u00e4ngnisses aus einem Verschlag befreit wird, in dem er offensichtlich mehrere Jahre, vielleicht sein ganzes Leben, zugebracht hat. Das einzige, was er nach der Abgabe seiner Fingerabdr\u00fccke sagt, ist der Name \u201eHenry Matthew Deaver\u201c. Der wiederum ist ein 39-j\u00e4hriger Rechtsanwalt (Andr\u00e9 Holland), der wegen des Unbekannten in seine Heimatstadt zur\u00fcckkehrt, wo er auf seine Jugendfreundin Molly (Melanie Lynskey), einer Immobilienmaklerin mit Drogenproblem, trifft. R\u00fcckblenden in das Jahr 1991 zeigen, dass Henry als zehnj\u00e4hriger elf Tage lang verschwunden war und von dem Sheriff Alan Pangborn (Scott Glenn) gefunden und zu seiner Mutter Ruth (Sissy Spacek) zur\u00fcckgebracht wurde. Im Jahr 2018 leben Alan und Ruth zusammen in ihrem Haus, was bei Henry wenig Freude ausl\u00f6st. F\u00fcr Filmfreunde im Allgemeinen und f\u00fcr Stephen King-Freunde im Besonderen gibt es neben den Hauptcharakteren auch allerhand um sie herum zu entdecken. So finden sich zahlreiche Anspielungen auf Kings Filme, in denen es sich bekannterma\u00dfen auch immer um das B\u00f6se dreht. Und wo das B\u00f6se zu Werke schreitet, muss es auch immer ein Gef\u00e4ngnis geben: Hier ist es das Shawshank, das bereits im Film \u201eShawshank Redemption\u201c (Die Verurteilten, 1994) zu sehen war. Hier haben wir sogleich mehrere Verbindungen: Zum einen also der Name des Gef\u00e4ngnisses, zum anderen gibt es in der Stadt eine Redemption Road und der Bus, mit dem Henry in die Stadt kommt, tauchte ebenfalls schon in \u201eDie Verurteilten\u201c auf. Dieser kleinen Easter Eggs gibt es viele. Schon im Einspieler, in dem beispielsweise das Wort REDRUM (The Shining, 1980) ebenso auftaucht wie die Zeile \u201eThe Mouse on the Mile\u201c, was nicht die einzige Anspielung auf The Green Mile (1999) ist. Denn die Maus, nennen wir sie hier auch einfach mal \u201eMr. Jingles\u201c, huscht in einer Szene im Gef\u00e4ngnis durchs Bild. Aber wie es mit Stephen King eben so ist: Sie stirbt.<\/p>\n<p>Damit steht sie nicht alleine da, denn in der Serie wird viel gestorben. Einer der Suizidenten ist der Bruder Lacys, der sich im Football-Maskottchen-Kost\u00fcm im Jahre 1961 vom Dach der Schule in den Tod st\u00fcrzt. Eine Szene, bei der man sich unweigerlich an den Film Das Omen (1976) erinnert f\u00fchlt. Wenngleich dieser nicht aufs King-Konto geht. Und wenn wir schon im Jahr 1976 sind: Sissy Spacek, war Carrie im gleichnamigen Film. Der Namenlose spielte \u00fcbrigens Pennywise in \u201eES\u201c. Dem Remake von 2017, nicht in dem Film von 1990. Kleine Randbemerkungen. Eine Figur, die immer wieder im \u201eKing-Kosmos\u201c auftaucht, wie Georg See\u00dflen es einst so sch\u00f6n nannte, ist die des Alan Pangborn. Zum Beispiel in The Dark Half (Stark, 1993), der von George A. Romero verfilmt wurde. Ohnehin sind es die vielen Kleinigkeiten, die beim Verfolgen der Handlung viel Entz\u00fccken bereiten und Raum f\u00fcr Interpretationen schaffen. So taucht, fast nebenbei, in einer Bar eine junge Frau auf: Jackie Torrance (Jane Levy). Wer Shining gesehen hat, muss unweigerlich schmunzeln, sobald Jackie ihren Namen nennt. Denn der Familienvater Jack Torrance (Jack Nicholson), der Frau und Kind in dem Hotel, das er \u00fcber die Wintermonate als Hausmeister in Stand halten soll, umzubringen versucht, ist das klassische Sinnbild f\u00fcr Wahnsinn.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/gXsKCQenpt0\" width=\"100%\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Man darf gespannt sein, wie sich die junge Dame dahingehend in Castle Rock noch einbringen wird. Weniger naheliegend, dennoch aber m\u00f6glich, ist der Schlag den man bei einer R\u00fcckblende der Kamerafahrt vorbei an einem Tisch, auf dem eine Schreibmaschine steht, zu Misery (1990) f\u00fchren kann. Es gibt also neben dem Plot allerhand zu entdecken, auch f\u00fcr jene, die nicht besonders bewandert im King-Kosmos sind. Dahingehend haben die Autoren Sam Shaw, Dustin Thomason, Mark Lafferty, Vinnie Wilhelm und Scott Brown ganze Arbeit geleistet. Wirklich gruseln l\u00e4sst es sich zwar nicht, aber spannend ist die Serie allemal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Horrorfilm wird gemeinhin mit \u00c4ngsten jedweder Art gespielt. Als besonders anziehend wirkt zumeist das Schl\u00fcsselelement der Nacht: Wenn die Augen den Dienst versagen, Ger\u00e4usche unheimlich werden, weil sie nicht zugeordnet werden k\u00f6nnen und uns das Unbekannte umgibt, dann haben wir einen guten Ausgangspunkt, um ins Gruseln einzutauchen. 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