{"id":24673,"date":"2021-03-29T10:29:57","date_gmt":"2021-03-29T08:29:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/03\/gefangen-in-den-eigenen-vier-waenden\/"},"modified":"2021-04-25T19:51:39","modified_gmt":"2021-04-25T17:51:39","slug":"gefangen-in-den-eigenen-vier-waenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/03\/gefangen-in-den-eigenen-vier-waenden\/","title":{"rendered":"Gefangen in den eigenen vier W\u00e4nden?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Tag des ersten Lockdowns vor einem Jahr hat die Wohnungsfrage f\u00fcr alle auf die pers\u00f6nliche Tagesordnung gesetzt. Denn wie gro\u00df sind die Wohnungen, in die wir uns zur\u00fcckziehen sollen? Mit wie vielen Leuten teilen wir sie \u2013 oder nicht? Wie hell oder wie dunkel sind sie? Wie ausgestattet? Mit Balkon? Wie gelegen? Wie laut ist die Stra\u00dfe vor der T\u00fcr? Doch eine \u00f6ffentliche Diskussion der sehr verschiedenen Antworten auf diese Fragen \u2013 die Krise trifft alle, aber nicht alle gleicherma\u00dfen \u2013 eine solche politische Diskussion blieb aus. W\u00e4hrend Anzahl und Herkunft der zul\u00e4ssigen Besucher*innen staatlich reguliert und medial er\u00f6rtert wurden, blieben schn\u00f6de Fragen nach der Wohnfl\u00e4che pro Kopf au\u00dfen vor. Gerade in der Wohnungsfrage zeigt sich: Ein Gro\u00dfteil der Arbeit zur Bew\u00e4ltigung der Pandemie findet unsichtbar statt, im privaten Rahmen und vereinzelt. \u00dcber die Bedingungen dieser Arbeit wird wenig geredet. Und die Wohnungsfrage ist zun\u00e4chst einmal die privateste Frage \u00fcberhaupt: Es geht darum, welche T\u00fcr man hinter sich zumachen kann, um f\u00fcr sich sein zu k\u00f6nnen. Doch auch dieses Private ist politisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bundespolitik war wohl bewusst, dass die Eind\u00e4mmung der Krise auch in den Wohnungsmarkt eingreifen muss. F\u00fcr ein Vierteljahr wurde ein au\u00dferordentlicher K\u00fcndigungsschutz gew\u00e4hrt. Wichtiger aber war die Ausweitung der Kurzarbeit. Im April 2020 erhielten fast 6 Millionen Besch\u00e4ftigte Kurzarbeitergeld, bis August sank die Zahl auf 2,5 Millionen. Und diese Leistung der Arbeitslosenversicherung wanderte in vielen F\u00e4llen direkt von den Besch\u00e4ftigten zur Immobilienwirtschaft: die Kosten der Wohnung, insbesondere die Miete stehen weit oben in der Priorit\u00e4tenliste der Haushalte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem ersten Lockdown zog die Wirtschaft rasch wieder an und hielt sich im zweiten Teillockdown insgesamt stabil. Die besonders betroffenen Branchen \u2013 Teile des Einzelhandels, Hotels und Gastst\u00e4ttengewerbe, Tourismus, Kultur \u2013 bilden nicht den Kern des deutschen Wachstumsmodells. Damit flossen auch die Arbeitseinkommen f\u00fcr die meisten Besch\u00e4ftigten weiter. Angesichts eingeschr\u00e4nkter Konsumm\u00f6glichkeiten und gro\u00dfer Zukunfts\u00e4ngste stieg die Sparquote der privaten Haushalte 2020 auf 16 Prozent! Normalerweise sind es hierzulande gut 10 Prozent.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Relativer Krisengewinner<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vermeldet im Januar 2021 sehr zufrieden: \u201eBei der Wohnungsvermietung sind bisher coronabedingt keine signifikanten Mietr\u00fcckst\u00e4nde oder gar ein R\u00fcckgang der Wohnungsnachfrage feststellbar.\u201c ((1)) Die Immobilienbranche konnte trotz der Einbr\u00fcche in der Gewerbevermietung eine fast positive Bilanz des Coronajahres ziehen: W\u00e4hrend das Bruttoinlandsprodukt um 5 Prozent zur\u00fcckging, betrug der R\u00fcckgang in der Grundst\u00fccks- und Wohnungswirtschaft nur 0,5 Prozent. Selbst bei Errichtung, Verkauf und Vermietung von B\u00fcror\u00e4umen zeigt sich bisher nur ein beschr\u00e4nkter R\u00fcckgang. Nicht jede T\u00e4tigkeit, noch nicht einmal jede B\u00fcrot\u00e4tigkeit l\u00e4sst sich ins Home Office \u00fcberf\u00fchren. Das Baugewerbe war der einzige Bereich, der 2020 \u00fcberhaupt ein Wachstum aufwies, wenn auch nur magere 1,4 Prozent.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Eine Einsicht hatte es im letzten Fr\u00fchjahr bis in alle Massenmedien geschafft und ist durch die zweite Welle nur best\u00e4tigt worden: Nicht die Entscheidungen von Wirtschaftsbossen und Chefs aller Art, sondern die t\u00e4gliche Arbeit der Millionen \u201ekleinen Leute\u201c h\u00e4lt die Gesellschaft am Leben und zusammen. Und in dieser Arbeit haben die Leute im letzten Jahre viele neue Erfahrungen machen m\u00fcssen, haben Neues ausprobiert und gelernt. Ohne ihr Wissen geht gar nichts. Aber fertig macht die Arbeit doch, erst recht, wenn zuhause nicht genug Platz ist.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere Bereiche der deutschen Wirtschaft m\u00fcssen auf den Export hoffen, auf direkte staatliche Beihilfen in Milliardenh\u00f6he oder auf einen Erfolg der Impfstrategie, damit die h\u00f6heren Ersparnisse des Jahres 2020 doch noch den Weg in ihre Gesch\u00e4fte finden. Die Immobilienwirtschaft wurde indirekt gesponsert. Sie geh\u00f6rt zu den Krisengewinnern, relativ gesehen. Selbstbewusst hat sie auch 2021 nicht vor, auf ihre Vorteile zu verzichten.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Stabilisierung nicht f\u00fcr alle<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Krise zeigen sich einige der systematischen L\u00f6cher im sozialen Netz. Geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigte sind nicht in der Arbeitslosenversicherung und erhalten daher kein Kurzarbeitergeld. Der R\u00fcckgang der geringf\u00fcgigen Besch\u00e4ftigung betrug von M\u00e4rz bis November 2020 mehr als 500.000, davon die H\u00e4lfte Nebenjobber, die andere H\u00e4lfte ausschlie\u00dflich geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigte. ((2)) In vielen F\u00e4llen war ihre Arbeit Teil eines besonderen Familienmodells mit Hauptern\u00e4hrer, deren Bedeutung nun wieder w\u00e4chst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschen in prek\u00e4rer Selbst\u00e4ndigkeit hatten als Unter-nehmer*innen in der Coronakrise eine sehr viel breitere Lobby. Doch die lauthals verk\u00fcndeten Hilfsprogramme greifen in vielen F\u00e4llen nicht. Die vom Bund bereitgestellten Mittel werden nicht abgerufen, weil sie an lebensfremde Bedingungen gekn\u00fcpft sind. Am Ende bleibt der Verweis auf Hartz IV, um private und Mietschulden zu vermeiden. Denn der K\u00fcndigungsschutz hie\u00df ja nicht, dass die Mietforderungen nicht weiter auflaufen. Die Verunsicherung und das gef\u00e4hrdete Selbstbild in diesem Bereich haben einen Beitrag zur aberwitzigen Coronaleugnung geleistet, die erst an der zweiten Welle politisch gescheitert ist. Wie in jedem Umbruch b\u00fcndeln sich in der Coronakrise auf verwirrende Weise die verschiedensten Konflikte.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Wohnen: Alte Probleme in neuem Licht<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lockdown, Homeschooling, Home Office: Viele neue Herausforderungen der Krise sollten zuhause bew\u00e4ltigt werden. Aber wie viel Platz ist da? Es gibt Leute, die gar keine Wohnung haben, sondern bestenfalls eine Unterkunft. Reden wir nicht von den Grenzen der EU. (\u00c4rzte ohne Grenzen fordert die Evakuierung der Fl\u00fcchtlingslager auf Lesbos, wo 42.000 Gefl\u00fcchtete sich nicht vor Infektionen sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Ohne Erfolg.) In den Berliner Gemeinschaftsunterk\u00fcnften f\u00fcr Gefl\u00fcchtete waren Ende Februar 2021 \u202818.458 Pl\u00e4tze belegt. ((3)) Zur Zahl der Obdachlosen gibt es nur Sch\u00e4tzungen. Vor einem Jahr hatte Berlin in der \u201eNacht der Solidarit\u00e4t\u201c am 7. Februar 2020 \u20281.976 Obdachlose gez\u00e4hlt, davon 807 auf der Stra\u00dfe, 158 im \u00d6ffentlichen Personennahverkehr, 15 in Rettungsstellen, 12 im Polizeigewahrsam, 42 im W\u00e4rmeraum Gitschiner Stra\u00dfe und 942 in der K\u00e4ltehilfe. Diejenigen, die in Kellern oder auf D\u00e4chern \u00fcbernachtet haben oder die irgendwie bei Bekannten untergekommen sind, sind in dieser Auflistung nicht enthalten. Und schlie\u00dflich geh\u00f6ren nicht nur, aber auch in diesem Land Altenheime zu den Hotspots der Pandemie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohnen ist die bessere Alternative. Doch eine Wohnung \u201ehaben\u201c hei\u00dft sehr Verschiedenes. Bundesweit lebt gut die H\u00e4lfte aller Leute im selbstgenutzten Eigentum. Hier entf\u00e4llt auf eine Person eine Wohnfl\u00e4che von 51 Quadratmetern. Bei den Mieter*innen sieht es anders aus: hier sind es noch 38,5 Quadratmeter pro Person. Erstmals seit Jahrzehnten ist die Wohnfl\u00e4che pro Kopf in den Mieterhaushalten etwas gesunken. Und dann teilt die amtliche Statistik noch einen Fakt mit: \u201eBei der Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund standen jedoch je Person rund 13 Quadratmeter weniger Wohnfl\u00e4che zur Verf\u00fcgung als bei Personen ohne Migrationshintergrund. Hierbei spielte es keine Rolle, ob diese Personen in Eigentum oder zur Miete wohnen.\u201c ((4))<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So weit die Statistiken zur Wohnfl\u00e4che. Dann gibt es die Statistik zur Ausbreitung von COVID-19. Die Berliner Gesundheitsverwaltung hat diese und weitere Angaben kombiniert. In ihrem Fazit hei\u00dft es: \u201eJe h\u00f6her der Anteil der Arbeitslosen bzw. Transferbeziehenden in den Bezirken ist, desto h\u00f6her ist die COVID-19-Inzidenz. (\u2026) Grunds\u00e4tzlich ist festzustellen, dass Bezirke, die eine ung\u00fcnstigere Sozialstruktur aufweisen sowie dichter besiedelt sind und in denen weniger Frei- und Erholungsfl\u00e4che zur Verf\u00fcgung steht, signifikant st\u00e4rker von der COVID-19-Epidemie betroffen sind.\u201c ((5))<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jenseits der gro\u00dfen St\u00e4dte liegen die Probleme anders, sind aber nicht geringer. Die Altersstruktur, das weite Pendeln zur Arbeit auf der einen, die Einschr\u00e4nkungen bei den ohnehin schon schwerer erreichbaren \u00f6ffentlichen Dienstleistungen auf der anderen Seite tragen dazu bei. Mehrere der stabilen Hotspots der Pandemie liegen in l\u00e4ndlichen Gegenden. Die Analysen dazu stehen noch aus, ein Zufall ist es sicher nicht.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Was tun?<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mieten- und stadtpolitische Initiativen sind von der Krise und ihren Einschr\u00e4nkungen auf doppelte Weise betroffenen. Einerseits mussten sie, wie alle, ihre Arbeitsweise umstellen. Das Berliner Volksbegehren \u201eDeutsche Wohnen &amp; Co. enteignen\u201c versucht, sein Anliegen mit einer Unterschriftensammlung unter Coronabedingungen durchzusetzen. Anderseits ist der Bedarf an Gespr\u00e4chen und insbesondere an Sozialberatung massiv gewachsen. Und sozial distanzierte Sozialberatung ist ein Widerspruch in sich. Viele Leute sind sehr fit in digitalen Kommunikationsformen, andere nicht. Lokale Solidarit\u00e4tsinitiativen hatten es schon im ersten Lockdown schwer. In der winterlichen zweiten Welle war die Ohnmacht und Erm\u00fcdung greifbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Worin besteht die Ohnmacht und warum sind wir m\u00fcde? Eine Einsicht hatte es im letzten Fr\u00fchjahr bis in alle Massenmedien geschafft und ist durch die zweite Welle nur best\u00e4tigt worden: Nicht die Entscheidungen von Wirtschaftsbossen und Chefs aller Art, sondern die t\u00e4gliche Arbeit der Millionen \u201ekleinen Leute\u201c h\u00e4lt die Gesellschaft am Leben und zusammen. Und in dieser Arbeit haben die Leute im letzten Jahre viele neue Erfahrungen machen m\u00fcssen, haben Neues ausprobiert und gelernt. Ohne ihr Wissen geht gar nichts. Aber fertig macht die Arbeit doch, erst recht, wenn zuhause nicht genug Platz ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht alles Neue hat funktioniert. Nicht alles geht anders, nur wenn man es versucht. F\u00fcr viele Verbesserungen braucht es bessere Ausgangsbedingungen, die nicht zum Nulltarif zu haben sind. Die Krise trifft alle, aber nicht alle gleicherma\u00dfen. Die \u201ekleinen Leute\u201c leben in kleineren Wohnungen und haben geringere private Reserven. Reale Ver\u00e4nderungen sind n\u00f6tig. Welche Ressourcen sind vorhanden? Wie k\u00f6nnen neue M\u00f6glichkeiten geschaffen werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht jetzt darum, endlich eine menschenfreundliche Infrastruktur zu schaffen: Eine soziale und eine technische Infrastruktur, die den Herausforderungen der aktuellen Krisen dauerhaft gewachsen ist und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr alle \u00f6ffnet. Das wird nur klappen, wenn viele der \u201ekleinen Leute\u201c sich politisch aufraffen. Ein kritisches Verhalten zum eigenen Alltag ist nicht die schlechteste Lehre aus dem ersten Jahr Corona. Es gibt Umbr\u00fcche und nicht alles bleibt so, wie es mal war. Das hei\u00dft nicht, dass jede Ver\u00e4nderung zu Verbesserungen f\u00fchrt. Aber es hei\u00dft, dass ein Festhalten an alten Gewohnheiten nicht immer hilft: Manchmal ja, manchmal nein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den sechziger Jahren schrieb der Politikwissenschaftler Karl W. Deutsch: \u201eMacht hat in einem gewissen Sinne derjenige, der es sich leisten kann, nichts lernen zu m\u00fcssen.\u201c ((6)) Er brachte damit ein wichtiges Argument f\u00fcr die Begrenzung von Macht und gegen autorit\u00e4re Modelle aller Art auf den Punkt: Leute, die zu viel Macht haben, m\u00fcssen nichts lernen. (Bis irgendwann der Punkt kommt, an dem ihre Macht zum Machterhalt nicht mehr ausreicht \u2013 aber bis dahin geht meist viel kaputt.) Er hat damit aber auch den kleinen Leuten eine Mahnung mitgegeben: So anstrengend Aufkl\u00e4rung, Lernen und Wissenschaft auch sind \u2013 und sie sind anstrengend \u2013 sie k\u00f6nnen es sich gar nicht leisten, darauf zu verzichten. Solange sie versuchen, sich nur um die eigene kleine Welt zu k\u00fcmmern, wird die gro\u00dfe Welt mit ihren Umbr\u00fcchen alle Lebenspl\u00e4ne durcheinander wirbeln. Sicher ist die Wohnungsfrage zun\u00e4chst einmal die privateste Frage \u00fcberhaupt. Aber um sie zu beantworten, braucht es mehr: \u201eJeder Versuch eines Einzelnen, f\u00fcr sich zu l\u00f6sen, was alle angeht, mu\u00df scheitern.\u201c ((7))<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Tag des ersten Lockdowns vor einem Jahr hat die Wohnungsfrage f\u00fcr alle auf die pers\u00f6nliche Tagesordnung gesetzt. Denn wie gro\u00df sind die Wohnungen, in die wir uns zur\u00fcckziehen sollen? Mit wie vielen Leuten teilen wir sie \u2013 oder nicht? Wie hell oder wie dunkel sind sie? Wie ausgestattet? Mit Balkon? Wie gelegen? 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