{"id":22535,"date":"2020-06-11T14:15:46","date_gmt":"2020-06-11T12:15:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=22535"},"modified":"2022-07-26T13:02:29","modified_gmt":"2022-07-26T11:02:29","slug":"40-jahre-republik-freies-wendland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/06\/40-jahre-republik-freies-wendland\/","title":{"rendered":"40 Jahre Republik Freies Wendland"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\">Der bedeutsamste Einfluss der Graswurzelgruppen [auch: gewaltfreie Aktionsgruppen] auf die Anti-Atom-Bewegung entstand in den Jahren von 1978 bis 1980. Es war bereits ein Zugest\u00e4ndnis auf den Druck der Anti-Atom-Bewegung gewesen, dass die Bonner Regierung West-Deutschlands im Jahr 1976 verk\u00fcndete, der Neubau von Atomkraftwerken werde solange gestoppt, bis es zur Umsetzung eines Projekts zur Lagerung des atomaren Abfalls komme. Die Planung eines ganzen Komplexes f\u00fcr Lagerung und Wiederaufarbeitung in Gorleben sollte bald zur wichtigsten Thematik in der Atomdebatte werden, was die Anti-Atom-Aktivist*innen fr\u00fchzeitig erkannten. Wenn sie daher \u2013 so ihre Intention \u2013 das Gorleben-Projekt aufhalten konnten, konnten sie auch die gesamte Erweiterung der Atomkraftnutzung stoppen. (1)<\/p>\n<p class=\"western\">In einem Versuch, sowohl die gewaltsamen \u201eSchlachten\u201c mit der Polizei als auch den \u201eAnti-Atom-Tourismus\u201c der voraufgehenden Massendemonstrationen von 1976 bis 1977 zu vermeiden, entwickelten die Graswurzelgruppen im Jahr 1978 einen Plan f\u00fcr einen gewaltfreien und \u201edezentralen Widerstand\u201c. Sie bezogen sich dabei auf die Kampagne gegen das Atomkraftwerk in Wyhl 1974 bis 1975, als der Anti-Atom-Aktivismus fest in den betroffenen Gemeinden vor Ort verankert war. Im Gegensatz zur Region um Whyl entwickelte sich der Widerstand im Wendland \u2013 der Region um den Standort Gorleben \u2013 nur langsam und vorsichtig. Er blieb zun\u00e4chst weitgehend auf die \u201eZugezogenen\u201c aus der st\u00e4dtischen Mittelklasse beschr\u00e4nkt. Nur langsam beteiligten sich immer mehr \u00f6rtliche Bauern und B\u00e4uerinnen am Kampf. (2)<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Die Gorleben-\u201eFreundeskreise\u201c<\/b><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Passstelle-am-Eingang.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-22543 size-full\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Passstelle-am-Eingang.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"100%\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Passstelle-am-Eingang.jpg 1000w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Passstelle-am-Eingang-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Passstelle-am-Eingang-600x338.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Passstelle-am-Eingang-768x432.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Passstelle am Eingang &#8211; Foto: Herbert Sauerwein<\/p>\n<p class=\"western\">Aus diesem Grund setzte die dezentrale Widerstandsstrategie zun\u00e4chst auf die Gr\u00fcndung von Gorleben-\u201eFreundeskreisen\u201c in der gesamten westdeutschen Bundesrepublik. Viele Graswurzelaktivist*innen erkannten in den Freundeskreisen die Chance, langfristige und stabile Gruppenb\u00fcndnisse zu entwickeln. Inhaltlich wurden dabei die zentrale Bedeutung des Gorleben-Projekts f\u00fcr die Atomindustrie mit dessen Abh\u00e4ngigkeit von lokalen Zuliefer- und Infrastrukturfunktionen \u00fcber die gesamte West-BRD hinweg verkn\u00fcpft. Diese neue Gruppenstruktur sah sich anfangs organisatorischen Reibereien mit \u00e4lteren Anti-Atom-Gruppen gegen\u00fcber und kam nur langsam in Gang. Offensichtlich \u00fcbernahmen viele, die hinzukamen, den Grundsatz der Gewaltfreiheit nur aus Angst vor der Polizei. Aber eine Reihe von bundesweit koordinierten \u201eAktionstagen\u201c hob die Beteiligung an den Freundeskreisen auf 28.000 Menschen in mehr als 40 St\u00e4dten. Der dezentrale Widerstand nahm die Form kleiner, vielf\u00e4ltiger Aktionen an, die von Stra\u00dfentheater \u00fcber Blockaden zu weiteren Aktionen zivilen Ungehorsams reichten. Einige Gruppen beteiligten sich durch eine Ver\u00f6ffentlichung ihrer Boykotterkl\u00e4rung aktiv am bereits laufenden Stromzahlungsboykott. Andere versuchten, sich auf politische Bildung zu Polizeigewalt zu konzentrieren. Dadurch entstand ein \u00f6rtlich verankertes Netzwerk f\u00fcr gewaltfreie Aktion, das weit \u00fcber die engeren Graswurzelzusammenh\u00e4nge hinausging. (3)<\/p>\n<p class=\"western\">Andere Gruppen innerhalb der Anti-AKW-Bewegung kritisierten diese dezentrale Widerstandsstrategie. \u201eMilitante Autonome\u201c sprachen sich f\u00fcr eine R\u00fcckkehr zu den zentralisierten Schlachten mit der Polizei aus. Im Jahr 1979 organisierten b\u00fcrgerliche Gruppen Massendemos in Hannover und in Bonn; gleichzeitig begann eine Reihe von Anti-Atom-Gruppen, sich auf Formen der Wahlpolitik zu konzentrieren [\u201eDie Gr\u00fcnen\u201c wurden 1980 gegr\u00fcndet]. All diese Ans\u00e4tze legten in den Augen der Graswurzelaktivist*innen nur veraltete Konzepte wieder auf und f\u00fchrten zu politischer Passivit\u00e4t. (4)<\/p>\n<p class=\"western\">Im September 1979 begannen die Bohrungen f\u00fcr das Atomm\u00fcllendlager. Nach einer hitzigen Diskussion im Fr\u00fchjahr 1980 entschied eine Konferenz der Anti-AKW-Bewegung, zu einer gewaltfreien Besetzung der Bohrstelle aufzurufen. W\u00e4hrend einige \u201eautonome\u201c Gruppen sofort aus der Planung ausstiegen, wurde sie von den lokalen Widerstandsgruppen aus dem Wendland unterst\u00fctzt. (5)<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Das Modell Seabrook und die \u201eAffinity Groups\u201c<\/b><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/H\u00fcttenbau.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-22545 size-full\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/H\u00fcttenbau.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"100%\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/H\u00fcttenbau.jpg 1000w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/H\u00fcttenbau-300x203.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/H\u00fcttenbau-600x405.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/H\u00fcttenbau-768x518.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">H\u00fcttenbau &#8211; Foto: Herbert Sauerwein<\/p>\n<p class=\"western\">Die Graswurzelgruppen spielten eine entscheidende Rolle bei der Ausarbeitung des Plans f\u00fcr die gewaltfreie Besetzung. Sie waren dabei stark durch das Beispiel der gewaltfreien Besetzung der US-amerikanischen Anti-Atom-Bewegung des Standorts Seabrook, New Hampshire, vom Fr\u00fchling 1977 beeinflusst. 1979 hatte die Berliner Gruppe \u201eKlatschmohn\u201c, die sich weitgehend aus Graswurzelaktivist*innen zusammensetzte, vier Monate in den USA verbracht, um dort mehr \u00fcber gewaltfreie Aktionsmethoden und deren Prinzipien zu erfahren. Unter den vielen Organisationen, die \u201eKlatschmohn\u201c dabei besuchte, befanden sich die \u201eCommunity for Creative Nonviolence\u201c in Washington, D.C., das \u201eCenter for Nonviolent Action\u201c in Voluntown, Connecticut, und das \u201eMovement for a New Society\u201c in Philadelphia. So entwickelten Klatschmohn und andere Graswurzelgruppen einen Gorleben-Aktionsplan, der sich eng an das Modell von Seabrook anlehnte. (6)<\/p>\n<p class=\"western\">W\u00e4hrend die voraufgehenden Aktionen der bundesdeutschen Anti-AKW-Bewegung in Brokdorf die Protestierenden als amorphe Masse zusammenbrachten, zeigte das Modell von Seabrook, wie auch gro\u00dfe Menschenmengen eine Besetzung als ein zusammenh\u00e4ngendes und miteinander kommunizierendes Netzwerk aus Gruppen durchf\u00fchren konnten. In den Wochen vor der Besetzung organisierten Leute aus Graswurzel-\u201eTrainingskollektiven\u201c in vielen St\u00e4dten Trainings in gewaltfreier Aktion und verteilten ein \u201eHandbuch\u201c [genauer Titel: \u201eGorleben. Handbuch f\u00fcr Trainings zur Besetzung der Bohrstelle 1004\u201c] zur Vorbereitung auf die Besetzung. Das Handbuch beinhaltete Informationen zur Gewaltfreiheit, Empfehlungen f\u00fcr die Organisierung und direkte Aktionen, Rechtshilfeinfos, eine kurze Geschichte der bisherigen Gorleben-Kampagne, eine Erkl\u00e4rung des Besetzungsplans sowie weitere Materialien. Die Organisator*innen empfahlen den Beteiligten, schon vorher und auch w\u00e4hrend der Besetzung sogenannte \u201eBezugsgruppen\u201c (Affinity Groups) mit anderen Leuten aus ihrer Herkunftsstadt zu bilden. Diese Bezugsgruppen bildeten die organisatorische Basis f\u00fcr das H\u00fcttendorf bei der Besetzung \u2013 das dann \u201eRepublik Freies Wendland\u201c genannt wurde. (7)<\/p>\n<p class=\"western\">Das Konzept der \u201eBezugsgruppe\u201c wurde zuerst von spanischen Anarchist*innen in den fr\u00fchen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entwickelt \u2013 und in den letzten Dekaden ist es von gewaltfreien Anarchist*innen in vielen L\u00e4ndern wieder aufgenommen worden. Eine Bezugsgruppe besteht als Aktionsgruppe enger Vertrauter in der Regel aus 10 bis 20 Leuten und entscheidet zun\u00e4chst autonom. Bei gr\u00f6\u00dferen Organisierungen oder Aktionen wie in Seabrook oder Gorleben sollen die Bezugsgruppen auch Gef\u00fchle der Anonymit\u00e4t und Vereinzelung \u00fcberwinden, sowohl die Gewaltfreiheit als auch die Unberechenbarkeit und Flexibilit\u00e4t w\u00e4hrend der Aktionen gew\u00e4hrleisten. Sie sollen Informationen und Macht dezentralisieren, indem jede Person eine direkte Stimme bei der Planung und bei den Entscheidungsfindungen hat. Jede Bezugsgruppe entsendet rotierend Delegierte zu einem sogenannten \u201eSprecher*innenrat\u201c, der jedoch keine verbindlichen Entscheidungen f\u00e4llt, sondern versucht, \u00dcbereinstimmungen der Gruppenentscheidungen festzustellen, die dann zur\u00fcck in die Bezugsgruppen gehen, um dort gutgehei\u00dfen oder abgelehnt zu werden. Sowohl die Bezugsgruppen als auch der Sprecher*innenrat entscheiden dabei nicht per Mehrheitsabstimmung, sondern durch das Konsensverfahren \u2013 einen Prozess, in dem jede Person eine Entscheidung durch Veto blockieren kann. Der Sinn dieses Verfahrens ist nicht notwendig das Erzielen absoluter Einigkeit, sondern vielmehr die Absicherung durch das Verfahren, dass jede\/r Beteiligte das Gef\u00fchl hat, dass seine\/ihre Meinung angemessen ber\u00fccksichtigt worden ist. (8)<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Die Republik Freies Wendland<\/b><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Musik-auf-dem-Dorfplatz.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-22546 size-full\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Musik-auf-dem-Dorfplatz.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"100%\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Musik-auf-dem-Dorfplatz.jpg 1000w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Musik-auf-dem-Dorfplatz-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Musik-auf-dem-Dorfplatz-600x338.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Musik-auf-dem-Dorfplatz-768x432.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Musik auf dem Dorfplatz &#8211; Foto: Herbert Sauerwein<\/p>\n<p class=\"western\">Die Besetzung in Gorleben fand dann vom 3. Mai bis 4. Juni 1980 statt. Es beteiligten sich Tausende von Menschen [ca. 5000 nach Elbe-Jeetzel-Zeitung, 5. Mai 1980] aus ganz Westdeutschland. Die \u201eRepublik Freies Wendland\u201c wurde zu einem Platz kontinuierlicher, weitreichender, oft spontaner Aktivit\u00e4ten: H\u00e4user wurden gebaut, Musik und Theater gespielt, Bildungsveranstaltungen und politische Diskussionen durchgef\u00fchrt usw. Die antizipierende Vorbereitung durch Trainings und Bezugsgruppen f\u00fchrte dazu, dass das H\u00fcttendorf schnell und effizient aufgebaut werden konnte. Innerhalb des bestehenden Dorfes umfasste die Bezugsgruppenstruktur eine Reihe unterschiedlicher Organisationsformen, von kleineren \u201efamili\u00e4ren\u201c Einheiten bis hin zu gro\u00dfen, nur locker verkn\u00fcpften Gruppen aus Gro\u00dfst\u00e4dten. (9)<\/p>\n<p class=\"western\">Die Beziehungen zu den lokalen Anwohner*innen waren unterschiedlich. Einige wenige Bauern und B\u00e4uerinnen nahmen direkt an der Besetzung teil; sehr viele jedoch zeigten ihre Solidarit\u00e4t dadurch, dass sie Essen, Wasser oder Stroh brachten oder mit Rat und Tat beim Aufbau der H\u00fctten zur Seite standen. Die Besetzer*innen errichteten eine Infoh\u00fctte im Dorf, welche die Kommunikation zwischen den Besucher*innen aus der unmittelbaren Region und den Radikalen aus den St\u00e4dten verbessern half. Aber wenn die Besetzer*innen ihrerseits in die umliegenden D\u00f6rfer rausgingen, waren sie weit weniger willkommen. (10)<\/p>\n<p class=\"western\">Es gab aber auch Probleme mit dem System des Sprecher*innenrats. Einerseits beteiligte sich ein Teil der H\u00fcttendorfbewohner*innen im eigentlichen Sinne am Entscheidungsfindungsprozess, andererseits spielte ein anderer Teil die Rolle \u201eprofessionneller Politiker*innen\u201c und versuchte, den Sprecher*innenrat dazu auszunutzen, die Ansicht einzelner Individuen zu propagieren und ihren Einfluss zu erh\u00f6hen. Einige Autonome lehnten das System des Sprecher*innenrats generell als anti-demokratisch ab und f\u00fchrten sogar Proteste dagegen innerhalb des H\u00fcttendorfes durch. Die Autonomen und weitere \u201eMilitante\u201c kritisierten au\u00dferdem die \u00dcbereinkunft, die Aktion bis zur R\u00e4umung gewaltfrei durchzuf\u00fchren. Sie argumentierten, dass die haupts\u00e4chliche Verteidigungstaktik, die angewandt wurde, als die Polizei angriff und die Besetzer*innen r\u00e4umte \u2013 sich zu setzen und sich weigern, wegzugehen \u2013 nur ein Ausdruck von Schw\u00e4che und Passivit\u00e4t sei. Die Behauptung, eine solche R\u00e4umung sei als \u201emoralischer Sieg\u201c zu werten, war aus ihrer Sicht katastrophal. (11)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/TgNa_fvkxaU\" width=\"100%\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/p>\n<p>Fotos: Herbert Sauerwein &#8211; Quelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TgNa_fvkxaU\">Youtube<\/a><\/p>\n<p class=\"western\">Auch einige Graswurzelaktivist*innen kritisierten die Aktionsdurchf\u00fchrung \u2013 zum Teil als eine Antwort auf die Kritik der Autonomen. Sie meinten, dass zu viele Leute noch immer Gewaltfreiheit mit Legalismus oder Konfliktvermeidung verwechselten. Es gebe noch viel Arbeit dahingehend, Formen gewaltfreier Aktion zu entwickeln, die phantasievoll und unberechenbar waren sowie den Staat aktiv und direkt konfrontieren k\u00f6nnen. Auch m\u00fcssten die Entscheidungsfindungsprozesse so organisiert werden, dass sie nicht so leicht in Foren f\u00fcr Machtpolitiken transformiert werden k\u00f6nnen. (12) Trotzdem wurden diese Bestandteile der Strategie, das Training in gewaltfreier Aktion, die Bezugsgruppen, der Sprecher*innenrat und das Entscheidungsverfahren per Konsens zu einem Modell, das die Graswurzelgruppen in der Folge weiter entwickelten und das in den Anti-AKW- und den antimilitaristischen Aktionen der nachfolgenden Jahre weithin umgesetzt wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der bedeutsamste Einfluss der Graswurzelgruppen [auch: gewaltfreie Aktionsgruppen] auf die Anti-Atom-Bewegung entstand in den Jahren von 1978 bis 1980. 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