{"id":20662,"date":"2019-09-13T11:27:46","date_gmt":"2019-09-13T09:27:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=20662"},"modified":"2019-10-01T02:16:42","modified_gmt":"2019-10-01T00:16:42","slug":"atomkraft-ist-nix-fuers-klima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/09\/atomkraft-ist-nix-fuers-klima\/","title":{"rendered":"Atomkraft ist niX f\u00fcrs Klima"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Sie setzen auf den zeitlichen Abstand zu den Atomunf\u00e4llen in Fukushima 2011 und Tschernobyl 1986 und auf das junge Alter vieler Teilnehmer*innen der Klimademos, um ihre \u201eArgumente\u201c unter die Menschen zu bringen. Viele haben die H\u00f6hepunkte der Antiatom-Bewegung nicht miterlebt und der Widerstand hat es in Zeiten des angek\u00fcndigten Atomausstiegs schwer. Nur wenige sehen, dass der Ausstieg l\u00e4ngst nicht vollst\u00e4ndig ist. Auch in Deutschland sind noch nicht alle AKWs abgeschaltet und die Atomtransporte, die Urananreicherung in Gronau und die Brennelementefertigung in Lingen laufen unbefristet weiter. Es gibt keine sichere Endlagerung des Atomm\u00fclls.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Versprechen einer CO2-freien \u201eL\u00f6sung\u201c f\u00fcr die Klimakrise klingt verlockend. Doch Atomkraft ist keine L\u00f6sung. Atomkraft deckt 2% des weltweiten Energiebedarfs, die erneuerbaren Quellen 18%. Der Bau zahlreicher Atomkraftwerke w\u00e4re n\u00f6tig, um irgendeine Auswirkung auf die Klimakrise zu haben, angenommen es w\u00e4re CO2 frei und sicher. Doch der Bau eines Kraftwerks dauert meist \u00fcber zehn Jahre und ein einziger Meiler kostet \u00fcber zehn Milliarden Euro. Je mehr AKW in Betrieb, umso h\u00f6her die radioaktive Verseuchung der Umwelt im Normalbetrieb und das Unfallrisiko.<\/p>\n<p align=\"justify\">Neue Mini-Reaktortypen, wie zum Beispiel der durch die Lobby angepriesene Thorium Reaktor, sind ebenfalls hoch gef\u00e4hrlich, in jedem dieser Mini-Reaktoren entsteht die Radioakivit\u00e4t vieler Hiroshima-Bomben. Ein Unfall oder ein Anschlag auf ein Kleinst-AKW k\u00f6nnte eine Stadt unbewohnbar machen. Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangsl\u00e4ufig schlecht gesicherte, potentielle Anschlagsziele. Bei wegen der Klimakrise zunehmenden Wetterextremen \u201ehilft\u201c Atomkraft nicht. AKW m\u00fcssten wegen der andauernden Hitze abgeschaltet werden, weil das K\u00fchlwasser fehlt und das \u00d6kosystem der Fl\u00fcsse durch die Abfuhr von hei\u00dfem Wasser zerst\u00f6rt wird. Uran ist au\u00dferdem ein fossiler Brennstoff ohne Zukunftsperspektive. Studien zu Folge werden die Uranvorkommen weltweit sp\u00e4testens 2070 ausgebeutet sein. Die Kosten und der CO2-Aussto\u00df beim Abbau steigen jetzt schon, weil dieser immer energieintensiver wird.<\/p>\n<p align=\"justify\">Atomkraft verursacht weniger CO2-Emissionen als Kohlekraftwerke, aber mehr als die erneuerbaren Energien. F\u00fcr eine saubere Berechnung der CO2-Belastung von Atomstrom muss die ganze Produktionskette ber\u00fccksichtigt werden. Dazu geh\u00f6rt der Uranabbau, der Transport, Bau, R\u00fcckbau und Unterhalt eines Atomkraftwerks sowie die Verteilung des Stroms. Die Schweizerische Energie-Stiftung st\u00fctzt sich deshalb auf einen Wert von ca. 100 g\/kWh Atomstrom.<\/p>\n<p align=\"justify\">Je nach Herkunft des Urans, sind die Emissionen unterschiedlich stark. Ironie der Geschichte ist, dass Kohlekraftwerke betrieben werden, um den Rohstoff abzubauen und zu verarbeiten. Es werden allein f\u00fcr den Uranabbau in Arlit (Niger) 400.000 Tonnen Kohle j\u00e4hrlich eingesetzt. Uran aus Namibia wird regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber Hamburg nach Narbonne in S\u00fcd-Frankreich zur Weiterverarbeitung transportiert. Bei der dortigen chemischen Verarbeitung, ein notwendiger Schritt hin zur Fertigung von Brennelementen, entsteht Atomm\u00fcll, dieser soll in einer neuen Anlage THOR verbrannt werden, daf\u00fcr m\u00fcssen 5.700 Tonnen Steinkohle pro Jahr verfeuert werden. Ca. 40% des Strom-Mixes, den Urenco f\u00fcr die Anreicherung seines Urans nutzt, stammt aus Hambacher Braunkohle.<\/p>\n<p align=\"justify\">Atomm\u00fcll kommt nicht nur aus dem Atomreaktor, sondern entsteht bereits bei jeder Etappe der Brennelementefertigung. Daf\u00fcr gibt es keine L\u00f6sung. Der CO2-Aussto\u00df im Zusammenhang mit der Entsorgung von Atomm\u00fcll ist unbekannt, d\u00fcrfte aber in den kommenden Jahren in die H\u00f6he schie\u00dfen. Frankreich will beispielsweise ein Lager in tiefen geologischen Tonschichten in Bure (Lothringen) bauen. Geplant sind 300 Km unterirdische Stollen. U.a. 275 000m3 Beton f\u00fcr die Befestigung der G\u00e4nge sind n\u00f6tig. Das ist energie- und CO2-intensiv!<\/p>\n<p align=\"justify\">Atomkraft bremst den Ausbau der erneuenbaren Energien. Der Subventionshahn (Euratom-Gelder, Forschung) muss geschlossen werden. Das Geld muss in die Erneuerbaren investiert werden. Es kann nur hei\u00dfen: Atomkraft Schluss! System Change ist bitter n\u00f6tig.<\/p>\n<p align=\"right\"><strong>Eichh\u00f6rnchen<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie setzen auf den zeitlichen Abstand zu den Atomunf\u00e4llen in Fukushima 2011 und Tschernobyl 1986 und auf das junge Alter vieler Teilnehmer*innen der Klimademos, um ihre \u201eArgumente\u201c unter die Menschen zu bringen. 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