{"id":21499,"date":"2020-01-02T19:13:16","date_gmt":"2020-01-02T17:13:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=21499"},"modified":"2020-02-17T00:33:28","modified_gmt":"2020-02-16T22:33:28","slug":"generation-der-frauen-ohne-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/01\/generation-der-frauen-ohne-angst\/","title":{"rendered":"Generation der Frauen ohne Angst"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Tats\u00e4chlich gibt es seit der Kolonialzeit eine Dualit\u00e4t sowohl laizistischer wie auch religi\u00f6ser Bestandteile im Recht Algeriens. <\/span><span lang=\"de-DE\">Juristisch werden die <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/04\/der-8-maerz-in-algerien-und-der-10-maerz-in-paris\/\">algerischen Frauen<\/a> auf zwei Formen des Status aufgeteilt: Die Verfassung definiert sie als den M\u00e4nnern rechtlich gleichgestellt, doch der zweite Status, das Familiengesetz von 1984, setzt sie unter die Vormundschaft des Vaters und des Ehemanns. So sind sie zum Beispiel dazu verpflichtet, sich an einen Vormund (\u201ewali\u201c) zu wenden, wenn sie einen Heiratsvertrag abschlie\u00dfen wollen. Geschiedene Frauen verlieren das Sorgerecht, wenn sie erneut heiraten; eine Heirat wird f\u00fcr null und nichtig erkl\u00e4rt, wenn der Ehemann als \u201evom Glauben abgefallen\u201c (Apostasie) gilt. <\/span><span lang=\"de-DE\">Dar\u00fcber hinaus werden noch immer bestimmte Formen der Polygamie oder der des Versto\u00dfens von Frauen aus der Familie anerkannt. Das Erbrecht bleibt den Normen des religi\u00f6sen Rechts unterworfen und bedeutet faktisch eine Ungleichheit der Erben verschiedener Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit.<\/span><\/p>\n<h5><span lang=\"de-DE\">Kleine Erfolge der feministischen Bewegung<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Der Druck der Frauen und Feministinnen hat in den letzten zehn Jahren zu ein paar juristischen Verbesserungen gef\u00fchrt. So wurde es Frauen zum Beispiel in einem Gesetz des Jahres 2015 erm\u00f6glicht, gegen h\u00e4usliche Gewalt zu klagen. Aber dieses Gesetz beinhaltet eine inakzeptable Klausel, denn im Falle einer \u201eEntschuldigung\u201c wird jedes Verfahren gegen den Aggressor eingestellt \u2013 was die T\u00fcr f\u00fcr alle Arten psychischen Zwangs gegen die Frauen \u00f6ffnet. <\/span><span lang=\"de-DE\">Gleichzeitig gibt es einen internationalen Kontext, in dem die Akkumulationszentren, die durch die kapitalistische Krise bedroht werden, feministische Argumentationslinien f\u00fcr ihre strukturellen Machtinteressen instrumentalisieren. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Das f\u00fchrt zu einer Vielzahl an Widerspr\u00fcchen innerhalb der algerisch-feministischen Str\u00f6mungen. Tats\u00e4chlich ist Algerien ein Staat, der haupts\u00e4chlich durch die \u00d6lrente existiert und dadurch von Weltmarktschwankungen abh\u00e4ngig ist. Ganze Sektoren der algerischen \u00d6konomie sind noch immer nicht privatisiert und n\u00e4hren den Appetit der internationalen Machtinteressen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Angesichts kulturalistischer und rassistischer Mythen \u00fcber den Islam, von denen der Westen geradezu besessen ist (1), ist ein kritischer Blick auf die Geschichte dieses Familiengesetzes aus der Zeit der Achtzigerjahre und im Zusammenhang mit der damaligen Perestroika vonn\u00f6ten. <\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Unterordnung der Frauen in einer krisenhaften Renten\u00f6konomie<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">In der sogenannten \u201esozialistischen\u201c Epoche profitierten die Algerier*innen von einer Einschulungskampagne. Aber angesichts der enorm hohen Zahl an Arbeitslosen verzichteten die staatlichen Beh\u00f6rden darauf, Frauen als Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr den Arbeitsmarkt zu mobilisieren. Die feministische \u00d6konomin Fatiha Talahite meint, dass einerseits \u201edas Ideal der Emanzipation durch Arbeit nicht aufgegeben wurde\u201c, andererseits jedoch mehrere Generationen \u201eden Partizipationsversprechen, die nur f\u00fcr die k\u00fcnftigen Generationen galten, zum Opfer fielen\u201c. Doch im Gegensatz zu einigen L\u00e4ndern Lateinamerikas, in denen die Industrialisierung die Existenz von Frauen als Lohnarbeiterinnen erm\u00f6glichte, blieb die algerische Wirtschaft Gefangene ihrer Renten\u00f6konomie. Zu Beginn der Achtzigerjahre gab es in Algerien eine riesige weibliche industrielle Reservearmee. Die Frauen waren eingeschult, fanden aber keine Arbeit. In dieser Situation nahmen die Herrschenden die Tradition zum Vorwand, um das Familiengesetz durchzudr\u00fccken: Die Machtposition, die das Gesetz den M\u00e4nnern \u00fcber die Frauen gegeben hat, war als ein Gegenmittel gedacht, um in einer Zeit der verst\u00e4rkten Liberalisierung die Probleme der Arbeitslosigkeit und der Wohnungsnot zu verdecken. Die strikte Eingrenzung der Familie als Ort der Reproduktion sollte als Gegentendenz zur allgemeinen Verarmung fungieren. Die f\u00fchrenden Politiker der damaligen Zeit haben also bewusst die Entscheidung einer rechtlichen Zuspitzung der Unterordnung der Frauen unter die M\u00e4nner gef\u00e4llt, um den Schock des \u00dcbergangs zu einer reinen Markt\u00f6konomie abzud\u00e4mpfen. Als die Einnahmen aus der \u00d6lrente 1986 einbrachen, hatten die Frauen keine andere Wahl mehr, als innerhalb einer krisenhaften Marktwirtschaft nach Arbeit zu suchen \u2013 zudem in einer Situation der Entindustrialisierung, in der nur noch prek\u00e4re, schlecht bezahlte und haupts\u00e4chlich informelle Arbeitspl\u00e4tze zu haben waren. Dies fiel dann mit dem schrecklichen \u201eschwarzen Jahrzehnt\u201c zusammen [B\u00fcrgerkrieg zwischen staatlicher Armee und den islamistischen Terrorgruppen \u201eIslamische Rettungsfront\u201c (FIS) und \u201eGruppe Islamische Armee\u201c (GIA); Red.] <\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die R\u00fcckkehr der Frauen nach dem B\u00fcrgerkrieg<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Am Ausgang des B\u00fcrgerkriegs erh\u00f6hten sich die Einnahmen aus dem \u00d6lhandel und erm\u00f6glichten einen R\u00fcckgang der Armut. Gleichzeitig explodierten die Geburten und seit 2001 ging auch noch einmal die Zahl der Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Frauen zur\u00fcck. Immer mehr Frauen wurden in den informellen Sektor abgedr\u00e4ngt. Nach den Zahlen der Nationalen Beh\u00f6rde f\u00fcr Statistik sind heute unter den elf Millionen Arbeiter*innen lediglich 1,9 Millionen Frauen. Sie repr\u00e4sentieren aber 60% aller Absolvent*innen der h\u00f6chsten Bildungsstufe \u2013 trotzdem ist die H\u00e4lfte von ihnen arbeitslos und versteht sich auch als gescheitert. Gleichzeitig haben sich innerhalb von 20 Jahren die Genderbeziehungen enorm ver\u00e4ndert, besonders in den gro\u00dfen St\u00e4dten, wo es den Frauen gelingt, sich auch in ihrem Arbeitsbereich durchzusetzen. Die Soziologin Fatma Oussedik bemerkt: \u201eMit oder ohne Hidschab [Schleier, der Hals und Haare bedeckt, das Gesicht aber frei l\u00e4sst] besetzen Frauen \u00f6ffentliche R\u00e4ume, die fr\u00fcher nur f\u00fcr M\u00e4nner vorgesehen waren.\u201c Und trotz der weiter ungerechten Rechtslage sowie zur gro\u00dfen Verzweiflung der konservativsten Kreise ist die Zahl der Scheidungen inzwischen explodiert \u2013 vor allem in den St\u00e4dten und unter den erst seit kurzem Verheirateten. Sogar nach den Statistiken des Familienministeriums ist die Praxis des \u201ekhol\u2019a\u201c \u2013 der Aufl\u00f6sung einer muslimischen Ehe auf Initiative der Frau \u2013 in den letzten Jahren immerzu nur angestiegen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Was die Antibabypille betrifft, so war sie offiziell lange den verheirateten Frauen vorbehalten. Aber nun wird sie in bestimmten Apotheken der gro\u00dfen St\u00e4dte auch ohne Rezept ausgegeben und niemand fragt dort nach, ob die Frauen verheiratet oder ledig sind.<\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Die Frauen auf den <\/span><span lang=\"de-DE\">Freitagsdemonstrationen des \u201eHirak\u201c<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">So sind nach einer von allen bemerkten Abwesenheit w\u00e4hrend des Ramadan 2019 die Frauen auf den massenhaften Freitagsdemonstrationen zur\u00fcck. Aber der Kontext bleibt dennoch so, dass \u00f6ffentliche Aufrufe f\u00fcr Schwangerschaftsabbr\u00fcche als Strafdelikte gelten. Mit einem Teil der Vertreter*innen der sogenannten \u201eZivilgesellschaft\u201c bleibt also die Diskussion um die rechtliche und lohnpolitische Gleichheit angespannt. Das Netzwerk \u201eWassila\u201c (2), dem einige Vereinigungen f\u00fcr Frauenrechte angeh\u00f6ren, musste zum Beispiel beim Kongress der sogenannten \u201eNationalkonferenz\u201c vom 15. Juni 2019, an dem zahlreiche, oft auch unabh\u00e4ngige Gruppen, Vereinigungen, Organisationen und Gewerkschaften teilnahmen, seinen Austritt erkl\u00e4ren, um \u00fcberhaupt die Forderung nach \u201eeinem Ende der Krise und eine demokratische Transformation\u201c vorstellen zu k\u00f6nnen. Denn, so meint der Soziologe N. Djabi nicht ohne Grund: \u201eDie Gewerkschaften sind konservativ. Sie spiegeln die algerische Gesellschaft, entstammen den Mittelschichten und ihre Mitglieder kommen aus allen Landesteilen, nicht nur aus den gro\u00dfen St\u00e4dten.\u201c Die politischen Tendenzen reichen dort vom laizistischen Linksradikalismus bis hin zum Islamismus. So ist aus unserer Sicht das Netzwerk \u201eWassila\u201c durchaus zu Recht aus der \u201eNationalkonferenz\u201c ausgetreten, weil Letztere \u201enicht klar und ohne Zweideutigkeit das grundlegende und nicht verhandelbare Prinzip der Gleichheit zwischen Mann und Frau vertritt\u201c.<\/span><\/p>\n<h5><span lang=\"de-DE\">Der Kampf im S\u00fcden Algeriens und auf dem Lande<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Im Gegensatz zu dieser Erfahrung ist es den Delegierten von rund 20 Frauenvereinigungen und -kollektiven gelungen, sich vom 20. bis 22 Juni 2019 in Tigrhemt \u2013 in der N\u00e4he der K\u00fcstenstadt Beja\u00efa \u2013 zu treffen und frei zu diskutieren. Die Feministin Wissem Zizi meinte jedoch, dass eine Versammlung solch unterschiedlicher ideologischer Str\u00f6mungen \u2013 mit linken Feministinnen, rechten Feministinnen, sich noch im Untergrund befindlichen Lgbtqi-Aktivist*innen und mit Frauen, die Staat und Religion nicht trennen \u2013 manchmal einer \u201egro\u00dfen Ratatouille\u201c (3) gleicht. \u00dcbrigens konnten die neu gebildeten Kollektive aus dem S\u00fcden Algeriens \u2013 aus Ouargla, Gharda\u00efa oder Tamanrasset) \u201enicht kommen, und zwar aus logistischen Gr\u00fcnden [bedingt durch die riesigen Entfernungen]\u201c. Trotz allem konnten sich diese unterschiedlichen Feministinnen schlie\u00dflich auf eine gemeinsame Erkl\u00e4rung einigen, die sich gegen \u201eprek\u00e4re Arbeitsbedingungen und f\u00fcr die Abschaffung des Familiengesetzes\u201c ausspricht. Es gibt jetzt sogar neue Kollektive, die sich in den D\u00f6rfern organisiert haben und aus Frauen der unteren Bev\u00f6lkerungsschichten bestehen. In ihnen werden vor allem die Hausarbeit sowie der Mangel an Kinderbetreuung in den Staatsunternehmen thematisiert.<\/span><\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Bedingungen und Perspektiven f\u00fcr die weiteren feministischen K\u00e4mpfe in Algerien<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Doch der Kampf ist noch lange nicht gewonnen. Zwar hat es w\u00e4hrend der sozialistischen Periode Versuche einer eigenst\u00e4ndigen Wirtschaftsentwicklung gegeben, doch aufgrund seiner spezifischen Kolonialgeschichte \u2013 die Ausbeutung nat\u00fcrlicher Ressourcen f\u00fchrte zum Niedergang lokaler Manufakturen; ein Mechanismus, der als \u201eholl\u00e4ndische Krankheit\u201c bezeichnet wird \u2013 konnte Algerien nie das \u00f6konomische Level erreichen, das etwa in S\u00fcdostasien oder in Lateinamerika in den Siebziger- und Achtzigerjahren m\u00f6glich wurde. Darum kam es nicht nur zur Massenarbeitslosigkeit, sondern auch zu einer extrem heteronormativen Gesellschaft, in der die Reproduktion oft noch immer von vielf\u00e4ltigen Gesch\u00e4ftsbeziehungen auf erweiterter Familienbasis, d.h. von Clan-Strukturen, gepr\u00e4gt ist. Die Soziologin Rose Schembri hat j\u00fcngst einen Artikel \u00fcber die \u201eschwierige Behauptung Homosexueller in Algerien\u201c geschrieben. Sie bezieht sich dabei auf ein Gegenbeispiel, das aus den Arbeiten des US-Historikers John D\u2019Emilio hervorgeht. Die Analysen D\u2019Emilios setzen das Auftreten einer homosexuellen Identit\u00e4t in den USA in Beziehung zur dort lang andauernden Geschichte der industriellen Revolution. Emilio zeigt f\u00fcr die USA, wie die Entstehung des Arbeitsmarkts und der massenhaften Lohnarbeit in gewisser Weise dazu gef\u00fchrt hat, dass sich einige Individuen in den Zentren der kapitalistischen Akkumulation, die insgesamt strukturell rassistisch und patriarchal gepr\u00e4gt blieb, vom Familienkern losrei\u00dfen konnten \u2013 doch genau das ist in Algerien nie passiert.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">So l\u00e4sst sich in der aktuellen Situation eines R\u00fcckgangs der Devisen aus dem \u00d6lhandel und der verallgemeinerten Arbeitslosigkeit die riesige Dimension der Aufgaben f\u00fcr die algerischen Feministinnen nur erahnen. So sind sie also insgesamt nicht sehr zahlreich, daf\u00fcr aber in den Massendemonstrationen \u00e4u\u00dferst sichtbar. Und sie m\u00fcssen auch noch in einem internationalen Kontext k\u00e4mpfen, in dem die westlich-kapitalistischen L\u00e4nder den Feminismus zu rassistischen und islamfeindlichen Zwecken instrumentalisieren. Damit \u00fcben die westlich-kapitalistischen L\u00e4nder vor allem Druck aus f\u00fcr eine Fortsetzung der \u00f6konomischen \u201e\u00d6ffnung\u201c und f\u00fcr ein beschleunigtes Tempo bei den Privatisierungen. Beides wird auf dem R\u00fccken besonders der verarmten algerischen Frauen durchgesetzt. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Doch die algerischen Frauen m\u00fcssen sich vor allem mit einem nationalen Kontext auseinandersetzen, in welchem die Islamisten derzeit die Karte des Dialogs ausspielen. Sie mobilisieren derzeit zahlreiche Frauen, indem sie mit einer weiblichen Identit\u00e4t locken, die vollkommen essentialistisch ist, ebenso pervers wie f\u00fcrchterlich effizient.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Nach der Verschiebung der Wahlen [vom 18. April und vom 4. Juli durch den Druck der Stra\u00dfe; erneut angesetzt und schlie\u00dflich durchgef\u00fchrt am 12. Dezember 2019] riefen viele Linke nach einer \u201enationalen Konferenz\u201c oder einer \u201eKonstituante\u201c. Doch niemand kann vorhersagen, wie sich die Bewegung weiter entwickeln wird. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Der algerische Feminismus kennt inzwischen eine lange eigene Geschichte \u2013 die zum Teil von Filmregisseurinnen oder Dokumentaristinnen auf brillante Weise aufgearbeitet worden ist. Er kann sich vielleicht auf einen Teil dieser neuen Generation st\u00fctzen, den der \u201eHirak\u201c hervorgebracht hat, um sich von der Umarmung der falschen Freundinnen aus den liberalen Eliten zu entledigen und gleichzeitig eine selbstbewusste Position bei den Auseinandersetzungen mit dem konservativen und l\u00e4ndlichen Algerien einzunehmen. Nur eins ist angesichts der zunehmenden \u00f6konomischen Krise in Algerien, die wie \u00fcberall auf dem R\u00fccken der Frauen ausgetragen wird, klar: Der Kampf wird mit Sicherheit erbittert gef\u00fchrt werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"right\"><strong><span lang=\"de-DE\">Le\u00efia-Anne Ouitis<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><span lang=\"de-DE\">Le\u00efla-Anne Ouitis ist Philosophin und arbeitete in der Banlieue 93 in Paris, kommt aus der algerischen Immigration und verortet sich in einer feministisch-marxistischen Theorietradition. Dieser hier und in GWR 444 abgedruckte Text bildet den zweiten Teil eines insgesamt dreiteiligen Essays der Autorin \u00fcber den algerischen \u201eHirak\u201c (Bewegung). In Englisch sind ihre Texte auf <\/span><a href=\"https:\/\/roarmag.org\/\"><span lang=\"de-DE\">https:\/\/roarmag.org<\/span><\/a><span lang=\"de-DE\"> zu finden.<\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">\u00dcbersetzung: Lou Marin<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tats\u00e4chlich gibt es seit der Kolonialzeit eine Dualit\u00e4t sowohl laizistischer wie auch religi\u00f6ser Bestandteile im Recht Algeriens. 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