{"id":20045,"date":"2019-05-03T11:08:43","date_gmt":"2019-05-03T09:08:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=20045"},"modified":"2019-05-22T12:23:02","modified_gmt":"2019-05-22T10:23:02","slug":"das-ende-des-is","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/05\/das-ende-des-is\/","title":{"rendered":"Das Ende des IS?"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Wer behauptet, die Lage in der Demokratischen F\u00f6deration Nordsyrien sei nach der fast kompletten milit\u00e4rischen Zerschlagung des \u201eIslamischen Staates\u201c (IS\/Daesch) entspannter, verkennt die Situation. Viele IS-K\u00e4mpfer sind untergetaucht und agieren aus dem Untergrund, vielen gelang die Flucht in die T\u00fcrkei, oder in die von der t\u00fcrkischen Regierung kontrollierten Gebiete, wo sie unter dem leicht ver\u00e4nderten Label islamistischer Kampfverb\u00e4nde die Bev\u00f6lkerung auf Linie der Besatzer zwingen. Eine weitere Problematik zeigt sich auf der Ebene des ideologischen \u00dcberdauerns des Terrors: Die religi\u00f6s-faschistoide Ideologie des IS ist in vielen K\u00f6pfen verankert, hat sich pr\u00e4gend auf die Gef\u00fchls-, Denk- und Verhaltensmuster Abertausender ausgewirkt. Eine Tatsache, die sich besonders im Camp Al-Hol offenbart, wo tausende IS-Angeh\u00f6rige auf engstem Raum leben m\u00fcssen. Vor allem aber belastet die fortgesetzte Angriffsdrohung der T\u00fcrkei die Menschen. Der Versuch, im Rahmen der Demokratischen F\u00f6deration Nordsyriens ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen, steht unter dem Druck des n\u00f6rdlich angrenzenden Nato-Landes T\u00fcrkei. Wie ernst die Lage ist, bewies die Bombardierung Afrins und die Eroberung durch die t\u00fcrkische Armee mit Hilfe islamistischer Hilfstruppen und u.a. deutschen Waffen Anfang 2018 (vgl. GWR 427). Der Einmarsch forderte viele hundert Opfer unter der Zivilbev\u00f6lkerung und schlug Hunderttausende in die Flucht. Die t\u00fcrkische Aggression setzt sich nicht nur in Afrin fort, wo Widerstand unterdr\u00fcckt und der Versuch unternommen wird, die kurdische Kultur zu zerst\u00f6ren. Die Vertreibung der kurdischen Bev\u00f6lkerung und die Ansiedelung T\u00fcrkei-loyaler arabischer und turkmenischer Menschen verfolgt das Ziel einer Islamisierung und T\u00fcrkisierung der Region Afrin. Immer wieder kommt es zu Beschie\u00dfungen von Seiten der T\u00fcrkei, nicht nur der angrenzenden Gebiete, in die sich Tausende gefl\u00fcchtet haben, sondern ebenso zum Einsatz von Waffengewalt in entfernteren Regionen Rojavas. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die milit\u00e4rische Zerschlagung des IS wird von den Menschen im nordsyrischen Rojava (Westkurdistan) gefeiert, ihr Kampf um Selbstbestimmung ist jedoch noch lange nicht gewonnen. Er wird nunmehr paradoxerweise sogar unter schwierigeren Bedingungen gef\u00fchrt, da das Faustpfand einer von der westlichen US-gef\u00fchrten Koalition ben\u00f6tigten milit\u00e4rischen St\u00e4rke der SDF (Syrian Democratic Forces), darunter die starken kurdischen Verb\u00e4nde der YPG\/YPJ, gegen den IS scheinbar entf\u00e4llt und der R\u00fcckzug von US-Truppen im Raume steht, die bisher de facto die Lufthoheit besitzen und damit die Sicherheit Rojavas garantieren. Projekte basisdemokratischer Selbstverwaltung, die allgegenw\u00e4rtige Gleichberechtigung von Mann und Frau, unz\u00e4hlige Initiativen, selbstbestimmte Frauenprojekte, kommunale Strukturen und \u00f6kologische Initiativen sind in den letzten Jahren von der Idee zur gesellschaftlichen Realit\u00e4t in Rojava gereift. Dies alles steht auf dem Spiel, droht zwischen milit\u00e4rischer Aggression der T\u00fcrkei, dem von Russland protegierten totalit\u00e4ren Assad-Regime, westlicher Abh\u00e4ngigkeit und Einfluss geschreddert zu werden. <\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Camp Al-Hol nahe der Stadt Haseke<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Zelte der Geflohenen reichen bis zum Horizont. 75.000 Menschen. Das Lager ist \u00fcbervoll. In den letzten drei Monaten stieg die Anzahl der Menschen in der Folge der K\u00e4mpfe um Deir ez-Zor, sp\u00e4ter Baghuz und der dortigen Niederlage des IS explosiv. Nicht nur die pure Masse der Menschen auf engem Raum, sondern die Anwesenheit zigtausender Angeh\u00f6riger von IS-K\u00e4mpfern versch\u00e4rft die Situation zus\u00e4tzlich. Abertausende tiefverschleierte Frauen im Camp Al Hol (arab. Al Hawl), getrennt von ihren M\u00e4nnern, die get\u00f6tet, verletzt oder andernorts inhaftiert sind, befinden sich im Camp. Als Frauen die Freilassung und Zuf\u00fchrung ihrer M\u00e4nner forderten, kam es mehrfach zu Protesten. Diese eskalierten sogar soweit, dass die mobilen Kliniken des Kurdischen Roten Halbmonds zum Ziel der Aggression und mit Steinen beworfen wurden. Es geht jedoch nicht nur um die abwesenden Gef\u00e4hrten. Viele der Anwesenden sind auch nach der letzten Niederlage in Baghuz treue Anh\u00e4ngerinnen des IS und weiter von dem Glauben beseelt, auf der richtigen Seite zu stehen und gek\u00e4mpft zu haben. Der Glaube an die Zukunft eines islamistischen Kalifats ist noch nicht erloschen. Mitnichten befreiten sich alle Frauen nach dem Ende der K\u00e4mpfe von ihrer Vermummung, im Gegenteil, selbst hier im Camp werden zahlreiche kleine M\u00e4dchen immer noch von ihren M\u00fcttern in die schwarze Kleidung geh\u00fcllt. Unz\u00e4hlige Erwachsene tragen Burka, die sogar die Augen bedeckt. Handelt es sich bei diesen Frauen um Opfer oder T\u00e4terinnen? Ist der zu Tage tretende Fanatismus Ergebnis von Brainwashing, Sozialisierung, oder erzwungener Anpassung an ein totalit\u00e4r-religi\u00f6ses Gesellschaftsmodell, das Rechtgl\u00e4ubige zu Herrschern und Herrscherinnen erhebt und andere zu Menschen zweiter Klasse oder gar zur Versklavung verdammt? Oder tritt das zu Tage, was allen autorit\u00e4r- hierarchischen Systemen eigen ist: Die Einordnung und die Unterwerfung gegen\u00fcber Regeln, Moral und Geboten kann durchaus positiv, ja lustvoll erlebt werden, wenn autorit\u00e4re Rahmenbedingungen als haltgebend empfunden und die eigene Position, und sei sie auch subaltern, die M\u00f6glichkeit bietet, auf andere herabzublicken und sie zu beherrschen. Was entspricht besser diesem Schema als eine faschistoid-islamistische Ideologie, die den Wert von Menschen von der Zugeh\u00f6rigkeit eines Religionsstaats abh\u00e4ngig macht und andere, Ungl\u00e4ubige oder Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften, z.B. Menschen jesidischen Glaubens, zur T\u00f6tung oder Sklaverei verurteilt? Die Antwort auf die Frage nach Opfern oder T\u00e4terinnen ist komplex, eine schnelle Antwort ist ebenso wenig hilfreich wie eine schnelle Aburteilung. Autorit\u00e4re Systeme produzieren immer beides, Opfer und T\u00e4terInnen, oft jedoch auch im flie\u00dfenden \u00dcbergang und bei ein und derselben Person. Die Auseinandersetzung mit dem System des IS, seinem Terror, aber auch seiner bestechenden Anziehungskraft wird Jahre dauern. Die erschwerten Bedingungen eines v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten Lagers verunm\u00f6glichen weitgehend einen differenzierten Umgang mit den Betroffenen, ganz zu schweigen von der Einleitung erster Schritte im sozio- oder psychotherapeutischen Bereich.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Der Hass ist zu sp\u00fcren, wenn manche Frauen zu der Situation befragt werden. Sie berichten von Mangel an Nahrung und Medikamenten, auch wenn sie im gleichen Moment mit genau diesen Dingen versorgt werden. Das hei\u00dft nicht, dass es keinen Mangel g\u00e4be, die Drastik der Aussagen ist jedoch zum Teil \u00fcberlagert von der andauernden ideologischen Auseinandersetzung bzw. den Folgen der milit\u00e4rischen. Andererseits entstehen Br\u00fcche, Abweichung und positive Verunsicherung in Bezug auf das festgef\u00fcgte Feindbild: Faschistoid-islamistische Vorstellungen treffen auf kurdische Helferinnen, die selbstbewusst und auf Augenh\u00f6he mit M\u00e4nnern umgehen und unverschleiert, oft ohne Kopftuch, selbstbewusst ihre Arbeit verrichten. <\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_20105\" aria-describedby=\"caption-attachment-20105\" style=\"width: 555px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1613029.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-20105\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1613029.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1613029.jpg 1000w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1613029-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1613029-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1613029-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-20105\" class=\"wp-caption-text\">UNCHR-Fl\u00fcchtlingslager in Rojava, Foto: Michael Wilk<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Ich kenne das Fl\u00fcchtlingslager aus den letzten Jahren. War fr\u00fcher die Versorgung von ca. 20.000 Menschen eine Herausforderung, so stellt die nun fast vervierfachte Anzahl alle Helfenden vor noch schwierigere Aufgaben. Gemeint ist nicht nur die Versorgung mit Zelten, Trinkwasser und Nahrungsmittel, die vom UNHCR in Zusammenarbeit mit den regionalen Selbstverwaltungsbeh\u00f6rden bew\u00e4ltigt werden muss, sondern vor allem auch die medizinische Versorgung, die haupts\u00e4chlich durch den Kurdischen Roten Halbmond, Heyva sor a kurd, erfolgt. Die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) UPP (Un Ponte Per), Medico International und Cadus stehen der kurdischen NGO zur Seite und leisten unentbehrliche Arbeit. Auch M\u00e9decins sans fronti\u00e8res (MSF\/\u00c4rzte ohne Grenzen) sind im Camp aktiv. Von den ca. 75.000 auf engem Raum lebenden Menschen sind 28% unter f\u00fcnf Jahren alt, das hei\u00dft, um die 21.000 Kinder leben unter prek\u00e4ren Bedingungen. \u00dcber 220 Kinder starben seit Beginn des Jahres, meist in der Folge der bei Belagerung und der Flucht aus Baghuz entstandenen Mangelern\u00e4hrung und auch durch K\u00e4lte am Anfang des Jahres. Die Behandlung extrem mangelern\u00e4hrter Kinder ist im Camp nicht m\u00f6glich, es fehlt an spezieller intensivmedizinischer Therapie und entsprechend geschultem Personal. Die NGOs arbeiten alle am Rande ihrer M\u00f6glichkeiten, sie erhalten inzwischen auch F\u00f6rdergelder der EU, die helfen sollen, die gr\u00f6bsten N\u00f6te durch z.B. den Aufbau einer weiteren Klinik innerhalb des Camps zu verbessern. Trotzdem bleibt die internationale finanzielle und logistische Unterst\u00fctzung unzureichendes St\u00fcckwerk, nicht nur das Camp, sondern die gesamte Region betreffend. <\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Lage im April 2019<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die SDF und darunter vor allem die jungen kurdischen Frauen und M\u00e4nner der YPG\/YPJ trugen die Hauptlast der milit\u00e4rischen Auseinandersetzung mit dem IS. Sie zahlten f\u00fcr diesen Einsatz mit \u00fcber 11.000 Toten, vielen Schwerverletzten und Verst\u00fcmmelten, die den Rest ihres Lebens an den Folgen des Krieges zu leiden haben werden. Die K\u00e4mpfe und das damit verbundene Leid wurden in Kauf genommen, um einerseits den Terror des IS zu stoppen und andererseits Raum f\u00fcr ein selbstbestimmtes Leben zu erstreiten. Basisdemokratische Prinzipien und die Gleichberechtigung von Mann und Frau stehen an erster Stelle einer emanzipativen Auseinandersetzung und sind diametral den bisher in der Region \u00fcblichen archaischen Geschlechter- und Herrschaftsverh\u00e4ltnissen entgegengesetzt. Genau darin besteht das Dilemma. An der Bek\u00e4mpfung des IS hat die von den USA gef\u00fchrte Koalition westlicher L\u00e4nder ein hochgradiges Interesse, an der Verbreitung und Umsetzung emanzipativer Prozesse nicht. Vielmehr dienten alle westlichen Milit\u00e4raktionen nie der Herstellung von Demokratie und Freiheit &#8211; auch wenn diese hehren Ziele immer wieder propagandistisch genannt wurden -, sondern immer nur der Ver\u00e4nderung der \u00f6rtlichen Lage im Interesse \u00f6konomischer oder geopolitischer Verwertbarkeit. Eine Maxime mit weitreichenden Fehlern und Folgen. Denn allzu oft erfolgten destabilisierende milit\u00e4rische Interventionen gegen\u00fcber illoyal gewordenen autorit\u00e4ren Regimen, ohne an die daraus resultierenden sozial-politischen Folgen zu denken. Der Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein, der lange als Verb\u00fcndeter der USA gegen den Iran agierte und in dieser Zeit unbehelligt Kurden und Schiiten ermorden lie\u00df, und die damit einhergehende Entmachtung der sunnitischen Gefolgschaft setzten, wie auch der Versuch, das Regime Assads durch die Unterst\u00fctzung oppositioneller Gruppen zu destabilisieren, ein Machtvakuum frei, in dem sich fundamentalistische Gruppierungen etablieren konnten. Der IS entstand auf der Grundlage dieser Situation und entfaltete eine ungeahnte Dynamik des Terrors und Erweiterung seines Herrschaftsbereichs. Eine Bedrohung, die andere Interessen in den Hintergrund treten lie\u00df und die westliche Koalition sogar zu einem strategischen B\u00fcndnis mit jenen kurdischen M\u00e4nnern und Frauen bewegte, die als PKK-nah und deshalb als Feinde galten. Die neuen B\u00fcndnispartnerInnen erwiesen sich nicht nur als verl\u00e4ssliche K\u00e4mpferInnen, sondern man war zwingend auf sie angewiesen, um nicht selber mit gr\u00f6\u00dferen Kontingenten an Bodentruppen in die Schlachten ziehen zu m\u00fcssen. Vom Einsatz einiger Spezialtruppen abgesehen, konnte sich die Koalition auf Luftschl\u00e4ge mit Drohnen und Bombardierungen konzentrieren. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die wachsende milit\u00e4rische St\u00e4rke der SDF, darunter ma\u00dfgeblich kurdische Einheiten, wurde im Westen je nach politischem Lager in Kauf genommen, pragmatisch begr\u00fc\u00dft oder sogar mit einem gewissen Respekt bedacht. Vor allem, weil sie dem urspr\u00fcnglichen Ziel, der Destabilisierung des Assad-Regimes, zumindest nicht widersprach. F\u00fcr die Menschen Rojavas sicherten und flankierten die milit\u00e4rischen Erfolge emanzipative Fortschritte und gesellschaftliche Selbstorganisierung, die in der Folge im Gebiet Nordsyrien unter Einbeziehung der dort lebenden Ethnien weiter etabliert werden konnten. Die T\u00fcrkei unter Erdo<\/span><span lang=\"de-DE\">\u011fan jedoch hatte von Anfang an aus eigenem Interesse die islamistischen Bewegungen in Syrien unterst\u00fctzt und betrachtete die Erstarkung der Demokratischen F\u00f6deration Nordsyriens als Pfahl im Fleisch osmanischen Gro\u00dfmachtstrebens und ebenso als innenpoliti<\/span><span lang=\"de-DE\">sche Bedrohung der T\u00fcrkei. Es erfolgten die milit\u00e4rischen Interventionen Euphrates Shield (\u201eSchutzschild Euphrat\u201c) und die Besetzung Afrins mit Hilfe islamistischer Hilfstruppen und deutscher Waffen Anfang 2018. Die milit\u00e4rische Besetzung des westlichsten Rojava-Kantons Afrin durch die T\u00fcrkei wurde durch die westliche Koalition geduldet und war mit Russland, der Schutzmacht des Assad-Regimes, abgesprochen. Die unwidersprochene Besetzung Afrins durch die T\u00fcrkei machte klar, dass das B\u00fcndnis mit der westlichen Koalition gegen den IS f\u00fcr die Demokratische F\u00f6deration Nordsyrien keinerlei weiterreichende Bestandsgarantien beinhaltete. Die Angriffsdrohung von Seiten der T\u00fcrkei gegen\u00fcber Rojava und die Gebietsanspr\u00fcche auf nordsyrisches Territorium erreichten Anfang 2019 einen neuen H\u00f6hepunkt, als zeitgleich US-Pr\u00e4sident Trump \u00fcberraschend den R\u00fcckzug der US-Truppen ank\u00fcndigte. Dies zu einem Zeitpunkt, zu dem die letzten gr\u00f6\u00dferen milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen gegen den IS noch bevorstanden. Auch wenn innerhalb der politischen Strukturen der Demokratischen F\u00f6deration Nordsyriens keine Illusionen \u00fcber die Stabilit\u00e4t und Dauerhaftigkeit des B\u00fcndnisses mit den USA bestanden, war das Erschrecken \u00fcber den fr\u00fchen Zeitpunkt des angek\u00fcndigten R\u00fcckzugs gro\u00df. Es hatte sich auf drastische Weise best\u00e4tigt, dass die ungew\u00f6hnliche Win-win-Situation zwischen westlichen Alliierten und der emanzipativen Bewegung Rojavas nur eine vor\u00fcbergehende und von der Existenz des IS abh\u00e4ngige sein w\u00fcrde. Ein erneuter milit\u00e4rischer Angriff durch die T\u00fcrkei erschien durch die zeitgleiche R\u00fcckzugsank\u00fcndigung der USA hochwahrscheinlich. Die Erfahrung aus der Invasion Afrins, der Einsatz schwerer Waffen gegen die Zivilbev\u00f6lkerung, hatte die Absichten und die Skrupellosigkeit der t\u00fcrkischen Regierung deutlich gemacht. Auch wenn die F\u00e4higkeit best\u00fcnde, sich am Boden gegen eine Invasion aus der T\u00fcrkei zu wehren, gegen\u00fcber Bombardements aus der Luft und deren menschenfressende Wirkung h\u00e4tte die Bev\u00f6lkerung Rojavas keine Chance. Die in der Folge gesuchten Gespr\u00e4che mit Russland und dem unter seinem Schutz stehenden autorit\u00e4r-zentralistischen Assad-Regime erfolgten notgedrungener Ma\u00dfen und unter der Pr\u00e4misse des \u201ekleineren \u00dcbels\u201c gegen\u00fcber einer Milit\u00e4rintervention der T\u00fcrkei. Es ist absehbar, dass gerade unter massivem externem Druck und einer erzwungenen Wiederann\u00e4herung an das Regime die Wahrscheinlichkeit einer politischen und auch milit\u00e4rischen Autonomie innerhalb des Staatsgebiets Syriens gegen Null gehen w\u00fcrde. Vielmehr muss unter diesen Umst\u00e4nden mit einer weitreichenden Reetablierung des Assad-Regimes in Nordsyrien gerechnet werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Alle \u00c4u\u00dferungen der russischen Regierung best\u00e4tigen genau dies. Es w\u00fcrde nicht nur das Ende der Selbstverwaltung und der basisdemokratischen Ans\u00e4tze bedeuten, ich erfuhr in vielen Gespr\u00e4chen von der Angst vieler junger M\u00e4nner, in die Assad-Armee gepresst zu werden. Die \u00fcberst\u00fcrzte R\u00fcckzugsverlautbarung Trumps traf jedoch auf erheblichen innen- und au\u00dfenpolitischen Widerstand, viele US-PolitikerInnen, ebenso das Pentagon und auch europ\u00e4ische Verb\u00fcndete widersprachen der als voreilig empfundenen R\u00fcckzugsank\u00fcndigung. Die Entscheidung wurde teilweise revidiert, der Abzug von Truppenkontingenten in die Zukunft verschoben. Trotzdem blieb die Unsicherheit und Angst, dass Selbstbestimmung und Freiheit in der gesellschaftlichen Zukunft Nordsyriens erneut auf der Strecke bleiben k\u00f6nnten. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Es wird versucht, auf Zeit zu setzen, nicht zuletzt um Strukturen der Selbstorganisierung zu stabilisieren und auszubauen. Zeit ist n\u00f6tig, nicht nur um sich aus alten Abh\u00e4ngigkeiten l\u00f6sen zu k\u00f6nnen, sondern auch Vertrauen in die eigene Kraft zu sch\u00f6pfen. Das einzige, was den Menschen verl\u00e4sslich erscheint.<\/span><\/p>\n<h5 align=\"left\"><span lang=\"de-DE\">Rakka im April 2019<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Stadt liegt zu weiten Teilen immer noch in Tr\u00fcmmern. Ich sah Rakka zuletzt im Herbst 2017. Die Stadt war umk\u00e4mpft. In zwei Trauma-Stabilisation-Points des Kurdischen Roten Halbmonds wurden Verletzte versorgt, darunter viele Minenopfer, das n\u00e4chste Hospital lag einige Stunden entfernt. In der Mitte der Stadt der IS, der das Krankenhaus zur Festung und das Stadion als Gef\u00e4ngnis umfunktioniert hatte. Ende Oktober wurde die Stadt vom islamistischen Terror befreit.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_20103\" aria-describedby=\"caption-attachment-20103\" style=\"width: 353px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1642465.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-20103\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1642465.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1642465.jpg 560w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1642465-300x450.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/gwr439_IMG_20190408_1642465-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-20103\" class=\"wp-caption-text\">Nordsyrien. Voll verschleierte IS-Kinder im Fl\u00fcchtlingslager. Foto: Michael Wilk<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die K\u00e4mpfe verlagerten sich nach Deir ez-Zor und sp\u00e4ter nach Baghuz. Wer in der am Euphrat gelegenen und mehrheitlich von arabischen Menschen bewohnten Stadt blieb, war der Kurdische Rote Halbmond. In einem weniger zerst\u00f6rten Seitentrakt, der vormaligen Pflegeschule des ehemaligen Nationalen Krankenhauses, betreibt er heute ein Hospital mit Geburtshilfe und allgemeiner Chirurgie, sowie zwei weitere Notfallkliniken in der N\u00e4he. Dies ist nicht nur bitter notwendige praktische Hilfe in der zerst\u00f6rten Stadt, dies ist auch ein Akt der Solidarit\u00e4t gegen\u00fcber der arabischen Bev\u00f6lkerung, der in seiner Bedeutung nicht genug gesch\u00e4tzt werden kann. Er ist praktischer Ausdruck einer Haltung, die in dem Projekt der Demokratischen F\u00f6deration Nordsyrien eben kein rein kurdisches Projekt sieht, sondern eine Idee, die alle Menschen umfasst, unabh\u00e4ngig von ihrer ethnischen Herkunft. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Viele der vormals mehrere hunderttausend Menschen umfassenden Bev\u00f6lkerung sind in die Stadt zur\u00fcckgekehrt und versuchen unter widrigsten Umst\u00e4nden ein neues Leben aufzubauen. Oftmals finden sich kleine L\u00e4den im Erdgeschoss zertr\u00fcmmerter H\u00e4user. Ganze Stadtteile bieten jedoch noch ein apokalyptisches Bild. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Ergebnis der R\u00fcckeroberung, der US-Bombardements und K\u00e4mpfe gegen den IS. Sp\u00e4testens seit Ende 2013 stand Rakka unter dessen vollst\u00e4ndiger Kontrolle, nachdem dieser die Reste der Freien Syrischen Armee, die Ahfad-ar-Rasul-Brigade, aus der Stadt vertrieben hatte. Der IS konnte sich in einer Stadt etablieren, deren Struktur noch weitgehend intakt war und in die sich gesch\u00e4tzt bis zu 800.000 Menschen gefl\u00fcchtet hatten. Bis 2016 galt Rakka als eine Hochburg des IS-Terrors. Scharia und Islam-Schulen indoktrinierten und zwangen die Bev\u00f6lkerung auf Linie. Mitte des Jahres 2016 begannen die Angriffe der Koalition und der SDF, die bis Ende 2017 andauerten und mit der v\u00f6lligen Zerst\u00f6rung der Innenstadt Rakkas endeten. Vor diesem Hintergrund geht es nicht nur darum, die materielle \u00dcberlebensgrundlage dieser Menschen zu sichern, Minen zu beseitigen, die Wiederherstellung von Wasser- und Stromversorgung, es geht um den Aufbau von Selbstvertrauen und emotionaler Stabilit\u00e4t. Ein Prozess, der die Menschen \u00fcber Jahre und Generationen besch\u00e4ftigen wird. Rakka liegt n\u00f6rdlich des Euphrat, im Bereich der Demokratischen F\u00f6deration, deren Sicherheitskr\u00e4fte in den Stra\u00dfen pr\u00e4sent sind. Ob dies so bleibt, oder ob die Menschen sich wieder mehr dem Regime Assads zuwenden, soll in nicht allzu ferner Zukunft durch sie selbst entschieden werden. Hoffentlich. Denn Selbstverwaltung und selbstbestimmte Zukunft sind durch den allgegenw\u00e4rtigen Mangel und den beschriebenen politischen Druck von au\u00dfen massiv gef\u00e4hrdet. Das Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung ist ungeheuer, die zum Wiederaufbau n\u00f6tige internationale Hilfe ist jedoch nicht in Sicht. Es ist unschwer zu erahnen, dass die politische Unsicherheit \u00fcber die Zukunft der Region Hilfe verz\u00f6gert. Die westliche Welt ist kaum gewillt, Hilfe an ein Gebiet zu geben, das bald wieder unter Kontrolle Assads stehen k\u00f6nnte und damit unter Russlands Einfluss.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Das Regime wiederum ist weder in der Lage noch willens, eine Stadt zu unterst\u00fctzen, die nicht unter der eigenen Kontrolle steht. Eine Situation, die sich wenig von den \u00fcbrigen Teilen Rojavas unterscheidet. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Orte Al-Hol und Rakka stehen exemplarisch f\u00fcr die riesigen Herausforderungen, mit denen die Menschen der Demokratischen F\u00f6deration Nordsyrien zu k\u00e4mpfen haben. Zeitgleich jedoch gibt es viele Beispiele gelungener Aufbauarbeit und eines emanzipativen gesellschaftlichen Wandels, der in seiner ansteckenden und befruchtenden Wirkung \u00fcber die Region hinausweist: Der fortgeschrittene Wiederaufbau Kobanes, die Errichtung von Waisen- und Krankenh\u00e4usern, eines Frauendorfs, das Renaturierungsprojekt in Derik, die neue medizinische Akademie und vieles mehr, alles errichtet in Eigenleistung und solidarischer nichtstaatlicher Hilfe von au\u00dfen. Erst in j\u00fcngster Zeit erfolgt eine vorsichtige Finanzierung f\u00fcr NGOs, die in Rojava Hilfe leisten, aus dem Ausland. N\u00f6tig w\u00e4re jedoch eine weitreichende Unterst\u00fctzung der Zivilgesellschaft, die in Nordsyrien nicht nur versucht, Lebensgrundlagen auch f\u00fcr die nachfolgenden Generationen zu schaffen, sondern auch darum k\u00e4mpft, ein anderes, basisdemokratisches Gesellschaftsmodell zu verwirklichen. Die Familien Rojavas haben die Hauptlast des Krieges gegen den IS getragen, viele junge M\u00e4nner und Frauen sind gestorben, viele sind bleibend verletzt an K\u00f6rper und Seele. Sie d\u00fcrfen nun, nach Beendigung der milit\u00e4rischen Auseinandersetzung gegen den IS, nicht allein gelassen werden. Die Bundesregierung zeigt sich jedoch stur, vermessen und in der Konsequenz unmenschlich. So prahlte Au\u00dfenminister Maas nach der Beendigung der K\u00e4mpfe in Baghus und twitterte unverdientes Eigenlob: \u201eBaghus ist befreit! Ein wichtiger Schritt ist getan. IS beherrscht kein Gebiet mehr. M\u00f6glich war dies nur durch eine beispiellose internationale Zusammenarbeit, zu der Deutschlan<\/span><span lang=\"de-DE\">d beigetragen hat.\u201c Im Gegensatz zu den USA, den Franzosen und Briten erw\u00e4hnte er jedoch nicht die Kurden und Kurdinnen. Ein weiteres Zugest\u00e4ndnis an den B\u00fcndnispartner Erdo\u011fan, der nicht br\u00fcskiert, sondern weiter mit Waffen, Geld und der politischen Repre<\/span><span lang=\"de-DE\">ssion von Menschen, die der Sympathie gegen\u00fcber der PKK und auch Rojavas verd\u00e4chtig sind, bei Laune gehalten werden soll.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Behauptung, es g\u00e4be keinen diplomatischen Kontakt zur Selbstverwaltung der Region und deshalb k\u00f6nnten die dort inhaftierten deutschen IS-T\u00e4terInnen nicht zur\u00fcckgenommen werden, ist eine zur gleichen Kategorie geh\u00f6rige billige Ausrede. Die deutsche Regierung will keine Kontakte etablieren, um keine Anerkennungsebenen gegen\u00fcber der Demokratischen F\u00f6deration Nordsyrien zu schaffen. Zudem ist es aus Sicht der Bundesregierung viel bequemer, die \u00dcberwachung und Versorgung von deutschen IS-lern anderen zu \u00fcberlassen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Politik der deutschen Regierung ist besch\u00e4mend. Der oft beschworene Satz, Fluchtursachen verhindern zu wollen, indem die Lebensverh\u00e4ltnisse vor Ort verbessert werden, entpuppt sich einmal mehr als wohlfeiles politisches Lippenbekenntnis und Muster ohne Wert.<\/span><\/p>\n<p align=\"right\"><strong><span lang=\"de-DE\">Michael Wilk<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer behauptet, die Lage in der Demokratischen F\u00f6deration Nordsyrien sei nach der fast kompletten milit\u00e4rischen Zerschlagung des \u201eIslamischen Staates\u201c (IS\/Daesch) entspannter, verkennt die Situation. Viele IS-K\u00e4mpfer sind untergetaucht und agieren aus dem Untergrund, vielen gelang die Flucht in die T\u00fcrkei, oder in die von der t\u00fcrkischen Regierung kontrollierten Gebiete, wo sie unter dem leicht ver\u00e4nderten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/05\/das-ende-des-is\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":502,"featured_media":20150,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Das Ende des IS? - graswurzelrevolution","description":"Wer behauptet, die Lage in der Demokratischen F\u00f6deration Nordsyrien sei nach der fast kompletten milit\u00e4rischen Zerschlagung des \u201eIslamischen Staates\u201c (IS\/Daesch"},"footnotes":""},"categories":[1044,1027],"tags":[],"class_list":["post-20045","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-439-mai-2019","category-wir-sind-nicht-alleine"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20045","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/502"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20045"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20045\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20150"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}