{"id":22327,"date":"2020-05-01T15:49:31","date_gmt":"2020-05-01T13:49:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=22327"},"modified":"2020-05-13T12:56:37","modified_gmt":"2020-05-13T10:56:37","slug":"albert-camus-die-pest-in-corona-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/05\/albert-camus-die-pest-in-corona-zeiten\/","title":{"rendered":"Albert Camus\u2019 \u201eDie Pest\u201c in Corona-Zeiten"},"content":{"rendered":"<p>Es ist \u201eder\u201c Roman zur Corona-Krise. Das \u201eB\u00f6rsenblatt\u201c des Deutschen Buchhandels titelt: \u201eAlle wollen \u201aDie Pest\u2019 von Camus lesen\u201c; in Italien war der Roman vor dem Shutdown total ausverkauft; Thea Dorn empfahl die Lekt\u00fcre im \u201eLiterarischen Quartett\u201c. Sicher, Camus beschreibt hier vordergr\u00fcndig eine t\u00f6dliche Epidemie, die Situation der Quarant\u00e4ne einer gesamten Stadt und wie sich die ihr unterworfene Bev\u00f6lkerung nach anf\u00e4nglicher L\u00e4hmung in \u201eFreiwilligengruppen\u201c organisiert und sich der \u201ePest\u201c in innerem und \u00e4u\u00dferem Widerstand erfolgreich entgegenstemmt. Vieles im Roman liest sich vor dem Hintergrund unseres eigenen Erlebens der Kontaktsperre, \u00f6rtlicher Ausgangssperren sowie der Quarant\u00e4ne in Zeiten der Corona-Krise wie eine realit\u00e4tsnahe Vorwegnahme der heutigen Pandemie.<\/p>\n<p>Doch <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2013\/11\/zum-100-geburtstag-kulturkampf-um-albert-camus\/\">Camus<\/a> verwendete die Beschreibung des Verlaufs der Pest nur als beispielhafte Symbolik. Ihm ging es um einen politischen Vergleich: Die Pest \u2013 das war f\u00fcr ihn die Besatzung Frankreichs durch die Nazis von 1940 bis 1944 im historisch-konkreten Sinne. Die Pest \u2013 das war f\u00fcr ihn aber auch die Warnung vor erneuten, anderen Formen der Diktatur nach der Befreiung. Der Roman erschien 1947 und warf zun\u00e4chst einen Blick zur\u00fcck auf die Schrecken der Nazi-Besatzung, lie\u00df sich aber offensichtlich auf k\u00fcnftige neofaschistische Diktaturen \u00fcbertragen \u2013 was der argentinische Regisseur Luis Puenzo (geb. 1946) in seiner kongenialen Verfilmung \u201eLa peste\u201c von 1992 (2) dann auch im anderen sozialpolitischen Kontext Lateinamerikas, aber getreu der politischen Intention Camus\u2019 umsetzte, als er in seinem Film die faschistischen Diktaturen in Chile und Argentinien als \u201ePest\u201c ins Visier nahm.<\/p>\n<h5>Protagonisten der Judenrettung \u2013 real und im Roman<\/h5>\n<p>Camus hat die Rohfassung des Romans w\u00e4hrend der Besatzung durch die Nazis geschrieben, von M\u00e4rz 1942 bis Herbst 1943, bevor er f\u00fcr das R\u00e9sistance-Netzwerk \u201eCombat\u201c nach Paris ging und die gleichnamige Untergrundzeitung redigierte. In dieser Zeit der Rohabfassung war Camus \u2013 eher zuf\u00e4llig \u2013 im Massif Central, nahe des Dorfes Le Chambon-sur-Lignon gelandet, um seine eigene Lungentuberkulose auszuheilen. Er erlebte dort unmittelbar die gr\u00f6\u00dfte Aktion der Judenrettung in der franz\u00f6sischen R\u00e9sistance. Die ca. 5.000, zumeist protestantischen BewohnerInnen dieser Kleinstadt sowie der umliegenden D\u00f6rfer und Bauernh\u00f6fe auf einem ca. 1.000 Meter hoch gelegenen Plateau retteten von 1941 bis Ende 1944 rund 4.-5.000 vor den Nazis gefl\u00fcchtete Juden und J\u00fcdinnen, vor allem sehr viele j\u00fcdische Kinder, die dorthin in Sicherheit gebracht worden waren. Sie versteckten sie, oft wechselnd von Hof zu Hof, wenn Nazi-Expeditionen vom Rh\u00f4ne-Tal, von Lyon aus anr\u00fcckten, um die Gegend zu durchsuchen \u2013 oder sie f\u00fchrten sie auf bergigen Schleichwegen hin\u00fcber in die Schweiz. In Le Chambon konnten die j\u00fcdischen Kinder zeitweise auf verschiedene Schulen gehen.<\/p>\n<p>Der Roman zeichnet symbolisch diese Judenrettung nach. Das l\u00e4sst sich literaturwissenschaftlich belegen: Camus gab seinen Romanprotagonisten nur leicht variierte Namen tats\u00e4chlich Aktiver aus dem Netzwerk der Judenrettung, mit denen Camus damals in Kontakt stand. So hei\u00dft die Hauptperson im Roman Doktor Rieux. Er ist behandelnder und deshalb schon von Berufs wegen die Pest bek\u00e4mpfender Arzt \u2013 bei der realen Judenrettung in Le Chambon spielten ebenfalls \u00c4rzte eine wichtige Rolle, darunter war einer, der Rioux hie\u00df. Die zweite Hauptperson im Roman, Tarrou, stellt dem Arzt ein Freiwilligenteam unterst\u00fctzend zur Seite. Ihm werden die idealistischen Charaktereigenschaften des religi\u00f6s-protestantischen Organisators der Judenrettung in der Kleinstadt, Trocm\u00e9, gegeben. Im Roman l\u00e4sst Camus den \u00f6rtlichen Priester, Paneloux, zun\u00e4chst in seiner Predigt die Epidemie als Strafe Gottes und Schuld der S\u00fcnder verurteilen; doch selbst dieser Hartherzige \u00e4ndert sich und schlie\u00dft sich sp\u00e4ter den Freiwilligen an. Camus wiederum lebte damals in einem Geh\u00f6ft mit Namen \u201eLe Panelier\u201c, einem kleinen Weiler, drei Kilometer von Le Chambon entfernt. Auf diesem Geh\u00f6ft arbeitete ein einfacher Bauernknecht mit Namen \u201eGrand\u201c. Camus l\u00e4sst einen Mann dieses Namens im Roman auftreten und mit seinem entschlossenen, utopischen Willen, nach der Sch\u00f6nheit in der Literatur zu suchen, die Pest \u00fcberleben. \u201eGrand\u201c arbeitet im Roman au\u00dferdem f\u00fcr das Amt f\u00fcr Statistik und gibt nach einer Phase der Ungewissheit, wie lange die Epidemie dauert, Hoffnung, als er meldet, dass die Infiziertenzahlen erstmals sinken. (3)<\/p>\n<h5>Tarrou\/Trocm\u00e9 \u2013 Rollenmodelle gewaltfreien Widerstands<\/h5>\n<p>In einer zentralen Szene des Romans gehen Rieux und Tarrou in einer Behandlungspause an der Hafenmole der Stadt entlang und k\u00f6nnen die triste Realit\u00e4t der Sterbenden, mit denen sie im Alltag konfrontiert sind, kurz vergessen. Tarrou erz\u00e4hlt dort Rieux von seinem Vater, der Staatsanwalt war und die Verh\u00e4ngung der Todesstrafe einforderte. Tarrous Vater war gleichzeitig ein b\u00fcrokratisch-pedantischer Kenner aller An- und Abfahrtszeiten des Zugfahrplans \u2013 so dass einem beim Lesen unwillk\u00fcrlich die b\u00fcrokratische Organisation der\u00a0 Eisenbahntransporte in den Sinn kommt, mit denen j\u00fcdische Menschen massenhaft in die nationalsozialistischen Vernichtungslager deportiert wurden:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">\u201eDer gro\u00dfe Fahrplan Chaix war seine Lieblingslekt\u00fcre. (&#8230;) Er war imstande, einem die genauen Abfahrts- und Ankunftszeiten des Expresszuges Paris-Berlin anzugeben, die Zugverbindungen von Lyon nach Warschau, die ganz genaue Kilometerzahl zwischen beliebigen Hauptst\u00e4dten; (&#8230;) mit gro\u00dfer Begeisterung \u00fcberpr\u00fcfte ich seine Antworten im Fahrplan Chaix und stellte fest, dass er sich nicht geirrt hatte. (&#8230;) Als ich siebzehn Jahre alt war, forderte mein Vater mich auf, ihn einmal anzuh\u00f6ren. Es ging um einen wichtigen Fall vor einem Schwurgericht, und er hatte sicher gedacht, dass er im besten Licht erscheinen w\u00fcrde. (&#8230;) Und doch habe ich von jenem ganzen Tag nur ein einziges Bild bewahrt, das des Schuldigen. (&#8230;) Ich erwachte erst richtig, als mein Vater seine Anklagerede hielt. Der rote Talar hatte ihn verwandelt. In seinem Mund wimmelte es von ungeheuerlichen S\u00e4tzen, die unaufh\u00f6rlich wie Schlangen hervorkrochen. Und ich begriff, dass er im Namen der Gesellschaft den Tod jenes Mannes verlangte, dass er sogar verlangte, man m\u00fcsse ihm den Hals abschneiden: \u201aDieser Kopf muss fallen!\u2019 (&#8230;) Von diesem Augenblick an konnte ich den Fahrplan Chaix nur noch mit scheu\u00dflichem Ekel betrachten. (&#8230;) Mein Vater hatte mehrmals einem solchen Mord beiwohnen m\u00fcssen, und zwar immer an den Tagen, da er sehr fr\u00fch aufstand. Ja, in diesen F\u00e4llen stellt er seinen Wecker. (&#8230;) Mein Herz war krank. Eines Abends verlangte mein Vater wieder seinen Wecker, weil er fr\u00fch aufstehen m\u00fcsse. Ich fand die ganze Nacht keinen Schlaf. Als er am Morgen zur\u00fcckkam, war ich fort.\u201c (4)<\/p>\n<p>In dieser Szene wird der lebenslange Kampf Camus\u2019 f\u00fcr die Abschaffung der Todesstrafe vorweggenommen.<\/p>\n<p>Tarrou ist f\u00fcr den Camus-Forscher Patrick G\u00e9rard Henry (5) der Protagonist des gewaltfreien, des zivilen Widerstands gegen den Nationalsozialismus und agiert so idealistisch wie die reale Person des Andr\u00e9 Trocm\u00e9. Der Arzt Rieux, der von Berufs wegen tut, was man eben tun muss, ist nach Henry der Protagonist des bewaffneten Widerstands gegen die Nazi-Besatzung. Nach Henrys Interpretation konfrontiert Camus also in den beiden Hauptprotagonisten einen Vertreter des bewaffneten Widerstands mit einem Vertreter des gewaltfreien Widerstands. Doch sie arbeiten im Roman trotz ihrer Charakterunterschiede \u2013 der eine idealistisch (Tarrou), der andere materialistisch (Rieux) \u2013 solidarisch zusammen: so, wie auch real die bewaffnete R\u00e9sistancegruppe in Le Chambon unter Pierre Fayol sich mit Andr\u00e9 Trocm\u00e9 auf eine taktische Absprache einigte, n\u00e4mlich gerade in dieser Region keine bewaffneten Aktionen gegen Nazis durchzuf\u00fchren, um die Nazi-Truppen im Tal nicht unn\u00f6tig auf diese Hochebene aufmerksam zu machen und die Aktionen der Judenrettung zu gef\u00e4hrden. Im Kampf gegen die Nazi-Besatzung dachte Camus damals, beide Kampfformen seien von gleicher Bedeutung und erg\u00e4nzten sich gegenseitig. Erst nach der Befreiung, nach 1945 ver\u00e4nderte Camus seine Position St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck und gab dem gewaltfreien Widerstand immer mehr Bedeutung, z.B. in seiner Konzeption der Revolte im Buch \u201e<a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/produkt\/ursprung-der-revolte\/\">Der Mensch in der Revolte<\/a>\u201c oder auch in seiner Kritik der bewaffneten Terroraktionen gegen die franz\u00f6sische Zivilbev\u00f6lkerung durch die Front de Lib\u00e9ration National (FLN) im antikolonialen Algerienkrieg der 1950er-Jahre.<\/p>\n<h5>Luis und Luc\u00eda Puenzo: Ambivalenzen des Schreckens in der lateinamerikanischen \u201ePest\u201c-Rezeption<\/h5>\n<p>\u201eDie Pest\u201c ist l\u00e4ngst Weltliteratur und die im Roman behandelten Thematiken sind von anspruchsvollen K\u00fcnstler*innen auf vielf\u00e4ltige Weise variiert oder auf ihre politische Weltregion kreativ \u00fcbertragen worden. Unter den vielen, in der \u201ePest\u201c entwickelten Symboliken greife ich hier zwei gegenw\u00e4rtig besonders aktuelle heraus und zeige, wie kritische K\u00fcnstler*innen diese Symboliken verarbeitet haben: das Stadion und die Ambivalenz des Arztberufs.<\/p>\n<p>In Camus\u2019 Roman werden die stark Erkrankten in der Hochphase der Pest ins Stadion der Stadt unter versch\u00e4rfte Quarant\u00e4ne gestellt. Tarrou besucht es einmal, zusammen mit dem Fu\u00dfballspieler Gonzales \u2013 was an den uspr\u00fcnglichen Zweck des Stadions erinnert. Doch nun sieht Tarrou die mit der Zeit verstummten Eingesperrten auf den Trib\u00fcnen verteilt. Und es gibt dort einen \u201eLagerverwalter\u201c. Literaturinterpret*innen sind sich einig, dass Camus damit auf die Razzien gegen j\u00fcdische Verfolgte und deren Sammlung im Pariser Stadion \u201eVelodrome d\u2019Hiver\u201c im Juli 1942 anspielt, wo 13.000 Juden und J\u00fcdinnen gefangen und dann mit Todesz\u00fcgen nach Auschwitz abtransportiert wurden. In seiner \u201ePest\u201c-Verfilmung verlagert Luis Puenzo das Geschehen nach Lateinamerika und nimmt als Symbolik das zweckentfremdete Fu\u00dfballstadion von Santiago de Chile, in das w\u00e4hrend des Pinochet-Putsches 1973 verhaftete Regimegegner*innen gepfercht wurden.<\/p>\n<h5>\u201eDie Pest\u201c und Corona: Der Arzt als Held?<\/h5>\n<p>\u00c4rzte und \u00c4rztinnen sowie Pflegepersonal werden in Corona-Zeiten von den B\u00fcrger*innen auf Balkonen als \u201emoderne Helden und Heldinnen\u201c gefeiert. Und auch Camus zeichnet im Roman den Doktor Rieux als stillen Helden: Er ist es, der anfangs die z\u00f6gerlichen Beh\u00f6rden alarmiert, die zun\u00e4chst abwiegeln. Wir denken sofort an den chinesischen Arzt und Whistleblower Li Wenliang, der die Beh\u00f6rden fr\u00fch auf Corona aufmerksam machte, der daf\u00fcr aber von der Polizei verh\u00f6rt und dessen Information als \u201eGer\u00fccht\u201c abgetan wurde \u2013 ein Zeitverlust, der in China faktisch Hunderte von Menschenleben kostete. Rieux ist es auch, der bei Camus in aussichtsloser Lage tut, was ein \u201eArzt tun muss\u201c \u2013 Menschenleben retten. Das Motiv der Rettung von Menschenleben in der Gegenwart anstatt gerade ihrer Opferung im Hier und Jetzt f\u00fcr das Ziel einer dann schneller kommenden, sozialistischen Zukunft war bei Camus hier schon angelegt \u2013 sp\u00e4ter sollte es zu Camus\u2019 Argumentation gegen die Geschichtsphilosophie Sartres und des autorit\u00e4ren Marxismus ausgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Doch Camus\u2019 Rieux ist im Roman nicht vor die Wahl gestellt, die derzeit in Worst-Case-Szenarien den \u00c4rzten und \u00c4rztinnen aufgeb\u00fcrdet wird: im Notfall und bei \u00dcberlastung der Kapazit\u00e4ten auszuw\u00e4hlen, zu selektieren. \u00c4rzte und \u00c4rztinnen, so werden wir heute durch diese, ja auch juristisch gef\u00fchrte Diskussion daran erinnert, sind nicht nur Bek\u00e4mpfer*innen des Todes wie bei Camus, sondern auch Herren und Herrinnen \u00fcber Menschenleben durch ihre potentielle Macht der Selektion. Und damit kommen unsere \u201eHeld*innen\u201c pl\u00f6tzlich gef\u00e4hrlich nahe an eine ganz andere ideologische Sph\u00e4re, die der eugenischen Auswahl: Wer ist es noch wert, zu leben \u2013 und wer nicht?<\/p>\n<p>Camus \u2013 das ist vielleicht die einzige Kritik, die ich am Roman formulieren w\u00fcrde \u2013 zeichnet den Arzt zu unhinterfragt als reinen Menschenretter. Doch die Camus-Rezeption in Lateinamerika entwickelte auch hieraus eine Ambivalenz des Schreckens. Es war Luis Puenzos Tochter, die Schriftstellerin und Filmemacherin Luc\u00eda Puenzo (geb. 1976), die die schreckliche Ambivalenz des Arztberufes k\u00fcnstlerisch aufarbeitete, und zwar in ihrem Roman \u201eWakolda\u201c (6), den sie selbst 2012 verfilmte. Dort geht es um die kleinw\u00fcchsige 12-j\u00e4hrige Lilith, Tochter einer argentinischen Familie, die an einen deutschen Immigranten und Arzt ger\u00e4t, der der Familie seltsame Experimente f\u00fcr Liliths Wachstumsst\u00f6rung vorschl\u00e4gt. Schnell wird klar, dass es sich um den nach der Befreiung in Argentinien untergetauchten Arzt von Auschwitz, Josef Mengele, handelt, der dort f\u00fcr Selektion und Menschenversuche verantwortlich war. Luc\u00eda Puenzo arbeitet in ihrem Roman also die von Camus vernachl\u00e4ssigte Seite des Arztberufes auf \u2013 einen autorit\u00e4ren Gehorsam und die Bereitschaft gerade der Nazi-\u00c4rzte, sich bereitwillig in den Dienst der schlimmsten, faschistoiden Ideologien und Regimes zu stellen und die eigene Rolle als Machthaber \u00fcber Leben und Tod auszuleben. Wollen wir hoffen, dass den heute zu unkritisch und leichtfertig als \u201eHeld*innen\u201c gefeierten \u00c4rzt*innen die Macht, im Gesundheitswesen Herren \u00fcber Leben und Tod zu sein, nicht zu Kopf steigt und sie ihren Eid des Hippokrates nach dem Vorbild der Figur des Rieux im Roman Camus\u2019 und nicht nach dem eines Josef Mengele auslegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Lou Marin<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist \u201eder\u201c Roman zur Corona-Krise. Das \u201eB\u00f6rsenblatt\u201c des Deutschen Buchhandels titelt: \u201eAlle wollen \u201aDie Pest\u2019 von Camus lesen\u201c; in Italien war der Roman vor dem Shutdown total ausverkauft; Thea Dorn empfahl die Lekt\u00fcre im \u201eLiterarischen Quartett\u201c. 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