{"id":21968,"date":"2020-03-01T17:09:45","date_gmt":"2020-03-01T15:09:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=21968"},"modified":"2023-01-04T14:57:32","modified_gmt":"2023-01-04T12:57:32","slug":"die-revolution-kommt-von-unten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/03\/die-revolution-kommt-von-unten\/","title":{"rendered":"Die Revolution kommt von unten&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LiBu446_Gesicht-des-Hasens-Cover-800x800-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-21971 alignleft\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LiBu446_Gesicht-des-Hasens-Cover-800x800-2.jpg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"485\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LiBu446_Gesicht-des-Hasens-Cover-800x800-2.jpg 518w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LiBu446_Gesicht-des-Hasens-Cover-800x800-2-300x460.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LiBu446_Gesicht-des-Hasens-Cover-800x800-2-195x300.jpg 195w\" sizes=\"auto, (max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a>Hat der Schweizer Autor P.M. unwissentlich das Buch zur Fridays for Future-Bewegung geschrieben? Sein neuer Roman \u201eDas Gesicht des Hasen\u201c pr\u00e4sentiert eine revolution\u00e4re Gelassenheit und eine \u201eNeue Allianz\u201c, die sich weltweit wie ein Virus ausbreitet und den Kapitalismus zu Fall bringen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Eigentlich d\u00fcrfte dieses Buch gar nicht rezensiert werden. Es besteht die Gefahr, dem Buch die Spannung zu nehmen, pl\u00f6tzliche Wendungen zu verraten usw.; aber wer einen echten P.M. erwartet, der wird zwar erst mal auf die Folter gespannt, aber letztlich belohnt. Die Mischung dieses absolut untersch\u00e4tzten Autors zwischen Sachb\u00fcchern (\u201ebolo\u2018bolo\u201c 1983, \u201eKartoffeln und Computer\u201c 2000, u.a.) und Romanen (\u201eWeltgeist Superstar\u201c 1980, \u201eDie Schrecken des Jahres 1000\u201c 1996-99, u.a.) geh\u00f6rt seit knapp 40 Jahren zu seinem Markenzeichen: Die Kritik am Kapitalismus, ausgehend von den damaligen H\u00e4userk\u00e4mpfen in Z\u00fcrich, seine Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine andere Welt \u2013 und seine Romane, die meist in den ver\u00e4nderten Verh\u00e4ltnissen spielen bzw. die bestehenden Verh\u00e4ltnisse zum Tanzen bringen.<\/p>\n<p>Auf den ersten 160 Seiten k\u00f6nnte man vermuten, dass einem hier eine Mischung aus Wanderf\u00fchrer, Gourmet-Buch und Krimi erwartet. Veganer*innen seien gewarnt! Die Beschreibungen der Mahlzeiten im Hotel Manor House in den Cheviot Hills im Grenzgebiet zwischen Schottland und England ist ausgesprochen fleischlastig, inklusive des Schie\u00dfens eines Hasen und im Gegensatz zur englischen K\u00fcche (gibt es so etwas \u00fcberhaupt?) eher mediterran. Der Buchhalter Paul Sandhurst lernt dort die in den Vorruhestand versetzte Lehrerin Ann Dole kennen und lieben. Beide wandern durch die herbstliche Gegend, besichtigen arch\u00e4ologische Kleinode und werden nach und nach in eine kriminalistisch angehauchte Geschichte hineingezogen. Irgendwie wie bei Edgar Wallace \u2013 nur ohne Klaus Kinski; oder wie bei \u201eBarnaby\u201c \u2013 nur ohne sch\u00f6nes Wetter.<\/p>\n<p>Der Gesellschaftskritiker P.M. taucht hier nur blitzartig von Zeit zu Zeit auf, wenn er z.B. erkl\u00e4rt, dass Gourmets \u00fcber Leichen gehen w\u00fcrden und dass Hasen weinen; wenn er aberwitzige Weinkritiken abgibt, oder meint, dass Druckknopfhemden was Anarchistisches h\u00e4tten. Oder die beiden Protagonisten lernen im Hotel beim Abendessen eine junge Frau kennen, die sich als Resozialisierungsberaterin vorstellt und \u00fcber die Absurdit\u00e4t des Gef\u00e4ngnissystems referiert, bis Polizisten kommen und sie abf\u00fchren, weil sie eine entflohene Gefangene ist.<\/p>\n<p>Dann aber treffen die Beiden auf Schlo\u00df Glengore, welches ein kleines Museum f\u00fcr Rechenmaschinen beherbergt, auf eine Gruppe \u201einterstellarer Vagabunden\u201c, die durch intergalaktische Wurml\u00f6cher nach intelligentem Leben auf anderen Planeten suchen, und sich reisefertig machen, um die Erde zu verlassen. Vor 9.000 Jahren (unserer Zeitrechnung) haben sie den Menschen die Grassamen und somit die Grundsteine der Zivilisation in Form von Getreideanbau etc. gebracht. Aber das R\u00f6mische Reich etwa war ein Fehler, dies h\u00e4tte nicht passieren d\u00fcrfen. Der Kapitalismus als eine zivilisatorische Krankheit. Sundhurst und Dole werden verb\u00fcndete der Au\u00dferirdischen, die mit einem riesigen Knall die Erde verlassen, und unsere Helden fliehen nach S\u00fcdfrankreich, ausger\u00fcstet mit Geld und spezieller Technik.<\/p>\n<p>In einem kleinen franz\u00f6sischen Dorf treffen sie auf Verb\u00fcndete, alte und neue Freunde. Sie alle verbindet, endlich die entscheidenden Fragen zu stellen und weniger darauf zu warten, dass die Politik alles f\u00fcr uns richtet: Wie wollen wir leben? Wie wollen wir haushalten? Welche Nahrungsmittel wollen wir wie anbauen? Wie wollen wir miteinander umgehen? usw. Und immer wieder tauchen die drei ineinander verflochtenen Ringe mit den Buchstaben NA auf. Die Menschen beginnen sich zusammen zu rotten, \u00fcberall, um miteinander zu reden, sich auszutauschen, Fragen zu stellen, und nach Antworten zu suchen. Die \u201eNeue Allianz\u201c nimmt Form an\u2026 (und es w\u00e4re kein richtiger P.M., wenn es nicht die dazugeh\u00f6rige Internetseite geben w\u00fcrde, die dies auch in der Realit\u00e4t angeht mit einem konkreten Vorschlag: www.newalliance.earth).<\/p>\n<p>Die Welt wird \u2013 auch im Roman \u2013 selbstverst\u00e4ndlich nicht gerettet, aber es gibt Ans\u00e4tze dazu. P.M. will keine neue Ideologie, keine neue Doktrin aufstellen. Der Autor selbst ist seit den \u201eZ\u00fcrcher Unruhen\u201c (1979\/80) politisch aktiv, Mitbegr\u00fcnder von Genossenschaften und Wohnprojekten und sieht unsere Zukunft nur in der gerechten Verteilung unserer Ressourcen und in einem Mehr an Miteinander statt Gegeneinander; ein F\u00fcnfsterne-Luxus f\u00fcr Alle, was durchaus m\u00f6glich ist. Es geht also um eine Bewegung von unten, ein Aufbegehren, bzw. nicht mehr Mitmachen wie gehabt. Also: eine Bewegung, die der Fridays for Future \u00e4hnlich ist, die bei der Niederschrift des Romans noch gar nicht existierte, ausgel\u00f6st durch eine junge Frau mit einem selbst gemalten Protestschild. Niemand hat damit gerechnet, dass daraus in k\u00fcrzester Zeit eine weltweite Bewegung entstehen k\u00f6nnte, deren Resultate allerdings noch offen sind. Der Unterschied zu Fridays for Future ist nur, dass hier keine Forderungen an die Regierung mehr gestellt werden. Sie haben ihre Berechtigung verloren. Es gilt, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen.<\/p>\n<p>Aber bei allem, was in der Welt\u00a0 schief l\u00e4uft, gilt es trotzdem immer wieder einen Ansatz zu suchen, der dies in bessere Bahnen lenken k\u00f6nnte. Der Roman von P.M. und die durchaus ernst gemeinte Internetseite dazu sind Bausteine, Vorschl\u00e4ge\u2026 es liegt an uns, die Welt zu \u00e4ndern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hat der Schweizer Autor P.M. unwissentlich das Buch zur Fridays for Future-Bewegung geschrieben? Sein neuer Roman \u201eDas Gesicht des Hasen\u201c pr\u00e4sentiert eine revolution\u00e4re Gelassenheit und eine \u201eNeue Allianz\u201c, die sich weltweit wie ein Virus ausbreitet und den Kapitalismus zu Fall bringen k\u00f6nnte. Eigentlich d\u00fcrfte dieses Buch gar nicht rezensiert werden. 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