{"id":2332,"date":"1998-12-01T00:00:35","date_gmt":"1998-11-30T22:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=2332"},"modified":"2022-07-26T13:56:59","modified_gmt":"2022-07-26T11:56:59","slug":"banalitat-des-guten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1998\/12\/banalitat-des-guten\/","title":{"rendered":"&#8222;Banalit\u00e4t des Guten&#8220;?"},"content":{"rendered":"<p>Ignatz Bubis, von Beobachtern als zunehmend resigniert beschrieben (z.B. Berliner Zeitung, 9.11.98), durchbrach das Harmoniegebot bei solchen Veranstaltungen und setzte sich mit seiner ganzen emotionalen Emp\u00f6rung gegen Walsers intellektuellen Nationalismus ein. Doch im Gegensatz etwa zur Rede des Bundestagspr\u00e4sidenten Jenninger vor 10 Jahren blieb Bubis mit seiner Emp\u00f6rung allein, von wenigen unterst\u00fctzenden Stimmen abgesehen. Und auch der Bundespr\u00e4sident stellte sich nicht mehr &#8211; wie noch beim Historikerstreit der 80er Jahre &#8211; hinter diejenigen wie damals Habermas, die einer Schlu\u00dfstrichmentalit\u00e4t und Einordnung von &#8222;Auschwitz&#8220; in geschichtlich zu vergleichende Ph\u00e4nomene, aber ohne Gegenwartsbedeutung (Historisierung), offen und deutlich widersprachen. In der Berliner Synagoge sah sich Herzog eher in der Rolle des vers\u00f6hnlerischen Vermittlers zwischen Walser und Bubis denn als jemand, der sich da auf eine Seite zu stellen habe: so warnte Herzog vor einer angeblichen &#8222;Abstumpfung durch \u00dcberdosierung der Erinnerung an das Grauen&#8220; (nach dpa, 9.11.), die bei den Jugendlichen sichtbar werde. Und ganz der &#8222;unverkrampfte&#8220; Staatsmann stellte er gleich noch die Frage, &#8222;ob wir die rechten Formen des Erinnerns f\u00fcr die Zukunft schon gefunden haben&#8220;?<\/p>\n<p>Bubis dagegen beklagte in \u00f6ffentlichen Stellungnahmen den zunehmenden Antisemitismus: in Deutschland seien bereits 30 Prozent der B\u00fcrgerInnen latent antisemitisch eingestellt &#8211; soviel wie in anderen L\u00e4ndern Europas auch, aber das sei anders zu bewerten -, unter den Jugendlichen h\u00e4tten zum Beispiel in Sachsen-Anhalt von deren m\u00e4nnlicher H\u00e4lfte 32 Prozent rechtsextrem gew\u00e4hlt (im Alter zwischen 18 und 25, vgl. BZ, 9.11.).<\/p>\n<h3>Walsers Rede<\/h3>\n<p>Ist diese Diagnose von einem Driften nach Rechts, von einem nationalistischen Schwenk im offiziellen Erinnerungsdiskurs nicht \u00fcberzogen? Ist der Vergleich mit Jenninger und die kritisierte unterschiedliche Rezeption von Walsers Rede nicht deplaziert? Lesen wir Walser selbst:<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wird von Walser die Regierung bei ihrer Asylrechtsversch\u00e4rfung 1992\/3 reingewaschen. Gegen die Kritik eines von Walser nicht namentlich genannten Intellektuellen sperrt er sich, die damaligen Reaktionen von &#8222;Regierung, Staatsapparat, Parteienf\u00fchrung&#8220; auf den Rassismus der Stammtische als &#8222;moralisch-politisch&#8220; verwahrlost zu bezeichnen. Weiter fragt sich Walser bei seiner Intellektuellenkritik: &#8222;Warum werde ich von der Emp\u00f6rung, die dem Denker einen solchen Satzanfang gebietet, nicht mobilisiert: \u2018Wenn die sympathisierende Bev\u00f6lkerung vor brennenden Asylantenheimen W\u00fcrstchenbuden aufstellt &#8230;\u2019 (&#8230;) Meine nichts als triviale Reaktion auf solche schmerzhaften S\u00e4tze: Hoffentlich stimmts nicht, was uns da so kra\u00df gesagt wird. Und um mich vollends zu entbl\u00f6\u00dfen: Ich kann diese Schmerz erzeugenden S\u00e4tze, die ich weder unterst\u00fctzen noch bestreiten kann, einfach nicht glauben. Es geht sozusagen \u00fcber meine moralisch-politische Phantasie hinaus, das, was da gesagt wird, f\u00fcr wahr zu halten.&#8220;<\/p>\n<p>Ob in Hoyerswerda, Rostock, Sch\u00f6nau, Dolgenbrodt, Gollwitz oder anderswo bei den Pogromen der 90er Jahre, die von der \u00f6rtlichen Bev\u00f6lkerung klatschend oder mit Geldmitteln unterst\u00fctzt oder sogar in Auftrag gegeben wurden, tats\u00e4chlich auch &#8222;W\u00fcrstchenbuden&#8220; aufgestellt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis; der Zynismus der sympathisierenden Bev\u00f6lkerung wird durch diese Beschreibung aber gut getroffen &#8211; und tats\u00e4chlich ist ja oftmals weit Schlimmeres passiert als nur die Verpflegung der Rechtsextremen (und selbst diese war ja weitaus \u00f6fter unentgeltlich denn kommerziell oder zum eigenen Profit!). Es ist ungeheuerlich, die Dimension des zeitgen\u00f6ssischen Rassismus zu bestreiten, wie Walser das tut. Bubis\u2019 Vorwurf, einer &#8222;Kultur des Wegschauens&#8220; das Wort zu reden, trifft m.E. auf solche Formulierungen Walsers eindeutig zu.<\/p>\n<p>Walser weiter zur Erinnerung an die Shoa: &#8222;Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unverg\u00e4ngliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird. K\u00f6nnte es sein, da\u00df die Intellektuellen, die sie uns vorhalten, dadurch da\u00df sie uns die Schande vorhalten, eine Sekunde lang der Illusion verfallen, sie h\u00e4tten sich, weil sie wieder im grausamen Erinnerungsdienst gearbeitet haben, ein wenig entschuldigt, seien f\u00fcr einen Augenblick sogar n\u00e4her bei den Opfern als bei den T\u00e4tern?&#8220;<\/p>\n<p>Man\/frau k\u00f6nnte hier kurz dar\u00fcber sinnieren, welche Intellektuellen Walser denn noch meinen k\u00f6nnte, wo doch Dramatiker wie Botho Strau\u00df ihre &#8222;Bocksges\u00e4nge&#8220; anschwellen lassen, Ernst Nolte in der HistorikerInnenzunft zunehmend wieder an Boden gewinnt, Lothar-G\u00fcnther Buchheim seine U-Boot-Kriegsromantik ein ums andere Mal als literarischen oder filmischen Megaseller unters Volk bringt (vgl. <a title=\"Die Weltliteratur des faschistischen Mannes\" href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1997\/02\/die-weltliteratur-des-faschistischen-mannes\/\">GWR 216<\/a> ((1)) und <a title=\"Rechte Kontinuit\u00e4ten in \u201cDas Boot\u201d\" href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1998\/01\/rechte-kontinuitaten-in-das-boot\/\">225<\/a>) oder Heidegger an deutschen Philosophie-Fakult\u00e4ten seine Renaissance erf\u00e4hrt (vgl. GWR 232)? Sicher gibt es die zur Erinnerung f\u00e4higen Intellektuellen noch, doch ob sie noch die kulturelle &#8222;Hegemonie&#8220; (Gramsci) besitzen? Weit wichtiger jedoch scheint es mir, einmal innezuhalten und die politische Bedeutung einer Begrifflichkeit zu ermessen, die von der Erinnerung an den nationalsozialistischen Terror als einem &#8222;grausamen Erinnerungsdienst&#8220; spricht. Und dazu berief sich Walser als Antwort auf Bubis\u2019 Kritik tats\u00e4chlich auf seine angeblich so sensible Wortwahl! Allein die Verwendung des Attributs &#8222;grausam&#8220; in einem solchen Zusammenhang ist ungeheuerlich: wer wurde denn &#8222;grausam&#8220; ermordet? Und welche Gewalt erfahren denn im Gegensatz dazu diejenigen, denen &#8222;jeden Tag&#8220; ihre Schande, die sie immerzu nur pers\u00f6nlich nehmen, im &#8222;grausamen Erinnerungsdienst&#8220; vorgehalten wird? Wenn sie am 9.11. diesen &#8222;Dienst&#8220; nicht in Anspruch nehmen wollen, brauchen sie nur mal einen Tag keine Zeitung zu lesen und auch &#8211; soll ja ganz erholsam sein &#8211; mal einen Tag keinen Fernseher einzuschalten und zum Beispiel den ganzen Tag spazierenzugehen: schon entgehen sie der ganzen Grausamkeit!<\/p>\n<p>Walser am Ende seiner Rede: &#8222;Auschwitz eignet sich nicht daf\u00fcr Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbare Moralkeule oder auch nur Pflicht\u00fcbung. (&#8230;) Wahrscheinlich gibt es auch eine Banalit\u00e4t des Guten.&#8220; (alle Zitate aus taz-Doku, 12.10.98)<\/p>\n<p>Die offiziellen Gedenkfeiern sind keine Geste des Staates an sich, sie sind eine staatlich-integrationistische Reaktion auf eine gesellschaftliche Kultur des Gedenkens an die Shoah, die eigentlich erst in den sp\u00e4ten 70er Jahren einsetzte und noch Mitte der 80er nicht f\u00e4hig war, die Vers\u00f6hnung \u00fcber den SS-Gr\u00e4bern von Bitburg zu verhindern. Also sollte Walser mal halblang machen: das Gedenken ist keineswegs verordnet, sondern freiwillig und findet in dieser freiwilligen Form auch in Veranstaltungen unz\u00e4hliger Initiativen in vielen St\u00e4dten statt. Wenn daf\u00fcr bestimmte Daten wie etwa der 9.11., aber auch der 27.1. &#8211; und das Datum der Befreiung von Auschwitz ist ja viel weniger regierungsoffiziell besetzt &#8211; genommen werden, dann ist ihre j\u00e4hrliche Wiederkehr keine Ritualisierung, sondern Anla\u00df zu einer freiwilligen Erinnerungsarbeit, der sich nach wie vor jede Person entziehen kann. Allerdings gibt es einen \u00f6ffentlichen Kampf um die &#8222;Political Correctness&#8220;, nach welcher sich bisher KritikerInnen des Gedenkens rechtfertigen mu\u00dften und nicht ihre Bef\u00fcrworterInnen. Genau das beginnt sich nun umzudrehen und spielt der Renaissance von Nationalismus und Rassismus in die H\u00e4nde. Den gewaltlosen moralischen Druck, sich mit den Verbrechen der Vergangenheit zu besch\u00e4ftigen, auf da\u00df sie in der Gegenwart und in der Zukunft nicht wieder geschehen, als &#8222;Moralkeule&#8220; zu bezeichnen, ist diffamierend: gerade der moralische Druck ist keine &#8222;Keule&#8220;, wer sich ihm nicht beugt, wird weder strafrechtlich belangt noch gewaltsam behandelt. Es ist allerdings Aberglauben und gef\u00e4hrliche Illusion anzunehmen, da\u00df gerade Walsers Weigerung hinzuschauen die Verbreitung rechtsextremer Gewalt behindern w\u00fcrde. Eher das Gegenteil ist der Fall. Und die letzte Ungeheuerlichkeit Walsers: Hannah Arendts Diktum von der &#8222;Banalit\u00e4t des B\u00f6sen&#8220;, d.h. ihre Charakterisierung der T\u00e4terInnen als normale Menschen und keineswegs als au\u00dfergew\u00f6hnliche Bestien in Menschengestalt, umzudrehen und als &#8222;Banalit\u00e4t des Guten&#8220; mit denjenigen zu vergleichen, die Erinnerungsarbeit leisten, sollte auch allen zu denken geben, die die N\u00fctzlichkeit des Idealismus im antifaschistischen Kampf bezweifeln ((2)).<\/p>\n<h3>Ein Seminar der B\u00f6ll-Stiftung zur Bew\u00e4ltigung: Moral contra Realpolitik<\/h3>\n<p>Aus Potsdam berichtet die taz, die neue Regierungszeitung, von einem wissenschaftlichen Seminar der B\u00f6ll-Stiftung, der neuen Regierungsstiftung, \u00fcber west- und ostdeutsche Vergangenheitsbew\u00e4ltigung (vgl. taz, 9.11., S.7). Berichterstatter Stefan Reinecke schreibt vom Freiburger Historiker Ulrich Herbert, dieser bezeichne die westdeutsche fr\u00fche Republikgeschichte, da\u00df Nazieliten in der Demokratie schnell wieder in F\u00fchrungspositionen rutschten, zwar als Skandal, doch interessanter sei ihm die Frage, wie aus der von postfaschistischen Nazis dominierten Republik eine &#8222;offene, liberale Gesellschaft entstehen&#8220; konnte? Um eine Antwort seien die Historiker nicht verlegen, so berichtet Reinecke:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Integration der Nazielite geschah mit Druck und Angeboten, die das Neue attraktiv machten. (&#8230;) Und sp\u00e4ter in den 60ern, so Herbert, habe der linksliberale Enth\u00fcllungsjournalismus disziplinierend auf die Ex-Nazis gewirkt. Die Angst, enttarnt zu werden, sch\u00fcchterte ein. Herbert zeichnete ein Bild der westdeutschen Geschichtsverarbeitung voller Widerspr\u00fcchlichkeiten und Paradoxen (sic!, d.A.). So sei manch NS-belasteter Polizist in der neuen Republik weniger martialisch aufgetreten, um keinen Verdacht zu erwecken: ein \u2018Lob des Nebenwiderspruchs\u2019. Insgesamt, so das Res\u00fcmee, war die Integration der NS-Eliten \u2018eine unmoralische Politik, die funktioniert hat\u2019. Zu einem \u00e4hnlichen Ergebnis kam Micha Brumlik, der die bundesrepublikanische Politik gegen\u00fcber Israel beleuchtete. Die konservativen deutschen Regierungen von Adenauer bis Kohl h\u00e4tten Israel gegen\u00fcber Realpolitik betrieben: Man tat, was dem nationalen deutschen Interesse nutzte. Moral spielte dabei keine Rolle, allenfalls war ein \u2018klassischer Philosemitismus\u2019 im Spiel. Diese Pro-Israel-Haltung der Rechten sei gewi\u00df eine \u2018Externalisierung von Schuld\u2019 gewesen, so Brumlik. Trotzdem hat Israel gerade diese Politik, die Geld und Waffen aus Westdeutschland brachte, genutzt. Dieser Befund war gewisserma\u00dfen spiegelbildlich zu Herberts Analyse der Nazi-Integration. Ein Lob der Realpolitik.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie j\u00e4mmerlich dagegen &#8222;die Linke&#8220;, die im Westen selbstredend nicht in staatstragende (SPD) und staatskritische unterteilt wird: sie verstrickte sich komplett im moralisierenden Antisemitismus. Schlimmer noch im Osten: da wurde die &#8222;Moral&#8220; &#8211; mit nichts anderem umschreibt Reinecke den &#8222;gu\u00dfeisernen Antifaschismus&#8220; &#8211; zur Staatsraison. Und so kommt es logisch: &#8222;Die moralische, antifaschistische DDR-Geschichtspolitik endete als repressive Staatsideologie &#8211; die bigotte, doppelmoralische Bundesrepublik als offene Demokratie.&#8220; Es lebe die b\u00fcrgerliche Doppelmoral &#8211; Ex-Nazis an der Macht, konsequente Verfolgung nationaler Interessen und deutsche Waffenexporte sind die wahre Schlu\u00dffolgerung aus Auschwitz!<\/p>\n<p>Wer den linken Antisemitismus zu Recht kritisiert, mu\u00df das aber auch bei der Rechten tun: Die &#8222;Kultur des Wegschauens&#8220; und Verdr\u00e4ngens in der Adenauer-\u00c4ra war auch deren Politik, die sich dann in einer Mentalit\u00e4t des &#8222;Freikaufens&#8220; &#8211; \u00fcbrigens schon mit der Intention, irgendwann zu sagen, jetzt ist aber genug bezahlt! &#8211; \u00e4u\u00dferte. Wie nahe hier sogar jemand wie der gr\u00fcne Publizist Micha Brumlik den politischen Implikationen Walsers kommt, ist erschreckend. So sieht die realpolitische Umsetzung des Walserschen intellektuellen Nationalismus, seinem inneren Sich-Wehren gegen die &#8222;Moralkeule&#8220; aus: im Jubel auf die Realpolitik, in der geschichtsklitternden Verharmlosung all dessen, was nationalsozialistische Kontinuit\u00e4t in der West-BRD war und was durch den moralisierenden Erinnerungsdiskurs, der ja gerade keine etatistischen oder gewaltsamen Sanktionsm\u00f6glichkeiten hatte, erst sp\u00e4ter m\u00fchsam aufgebrochen werden mu\u00dfte. Dabei geh\u00f6rte gerade Brumlik zu den wenigen, die im Oktober noch gegen Walsers Rede \u00f6ffentlich Stellung bezogen hatten: Walser sei unf\u00e4hig, zwischen individueller Schuld und kollektiver Scham zu unterscheiden und daher nur zu individuellem Gedenken bereit. Auch da\u00df Walser das geplante Holocaust-Mahnmal in Berlin als &#8222;Monumentalisierung der Schande&#8220; bezeichnet hatte, hatte Brumlik kritisiert (taz, 15.10., S.12). Angesichts der Ungeheuerlichkeiten Walsers regte sich im Realpolitiker Brumlik das moralpolitische Gewissen, doch in der Adenauer- \u00c4ra war die F\u00e4higkeit zum \u00f6ffentlichen Ausdruck kollektiver Scham so wenig entwickelt wie bei Walser heute.<\/p>\n<p>Und da\u00df der staatliche Antifaschismus der DDR &#8222;moralisch&#8220; gewesen sei, wie Reinecke in seinem Bericht \u00fcber das B\u00f6ll-Stiftungsseminar schreibt, ist l\u00e4cherlich: er war v\u00f6llig rational begr\u00fcndet, ein Ausdruck klassenk\u00e4mpferischer Dialektik und des wissenschaftlichen Sozialismus, gerade frei von jeder Moral, die komplett als &#8222;b\u00fcrgerlich&#8220; desavouiert war &#8211; auch hier eine Geschichtsklitterung des intellektuellen Nationalismus sondergleichen.<\/p>\n<p>Aber Reinecke kann uns tr\u00f6sten, er ist sich tats\u00e4chlich nicht zu bl\u00f6de, in der taz zu schreiben: &#8222;Immerhin hat es sich Joschka Fischer zur Aufgabe gemacht, Moral und Realpolitik in der rot-gr\u00fcnen Au\u00dfenpolitik zu vers\u00f6hnen.&#8220; Na denn, Prost!!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ignatz Bubis, von Beobachtern als zunehmend resigniert beschrieben (z.B. Berliner Zeitung, 9.11.98), durchbrach das Harmoniegebot bei solchen Veranstaltungen und setzte sich mit seiner ganzen emotionalen Emp\u00f6rung gegen Walsers intellektuellen Nationalismus ein. Doch im Gegensatz etwa zur Rede des Bundestagspr\u00e4sidenten Jenninger vor 10 Jahren blieb Bubis mit seiner Emp\u00f6rung allein, von wenigen unterst\u00fctzenden Stimmen abgesehen. Und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1998\/12\/banalitat-des-guten\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"\"Banalit\u00e4t des Guten\"? - graswurzelrevolution","description":"Ignatz Bubis, von Beobachtern als zunehmend resigniert beschrieben (z.B. 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