{"id":19481,"date":"2019-03-05T02:13:12","date_gmt":"2019-03-05T00:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=19481"},"modified":"2019-03-08T10:29:46","modified_gmt":"2019-03-08T08:29:46","slug":"atomkraft-brandgefaehrlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/03\/atomkraft-brandgefaehrlich\/","title":{"rendered":"Atomkraft brandgef\u00e4hrlich"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Protestierenden forderten Aufkl\u00e4rung und die endg\u00fcltige Stilllegung der Anlage. Die Landesregierung genehmigte aber nach knapp zwei Monaten die Wiederinbetriebnahme der Anlage. Viele Fragen zum Unfallhergang bleiben offen, wie beispielsweise das Verschwinden von 1000 Liter mit Uran kontaminiertem Wasser. <\/span><span lang=\"de-DE\">Wie ein Schwerverbrecher wird aber nicht der Betreiber der Anlage behandelt, viel mehr werden die Atomkraftgegner*innen mit absurden Anzeigen der Polizei im Zuge von Demos konfrontiert. Doch der Widerstand l\u00e4sst sich nicht einsch\u00fcchtern.<\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Brand im nuklearen Bereich<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Als es am 6. Dezember brannte und die gesamten Feuerwehren aus der Umgebung alarmiert wurden, informierte der Betreiber der Anlage, Advances Nuclear Fuel (ANF) \u2013 Framatome (Ex-AREVA), die Bev\u00f6lkerung erst Stunden sp\u00e4ter. Die Lokalzeitung verfolgte den Einsatz und r\u00e4tselte \u00fcber Gr\u00fcnde und Ausma\u00df. Der NDR meldete den Vorfall mit rund zwei Stunden Verz\u00f6gerung.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Am Tag danach hie\u00df es dann seitens des Betreibers und der Beh\u00f6rden, der Katastrophenschutz habe sehr gut funktioniert. Die Feuerwehr sei um 19:40 Uhr alarmiert worden, der Brand sei um 21:12 Uhr gel\u00f6scht gewesen. Es habe sich lediglich um einen Kleinbrand gehandelt, es sei keine Radioaktivit\u00e4t aus dem Geb\u00e4ude ausgetreten. Berichten zufolge ereignete sich der Unfall im nicht-nuklearen Bereich. <\/span><span lang=\"de-DE\">Doch Meldungen, wonach die Produktion nun nach dem Unfall still stehen m\u00fcsse, lie\u00dfen aufhorchen. Das Selbstlob der Beh\u00f6rden \u00fcber den erfolgreichen Katastrophenschutz hinterlie\u00df einen faden Beigeschmack, insbesondere bei Einwohner*innen, die \u00fcber Stunden keinerlei Informationen erhielten.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Hier ist etwas faul, dachten sich viele.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Dies best\u00e4tigte sich wenige Tage sp\u00e4ter, als am 10.12. bekannt wurde, der Unfall habe sich doch im nuklearen Bereich ereignet. Der Betreiber sprach aber weiterhin von einem Kleinbrand auf 40 mal 40 Zentimetern Fl\u00e4che. (1) <\/span><span lang=\"de-DE\">Bilder vom Brandort, die im Umweltausschuss des nieders\u00e4chsischen Landtages den Abgeordneten zur Verf\u00fcgung gestellt wurden, lassen daran Zweifel aufkommen (2). <\/span><span lang=\"de-DE\">Sie zeigen einen vollkommen zerst\u00f6rten Raum. Dieser wird nach Angaben des Betreibers zur Reduzierung uranhaltiger Abfallstoffe genutzt. Man fragt sich aber, wie es zu der Explosion von 55 Liter Wasserstoff an einem nuklearen Verdampfer kommen konnte. Diese Angabe stammt vom Umweltministerium. Der Betreiber, der nach Bekanntwerden der ersten Falschmeldung seine Pressestelle abschaltete, meldete sich erst am 13. Dezember wieder zu Wort und betonte, es sei \u201enur\u201c eine Verpuffung gewesen. (3)<\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Viele Fragen zum Unfallhergang bleiben offen<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Ob Explosion oder Verpuffung: R\u00e4tselhaft bleibt, wie es angesichts dessen, dass drei Tage vor dem Unfall am Brandort keine Stoffe verdampft worden sein sollen, zur Explosion kommen konnte. <\/span><span lang=\"de-DE\">Antiatominitiativen haben Mitte Januar 2019 Umweltminister Lies einen Fragenkatalog zukommen lassen. Das nieders\u00e4chsische Umweltministerium zeigte jedoch kein Interesse an Transparenz. Am 4. Februar hie\u00df es lapidar, man habe dem Betreiber die Genehmigung erteilt, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen (4). <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Fragen blieben unbeantwortet. Das Ministerium verwies auf die Ergebnisse einer Pr\u00fcfung durch den T\u00dcV. Dass T\u00dcV-Begutachtungen nicht immer Qualit\u00e4t versprechen, haben wir gerade erst in Brasilien mit dem Bruch des Dammes einer Uranerzmine erlebt, der mehrere Hundert Tode zur Folge hatte. Der T\u00dcV hatte wenige Monate zuvor die Anlage untersucht. Externe Gutachter wurden im Fall Lingen nicht beauftragt.<\/span> <span lang=\"de-DE\">Ungekl\u00e4rt ist in Lingen nach wie vor der Verbleib von 1000 Liter ausgelaufenem uranhaltigem Wasser. Sie sollen \u201eaufgefangen\u201c worden sein. Aber was hei\u00dft das? (5) In Luft wird sich der radioaktive Schlamm nicht aufgel\u00f6st haben. <\/span><span lang=\"de-DE\">In einem NDR-Bericht hie\u00df es auch, dass \u201eder Arbeitsplatz, an dem das Feuer ausgebrochen ist, nicht mehr genutzt werden\u201c d\u00fcrfe (6). <\/span><span lang=\"de-DE\">Man fragt sich, wieso die Brennelementefertigung wieder aufgenommen werden durfte, wenn das Labor nicht genutzt werden darf. In Labor-Analysen wurde ANF Framatome zufolge eine Qualit\u00e4tspr\u00fcfung der Brennelemente durch gef\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Zwischenf\u00e4lle ohne Ende<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Der j\u00fcngste Brand im nuklearen Bereich der Fabrik in Lingen ist nur die Spitze des Eisbergs. Seit Inbetriebnahme gab es rund 150 meldepflichtige Ereignisse. Allein im November 2018 kam es zu zwei meldepflichtigen Vorkommnissen. Ein schwerer Unfall kann sich jederzeit ereignen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Der Brand vom Dezember zeigt, dass sowohl der Betreiber als auch die Beh\u00f6rden im Krisenfall unzuverl\u00e4ssig sind. Radioaktivit\u00e4t riecht nicht. Radioaktivit\u00e4t ist unsichtbar. Die Kontamination ist schleichend, ihre Auswirkungen auf Menschen und Tiere sind erst mit Verz\u00f6gerung feststellbar. Die Atomlobby hat es leicht, zu vertuschen, um ihre Gesch\u00e4fte zu sch\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Atomausstieg bleibt Handarbeit <\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">In der Lingener Fabrik werden aus angereichertem Uran Brennelemente gefertigt, die in Atomreaktoren in der ganzen Welt eingesetzt werden. 90 Prozent der Produktion geht ins Ausland. Trotz des durch die Bundesregierung beschlossenen Atomausstiegs hat die Lingener Fabrik eine unbefristete Betriebserlaubnis \u2013 genauso wie die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau. Eine rechtssichere Stilllegung beider Anlagen ist laut einem Gutachten m\u00f6glich. Es fehlt der politische Wille. <\/span>\u201e<span lang=\"de-DE\">Atomausstieg bleibt Handarbeit\u201c, ist die logische Schlussfolgerung. Aus diesem Grund gab es im Dezember 2018 und Januar 2019 vor der Wiederinbetriebnahme der Anlage zahlreiche Aktionen. Die Polizei zeigte sich mit strafrechtlichen Vorw\u00fcrfen kreativ.<\/span><\/p>\n<h5 align=\"left\"><span lang=\"de-DE\">Schikane gegen Versammlungsteilnehmer*innen<\/span><\/h5>\n<p align=\"left\"><span lang=\"de-DE\">So wurde sich auf Mahnwachen und Demos mit zwischen 30 und 200 Teilnehmer*innen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe von Fahnenstangen bis vor dem Verwaltungsgericht gestritten, ein Demonstrant wurde angezeigt, weil seine Fahnenstange nicht die durch die Polizei bestimmte Gr\u00f6\u00dfe hatte. <\/span><span lang=\"de-DE\">Anl\u00e4sslich einer Demo gegen das 40-j\u00e4hrige Bestehen der Brennelementefabrik am 19. Januar 2019 stiegen zwei Umweltaktivistinnen den Verantwortlichen der Lokalpolitik aufs Dach, um sie an ihre Verantwortung zu erinnern. <\/span><span lang=\"de-DE\">Sie und zwei Unterst\u00fctzer wurden daraufhin wegen Hausfriedensbruch und Sachbesch\u00e4digung angezeigt, obwohl das Vordach vom neuen Rathaus nicht eingefriedet ist und die Aktivist*innen zu keinem Zeitpunkt eingedrungen sind oder es vorhatten. Die Polizei verbreitete Fake News mit der Behauptung, das Glasdach sei besch\u00e4digt worden. Dabei ist das Vordach gar kein Glasdach und nach Aussage eines Lokalpolitikers ist dieses Dach seit Monaten Thema im Stadtrat, weil es undicht ist (7). <\/span><span lang=\"de-DE\">Als die Kletterinnen vom Dach des neuen Rathauses in der Lingener Innenstadt herunterstiegen, wurden sie durch Menschen in Zivil, die sich wie Hooligans verhielten und sich zu keinem Zeitpunkt als Polizist*innen auswiesen, \u00fcberfallen. Eine Aktivistin wurde in ein Auto gebracht. Demonstrant*innen protestierten dagegen und stellten sich vor das Auto. Sie wurden schlie\u00dflich durch uniformierte Polizisten weggedr\u00e4ngt bzw. weggetragen. Die Aktivistin wurde zur Polizeiwache gebracht. Im Nachhinein erhielt eine Demonstrantin eine Vorladung der Polizei mit dem Vorwurf \u201eN\u00f6tigung\u201c und \u201eGef\u00e4hrlicher Eingriff in den Stra\u00dfenverkehr\u201c \u2013 durch Sitzenbleiben auf einem Rollstuhl!?<\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Atomkraft? Brandgef\u00e4hrlich!<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Zwei Tage sp\u00e4ter, gegen 5:30 Uhr morgens, versammelten sich 15 Aktivist*innen vor der Uranfabrik von ANF \u2013 Framatome und versperrten die Hauptzufahrt mit zwei sechs Meter hohen Tripods. \u201eAtomkraft ist Brandgef\u00e4hrlich\u201c stand auf dem zwischen den zwei Gestellen gespanntem Banner. Die Polizei zeigte sich auch hier aggressiv. <\/span><span lang=\"de-DE\">Ein Polizist entwendete als Erstes die mit einem Atomzeichen zur symbolischen Darstellung des Brandes in der Brennelementefabrik versehene Feuertonne der Demonstrant*innen, die zuvor etwas W\u00e4rme in der eisigen Nacht (-6 Grad) spendete. Er st\u00fcrmte ohne Vorwarnung auf die Gruppe zu und fasste die gl\u00fchende Feuertonne mit beiden H\u00e4nden an, um diese zur Seite zu werfen. Die Tonne wurde anschlie\u00dfend mit einem Feuerl\u00f6scher gel\u00f6scht. Es entstanden Bilder mit gespenstischer Stimmung, als w\u00e4re es der Rauch und Schaum vom Unfall in der Anlage. Die Aktivist*innen bedankten sich bei der Polizei f\u00fcr ihre Mitwirkung an der Gesamtchoreographie. <\/span><span lang=\"de-DE\">Die Polizei legte es offensichtlich darauf an, den Demonstrierenden ihre Kundgebungsmittel und ihren Schutz vor K\u00e4lte wegzunehmen, damit sie ihre Demo von selbst beenden, weil die Aktion keine Bilder mehr f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit liefert und die Beteiligten frieren. Die Polizei beschlagnahmte Transparente, dutzende Wasserb\u00e4lle mit Atom-Symbol, St\u00fchle, Isomatten und sogar containertes Sushi. Ein Polizist versuchte einem Aktivisten beim Vorbeilaufen die M\u00fctze vom Kopf zu rei\u00dfen. <\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Aushilfe durch Maschinenf\u00fchrer im Nazi-Outfit f\u00fcr das SEK<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Gegen 9:30 Uhr erschien eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei aus Osnabr\u00fcck und ein Sondereinsatzkommando aus Hannover f\u00fcr die R\u00e4umung. Die Bereitschaftspolizei r\u00e4umte zuerst in unprofessioneller Art und Weise die Aktivist*innen am Boden. Auch jene, die zur Verhinderung eines m\u00f6glichen Kippens des Dreibeins an den F\u00fc\u00dfen standen, wurden ger\u00e4umt.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">F\u00fcr Aufregung sorgte die R\u00e4umung der beiden Kletter*innen durch ein SEK. Die Firma Rosen Technology stellte daf\u00fcr \u2013 und dies nicht zum ersten Mal \u2013 einen Teleskopstapler mit Korb f\u00fcr die R\u00e4umung der Kletter*innen zur Verf\u00fcgung. <\/span><span lang=\"de-DE\">Der Fahrer wurde befragt, ob er einen Schein zur Bedienung der Maschine mit Menschen im Korb besitze. Die Frage wurde verneint. Die erforderliche Zusatzqualifikation besa\u00df er nicht. Der Einsatz wurde trotzdem fortgesetzt. Mit einem Polizisten im Korb und einem weiteren au\u00dferhalb, was nach Unfallverh\u00fctungsvorschriften unzul\u00e4ssig ist. <\/span><span lang=\"de-DE\">Unheimlich wirkte es auf die Beteiligten, als diese feststellten, dass der Maschinenf\u00fchrer unter seiner Arbeitsjacke der Firma Rosen, ein Oberteil mit dem Thor Steinar Logo, einer Nazi-Marke, trug. <\/span><span lang=\"de-DE\">Gegen 10:30 Uhr hatte das SEK schlie\u00dflich mit Unterst\u00fctzung des Maschinenf\u00fchrers die beiden Aktivist*innen zu Boden gebracht.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Beschlagnahme der Tripods, Banner, Strohs\u00e4cke, St\u00fchle, B\u00e4lle, etc. wurde durch das Amtsgericht Osnabr\u00fcck unter Missachtung des Rechtes der Beteiligten auf rechtliches Geh\u00f6r best\u00e4tigt. Den Aktivist*innen wird N\u00f6tigung vorgeworfen. Obwohl die Mitarbeiter*innen die Stelle zu Fu\u00df passieren konnten und lediglich die Hauptzufahrt, nicht aber die sekund\u00e4re Zufahrt blockiert wurden. Das Ganze wird ein juristisches Nachspiel haben. Die Beteiligten sehen dies als eine Gelegenheit, die Anlage, ihre St\u00f6rf\u00e4lle und ihren unbefristeten Betrieb trotz Atomausstiegs \u00f6ffentlich zu thematisieren.<\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Schlie\u00dfung der Brennelementefabrik ist m\u00f6glich<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Es ist rechtlich m\u00f6glich, die Brennelementefabrik Lingen zu schlie\u00dfen \u2013 ohne Verpflichtung, Schadenersatz an Framatome zu leisten. Dazu gibt es sogar ein im Auftrag des Bundesministeriums erstelltes rechtliches Gutachten. (8) <\/span><span lang=\"de-DE\">Die franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden gehen davon aus, dass ein Teil der Lingener Anlage 2021 geschlossen wird. Auf dem Gel\u00e4nde der Orano (Ex-AREVA) Uranfabrik in Narbonne Malv\u00e9si soll k\u00fcnftig abgereichertes Uran in Uranoxid (UO2) verwandelt werden. Der Stoff wird f\u00fcr die Produktion von plutoniumhaltigen &#8211; gef\u00e4hrlichen &#8211; Brennelementen (MOX) verwendet. Die Inbetriebnahme einer solchen Anlage in Narbonne h\u00e4tte viele Atomtransporte zur Folge, da MOX nicht vor Ort produziert wird, sondern im Melox-Werk in Marcoule im D\u00e9partement Gard. <\/span><span lang=\"de-DE\">Aus den Genehmigungsunterlagen ist zu entnehmen, dass die franz\u00f6sische Anlage genehmigt wird, weil die Anlage in Deutschland bei Framatome Lingen 2021 geschlossen wird. (9)<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Produktion von UO2 betrifft einen Teil der Lingener Produktion, von einer Einstellung dieser Produktion, die Auswirkung auf die Gesamtproduktion h\u00e4tte, sickerte jedoch nichts in die deutsche \u00d6ffentlichkeit. Darum die berechtigte Frage, ob der franz\u00f6sische Genehmigungsbescheid fehlerhaft ist? Orano will die Produktion so bald es geht starten. Unter anderem weil das aktuelle Gesch\u00e4ft mit dem Uranerzkonzentrat nicht so wie vorgesehen l\u00e4uft (7.000 statt 10.000 Tonnen UF4 im Jahr 2017). Die Produktion von 300 Tonnen UO2 soll das Gesch\u00e4ft wieder beleben. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die UO2 Anlage ist besonders umstritten, weil sich im September 2018 ein Unfall mit alten UO2 F\u00e4ssern ereignete, die auf dem Gel\u00e4nde von Orano in Narbonne seit Anfang des Jahrhunderts herum lagen. Ein Fass explodierte als es ge\u00f6ffnet wurde. Orano zufolge gab es am Unfalltag keine radioaktive Freisetzung. <\/span><span lang=\"de-DE\">Am 22. November 2018 wurde jedoch bekannt, dass ein weiterer Zwischenfall aus dem Sommer 2018 durch Orano falsch eingesch\u00e4tzt wurde. Zwei Container schlugen am 23. Juli und 6. August in der Uranhexafluorid-Anlage in Tricastin Leck. Orano teilte ebenfalls mit, es habe keine Gef\u00e4hrdung gegeben. Radioaktivit\u00e4t wurde im Geb\u00e4ude festgestellt, jedoch nicht au\u00dferhalb. Dies verleitete Orano dazu, den Zwischenfall auf Niveau 0 der Skala atomarer Zwischenf\u00e4lle einzustufen. Die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde hat den Fall untersucht und es wurde festgestellt, dass die Messger\u00e4te im Au\u00dfenbereich gar keinen Alarm schlagen konnten, denn sie waren falsch kalibriert. Der Zwischenfall wurde auf Stufe 1 hoch gestuft (10). Wenn ein Betreiber schreibt, dass keine Radioaktivit\u00e4t ausgetreten ist, muss es also nicht stimmen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">In Narbonne soll die Anlage au\u00dferdem um eine Atomm\u00fcllverbrennungsanlage Namens THOR erweitert werden. Die Anlage wird giftige Stoffe wie NOX, COV, aussto\u00dfen und 80.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr verschwenden. Hinzu kommt, dass f\u00fcr die Verbrennung 5.700 Tonnen Steinkohle pro Jahr verfeuert werden m\u00fcssen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Gegen die Neubaupl\u00e4ne regt sich in Narbonne Widerstand. 800 Menschen demonstrierten am 24. November 2018. <\/span><span lang=\"de-DE\">Atomkraftgegner*innen aus Deutschland und Frankreich bleiben au\u00dferdem vernetzt, um gemeinsam dagegen anzugehen. Atomtransporte stoppen ist weiter angesagt. Den Atomkraftwerken muss weltweit der Rohstoff entzogen werden. Ob die Brennelementefabrik Lingen stillgelegt wird, ist eine politische Frage. Darum machen die Atomkraftgegner*innen Druck. Atomausstieg ist Demo-, Blockade-, Kletter-, Seil- und Handarbeit!<\/span><\/p>\n<p align=\"right\"><strong><span lang=\"de-DE\">Eichh\u00f6rnchen<\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Protestierenden forderten Aufkl\u00e4rung und die endg\u00fcltige Stilllegung der Anlage. 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