{"id":19893,"date":"2019-04-02T23:55:48","date_gmt":"2019-04-02T21:55:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=19893"},"modified":"2022-07-26T13:42:03","modified_gmt":"2022-07-26T11:42:03","slug":"der-kampf-ums-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/04\/der-kampf-ums-wasser\/","title":{"rendered":"Der Kampf ums Wasser"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_19935\" aria-describedby=\"caption-attachment-19935\" style=\"width: 501px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/gwr438_P.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-19935\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/gwr438_P.jpg\" alt=\"\" width=\"501\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/gwr438_P.jpg 1000w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/gwr438_P-300x113.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/gwr438_P-600x225.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/gwr438_P-768x288.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-19935\" class=\"wp-caption-text\">Mar\u00eda Technopo\u00falou und Vang\u00e9lis Galan\u00f3poulos. Foto: Ralf Dreis<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Wie hat der Kampf der \u201aBewegung f\u00fcr das Wasser\u2018 in V\u00f3los begonnen und was unterscheidet ihn vom Widerstand gegen Privatisierung in Thessalon\u00edki und Athen?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Vang\u00e9lis Galan\u00f3poulos (VG): Unsere Gegend, der P\u00edlion, hat eine interessante Vorgeschichte, den Kampf ums Wasser betreffend. Zu Beginn der 1990er Jahre versuchte die Stadt V\u00f3los Zugriff auf die Quelle von Lagon\u00edkas am Gipfel des Berges zu bekommen. Diese Quelle geh\u00f6rt zu Pour\u00ed, einem Dorf auf der Ostseite des P\u00edlion.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Damals sind viele Genoss*innen aus Thessalon\u00edki nach Pour\u00ed gefahren, um die Bewohner*innen zu unterst\u00fctzen.<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Und auch aus Athen. Es war der erste systematische Angriff auf die Quellen des P\u00edlion, damals mit der Begr\u00fcndung, das Wasserproblem der Stadt V\u00f3los zu l\u00f6sen, die schon P\u00edlionwasser aus n\u00e4her liegenden Quellen bezog. Zur gleichen Zeit erteilte die Stadt dem Coca Cola Konzern die Genehmigung zum Betrieb einer Abf\u00fcllanlage, sowohl f\u00fcr Erfrischungsgetr\u00e4nke als auch zum Abf\u00fcllen von Trinkwasser in Flaschen. Damals ging es um 6000 Kubikmeter Wasser am Tag.<\/p>\n<p align=\"justify\">Es gab also zu wenig Trinkwasser f\u00fcr V\u00f3los und Coca Cola, weshalb sie sich die Quelle von Lagon\u00edkas unter den Nagel rei\u00dfen wollten. Eine Quelle, die den Bedarf der Bewohner*innen Pour\u00eds deckte und von lebenswichtiger Bedeutung f\u00fcr das Dorf und die Natur dort war. Dieser erste Angriff auf die Quellen, brachte in gewisser Weise die ruhigen Wasser der Gegend zum Sch\u00e4umen, mobilisierte die ans\u00e4ssige Bev\u00f6lkerung und f\u00fchrte zu einer zweij\u00e4hrigen Auseinandersetzung mit den staatlichen Autorit\u00e4ten. Am Schluss schickten sie mehrere Hundertschaften MAT-Sondereinsatzkommandos der Polizei, um die Quelle zu erobern.<\/p>\n<p align=\"justify\">In einem Einsatz, der um Mitternacht begann, versuchten sie die Polizei-Truppen unter schwierigsten Bedingungen auf schlechten Feldwegen auf den Berg zu bringen. Nach Stunden kamen sie im Morgengrauen dort an. Doch das Dorf hatte seit Monaten Wachposten im Wald platziert und war gewarnt. Alle, bis hin zu kleinen Kindern und auch die Genoss*innen aus Thessalon\u00edki und Athen, waren an der Quelle versammelt, um die Polizeitruppen mit Dynamitstangen und Jagdkarabinern zu empfangen. Hals \u00fcber Kopf ergriffen diese die Flucht. Der Plan, Wasser f\u00fcr V\u00f3los und Coca Cola zu beschlagnahmen musste aufgegeben werden. Nach 1992 folgte eine Zeit relativer Ruhe, bis 2010 ein neuer Angriff begann. Die Menschen in den D\u00f6rfern sind bis heute stark beeinflusst von dem, was damals in Pour\u00ed geschah.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Erinnern sich die Leute denn noch daran?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Alle erinnern sich daran. 2010 waren nicht einmal 20 Jahre vergangen und das Geschehene war eine intensive Erfahrung. Viele sind sensibel beim Thema Wasser. 2010 hatte die Zeit der Spardiktate begonnen, die auch die Ausbeutung der nat\u00fcrlichen Ressourcen durch multinationale Konzerne beinhalteten, und es gab ein besonderes Interesse am Trinkwasser. Der damalige B\u00fcrgermeister, ein Verfechter der Spardiktate, der schon an der Auseinandersetzung um die Quelle von Pour\u00ed als Politiker beteiligt war, wusste, dass man eine andere Taktik als dort anwenden musste. Der erste Schachzug war, alle D\u00f6rfer, die \u00fcber eigene Quellen verf\u00fcgen, einzugemeinden.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Mit Hilfe der umstrittenen Gebietsreform Kapod\u00edstrias von 1997?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Nein, durch die Fortsetzung 2010, der Gebietsreform Kalokr\u00e1tis. Nicht, dass es bei Kapod\u00edstrias kein Interesse gegeben h\u00e4tte, im Gegenteil. Bei uns in Stagi\u00e1tes und im Nachbardorf Dr\u00e1keia wollten sich die B\u00fcrgermeister pers\u00f6nlich am Wasser bereichern &#8211; aus Angst, eingemeindet zu werden und nichts mehr zu sagen zu haben. In Stagi\u00e1tes schlugen sie vor, die Quelle an einen Industriellen zu verkaufen, was wir entschieden abgelehnt haben. In Dr\u00e1keia gaben sie eine Studie in Auftrag, die die Ausbeutung der Quellen durch ein \u201aPublic-Private-Partnership\u2018 f\u00fcr 30 Jahre vorsah. Dr\u00e1keia &#8211; ein gro\u00dfes Dorf mit viel Landwirtschaft, die in der Lage ist, die Jugend zu halten und zu ern\u00e4hren &#8211; hat zwei starke Quellen, die f\u00fcr die Einwohner*innen so etwas wie die Quelle des Lebens darstellen. Als die Menschen mitbekamen, was ihre B\u00fcrgermeister planten, widersetzten sie sich und konnten die Pl\u00e4ne stoppen. F\u00fcr sie war es unglaublich, dass jemand f\u00fcr 30 Jahre die Rechte \u00fcber ihr Trinkwasser und die Bew\u00e4sserung ihrer Felder erhalten sollte.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Was die Bauern gezwungen h\u00e4tte, Wasser f\u00fcr ihre Felder zu kaufen.<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Genau. Momentan \u2013 und seit hunderten von Jahren \u2013 l\u00e4uft unser Wasser in offenen Kan\u00e4len von Feld zu Feld und kann nach Bedarf umgeleitet werden. Der Plan sah vor, das Wasser in Rohre zu verlegen, um Wasseruhren anzubringen. Alle h\u00e4tten das Wasser zu dem Preis erhalten, den der Besitzer der Quellen festgelegt h\u00e4tte. Dar\u00fcber hinaus wollte er vier Werke zur Stromerzeugung bauen, da das Wasser mit gro\u00dfer Kraft den Berg hinabst\u00fcrzt. Der Rest sollte in der Ebene aufgefangen, mit Chlor versetzt und an die Stadt V\u00f3los verkauft werden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mar\u00eda Technopo\u00falou (MT): Was unsere \u201aB\u00fcrgerinitiative Wasser V\u00f3los\u2018 betrifft, so haben wir mit Beginn der Spardiktate verstanden, dass alle Pl\u00e4ne auf die Privatisierung des Wassers hinauslaufen, und uns rechtzeitig organisiert. Wir haben uns schlau gemacht was international passiert, was in Frankreich und Deutschland geschehen war, und diese Erfahrungen mit unseren kombiniert. Fr\u00fch haben wir gesagt: noch bevor die beginnen, als neue, vergr\u00f6\u00dferte Stadt im Rahmen von Kalikr\u00e1tis zu arbeiten, m\u00fcssen wir einen Aktionsrahmen gegen die geplanten Privatisierungen abgesteckt haben. Wir m\u00fcssen klar machen, was f\u00fcr uns als ans\u00e4ssige Bev\u00f6lkerung Wasser bedeutet und dass wir keine profitorientierte Ausbeutung dieser Resource erlauben werden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Stadtregierung versuchte, die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber das Wasser durch Eingemeindung zu erlangen, um den Gemeinden den Zugriff auf die Quellen zu entziehen. Dar\u00fcber hinaus begannen sie, das saubere Quellwasser mit Chlor zu verunreinigen, um es \u201etrinkbar\u201c zu machen. Reines Quellwasser, \u00fcber das wir schon immer verf\u00fcgen, das durch unsere D\u00f6rfer flie\u00dft und noch nie gechlort wurde, da es keinen Grund daf\u00fcr gibt. Wir reinigen die Leitungen von Wurzeln, die Auffangbecken und die Quellen von Laub, wir sorgen daf\u00fcr, dass die Brunnen laufen und sind in st\u00e4ndigem Kontakt mit unseren Quellen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Also sollte durch das Chloren nur bewiesen werden, dass die Stadt etwas tut.<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">MT: Erstens das, und es sollte eine Geringsch\u00e4tzung des Wassers erreicht werden. Wenn ich frisches Quellwasser aus der Leitung trinke und mich daran erfreue, ist das etwas anderes als mit Chlor verunreinigtes Wasser zu trinken, wovor ich mich ekle. Dann trinke ich es nicht mehr, sondern kaufe abgef\u00fclltes Wasser in Plastikflaschen. Es ist also ein Mittel, die Leute in Abh\u00e4ngigkeit zu bringen, sich nicht mehr mit ihrem Trinkwasser zu besch\u00e4ftigen, den direkten Kontakt zu sauberem Wasser, zur Quelle zu verlieren, passive*r Konsument*in zu werden. Mit dem Gedanken \u201ejetzt ist unser Wasser sowieso schlecht, sollen sie es doch privatisieren\u201c. Zum Gl\u00fcck haben die Menschen hier anders reagiert. Der erste Aufschrei erfolgte, um das Chloren des Wassers zu stoppen. Auf dynamische Weise, mit Nachdruck. Ganze D\u00f6rfer riefen Vollversammlungen ein, beschlossen sich gegen die Verunreinigung des Wassers zur Wehr zu setzen und zerst\u00f6rten kollektiv die Chloranlagen an den Quellen. Das Ganze war damit aber nicht vorbei. Die Stadtwerke installierten neue Chloranlagen und momentan ist das Trinkwasser in einigen D\u00f6rfern gechlort, auch hier in Stagi\u00e1tes, obwohl wir die Anlagen oft sabotiert haben. Sie behaupten, das sei aus Gesundheitsgr\u00fcnden n\u00f6tig. Praktisch geht es darum, die Menschen vom sauberen Quellwasser zu entfremden.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Gibt es noch D\u00f6rfer, die das Chloren des Trinkwassers nie akzeptiert haben?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Ja, in Dr\u00e1keia z.B. ist das Wasser nach wie vor ungechlort. Die haben das Gl\u00fcck, dass es an ihren Quellen und Wasserbeh\u00e4ltern kein Stromnetz gibt. Sie verhindern den Bau einer Stromleitung und waren bisher nicht gezwungen, Chloranlagen zu sabotieren. Wenn Bauunternehmer tags\u00fcber den Bau der Leitung vorbereiten, wird nachts alles wieder abgerissen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: In eurem Dorf sind doch auch noch einige Brunnen sauber, oder?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">MT: Alle \u00f6ffentlichen Brunnen im Dorf sind sauber, weil sie direkt von der Quelle gespeist werden, so dass wir Trinkwasser von dort holen. Dagegen ist das Wasser in unseren H\u00e4usern gechlort, obwohl es sauber ist. Die Vollversammlungen haben Untersuchungen in Auftrag gegeben, und das Wasser ist absolut rein! Auch laut Gesetz sind wir im Recht, da Trinkwasser in Gemeinden unter 3000 Einwohner*innen nicht gechlort werden muss. Was sie uns als gesetzliche Notwendigkeit verkaufen wollen, gilt nur f\u00fcr st\u00e4dtische Zentren, wo sie wohl nicht in der Lage sind, anders die Ungef\u00e4hrlichkeit des Wassers zu garantieren. Wir selbst kontrollieren unser Wasser seit 2009. Auch die Wasserwerke best\u00e4tigen die Sauberkeit. Wir haben die absurde Situation, dass viele Leute aus V\u00f3los zu unseren Brunnen kommen, um sauberes Trinkwasser abzuf\u00fcllen, w\u00e4hrend in unseren H\u00e4usern gechlortes Wasser aus dem Hahn kommt. Da der neue B\u00fcrgermeister von V\u00f3los, Achil\u00e9as B\u00e9os &#8211; ein mafioser Typ, Nachtclub- und Ex-Fu\u00dfballclubbesitzer &#8211; die Chloranlagen sofort erneuern l\u00e4sst, wenn wir sie sabotieren, versuchen wir momentan durchschlagendere Methoden zu finden. Es ist wichtig zu erw\u00e4hnen, dass au\u00dfer den direkten Aktionen auch der juristische Weg beschritten wurde. Die Anzeigen gingen jedoch meist in den Fluren der Justiz verloren. So haben wir von anerkannten Instituten den Chlorgehalt des Wassers in unserem Dorf \u00fcberpr\u00fcfen lassen. Da es sieben Mal soviel Chlor enthielt wie \u00f6ffentliche Schwimmb\u00e4der, haben einige Anwohner*innen Anzeige erstattet. Auch die landete in irgendeiner Ablage.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Berichten die Massenmedien und \u00f6rtlichen Zeitungen \u00fcber solch haarstr\u00e4ubende Geschichten?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Die Lokalzeitungen entscheiden jedes Mal neu was sie drucken. Erw\u00e4hnenswert ist, dass die dynamischen, oft illegalen Aktionen, weder von Polizei noch Stadtverwaltung bekannt gemacht werden, da sie die Ausweitung solcher Aktionsformen verhindern wollen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Was zumindest zeigt, dass sie momentan Angst vor euch haben.<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Auf jeden Fall. Doch es sagt nichts dar\u00fcber aus, was die Presse von uns ver\u00f6ffentlicht und wie. Denn das h\u00e4ngt davon ab, welche Zeitung sich welcher Machtclique zugeh\u00f6rig f\u00fchlt. Vor einiger Zeit hat die Lokalzeitung \u201aThessal\u00eda\u2018 einen regelrechten Krieg gegen uns gef\u00fchrt. Heute drucken sie unsere Meldungen, da sie gegen den jetzigen B\u00fcrgermeister ist. Das zweite lokale Blatt \u201aTachydr\u00f3mos\u2018 macht es umgekehrt, da es ihn unterst\u00fctzt. Wir st\u00fctzen uns deshalb auf eigene Medien, wie unseren Blog \u201aWater V\u00f3los\u2018, unsere Facebook-Seite und unser landweites Netz von Initiativen, \u00fcber die wir ein breites Spektrum interessierter Menschen erreichen.<\/p>\n<p align=\"justify\">MT: Und nicht nur in Griechenland. Es gibt viele Leute im Ausland, die \u00fcber Bewegungsmedien gut informiert sind, was auf dem P\u00edlion, in V\u00f3los und Griechenland geschieht.<\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Die landesweiten privaten Fernsehkan\u00e4le haben sich bisher gar nicht damit besch\u00e4ftigt, was hier in Bezug auf das Wasser geschieht. Einzig der staatliche Sender ERT, als er von der damaligen konservativen Regierung unter Ant\u00f3nis Samar\u00e1s (N\u00e9a Dimokrat\u00eda) abgeschaltet wurde und die Besch\u00e4ftigten ihn selbstverwaltet als Piratensender weiterf\u00fchrten, haben uns mit aller Kraft unterst\u00fctzt. Allerdings nur damals.<\/p>\n<p align=\"justify\">MT: Auf lokaler Ebene gibt es eine Journalistin, die regelm\u00e4\u00dfig im staatlichen Radio berichtet, weil sie sich pers\u00f6nlich daf\u00fcr interessiert. Sie unterst\u00fctzt uns seit unserer Gr\u00fcndung, also 2011-2012 im Zuge des ersten Spardiktats, als es einen koordinierten Angriff auf das Wasser der P\u00edliond\u00f6rfer gab und die Quellen erstmals gechlort wurden.<\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Ein Dorf nach dem anderen wurde damals Thema in den Zeitungen, da sie angeblich schlechtes Trinkwasser h\u00e4tten und das Wasser deshalb gechlort werden m\u00fcsse. Das wiederum mobilisierte die lokale Bev\u00f6lkerung, die Vollversammlungen einberief und im Februar 2012 ein gro\u00dfes Plenum aller D\u00f6rfer, das gemeinsam mit Aktiven aus V\u00f3los die \u201aBewegung f\u00fcr das Wasser\u2018 gr\u00fcndete. Denn auch in V\u00f3los trinkt niemand sauberes Wasser. Zwar bezieht V\u00f3los viel Wasser aus P\u00edlionquellen, doch ist das Wassernetz dort derart l\u00f6chrig, dass es offiziell einen Wasserverlust von 40% bis 60% gibt. Gezwungenerma\u00dfen f\u00f6rdern sie noch Wasser aus Bohrungen, was von so schlechter Qualit\u00e4t ist, dass V\u00f3los in Griechenland den h\u00f6chsten Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser aus Plastikflaschen hat.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Die Stadtregierung behauptet kein Geld zur Erneuerung des Netzes zu haben. Wollen sie die Wasserwerke verkaufen, damit der neue Besitzer dies finanziert?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Sie versuchen den st\u00e4dtischen Betrieb zu ruinieren, um ihn dann zu verschleudern.<\/p>\n<p align=\"justify\">MT: Wir versuchen klar zu machen, dass das Thema Wasser allumfassend ist. Also nicht ein Dorf, eine Quelle. Am Thema Wasser kann gesellschaftliche Organisierung umfassend erkl\u00e4rt werden. Es gibt klares Wasser, das jeden Tag den Berg herunterl\u00e4uft, w\u00e4hrend die Menschen in V\u00f3los verunreinigtes Wasser trinken. Nicht einmal zum Kochen ist es geeignet. Es laufen also t\u00e4glich viele tausend Kubikmeter sauberes Wasser den Berg herab. Daran wird auch eine Privatisierung nichts \u00e4ndern, da niemand das durchl\u00f6cherte Wassernetz repariert. Unser Vorschlag als Initiative ist es, \u00fcberall in V\u00f3los \u00f6ffentliche Wasserstellen zu installieren, die kostenlos sauberes Pilionwasser spenden, bis das marode Netz repariert ist. Die Wasserstellen w\u00fcrden das dr\u00e4ngendste Problem sofort l\u00f6sen. Niemand m\u00fcsste abgef\u00fclltes Wasser kaufen, wenn eingespeistes P\u00edlionwasser \u00fcber \u00f6ffentliche Wasserstellen umsonst verteilt w\u00fcrde.<\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Die Leute m\u00fcssten nicht mehr aufs Dorf fahren, um Wasser abzuf\u00fcllen und gleichzeitig w\u00fcrden Unmengen an Plastikm\u00fcll, Abermillionen von Plastikflaschen allein in V\u00f3los, eingespart.<\/p>\n<p align=\"justify\">MT: Es w\u00fcrde auch die Spaltung zwischen Dorf und Stadt aufheben, die durch die herrschende Propaganda gef\u00f6rdert wird. Die Machtfraktion um B\u00e9os behauptet, die D\u00f6rfer h\u00e4tten sauberes Wasser umsonst, und w\u00fcrden den Bewohner*innen der Stadt keines g\u00f6nnen, die das ihre teuer bezahlen. So machen sie eine Front auf, die nicht existiert.<\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Dann m\u00fcsste endlich das Netz repariert werden, da du ansonsten das ganze Wasser des P\u00edlion hineinf\u00fcllen kannst, ohne dass es je ausreicht. Ein Fass ohne Boden, das niemals voll wird.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Das Trinkwasser ist nicht der einzige Streitpunkt.<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Ein Jahr nachdem sie begannen unser Wasser mit Chlor zu versetzen, kamen sie auf die Idee auch das Wasser zur Bew\u00e4sserung der Felder und G\u00e4rten an die Wasserwerke zu geben. Sie sagten den Bauern, die ihre Felder seit hunderten Jahren mit Wasser direkt von der Quelle bew\u00e4ssern und die Wasserkan\u00e4le zur Leitung des Wassers von Garten zu Garten unterhalten: \u201eSchluss jetzt, wir \u00fcbernehmen. Ihr seid ab sofort unsere Kunden und bezahlt\u201c. Obwohl selbst die Angestellten der Wasserwerke zugaben, dass sie nicht in der Lage sind, die Bew\u00e4sserung der Felder zu h\u00e4ndeln. Sie haben Probleme mit dem Netz, den Abw\u00e4ssern, der Kl\u00e4ranlage, nicht gen\u00fcgend Personal usw. Allen war deshalb klar, dass perspektivisch auch die Bew\u00e4sserung der Felder und G\u00e4rten privatisiert werden soll. Ebenso, dass ein solcher Plan durch B\u00fcrgermeister B\u00e9os nur mit Gewalt, Polizei, Erpressung und mafi\u00f6sen Strukturen durchgesetzt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Mai 2015 versuchte er ein Vertragswerk zu verabschieden, das die Bew\u00e4sserung der Felder zwischen den Wasserwerken und den zuk\u00fcnftigen Kund*innen regelt. Wir versammelten uns mit Hunderten vor den Wasserwerken mit der Forderung, unsere Argumente im Verwaltungsrat selbst vorzubringen. Drei Hundertschaften MAT-Sondereinsatzpolizei erwarteten uns, dazu eine private Security-Truppe und die durchtrainierten, aufgeblasenen Bodyguards des B\u00fcrgermeisters. Das Zentrum der Stadt war abgeriegelt und niemand durfte ins Geb\u00e4ude. Wir versuchten es trotzdem, da wir das Recht dazu hatten. So kam es zum ersten gro\u00dfen Zusammensto\u00df mit Verletzten und sp\u00e4teren Gerichtsverfahren. Diese erste gro\u00dfe Auseinandersetzung hinderte B\u00e9os nicht daran, seinen Plan verabschieden zu lassen. Sp\u00e4ter, als die Stadtverordnetenversammlung den Vertrag best\u00e4tigen sollte, lie\u00df er das Thema nicht auf die Tagesordnung setzen, um es heimlich und illegal durchs Stadtparlament zu bringen. So wurde der Vertrag tats\u00e4chlich per Mehrheitsbeschluss verabschiedet. Nachdem wir dies im Nachhinein erfuhren, erstatteten wir Anzeige am h\u00f6chsten griechischen Verwaltungsgericht, was nun endlich vor einigen Tagen entschied, dass der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 2015 illegal zustande kam und ung\u00fcltig ist. Das ist ein gro\u00dfer Sieg f\u00fcr uns, denn es war das erste Mal, dass ein Teil der griechischen Justiz anerkannte, dass im Rathaus von V\u00f3los illegale Praktiken angewendet werden. Au\u00dferdem erkl\u00e4rte es alle in den letzten drei Jahren zum Wasser getroffenen Entscheidungen f\u00fcr ung\u00fcltig. F\u00fcr uns das Wichtigste ist jedoch, dass direkt nach der Auseinandersetzung 2015, die Vollversammlungen der D\u00f6rfer entschieden, die Bew\u00e4sserung der Felder in Selbstverwaltung fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Aber ab dann illegal.<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Ja, was soll\u00b4s. Sie haben au\u00dferdem keine Antr\u00e4ge zwecks Bew\u00e4sserung gestellt, da sie nicht anerkennen, was beschlossen wurde. Jedes Dorf bestimmte ein eigenes Bew\u00e4sserungskomitee aus drei Personen, also f\u00fcr die Wasserverteilung, f\u00fcr finanzielle Fragen, und die Instandhaltung der Wasserkan\u00e4le. Das wurde dieses Jahr zum vierten Mal in Folge gemacht. Unsere Forderung ist, dass die Gemeinden wieder f\u00fcr die Bew\u00e4sserung der Felder zust\u00e4ndig sind, und somit offiziell den direkten Zugriff und die Kontrolle \u00fcber ihr Wasser zur\u00fcckerhalten. Die Stadt kann defacto nichts verkaufen, da wir in den D\u00f6rfern nie die entsprechenden Formulare ausgef\u00fcllt, sondern uns komplett verweigert haben. Sie wissen nicht, wie gro\u00df die Grundst\u00fccke sind, wer wieviel Wasser braucht, wer \u00fcberhaupt w\u00e4ssert. Sie haben nichts.<\/p>\n<p align=\"justify\">Um all das zu bekommen, m\u00fcssten sie Hundertschaften schicken und unter Polizeischutz Felder ausmessen. Wohin das f\u00fchrt wissen sie seit Pour\u00ed 1992. Die Bew\u00e4sserung der Felder haben wir momentan in den D\u00f6rfern am Berg zu hundert Prozent selbst in der Hand. Selbstverwaltung in Teilen gibt es bei der Trinkwasserversorgung und der Unterhaltung und S\u00e4uberung der Leitungen von der Quelle bis zu den zentralen Wasserspeichern. Dort setzen sie dann Chlor bei. Die Unterhaltung, S\u00e4uberung und die sonstigen Arbeiten haben wir &#8211; wenn auch illegal &#8211; selbst \u00fcbernommen, was uns oft mehrere Tage und Wochen freiwillige Arbeit kostet. Wir reparieren Sch\u00e4den am Netz, vor allem im Winter, wenn Leitungen bersten, da die Wasserwerke uns aus Rache meist \u00fcberhaupt nicht mehr beachten.<\/p>\n<p align=\"justify\">MT: Was positive Auswirkungen auf unsere pers\u00f6nlichen Beziehungen untereinander hat. Wasser ist die Quelle des Lebens, und alle im Dorf interessieren sich nun daf\u00fcr, arbeiten daf\u00fcr und ziehen Nutzen daraus, wenn das Wasser gut ist. Es hat uns vereint, nicht nur hier in Stagi\u00e1tes, einem kleinen Dorf, sondern auch in Dr\u00e1keia, was gr\u00f6\u00dfer ist. Alle haben ein gemeinsames Ziel. Wenn die Leitungen, die Quelle, die Brunnen sauber sein sollen, dann machst du das selbst, autonom, selbstverwaltet mit den anderen zusammen. Es gibt nicht die M\u00f6glichkeit, eine Firma oder die Wasserwerke anzurufen, zu warten und dann \u00fcbernimmt das irgendwer. Du nimmst dein Schicksal in die eigenen H\u00e4nde, weil sonst nichts geschieht. Das sch\u00e4tzen und das unterst\u00fctzen inzwischen auch alle.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Ihr macht auch anderes, wie Theaterauff\u00fchrungen, gemeinsam.<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">MT: Genau, im Sommer spielen wir Theater an der Quelle, lesen nachts M\u00e4rchen f\u00fcr die Kinder vor oder alle kochen zuhause und bringen das Essen zur Quelle, um dort gemeinsam zu essen. Samstags backen wir Brot in den alten Stein\u00f6fen. Das ganze Dorf macht mit.<\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Fr\u00fcher waren die Quellen heilige Orte und Teil des t\u00e4glichen Lebens. Die Leute trafen sich an den Quellen, um zu feiern, manchmal erbauten sie dort Kirchen, wie in unseren Nachbard\u00f6rfern \u00c1gios Vl\u00e1sios und \u00c1gios Lavr\u00e9ntios. Alle haben auf die eine oder andere Art ihrer Quelle die Ehre erwiesen. Das geriet in Vergessenheit und wir erwecken diese Tradition gerade zu neuem Leben.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Habt ihr nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts eine Einsch\u00e4tzung wie es weitergeht?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Durch all den Druck, die Verfolgung, die Strafverfahren, sind wir seit zwei Jahren etwas in der Flaute: Es gibt einige die Angst haben, was auch nat\u00fcrlich ist. Unseren Widerstand konnten sie nicht brechen. Die Selbstverwaltung des Wassers funktioniert, aber wir merken schon, dass einige sich zur\u00fcckgezogen haben. Das trifft vor allem auf letztes Jahr zu, in dem wir viele Zusammenst\u00f6\u00dfe mit der Stadtregierung hatten. Gleichzeitig liefen mehrere Strafverfahren und erst zuletzt wurde ein Genosse nach drei Jahren endlich freigesprochen. Vor einem Monat folgte ein weiterer Freispruch f\u00fcr drei Angeklagte aus Stagi\u00e1tes. Allerdings gab es letztes Jahr nach heftigen Zusammenst\u00f6\u00dfen mit den Schl\u00e4gern des B\u00fcrgermeisters und der Polizei vor und im Stadtparlament, eine neue Repressionswelle. Es laufen Verfahren gegen neun Personen. Gleichzeitig wurden unsere D\u00f6rfer von Zivilbullen und Uniformierten \u00fcberschwemmt, die gezielt Menschen verfolgten und wegen angeblicher Straftaten, die sich inzwischen als harmlose Ordnungswidrigkeiten entpuppten, verhaften wollten. Auch in V\u00f3los jagten sie Genoss*innen auf \u00e4hnliche Art. Diese milit\u00e4risch zu nennende Besetzung von D\u00f6rfern ist aus Skouri\u00e9s auf Chalkidik\u00ed bekannt, wo die Menschen gegen den umweltzerst\u00f6renden Goldabbau k\u00e4mpfen. Durch gezielte Kriminalisierung Einzelner sollen ganze Bev\u00f6lkerungskreise eingesch\u00fcchtert werden. Dabei hie\u00df es am Anfang wir s\u00e4hen Gespenster, niemand wolle die Wasserwerke privatisieren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Erst im Januar 2017 gaben sie zu, die Kl\u00e4ranlage privatisieren zu wollen. Damals hat die Bewegung erneut St\u00e4rke gezeigt, als wir \u00fcber Wochen massenhaft in der Stadtverordnetenversammlung pr\u00e4sent waren und diese nur unter Anwesenheit von MAT-Sondereinsatztruppen tagte. Wir konnten den Verkauf verhindern. Es war zugleich das erste Mal, dass wir Kontakt zu den Angestellten der Wasserwerke bekamen. Die hatten bis dahin gut bezahlt geschwiegen, was auch als Schweigegeld zur Vertuschung all der Skandale gewertet werden kann. Jetzt nehmen sie offen Stellung gegen den Verkauf, womit sich die Widerstandsfront erweitert hat, weil ihre Arbeitspl\u00e4tze bedroht w\u00e4ren. Da der Verkauf vorerst gescheitert ist, versucht die Gegenseite nun die Wasserwerke in den Bankrott zu treiben, um dann alles St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zwangszuversteigern. Die Bewegung ihrerseits sch\u00f6pft neuen Mut durch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts und die Freispr\u00fcche in den Prozessen. Wir sind also bereit, uns dem Ausverkauf entgegenzustellen. Wir haben nicht nur klar gemacht, dass wir keine Privatisierung wollen, sondern auch den potentiell interessierten Konzernen verdeutlicht, dass wir ihnen das Leben schwer machen werden, sollten sie sich einkaufen wollen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>GWR: Was wichtig sein kann.<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">MT: Wichtig ist au\u00dferdem, dass wir uns in Vollversammlungen organisieren, da diese Art der Organisierung die Nazis von Chrys\u00ed Avg\u00ed ausschlie\u00dft. Die Faschisten haben verstanden, dass in unserem direktdemokratischen Weg der horizontalen Organisierung kein Platz f\u00fcr sie ist. So sind wir schon durch die Art der Organisierung Teil der antifaschistischen Bewegung ohne ein Schild vor uns herzutragen. Die Praxis spricht f\u00fcr sich. Wenn wir davon sprechen, dass das Wasser Allgemeingut ist, allen geh\u00f6rt, jedem Lebewesen zur Verf\u00fcgung stehen muss, dann sind sie raus. Denn sie behaupten, die \u201eQuelle geh\u00f6rt dem Dorf\u201c, es ist \u201eunser lokales Wasser\u201c. Es war deshalb wichtig, dass die D\u00f6rfer das Gleiche entschieden wie wir als emanzipatorische Bewegung. Das Wasser geh\u00f6rt allen! Auch die Konservativen, die es gibt, die aber keine faschistoiden Einstellungen verbreiten, sagen das.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wir m\u00fcssen zugeben, dass es uns als Bewegungsaktivist*innen zu Beginn \u00fcberrascht hat, als die Vollversammlungen der D\u00f6rfer beschlossen, die Unterhaltung der Quellen und die Verteilung des Wassers in Selbstverwaltung fortzuf\u00fchren. Die Praxis der direkten Demokratie gefiel ihnen, da ihnen niemand etwas aufzwang. Die Versammlungen waren nicht von oben verordnet, sondern entsprangen den D\u00f6rfern selbst.<\/p>\n<p align=\"justify\">VG: Wir reden hier nicht von Aufstand und benutzen auch den Begriff Bewegung mit Vorsicht, trotzdem geschehen hier wichtige Sachen, wo doch ansonsten vieles r\u00fcckl\u00e4ufig ist. Es bewegt sich etwas und ich denke, sie werden es nicht schaffen, das Wasser zu privatisieren.<\/p>\n<p align=\"right\"><strong>Interview: Ralf Dreis<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GWR: Wie hat der Kampf der \u201aBewegung f\u00fcr das Wasser\u2018 in V\u00f3los begonnen und was unterscheidet ihn vom Widerstand gegen Privatisierung in Thessalon\u00edki und Athen? Vang\u00e9lis Galan\u00f3poulos (VG): Unsere Gegend, der P\u00edlion, hat eine interessante Vorgeschichte, den Kampf ums Wasser betreffend. 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