{"id":2279,"date":"1998-11-01T00:00:22","date_gmt":"1998-10-31T22:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=2279"},"modified":"2022-07-26T14:26:30","modified_gmt":"2022-07-26T12:26:30","slug":"war-resisters-international-erklarung-zum-krieg-in-kosovoa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1998\/11\/war-resisters-international-erklarung-zum-krieg-in-kosovoa\/","title":{"rendered":"War Resisters\u2019 International: Erkl\u00e4rung zum Krieg in Kosovo\/a"},"content":{"rendered":"<p>Die War Resisters\u2019 International, ein internationales pazifistisches Netzwerk mit Mitgliedsorganisationen in mehr 30 L\u00e4ndern, diskutierte auf ihrer Dreijahreskonferenz in Porec\/Kroatien vom 20.-26. September 1998 den Krieg und die humanit\u00e4re Krise im Kosovo\/a.<\/p>\n<ol>\n<li>Die Konferenz kritisierte den Umgang zwischenstaatlicher Organisationen und einzelner Staaten mit der Situation:\n<ol type=\"a\">\n<li>ihr Versagen, w\u00e4hrend der langen Zeit, in der die AlbanerInnen im Kosovo\/a eine disziplinierte Politik gewaltfreier Aktion verfolgten, einen Raum f\u00fcr Verhandlungen bereitzustellen;<\/li>\n<li>ihre Behandlung Milosevic\u2019s als einem Garanten des Friedens in der Region, und nicht als der Person, die die meiste Verantwortung f\u00fcr die verbrecherische Politik tr\u00e4gt, die im Namen der serbischen Volkes ausgef\u00fchrt wird;<\/li>\n<li>ihr Beharren darauf, da\u00df diese Frage im Rahmen der Bundesrepublik Jugoslawien gel\u00f6st werden mu\u00df.<\/li>\n<li>die Weigerung derjenigen Staaten, die Fl\u00fcchtlinge aus der Bundesrepublik Jugoslawien abweisen und insbesondere Unmenschlichkeit derjenigen Staaten, die Menschen aus dem Kosovo\/a zur\u00fcck in den Krieg und Wehrfl\u00fcchtige zur\u00fcck in die Arme der jugoslawischen Armee schicken;<\/li>\n<li>das Bluff-Spiel der Kontaktgruppe zu einer Zeit, in der eine ausdr\u00fcckliche und transparente Erkl\u00e4rung notwendig gewesen w\u00e4re, welche Aktion sie bereit w\u00e4re zu unternehmen in welcher Situation &#8211; das schlo\u00df eine weitergehende Erkundung friedlicher L\u00f6sungen aus.<br clear=\"none\"\/><br clear=\"none\"\/><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Die Konferenz erkannte die katastrophalen Konsquenzen der gewaltsamen Strategie der Kosova Befreiungsarmee (U\u00c7K) im Angesicht eines r\u00fccksichtslosen Regimes.<br clear=\"none\"\/><br clear=\"none\"\/><\/li>\n<li>Dringend erforderlich ist jetzt, das Blutvergie\u00dfen zu stoppen, die sichere und freiwillige R\u00fcckkehr vertriebener Menschen zu unterst\u00fctzen, Bedingungen f\u00fcr einen Wiederaufbau zu schaffen, und einen Proze\u00df in Gang zu bringen, um eine langfristige politische L\u00f6sung und Entmilitarisierung der Region zu erreichen.<br clear=\"none\"\/><br clear=\"none\"\/><\/li>\n<li>Eine langfristige politische L\u00f6sung erfordert die Anerkennung der Menschen- und politischen Rechte aller Menschen des Kosovo\/a. Die serbische Regierung beansprucht das Recht, auf der Basis der Unverletzlichkeit des Territoriums die Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber das Territorium Kosovo\/as zu behalten. Doch nach internationalen Standards sollte jeder Staat, der einen Krieg gegen einen Teil der Bev\u00f6lkerung f\u00fchrt, seine Legitimation und daher sein Recht der Regierung \u00fcber diese oder das Territorium, das sie bewohnen, verwirken, und eine ethnische Gruppe hat das Recht sich von einem Staat zu trennen, unter dem sie systematisch verfolgt wird.<br clear=\"none\"\/><br clear=\"none\"\/><\/li>\n<li>Daher fordern wir von der UN und der EU, und von einzelnen Staaten, politische Sanktionen in Kraft zu setzen, die sie bisher ausgeschlossen haben, und von denen wir glauben, da\u00df sie einen sinnvolleren Effekt h\u00e4tten als \u00f6konomische Sanktionen: diese Sanktionen beinhalten, da\u00df, sofern die jugoslawische Regierung nicht unverz\u00fcgliche ihre Angriffe auf St\u00e4dte und D\u00f6rfer im Kosovo\/a beendet und eine vollst\u00e4ndige internationale \u00dcberwachung der Situation im Kosovo\/a erlaubt, und sofern sie nicht international mediierte Gespr\u00e4che mit den VertreterInnen der AlbanerInnen Kosovo\/as beginnen, dann sollten die UN, die Europ\u00e4ische Union, und einzelne Staaten prompt:\n<ol type=\"i\">\n<li>die Anerkennung des serbischen Anpruchs territorialer Integrit\u00e4t bezogen auf den Kosovo\/a zur\u00fccknehmen<\/li>\n<li>einen Proze\u00df beginnen, der die W\u00fcnsche aller Menschen des Kosovo\/a bez\u00fcglich der Zukunft des Gebietes bestimmt.<br clear=\"none\"\/><br clear=\"none\"\/><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Die Konferenz er\u00f6rterte eine Reihe von Vorschl\u00e4gen f\u00fcr gewaltfreie Aktionen als Antwort auf die derzeitige Situation:<br clear=\"none\"\/><br clear=\"none\"\/><\/li>\n<li>Kurzfristig\n<ol type=\"a\">\n<li>rufen wir WRI-Mitgliedsorganisationen und Friedensgruppen in Europa auf, Blockaden der Botschaften und Konsulate der Bundesrepublik Jugoslawien in Betracht zu ziehen, die am 21. Oktober unter dem Slogan &#8222;Stoppt den Krieg im Kosovo\/a&#8220; beginnen sollten;<\/li>\n<li>empfehlen wir als weiteres Ziel f\u00fcr Protestaktionen Sportereingnisse unter Beteiligung von Teams, die die Bundesrepublik Jugoslawien vertreten;<\/li>\n<li>dr\u00e4ngen wir auf bessere Kommunikation zwischen allen internationalen NGOs, die zur Frage der Kosovo\/a arbeiten;<\/li>\n<li>dr\u00e4ngen wir auf Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Antikriegs-Initiativen antimilitaristischer und pazifistischer Gruppen in Serbien und f\u00fcr Stimmen f\u00fcr Gewaltfreiheit im Kosovo\/a, einschlie\u00dflich solcher unter der serbischen oder anderer Minorit\u00e4ten, die gegen die Politik Belgrads sind und w\u00fcnschen, in Frieden mit den AlbanerInnen zu leben;<\/li>\n<li>rufen wir alle Staaten auf, das Recht auf Asyl f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus dem Kosovo\/a und f\u00fcr KriegsgegnerInnen aus der Bundesrepublik Jugoslawien anzuerkennen.<br clear=\"none\"\/><br clear=\"none\"\/><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Langfristig\n<ol type=\"a\">\n<li>rufen wir WRI-Mitgliedsorganisationen und Friedensgruppen zu gesteigerter Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Arbeit der Balkan Peace Team f\u00fcr inter-ethnischen Dialog und die F\u00f6rderung von Initiativen der zivilen Gesellschaft auf &#8211; insbesondere zur Hilfe bei der Suche nach guten Freiwilligen, in der Verbreitung der \u00f6ffentlichen Berichte, und in der St\u00e4rkung der finanziellen Basis des Balkan Peace Team;<\/li>\n<li>bitten wir WRI-Mitgliedsorganisationen, andere internationale Initiativen f\u00fcr gewaltfreie Intervention und Unterst\u00fctzung lokaler Gruppen zu untersuchen, wenn diese auf Anfragen von Menschen in der Situation basieren und in enger Verbindung mit ihnen organisiert werden.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die War Resisters\u2019 International, ein internationales pazifistisches Netzwerk mit Mitgliedsorganisationen in mehr 30 L\u00e4ndern, diskutierte auf ihrer Dreijahreskonferenz in Porec\/Kroatien vom 20.-26. 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