{"id":20830,"date":"2019-10-08T14:27:03","date_gmt":"2019-10-08T12:27:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=20830"},"modified":"2019-10-10T16:38:08","modified_gmt":"2019-10-10T14:38:08","slug":"herrschaftsfrei-leben-projektanarchismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/10\/herrschaftsfrei-leben-projektanarchismus\/","title":{"rendered":"Herrschaftsfrei leben \u2013 Projektanarchismus"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/gwr442_9783868412116.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-20912 alignright\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/gwr442_9783868412116-197x300.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/gwr442_9783868412116-197x300.jpg 197w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/gwr442_9783868412116-300x456.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/gwr442_9783868412116.jpg 415w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a>1985 erschien \u201eDas Projekt A\u201c von Horst Stowasser (1951-2009) als DIN-A4-Brosch\u00fcre in kleiner Auflage. Es war nicht im Buchhandel zu bekommen, sondern wurde in nummerierten Exemplaren pers\u00f6nlich weitergegeben. Darin entfaltete der anarchistische Autor Ideen eines Projekts zur umfassenden gesellschaftlichen Ver\u00e4nderung, die seit einigen Jahren in bundesweiten Zusammenh\u00e4ngen diskutiert worden waren. <\/span><span lang=\"de-DE\">Die neu erschienene Ausgabe im Buchformat wird herausgegeben vom Horst-Stowasser-Institut. Der Verein pflegt Stowassers Verm\u00e4chtnis, das AnArchiv, im \u00d6kohof in Neustadt\/Weinstra\u00dfe, an dem Ort, an dem er gemeinsam mit vielen anderen die Ideen des Projektanarchismus umzusetzen versuchte.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Das Projekt A beschreibt die Idee, die Trennung zwischen Privatleben, Erwerbsarbeit und politischen Aktivit\u00e4ten aufzuheben, und all diese Lebensbereiche kollektiv zu organisieren. Kernst\u00fcck sind die \u201eDoppelprojekte\u201c: Eine Gruppe, deren Mitglieder auch zusammen wohnen, betreibt gemeinsam sowohl ein wirtschaftliches Unternehmen, als auch ein kulturelles, soziales oder politisches Projekt, das aus den Gewinnen des Unternehmens finanziert wird. Mehrere solcher Doppelprojekte vernetzen sich und wirtschaften gemeinsam. Ausgangspunkt soll eine verschlafene, westdeutsche Kleinstadt sein. \u201eIn meinem Projekt geht es unter anderem darum, ein lustvolles Leben zu leben, ohne sich dessen zu sch\u00e4men, ohne dass es auf Kosten anderer Menschen, der politischen Aktivit\u00e4ten oder arroganter Ausbeutung anderer geschieht.\u201c <\/span><span lang=\"de-DE\">An immer mehr Orten entstehen solche Projekte, bilden einen gemeinsamen Rat, und Schritt f\u00fcr Schritt weitet sich dieses neue, attraktive Lebensmodell aus. So wird aus dem Projekt A \u201eein dynamisches Konzept, eine Idee, die sich \u00fcber das ganze Land \u2013 ja (bitte nicht lachen) \u00fcber die ganze Welt ausbreiten kann. Soll!\u201c<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Im Vorwort schildert Michael Schl\u00e4ger vom AnArchiv das neue Interesse vor allem junger Leute am Projekt A. Viele m\u00f6chten auch mehr dar\u00fcber wissen, was aus den Umsetzungsversuchen Ende der 1980er bis in die 90er Jahre hinein geworden ist. Nach der vorliegenden, erweiterten Ausgabe des Projekt-A-Buchs von Horst Stowasser arbeitet der Verein \u201emit vielen Dabeigewesenen und Interessierten an einer kritischen Betrachtung des Neustadter WESPE-Projektes\u201c (Werk selbstverwalteter Projekte und Einrichtungen). Daraus soll ebenfalls ein Buch werden, das bei Edition AV erscheinen wird.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Neben dem Ursprungstext von Horst Stowasser enth\u00e4lt der vorliegende Band eine Kurzdarstellung \u201eProjekt A \u2013 Was ist das eigentlich?\u201c der Marburger Pro A-Gruppe von 1992. Darin wird die Geschichte der Idee dargelegt, die Grundgedanken in K\u00fcrze, sowie die ersten Umsetzungsversuche und deren Scheitern im hessischen Alsfeld und die hoffungsvollen Entwicklungen in Neustadt\/Weinstra\u00dfe.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Ebenfalls 1992 verfasst wurde der zus\u00e4tzlich beigef\u00fcgte Text \u201eDas Projekt A vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts\u201c von Horst Stowasser. <\/span><span lang=\"de-DE\">Er legt seine strategischen \u00dcberlegungen vor und entwirft weitsichtig Szenarien von weltweitem Bankencrash und \u201eMassenflucht der Armen in die L\u00e4nder der Reichen\u201c. Dass es nicht bleiben kann, wie es ist, steht f\u00fcr ihn fest. Darum sei es notwendig, Strukturen aufzubauen, um den erwartbaren Ersch\u00fctterungen nicht hilflos ausgesetzt zu sein, sondern reale Alternativen anbieten zu k\u00f6nnen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Er betont, dass eine \u201eAnarchie zum anfassen\u201c sich nicht in Nischen oder alternativen Inseln verbarrikadieren d\u00fcrfe, sondern dass es darauf ankomme, sich zu vernetzen, nicht nur zwischen alternativen Projekten, sondern auch mit der Nachbarschaft und mit Leuten, die ganz anders ticken \u2013 ohne jedoch die eigenen Prinzipien aufzugeben.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Das Buch enth\u00e4lt zus\u00e4tzlich ein Faltblatt, das Stowasser 1993 verfasst und einer zweiten Auflage des Projekt A-Buchs aus 1992 beigef\u00fcgt hatte. Darin reflektiert er die bis dahin gemachten Erfahrungen, die dazu f\u00fchrten, dass einiges, was im Buch konkret angedacht war, bereits 1992 \u201eendg\u00fcltig zu Grabe getragen\u201c wurde. Jedoch sei \u201eder erste Beweis erbracht, dass das utopische Experiment m\u00f6glich ist und gelingen kann\u201c. <\/span><span lang=\"de-DE\">Dass es im Leben anders geht als in der Theorie, war Horst Stowasser immer klar, und er wies unerm\u00fcdlich darauf hin, dass es nicht darum gehe, das im Buch Geschriebene nachzubauen, sondern verstand es als Idee und Denktendenz, die zum Selbermachen ermutigen sollte. Hauptsache es erstarrt nicht, bleibt herrschaftsfrei, autonom und schafft Strukturen, in denen jede und jeder Einzelne sich frei entfalten kann.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">In diesem Sinne sind solche Utopien gerade heute wieder wichtig, darum ist das Buch genau im richtigen Moment neu erschienen.<\/span><\/p>\n<p align=\"right\"><strong><span lang=\"de-DE\">Elisabeth Vo\u00df<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1985 erschien \u201eDas Projekt A\u201c von Horst Stowasser (1951-2009) als DIN-A4-Brosch\u00fcre in kleiner Auflage. Es war nicht im Buchhandel zu bekommen, sondern wurde in nummerierten Exemplaren pers\u00f6nlich weitergegeben. Darin entfaltete der anarchistische Autor Ideen eines Projekts zur umfassenden gesellschaftlichen Ver\u00e4nderung, die seit einigen Jahren in bundesweiten Zusammenh\u00e4ngen diskutiert worden waren. 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