{"id":19488,"date":"2019-03-05T02:11:54","date_gmt":"2019-03-05T00:11:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=19488"},"modified":"2019-03-22T21:43:46","modified_gmt":"2019-03-22T19:43:46","slug":"solidaritaet-ist-das-wichtigste-wenn-es-um-feminismus-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/03\/solidaritaet-ist-das-wichtigste-wenn-es-um-feminismus-geht\/","title":{"rendered":"\u201eSolidarit\u00e4t ist das Wichtigste, wenn es um Feminismus geht\u201c"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\"><strong>Marvin Feldmann: K\u00f6nnt ihr uns etwas zur Geschichte des 8. M\u00e4rz sagen? In welchem Kontext ist dieser Tag zum Frauen*kampftag geworden? Welche Bedeutung hat er heute f\u00fcr euch?<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Kerstin Wilhelms-Zywocki: Der Frauen*kampftag ist um 1900 herum entstanden, im Kontext der Bewegungen f\u00fcr das Frauenwahlrecht. Da gab es viele verschiedene Gruppierungen, auch b\u00fcrgerliche wie zum Beispiel die Suffragetten, aber auch sozialistische Bewegungen in der Internationalen. In Deutschland ist das vor allem mit dem Namen Clara Zetkin verbunden. Sie hat 1910 die Einf\u00fchrung des Frauentags, den es in den USA seit 1909 gibt, vorgeschlagen. 1911 wurde dann der erste Frauentag organisiert. Es drehte sich zu der Zeit viel um das Wahlrecht, dessen 100-j\u00e4hriges Bestehen wir dieses Jahr feiern. Sp\u00e4ter stand zum Beispiel der Erste Weltkrieg als Thema im Vordergrund.<\/p>\n<p align=\"left\">Der Frauen*kampftag war immer auch ein Spiegel der Gesellschaft, die Themen, die dort diskutiert wurden, waren stets f\u00fcr die Gesellschaft als Ganzes wichtig. Das betrifft auch deine zweite Frage zur Bedeutung des Tags heute: Wenn wir heute auf feministische Debatten und Geschlechterkonstruktionen blicken, lernen wir viel davon, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Wichtig ist der Tag, um die verschiedenen Perspektiven von Frauen* in verschiedenen Lebenssituationen und Gesellschaften sichtbar zu machen und sich f\u00fcr die Rechte von Frauen* in unterschiedlichen Lebensphasen einzusetzen. Damit ist nicht nur der Gender Pay Gap (2) beziehungsweise das geschlechtsspezifische Lohngef\u00e4lle gemeint, sondern auch die spezifische Position von Frauen* beispielsweise in Fluchtsituationen, in Kriegsgebieten oder in ausgebeuteten Arbeitsverh\u00e4ltnissen. Diese Perspektiven machen wir stark am 8. M\u00e4rz.<\/p>\n<p align=\"left\">Marina Minor: Ich verbinde mit dem Frauen*kampftag den Streik 1917 in Petrograd (heute St. Petersburg), der von Textilarbeiterinnen losgetreten wurde. In Russland gab es zu der Zeit noch den Julianischen Kalender, d.h. nach deren Kalender war das eigentlich der 23. Februar, aber der hat mit dem 8. M\u00e4rz korrespondiert. Am internationalen Frauenkampftag waren Demonstrationen und Streiks \u00fcblich. 1917 befand sich Russland im Krieg. Die gesellschaftliche Situation war von extremer Armut und Elend gepr\u00e4gt, viele M\u00e4nner sind im Krieg gestorben. In Petrograd sind 90.000 Textilarbeiterinnen in den Streik getreten. Sie haben dann auch ihre Kollegen und Kolleginnen aus den Metallbetrieben mobilisiert, sodass sich eine Dynamik in der Stadt entwickelt und fast die H\u00e4lfte der Industriearbeiterinnen gestreikt hat. Sie haben Brot, Frieden und Freiheit gefordert und auch gegen die Zaren-Diktatur gestreikt. Das Interessante war, dass sich die politischen Komitees erst mal gegen den Streik ausgesprochen haben, weil sie sich vor einer Niederlage gef\u00fcrchtet haben. Das hat die Streikenden trotzdem nicht abgehalten. Im Verlauf der Geschichte kam ein revolution\u00e4rer Prozess ins Rollen. Der H\u00f6hepunkt war im Oktober 1917, als das Proletariat die Macht unter der F\u00fchrung der Bolschewiki \u00fcbernommen hat. Nach der Revolution hatten Frauen die M\u00f6glichkeit und das Recht auf kostenlose Abtreibung, gleiche Rechte in der Ehe, die Scheidung war m\u00f6glich ohne viel Aufwand, gleicher Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit. Hausarbeit sollte nach und nach vergesellschaftet werden, sodass die Leute auch weniger von der Familie abh\u00e4ngig sein und ohne Zwang leben konnten. Die Leute haben versucht, \u00f6ffentliche K\u00fcchen und W\u00e4schereien einzurichten, sodass solche Hausarbeiten kollektiv \u00fcbernommen werden konnten. Das ist auch aus einer Notwendigkeit entstanden, weil die Menschen ihre materielle Lebensgrundlage sichern mussten. Russland war damals ein sehr armes Land. Auch die Situation f\u00fcr Homosexuelle und transsexuelle Personen war in dieser Anfangsphase der Revolution besser. All diese Sachen wurden dann im Verlauf, teilweise unter Lenin, sp\u00e4testens aber unter Stalin leider weitestgehend zur\u00fcckgenommen und die Situation der Frauen hatte sich wieder verschlechtert. Aber erst mal sind das fortschrittliche Sachen. Der 8. M\u00e4rz als Frauen*kampftag erinnert heute auch an diese K\u00e4mpfe. Da sind noch viele andere K\u00e4mpfe, die auf der Welt stattgefunden haben. Diese Bewegungen, ihre Errungenschaften und Niederlagen spiegeln uns die heutigen Verh\u00e4ltnisse unserer Gesellschaft und k\u00f6nnen uns zu Reflexion anregen. Zum Beispiel ist die Abtreibung heute noch nicht kostenlos und legal f\u00fcr alle Frauen. Es gibt noch einiges zu tun.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Bernd Dr\u00fccke: Seit 1921 wird der 8. M\u00e4rz global als Kampftag der Frauenbewegung gefeiert. Marina, du bist aktiv im Frauen*streik-B\u00fcndnis M\u00fcnster. Eure Gruppe ist Teil eines bundesweiten feministischen Netzwerkes (3). Welche Ziele verfolgt ihr? Was plant ihr f\u00fcr den 8. M\u00e4rz?<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Marina: Unsere Gruppe hat sich vor ein paar Wochen in M\u00fcnster zusammengefunden. Wir sind Frauen* und Queers, vor allem Studierende, einige Berufst\u00e4tige, viele mit akademischem Hintergrund und aktiv in unterschiedlichen politischen Kontexten. Wir hatten einige Treffen und organisieren gerade eine Demo f\u00fcr den 9. M\u00e4rz in M\u00fcnster. Es soll Veranstaltungen, auch am 8. M\u00e4rz, geben, die sich um Feminismus und den Frauen*streik drehen. Wir wollen eine Diskussion ansto\u00dfen: Was ist ein Streik? Was ist ein politischer Streik? Warum jetzt ein feministischer Streik? Was wollen wir bestreiken? Warum wollen wir streiken? Wir wollen auch mit Menschen au\u00dferhalb der linken Blase dar\u00fcber diskutieren und laden ein, mit uns gemeinsam etwas zu organisieren.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Marvin: Eure Gruppe bzw. die Kampagne hei\u00dft ja Frauen*streik M\u00fcnster. Wird es in M\u00fcnster denn einen Streik geben? Wird es in Deutschland Streiks geben?<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Marina: Inspiriert wurde das Ganze u.a. von der riesigen Streikbewegung im spanischen Staat 2018, wo fast sechs Millionen Frauen* und Queers gestreikt haben. Ob es in Deutschland 2019 einen Streik geben wird, kann ich nicht sagen, aber seit diesem Jahr l\u00e4uft die politische Organisation. Es w\u00e4re super, wenn es in den n\u00e4chsten Jahren so sein w\u00fcrde, dass Menschen sich organisieren und zusammen streiken. Das w\u00e4re ein langfristiges Ziel. Daf\u00fcr ist wichtig, ein B\u00fcndnis oder Komitee aufzubauen.<\/p>\n<div style=\"position: relative; padding-top: 0;\"><iframe style=\"position: relative; top: 0; left: 0; width: 100%; height: 410px;\" src=\"https:\/\/www.nrwision.de\/mediathek\/embed\/radio-graswurzelrevolution-frauen-streik-und-emanzipation-190226\/\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/div>\n<p align=\"left\">Das Interview als Stream &#8211; Quelle: <a href=\"https:\/\/www.nrwision.de\/mediathek\/radio-graswurzelrevolution-frauen-streik-und-emanzipation-190226\/?fbclid=IwAR0jnKivP02XCOZOerL6zgavgCBIr8K4IobF6rznqjyAbgsCBBYOe73SG2E\">nrwision<\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Marvin: Heute existieren verschiedenste feministische Str\u00f6mungen. Was hei\u00dft denn Feminismus f\u00fcr euch?<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Marina: Es ist schwierig, eine akademische Definition daf\u00fcr zu geben, was denn Feminismus sei. Feminismus ist eine politische Bewegung, eine Denkstr\u00f6mung, aber auch eine Haltung gegen\u00fcber sich selber und anderen. Er appelliert gegen Gewalt an Frauen*, die immer noch h\u00e4ufig, u.a. in der Familie stattfindet, und macht das Thema in der Gesellschaft sichtbar. Er wendet sich gegen Sexismus und Sexualisierung und kritisiert auch die etablierten Rollen, wie eine Frau* sein soll, wie ein Mann* sein soll, wie wir uns verhalten sollen, wie wir aussehen sollen, wie wir zu denken haben. Wir sollten auch hinterfragen, ob es \u00fcberhaupt nur entweder Frauen oder M\u00e4nner naturgegeben gibt, oder ob nicht Geschlecht etwas kulturell, gesellschaftlich und geschichtlich Konstruiertes ist, was Menschen auch schadet, unterdr\u00fcckt und politisch instrumentalisiert wird, um Herrschaft zu reproduzieren.<\/p>\n<p align=\"left\">Es gibt dar\u00fcber hinaus noch einen wirtschaftlichen und politischen Aspekt. Seit der Wirtschaftskrise 2008, den sozialen K\u00fcrzungen und der zunehmenden Privatisierung beobachten wir, dass diese Folgen Frauen* am st\u00e4rksten treffen. Viele von ihnen sind in Teilzeitberufen oder befristet besch\u00e4ftigt. In gering gesch\u00e4tzten Berufen, wie Pflege, Reinigung, Bildung, Dienstleistung und Erziehung, arbeiten \u00fcberwiegend Frauen*. Das sind Berufe, die f\u00fcr unsere Gesellschaft von gro\u00dfer Bedeutung sind. Ohne diese T\u00e4tigkeiten l\u00e4uft gar nichts. Gerade hier wird aber gek\u00fcrzt und gespart. Die Bosse und der Staat verlassen sich darauf, dass diese Arbeit trotzdem weiterhin gemacht wird. Vieles davon, was wir Menschen brauchen, wird in die Familien hinein verlagert. Putzen, Haushalt, Kinder, emotionale F\u00fcrsorge, Pflege von \u00c4lteren \u2013 all das sollen die Leute dann gratis zuhause machen. Im Prinzip quasi die Arbeitskraft f\u00fcr den Kapitalismus reproduzieren. Die Bosse und der Staat verlassen sich darauf, dass die Arbeitskraft f\u00fcr den Kapitalismus im privaten Haushalt reproduziert und sichergestellt wird. Das wird immer noch meist von Frauen* gemacht, neben der Lohnarbeit, die sie auch verrichten. Dies h\u00e4ngt mit den Rollenbildern in unserer Gesellschaft zusammen. Der Frau* wird zugeschrieben, die emotional Kompetente, Weiche, F\u00fcrsorgliche zu sein, die dann noch gratis aufr\u00e4umen und putzen soll. Feminismus ist f\u00fcr mich auch das Bewusstsein f\u00fcr diese gesellschaftlichen Probleme. Neben diesem Bewusstsein ist es auch ein politischer Kampf, eine Bewegung, ein Prozess, in dem wir alle miteinander und voneinander lernen.<\/p>\n<p align=\"left\">Kerstin: Ja, dem kann ich mich anschlie\u00dfen. Marina, du hast vom politischen Kampf, von der Bewegung gesprochen. F\u00fcr mich bedeutet Feminismus vor allem Solidarit\u00e4t. Bei allem, was gerade politisch passiert, ist das Wichtigste f\u00fcr mich der Zusammenhalt der unterschiedlichen Gruppierungen. Marvin, du hast die vielen feministischen Str\u00f6mungen mit unterschiedlichen Vorstellungen und Zielen angesprochen. Das ist einerseits toll, andererseits ein Riesen-Problem f\u00fcr den Feminismus als Bewegung. Gerade wenn wir mal in die sozialen Netzwerke schauen, da gibt es nicht nur immer wieder die Shitstorms von toxischen M\u00e4nnlichkeiten*, auch Feminist*innen zerrei\u00dfen sich gegenseitig.<\/p>\n<p align=\"left\">Der Feminismus, wenn er sich um Frauen* k\u00fcmmert oder um die spezifische Position von Frauen* in der Gesellschaft, hat es mit einem heterogenen Feld zu tun. Frauen* sind ja nie nur Frauen*, sie sind Arbeitnehmer*innen in unterschiedlichen Jobs, gepr\u00e4gt von Klasse, von \u201arace\u2018, und eben nicht nur von \u201agender\u2018. Jede einzelne dieser feministischen Str\u00f6mungen, von denen du gerade sprachst, mit diesen unterschiedlichen Vorstellungen und Zielen, blickt auf Frauen* \u2013 mit Sternchen! (4) \u2013 aus einer eigenen Perspektive und diese Perspektive hat ihre Berechtigung. Auch wenn wir damit nicht immer einverstanden sind oder Dinge vielleicht anders sehen w\u00fcrden aus unserer Perspektive, m\u00fcssen wir diese anderen Str\u00f6mungen ernst nehmen und uns mit ihnen erst einmal solidarisch zeigen. Intern kann man dann \u00fcber Unterschiede diskutieren, das soll man auch, das ist Teil einer pluralen freiheitlichen Gesellschaft. Aber wenn ich zum Beispiel sehe, dass bei Trans-Personen angezweifelt wird, ob sie wirklich richtige Frauen* sind, weil z.B. einem Menschen, der irrt\u00fcmlicherweise als Mann* oder als m\u00e4nnlich klassifiziert wurde, und der dann im Erwachsenenalter die Geschlechtsanpassung vornehmen l\u00e4sst, vorgeworfen wird, 20 Jahre von den m\u00e4nnlichen Privilegien profitiert zu haben. Solche Diskussionen helfen niemandem. Deshalb bedeutet f\u00fcr mich \u2013 und das ist vielleicht nochmal eine Antwort auf diese erste Frage, was bedeutet der 8. M\u00e4rz dieses Jahr \u2013 den Begriff der Solidarit\u00e4t stark zu machen, gerade auch in diesem \u00e4tzenden Kampf in den sozialen Netzwerken, gegen den Hass des Patriarchats, der sich in Figuren wie Trump und Bolsonaro personifiziert.<\/p>\n<p align=\"left\">Marvin: Der 8. M\u00e4rz ist ja nicht mehr nur ein Tag der linken feministischen Bewegung, sondern wird auch von politischen Parteien bis hin zur CDU benutzt und zunehmend kommerzialisiert. Jetzt geht gerade die Werbung wieder los f\u00fcr Frauen*produkte, die dann im Kontext des Internationalen Frauen*tags beworben werden. Ebenso wurden einst radikale feministische Forderungen durch die Politik aufgegriffen und so teilweise in das neoliberale kapitalistische System integriert. Wie w\u00fcrdet ihr das bewerten? Muss ein libert\u00e4r-sozialistischer Feminismus sich dagegenstellen oder gilt da auch zuallererst die Pr\u00e4misse der Solidarit\u00e4t?<\/p>\n<p align=\"left\">Kerstin: Solidarit\u00e4t ist das Wichtigste, wenn es um den Feminismus geht. Du hast recht, es wird viel kommerzialisiert und eingebettet in das kapitalistische System. Jemand hat mal gesagt, die Frauenbewegung war deshalb so erfolgreich, weil sie die Klassenfrage nicht gestellt hat. Das sind Momente, in denen eine spezifisch libert\u00e4re Sichtweise auf Gesellschaft wichtig ist. Ich w\u00fcrde mich vielleicht aber ein bisschen von der Formulierung wegbewegen, mich dagegenstellen zu m\u00fcssen. Ich h\u00e4tte eher gesagt, ich w\u00fcrde diese Aufmerksamkeit, die der 8. M\u00e4rz gerade wieder liefert, um eine bestimmte, unsere bestimmte Perspektive auf den Feminismus daneben stellen und erg\u00e4nzen. Mein Wunsch an so eine libert\u00e4re Perspektive w\u00e4re genau das, was ich vorhin schon versucht habe zu sagen, Frauen* sind nicht immer nur Frauen*. Sie befinden sich in verschiedenen Klassen und ethnischen Gruppen, oder auf der Flucht, im Krieg, im Arbeitskampf. Da m\u00fcsste man st\u00e4rker ansetzen als es bis jetzt der Fall ist, um spezifische politische Forderungen zu artikulieren. Bernd, wie sagen das die Berufs-Anarchisten?<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Bernd: Ich w\u00fcrde sagen, es gibt mindestens zwei unterschiedliche Fl\u00fcgel in der feministischen Bewegung. Es gibt eine emanzipatorische, feministische Bewegung, das ist der Punkt, wo ich als Anarchist gro\u00dfe Ankn\u00fcpfungspunkte habe und der zu meiner pro-feministischen Weltanschauung geh\u00f6rt. Und es gibt einen \u201eAlice-Schwarzer-Feminismus\u201c, den ich auch kritisiere und teilweise problematisch finde, also zum Beispiel Schwarzers jahrelange Kampagne \u201eFrauen zum Bund\u201c. Warum sollen Frauen zum Bund gehen, wenn ich den Bund abschaffen will? Ich will \u00fcberhaupt kein Milit\u00e4r, ich will eine entmilitarisierte Gesellschaft. F\u00fcr mich ist eine egalit\u00e4re, eine gewaltfreie, herrschaftsfreie Gesellschaft das Ziel, das wir verfolgen und in unseren Forderungen benennen sollten, auch als emanzipatorische, pro-feministische oder eben feministische Bewegung. Das ist aus meiner Sicht ein Unterschied sowohl des Anarchismus als auch des emanzipatorischen Feminismus zum b\u00fcrgerlichen \u201eAlice-Schwarzer-Feminismus\u201c.<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Kerstin: Ja, es kann nicht dabei stehen bleiben, immer nur zu fordern, dass Frauen* das machen d\u00fcrfen, was M\u00e4nner* auch machen d\u00fcrfen. Dann geht der Feminismus nicht weit genug. Sondern es muss darum gehen, Rollen und Verhaltensmuster, die wir erwerben, die wir antrainiert bekommen in unserer Erziehung zu hinterfragen, aufzubrechen. Das bedeutet, sowohl f\u00fcr Frauen* Handlungsoptionen zu schaffen als auch f\u00fcr M\u00e4nner*. Wenn wir \u00fcber Feminismus reden, dann reden wir auch immer \u00fcber M\u00e4nnlichkeit, es geht gar nicht ohne. Genau hier m\u00fcssen wir weiter gehen als der von dir so bezeichnete Alice-Schwarzer-Feminismus.<\/p>\n<p align=\"left\">Marina: Wir k\u00f6nnen auch von diesem Prozess der Integration der Bewegung etwas lernen. Da muss man sich zum Beispiel klar werden, dass es sich nicht um Feminismus handelt, wenn Frauen* jetzt gew\u00e4hrt wird, in Chef-Etagen, in Managerjobs nach oben aufzusteigen; in Banken, wo sie sich dann im Prinzip in die Kapitalisten-Klasse hineinbegeben und Unterdr\u00fcckung und Herrschaft \u00fcber andere Menschen aus\u00fcben. Wie Kerstin gesagt hat, zentral ist Solidarit\u00e4t. Was wir auch lernen k\u00f6nnen, ist, dass wir nicht auf die Versprechen der Herrschenden reinfallen sollten. Versprechen wie zum Beispiel in den USA, \u201ean der Wahl-Urne kann man den Sexismus abschaffen, ihr m\u00fcsst alle nur w\u00e4hlen gehen und dann beseitigen wir dieses Problem\u201c, dann gibt es Rechte f\u00fcr Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und so weiter; und dann wird aber doch von den gleichen Regierungen, die diese Versprechen machen, f\u00fcr Krieg gestimmt und f\u00fcr Abkommen, die dann L\u00e4nder im globalen S\u00fcden nur noch mehr sch\u00e4digen und in die Armut treiben. Man muss da gar nicht nur auf die USA zeigen. Werfen wir einen Blick auf unsere Regierung. Die SPD hat sich erst kritisch ge\u00e4u\u00dfert gegen den \u00a7219a, der das Recht auf Schwangerschaftsabbruch untergr\u00e4bt und \u00c4rzt*innen kriminalisiert, die \u00fcber den Schwangerschaftsabbruch informieren. Auch die Basis der SPD ist gegen diese Regelung. Trotzdem sind sie in die GroKo gegangen und haben eine \u201eReform\u201c dieses Paragraphen gemacht. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen lernen, dass wir uns auf die Regierung und diese Versprechen nicht verlassen k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen nicht bis zur n\u00e4chsten Wahl warten, sondern m\u00fcssen unsere Probleme selber in die Hand nehmen, uns selber organisieren, uns nicht spalten lassen, handlungsf\u00e4hig werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_19691\" aria-describedby=\"caption-attachment-19691\" style=\"width: 471px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/b91f25b545.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19691\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/b91f25b545-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"471\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/b91f25b545-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/b91f25b545-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/b91f25b545-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/b91f25b545-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/b91f25b545.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 471px) 100vw, 471px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-19691\" class=\"wp-caption-text\">Bildquelle: https:\/\/berlin.carpe-diem.events\/calendar\/8503912-den-politischen-streik-zur-ckerobern-frauen-streik-berlin-at-aquarium-am-s-dblock\/<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"left\"><strong>Bernd: Im Januar 1919 wurde das Frauenwahlrecht erk\u00e4mpft als eine der Errungenschaften der Novemberrevolutionen in Deutschland und \u00d6sterreich. Heute sind aber 70% der Bundestagsabgeordneten M\u00e4nner. Wenn wir sarkastisch sind, k\u00f6nnten wir sagen: \u201eFrauen d\u00fcrfen seit 100 Jahren Typen in Parlamente w\u00e4hlen. Toll!\u201c Frauen bekommen heute f\u00fcr die gleiche Arbeit in Deutschland im Schnitt 21% weniger Lohn, von Gleichberechtigung oder gar Emanzipation ist die Gesellschaft also noch weit entfernt. Was ist zu tun?<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Kerstin: Das ist eine gro\u00dfe Frage. Man muss einfach nerven, auf breiter gesellschaftlicher Ebene. Das Wichtigste ist, man darf sich nicht auf die vorhandenen Strukturen verlassen, auf die Gewerkschaften, auf die Parteien, die werden das f\u00fcr einen nicht regeln. Sondern wir m\u00fcssen uns zusammenschlie\u00dfen in Aktionsb\u00fcndnissen oder auch in den Betrieben, in den Betriebsr\u00e4ten Frauen*gruppen gr\u00fcnden, sich vernetzen, solidarisch gemeinsam weitermachen und weiterk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p align=\"left\">Marina: Es wird ja dann h\u00e4ufig entgegengehalten: \u201eAber es gibt doch total oft Frauenquoten, schaut euch doch mal an, wie viele Frauen jetzt in der Uni sind und studieren gehen, das war damals nicht m\u00f6glich und \u00fcberhaupt gab es kaum Frauen in der Wissenschaft; auch in der Politik sind jetzt viele Frauen, es gibt F\u00f6rderprogramme.\u201c Das stimmt und das ist super, dass es da schon diese Sachen gibt. Wahrscheinlich begeben wir uns bald in Zeiten, wo wir sowas eher noch verteidigen m\u00fcssen. Trotzdem schafft es diese Ungerechtigkeit nicht weg. Das reicht nicht und da d\u00fcrfen wir nicht stehenbleiben.<\/p>\n<p align=\"left\">Frauen* verdienen weniger und die Hausarbeit, die viele Menschen leisten, also Sorgearbeit, auf die Kinder aufpassen, Putzen, Kochen, W\u00e4sche waschen, all das ist auch Arbeit. Diese ist versteckt und unbezahlt, weil dies zuhause stattfindet und wird meistens von Frauen* verrichtet. In Partnerschaften liegt das u.a. auch an dem Ehegattensplitting. Es n\u00f6tigt Paare dazu, dass der Mann* in Vollzeit arbeitet und seltener in Elternzeit geht, weil er im Schnitt mehr verdient als die Frau. So h\u00e4ngen diese beiden Sachen zusammen. Nat\u00fcrlich gibt es, wie bereits erw\u00e4hnt, eine bestimmte Gruppe von Menschen in der Gesellschaft, die davon profitiert und auch der Staat profitiert davon, dass diese Arbeit gratis gemacht wird. Wenn man da langfristig Gerechtigkeit herstellen m\u00f6chte, dann muss man das System da treffen, wo es lahmgelegt werden kann, wo es wehtut. Und das ist in den Betrieben. Dort zu streiken, das geht nicht vereinzelt, denn als Einzelne sind wir Repressionen ausgesetzt. Wir werden rausgeschmissen, wir werden daf\u00fcr bestraft und sanktioniert. Wir m\u00fcssen uns organisieren, \u00fcberall dort, wo wir arbeiten, aber auch in Schulen und Unis, und Komitees bilden.<\/p>\n<p align=\"left\">Das ist ein politischer kollektiver Prozess, der auch nicht von heute auf morgen stattfinden wird, sondern vielleicht Jahre braucht. Aber es sind Entwicklungen und die finden gerade statt. In Indien haben jetzt 200 Millionen Menschen gestreikt und an vorderster Front waren auch Frauen dabei, die den Streik unterst\u00fctzt oder selbst gestreikt haben. In vielen anderen L\u00e4ndern beobachten wir gerade ebenfalls wie die Streikbewegung w\u00e4chst. Solche K\u00e4mpfe k\u00f6nnen M\u00f6glichkeiten bieten, Sexismus, Homophobie und Transfeindlichkeit gemeinsam zu \u00fcberwinden. Es ist nicht blo\u00df ein Kampf einer Klasse gegen eine andere, sondern ein gemeinsamer Kampf gegen ein Unterdr\u00fcckungssystem, das im Neoliberalismus vielf\u00e4ltiger und komplexer geworden ist. Die einzelnen K\u00e4mpfe sind alle Teile dieses Kampfes und deswegen m\u00fcssen wir zusammen halten, solidarisch sein, voneinander lernen und Menschen mit unterschiedlichen Orientierungen und Identit\u00e4ten respektieren.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Bernd: In den letzten Jahren gab es gro\u00dfe Errungenschaften der feministischen Bewegung weltweit. Trotzdem wurde in den USA ein extremer Nationalist, der damit prahlt, sexualisierte Gewalt gegen Frauen angewendet zu haben, zum Pr\u00e4sidenten des m\u00e4chtigsten Landes der Welt gew\u00e4hlt. Und in Brasilien wurde im Oktober der Faschist Bolsonaro zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Er verherrlicht die Milit\u00e4rdiktatur, propagiert Folter, Gewalt gegen Homosexuelle, will das Land von Linken \u201es\u00e4ubern\u201c und verharmlost sexualisierte Gewalt gegen Frauen, wie sein Vorbild Trump. Wie erkl\u00e4rt ihr euch das?<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Kerstin: Ich bin heute in dieses Interview gekommen mit dem Vorsatz: \u201eIch will nur positive Sachen sagen\u201c. Das wird schwierig, wenn wir jetzt \u00fcber Bolsonaro und Trump reden. Aber vielleicht gibt es doch etwas Positives daran. Ich sehe in den Erfolgen dieser Machos ein Anzeichen daf\u00fcr, dass die feministische Bewegung so erfolgreich ist, dass sie bei bestimmten Typen \u00c4ngste ausl\u00f6st: \u00c4ngste um die eigenen Privilegien. um alte Strukturen, die durch den erfolgreichen Feminismus in Gefahr geraten sind. Wenn M\u00e4nner* so einen Typen wie Trump w\u00e4hlen, dann w\u00e4hlen die den nicht, obwohl, sondern weil er ein Sexist ist. Wenn Bolsonaro mit seinen \u00dcbergriffen auf Frauen prahlt, dann kommt das bei einem bestimmten Publikum gut an. Das hat etwas mit Gewalt, mit Macht und Hierarchien zu tun, die im Sp\u00e4tpatriarchat noch immer herrschen, aber ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen. Genau das ist der richtige Begriff, es ist ein Sp\u00e4tpatriarchat. Ich w\u00fcrde das als letztes Aufb\u00e4umen lesen. Ich gehe davon aus, dass das zugrunde geht. Ganz sicher.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Bernd: Das hoffe ich auch. Ich sehe auch positive Entwicklungen. Gut finde ich, dass in den USA die gr\u00f6\u00dfte feministische Bewegung seit Jahrzehnten angesto\u00dfen wurde, Millionen Frauen und solidarische, antisexistische M\u00e4nner sind auf die Stra\u00dfe gegangen, um gegen den Sexisten Trump zu demonstrieren. \u00c4hnliches sehe ich in der T\u00fcrkei, wo einerseits auch \u00fcble Entwicklungen stattfinden, wo eine Autokratie um den Patriarchen Erdo\u011fan entstanden ist. Obwohl die Demos am 8. M\u00e4rz 2018 verboten wurden, sind Millionen Frauen in der T\u00fcrkei auf die Stra\u00dfe gegangen. Das macht Hoffnung.<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Kerstin: Ja, und auch dieser unglaubliche Erfolg von #MeToo, von dieser internationalen Bewegung in Zeiten des Trumpismus. Das zeigt, dass wir in einer gespaltenen Gesellschaft leben. Aber das bedeutet auch, dass da, wo diese Faschisten an der Macht sind, sich Widerstand formiert. Das bietet viele Potenziale. Darauf w\u00fcrde ich am Weltfrauen*tag gerne schauen. Auf die Potenziale, auf das Positive und die Errungenschaften.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Bernd: Trump ist ein Inbegriff f\u00fcr Sexismus und \u201etoxische M\u00e4nnlichkeit\u201c. In den Medien (5) wird gerade ein Werbespot von Gillette diskutiert, in dem es um toxische M\u00e4nnlichkeit nach #MeToo geht. Du hast dich damit auseinandergesetzt. Erz\u00e4hl bitte mal.<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Kerstin: Das ist ein gutes Beispiel f\u00fcr das, was ich mit dem letzten Aufb\u00e4umen des Sp\u00e4tpatriarchats meine. Es wird eine Werbung ausgestrahlt, die typische Verhaltensmuster toxischer M\u00e4nnlichkeit anprangert und mit der Frage \u201eIs this the best a man can get?\u201c alternative Verhaltensmuster darstellt.<\/p>\n<p align=\"left\">Grunds\u00e4tzlich eher unproblematische Dinge, wie \u201aschlag einer Frau nicht auf den Hintern\u2018, \u201amobbe nicht\u2018 und \u201averpr\u00fcgle niemanden\u2018. Unter dem Video auf Youtube kann man die Kommentare der M\u00e4nner* lesen, die sich dadurch in ihrer M\u00e4nnlichkeit bedroht sehen. Sie sch\u00fctten jede Menge Hass aus, wie man das mittlerweile in den Sozialen Medien schon gewohnt ist. Von echten Argumenten fehlt da jede Spur! Diese Leute haben keine Argumente, sie haben Angst davor, ihre Privilegien zu verlieren und wehren sich dagegen mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen. Aber Fakt ist, dieser Spot wird \u00fcber das Fernsehen in alle Haushalte \u00fcbertragen und eine gro\u00dfe Reichweite haben. <span lang=\"en-US\">Die Message lautet \u201eIt\u2018s only by challenging ourselves to do more, that we can get closer to our best\u201d in Anlehnung an Gillettes Slogan \u201cThe best a man can get\u201d. <\/span>Super Sache! Jetzt kann man einwenden, das ist Kommerzialisierung und nat\u00fcrlich ist das ein kapitalistisches Unternehmen, das kommerzielle Werbung betreibt. Aber wenn die Debatte da ankommt, im Mainstream des Nachmittagsfernsehens, halte ich das erstmal f\u00fcr etwas Gutes.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Marvin: Welche Bedeutung hat Feminismus f\u00fcr den Kampf hin zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft?<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Marina: F\u00fcr den internationalen Frauen*kampftag und die feministische Bewegung ist es wichtig, dass sich die Leute solidarisch organisieren, Komitees und Kollektive bilden. Es gibt dabei kein zentrales Oben, von wo dann Anweisungen kommen, wie man diesen Kampf zu f\u00fchren hat. Es ist eine dezentrale Bewegung, die sich selbst organisiert, wo Menschen diskutieren und zusammen Entscheidungen treffen. Das ist ein Lernprozess, in dem es okay ist, Fehler zu machen. Es ist international und auch nicht nur Frauen* und Frauen* gegen die M\u00e4nner*, sondern alle Geschlechter zusammen, denn ein Mann* kann genauso Feminist sein und sich gegen Sexismus aussprechen und organisieren. All das sind f\u00fcr mich Sachen, die im Prinzip schon eine herrschaftsfreie Gesellschaft im Gedanken, in der Idee, in der Hoffnung vorwegnehmen.<\/p>\n<p align=\"left\">Kerstin: Auch als vor allem gewaltfreie Bewegung sehe ich den Feminismus als ein Potenzial, eingefahrene und bekannte Machtstrukturen systematisch zu hinterfragen und zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"left\"><strong>Bernd und Marvin: Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marvin Feldmann: K\u00f6nnt ihr uns etwas zur Geschichte des 8. M\u00e4rz sagen? In welchem Kontext ist dieser Tag zum Frauen*kampftag geworden? Welche Bedeutung hat er heute f\u00fcr euch? Kerstin Wilhelms-Zywocki: Der Frauen*kampftag ist um 1900 herum entstanden, im Kontext der Bewegungen f\u00fcr das Frauenwahlrecht. Da gab es viele verschiedene Gruppierungen, auch b\u00fcrgerliche wie zum Beispiel &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/03\/solidaritaet-ist-das-wichtigste-wenn-es-um-feminismus-geht\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":502,"featured_media":19690,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"\u201eSolidarit\u00e4t ist das Wichtigste, wenn es um Feminismus geht\u201c - graswurzelrevolution","description":"Marvin Feldmann: K\u00f6nnt ihr uns etwas zur Geschichte des 8. M\u00e4rz sagen? In welchem Kontext ist dieser Tag zum Frauen*kampftag geworden? 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