{"id":22614,"date":"2020-06-20T01:01:15","date_gmt":"2020-06-19T23:01:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=22614"},"modified":"2020-06-20T01:01:15","modified_gmt":"2020-06-19T23:01:15","slug":"animal-utopia-gegenbilder-zur-tierindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/06\/animal-utopia-gegenbilder-zur-tierindustrie\/","title":{"rendered":"\u201eAnimal Utopia\u201c \u2013 Gegenbilder  zur Tierindustrie"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">GWR: Hallo Hartmut, wie bist Du dazu gekommen, Dich in Deiner Malerei mit dem Mensch-Tier-Verh\u00e4ltnis auseinanderzusetzen?<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Hartmut Kiewert:<\/span><span lang=\"de-DE\"> Als ich als Kind erfahren habe, wo Fleisch herkommt, fand ich das furchtbar und wollte kein Fleisch mehr essen. Ich wollte nicht, dass Tiere f\u00fcr mein Essen sterben. Meine Eltern sagten mir aber, dass ich Fleisch essen muss, da ich sonst krank w\u00fcrde, und dass Fleisch zu essen nat\u00fcrlich und notwendig sei. Leider konnte ich mich damals nicht durchsetzen, bzw. glaubte den Argumenten meiner Eltern und war sehr traurig dar\u00fcber. Erst viel sp\u00e4ter, als ich von zuhause ausgezogen war und im Zuge der BSE-Krise im Jahr 2000 mein Mitbewohner vegetarisch wurde, fing ich wieder an, \u00fcber das Thema nachzudenken und wurde ebenfalls Vegetarier. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">2005 wurde ich dann Mitglied in einer <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/06\/es-fing-mit-dem-containern-an\/\">Food-Coop<\/a> (selbstorganisierter Bio-Laden), wo es viele vegane Alternativen wie Haferdrink und Aufstriche gab. Von da an kaufte ich nur noch vegan ein und achtete auch auf vegane Schuhe. Allerdings a\u00df ich noch hin und wieder au\u00dfer Haus eine Pizza mit K\u00e4se. 2008 schlie\u00dflich begann ich mich intensiv mit dem Thema <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/04\/gemeinsam-gegen-die-tierindustrie\/\">Tierindustrie<\/a> auseinanderzusetzen und lebe seither konsequent vegan.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">W\u00e4hrend meines Kunststudiums wurde ich in verschiedenen sozialen Bewegungen aktiv, wie etwa in der Antimilitarismus-, Antiatom- und Umweltbewegung. Schlie\u00dflich wollte ich eine Verbindung zwischen meinem Aktivismus und meiner Malerei herstellen. Da mich einerseits das Mensch-Tier-Verh\u00e4ltnis schon seit meiner Kindheit besch\u00e4ftigte und es andererseits auch seit den ersten H\u00f6hlenmalereien in der Bildenden Kunst Thema ist, dachte ich, dass es sich mit den Mitteln der Malerei gut neu verhandeln l\u00e4sst. So begann ich 2008, das gesellschaftliche Mensch-Tier-Verh\u00e4ltnis zum Thema meiner Malerei zu machen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">GWR: Durch die Debatten um den Klimawandel ist auch die Tierhaltung in den Fokus der Kritik geraten. Kannst Du feststellen, ob dadurch das Interesse an Deinen Bildern gestiegen ist? Welche R\u00fcckmeldung bekommst Du zu Deinen Bildern?<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">H.K.:<\/span><span lang=\"de-DE\"> Es hat sich in den letzten Jahren ein deutlicher Wandel im \u00f6ffentlichen Diskurs vollzogen. Die <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2009\/06\/anti-speziesismus-schmeckt-mir-nicht\/\">Tierfrage<\/a> ist kein vollkommenes Nischenthema mehr. Damit ist auch die Aufmerksamkeit f\u00fcr meine Bilder gestiegen. Umgekehrt hoffe ich nat\u00fcrlich, dass meine Bilder einen Beitrag zur Verbreitung der Idee der Tierbefreiung leisten.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Insgesamt sind die R\u00fcckmeldungen, die ich bekomme, sehr positiv. Von Aktiven der Tierrechts-\/Tierbefreiungsbewegung h\u00f6re ich \u00f6fter, dass die Bilder Mut und Hoffnung machen, indem sie die Befreiung der Tiere antizipieren. Nicht vegan lebende Menschen f\u00fchlen sich oft zum Nachdenken angeregt und zeigen sich dem Thema gegen\u00fcber offen und interessiert. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">GWR: Kannst Du vom Verkauf Deiner Bilder leben?<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">H.K.:<\/span><span lang=\"de-DE\"> Gl\u00fccklicherweise ja. Wobei ich in den ersten zwei Jahren meiner Selbst\u00e4ndigkeit mit Harz IV aufstocken musste. \u00dcber die Jahre habe ich mir einen sukzessive gr\u00f6\u00dfer werdenden Kreis von Sammler*innen und Interessierten aufbauen k\u00f6nnen und arbeite seit 2017 auch mit der Galerie Klaus Kiefer in Essen zusammen. Der Kontakt hatte sich \u00fcbrigens \u00fcber Karin M\u00fcck vom Lebenshof Hof Butenland ergeben, den ich jeden Sommer f\u00fcr 10 bis 14 Tage besuche, um dort die tierlichen Bewohner*innen zu malen. Au\u00dferdem verkaufe ich Drucke und Postkarten meiner Bilder \u00fcber meinen Onlineshop und auf veganen Stra\u00dfenfesten.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">GWR: Deine Maltechnik ist vegan. Ist es schwierig, Materialien ohne tierliche Inhaltsstoffe zu bekommen?<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">H.K.:<\/span><span lang=\"de-DE\"> In den traditionellen Maltechniken werden tats\u00e4chlich einige tierliche Materialien wie Eier, Tierhaarpinsel, Karminrot, Knochenschwarz oder Knochenleim verwendet. Da die meisten Pigmente und Bindemittel allerdings nicht-tierlichen Ursprungs sind und es auch viele synthetische Alternativen zu Tierhaarpinseln gibt, ist eine vegane Malweise nicht so schwer. Im Zweifel muss mensch nat\u00fcrlich Produktanfragen an die Hersteller*innen machen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">GWR: Ein Hauptthema Deiner Bilder sind die Grenzen bzw. die Aufhebung von Grenzen zwischen Menschen und Tieren. Da sitzen Schweine auf Sofas oder K\u00e4lber schlafen auf dem Parkett vor Barocktapeten \u2013 also in einer von Menschen f\u00fcr Menschen gemachten sch\u00f6nen Umgebung. Oft malst Du auch friedliche Utopien von innerst\u00e4dtischen R\u00e4umen, in denen Menschen und Tiere sich aufhalten. Manchmal haben sie Kontakt, manchmal nutzen sie die R\u00e4ume gleichberechtigt oder gehen einfach nebeneinander her, w\u00e4hrend Deine fr\u00fcheren Bilder oft eine Kritik an Herrschaft, Militarismus und bestimmten <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/11\/faschismus-maennlichkeit-und-virtualitaet\/\">M\u00e4nnlichkeitsvorstellungen<\/a> beinhalteten, z.B. der \u201eFleischhelm\u201c, die \u201eFleischpistole\u201c oder der \u201ePolizist mit Hund\u201c. Wenn dies zutrifft, gibt es Gr\u00fcnde daf\u00fcr?<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">H.K.:<\/span><span lang=\"de-DE\"> Als ich 2008 anfing, mich intensiv mit dem gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verh\u00e4ltnis auseinanderzusetzen, fand ich angesichts des unermesslichen Leids der Tiere in der Tierindustrie zun\u00e4chst gar keine andere Bildsprache, als eine, die diese Gewalt versucht sichtbar zu machen. Dabei ging und geht es mir auch darum, die Wechselwirkungen unterschiedlicher Herrschaftsformen in meine Bilder einzubeziehen. Ich war damals besonders inspiriert von der Arbeit der 2011 leider viel zu fr\u00fch verstorbenen Aktivistin und Soziologin Birgit M\u00fctherich, die als eine der ersten im deutschsprachigen Raum nicht-menschliche Tiere in die Soziologie mit einbezog und in Anlehnung an die Kritische Theorie der Frankfurter Schule auf die Interdependenzen der Unterdr\u00fcckung von Tieren und Natur und der von Menschen durch Menschen hinwies. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Was meine Bildwelt betrifft, so habe ich ab etwa 2011 versucht, dem oft <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/produkt\/das-schlachten-beenden\/\">gewaltvollen Verh\u00e4ltnis von Menschen zu anderen Tieren<\/a> positive Ausblicke eines m\u00f6glichen Zusammenlebens entgegenzusetzen. Also praktisch Gegenbilder zur Tierindustrie zu schaffen und damit die allgemeine Sichtweise auf so genannte \u201eNutztiere\u201c zu verschieben. Dabei ist es mir aber wichtig geblieben, andere Formen von Unterdr\u00fcckung mit zu denken und in meiner Bildsprache zu ber\u00fccksichtigen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">GWR: Deine Bilder enthalten viele anarchistische Elemente: Lebewesen befreien sich oder genie\u00dfen ihre Freiheit auf den Tr\u00fcmmern ihrer fr\u00fcheren Gef\u00e4ngnisse, Geb\u00e4ude gro\u00dfer Fleischmarken verfallen und werden samt ihrer Firmenschilder und Reklametafeln von der Natur zur\u00fcckerobert, in Stadtszenen finden sich entsprechende Schilder oder Graffiti wie \u201eRefugees welcome\u201c. W\u00fcrdest Du Deine Kunst als anarchistisch bezeichnen und wie siehst Du den Zusammenhang zwischen Anarchismus und Tierbefreiung?<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">H.K.: <\/span><span lang=\"de-DE\">Meine Bildwelten haben, wie Du sagst, durchaus anarchistischen Charakter. In ihnen sind die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse gegen\u00fcber nicht-menschlichen Tieren aufgesprengt. Die Fleischindustrie ist ruiniert, K\u00fche, Schweine und andere Tiere eignen sich menschengemachte Umgebungen an, die Kategorien der ideologischen Legitimierung von Tierausbeutung sind aufgehoben. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Ich versuche, eine Welt zum Vorschein zu bringen, die durch spezies\u00fcbergreifende Empathie, Inklusion und Solidarit\u00e4t gepr\u00e4gt ist. Eine Welt, in der die auf der Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur beruhende Profitmaximierung des warenproduzierenden Patriarchats \u00fcberwunden ist, welche ja blind gegen\u00fcber dem stofflichen Reichtum und den Bed\u00fcrfnissen menschlicher und nicht-menschlicher Tiere ist.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2016\/05\/veganismus-und-anarchie\/\">Tierbefreiung und Anarchismus<\/a> geh\u00f6ren f\u00fcr mich logisch zusammen. Auf der einen Seite muss, wer Herrschaft \u00fcberwinden will, auch die Herrschaft \u00fcber nicht-menschliche Tiere \u00fcberwinden und auch die Art in Frage stellen, wie menschliche Gesellschaft Natur beherrscht. <\/span><br \/>\n<span lang=\"de-DE\">Denn, wie u. a. die oben erw\u00e4hnte Birgit M\u00fctherich herausgestellt hat, Naturbeherrschung und die Beherrschung von anderen <\/span><span lang=\"de-DE\">Tieren stehen mit den Herrschaftsstrukturen zwischen Menschen in Wechselwirkung. Die <\/span><span lang=\"de-DE\">unterschiedlichen Herrschafts- <\/span><span lang=\"de-DE\">und Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnisse stabilisieren sich gegenseitig. Oder um es mit Tolstoi zu sagen: \u201eSolange es Schlachth\u00e4user gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.\u201c<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Auf der anderen Seite kann eine wirkliche Befreiung aller Tiere, auch der Menschen, nicht in den Formen der aktuellen gesellschaftlichen Strukturen stattfinden, welche durch Ausbeutung, Grenzen, K\u00e4fige, Gef\u00e4ngnisse, soziale Ungerechtigkeit und diskriminierende Diskurse gekennzeichnet sind. Das reflektiert und transportiert der Begriff Tierbefreiung mit, indem er \u00fcber das Konzept der Tierrechte hinausweist und auf eine Befreiung aller Lebewesen abzielt. W\u00e4hrend das Rechte-Konzept auf eine das Recht durchsetzende Autorit\u00e4t\/Gewalt angewiesen bleibt und seine Wurzeln in westlich patriarchalen Denkstrukturen hat, wie etwa die queerfeministisch-antispeziesistische Aktivistin Pattrice Jones brillant aufzeigt. Trotzdem halte ich Tierrechte als Zwischenziel innerhalb der jetzigen gesellschaftlichen Konstellation f\u00fcr sinnvoll.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">GWR: Dann verstehst Du Dich selbst also als Anarchisten?<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">H.K.:<\/span><span lang=\"de-DE\"> Ja, seit ich 1999 das Buch \u201eFreiheit pur\u201c von <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2009\/08\/horst-stowasser-ist-tot\/\">Horst Stowasser<\/a> \u00fcber die Geschichte und Theorie des Anarchismus gelesen habe, verstehe ich mich durchaus als Anarchisten. Ich m\u00f6chte in einer Welt leben, in der Platz f\u00fcr viele Welten ist, ohne Herrschaft, Ausbeutung und Umweltzerst\u00f6rung. Dies ist nur jenseits von Markt und Staat machbar. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">GWR: Gab es noch andere politische Bewegungen oder Positionen, die Dich beeinflusst haben?<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">H.K.: <\/span><span lang=\"de-DE\">In den letzten Jahren bin ich vor allem in der Tierrechts-\/Tierbefreiungsbewegung aktiv, aber \u00fcber das Rhythms of Resistance\u2013Netzwerk, ein transnationales Netzwerk von Aktionstrommelgruppen, auch unterst\u00fctzend in diversen anderen K\u00e4mpfen wie Antirassismus oder Feminismus. Neben der Besch\u00e4ftigung mit Anarchismus und den Human-Animal-Studies habe ich mich seit der Krise 2008\/09 auch viel mit auf Marx basierenden Analysen und Kritiken an Staat, Demokratie und Arbeit, wie etwa der Wert-Abspaltungskritik besch\u00e4ftigt.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\"><strong>GWR: Deine Bilder sind stark von deiner politischen Haltung gepr\u00e4gt. Droht dadurch nicht die Autonomie der Kunst verloren zu gehen? Wie siehst du das Verh\u00e4ltnis von Kunst und Aktivismus?<\/strong> <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">H.K.: <\/span><span lang=\"de-DE\">Der Inhalt muss nat\u00fcrlich durch die Form getragen werden, damit die Bilder nicht ins Plakative oder Kitschige abdriften. Das ist tats\u00e4chlich die Herausforderung, der ich mich permanent gegen\u00fcber sehe. <\/span><span lang=\"de-DE\">Was das grunds\u00e4tzliche Verh\u00e4ltnis von Kunst und Aktivismus bzw. Kunst und Politik angeht, ist die von der Situationistischen Internationale gepr\u00e4gte Idee der Aufhebung der Kunst im Alltag interessant. In der Sph\u00e4re der Kunst sahen die Situationist*innen das Utopische vorweggenommen. Wenn sich also die Sph\u00e4re der Kunst ausbreitet, breitet sich das Utopische aus und verdr\u00e4ngt die Realpolitik mit ihren als Naturgesetze erscheinenden Sachzw\u00e4ngen. Die Situationist*innen bezogen sich in ihrer Theorie auf die Marxsche Kritik der politischen \u00d6konomie. Im Kapitalismus sind die Menschen durch die Formen von Lohnarbeit, Ware, Geld und Politik von der direkten Bestimmung \u00fcber die Produktion und Lebensverh\u00e4ltnisse abgeschnitten und entfremdet. Die Trennung der Sph\u00e4re des Polit-\u00d6konomischen und der Sph\u00e4re des allt\u00e4glichen Lebens sollte durch die Kunst, durch die \u201eHerstellung von Situationen\u201c, durchbrochen werden, um schlie\u00dflich den Kapitalismus aufzuheben, hin zu einer freien Gesellschaft. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\"><strong>GWR: Was sind Deine Pl\u00e4ne f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit, gerade auch angesichts der Corona-Krise?<\/strong> <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">H.K.:<\/span><span lang=\"de-DE\"> Durch die Corona-Krise sind erst mal viele Termine auf Eis gelegt worden, sowohl was die Kunst als auch den Aktivismus angeht. Aktuell h\u00e4ngt schon meine n\u00e4chste Einzelausstellung \u201eAnimal Utopia II\u201c in der Galerie Klaus Kiefer in Essen, die inzwischen ge\u00f6ffnet ist und voraussichtlich noch bis Ende Juni l\u00e4uft. Ansonsten sind auch schon weitere Einzelausstellungen f\u00fcr 2021 im Essenheimer Kunstverein, der Kleinen Galerie in D\u00f6beln, der Leipziger Galierie KUB f\u00fcr Herbst 2020 sowie eine Ausstellung \u201eAnimal Transition\u201c zusammen mit der Leipziger Bildhauerin Dana Meyer vom 7. Juni bis 16. August 2020 in der St\u00e4dtischen Galerie Ehingen geplant. <\/span><span lang=\"de-DE\">Daf\u00fcr werde ich nat\u00fcrlich weitere Bilder malen. Inhaltlich m\u00f6chte ich dabei versuchen, das Thema Verkehrswende und Tierbefreiung zusammen zu denken, und auch einen neuen Bildstrang zu beginnen, der sich mit dem Thema Ausbeutung von Wasser-\/Meerestieren besch\u00e4ftigt. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Ich werde auch weiter unmittelbar politisch aktiv bleiben. Denn auch wenn die Herausforderungen von \u00f6kologischer, wirtschaftlicher und politischer Krise schier \u00fcberw\u00e4ltigend sind, m\u00fcssen wir gerade jetzt den Krisenreaktionen von Rechts, dem Autoritarismus, Nationalismus und Faschismus entgegentreten und solidarische, postkapitalistische Alternativen jenseits von Markt und Staat aufbauen. F\u00fcr eine Welt, in der die Entfaltung der Einzelnen die Entfaltung aller bef\u00f6rdert, eine Welt freier Menschen in freier Vereinbarung, in der auch Tierausbeutung abgeschafft ist. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><span lang=\"de-DE\">GWR: Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><span lang=\"de-DE\">N\u00e4here Infos \u00fcber die aktuellen <\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span lang=\"de-DE\">und k\u00fcnftigen Ausstellungen:<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span lang=\"de-DE\">hartmutkiewert.de <\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span lang=\"de-DE\">Kataloge: <\/span><\/p>\n<p align=\"center\">\u201e<span lang=\"de-DE\">mensch_tier\u201c (2012) <\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span lang=\"de-DE\">ANIMAL UTOPIA (2017)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GWR: Hallo Hartmut, wie bist Du dazu gekommen, Dich in Deiner Malerei mit dem Mensch-Tier-Verh\u00e4ltnis auseinanderzusetzen? 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