{"id":24459,"date":"2021-03-02T11:46:39","date_gmt":"2021-03-02T09:46:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/03\/groesser-lauter-resoluter\/"},"modified":"2021-03-19T00:56:53","modified_gmt":"2021-03-18T22:56:53","slug":"groesser-lauter-resoluter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/03\/groesser-lauter-resoluter\/","title":{"rendered":"Gr\u00f6\u00dfer, lauter, resoluter!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wir schreiben das Jahr 2021. Wir befinden uns mitten in der Klimakrise. Deutschland ist von dem 1,5 Grad Ziel weit entfernt und wir steuern auf einen Klimakollaps zu. Die Regierung dreht sich im Kreis und scheint die Problematik aus sitzen zu wollen. Hingegen wird die Klimagerechtigkeitsbewegung immer gr\u00f6\u00dfer, lauter und resoluter!<br \/>\nAm Tagebau Hambach und am Tagebau Garzweiler II in Nordrhein-Westfalen hat sich der Kampf gegen Europas gr\u00f6\u00dften CO2-Emmittent, den Braunkohleabbau, fest etabliert. Wie gallische D\u00f6rfer bieten zwei Widerstandsnester dem Tagebaubetreiber RWE die Stirn. Sie mahnen, informieren, dokumentieren, starten Aktionen und schauen RWE ganz genau auf die Finger. Wie ihr Alltag aussieht, was sie selbst bewegt und was sie bewegen, um f\u00fcr die Klimagerechtigkeit und unser aller Zukunft zu k\u00e4mpfen, m\u00f6chte ich Euch in einem \u201eAktivistInnen-Tagebuch\u201c erz\u00e4hlen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Waldbesetzung im Hambacher Forst<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfangen werde ich mit einem kurzen Abriss \u00fcber die Entwicklung und den Status Quo. Zum einen w\u00e4re da der Hambacher Forst mit der Waldbesetzung und dem \u201eHambi Camp\u201c in Alt-Morschenich ((1)) am Tagebau Hambach. Der Hambacher Forst d\u00fcrfte vielen bekannt sein, als einer der Widerstandsorte im Klimagerechtigkeitskampf. Seit 2012 ist der Hambi nunmehr besetzt. Im September 2018 wurde die damalige Baumbesetzung unter massivem Polizeieinsatz und gro\u00dfem medialem Interesse ger\u00e4umt. W\u00e4hrend der R\u00e4umung verungl\u00fcckte Steffen Meyn t\u00f6dlich bei einem Sturz aus 15 Metern H\u00f6he. Er war Student der Medienwissenschaft und dokumentierte seit Jahren die Waldbesetzung. Kurz darauf, am 5. Oktober 2018 ordnet das Oberverwaltungsgericht M\u00fcnster in einem Eilverfahren einen vorl\u00e4ufigen Rodungsstopp bis 2020\/21 an. Nur wenige Wochen sp\u00e4ter begannen AktivistInnen erneut Baumh\u00e4user zu bauen, die bis zum heutigen Tag bewohnt sind. Auch das Hambi-Camp in Alt-Morschenich wird weitergef\u00fchrt. In dem privaten Garten von Helga F. waren die Menschen im Herbst 2018 willkommen und sind es heute noch. Helga ist 81 Jahre und dankbar f\u00fcr die Gesellschaft und Hilfe in ihrem Alltag. Auf keinen Fall m\u00f6chte sie ihren Heimatort verlassen.<br \/>\nIch spreche mit Aktivist*innen des Hambi Camp in Alt-Morschenich und der Hambacher Forst-Besetzung im Wald unter den Baumh\u00e4usern, die in Eichen oder Buchen gebaut wurden. Wir unterhalten uns dar\u00fcber, wie es hier vor der R\u00e4umung 2018 aussah, wie es dem Wald geht und warum immer noch Sorge dar\u00fcber besteht, dass der \u201eHambi\u201c dennoch stirbt.<\/p>\n<blockquote><p>Der Schaufelrad-Bagger ist bereits in Sichtweite und frisst sich unaufh\u00f6rlich durch die Landschaft. Mit ihm r\u00fcckt der Tagebau immer n\u00e4her an sechs D\u00f6rfer heran. L\u00fctzerath, Keyenberg, Oberwestrich, Unterwestrich, Kuckum und Berverath (Stadt Erkelenz\/NRW) sollen komplett von der Landkarte verschwinden und der Braunkohleverstromung geopfert werden.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Der Hambacher Forst soll bleiben, die Orte Alt-Morschenich und Alt-Manheim bleiben stehen. Alles gerettet und doch seid ihr nach \u00fcber zwei Jahren noch hier?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hambi-Camp: \u201eEs wird zwar \u00fcberall kommuniziert, aber es ist gar nichts gerettet. Es gibt ein Moratorium, das den Wald allerdings nur bis zum Beginn der Rodungssaison im Oktober 2021 sch\u00fctzt. Was dann geschieht, wei\u00df niemand. Auch die Ergebnisse der Kohlekommission sind rechtlich nicht bindend und solange der Wald noch RWE geh\u00f6rt und nicht in eine Stiftung oder in ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet ((2)) \u00fcbergeht ist er nicht gerettet. Der Rahmenbetriebsplan sieht n\u00e4mlich immer noch vor, dass der Hambacher Wald nicht stehen bleibt und die D\u00f6rfer weiterhin abgerissen werden d\u00fcrfen. RWE hat das Recht auf seiner Seite. Die anstehende 5. Leitentscheidung der Landesregierung zur Umsetzung des Kohleausstiegs und Strukturwandel sollte eigentlich 2021 verabschiedet werden. Einen Termin gibt es allerdings noch nicht. Die D\u00f6rfer stehen im Schwebezustand. Nach und nach werden in Alt-Manheim und Alt-Morschenich von RWE mit Genehmigung der Gemeinde Merzenich H\u00e4user abgerissen, G\u00e4rten zerst\u00f6rt und B\u00e4ume gef\u00e4llt. Die hier noch wohnenden Menschen finden keine Ruhe, sollen noch umsiedeln, weigern sich aber zu gehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Wenn Alt-Morschenich nun doch stehen bleibt, warum sollen sie dennoch ihre Heimat verlassen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eBereits umgesiedelte Menschen m\u00f6chten sogar ihr altes Haus wieder zur\u00fcck erwerben \u2013 bisher ohne Erfolg! Wir sehen das Camp als kritischen Begleiter bei den Prozessen rund um den Tagebau. Prinzipiell besteht unsererseits Kommunikationsbereitschaft, aber RWE treibt die Zerst\u00f6rung voran und scheint kein Interesse an den Bed\u00fcrfnissen der AnwohnerInnen zu haben und ist daher kein Gespr\u00e4chspartner. Die Landesregierung scheint die F\u00fc\u00dfe still zu halten, m\u00f6chte scheinbar keinen Einfluss auf die T\u00e4tigkeiten, sondern sieht RWE als lukrativen und einflussreichen Partner. W\u00e4hrend die Politik sich rausredet, man m\u00fcsse jetzt erst einmal auf die neue Leitentscheidung warten, schafft RWE weiter Fakten. Abriss statt erhalten. Dabei ist Sanierung \u00f6kologischer als Neubau. Auch eine Zwischennutzung der leerstehenden H\u00e4user ist laut RWE nicht m\u00f6glich, au\u00dfer f\u00fcr eigene MitarbeiterInnen, die in verschiedene Objekte eingezogen sind.<br \/>\nK\u00fcrzlich wurde das Ortsschild erneuert. Darauf steht \u201eMorschenich alt \u2013 Ort der Zukunft\u201c! Es sollen Start-Ups, Forschungszentren u.\u00e4 entstehen, was den d\u00f6rflichen Charakter zerst\u00f6rt. Ein Ort der Zukunft f\u00fcr Menschen, die noch hier leben oder wieder zur\u00fcck m\u00f6chten, scheint nicht vorgesehen zu sein. Wir sind hier und bleiben hier, bis sowohl Wald als auch D\u00f6rfer gerettet bzw. wieder lebenswert sind!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hambacher Forst Besetzung: \u201eDer Wald ist l\u00e4ngst nicht gerettet. Genauso wenig wie die beiden D\u00f6rfer. RWE pumpt weiterhin das Grundwasser ab, der Wald vertrocknet zunehmend. Letzten Sommer regnete es sogar gr\u00fcne Bl\u00e4tter. Hinzu kommt, dass RWE sehr nah am Wald baggert und somit Erdschichten ankratzen kann, die dann daf\u00fcr sorgen dass das Grundwasser noch schneller aus dem Waldboden abflie\u00dft. Es ist ja nicht so, dass RWE die Finger vom Wald l\u00e4sst. Und eben genau darauf schauen wir. Durch unsere Barrikaden, die wir seit Jahren immer wieder aufbauen, verhindern wir, dass Security und Polizei durch den Wald Streife fahren. Die Baumh\u00e4user sind im ganzen Wald verteilt und man hat immer einen \u00dcberblick \u00fcber das, was sich anbahnen k\u00f6nnte, z.B. Schotterwege im Wald anlegen, B\u00e4ume f\u00e4llen.\u201c<br \/>\nAuf einem Waldspaziergang spreche ich mit Eva T\u00f6llner und Michael Zobel, die seit 81 Monaten interessierte Menschen durch den Wald f\u00fchren. \u201eW\u00e4hrend Corona alles im Griff hat, wird dort dr\u00fcben im Tagebau stetig weitergearbeitet. Es wird in einem unglaublichen Tempo weiter gebaggert, es werden B\u00e4ume gerodet und D\u00f6rfer abgerissen. Hier scheint es weder Moratorium nock Lock-Down zu geben. Corona geht irgendwann vorbei, aber diese ganz gro\u00dfe Krise, die Klimakatastrophe, die bleibt. Deshalb m\u00fcssen wir aktiv bleiben und weitermachen. In den bedrohten D\u00f6rfern, in den bedrohten W\u00e4ldern, in den St\u00e4dten, in den Kirchen, in den Parlamenten. Wir m\u00fcssen ganz, ganz aktiv bleiben, um diesen Wahnsinn zu stoppen und fordern ganz viele Menschen auf, zu \u00fcberlegen, welche Aktionsformen sie sich in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten vorstellen k\u00f6nnen. Das Thema muss dieses Jahr wieder ganz gro\u00df werden, und ich denke, es wird es auch.\u201c, so Michael Zobel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-24556\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/474-711-max.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"100%\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/474-711-max.jpg 474w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/474-711-max-300x450.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/474-711-max-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/474-711-max-100x150.jpg 100w\" sizes=\"(max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Rohrpost f\u00fcr RWE &#8211; Foto: Gabor Feteke<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eva T\u00f6llner erg\u00e4nzt: \u201eEs ist ganz wichtig den Menschen Solidarit\u00e4t zu zeigen, die sich tagt\u00e4glich der Zerst\u00f6rung entgegenstellen \u2013 den Menschen, die hier wohnen bleiben und den Menschen, die ihre H\u00e4user wieder zur\u00fcck haben wollen. Dann gibt es diese schrecklichen Pl\u00e4ne, aus Alt-Manheim eine Kiesgrube entstehen zu lassen. Manheim-alt ist das Dorf, welches fast schon vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt ist. Dort leben aber immer noch 3 Landwirte und 2 Familien. Alt-Manheim sollte stehen bleiben. Nun soll es zwar nicht mehr dem Tagebau weichen, sondern zu einer Kiesgrube werden. Und das bedroht einmal mehr den Hambacher Wald. Denn an der Rodungskante ist die Entfernung zum Wald nur noch 50 m und wenn auf der anderen Seite noch die Kiesgrube hinzukommt, bekommt der Hambacher Wald eine Insellage. Das ist der Tod f\u00fcr diesen Wald. Der Hambacher Wald war mal ein Auwald, mit ganz vielen Feuchtgebieten und einer besonderen Biodiversit\u00e4t. Und das ist es nicht mehr. Nach Bergrecht muss jedoch der Zustand wieder hergestellt werden. Die Landesregierung muss endlich mal t\u00e4tig werden. Diese vielen, vielen Pumpen, die das Grundwasser f\u00fcr dieses tiefe Loch abpumpen, sollten das Wasser wieder in den Wald bringen.\u201c<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">L\u00fctzerath \/Garzweiler II<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwa 45 km entfernt am Tagebau Garzweiler II ist die Situation akut. Der Schaufelrad-Bagger ist bereits in Sichtweite und frisst sich unaufh\u00f6rlich durch die Landschaft. Mit ihm r\u00fcckt der Tagebau immer n\u00e4her an sechs D\u00f6rfer heran. L\u00fctzerath, Keyenberg, Oberwestrich, Unterwestrich, Kuckum und Berverath (Stadt Erkelenz\/NRW) sollen komplett von der Landkarte verschwinden und der Braunkohleverstromung geopfert werden. Hier leben noch umsiedlungsunwillige Menschen, die sich zusammen mit AktivistInnen dem Vorhaben entgegensetzen. Auch Eckhardt Heukamp, Landwirt aus L\u00fctzerath weigert sich zu verkaufen. Kurz vor Weihnachten 2020 wurde gegen ihn das Enteignungsverfahren eingeleitet, doch Eckhardt k\u00e4mpft weiter um sein Zuhause, seine Heimat und um fruchtbarste Ackerb\u00f6den. Es gibt ihm Kraft, die AktivistInnen an seiner Seite zu wissen. Darum hat er ihnen u.A. seine Wiesen zur Verf\u00fcgung gestellt.<br \/>\nAm 22.7.2020 wurde zwischen dem Tagebau und L\u00fctzerath eine Dauermahnwache errichtet. Seitdem hat sich dort ein richtiges Camp entwickelt. Neben Campingw\u00e4gen und Zelten haben sich AktivistInnen in bereits leerstehenden H\u00e4usern offiziell eingemietet und damit die Infrastruktur weiter ausbauen k\u00f6nnen. Bei Keyenberg ist ein Baumhausdorf mit dem Namen \u201eUnser aller Wald\u201c entstanden. Seit dem 16.1.2021 entstehen im \u201eL\u00fctzerather Wald\u201c weitere Plattformen und Strukturen. \u201eDu bist nicht allein!\u201c rufen sich Menschen zu und unterstreichen die Solidarit\u00e4t der KlimaaktivistInnen untereinander aber auch dar\u00fcber hinaus. Denn um einen Ort des Widerstandes aufzubauen und zu erhalten ist die Unterst\u00fctzung von AnwohnerInnen und Initiativen wie z.B. \u201eMenschenrecht vor Bergrecht\u201c und \u201eAlle D\u00f6rfer bleiben\u201c erforderlich. \u201eDas Gelbe Band\u201c, \u201eDie Kirche(n) im Dorf lassen\u201c, \u201eBuirer f\u00fcr Buir\u201c beteiligen sich oder organisieren Kundgebungen. Demos u.\u00e4. sind wichtige Bausteine. Wir schauen nach L\u00fctzerath Tagebau Garzweiler II.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Wir sind hier an der Mahnwache. Weshalb seid ihr hier?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir stehen genau an der roten Linie. Zwischen dem heranr\u00fcckenden Tagebau und dem n\u00e4chsten Dorf, das RWE zerst\u00f6ren will, um an die darunter liegende Braunkohle zu kommen. Wir sagen bis hierhin und nicht weiter! Um die 1,5 Grad-Ziele zu erreichen, darf ab hier keine weitere Kohle mehr gef\u00f6rdert werden. Inzwischen ist der Kohlebagger in Sichtweite ranger\u00fcckt und frisst sich unaufh\u00f6rlich auf L\u00fctzerath zu. Wir sind hier, um auf vielf\u00e4ltige Weise Widerstand zu leisten. Wir organisieren regelm\u00e4\u00dfig Gottesdienste im Freien. Hier am Ort der Zerst\u00f6rung! Planen Demonstrationen, Sitzblockaden aber auch Aktionen des zivilen Ungehorsams.<br \/>\nIm Dezember 2020 wurde bekannt, dass ein Gutachten vom Wirtschaftsministerium seit 2019 zur\u00fcckgehalten wurde und somit nicht in die Entscheidungen der Kohlekommission miteinflie\u00dfen konnte. Laut diesem Gutachten w\u00fcrde die Braunkohle unter den D\u00f6rfern nicht mehr gebraucht werden. In Verbindung mit der noch ausstehenden Leitentscheidung l\u00e4sst dies vermuten, dass RWE diesen Schwebezustand nutzt um irreversible Fakten zu schaffen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Wie sehen Eure Aktivit\u00e4ten vor Ort aus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir zeigen Pr\u00e4senz und dokumentieren, was hier so passiert, sind vor Ort mit betroffenen B\u00fcrgerInnen eng vernetzt, tauschen uns aus und erarbeiten gemeinsame Aktivit\u00e4ten. Das ist mal eine Banner-Demo z.B. bei den Abrissarbeiten, mal sind es Briefe an Verantwortliche oder wir kommunizieren mit den Beteiligten.\u201c<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Unser aller Wald<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein St\u00fcck Fu\u00dfweg weiter liegt die neue Waldbesetzung \u201eL\u00fctzerather Wald\u201c. Hier entstehen seit dem 16.1.21 drei Plattformen, weitere sollen folgen. Verl\u00e4sst man L\u00fctzerath Richtung Keyenberg kommen wir im Baumhausdorf \u201eUnser aller Wald\u201c an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Ihr habt euch als Ort des Widerstandes den Keyenberger Wald ausgesucht. Warum?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWir wollten ein weiteres Widerstandsnest entstehen lassen. Hier im Wald zwischen dem Tagebau und Keyenberg. RWE muss erst an uns vorbei, wenn Keyenberg zerst\u00f6rt werden soll.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-24557\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1200-580-max-1024x495.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"100%\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1200-580-max-1024x495.jpg 1024w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1200-580-max-300x145.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1200-580-max-600x290.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1200-580-max-768x371.jpg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1200-580-max-150x73.jpg 150w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1200-580-max.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Foto: Gabor Fekete<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Wovon lebt ihr?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir leben von dem, was uns andere Menschen schenken oder was sonst weggeworfen werden w\u00fcrde. Eine nachhaltige Lebensform ist uns wichtig. Wir versuchen, unseren \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck so klein wie m\u00f6glich zu halten und ressourcenschonend zu leben. Es ist genug f\u00fcr alle da, es werden so viele Lebensmittel weggeworfen, die man noch gut essen k\u00f6nnte. Das meiste, was wir hier verbrauchen, sind Lebensmittel aus dem Foodsharing und was uns Superm\u00e4rkte \u00fcberlassen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Wie kann man sich das Zusammenleben hier im Baumhausdorf vorstellen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir reden hier schon manchmal \u00fcber Utopie und zwar m\u00f6chten wir Rahmenbedingungen schaffen, die erlauben, dass alle Menschen ihre Bed\u00fcrfnisse erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Nicht nur Essen und Trinken, sondern auch soziale Bed\u00fcrfnisse und auch ein gewisses Ma\u00df an Zivilisation. Wir sind keine Leute, die sagen, die Maschinen sind das Problem und wir wollen keine Beatmungsmaschinen oder Rollst\u00fchle. Das w\u00e4re ja auch nicht sozial. Wir m\u00f6chten, dass die Dinge, die produziert werden, f\u00fcr menschliche Bed\u00fcrfnisse produziert werden. Und dass die Organisation dieser Produktion von den Leuten gestaltet wird, die dort arbeiten. Es gibt z.B. eine Fabrik oder einen Acker und die Leute, die dort arbeiten, entscheiden, wie sie dort arbeiten, wie sie dort produzieren, und die Waren werden nach den Bed\u00fcrfnissen verteilt. Wenn so Produktion stattf\u00e4nde, statt f\u00fcr Geld, dann w\u00e4re es viel leichter m\u00f6glich ein selbstbestimmtes Leben zu f\u00fchren. Es g\u00e4be viel freie, verf\u00fcgbare Zeit und niemand m\u00fcsste seine oder ihre Lebenszeit tauschen, um Essen zu k\u00f6nnen. Ich kann in der Produktion mitwirken und bekomme, was ich brauche. Also ein Leben nach Bed\u00fcrfnissen und F\u00e4higkeiten, das ist unsere Utopie.\u201c<br \/>\n\u201eWir leben hier hierarchiefrei, entscheiden basisdemokratisch in den t\u00e4glich stattfindenden Plenas. Es wird besprochen, was so an Aufgaben anf\u00e4llt, wie z.B. Feuerholz organisieren, Essen kochen, Toiletten putzen und wer Kapazit\u00e4ten hat, entsprechende Aufgaben zu \u00fcbernehmen. Im Plenum werden z.B. auch Workshopangebote abgefragt: \u201aWer m\u00f6chte anderen Menschen etwas beibringen, und wer hat Interesse?\u2018 Die Workshops (auch kindgerechte) sind f\u00fcr alle offen.\u201c<br \/>\n\u201eWir laden alle ein uns zu besuchen! Ob f\u00fcr eine Stunde, einen Tag, eine Woche oder l\u00e4nger. Schlafpl\u00e4tze sind vorhanden! Join us !\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir schreiben das Jahr 2021. Wir befinden uns mitten in der Klimakrise. Deutschland ist von dem 1,5 Grad Ziel weit entfernt und wir steuern auf einen Klimakollaps zu. 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