{"id":22971,"date":"2020-08-27T23:52:14","date_gmt":"2020-08-27T21:52:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=22971"},"modified":"2020-10-06T23:44:43","modified_gmt":"2020-10-06T21:44:43","slug":"vielleicht-ein-anarchistischer-zug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/08\/vielleicht-ein-anarchistischer-zug\/","title":{"rendered":"&#8222;&#8230;vielleicht ein anarchistischer Zug&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Bourdieu nahm folglich eine notgedrungen ambivalente Haltung dem Staat gegen\u00fcber ein. Diese Ambivalenz steigerte sich zu einer Spannung, blickt man in die theoretischen Ausf\u00fchrungen, die Bourdieu dem Staat gewidmet hat. Versammelt sind sie in den Vorlesungen, die er zwischen 1989 und 1992 am Coll\u00e8ge de France in Paris gehalten hat und die seit 2014 auch auf Deutsch vorliegen. Es sind also genug Spuren f\u00fcr eine interessante Auseinandersetzung mit dem Staat gelegt, um ihnen in einer anarchistischen Zeitung nachzugehen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Staat als Herberge sozialer Errungenschaften<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bourdieu war Theoretiker sozialer Ungleichheit und empirischer Sozialforscher, Ethnologe im kolonialen Algerien, Bildungs-, Lebensstil- und Kunstsoziologe. Nicht zuletzt war er auch ein an kollektiver Arbeit orientierter, kritischer Intellektueller. In all diesen T\u00e4tigkeitsbereichen hat er sich immer wieder auch dem Staat gewidmet. Eine Besch\u00e4ftigung, die mit seinen Vorlesungen zum Thema ebenso wie mit seinem verst\u00e4rkten politischen Engagement zu Beginn der 1990er Jahre aber mehr in den Vordergrund r\u00fcckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bourdieus Reden und Aufs\u00e4tze gegen die \u201eneoliberale Offensive\u201c sind in den B\u00e4ndchen Gegenfeuer und Gegenfeuer 2 versammelt. Hier finden sich auch Verteidigungsappelle im Hinblick auf den Nationalstaat, die ihm zugleich so wichtig wie problematisch erschienen. In Gegenfeuer 2 etwa wird der R\u00fcckzug des Staates am Beispiel der USA ausgef\u00fchrt und beklagt: \u201eDer Staat hat sich aus allen wirtschaftlichen Bereichen zur\u00fcckgezogen, ihm geh\u00f6rende Unternehmen verkauft, \u00f6ffentliche G\u00fcter wie Gesundheit, Wohnen, Sicherheit, Erziehung und Kultur \u2013 B\u00fccher, Filme, Fernsehen und Radio \u2013 in Handelsg\u00fcter und deren Nutzer in Kunden verwandelt, die \u201a\u00f6ffentlichen Dienste\u2018 an den privaten Sektor verpf\u00e4ndet und auf seine Macht verzichtet, die Ungleichheit zur\u00fcckzudr\u00e4ngen (die sich nun ma\u00dflos versch\u00e4rft) (&#8230;)\u201c. Bourdieu beklagt hier den Umbau des Wohlfahrtsstaates zu einem Instrument, das blo\u00df noch die Marktfreiheit garantieren soll. Diese Umgestaltung des Staates geht demnach mit der schwindenden M\u00f6glichkeit einher, durch ihn und mit ihm die soziale Ungleichheit zu verringern. Bourdieu nahm es daher auch insbesondere den Sozialdemokratischen Parteien \u00fcbel, diesen neoliberalen Um- bzw. Abbau des Staates betrieben zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn der Staat bei Bourdieu ist also nicht blo\u00df Apparat der Unterdr\u00fcckung und Garant der Ausbeutung. Er ist auch ein potenzieller Akteur emanzipatorischer Ver\u00e4nderungen, n\u00e4mlich der Verminderung sozialer Ungleichheit. Bei einem Vortrag vor GewerkschafterInnen sagte er 1996, \u201eder Staat ist durchaus zweigesichtig. Es w\u00e4re zu einfach, ihn allein als Werkzeug im Dienste der Herrschenden zu begreifen. Sicher ist der Staat nie ganz neutral, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von den Herrschenden, aber er besitzt doch eine gewisse Autonomie, die um so gr\u00f6\u00dfer wird, je \u00e4lter, je m\u00e4chtiger er ist, je mehr seine Institutionen gesellschaftliche Eroberungen beherbergen\u201c. Ein Verst\u00e4ndnis des Staates als Herberge f\u00fcr soziale Errungenschaften zielt auf all die Effekte von sozialen K\u00e4mpfen, die in Gesetze gegossen wurden: Rechte f\u00fcr Minderheiten, Verbot der Ungleichbezahlung von Frauen und M\u00e4nnern, Umweltschutzma\u00dfnahmen usw. usf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zweigesichtigkeit des Staates hat Bourdieu auch mit einer anderen K\u00f6rpermetapher beschrieben: Er spricht von der \u201elinken Hand des Staates\u201c, personifiziert in Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen, u.v.a., die vor allem die Spuren sozialer K\u00e4mpfe bewahrt. Die \u201erechte Hand\u201c hingegen ist unternehmerfreundlich und sicherheitspolitisch ausgerichtet. Dementsprechend ist der Staat nach Bourdieu kein homogener Block, sondern eher ein Kr\u00e4ftefeld, in dem verschiedene Positionen miteinander in Konflikt stehen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Staat als Zentralbank symbolischen Kapitals<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in den theoretischen Schriften Bourdieus taucht der Staat als Ort von Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen auf. Hier ist Bourdieu allerdings wesentlich weniger empathisch gestimmt als in seinen globalisierungskritischen Texten. \u201eWenn es um den Staat geht\u201c, schreibt er einmal geradezu proto-anarchistisch, \u201ekann man gar nicht genug zweifeln\u201c. In den besagten Vorlesungen macht er den anarchistischen Esprit seiner Herangehensweise sogar explizit: \u201eIch m\u00f6chte Sie in Erstaunen dar\u00fcber versetzen\u201c, hei\u00dft es da, \u201edass es so viel Ordnung gibt \u2013 vielleicht ist es ein anarchistischer Zug, der mich so denken l\u00e4\u00dft\u201c. Das Hauptanliegen Bourdieus ist es, aufzuzeigen, wie sehr die allgemeinen Muster des Denkens und des Wahrnehmens staatlich gepr\u00e4gt sind. Das ist auch der Grund f\u00fcr den Aufruf zum radikalen Zweifel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um \u00fcber Politik im Sinne der Gestaltung und Formierung des Lebens aller nachdenken zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten also zun\u00e4chst einmal diese Denk- und Wahrnehmungsweisen entstaatlicht werden. Dazu muss verstanden werden, worum es sich beim Staat \u00fcberhaupt handelt. Die allgemeinen Arten und Weisen, zu denken und wahrzunehmen, beschreibt Bourdieu mit dem Begriff des Symbolischen. \u201eSymbolisch\u201c ist hier nicht das Gegenteil von \u201ereal\u201c, sondern beschreibt unhinterfragte Muster, die sogar besonders real wirken, indem sie unbewusst bleiben. In einer von verschiedenen Definitionen beschreibt Bourdieu den Staat nun als \u201eZentralbank des symbolischen Kapitals\u201c. Der Kapitalbegriff beschreibt bei Bourdieu Ressourcen in jeglicher Hinsicht. In der Entstehung des modernen Staates konzentriert sich in der Sicht Bourdieus auch das symbolische Kapital und die symbolische Macht. Die symbolische Macht ist diejenige, die das Erheben von Steuern akzeptabel und anerkennenswert macht (und etwa daf\u00fcr sorgt, dass es von der mafi\u00f6sen Schutzgelderpressung unterschieden wird). Die Konzentration symbolischer Macht hat demnach erst die Anerkennung des Staates hergestellt und die Legitimit\u00e4t der Herrschaft gesichert, bevor Steuern erhoben und Kriege gef\u00fchrt werden konnten. Daf\u00fcr h\u00e4tten im \u00dcbrigen weder die marxistischen Staats-theoretiker*innen noch Soziologen wie Max Weber oder Norbert Elias ein Gesp\u00fcr bzw. Begriffe gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Staat als \u201eZentralbank symbolischen Kapitals\u201c zu verstehen, bezieht sich aber nicht nur auf seine historische Entstehung. Auch in der Gegenwart fungiert der Staat als eine solche Zentralbank, als eine Art Letztinstanz der Anerkennung und Legitimit\u00e4t. Nicht nur in Bezug auf Steuern: Er verleiht Bildungstitel, erkl\u00e4rt Beziehungen f\u00fcr legitim, regelt Papiergr\u00f6\u00dfen usw. usf. Er setzt also Entscheidungen in unterschiedlichen Bereichen wie dem Eherecht, der Rechtschreibung, dem Arbeitsmarkt, der Asylgesetzgebung etc. durch. Die symbolische Macht wird im Staat \u2013 wohlgemerkt nicht widerstandslos, sondern als Ergebnis historischer und aktueller K\u00e4mpfe \u2013 monopolisiert und zentralisiert.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Herrschaft als Integration<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit vielen neueren marxistischen Ans\u00e4tzen \u2013 mehr noch als mit anarchistischen \u2013 teilt Bourdieu hingegen die Abgrenzung von g\u00e4ngigen, politikwissenschaftlichen Auffassungen \u00fcber den Staat. Auch wenn selbst in den Vorlesungen der Staat manchmal als Akteur erscheint: Im Prinzip weist Bourdieu ein Verst\u00e4ndnis des Staates als handelndes Subjekt (etwa in Formen eines Verwaltungsapparates) ebenso zur\u00fcck wie eines vom Staat als Gemeinschaft (verstanden als einander irgendwie \u00e4hnliche Personen auf einem Territorium). Nicht die Leute, die zuf\u00e4llig ein willk\u00fcrlich begrenztes Gebiet bewohnen, erschaffen sich einen Apparat. Stattdessen schaffen die Apparate sie als Menschen, die gegenseitig von sich annehmen, sie h\u00e4tten etwas gemeinsam. Aber Apparat ist schon das falsche Wort, denn Bourdieu wird nicht m\u00fcde zu betonen, dass es ihm nicht um mechanische Reproduktionen geht, wie er sie in Louis Althussers Begriff der \u201eStaatsapparate\u201c konzipiert sah, sondern um widerspr\u00fcchliche Praktiken konkreter Menschen. Er habe sich also gefragt, \u201ewer die handelnden Akteure waren\u201c, die zur Entstehung komplexer Regelsysteme auf ihre je spezifische Weise beigetragen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die relativ autonom funktionierenden Regelsysteme innerhalb eines sozialen Raumes hat Bourdieu Felder genannt. Zeitgleich mit der modernen Ausdifferenzierung von juridischen, religi\u00f6sen, kulturellen u.a. Feldern, entsteht also der Staat, der als eine Art \u00fcbergeordneter Garant f\u00fcr die G\u00fcltigkeit der Regeln und die Legitimit\u00e4t der Ordnung in den jeweiligen Feldern fungiert. Im Staat konzentriert sich die Benennungsmacht, in der alle partikularen Perspektiven sich gewisserma\u00dfen auf eine als universell anerkannte einigen \u2013 und damit auf den Wert der eigenen verzichten. Dazu notiert Bourdieu: \u201eWer ein paar anarchistische Neigungen hat, mag erstaunt sein, dass die Leute auf dieses Recht, zu beurteilen und sich zu beurteilen, verzichtet haben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Recht zur legitimen Beurteilung wird abgetreten, es wird delegiert. Aber warum wird diese Delegation so breit akzeptiert? Dem Erstaunen dar\u00fcber ist allerdings nicht mit den herk\u00f6mmlichen, im Anarchismus sehr pr\u00e4senten Repressionsthesen beizukommen. Denn gerade das kann Bourdieu \u00fcberzeugend zeigen: Es ist keine direkte physische Gewalt notwendig, nicht einmal deren Androhung, um solchen Verzicht hervorzurufen und zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staat ist also demnach kein Unterdr\u00fcckungs- und Repressionsmonster, sondern ein Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis, in dem immer auch um \u00dcbereinstimmung und Einbeziehung gerungen wird. F\u00fcr Bourdieu sind die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse \u201euntrennbar von Sinn- und Kommunikationsverh\u00e4ltnissen; der Beherrschte ist auch jemand, der erkennt und anerkennt.\u201c Ein Mittel der Erzeugung von Anerkennung und Konsens ist die Integration: Bourdieu beschreibt sie an verschiedenen Beispielen in all ihren Facetten, als Einbeziehen, Eingliedern, Vereinnahmen. Es sei seine \u201eZentralthese\u201c, dass Integration \u201edie Bedingung von Herrschaft ist.\u201c F\u00fcr ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wie Herrschaft wirkt, ist dieser Gedanke in der Tat wichtig. Das bedeutet nicht, dass Gewalt bei ihrer Durchsetzung und Aus\u00fcbung keine Rolle spielen w\u00fcrde, aber, so Bourdieu: \u201eUnterwerfung und Enteignung stehen der Integration nicht antagonistisch gegen\u00fcber, sondern setzen Integration voraus.\u201c<\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\">Staat als St\u00fctze und k\u00e4mpferischer Syndikalismus<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil der Staat laut Bourdieu die Wahrnehmungsweisen durchsetzt, die ihm selbst entsprechen, ist er auch nicht leicht zu bek\u00e4mpfen. Die staatliche Pr\u00e4gung des Denkens und Wahrnehmens sah Bourdieu als derma\u00dfen grundlegend an, dass sie sogar die Gegner*innen des Staates kaum hinterfragen w\u00fcrden. Er kenne \u201ekeinen Anarchisten\u201c, schreibt er zum Beispiel, \u201eder nicht die Uhr umstellt, wenn wir zur Sommerzeit \u00fcbergehen, der nicht ein ganzes B\u00fcndel von Dingen als selbstverst\u00e4ndlich akzeptiert, die letztlich auf die Staatsmacht verweisen.\u201c Auch Bourdieu selbst war schlie\u00dflich mit seinen Appellen zur St\u00e4rkung der \u201elinken Hand des Staates\u201c nicht frei von solcher Akzeptanz.<\/p>\n<figure id=\"attachment_23188\" aria-describedby=\"caption-attachment-23188\" style=\"width: 453px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-23188\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/BourdieuGrab.jpg\" alt=\"\" width=\"453\" height=\"575\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/BourdieuGrab.jpg 453w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/BourdieuGrab-300x381.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/BourdieuGrab-236x300.jpg 236w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/BourdieuGrab-118x150.jpg 118w\" sizes=\"auto, (max-width: 453px) 100vw, 453px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-23188\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Marie-Claire und Pierre Bourdieu auf dem Friedhof Pere Lachaise &#8211; Foto: Jens Kastner<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er war aber auch nicht fatalistisch. Er hielt Zeit seines Lebens an der M\u00f6glichkeit fundamentalen sozialen Wandels fest. F\u00fcr grundlegende Ver\u00e4nderung bedarf es, wie es in Gegenfeuer 2 hei\u00dft, auch nicht in erster Linie eines Staates zur Durchsetzung bestimmter Politiken. Die Sozialgeschichte lehre uns, so Bourdieu, \u201edass es keine Sozialpolitik ohne eine soziale Bewegung zu deren Durchsetzung gibt\u201c. Dennoch m\u00fcssten sich die sozialen Bewegungen sowohl auf die Gewerkschaften, als auch \u201eauf den Staat st\u00fctzen\u201c, allerdings w\u00e4hrend sie sich beide dabei auch ver\u00e4ndern. Bourdieu sprach sich f\u00fcr einen \u201ek\u00e4mpferischen Syndikalismus\u201c einer internationalistischen, antiautorit\u00e4ren, europ\u00e4ischen Gewerkschaftsbewegung aus. Zu deren Entfaltung brauche es nicht nur organisatorischen Aufwand, sondern auch einen \u201eSinneswandel\u201c bez\u00fcglich der Politik schlechthin. So gilt wohl f\u00fcr jede emanzipatorische Bewegung, was Bourdieu f\u00fcr diese europ\u00e4ische Gewerkschaftsbewegung konstatiert hatte: Sie muss gewisserma\u00dfen immer wieder \u201enoch erfunden werden\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bourdieu hat mit seinen \u00dcberlegungen nicht nur die sozialwissenschaftliche Staatstheorie bereichert, sondern auch die globalisierungskritischen Bewegungen der 1990er und 2000er Jahre inspiriert. Er selbst hat seine staatstheoretischen \u00dcberlegungen angesichts seines pl\u00f6tzlichen Todes 2002 ebenso wenig fortsetzen k\u00f6nnen wie sein politisches Engagement. Am 1. August w\u00e4re er 90 Jahre alt geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Jens Kastner<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bourdieu nahm folglich eine notgedrungen ambivalente Haltung dem Staat gegen\u00fcber ein. 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