{"id":21244,"date":"2019-12-04T00:50:24","date_gmt":"2019-12-03T22:50:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=21244"},"modified":"2019-12-12T17:41:47","modified_gmt":"2019-12-12T15:41:47","slug":"kolumbien-unbewaffnete-verteidiger-ihres-indigenen-territoriums-erschossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/12\/kolumbien-unbewaffnete-verteidiger-ihres-indigenen-territoriums-erschossen\/","title":{"rendered":"Kolumbien: Unbewaffnete Verteidiger ihres indigenen Territoriums erschossen"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Auf dem Papier beinhaltet der Friedensvertrag auch die Fragen des Landrechts, die eine der Hauptursachen des so lange bestehenden Konfliktes sind. Das zeigt das Beispiel Cauca im S\u00fcdwesten des Landes.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Am 29. Oktober 2019 wurden dort f\u00fcnf Menschen erschossen und f\u00fcnf weitere verletzt. <\/span><span lang=\"de-DE\">Sie geh\u00f6rten zu den indigenen Autorit\u00e4ten der Reservation Tacuey\u00f3 und den sog. W\u00e4chter*innen, die durchsetzen wollen, dass bewaffnete Personen, egal ob vom kolumbianischen Milit\u00e4r, Paramilit\u00e4rs oder Guerilla in ihr autonomes Territorium eindringen. Vor einigen Monaten ging das Bild eines von den unbewaffneten indigenen W\u00e4chter*innen ausgewiesenen bewaffneten Soldaten durch die kolumbianischen Medien.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Nun hat der gewaltfreie Schutz der Gemeinde nicht funktioniert. Die T\u00e4ter, nach Auffassung sowohl indigener Bewegungen als auch der Regierung, abtr\u00fcnnige FARC-Angeh\u00f6rige, haben sich um die Durchsetzung einer waffenfreien Zone nicht geschert. \u00dcber ihre m\u00f6glichen Motive gibt es unterschiedliche Ansichten. Fr\u00fcher war das Gebiet unter Kontrolle der FARC und diese Macht wollen jene, die den Friedensvertrag ablehnen, nicht kampflos hinnehmen. Und da st\u00f6ren Menschen, die sich nicht in die konfrontative bewaffnete Auseinandersetzung einbeziehen lassen wollen. Andere weisen darauf hin, dass in dem Gebiet Koka-Pflanzen angebaut und verarbeitet w\u00fcrden und wichtige Drogenrouten entlang des Territoriums f\u00fchrten, <\/span><span lang=\"de-DE\">und dass u.a. die Guerillas mit dem Drogenhandel ihre Operationen finanzierten. Damit ginge es um die Verteidigung der Kriegs\u00f6konomie einer bewaffneten Gruppe.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Aber auch die anderen bewaffneten Gruppen, die kolumbianische Armee und die Paramilit\u00e4rs, haben ihre Formen der Kriegs\u00f6konomie. Die Armee ist nach Angaben von Isabel Cristina Zuleta vom Umwelt- und Menschenrechts-Netzwerk Rios Vivos aus Antioquia eng mit den z.T. staatlichen Wasserkraftwerks-Unternehmen verflochten. Diese Unternehmen sind die anderen Akteure, die Druck auf die autonomen Territorien der vielen kolumbianischen V\u00f6lker an den Fl\u00fcssen Rio Cauca und Magdalena aus\u00fcben. Verbunden sind die Wasserkraftwerke mit Vertreibungen, Umweltzerst\u00f6rung und Menschenrechtsverletzungen. Viele Menschen sind verschwunden oder werden ermordet. In ganz Kolumbien sind alleine zwischen Januar 2018 und April 2019 166 Menschenrechtsverteidiger ermordet worden. Zuleta spricht von einem Krieg gegen die Umwelt.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Wenn der rechtsgerichtete Pr\u00e4sident Ivan Duque, der erkl\u00e4rterma\u00dfen die Aufarbeitung der Konfliktursachen, wie etwa die ungerechte Landverteilung, nicht angehen will, nun das Milit\u00e4r schickt, um die Sicherheit in Tacuey\u00f3 herzustellen, dann militarisiert er das indigene Territorium, das deren Bewohner*innen waffenlos gegen jegliche bewaffneten Gruppen verteidigen wollen. Das ist kein gutes Zeichen f\u00fcr eine Umsetzung des Friedensvertrages. <\/span><span lang=\"de-DE\">Die Mission der Organisation Amerikanischer Staaten (MAPP\/OEA), die den Friedensprozess begleitet, forderte nach dem Massaker die staatlichen Institutionen auf, gemeinsam mit den indigenen Autorit\u00e4ten alles Notwendige zu tun, um die Sicherheit der Gemeinden gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen. Sie \u00fcberwacht weiterhin die Entwicklung in Cauca.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">Stephan Br\u00fces<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Papier beinhaltet der Friedensvertrag auch die Fragen des Landrechts, die eine der Hauptursachen des so lange bestehenden Konfliktes sind. Das zeigt das Beispiel Cauca im S\u00fcdwesten des Landes. Am 29. Oktober 2019 wurden dort f\u00fcnf Menschen erschossen und f\u00fcnf weitere verletzt. 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