{"id":24070,"date":"2020-12-22T14:19:35","date_gmt":"2020-12-22T12:19:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/12\/fotografieren-gegen-rechts\/"},"modified":"2021-03-09T11:57:27","modified_gmt":"2021-03-09T09:57:27","slug":"fotografieren-gegen-rechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/12\/fotografieren-gegen-rechts\/","title":{"rendered":"Fotografieren gegen Rechts"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Graswurzelrevolution: Theo, du bist seit Jahrzehnten einer der profiliertesten Fotografen aus den Sozialen Bewegungen. Wie bist du aufgewachsen? Wie ist dein Leben verlaufen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo Heimann: Ich bin im katholischen M\u00fcnsterland auf dem Dorf aufgewachsen. Da gab es f\u00fcr Jugendliche nicht viel an Abwechslung zu der Zeit. Nach der Schule habe ich eine Betriebsschlosser-Ausbildung bei der Ruhrkohle AG im Ruhrgebiet gemacht, in Werne an der Lippe. Das hat mir nicht gepasst. Nach der Ausbildung habe ich da kurz gearbeitet, dann bin ich nach Freiburg gezogen, wo ich 1979 eine Therapie angefangen habe. Als Alternative zu den Drogengeschichten habe ich angefangen zu fotografieren. Dabei habe ich festgestellt, dass Fotografie das beste Medium ist, mit dem ich mich ausdr\u00fccken kann. Das wollte ich erstmal als Hobby weitermachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe mich mit Sozialp\u00e4dagogik besch\u00e4ftigt. Als Ex-User von Drogen wollte ich in einem Drogentherapiezentrum arbeiten, oder als Streetworker. Das habe ich dann in Hamm gemacht. Zwischendurch habe ich mir Fachhochschulen f\u00fcr Sozialp\u00e4dagogik in M\u00fcnster und Dortmund angeguckt. Da ging es aber nur um Theorie, das hatte f\u00fcr mich nichts mit der Praxis zu tun. Das habe ich wieder geschmissen. Man musste immer mit Strafersatztherapie arbeiten. Und hatte man jemanden gefunden, der meinte, er k\u00f6nne versuchen, nun doch ohne Drogen zu leben, sich auf eine Therapie einzulassen, aber vorher schon Probleme mit der Polizei hatte, dann lief das immer wieder darauf hinaus, dass irgendetwas passierte, so dass sie erst einmal aus der Therapie raus und ihre Strafe absitzen mussten, weil sie stark drogenabh\u00e4ngig waren und deshalb Beschaffungsdelikte begangen hatten. Diese Drogen kosteten viel Geld. Ich habe in diesem Therapiezentrum und auf der Stra\u00dfe die Hardcorejunkies getroffen, denen das oft auch einfach egal war. Dabei kam ich mir wie ein Hilfspolizist vor. Da hatte ich keine Lust mehr drauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang der 1980er Jahre habe ich viel fotografiert und \u00fcberlegt, das beruflich zu machen. Ich hatte Gl\u00fcck, weil ich Professor Pan Walther zuf\u00e4llig beim Trampen getroffen habe. Er hat die Fachhochschule f\u00fcr visuelle Kommunikation in Dortmund aufgebaut und betrieb ein Fotostudio in M\u00fcnster. Ich bin damals durchs Ruhrgebiet getrampt und habe \u00fcberall fotografiert, die Industrielandschaften, mit den kaputten H\u00e4usern, mit den Kindern, den t\u00fcrkischen oder anderen ausl\u00e4ndischen Kindern, die davor sa\u00dfen, von Werne \u00fcber Hamm bis Duisburg. Am liebsten habe ich Kontraste fotografiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Fotografen-Vorbilder sind f\u00fcr das 20. Jahrhundert Walker Evans, Dorothea Lang und August Sander. Nach 1945 waren das Robert Frank, W. Eugene Smith, Cartier Bresson und Eillit Erwitt bis heute. Im 21. Jahrhundert: Pan Walther und Sebastiao Salgado. Ich bin eher ein Sozialdokumentarischer Fotograf. Ende der 1980er bin ich nach Berlin gezogen, auch weil mich der Osten, die Mauerstadt, interessierte. Dort habe ich dann vom Mauerfall 1989 an den \u201ewilden Osten\u201c fotografiert. Von Berlin \u00fcber Bulgarien, Russland, Ungarn, Polen, im Jugoslawienkrieg 1992-1999 war ich als Mitarbeiter und Fotograf von Cap Anamur in Fl\u00fcchtlingslagern in Bosnien und im Kosovo, von 2000 bis 2013 Nachrichtenfotograf bei DDP und DAPD, seit 2013 bin ich wieder Sozialdokumentarfotograf in Berlin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Wir haben uns 1988 kennengelernt, waren im Umweltzentrum (UWZ) M\u00fcnster zusammen in der damaligen \u201eHamm-Gruppe\u201c, die sich vor allem auch gegen den Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) in Hamm-Uentrop engagiert hat. Du hast damals Fotos gemacht, auch f\u00fcr den Atomkraft Nein-Taschenkalender, den ich ab Anfang 1989 im UWZ produziert habe. Damals warst du aktiv auch in der Antifa-Szene. Wann und wie bist du dazu gekommen? Was hat dich politisiert? Welche Ideen haben dich beeinflusst?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo: Wie gesagt, 1979 war ich in diesem Therapiezentrum in Freiburg, da wurde \u00fcber vieles gesprochen. Die Therapien liefen so ab, dass man Gruppengespr\u00e4che f\u00fchrte, die Leute ausreden lie\u00df, sich stritt, aber dass man auch, wenn es um bestimmte Sachen ging, einen Konsens fand. Wir hatten da Zeitungen, u.a. die neu gegr\u00fcndete taz, da habe ich drin herumgebl\u00e4ttert. Anfangs ging es viel um besetzte H\u00e4user in Berlin und anderswo, aber auch um Umweltpolitik. Daraufhin habe ich mich st\u00e4rker mit Umwelt- und Atompolitik besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin umgezogen von Freiburg nach Hamm. Dort sollte ein Atomkraftwerk gebaut werden. Es gab dort eine Umweltgruppe, da bin ich hingegangen, um das alles kennen zu lernen. Das war Ende 1980. Im Januar 1981 gab es die gro\u00dfe Demo in Brokdorf. Ich hatte mich bei einer der Gruppen f\u00fcr die Busfahrt nach Brokdorf angemeldet. Die Hammer wollten mich aber nicht in den Bus lassen. Ich s\u00e4he zu gef\u00e4hrlich aus. Ich hatte Kamera und Helm dabei, alles M\u00f6gliche hatte ich mit, weil es da Stra\u00dfenschlachten geben sollte. Ich wollte dahin zum Fotografieren. Dann sagten die: \u201eNee, du siehst aus wie so ein gef\u00e4hrlicher Radikaler.\u201c Sie vermuteten, ich h\u00e4tte bestimmt auch noch Knaller oder irgend so etwas in der Tasche. Bei diesen Pseudo-Christen, die einen nicht mitnehmen wollten, nur weil man anders aussieht, durfte ich nicht mitfahren. Stattdessen konnte ich dann in einem Bus aus M\u00fcnster mitfahren. Dann war ich in Brokdorf. So ein Atomkraftwerk hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Alle Busse wurden von der Polizei gestoppt. Es wurde dann auf der Wiese oder auf der Stra\u00dfe demonstriert. Dann ging es auch schon wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Menschlich und fair miteinander umgehen und die anderen lassen, wie sie sind, Kooperation statt Konkurrenz, Gegenseitige, soziale Hilfe, das ist f\u00fcr mich schon Anarchismus.<\/strong> <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Du warst in den 1980ern auch in Wackersdorf und hast dort Fotos vom letztlich erfolgreichen Widerstand gegen den geplanten Bau der Plutoniumfabrik WAA (Wiederaufbereitungsanlage) gemacht. Einige der Fotos habe ich Ende der 1980er und Anfang der 1990er in die Atomkraft Nein-Taschenkalender genommen. Auch die anti atom aktuell, die taz, GEO und der Schwarze Faden, die anarchistische \u201eVierteljahresschrift f\u00fcr Lust und Freiheit\u201c, haben Fotos von dir abgedruckt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo: Ja, Fotografie und Sozial-Fotografie, bestimmte Themen waren mir wichtig. Deshalb war ich immer wieder auf Friedensveranstaltungen, dem Ostermarsch, den Gro\u00dfdemos gegen die NATO-Atomaufr\u00fcstung Anfang der 1980er Jahre in Bonn. Mir ging es darum, den Widerstand festzuhalten. Mehrmals war ich auch mit der Band BAP zum Fotografieren unterwegs. Die sind durch ihre Auftritte auf den Friedensdemos und Osterm\u00e4rschen ber\u00fchmt geworden. Teile der Ostermarschbewegung waren mir aber suspekt. Ich wei\u00df noch: Eines Tages war ich mal wieder bei einer Anti-AKW-Veranstaltung in Hamm, dann habe ich am Zaun des <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/03\/kleine-urenco-reaktoren\/\">THTR<\/a> ger\u00fcttelt. Auf einmal schl\u00e4gt jemand mit einem mit Friedenstauben bemalten Regenschirm auf mich ein, wir sollten friedlich sein. \u201eJa, klasse, und du verpr\u00fcgelst mich hier?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Du warst als Fotograf in Berlin bei den Aufm\u00e4rschen gegen die Corona-Ma\u00dfnahmen, bei denen unter dem Motto \u201eDas Ende der Pandemie\u201c am 1. August 2020 mit 20.000 und am 29. August mit 38.000 Leuten demonstriert wurde. Kannst Du beschreiben, was da passiert ist, wie du das empfunden hast und den Charakter der Aufm\u00e4rsche aus deiner Sicht darstellen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo: Ich kann es nicht nachvollziehen, warum diese Leute da demonstrieren wollten. Die gehen Verschw\u00f6rungsmythen auf den Leim, geh\u00f6ren zu esoterischen Gruppierungen und wurden teilweise auch von Nazi-Gruppen gesteuert. Viele Rechte haben auch dazu aufgerufen, um sich mal in der Masse zu zeigen. Die Leute sind einfach mitmarschiert. Die liefen da herum wie auf einem Karnevalsumzug, aber Hand in Hand mit <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/12\/corona-leugnung-und-neue-rechte\/\">Rechtsradikalen<\/a>, mit Reichskriegsfahnen und Verschw\u00f6rungsideologen. Den meisten ging es angeblich darum, dass sie frei sein und keinen Mund-Nasen-Schutz tragen wollten, weil die <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/06\/das-gespenst-der-freiheit\/\">Maske ihnen ihre Freiheit<\/a> n\u00e4hme. Die leugnen oder verharmlosen die Corona-Pandemie, laufen ohne Abstand und ohne Masken durch die Stra\u00dfen und meinen, dass ihnen nichts passieren kann. Wenn sie mit den Rechtsradikalen tats\u00e4chlich nichts zu tun h\u00e4tten, h\u00e4tten sie klar sagen k\u00f6nnen: \u201eMit euch wollen wir nichts zu tun haben, wir gehen nicht mit euch auf die Stra\u00dfe.\u201c Das haben sie nicht gemacht. Die haben anderen die Schuld an ihrer Misere gegeben: Journalisten, Leuten, die wissenschaftlich am Thema Coronavirus arbeiten. Die AfDer sind mit Plakaten herumgelaufen, wo der Virologe Drosten und andere Wissenschaftler in Str\u00e4flingskleidung hinter Gittern gezeigt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Du hast beeindruckende Fotos gemacht, einige davon wurden auch in der GWR dokumentiert. Die Bilder zeigen Leute mit Peace- und Regenbogenfahnen neben anderen mit QAnon-Fahne oder schwarz-wei\u00df-roter Reichsflagge, welche von Nazis verwendet wird, weil die schwarz-wei\u00dfe-rote Hakenkreuzfahne verboten ist. Wie erkl\u00e4rst du dir, dass keine Abgrenzung zu den Neonazis stattgefunden hat?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo: Diese Leute sind meiner Meinung nach irgendwie gest\u00f6rt. Vielleicht durch den Lockdown? Ich habe schon mal etwas \u00fcber Sekten gemacht. Mir kam das sekten\u00e4hnlich vor. Und die Fahnen? Vielleicht wussten sie teilweise selber nicht, was sie da f\u00fcr Fahnen mit sich schleppten. Die Regenbogenfahne wurde von den Rechtsradikalen da ja letztendlich auch zerrissen. Ich kann mir nicht erkl\u00e4ren, warum sich die Leute nicht von den Neonazis abgrenzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Warst du auf den Demos alleine oder in einem Pulk mit anderen Fotografinnen und Fotografen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo: Ich bin nicht gerne in einem Pulk mit anderen Fotografen. Da macht dann ja jeder das gleiche Foto. Dazu habe ich keine Lust. Ich war in Berlin alleine unterwegs. Ich war da, wo die Mehrzahl der Leute war. Ich habe sogar Bekannte von fr\u00fcher getroffen, die mit mir mal bei Anti-AKW-Veranstaltungen waren und jetzt mit diesen \u201eQuerdenkern\u201c zu tun haben. Dann gibt es diese extrem rechten QAnon-Verschw\u00f6rungsideologen aus den USA, die behaupten, dass \u201edie Eliten\u201c nachts Babys entf\u00fchren. QAnon ist ein verschw\u00f6rungsideologisches Netzwerk mit weltweit Millionen Anh\u00e4ngern. Es verbreitet sich \u00fcbers Internet, auch \u00fcber bekannte Leute, wie den deutschen S\u00e4nger Xavier Naidoo. Trump ist f\u00fcr die der Erl\u00f6ser. Auf ihren Plakaten steht: \u201eTrump und Putin errettet uns!\u201c. Aber es ist nicht nur <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/06\/massenhafter-ziviler-ungehorsam-die-antifa-und-der-trump-faschismus\/\">Trump<\/a>. Das ist die <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/10\/der-faschistische-strom-der-afd\/\">AfD in Deutschland<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2017\/04\/wird-die-tuerkei-eine-praesidialdiktatur\/\">Erdo\u011fan in der T\u00fcrkei<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/04\/die-pressefreiheit-in-ungarn\/\">Orb\u00e1n in Ungarn<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/11\/der-klassische-faschist\/\">Bolsonaro in Brasilien<\/a>, der Brexit,&#8230; Das sind alles \u00e4hnliche Leute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Es gab in Berlin auch eine linke Gegendemo, die eingekesselt wurde, w\u00e4hrend kaum Polizei am Reichstag war, als die Leute mit schwarz-wei\u00df-roten Reichsfahnen die Treppe hoch gest\u00fcrmt sind. Kannst du dazu etwas erz\u00e4hlen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo: Es ist ganz einfach. Ich bin in erster Linie Fotograf, meine Bilder sagen mehr, als ich erz\u00e4hlen kann. Ich sehe diese Sachen, und dann fotografiere ich. Und ich habe gesehen, dass da 50 linke Demonstranten und 150 Polizisten waren. Auf der anderen Seite war ich nicht. Ich bin am Brandenburger Tor vorbei gekommen, das war eine Stunde eher, da waren nur f\u00fcnf, sechs Polizisten. Als einige Menschen auf den Reichstag losgest\u00fcrmt sind, war ich nicht vor Ort, aber es hie\u00df, es w\u00e4ren nur drei Polizisten da gewesen, um die Rechten zu stoppen. Die Beamten haben anschlie\u00dfend einen Orden gekriegt, daf\u00fcr, dass sie die anderen aufgehalten haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich gehe an alle Themen wie ein Fotograf ran. Sehen, Empfinden, dann gestalte ich die Bilder. Diese drei Sachen sind mir wichtig. Ich sehe etwas, ich f\u00fchle etwas wie \u201each, das ist totaler Mist\u201c oder \u201edas ist klasse\u201c, dann gestalte ich das als Foto, so dass man das versteht. Das ist mein Ding. Man braucht nichts darunter zu schreiben. Heute ist es oft umgekehrt. Man muss stundenlang theoretisieren, bis keiner mehr etwas versteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: M\u00f6chtest Du noch etwas sagen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo: Ja, ich will noch etwas sagen. Anarchisten sind ja angeblich immer Chaoten, Anarchie ist angeblich Zerst\u00f6rung, Chaos, Terror, Bomben-Attentate. Das ist falsch. Das ist nur das, was die M\u00e4chtigen sich ausgedacht haben. Anarchisten sind ganz normale Menschen, die sagen: \u201eNa gut, da ist der B\u00e4cker, da ist die Schlange, dann stelle ich mich hinten an.\u201c Also, vern\u00fcnftig miteinander umgehen, das machen doch die meisten Menschen, dann sind das ja eigentlich Anarchisten. Menschlich und fair miteinander umgehen und die anderen lassen, wie sie sind, Kooperation statt Konkurrenz, Gegenseitige, soziale Hilfe, das ist f\u00fcr mich schon Anarchismus. In der heutigen Zeit geh\u00f6rt auch der Kampf f\u00fcr ein Bedingungsloses Grundeinkommen dazu. Statt Druck, Angst, Entm\u00fcndigung, Hartz IV, brauchen wir eine ausreichende sichere Altersversorgung f\u00fcr alle, und vieles mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Graswurzelrevolution: Theo, du bist seit Jahrzehnten einer der profiliertesten Fotografen aus den Sozialen Bewegungen. Wie bist du aufgewachsen? Wie ist dein Leben verlaufen? Theo Heimann: Ich bin im katholischen M\u00fcnsterland auf dem Dorf aufgewachsen. Da gab es f\u00fcr Jugendliche nicht viel an Abwechslung zu der Zeit. 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