{"id":24056,"date":"2020-12-22T14:19:35","date_gmt":"2020-12-22T12:19:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/12\/nur-einzelfaelle\/"},"modified":"2021-01-01T15:44:25","modified_gmt":"2021-01-01T13:44:25","slug":"nur-einzelfaelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/12\/nur-einzelfaelle\/","title":{"rendered":"\u201eNur Einzelf\u00e4lle\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Gegen den Hammer Polizeimitarbeiter Thorsten Wollschl\u00e4ger und die Gruppe S. wurde am 12. November 2020 durch die Bundesstaatsanwaltschaft Anklage erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, eine rechtsterroristische Vereinigung gebildet zu haben, die Anschl\u00e4ge auf Gefl\u00fcchtete, Moscheen und PolitikerInnen geplant hatte. Bereits am 13. Februar 2020 wurden die Angeklagten festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht. Seine neofaschistische Gesinnung trug Thorsten Wollschl\u00e4ger offen an seinem Arbeitsplatz bei der Hammer Polizei zur Schau und publizierte sie f\u00fcr alle sichtbar in den Sozialen Netzwerken. Bereits im Jahr 2001 lobte er im G\u00e4stebuch die Homepage der Hammer Polizeihistoriensammlung, weil ihr Inhalt seine Vorstellungen und sein Geschichtsverst\u00e4ndnis offensichtlich weitgehend best\u00e4tigte. Dieser Sachverhalt wurde in allen Medien bisher nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_24135\" aria-describedby=\"caption-attachment-24135\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-24135 size-full\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Polizei-BH4a.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Polizei-BH4a.jpg 360w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Polizei-BH4a-300x400.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Polizei-BH4a-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Polizei-BH4a-113x150.jpg 113w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24135\" class=\"wp-caption-text\">Rechtsextremes Material kann man jetzt sogar vor dem Betreten des Polizeipr\u00e4sidiums in dem Abfallbeh\u00e4lter entsorgen. &#8211; Foto: Horst Blume<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201eGruppe S.\u201c hatte sich innerhalb weniger Monate bewaffnet. Die M\u00e4nner kamen aus verschiedenen Bundesl\u00e4ndern und bewegten sich bereits in der <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/10\/brd-waffenlager-fuer-den-tag-x\/\">Reichsb\u00fcrgerszene<\/a> und in Gruppen wie dem \u201eFreikorps Heimatschutz\u201c. Wollschl\u00e4ger wollte 5000 Euro f\u00fcr den Kauf von Waffen bereitstellen. Er selbst arbeitete 2013 und 2014 in dem Bereich \u201eWaffenrechtliche Erlaubnisse\u201c im Hammer Polizeipr\u00e4sidium und besa\u00df ebenfalls einen Waffenschein. \u00dcbereinstimmend wird berichtet, dass er an seinem Dienstort stapelweise rechte Zeitungen lagerte und dort die rechte Wochenzeitung \u201eJunge Freiheit\u201c las, die eine wichtige ideologische Scharnierfunktion zwischen Rechtskonservativen und Rechtsextremen aus\u00fcbt. Wie sehr seine Aktivit\u00e4ten am Dienstort und extrem rechte Vernetzung bei ihm ineinanderflie\u00dfen, zeigt die Tatsache, dass Wollschl\u00e4ger seine Position genutzt hatte, um auf eine polizeiliche Datensammlung mit einem vertraulichen Lagebild \u201eAuswertungsschwerpunkt Reichsb\u00fcrger\u201c zuzugreifen und diese Informationen und Kontaktdaten dazu verwendet hatte, sich selbst mit extrem rechten Kollegen zu vernetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WDR Investigativ berichtete am 15. November 2020: \u201eDurch die Ermittlungen gegen ihn stehen nun auch zwei weitere Mitarbeiter der Polizei Hamm unter Rechtsextremismusverdacht, ein Polizeihauptkommissar und ein Angestellter der Verwaltung. In einer der Chatgruppen sollen sich W. und sein Chatpartner mehrere tausend Nachrichten geschickt haben, darunter NS-Propaganda, SS-Verherrlichungen und rassistische Spr\u00fcche. Die M\u00e4nner sollen sich in dem Chat mit \u201aHeil\u2018 gegr\u00fc\u00dft und sich Hakenkreuz-Emojis geschickt, au\u00dferdem Witze dar\u00fcber gemacht haben, Ausl\u00e4nder erschie\u00dfen zu wollen.\u201c Im M\u00e4rz 2018 teilte Wollschl\u00e4ger eine Zitattafel mit dem Bild einer Pistole und dem Text: \u201eLieber Polizist, das da ist deine Dienstwaffe! Die ist nicht nur zum Angucken da, die soll uns und dich besch\u00fctzen und deshalb benutze sie auch endlich! Wenn du das nicht willst und kannst, gib sie uns, wir werden sie mit Sicherheit gegen jedes Gesindel einsetzen! Sch\u00f6nen Gru\u00df, dein Volk und Dienstherr!\u201c Im Oktober 2019 schrieb er Folgendes: \u201eWir m\u00fcssen von Zeit zu Zeit Terroranschl\u00e4ge ver\u00fcben, bei denen unbeteiligte Menschen sterben. Dadurch l\u00e4sst sich der gesamte Staat und die gesamte Bev\u00f6lkerung lenken. Das prim\u00e4re Ziel eines solchen Anschlags sind nicht die Toten, sondern die \u00dcberlebenden, denn die gilt es zu lenken und zu beeinflussen.\u201c Im Jahr 2018 ermittelten aufgrund verschiedener Auff\u00e4lligkeiten Kriminalbeamte bei Wollschl\u00e4ger und bemerkten, dass er an seinem Wohnhaus die Reichskriegsflagge gehisst hatte und auf seinem Briefkasten darauf hinwies, dass er \u201ekeine L\u00fcgenpresse\u201c und \u201ekeinen Fl\u00fcchtlingsbericht der Stadt Hamm\u201c haben wolle. Die Untersuchung blieb ohne Konsequenzen und wurde nicht schriftlich festgehalten.<\/p>\n<blockquote><p>Die Polizei war in der NS-Zeit ein wichtiger, militarisierter Teil des NS-Terrorapparates. Ab 1936 unterstand sie Heinrich Himmler, dem \u201eReichsf\u00fchrer SS und Chef der Deutschen Polizei\u201c. Auf der Gedenkseite der Polizeihistorienseite findet dagegen eine T\u00e4ter\/Opfer-Umkehr und Geschichtsklitterung statt: \u201eWie insgesamt die deutsche Bev\u00f6lkerung, so musste auch die Hammer Polizei einen erheblichen Blutzoll w\u00e4hrend des II. Weltkrieges zahlen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wollschl\u00e4gers Facebook-Auftritt ist inzwischen nicht mehr einsehbar. Hier fand seine eitle Selbstinszenierung statt. Mittelalterliche Kleidung und allerlei Waffen aus dieser Zeit stellte er zur Schau. Er pr\u00e4sentierte sich als tapferer nordisch-germanischer Krieger, der sein \u201eReich\u201c gegen die vermeintlichen fremden Eindringlinge verteidigen w\u00fcrde. Durch technischen Schnickschnack versuchte er seine Scheinwelt in die Moderne zu transferieren, als er 2017 unter seinem Pseudonym Thor-Tjark bei YouTube ein Filmchen \u00fcber einen Lichtschwerttanz ins Netz stellte. Nicht ganz unbescheiden bedeutet der Name Tjark \u201eVolksherrscher\u201c und Thor stellt eine nordische G\u00f6ttergestalt dar. Unter diesem Pseudonym dr\u00fcckte er mit \u201esuper Aktion\u201c 2019 bei YouTube seine Bewunderung f\u00fcr eine Aktion der extrem rechten Identit\u00e4ren Bewegung auf dem Dach des Brandenburger Tors aus, wo mit Pyrotechnik und einem gro\u00dfen Transparent \u201eStoppt den grossen Austausch\u201c gegen die verhassten \u201eGutmenschen\u201c demonstriert wurde, die sich unten durch eine Demonstration f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge engagierten.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Polizeihistoriensammlung verk\u00f6rpert rechtes Weltbild<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei meinen Recherchen zu Thorsten Wollschl\u00e4ger und der Gruppe S. stie\u00df ich auf seinen Eintrag im G\u00e4stebuch der Homepage der \u201ePolizeihistorischen Sammlung Paul\u201c. Dort schrieb er bereits am 23. November 2001: \u201ewirklich gut gelungen\u201c. Was war seiner Ansicht nach gut gelungen, was best\u00e4rkte ihn in seinem Geschichtsbild so sehr, dass er f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter dem \u201eFreundeskreis der Truppenkameradschaft der 3.\u00a0SS-Panzer-Division \u201aTotenkopf\u2018\u201c beigetreten ist? Dieser besonders ber\u00fcchtigte faschistische Truppenverband war w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges f\u00fcr die Morde in den Konzentrationslagern und ihre Bewachung mitverantwortlich. Die polizeihistorische Homepage wurde von dem seit 2002 pensionierten Hammer Polizeihauptkommissar a. D. Siegfried Paul ehrenamtlich erstellt und von den Hammer Polizeipr\u00e4sidenten seit fast zwei Jahrzehnten unterst\u00fctzt und empfohlen. Paul wurde w\u00e4hrend seiner Dienstzeit im Personenschutz f\u00fcr den NRW-Minister Figgen eingesetzt und erhielt das Bundesverdienstkreuz.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Freikorps<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Homepage befinden sich etliche sehr fragw\u00fcrdige Beitr\u00e4ge. Einer befasst sich mit den \u201eFreikorps\u201c. Diese Bezeichnung wurde auch von einer Vorl\u00e4uferorganisation der Gruppe S. benutzt. Antidemokratische und ultrarechte \u201e<a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/10\/die-kappung-der-demokratie-1920\/\">Freikorps<\/a>\u201c, die nach dem Ersten Weltkrieg an Massakern und unz\u00e4hligen Morden gegen DemokratInnen, AnarchistInnen, KommunistInnen und SozialistInnen beteiligt waren, werden auf dieser Internetseite als begr\u00fc\u00dfenswerte neue Ordnungsmacht und sogar als zuk\u00fcnftige vorbildliche Polizeiorganisation dargestellt. Eine Erz\u00e4hlung, an die die Gruppe S. offensichtlich gerne angekn\u00fcpft hat: \u201eViele der noch jungen Soldaten meldeten sich, in dem nun einsetzenden Chaos im Deutschen Reich, zu den sich bildenden \u201aFreikorps\u2018. Dies geschah nicht nur aus Gr\u00fcnden der Versorgung. Viele der jungen Soldaten wollten Deutschland wieder aufbauen und eine sichere Zukunft mitgestalten.\u201c In Wirklichkeit wurden unter dem Deckmantel der Aufrechterhaltung der Ordnung demokratische Gesellschaftsentw\u00fcrfe nach dem Ende des Kaiserreiches mit t\u00f6dlicher Gewalt niedergemacht. Die Historienseite legitimiert dieses Vorgehen ausdr\u00fccklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter der Rubrik \u201eWissenswertes\u201c ver\u00f6ffentlicht die Historienseite distanzlos die euphorischen Einsatzberichte Hammer Polizisten vom Einmarsch eines Polizeibataillons ins Sudetenland im Jahr 1938. Kontextlos aneinandergereihte Zusammenstellungen hurrapatriotischer Jubelberichte verfehlen ihre Wirkung auf Menschen sicher nicht, wenn sie nur rudiment\u00e4re Geschichtskenntnisse haben oder gar extrem rechts vorgepr\u00e4gt sind. Sie k\u00f6nnen diese Texte nur als Best\u00e4tigung ihres Weltbildes wahrnehmen. Unerw\u00e4hnt bleibt hier, dass die Annexion und Okkupation des Sudetenlandes durch Nazi-Deutschland unrechtm\u00e4\u00dfig war, hunderttausende Menschen vor den braunen M\u00f6rderbanden fliehen mussten und in den Folgejahren \u00fcber 200.000 tschechoslowakische Juden ermordet wurden. Bei einer auf der Internetseite dokumentierten Schilderung des Einsatzes von Hammer Polizisten in den Niederlanden w\u00e4hrend der Verfolgung von Juden im Jahr 1942 versuchen sich die T\u00e4ter damit herauszureden, indem sie das Verhalten holl\u00e4ndischer Polizisten als viel schlimmer als ihr Eigenes darstellen und diese als \u201eNazipolizei\u201c bezeichnen. Das einmalige Verschonen einer einzigen J\u00fcdin wird als besonders edle Handlung herausgekehrt. In dieser Selbstdarstellung werden L\u00fcgen und Entschuldigungen ver\u00f6ffentlicht, die das mangelnde Unrechtsbewusstsein der T\u00e4ter frappierend deutlich machen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Gedenktafel f\u00fcr die T\u00e4ter<\/h5>\n<figure id=\"attachment_24136\" aria-describedby=\"caption-attachment-24136\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24136\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Polizei-BH2a.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Polizei-BH2a.jpg 480w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Polizei-BH2a-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Polizei-BH2a-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-24136\" class=\"wp-caption-text\">Polizeipr\u00e4sidium in Hamm, Bockum-H\u00f6vel, wo Thorsten Wollschl\u00e4ger arbeitete. Ein Fall f\u00fcr den Staatsanwalt?<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere NS-Glorifizierung auf der Polizeihistorienseite ist die \u201eGedenktafel\u201c f\u00fcr die \u201ein Erf\u00fcllung ihres Dienstes\u201c gefallenen Polizisten im Zweiten Weltkrieg. Die Polizei war in der NS-Zeit ein wichtiger, militarisierter Teil des NS-Terrorapparates. Ab 1936 unterstand sie Heinrich Himmler, dem \u201eReichsf\u00fchrer SS und Chef der Deutschen Polizei\u201c. Auf der Gedenkseite der Polizeihistorienseite findet dagegen eine T\u00e4ter\/Opfer-Umkehr und Geschichtsklitterung statt: \u201eWie insgesamt die deutsche Bev\u00f6lkerung, so musste auch die Hammer Polizei einen erheblichen Blutzoll w\u00e4hrend des II. Weltkrieges zahlen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es f\u00e4llt auf, dass von den 52 aufgelisteten gestorbenen Polizisten nur ein Teil in Hamm und Umgebung, etwa beim Bombenentsch\u00e4rfen, zu Tode kam. Ein gro\u00dfer Teil der Aufgef\u00fchrten fiel in Russland oder Polen. W\u00e4hrend der eifrige Polizeihauptkommissar a. D. hingebungsvoll auch den letzten Bombentrichter in Hamm mitsamt beteiligtem US-amerikanischen Bomberpiloten aufsp\u00fcrt und die hierbei entstandene Konversation bis ins letzte Detail auf der Homepage ver\u00f6ffentlicht, interessiert er sich nicht f\u00fcr den Einsatz der \u201egefallenen\u201c Polizisten in Osteuropa. Die Sowjetunion musste als Haupttr\u00e4ger des (milit\u00e4rischen) Widerstands mit etwa 27 Millionen Toten die Hauptlast bei der Niederringung des Faschismus tragen. Es ist kein Geheimnis mehr, was die Aufgabe deutscher Polizisten in den \u201ebesetzten Gebieten\u201c war. Es gibt Ausstellungen, B\u00fccher und Berichte, wie die Polizisten in diesen Gebieten zu Massenm\u00f6rdern und Kriegsverbrechern wurden. Es w\u00e4re eine wichtige Aufgabe zu recherchieren, was genau die Polizeieinheiten taten, in denen die Hammer Polizisten zu Tode kamen. Denn sie waren in die T\u00f6tungsmaschinerie des NS-Regimes involviert und an der Ermordung von unz\u00e4hligen EinwohnerInnen j\u00fcdischen Glaubens beteiligt. W\u00e4hrend die Inhalte auf der Polizeihistorienseite Defizite und mangelnden Einordnungswillen historischer Zusammenh\u00e4nge sehr deutlich offenbaren, werden hierarchisierende Dienstgradabzeichen und das eingesetzte \u201eHandwerkszeug\u201c als Insignien staatlicher Macht auf breiter Ebene kultiviert. Die Homepage pr\u00e4sentiert insgesamt 26 Anh\u00e4nge f\u00fcr Dienstgradkunde und 21 Anh\u00e4nge zum Polizeikn\u00fcppel. Thorsten Wollschl\u00e4ger, der sich selbst gerne mit Wappen, Flaggen, Abzeichen, Schwertern, Dolchen und Lanzen zeigte, wird es gefallen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Polizeihistorienseite fehlen die ausnahmsweise positiven Entwicklungen: In den 80er Jahren traten Mitglieder der \u201eBundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten\u201c in Hamm in Erscheinung. Innerhalb der Polizei sorgten sie f\u00fcr kontroverse Diskussionen und f\u00fcr eine differenziertere Sichtweise auf DemonstrantInnen und gewaltfreie AkteurInnen, die ab 1986 mehrmals die Zufahrten des <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/03\/kleine-urenco-reaktoren\/\">Thorium Hochtemperaturreaktors<\/a> (THTR) in Hamm blockierten. Diese kritischen PolizistInnen geh\u00f6ren auch zur Hammer Polizeigeschichte. Auf der Polizeihistorienseite kommen sie nicht vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen den Hammer Polizeimitarbeiter Thorsten Wollschl\u00e4ger und die Gruppe S. wurde am 12. November 2020 durch die Bundesstaatsanwaltschaft Anklage erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, eine rechtsterroristische Vereinigung gebildet zu haben, die Anschl\u00e4ge auf Gefl\u00fcchtete, Moscheen und PolitikerInnen geplant hatte. Bereits am 13. Februar 2020 wurden die Angeklagten festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht. 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