{"id":22637,"date":"2020-06-20T00:38:01","date_gmt":"2020-06-19T22:38:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=22637"},"modified":"2020-06-23T15:04:43","modified_gmt":"2020-06-23T13:04:43","slug":"40-jahre-republik-freies-wendland-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/06\/40-jahre-republik-freies-wendland-2\/","title":{"rendered":"40 Jahre Republik  Freies Wendland"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Vom 2. Mai bis zum 4. Juni 1980 dauerte die Besetzung der \u201eFreien Republik Wendland\u201c in der N\u00e4he von Gorleben. Das war im damaligen (West-)Deutschland ganz neuartig: Mehrere tausend Atomkraftgegner*innen wagten ein Projekt <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/05\/ungehorsam\/\">massenhaften zivilen Ungehorsams<\/a> und praktischer Utopie. Auch ich war damals dabei. Es war \u2013 zwei Jahre nach dem alternativen Berliner Kongress \u201eTunix\u201c \u2013 ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Neuaufbruch der Anti-AKW-Bewegung, in der sich damals echte \u00d6kos, Spontis, Feministinnen, Autonome, Graswurzler-* und andere Anarchist*innen, entt\u00e4uschte Jusos und nicht weniger entt\u00e4uschte Maoist*innen zusammen rauften. So gut wie nicht vertreten waren Linke der sowjetischen und DDR-Richtung: Von dort kam das gl\u00e4ubige Mantra, die \u201esozialistischen\u201c AKWs seien \u201esicherer\u201c als die des <\/span><span lang=\"de-DE\">westlichen Profitsystems. (1)<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Vor allem junge Menschen aus dem Wendland und aus St\u00e4dten wie Hamburg, Frankfurt, G\u00f6ttingen, M\u00fcnchen, Berlin, D\u00fcsseldorf oder Wuppertal, aber auch aus Wyhl im Elsass, aus der Schweiz oder \u00d6sterreich waren unter den Besetzer*innen der so genannten \u201eTiefbohrstelle 1004\u201c. Hinter dieser Ortsbezeichnung in scheinbar harmlosem Geologen-Jargon versteckte die Atomindustrie, dass es um viel mehr ging als um so genannte \u201eProbe\u201c-Bohrungen! Das hier war der geplante Standort einer nuklearen Wiederaufarbeitungsanlage (WAA), eines Atomm\u00fcll-Endlagers und weiterer Nuklearfabriken. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Auch wenn unsere Besetzung nach 33 Tagen von einem Gro\u00dfaufgebot der Polizei und des Bundesgrenzschutzes ger\u00e4umt wurde, konnte der WAAhnsinn im Wendland wie in ganz Deutschland letztlich verhindert werden. Mit dem H\u00fcttendorf auf dem besetzten Bohrplatz machten Einheimische, Zugezogene und Zugereiste den schon Jahre lange \u201eunterirdisch\u201c entwickelten gemeinsamen Widerstand in dieser Region zu einem Brennpunkt der gesamten Anti-AKW-Bewegung. Sowohl die Atomindustrie nebst den ihr ergebenen Politikern als auch die meisten AKW-Gegner*innen sahen in der geplanten WAA <\/span><span lang=\"de-DE\">das <\/span><span lang=\"de-DE\">(!) zentrale Projekt der damaligen Energiepolitik. Daher b\u00fcndelten die AKW-Gegner*innen ihre Kr\u00e4fte dort \u2013 viele von uns dauerhaft. Die gro\u00dfe, bestens im Landkreis verankerte <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2011\/11\/castor-proteste-ab-dem-24-november-2011\/\">B\u00fcrgerinitiative L\u00fcchow-Dannenberg<\/a> bekam schon lange vor der Besetzung immer mehr Besuch von ausw\u00e4rtigen Anti-Atom-Initiativen.<\/span><\/p>\n<h5 align=\"left\"><span lang=\"de-DE\">Freundschaftsgruppen statt anonymer \u201ePolittourismus\u201c<\/span><\/h5>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Viel weiter gehend als an anderen AKW-Standorten \u2013 und aus dortigen Problemen der Bewegung lernend \u2013 schufen wir im Wendland zusammen mit Bewohner*innen des Landkreises langj\u00e4hrige, feste Patenschaften zwischen ausw\u00e4rtigen Anti-AKW-Initiativen und engagierten Einheimischen in Gorleben, Trebel, L\u00fcchow, Dannenberg, Gartow und anderen Orten. Diese so genannten \u201eFreundschaftsgruppen\u201c machten es m\u00f6glich, dass die \u2013 reichlich vorhandenen \u2013 Vorurteile zwischen Einheimischen und uns \u201eZugereisten\u201c auf beiden Seiten langsam verringert werden konnten. Hier wurde vielen von uns klar, was der Dichter und Kriegsgegner Armin T. Wegner einmal so ausdr\u00fcckt hat: \u201eDie V\u00f6lker wie die Menschen kennen einander nicht \u2013 das ist ihr gr\u00f6\u00dfter Mangel.\u201c (2) Statt als anonyme Gro\u00dfstadt-Aktionstouris vor\u00fcbergehend in die Region einzufallen, Randale zu machen und dann spurlos zu verschwinden, entwickelten wir mit unseren \u201ePat*innen\u201c im Wendland gegenseitigen Respekt: Wir tauschten uns mit ihnen regelm\u00e4\u00dfig aus, diskutierten intensiv und geduldig miteinander, versuchten uns gegenseitig einzuf\u00fchlen und erlebten zunehmendes Vertrauen. Das gelang auch solchen Initiativen, die \u2013 wie meine Gruppe \u2013 aus weit entfernten St\u00e4dten kamen. Ich lebte damals im Rheinland, wohnte in D\u00fcsseldorf und studierte in Wuppertal. Auch die \u201eB\u00fcrgerinitiative Umweltschutz D\u00fcsseldorf\u201c*, in der ich engagiert war, hatte eine solche dauerhafte Patenschaft im Wendland \u2013 und zwar mit Einheimischen aus dem Dorf Gartow. Wir bekamen dort jede Unterst\u00fctzung und halfen dem Widerstand vor Ort mit allen Kr\u00e4ften. Nebenbei lernten wir im Landkreis nicht \u201ezuf\u00e4llig\u201c auch andere ausw\u00e4rtige Gruppen gut kennen \u2013 etwa aus Hamburg \u2013 und wir freuten uns nat\u00fcrlich auch \u00fcber schon bekannte Gesichter aus Wuppertal. Wie andere Freundschaftsgruppen waren wir \u00fcber Jahre immer wieder im Wendland. So kannten wir uns in der Region bestens aus \u2013 weit besser als die dort aus ganz Niedersachsen oder von noch weiter her eingeflogenen Polizeikr\u00e4fte, die wir bei vielen n\u00e4chtlichen Aktionen locker abh\u00e4ngen konnten. Auf diese Weise gelang eine wirksame Unterst\u00fctzung f\u00fcr Aktivist*innen, die manches \u201eProbe\u201c-Bohrloch der Betreiber etwa mit G\u00fclle oder Beton unbrauchbar machten. Die Jahre und Monate vor der Besetzung von \u201e1004\u201c erinnerten vielfach an Asterix: Die \u201eLegion\u00e4re\u201c bekamen so gut wie keine Schnitte! Sehr viele im Landkreis, Bauern und B\u00e4uerinnen, B\u00e4cker*- und Handwerker*innen, Lehrer*innen und Schulklassen, Touristik-Unternehmen und ein gro\u00dfer Teil der ver\u00f6ffentlichten Meinung standen hinter uns. Wenn auch oft mit lebhaftem Widerspruch. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Als das Gel\u00e4nde von \u201e1004\u201c schlie\u00dflich besetzt wurde, war das \u00fcbrigens keine \u201eLichtung im Wald\u201c, wie der \u201eSpiegel\u201c und andere ausw\u00e4rtige Medien damals verharmlosend schrieben. Hier war der Wald schon Jahre zuvor durch Brandstifter niedergebrannt worden \u2013 \u201ezuf\u00e4llig\u201c genau am geplanten Standort der WAA: Offensichtlich wollten die Betreiber illegal Tatsachen schaffen \u2013 und bessere Bedingungen zum Kauf dieses Waldst\u00fcckes. (3) Vor allem solche mafi\u00f6sen Praktiken waren es, welche die Menschen \u2013 im Landkreis wie anderswo \u2013 so gr\u00fcndlich zum Widerstand gegen die WAA veranlassten. <\/span><\/p>\n<p><iframe src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/TgNa_fvkxaU\" width=100% height=100% frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><br \/>\nPhantasie, neue Energie und neue Architekturen<\/p>\n<p>Derartiges Unrecht befeuerte nicht nur die Energie sondern auch die Phantasie des Widerstands. Von der reichen Kultur, die hier auch schon vor der Besetzung von \u201e1004\u201c wuchs, sei hier exemplarisch das \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=rpod5ahx1EQ\">Lied vom Lebensvogel<\/a>\u201c genannt, das \u00fcberall in der BRD geh\u00f6rt und gesungen wurde. Dieses Lied wurde 1978 f\u00fcr Gorleben und f\u00fcr die gesamte Anti-AKW-Bewegung geschrieben von meinem Freund, dem viel zu fr\u00fch gestorbenen Liedermacher und Aktivisten <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2015\/09\/der-lebensvogel-singt-nicht-mehr\/\">Walter Mossmann<\/a> (1941 \u2013 2015). (4) Unter Atomgegner*innen war er <span lang=\"de-DE\">das<\/span><span lang=\"de-DE\"> Gesicht des schon Jahre zuvor L\u00e4nder \u00fcbergreifenden Widerstandes gegen das franz\u00f6sische <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/09\/weiter-voll-auf-atomkurs\/\">AKW Fessenheim<\/a> nahe Wyhl im Elsass. Wie er arbeiteten viele schon seit 1974 an der Vernetzung des Widerstands \u2013 besonders mit dem Wendland. Und dar\u00fcber hinaus: Mit dem \u201eLied vom Lebensvogel\u201c tr\u00e4umten wir laut davon, den Widerstand im \u201eZonenrandgebiet\u201c von Gorleben auch mit der beginnenden \u00d6kopax-Untergrundbewegung in der benachbarten DDR zu verbinden. (5) <\/span><span lang=\"de-DE\">Last but not least: Der \u201eLebensvogel\u201c war eine bezaubernde Hymne auf die wundersch\u00f6ne Natur im Wendland. Es war dieses Lied, das vielen von uns zornigen Gro\u00dfst\u00e4dter*innen nachhaltig ins Herz pflanzte, <\/span><span lang=\"de-DE\">wof\u00fcr<\/span><span lang=\"de-DE\"> wir in der Anti-AKW-Bewegung k\u00e4mpften. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Als dann \u201e1004\u201c besetzt wurde, war die vom Brand verw\u00fcstete Fl\u00e4che noch immer voller brauchbarer Baumreste: Dieses Brandholz diente ohne \u201eKahlschlag\u201c zum Bau des eindrucksvollen H\u00fcttendorfes, welches als \u201eRepublik Freies Wendland\u201c bekannt wurde. Aus diesem Material wurden die meisten der kreativen Bauwerke auf dem Dorfplatz gezimmert. Hier wurden damals ganz neue Baustile und Materialien ausprobiert \u2013 manche davon waren Vorreiter dessen, was heute als \u00f6kologische, nachhaltige Baukultur und -technik bekannt ist. Besonders beeindruckte das Frauenhaus, das in einer uns bis dahin unbekannten Bauweise errichtet war: Viele seiner W\u00e4nde bestanden aus leeren Flaschen in vielen Farben. Diese Hohlglasw\u00e4nde gaben neuartiges Licht und speicherten W\u00e4rme. Das Kinderhaus war das sch\u00f6nste, verspielteste und \u201ezerbrechlichste\u201c Haus im H\u00fcttendorf: Seine W\u00e4nde bestanden vor allem aus Fenstern, deren Glas die Kinder selbst bunt bemalten. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Von den anderen Bauwerken erinnere ich mich z.B. an ein Strohhaus und das Windrad, das den Strom f\u00fcr die Alarmanlage und f\u00fcr den Sender \u201eRadio Freies Wendland\u201c lieferte. Dieser Piratensender stand in einer H\u00fctte, welche in ca. 8 m H\u00f6he auf der Plattform eines imposanten Turmes im Zentrum des Dorfes errichtet wurde. <\/span><span lang=\"de-DE\">Am Dorfrand gab es auch eine \u201ePassh\u00fctte\u201c\u2013 aus dem gleichen Brandholz gezimmert \u2013, wo man den sogenannten \u201e<a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2003\/12\/150-mit-dem-wendlandpass\/\">Wendenpass<\/a>\u201c bekam. Oder auch einen Stempel der Republik Freies Wendland in den eigenen Pass. Ich hatte beides. Diese \u201ePass\u201c- und \u201eGrenz\u201c-Details wurden augenzwinkernd und mit lie-bevoll-subversivem Humor ge-pflegt und genutzt. Zu seiner G\u00fcltigkeit stand im \u201eWendenpass\u201c: \u201eG\u00fcltig f\u00fcr das gesamte Universum\u201c und \u201e[&#8230;] solange sein Inhaber noch lachen kann\u201c. <\/span><span lang=\"de-DE\">Das \u201eFreundschaftshaus\u201c war als einziges Haus auf \u201e1004\u201c nach regul\u00e4ren Baupl\u00e4nen entworfen. Die gro\u00dfe Rundhalle bot bis zu 400 Menschen Platz und war mit Versammlungen, t\u00e4glichen Sitzungen des Sprecher*innenrats oder Kulturveranstaltungen st\u00e4ndig ausgebucht. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Hier und auf dem Dorfplatz wurden von den Besetzer*innen mehrmals Planspiele durchgef\u00fchrt, um zusammen das von allen vereinbarte gewaltfreie Verhalten bei der R\u00e4umung zu \u00fcben. \u00dcbrigens: Selbst die Dachkonstruktion des Freundschaftshauses war vorsorglich so berechnet, dass sich auf dem Dach \u00fcber 100 Personen aufhalten konnten. Das war nicht nur multifunktional und bot sch\u00f6ne Aussicht. Die Besetzung des Daches war auch f\u00fcr die R\u00e4umung einkalkuliert, um das Wegtragen durch die Polizei komplizierter und zeitaufw\u00e4ndiger zu machen und deren Kr\u00e4fte zu binden: Die Besetzer*innen des Daches, zu denen bei der R\u00e4umung auch unsere D\u00fcsseldorfer Gruppe geh\u00f6rte, mussten vom \u00fcber 2 m hohen Au\u00dfenrand des Daches einzeln von mehreren Polizisten herabgelassen werden. Dabei sahen wir mehrfach, dass Polizisten \u201eihre*n\u201c Festgenommene*n einfach vom Dach sto\u00dfen wollten. Das unterlie\u00dfen die R\u00e4umkommandos zumeist, wenn wir sie auf die vielen Kameras aufmerksam machten, welche unsere Unterst\u00fctzer*- und auch Medienvertreter*innen auf das Geschehen richteten.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Am Morgen des 4. Juni schloss ein martialisches Gro\u00dfaufgebot von Polizei und Bundesgrenzschutz aus der ganzen BRD \u2013 unterst\u00fctzt von tieffliegenden Hubschraubern \u2013 einen Ring um das Dorf. Wir waren ca. 4.000 Besetzer*innen und sa\u00dfen untergehakt in konzentrischen Kreisen auf dem Boden des Dorfes um den Radio-Turm sowie im Freundschaftshaus und auf seinem Dach. Ehe sie uns zum Verlassen des Gel\u00e4ndes aufforderten, begannen anr\u00fcckende Polizisten provokativ, mit Gummikn\u00fcppeln oder Stiefeln zun\u00e4chst am Kinderhaus (!) die Scheiben einzuschlagen. Es war schwer, in diesem Augenblick die Wut zu z\u00fcgeln und uns alle an das zu halten, was wir gemeinsam zur R\u00e4umung vereinbart hatten: \u201eWir haben beschlossen, dass nichts geworfen und jede Verletzung von Personen vermieden werden soll. Auch das Schmei\u00dfen von G\u00fcllebeuteln wurde abgelehnt.\u201c (6)<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Wir blieben bei der R\u00e4umung konsequent gewaltlos. So entlarvten wir die Hetze der \u201eBild\u201c-Zeitung und das B\u00fcrgerkriegs-Szenario der Politik. Allein die Geduld und die Phantasie, mit der wir t\u00e4glich und st\u00fcndlich die nie versiegende Diskussion der \u201eGewaltfrage\u201c durchgestanden und gel\u00f6st (!) hatten, war eine Schule des Lebens, des Friedens und der Gespr\u00e4chskultur, die ich nie vergessen werde. Es war die tiefe Erfahrung gemeinsamer Basisdemokratie, eines neuartigen und gleichberechtigten Miteinanders. Nicht nur f\u00fcr mich wurde \u201e1004\u201c zum ersten, bis heute eindrucksvollsten Erlebnis von gemeinsamem und gewaltlosem Widerstand.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Auch wenn wir damals ger\u00e4umt wurden und die Details der \u201eFreien Republik Wendland\u201c heute nur noch von historischem Interesse sind: Unsere ganze Bewegung, welche sich f\u00fcr einen Augenblick an diesem zentralen Ort b\u00fcndelte, blieb letztlich erfolgreich. War schon die Besetzung und auch die R\u00e4umung ein bundesweites Fanal, so stieg der Widerstand danach immer weiter an. <\/span><span lang=\"de-DE\">Die Anti-AKW-Bewegung wurde \u00fcberall gest\u00e4rkt und blieb letztlich in ganz Deutschland erfolgreich. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Mich pers\u00f6nlich pr\u00e4gt diese langfristige Kraft des gewaltlosen Widerstandes bis heute. Es war diese Erfahrung aus Gorleben, die mir und vielen anderen immer wieder die Energie und die Lust gab, Widerstand phantasievoll und gewaltfrei zu gestalten. So sp\u00e4ter etwa bei der Verhinderung des so genannten \u201eBombodrom\u201c mit der B\u00fcrgerinitiative <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2003\/11\/viele-wege-fuhren-in-die-freie-heide\/\">FREIe HEIDe<\/a> (7) oder im zivilen Ungehorsam von K\u00fcnstler* und Musiker*innen in der bis heute bestehenden Initiative \u201e<a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/03\/ihr-maechtigen-seht-ungeruehrt-auf-eure-sklaven\/\">Lebenslaute<\/a>\u201c (8).<\/span><\/p>\n<p align=\"right\"><strong><span lang=\"de-DE\">Ulrich Klan<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Ulrich Klan ist Musiker, Komponist, Herausgeber und Vorsitzender der internationalen \u201eArmin T. Wegner Gesellschaft\u201c. Er geh\u00f6rt seit Beginn zu den Aktivist*innen des musikalischen Widerstands-Netzwerkes \u201e<a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/produkt\/widerstaendige-musik-an-unmoeglichen-orten\/\">Lebenslaute<\/a>\u201c, das mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde und ist Mitbegr\u00fcnder der legend\u00e4ren Politsatireband \u201eFortschrott\u201c. Einen aktuellen Corona-livestream der bis heute aktiven Band gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.live-aus-wuppertal.de\">www.live-aus-wuppertal.de<\/a> oder auch unter <a href=\"https:\/\/youtu.be\/E7w5VT-t4NM\">https:\/\/youtu.be\/E7w5VT-t4NM<\/a> \u2013 und einen neuen podcast mit Songs und Interviews auf <a href=\"https:\/\/atti-tune.de\/fortschrott\/\">www.atti-tune.de\/fortschrott.<\/a><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\n<style> #Kasten {color: #ffffff; background-color: #007F4E; border-radius: .5em;}<\/style>\n<\/p>\n<p><!--\n\n\n<div id=\"Kasten\">\n\n\n<p align=\"justify\">Hinweis: GWR-Fotograf Herbert Sauerwein hat als Zeitzeuge bei You Tube eine sehr interessante <a style=\"color: black;\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TgNa_fvkxaU&amp;t=573s\">\u00dcberblend-AV<\/a> mit tollen Fotos aus dem Jahr 1980 \u00fcber die Republik Freies Wendlandzusammengestellt. Schwerpunkt sind die damaligen Rollenspiele, um sich auf die bevorstehende R\u00e4umung vorzubereiten und die F\u00e4higkeit zur gewaltfreien Konfliktaustragung einzu\u00fcben. Dieser wichtige\u00a0 Aspekt, der in anderen Darstellungen bisher zu kurz gekommen ist, wird hier erstmals in Bildern dokumentiert und kurz erl\u00e4utert.<\/p>\n\n\n\n\n<p align=\"justify\"> --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 2. Mai bis zum 4. Juni 1980 dauerte die Besetzung der \u201eFreien Republik Wendland\u201c in der N\u00e4he von Gorleben. Das war im damaligen (West-)Deutschland ganz neuartig: Mehrere tausend Atomkraftgegner*innen wagten ein Projekt massenhaften zivilen Ungehorsams und praktischer Utopie. Auch ich war damals dabei. 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