{"id":24672,"date":"2021-03-29T10:29:56","date_gmt":"2021-03-29T08:29:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/03\/myanmar\/"},"modified":"2021-04-21T20:51:55","modified_gmt":"2021-04-21T18:51:55","slug":"myanmar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/03\/myanmar\/","title":{"rendered":"Myanmar &#8211; Ein fl\u00fcchtiger Moment der Hoffnung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wirft man einen Blick in die Geschichte Myanmars, so stellt man fest, dass das Milit\u00e4r im Grunde seit 1962 nicht aufgeh\u00f6rt hat, das Land zu beherrschen. Im M\u00e4rz 1962 putschte General Ne Win gegen die damalige Regierung. Bis 1974 regierte er das Land durch einen Milit\u00e4rrat. Dann wurde ein Einparteiensystem etabliert. Ne Win und ranghohe Offiziere nahmen ihren Abschied aus der Armee und regierten fortan als \u201ePartei Sozialistisches Programm Burma\u201c. In dieser Zeit machten sie Myanmar zu einem der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt. 1988 f\u00fchrte ein Aufstand gegen die Misswirtschaft und politische Unterdr\u00fcckung zu landesweiten Protesten. Sicherheitskr\u00e4fte t\u00f6teten tausende Demonstrant*innen und erneut putschte das Milit\u00e4r, diesmal unter General Saw Maung. Zwei Jahre sp\u00e4ter hielt der \u201eStaatsrat f\u00fcr die Wiederherstellung von Recht und Ordnung\u201c freie Wahlen ab. Als diese jedoch von der Oppositionspartei \u201eNationale Liga f\u00fcr Demokratie\u201c (NLD) haushoch gewonnen wurde, erkl\u00e4rte das Regime die Wahlen f\u00fcr ung\u00fcltig, schlug die Proteste nieder und inhaftierte die Oppositionspolitiker*innen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gesicht und Vorsitzende der NLD war Aung San Suu Kyi, die 1988 aus Oxford nach Burma zur\u00fcckgekehrt war. Als Tochter des Nationalhelden General Aung San, der 1948 die Unabh\u00e4ngigkeit des Landes von Gro\u00dfbritannien erreichte, verf\u00fcgte sie \u00fcber gro\u00dfes symbolisches Kapital und trat in dieser Zeit im Kampf um die Demokratie unter pers\u00f6nlichen Opfern und Gefahr f\u00fcr ihr eigenes Leben f\u00fcr gewaltfreien Widerstand und zivilen Ungehorsam ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Westliche Staaten reagierten auf die Ereignisse mit der politischen und moralischen \u00c4chtung Myanmars, den Entzug von Handelsvorteilen und Entwicklungshilfe sowie Visa-Sperrlisten f\u00fcr ann\u00e4hernd 1.200 Spitzenpolitiker und Milit\u00e4rs nebst allen Familienangeh\u00f6rigen. Diese Sanktionen sollten die Milit\u00e4rregierung bestrafen, m\u00f6glichst zum R\u00fccktritt zwingen und so den Sieg der Demokratiebewegung herbeif\u00fchren. Die Sanktionspolitik f\u00fchrte jedoch nur dazu, dass der fr\u00fchere westliche Einfluss in Myanmar fast auf Null sank und sich das Land an China, Indien, Russland und den Anrainerstaaten orientierte. ((2))<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 2008 entschloss sich das Milit\u00e4r wieder in den Hintergrund zu treten. Eine neue Verfassung wurde geschrieben, die die Macht der Armee auch unter einer demokratisch gew\u00e4hlten Regierung sichern sollte. Erneut traten ranghohe Offiziere zur\u00fcck und gr\u00fcndeten diesmal die \u201eUnionspartei f\u00fcr Solidarit\u00e4t und Entwicklung\u201c (USDP). Diese gewann die Wahlen 2010, welche von der NLD boykottiert wurden. Der Milit\u00e4rrat wurde am 30. M\u00e4rz 2011 aufgel\u00f6st und die USDP begann unter dem ehemaligen General, Thein Sein, Reformen umzusetzen. Aung San Suu Kyi wurde aus dem Hausarrest entlassen und mehr als 200 politische Gefangene amnestiert. Die Regierung schloss Waffenstillstandsabkommen mit bewaffneten Gruppen verschiedener ethnischer Minderheiten, lie\u00df Gewerkschaften und Streiks zu und lockerte die Zensur der Presse. Die Gr\u00fcnde, warum sie dies taten, sind genauso unbekannt, wie die Gr\u00fcnde aus denen sie diesen Prozess nun zu beenden suchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich ist das Problem der Nachfolge in einem autorit\u00e4rem System der wahrscheinlichste Grund. Der ehemalige Milit\u00e4rchef, General Ne Win, wurde, als er alt geworden war, im Jahr 2002 vom neuen starken Mann, General Than Shwe, entmachtet. Ne Win selbst wurde unter Hausarrest gestellt, seine Familienangeh\u00f6rigen inhaftiert. 2010 war Than Shwe 18 Jahre im Amt, 77 Jahre alt und musste f\u00fcrchten, dass es ihm ebenso ergehen w\u00fcrde. Vor diesem Hintergrund l\u00e4sst sich der \u00dcbergang zu einer \u201edisziplinierten Demokratie\u201c, den das Milit\u00e4r seit 2003 versprach, als Versuch Than Shwes verstehen, die Macht auf mehrere Schultern zu verteilen, um das Aufkommen eines neuen starken F\u00fchrers innerhalb des Milit\u00e4rs zu verhindern, der ihm und seiner Familie gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte.\u00a0((3)) Ironie der Geschichte, der jetzige Oberbefehlshaber und Architekt des Putschs, General Min Aung Hlaing, ist heute 65 Jahren alt und hat sein vorgeschriebenes Ruhestandsalter erreicht. Vielleicht versucht er durch den Staatsstreich seine Macht und die Pfr\u00fcnde seiner Familie zu erhalten.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Eine Gesellschaft im \u00dcbergang<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Reformprozess seit 2011 war auch der Grund, warum ich 2014 als eine der ersten Fachkr\u00e4fte des zivilen Friedensdienst nach Myanmar gehen und dort in einer lokalen NGO arbeiten konnte. In dieser Zeit war das Bedrohungsgef\u00fchl der Menschen noch gro\u00df. Wenn wir mittags in einem Tea-Shop essen gingen, vermieden es meine einheimischen Kolleg*innen, \u00fcber Politik zu sprechen. Sie waren es gewohnt, bespitzelt zu werden. Die Leute trauten der Ver\u00e4nderung nicht. Und doch glaube ich, innerhalb der vier Jahre, die ich im Land gelebt habe, beobachtet zu haben, dass die Leute freier wurden. Ich kann nicht sagen, ob meine konkrete Arbeit eine gro\u00dfe Wirkung hatte. Aber ich glaube, dass der Kontakt mit Menschen, die nicht unter einer Diktatur aufgewachsen sind und die sich selbstverst\u00e4ndlich und ohne Angst bewegen konnten, etwas ver\u00e4ndert hat. Selbst der Tourismus mag in dieser Hinsicht hilfreich gewesen sein.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Gef\u00e4hrlicher als der Stra\u00dfenprotest ist f\u00fcr das Milit\u00e4r die umfangreiche Bewegung des zivilen Ungehorsams, die das Land zum Stillstand gebracht hat. Millionen Menschen boykottieren alles, was mit dem Milit\u00e4r zu tun hat. <\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die wirtschaftlichen Ver\u00e4nderungen waren augenf\u00e4llig. Als ich 2014 meine Arbeit begann, musste ich f\u00fcr eine Simcard noch 200 USD zahlen. Ein Jahr sp\u00e4ter war der Preis auf 1 USD gesunken. In Yangon wurde \u00fcberall gebaut. Ich sah den Bau neuer Pubs und Shopping Malls mit gemischten Gef\u00fchlen, aber f\u00fcr viele Einheimische Yangons bedeutete er, dass das Land nach Jahren der Isolation und des wirtschaftlichen Niedergangs im Aufbruch war. Insbesondere bei Jugendlichen war die Hoffnung auf ein besseres Leben gro\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2015 fanden dann die ersten freien Wahlen mit Beteiligung der Opposition statt. Sie f\u00fchrten zu einem Erdrutschsieg und der Regierungs\u00fcbernahme der NLD. Ich erinnere mich, dass bei den Wahlen 2015, zwar viele Menschen zu Wahlveranstaltungen der milit\u00e4rnahen \u201eUnionspartei f\u00fcr Solidarit\u00e4t und Entwicklung\u201c (USDP) gingen, aber allein in der Wahlkabine, wo sie niemand kontrollieren konnte, mit 80% der Stimmen die NLD w\u00e4hlten. Auch damals w\u00e4re ein Putsch m\u00f6glich gewesenen. Ich wei\u00df noch, wie unsere kleine Gruppe deutscher Friedensarbeiter*innen besprach, wie wir uns in diesem Fall verhalten sollten. Die Anerkennung der Wahl durch das Milit\u00e4r n\u00e4hrte die Hoffnung, dass sie es diesmal mit dem \u00dcbergang zur Demokratie ernst meinten.Warum hat das Milit\u00e4r dann bei der jetzigen Wahl geputscht? Wie oben erw\u00e4hnt, scheint es mir am wahrscheinlichsten, dass die F\u00fchrungsriege des Milit\u00e4rs sich auf diese Weise vor einer Entmachtung aus den eigenen Reihen sch\u00fctzen will. Um so mehr, als dass es hier nicht nur um ein Amt geht, sondern auch um den wirtschaftlichen Besitz, den sie sich mit Hilfe ihrer Macht angeeignet haben und der bedroht ist, sobald sie nicht mehr \u00fcber diese Macht verf\u00fcgen. Vielleicht hat die Milit\u00e4rf\u00fchrung auch nur gemerkt, dass ihnen die Kontrolle \u00fcber das Land langsam entglitt. Zwar sichert die Verfassung von 2008, die sie selbst geschrieben haben, ihnen weitreichende Befugnisse zu, aber im wirklichen Leben verloren die Menschen ihre Furcht vor dem Milit\u00e4r und gew\u00f6hnten sich an die neuen Freiheiten. Was auch der Grund sein mag, mit dem landesweiten Aufstand haben die Milit\u00e4rs nicht gerechnet.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Der Protest auf den Stra\u00dfen<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIn den ersten Wochen war der Protest vor allem in Yangon ausgelassen und fr\u00f6hlich \u2026 Mit der Ausgelassenheit war es sp\u00e4testens am Sonntag, dem 28. Februar, vorbei. Seither gehen die Sicherheitskr\u00e4fte landesweit brutal gegen die Proteste vor. Allein am Mittwoch, den 3. M\u00e4rz, wurden 38 Demonstrant*innen get\u00f6tet\u201c\u00a0((4)) Seit Februar ermordete die Armee 261 Menschen. 2.682 wurden inhaftiert.\u00a0((5))<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-24788\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1080px-2021_Myanmar_Protest_in_Hleden-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"100%\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1080px-2021_Myanmar_Protest_in_Hleden-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1080px-2021_Myanmar_Protest_in_Hleden-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1080px-2021_Myanmar_Protest_in_Hleden-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1080px-2021_Myanmar_Protest_in_Hleden-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1080px-2021_Myanmar_Protest_in_Hleden-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1080px-2021_Myanmar_Protest_in_Hleden.jpg 1080w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJeden Tag, meist so zwischen acht und neun Uhr, gehen die Demonstrant*innen auf die Stra\u00dfe und errichten Barrikaden, nach einigen Stunden greift die Polizei ein, manchmal unterst\u00fctzt vom Milit\u00e4r. Sie st\u00fcrmt gegen die unbewaffneten Demonstrant*innen, setzt Tr\u00e4nengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein, manchmal wird auch scharf geschossen. Die Demonstrant*innen fliehen in die Seitengassen und in H\u00e4user, verfolgt von der Polizei. Sobald die Polizei die Verfolgungsjagd aufgibt, kommen die Demonstrant*innen wieder auf die Stra\u00dfe und errichten die Barrikaden erneut, mit tatkr\u00e4ftiger Hilfe der Anwohner*innen. Am sp\u00e4ten Nachmittag ziehen sich beide Seiten zur\u00fcck, die Stra\u00dfenm\u00e4rkte \u00f6ffnen f\u00fcr einige Stunden, aber die Stra\u00dfen sind weitaus leerer als sonst. Allerdings sind sie gepflastert mit ausgekreuzten Fotos des Armeechefs Min Aung Hlain, so dass die Passant*innen auf ihn treten k\u00f6nnen. Neben Protestgraffiti und Postern werden seit Neuestem auch Fotos von Polizeispitzeln aufgeh\u00e4ngt. Nach Einbruch der Dunkelheit schotten sich die Stadtteile ab, igeln sich ein hinter Barrikaden, die mit jedem Tag befestigter werden. Sie wurden von Anwohner*innen errichtet, um die Polizei \u2013 und Kriminelle \u2013 rauszuhalten, nachts patrouillieren Nachbarschaftswachen. T\u00e4glich um 20 Uhr werden eine Viertelstunde lang lautstark T\u00f6pfe und Pfannen geschlagen, um symbolisch die Junta zu vertreiben, danach folgen Protestlieder. Das Internet wird landesweit um Mitternacht oder sp\u00e4testens um ein Uhr abgestellt, um neun Uhr morgens geht das Land wieder online. So f\u00e4ngt jeden Morgen der Zyklus von vorne an.\u201c ((6))<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Die Bewegung zivilen Ungehorsams.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gef\u00e4hrlicher als der Stra\u00dfenprotest ist f\u00fcr das Milit\u00e4r die umfangreiche Bewegung des zivilen Ungehorsams, die das Land zum Stillstand gebracht hat. Millionen Menschen boykottieren alles, was mit dem Milit\u00e4r zu tun hat. Die Bewegung begann \u201emit dem Auszug von \u00c4rztinnen und \u00c4rzten aus den \u00f6ffentlichen Kliniken, erfasste aber bald auch Staatsangestellte in vielen anderen Einrichtungen, ganze Berufsverb\u00e4nde (z.B. Ingenieure), eingeschlossen Ministerien in Naypyitaw, einer Stadt, die das Milit\u00e4r sich als vorgeblich \u201eprotestsichere\u201c neue Hauptstadt erst 2005 neu eingerichtet hatte.\u201c\u00a0((7)) Jedoch ist der Generalstreik ein zweischneidiges Schwert. Die Bewegung des zivilen Ungehorsams trifft auch die Bev\u00f6lkerung. Z.B. hat der Streik im Bankensektor zu einer Schlie\u00dfung fast aller Bankfilialen und einer Bargeldknappheit gef\u00fchrt, die auch die Abwicklung von Gehaltszahlungen beeintr\u00e4chtigt. Organisiert wird die Bewegung \u00fcber bestehende Netzwerke und soziale Medien. Berufsgruppen, Gewerkschaften, Studierendengruppen und Nachbarschaften spielen eine Rolle. Diese F\u00fchrungslosigkeit ist in der aktuellen Situation von Vorteil, weil die Bewegung nicht auf einen Schlag enthauptet werden kann. Sie mag sich aber auch als Nachteil erweisen, wenn es darum geht, wer mit dem Milit\u00e4r verhandeln soll.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Hoffnung<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Hoffnung gibt es f\u00fcr Myanmar? Westliche Staaten haben kaum Einfluss im Land, weder politisch noch wirtschaftlich. Deutschland hat z.B. die Entwicklungszusammenarbeit bereits 2020 aufgrund der Vertreibung der Rohingya ausgesetzt. Myanmars Wirtschaftsbeziehungen liegen bei seinen Nachbarn. Das sind China und die ASEAN Staaten. Die ASEAN Staaten verfolgen traditionell eine Politik der Nicht-Einmischung untereinander. Jedoch haben Malaysia und Indonesien den Putsch kritisiert und Singapur bem\u00fcht sich, das Milit\u00e4rregime und die gest\u00fcrzte Zivilbewegung zu einem Dialog zu bewegen. China kann als autorit\u00e4res Regime einerseits kein Interesse am Erfolg einer zivilen Aufstandsbewegung haben, siehe Hongkong. Andererseits hat Peking gut mit der NLD-Regierung zusammengearbeitet und braucht f\u00fcr das Projekt der \u201eNeuen Seidenstra\u00dfe\u201c Stabilit\u00e4t im Nachbarland. Selbst wenn das Milit\u00e4r die Demokratiebewegung blutig niederschl\u00e4gt, ist es fraglich, ob es danach die Voraussetzungen f\u00fcr ein solches Infrastruktur- und Wirtschaftsprojekt schaffen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich ist da das burmesische Milit\u00e4r selbst, an dem die letzten zehn Jahre der \u00d6ffnung vielleicht nicht spurlos vor\u00fcber gegangen sind. Vielleicht fragen sich manche in den Streitkr\u00e4ften, ob sie einen Weg mitgehen sollen, der das Land in eine lange Krise f\u00fchren wird und auf dem die Armee viel verlieren kann. Zumal die enorme Fehleinsch\u00e4tzung der Proteste die Position der gegenw\u00e4rtigen Milit\u00e4rf\u00fchrung geschw\u00e4cht haben d\u00fcrfte. ((8)) Am Ende bleibt die Hoffnung auf die Kraft der gewaltfreien Bewegung und des zivilen Ungehorsams an dem alle Religionen, alle ethnischen Gruppen und alle Generationen des Landes mitwirken. \u201eEs sind 45 Tage seit dem Staatsstreich. Zorn und Trauer entfachen den kleinen Funken der Hoffnung in uns. Er wird hell brennen, und wir werden diesen Kampf gewinnen\u201c ((9))<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirft man einen Blick in die Geschichte Myanmars, so stellt man fest, dass das Milit\u00e4r im Grunde seit 1962 nicht aufgeh\u00f6rt hat, das Land zu beherrschen. Im M\u00e4rz 1962 putschte General Ne Win gegen die damalige Regierung. Bis 1974 regierte er das Land durch einen Milit\u00e4rrat. Dann wurde ein Einparteiensystem etabliert. 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