{"id":21869,"date":"2020-03-07T11:41:29","date_gmt":"2020-03-07T09:41:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=21869"},"modified":"2020-03-07T21:36:21","modified_gmt":"2020-03-07T19:36:21","slug":"fridays-for-future-saturdays-for-system-change","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/03\/fridays-for-future-saturdays-for-system-change\/","title":{"rendered":"Fridays for Future, Saturdays for System Change"},"content":{"rendered":"<p>Die Kooperation f\u00fchrte zu vielf\u00e4ltigen Aktionsformen &#8211; mit einem gemeinsamen Ziel: Klimagerechtigkeit &#8211; und zwar schnell. Was die Proteste schon seit langem eint, ist die Emp\u00f6rung \u00fcber die unzureichende Klimapolitik der Regierung. Mehr als 4.000 Aktivist*innen, folgten dem Aufruf: Freitag auf die Stra\u00dfe, Samstag in die Grube! Schulstreik am Freitag- Kohleinfrastruktur blockieren am Samstag! Das geh\u00f6rt jetzt endlich unteilbar zusammen &#8211; f\u00fcr den sofortigen Kohleausstieg und den Systemwandel. Ende Gel\u00e4nde hat gelernt, inklusiver zu denken; Fridays for Future hat gelernt, radikaler zu denken. &#8222;Raus aus der Kohle, rein in die Zukunft&#8220; steht auf einem riesigen Banner im Tagebau und in der gemeinsamen Pressemitteilung. Die Klimaaktivist*innen blockierten Kohlegruben und Kohleinfrastruktur im Lausitzer und Leipziger Revier. Die Tagebaue J\u00e4nschwalde-Ost, Welzow-S\u00fcd und Vereinigtes Schleenhain, sowie drei Kohlebahnen, standen f\u00fcr mehrere Stunden still. Solidarisch zeigten sich auch Umweltverb\u00e4nde wie der BUND, Greenpeace Regio Ost und PowerShift, die vor dem Kraftwerk J\u00e4nschwalde demonstrierten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Barrierefrei blockierte der bunte Finger die Schienen der Kohlebahn neben der Ortschaft Koppatz und zeigt damit: <\/strong><\/p>\n<p>Inklusion und Radikalit\u00e4t sind kein Widerspruch! Bereits zum zweiten Mal gab es im bunten Aktionsfinger von Ende Gel\u00e4nde f\u00fcr Menschen im Rollstuhl und alle, die nicht so gut weite Strecken laufen k\u00f6nnen, die M\u00f6glichkeit, effektiv Kohleinfrastruktur zu blockieren. Damit noch mehr Menschen erm\u00e4chtigt werden, zivilen Ungehorsam gegen eine nicht mehr hinnehmbare Ungerechtigkeit zu leisten, braucht es mehr barrierefreie Blockaden und bei Ende Gel\u00e4nde wird dies mitgedacht und in die Tat umgesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Statt blinder Aktionismus B<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>rger*Innendialog und Solidarit<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>t<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_21870\" aria-describedby=\"caption-attachment-21870\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/65321706_2365488917108889_254029083422228480_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-21870\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/65321706_2365488917108889_254029083422228480_o-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"684\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/65321706_2365488917108889_254029083422228480_o-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/65321706_2365488917108889_254029083422228480_o-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/65321706_2365488917108889_254029083422228480_o-600x401.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/65321706_2365488917108889_254029083422228480_o-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/65321706_2365488917108889_254029083422228480_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21870\" class=\"wp-caption-text\">Blick in die Zukunft &#8211; Bildquelle: https:\/\/www.ende-gelaende.org\/ende-gelaende-juni-2019\/<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unmittelbar vor der Aktion erwarteten die Aktivist*innen in der Lausitz ein schwieriges Gemengelage aus starker Mobilisierung von Kohlebef\u00fcrworter*innen, angek\u00fcndigten Gegendemonstrationen und rechter Hetze. Ein Gastkommentar des Vize LEAG Chef Toralf Smith in der Lausitzer Rundschau trieb den Gewaltdiskurs auf die Spitze. In dem Artikel spricht Smith w\u00f6rtlich von einem &#8222;geplanten \u00dcberfall&#8220; der &#8222;Krawall-Touristen&#8220; auf die Lausitz. (Hass und Hetze &#8211; auch von Polizei &#8211; sollten Aktivist*innen abschrecken. Doch das B\u00fcndnis arbeitete mit antifaschistischen Gruppen zusammen und ist dadurch enger zusammenger\u00fcckt. Denn: Die Cool Kidz von heute sind f\u00fcrs Klima und gegen Hetze. Klimagerechtigkeit geht nur antifaschistisch und gemeinsam.) Das B\u00fcndnis Ende Gel\u00e4nde war sich dieser schwierigen Voraussetzungen der Aktion bewusst und ging im Vorfeld aktiv in den Dialog mit Menschen, die in den Kohlerevieren leben. Durch einen offenen Dialog mit der Kohle-Gewerkschaft IG BCE, einer Podiumsdiskussion in Cottbus, Briefkastenaktionen f\u00fcr Anwohner*innen und kritische Stellungnahmen ging Ende Gel\u00e4nde in den Diskurs. Entschieden stellten sie sich dabei gegen Kohlebef\u00fcrworter*innen, wie beispielsweise Black out Lausitz und lokale Nazi-Gruppen. Auch prangerten sie die Zusammenarbeit der SPD Cottbus mit der AfD an. Umso solidarischer zeigten sie sich mit lokalen Anti-Kohle-Protesten. Der Protest richtete sich nicht gegen die Mitarbeiter*innen der Kohlekonzerne, denn auch sie haben das Recht auf einen zukunftsf\u00e4higen Arbeitsplatz. So hie\u00df es auf einem Transparent auf der Blockade des bunten Fingers in Koppatz: &#8222;F\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze ohne Umweltzerst\u00f6rung&#8220;.<\/p>\n<p>Das Aktionsb\u00fcndnis kritisiert die Rechtsverst\u00f6\u00dfe von Seiten der Polizei. Die Versuche der Polizei Brandenburg und Sachsen im Vorfeld der Aktion das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit einzuschr\u00e4nken und das Tragen von wei\u00dfen Anz\u00fcgen und Staubmasken als grundrechtsfeindlich zu verbieten scheiterten. In Sachsen wurden in drei Landkreisen Versammlungsverbot-Zonen ausgewiesen. Auch kam es im Verlauf der Aktion zu Polizeigewalt. Aktivist*innen wurden durch den Einsatz von Schlagst\u00fccken, Pfefferspray, Schl\u00e4gen und Tritten sowie Schmerzgriffen durch die Polizei verletzt. Demosanit\u00e4ter*innen mussten an verschiedenen Aktionsorten im Einsatz sein. Die Lausitz-Aktion war kein 1-Tages-Ausflug, sondern eine lang und umsichtig vorbereitete kollektive Selbsterm\u00e4chtigung gegen die Willk\u00fcr von Konzernen, die frei \u00fcber die Rohstoffe unserer Erde bestimmen und sich\u00a0 demokratischer Kontrolle entziehen. Diesem Missstand stellten sich die Menschen mit ihren K\u00f6rpern in den Weg und zeigen damit: Die Zukunft liegt in unserer Hand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit der Lausitz-Aktion schloss Ende Gel<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>nde ein widerst<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>ndiges Jahr ab.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_21871\" aria-describedby=\"caption-attachment-21871\" style=\"width: 451px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20170401-_DSC2141.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-21871\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20170401-_DSC2141-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"451\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20170401-_DSC2141-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20170401-_DSC2141-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20170401-_DSC2141-600x400.jpeg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20170401-_DSC2141-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20170401-_DSC2141.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 451px) 100vw, 451px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21871\" class=\"wp-caption-text\">01.04.2017: Klimafest im K\u00f6lner Stadtwald, Auftakt des Fl\u00e4chenkonzeptes (verschiedene Teilnehmer u.a. auch Ende Gel\u00e4nde und andere Initiativen<br \/>Foto: Herbert Sauerwein<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vom 19. \u2013 24. Juni 2019 trugen bereits \u00fcber 6.000 Aktivist*innen in einer erfolgreichen Massenaktion zivilen Ungehorsams den Kampf um Klimagerechtigkeit in das rheinische Braunkohlerevier.<\/p>\n<p>Dabei waren etwa 2.000 Menschen in der Grube des Tagebaus Garzweiler, so dass alle Bagger stillstanden.Mehrere hundert Aktivist*innen besetzten die Hambachbahn und die Nord-S\u00fcd Bahn, die das zweitgr\u00f6\u00dfte Kraftwerk Europas Neurath mit Kohle beliefert. F\u00fcr 45 Stunden wurde die Kohlezufuhr zum Kraftwerk Neurath blockiert. Der Auftakt f\u00fcr ein breiteres B\u00fcndnis war der globale Klimastreik #AlleF\u00fcrsKlima am 20.9.2019. Weltweit legten Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft ihre Arbeit nieder und schlossen sich den Protesten der Sch\u00fcler*innen an. Ziel war es, den reibungslosen Ablauf des Alltags zu unterbrechen, der die Klimakatastrophe t\u00e4glich befeuert. No more business as usual! In Berlin und Bremen hie\u00df es #UngehorsamF\u00fcrAlle und #SitzenBleiben! in Hamburg. Es wurden an den Orten blockiert, an denen die Klimakrise t\u00e4glich produziert wird: auf Stra\u00dfen und Br\u00fccken, H\u00e4fen und Flugh\u00e4fen, Innenst\u00e4dte und Autobahnen. Damit indigene Stimmen mehr Geh\u00f6r bekommen, wurde in Berlin solidarisch mit dem SOS Amazonia, die gegen die Regenwaldzerst\u00f6rung k\u00e4mpfen, gemeinsam gestreikt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Klimagerechtigkeit und Antifaschismus geh<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>ren zusammen<\/strong><\/p>\n<p>Am ersten Mai versammelten sich Aktivist*innen in Erfurt und forderten klar: Keine Werbefl\u00e4chen, kein Podium und keine Veranstaltungsr\u00e4ume, kurz #KeinRaumf\u00fcrHetze! Damit bildeten sie einen solidarischen Gegenentwurf zur AfD, die ihre Hetze auf die Stra\u00dfe trug. Am 20. Juli setzten Ende Gel\u00e4nde in einem breiten B\u00fcndnis f\u00fcr Zivilcourage und gemeinsam mit der IL in Halle (Saale) ein Zeichen gegen die rechtsextreme &#8222;Identit\u00e4re Bewegung&#8220;. Dort bremsten sie die rechtsextreme Gruppe. Die Identit\u00e4re Bewegung scheiterte am Protest.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Jahr wird es weitergehen. Vom 24. \u2013 26. Januar werden sich die Klimaaktivist*innen zu einem B\u00fcndnistreffen in Bonn erneut treffen, um \u00fcber Ziele, transformative Forderungen und Ausrichtung der Klimagerechtigkeitsbewegung zu diskutieren. Festzuhalten bleibt: 2020 wird ein wichtiges Jahr in der Klimagerechtigkeitsbewegung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kooperation f\u00fchrte zu vielf\u00e4ltigen Aktionsformen &#8211; mit einem gemeinsamen Ziel: Klimagerechtigkeit &#8211; und zwar schnell. Was die Proteste schon seit langem eint, ist die Emp\u00f6rung \u00fcber die unzureichende Klimapolitik der Regierung. 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