{"id":25322,"date":"2021-06-21T12:36:25","date_gmt":"2021-06-21T10:36:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/06\/unter-der-schwarz-roten-friedensfahne\/"},"modified":"2021-06-29T10:57:27","modified_gmt":"2021-06-29T08:57:27","slug":"unter-der-schwarz-roten-friedensfahne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/06\/unter-der-schwarz-roten-friedensfahne\/","title":{"rendered":"Unter der schwarz-roten Friedensfahne"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Auf Wikipedia gibt es ein sch\u00f6nes Foto von Dir. Da sitzt Du am IDK-B\u00fcchertisch, h\u00e4ltst gut gelaunt die Brosch\u00fcre \u201eAbschaffung des Krieges\u201c in die Kamera. Im Hintergrund eine schwarz-rote Anarcho-Fahne mit Peace-Zeichen und die IDK-Fahne mit zerbrochenen Gewehr. Was bedeuten (Dir) diese Symbole?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-25361\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Wolfram-Bayer-Interview-graswurzelrevolution-1000x560-1.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"100%\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Wolfram-Bayer-Interview-graswurzelrevolution-1000x560-1.jpg 1000w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Wolfram-Bayer-Interview-graswurzelrevolution-1000x560-1-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Wolfram-Bayer-Interview-graswurzelrevolution-1000x560-1-600x336.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Wolfram-Bayer-Interview-graswurzelrevolution-1000x560-1-768x430.jpg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Wolfram-Bayer-Interview-graswurzelrevolution-1000x560-1-150x84.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wolfram Beyer: Symbole sind mir deshalb wichtig, weil sie auch Inhalte transportieren und Assoziationen erzeugen. Bei diesem Foto sind die Hinweise beabsichtigt, weil dieser IDK-B\u00fcchertisch am 2. Mai 2019 zum Gedenken an <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2016\/10\/gustav-landauer\/\">Gustav Landauer<\/a> gemacht wurde. Die <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2017\/10\/70-jahre-idk-internationale-der-kriegsdienstgegnerinnen\/\">IDK<\/a> hatte anl\u00e4sslich dieser Veranstaltung die oben genannte Schrift aus dem Jahr 1911 von Landauer publiziert. Als Herausgeber der IDK-Schriftenreihe fand ich den klassischen Text von <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/01\/rudolf-rocker-rockt-noch-immer-2\/\">Rudolf Rocker<\/a> \u201eDie Waffen nieder \u2013 die H\u00e4mmer nieder\u201c (1919) als \u201eNachwort\u201c passend, also einen Artikel von einem bedeutenden Vertreter des Anarcho-Syndikalismus. Aus meiner Sicht geh\u00f6ren die Namen Landauer und Rocker zusammen. Ihre unterschiedlichen anarchistischen Schwerpunkte erg\u00e4nzen sich. Das sind die kommunit\u00e4ren, kultursozialistischen Ans\u00e4tze und die gewerkschaftliche, syndikalistische Richtung. Aber, bereits auf der Veranstaltung selbst wollte jemand diese Verbindung nicht akzeptieren. Das ist o.k. und dar\u00fcber k\u00f6nnen wir diskutieren. Mit den Schriften von Landauer k\u00f6nnen unterschiedliche politische Schlussfolgerungen gezogen werden.<br \/>\nDie schwarz-rote Fahne steht f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/09\/die-provinzialisierung-des-internationalen-anarchosyndikalismus\/\">Anarcho-Syndikalismus<\/a> und das zerbrochene Gewehr ist seit ca. 1905 ein anti-autorit\u00e4res Symbol f\u00fcr Antimilitarismus, Kriegsdienstverweigerung und Gewaltfreiheit. Die Schriften von Landauer und Rocker sind auch eine wichtige theoretische Grundlage f\u00fcr gewaltfreie Positionen im Anarchismus.<br \/>\nDas Peace-Zeichen ist noch nicht so alt und wurde in den 1960er Jahren von der CND, der Campaign for Nuclear Disarmament, bekannt gemacht. Bei den Osterm\u00e4rschen der 1960er Jahre zuerst in England dann auch in West-Deutschland, wurde dieses Symbol popul\u00e4r. Seitdem steht es auch in der Pop-Kultur f\u00fcr Love&amp;Peace und viele verbinden damit auch Pazifismus. In den 1960er Jahren wurde das Peace-Zeichen auch auf schwarzen Fahnen der CND getragen. Obwohl die schwarze Fahne auch ein anarchistisches Symbol ist, bevorzuge ich die schwarz-rote, erstens weil sie f\u00fcr Anarcho-Syndikalismus steht und zweitens, weil heute schwarze Fahnen mit unterschiedlichen Symbolen auch von nationalistischen, v\u00f6lkischen oder islamistischen Gruppierungen verwendet werden. Symbole k\u00f6nnen auch Verwirrung stiften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Viele Pazifist*innen haben Vorurteile gegen die vermeintlich chaotischen Anarchist*innen. Was verstehst Du unter Anarchopazifismus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Begriffe k\u00f6nnen Verwirrung stiften. Deshalb hier mein Versuch der Kl\u00e4rung: Als Anarchist habe ich eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft als Ziel. Mit dieser Definition bin ich seit ca. 1978 verbunden, die die Zeitschrift Graswurzelrevolution im Selbstverst\u00e4ndnis seit 1972 f\u00fchrt. Ich verwende und interpretiere die Begriffe Anarchie, Anarchist und anarchistisch im politisch-\u00f6ffentlichen, zivilgesellschaftlichen Sinn, also nicht als eine individuelle Angelegenheit. Dabei orientiere ich mich am Zukunftsforscher Ossip K. Flechtheim, der die sozialistische Perspektive mit der sozialistischen Vision vom Absterben des Staates und einer gewaltfreien Revolution verbinden wollte. Flechtheim schrieb 1987, dass \u201eGewalt, Macht und Herrschaft\u201c Schulbeispiele \u201eder Entmenschung des Menschen\u201c sind. Schon im Begriff \u201eStaat\u201c steckt laut Flechtheim die Drohung mit Zwang und Gewalt, die institutionalisiert, legitimiert und legalisiert ist.<br \/>\nAnarchie ist ein belastetes Wort und wird umgangssprachlich meist negativ verwendet. Ich habe selber erlebt wie in den 1970er Jahren \u00fcberall mit Fahndungsplakaten nach vermeintlich \u201eanarchistischen Gewaltt\u00e4tern\u201c gesucht wurde. Die Gesuchten waren Mitglieder der \u201eRoten Armee Fraktion\u201c (RAF), die alles andere waren, nur keine Anarchist*innen. Sie bezeichneten sich selbst auch nicht als solche. Der Name \u201eRote-Armee-Fraktion\u201c geh\u00f6rt in das politische Spektrum eines autorit\u00e4ren Staats-Sozialismus und steht meinen anarchistischen Vorstellungen kontr\u00e4r gegen\u00fcber.<br \/>\n\u00c4rgerlich ist, dass heute zum Beispiel die Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung mit ihrem Magazin \u201eFluter\u201c die Anarchie mit Terror und Chaos gleichsetzt. In der im Sommer 2020 erschienenen Ausgabe zum Thema Terror gab es ein Aufmacher-Foto von einem Auto, das von einer Bombe zerst\u00f6rt wurde. Das Foto wurde in die Verbindung mit der RAF gesetzt, ohne Quellenangaben. Selbst dieses Magazin, nach ihrem Selbstverst\u00e4ndnis der Aufkl\u00e4rung verpflichtet, nutzt in ihrer \u201epolitischen Bildung\u201c das g\u00e4ngige Klischee von Anarchie gleich Chaos und Terror.<br \/>\nWenn wir der Wortsch\u00f6pfung folgen, dann bezeichnet Anarchie einen Zustand der Abwesenheit von Herrschaft und das ist ein wichtiger Begriff in der politischen Theorie. Als Politikwissenschaftler ist mir dieser Hinweis wichtig.<br \/>\nAls Anarchist bin ich selbst nicht unordentlich, nicht ohne Regeln, nicht ohne Ordnung, sondern stelle die soziale Frage: K\u00f6nnen wir in einer Gesellschaft ohne Herrschaft leben? Herrschaft ist nicht gleich Macht. Macht und Herrschaft sind zwei verschiedene Dinge. Wenn sich Machtstrukturen verfestigen, dann werden sie zur Herrschaft und dann wird dies zur Gewalt. Macht hat etwas Positives, weil sie von Gruppen und Gesellschaften getragen wird, w\u00e4hrend Herrschaft von Einzelnen oder Kleingruppen ausgeht und vor allem in Herrschaftsinstitutionen (Milit\u00e4r, Polizei, B\u00fcrokratie etc.) organisiert ist.<br \/>\nWenn ich also das kultur-politische Spektrum der Herrschaft im Blick habe, dann folgt daraus automatisch die Kritik der Gewalt und daraus logischerweise die Formel \u201eohne Gewalt leben\u201c. Mein konkretes Handeln kann mit sozialistischen, antimilitaristischen, menschenrechtlichen und b\u00fcrgerrechtlichen Themen verbunden sein. Politisches Handeln in der Realit\u00e4t sollte immer einen Bezug zur Perspektive haben. Das kann in der Lebenspraxis, in manchen Phasen des Lebens, sehr unterschiedlich sein.<br \/>\nIn meinem Leben habe ich selten das Wort Anarchie oder die Selbstbezeichnung \u201eAnarchist\u201c verwendet. Genauso bin ich mit der Selbstbezeichnung Atheist umgegangen, nachdem ich mit 16 Jahren aus der evangelischen Kirche ausgetreten bin. Im pragmatischen Alltag geht es oft um einzelne konkrete Themen, in denen allgemeine plakative Positionierungen keine Rolle spielen. Es gibt wundervolle, sympathische Mitmenschen, die keine Anarchist*innen sind oder sich nicht als solche bezeichnen w\u00fcrden. Und es gibt auch Anarchist*innen, mit denen ich nicht zusammen sein m\u00f6chte.<br \/>\nIn gewaltfreien Aktionen und im Antimilitarismus gibt es punktuell fruchtbare Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Menschen. Das gef\u00e4llt mir an der <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/12\/antimilitarismen-in-bewegung\/\">WRI<\/a> und der IDK, in der ich seit 1978 aktiv bin. F\u00fcr die Verst\u00e4ndigung von unterschiedlichen Menschen und Gruppen ist ein gemeinsamer Konsens, wie in der WRI-Grundsatzerkl\u00e4rung seit 1921 formuliert wurde, hilfreich. \u201eKrieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterst\u00fctzen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.\u201c<br \/>\nNun gibt es ein breit gef\u00e4chertes Spektrum von Leuten, die sich als Anarchist*innen bezeichnen oder verstehen. Das ist auch gut so. Wie sie ihre Positionen begr\u00fcnden liegt in ihrer Verantwortung.<br \/>\nWeit verbreitet besteht die Auffassung \u201eGesellschaft sei gleich Staat\u201c und ohne Staat ginge gar nichts. Dem widerspreche ich und vertrete die Auffassung, dass eine Gesellschaft ohne Staat m\u00f6glich ist, insbesondere eine sozialistische Gesellschaft, die nur ohne Staat sein kann. In diesem Sinn ist z.\u00a0B. Milit\u00e4r niemals eine Option f\u00fcr eine Gesellschaft ohne Staat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das klingt sch\u00f6n revolution\u00e4r. Was ist Dein Revolutionsverst\u00e4ndnis?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Bezug ist auch hier die Verortung des Begriffs, wie er im Wort Graswurzelrevolution zu finden ist. Es geht dabei nicht darum, Revolution zu machen oder um die eine Revolution, die als der Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung aller Dinge gesehen wird. Die griechische Sage \u00fcber den Gordischen Knoten, den Alexander der Gro\u00dfe einfach mit dem Schwert durchtrennte und damit weitere Herrschaft erlangte, steht auch heute f\u00fcr eine L\u00f6sung mit der Gewalt eines Superhelden. Viele Menschen sind diesem Bild verhaftet. Perspektivwechsel f\u00fcr andere Bilder sind wichtig. Ich will dagegen zum revolution\u00e4ren Verhalten anregen, also Unerh\u00f6rtes zu denken, eine humane, soziale und \u00f6kologische Gesellschaft vorzudenken und Handlungen entsprechend zu praktizieren.<br \/>\nDen Erfolg einer Revolution kann man allerdings erst im Nachhinein erkennen, wenn etwas Undenkbares und Radikales zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden ist. Auch geht es darum, Revolution im kleinen Radius von vielen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen. Damit sehen wir den Unterschied zum politischen Bereich. Revolution, in meinem Sinn, ist nicht die Vorstellung, die Herrschaft an den politischen Schalthebeln auszuwechseln. Revolution hat bei mir immer die Vorstellung einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Dimensionen, der Sozialen Revolution. In der Franz\u00f6sischen Revolution (1789) wurden die Menschenrechte zum Ma\u00dfstab, zur gesellschaftlichen Verfassungsrealit\u00e4t. Dass die Menschen alle gleich sind und Rechte haben, war vorher in der St\u00e4ndegesellschaft undenkbar. Vorher berief man sich auf die christliche N\u00e4chstenliebe (u.a. etc.), um gegen Ungerechtigkeiten anzugehen. Die Menschenrechte wurden dann die Grundlage f\u00fcr politische Systeme und im Vergleich zu vorher war das wahrlich revolution\u00e4r. Allerdings muss die Ausgestaltung immer neu und aktuell gedacht werden und manchmal von neuem begonnen werden.<br \/>\nSchon in der Franz\u00f6sischen Revolution fehlte die grundlegende (radikale) Umgestaltung des \u00f6konomischen Bereichs, denn die Feudalherrschaft wurde nicht grunds\u00e4tzlich angetastet, sondern verfassungsrechtlich umgedeutet und legitimiert. Eine Ausnahme waren die Enteignungen des Besitzes der in der franz\u00f6sischen Gesellschaft m\u00e4chtigen Kirche. Menschenrechte mussten gegen kirchliche Herrschaft erk\u00e4mpft werden. Die Ans\u00e4tze zum revolution\u00e4ren Handeln leben immer im Gegebenen, in der jeweiligen vorfindbaren Realit\u00e4t. Sie fallen nicht vom Himmel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dein 2012 erschienenes Buch \u201ePazifismus und Antimilitarismus\u201c ist eine gelungene Einf\u00fchrung in die antimilitaristische, libert\u00e4r-pazifistische Ideengeschichte. Es gibt viele Linke und Anarchist*innen, die den Begriff Pazifismus ablehnen. Warum verwendest du das Wort Pazifismus? Was verstehst Du unter Anarchopazifismus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damals wollte der Schmetterling-Verlag nur eine Einf\u00fchrung in den Antimilitarismus und ich konnte den Verlag \u00fcberzeugen, dass es theoriehistorisch sinnvoll ist, beide Begriffe \u2013 <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/produkt\/pazifismus-der-tat-revolutionaerer-pazifismus\/\">Pazifismus<\/a> und Antimilitarismus \u2013 darzustellen und kontrovers zu diskutieren. Ich selbst verwende in Gespr\u00e4chen f\u00fcr mich die Bezeichnung Pazifist und Kriegsdienstgegner. Diese Worte sind weniger negativ belastet und f\u00fchrten oft zu freundlichen, offenen Gespr\u00e4chen. Als Pazifist bin ich auch Antimilitarist, weil ich punktuell gegen Erscheinungsformen des Militarismus engagiert bin. Im anglo-amerikanischen Sprachraum ist ein Pazifist jemand, der eher im Spektrum der Graswurzelrevolution aktiv ist. Manchmal sage ich auch, dass ich ein gewaltfreier Pazifist bin, denn es gibt Pazifist*innen, die Milit\u00e4r zur Konfliktregulierung w\u00fcnschen, z. B. als \u201eBlauhelmsoldaten\u201c der UNO in bestimmten Krisenregionen. Diese Friedensfreunde bezeichne ich als V\u00f6lkerrechtspazifisten, die nicht grunds\u00e4tzlich gegen Milit\u00e4r sind und durchaus f\u00fcr die Option Krieg eintreten. Am V\u00f6lkerrecht sind auch viele Antimilitarist*innen orientiert, wenn sie (nur) gegen einen v\u00f6lkerrechtswidrigen Krieg argumentieren. Im V\u00f6lkerrecht ist auch das Kriegsf\u00fchrungsrecht der Staaten unangetastet. Antimilitarist*innen, die damals an der Politik des \u201erealen Sozialismus\u201c der DDR orientiert waren, meinten auch: \u201eDer Frieden muss bewaffnet sein\u201c. Hier sehen wir ein \u00e4hnliches Politikverst\u00e4ndnis zu den Pazifist*innen, die die Institution Milit\u00e4r nicht antasten wollen, sondern nur den Krieg durch V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und staatliche Friedenssicherung verhindern wollten.<br \/>\nMeine pazifistische Begr\u00fcndung kommt aus dem englischen Wortverst\u00e4ndnis des aktiven Pazifismus, wie er vor ca. 100 Jahren von den Gr\u00fcndungsmitgliedern der War Resisters\u2019 International (WRI) formuliert wurde. Danach ist Frieden mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden in der Gesellschaft bedeutet auch die Verwirklichung der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit. Gewalt besteht als personale (direkte) und strukturelle (indirekte) Gewalt und beide Formen zerst\u00f6ren oder vermindern Lebens- und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten. Nach diesem pazifistischen Verst\u00e4ndnis ist Frieden die \u00dcberwindung, Minimierung und Abwesenheit von Gewalt. Es kommt darauf an, gewaltfreie Methoden der Konfliktl\u00f6sung zu entwickeln und anzuwenden. In diesem Sinn ist der Pazifismus immer aktiv bzw. handlungsorientiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Apropos Pazifismus. Du hast in diesem Jahr, 2021, die Brosch\u00fcre \u201eWiderstand gegen den Krieg. 100 Jahre War Resisters\u2018 International\u201c im IDK-Verlag herausgegeben. Wie sch\u00e4tzt Du die Situation der antimilitaristischen Bewegung weltweit und der WRI heute ein? Welche Perspektiven siehst Du?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Friedenssichernde Ma\u00dfnahmen sind nat\u00fcrlich besser als Krieg. Die Solidarit\u00e4tsarbeit f\u00fcr die Kriegsdienstverweiger*innen in vielen L\u00e4ndern ist notwendig, weil sie einerseits f\u00fcr die Einzelnen ermutigend ist, zum anderen sich gut eignet, an individuellen Beispielen unsere Anti-Kriegs-Arbeit und menschenrechtlichen Aspekte hervorzuheben. Unsere St\u00e4rke liegt in der Pr\u00e4vention vor Kriegsausbruch, also immer wieder die Sinnlosigkeit von Milit\u00e4r klar zu machen, zu delegitimieren. Im Rahmen der Klima-Katastrophe ist Antimilitarismus auch ein \u00f6kologisches Thema oder sollte zumindest zusammen gedacht werden. Das m\u00fcssen wir st\u00e4rker fokussieren: Klimakiller-Krieg! Ich meine dabei nicht nur die Kritik am Krieg, sondern grunds\u00e4tzlich das Milit\u00e4r mit dem milit\u00e4risch-industriellen Komplex.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ich wei\u00df, dass Gernot Jochheim Dein Denken mitgepr\u00e4gt hat. Im Mai 2021 hast Du unter dem Titel \u201eAntimilitarismus und Gewaltfreiheit\u201c eine popul\u00e4rwissenschaftliche, \u00fcberarbeitete Neufassung von Jochheims Dissertation herausgegeben. Kannst Du dazu etwas sagen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2020 redigierte ich die Dissertation von Jochheim aus dem Jahr 1977 zur Sozialgeschichte des Antimilitarismus und der Gewaltfreiheit f\u00fcr eine popul\u00e4rwissenschaftliche Neuauflage im Verlag Graswurzelrevolution.<br \/>\n1978 veranstaltete Jochheim ein politikwissenschaftliches Seminar am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Da trafen sich damals viele, die im Spektrum der Graswurzelrevolution bzw. der Gruppe \u201eGewaltfreie Aktion\u201c aktiv waren. Wir waren auch in den Seminaren von Theodor Ebert, der durch sein Buch Gewaltfreier Aufstand (1968) bekannt war.<br \/>\nWas mich an <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/produkt\/antimilitarismus-und-gewaltfreiheit\/\">Jochheims Buch<\/a> begeisterte, war die systematische Suche nach den sozialen Urspr\u00fcngen und den Traditionen der Theoriegeschichte der Gewaltfreiheit. Wie war die historische Vermittlung? 1977 war das eine neue wissenschaftliche Fragestellung. Bisher galt, dass die Doktrin der Gewaltfreiheit im Wesentlichen durch <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/03\/gandhis-anarchismus-und-seine-aktuelle-relevanz\/\">Gandhi<\/a> gepr\u00e4gt und au\u00dferhalb Indiens dann rezipiert worden sei. Auch unter radikalen Pazifist*innen, die jahrzehntelang in der Friedensbewegung gestanden haben, finden sich auffallend eindeutig gefestigte Aussagen \u00fcber die Rolle Gandhis f\u00fcr die europ\u00e4ische antimilitaristisch-pazifistische Bewegung. Dann leuchtete mit der amerikanischen B\u00fcrgerrechtsbewegung Martin Luther King auf. Ich war an sozialistischen, anarchistischen und revolution\u00e4ren Positionen interessiert und nicht so sehr an den Pers\u00f6nlichkeiten Gandhi und King.<br \/>\nWas mich damals packte war eine Aussage von Jochheim, dass Gewaltfreiheit genuin sozialistisch sei. So ist n\u00e4mlich zu konstatieren, dass in der europ\u00e4ischen sozialistischen Bewegung etwa ab ca. 1890 Organisationen in der Arbeiterbewegung existierten, die auf der Grundlage einer Kritik von revolution\u00e4rer Gewalt Modelle eines aktiven gewaltlosen Klassenkampfes ausgebildet haben. Mitte der 1970er Jahre kannte ich nur Karl Liebknecht, wenn es um Antimilitarismus ging. Und: Wen meint eigentlich Lenin in seiner Schrift \u201eDer linke Radikalismus, die Kinderkrankheit im Kommunismus\u201c (1920)? Die Antworten stehen in Jochheims Buch! Mit seinem Buch lernte ich die anarchistische Position von Ferdinand Domela Nieuwenhuis kennen, den Liebknecht in seiner bekannten Schrift \u201eMilitarismus und Antimilitarismus\u201c (1907) kritisierte. Und ich lernte die R\u00e4tekommunist*innen der Niederlande (Gorter, Pannekoek, Roland Holst) kennen, denen Lenin Kinderkrankheiten unterstellte. Hervorzuheben sind die Entwicklungen der Anarcho-Syndikalist*innen, deren organisatorische Zusammenh\u00e4nge beschrieben werden. In diesem historischen Kontext stehen auch Informationen zur Gr\u00fcndung des Internationalen Vers\u00f6hnungsbundes (IFOR), der WRI und der Tols-tojaner*innen. Das politische Zentrum f\u00fcr Europa waren damals die Niederlande.<br \/>\nJochheims Buch sollte als Nachschlagewerk bei allen stehen, die an der Geschichte des Anarchismus, Anarcho-Syndikalismus und R\u00e4tekommunismus interessiert sind. Es ist ein Buch gegen das Vergessen. Er schreibt in seiner Einleitung: \u201eDie schlie\u00dflich siegende Fraktion in der sich revolution\u00e4r verstehenden Arbeiterbewegung hat den Anspruch der gewaltlosen Sozialisten diffamiert und teilweise skrupellos unterdr\u00fcckt, so dass er, einmal versch\u00fcttet, von der herrschenden sozialistischen Geschichtsschreibung nicht einmal verdr\u00e4ngt zu werden braucht.\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden in der Gesellschaft bedeutet auch die Verwirklichung der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit.<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Du hast 2017 \u00fcber die ersten 70 Jahre der IDK-Geschichte das Buch \u201eInternationale der Kriegsdienst-gegner*innen\u201c in der Edition AV herausgegeben. Kannst Du f\u00fcr die GWR-Leser*innen kurz die IDK-Geschichte skizzieren? Was unterscheidet die IDK von der DFG-VK?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unterschiede sind zu finden in der Schwerpunktsetzung der pazifistisch-antimilitaristischen Arbeit und in der jeweiligen Vereinsgeschichte. Die IdK war 1947 die Nachfolgeorganisation des Bundes der Kriegsdienstgegner (BdK, 1919\u20131933), der aktiv u.a. mit Helene St\u00f6cker an der WRI-Gr\u00fcndung beteiligt war. Die Kriegsdienstverweigerung, die Anti-Wehrpflicht- und Anti-Dienstpflicht-Arbeit waren Schwerpunkte, die mit der IdK bis heute eine Kontinuit\u00e4t haben. W\u00e4hrend der Phase der WRI-Gr\u00fcndung 1921 war der BdK auch beteiligt bei der Gr\u00fcndung des Internationalen Anti-Militaristischen B\u00fcros gegen Krieg und Reaktion (IAMB), bei dem auch die anarchosyndikalistische Freie Arbeiter Union Deutschlands (FAUD) mit Fritz Kater dabei war. Schon damals gab es aktive Verbindungen zur links-sozialistischen und anarcho-syndikalistischen Arbeiter*innenbewegung. 1947 im Umfeld der Hamburger IdK k\u00f6nnen wir diese historische Kontinuit\u00e4t auch mit der libert\u00e4ren \u201eKulturf\u00f6deration freier Sozialisten und Antimilitaristen\u201c sehen. Gr\u00fcndungsmitglied und Aktivist der IdK war damals der Anarchist Theodor Michaltscheff.<br \/>\nIn den 1960er Jahren, im Kalten Krieg, vollzog sich ein Wandel in der IdK in der Hinsicht, dass eine Mehrheit sich st\u00e4rker gegen den herrschenden westdeutschen Anti-Kommunismus bildete und damit die neutrale Haltung zwischen den Machtbl\u00f6cken (Ost-West-Konflikt) verlie\u00df. Ein Beispiel ist die IdK-Vorsitzende Renate Riemeck, die 1961 f\u00fcr die Deutsche Friedensunion (DFU) kandidierte. Sie musste auf Druck der IdK, weil ein IdK-Grundsatz die Parteineutralit\u00e4t ist, ihre IdK-\u00c4mter niederlegen. Dennoch wurde offensichtlich, dass sich die IdK-Mehrheitsverh\u00e4ltnisse ge\u00e4ndert hatten und Positionen der DFU und sp\u00e4ter der DKP sich verst\u00e4rkten.<br \/>\nEin anderer wichtiger Zeitgeist war der Wunsch, einen \u201epolitischen Pazifismus\u201c mit einer politischen Massenorganisation zu schaffen. 1968 fusionierte die Mehrheit der IdK-Gruppen mit der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) zur DFG-IdK und 1974 folgte der Zusammenschluss mit dem Verband der Kriegsdienstverweigerer (VK) zur Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK).<br \/>\nDas Weiterbestehen der IDK hatte mehrere Gr\u00fcnde. 1968 war die IDK in West-Berlin eine aktive Organisation in der Au\u00dferparlamentarischen Opposition (APO) und im Republikanischen Club. DDR-Politik spielte in dem eher linksradikalen oder links-sozialistischen Milieu der Student*innenrevolte in West-Berlin keine Rolle. 1969 war die IDK ein Teil der Kampagne f\u00fcr Deserteure, die in West-Berlin ohne Wehrpflicht leben wollten. Damit war klar, dass Kriegsdienste verweigern umfassend gedacht wurde. Deshalb unterst\u00fctzte die IDK sp\u00e4ter die Totalen Kriegsdienstverweigerer. 1973 mit der ersten Graswurzelrevolution-Redaktion in West-Berlin entstanden Verbindungen der IDK zur Gewaltfreien Aktion, zu gewaltfreien Trainings und den vielen GWR-Themen, insbesondere zu \u00d6kologie, Anti-AKW-Bewegung etc. 1970 wurde die IDK wieder eine WRI-Sektion, weil die alte IdK ihren Vereinsstatus mit der oben genannten Fusion aufgab. Protest der DFG-IdK zur IDK-Vereinsgr\u00fcndung blieb aus, weil die DFG-IdK der DDR-Auffassung der Drei-Staaten-Theorie verbunden war. Derzufolge war West-Berlin eine selbstst\u00e4ndige politische Einheit und geh\u00f6rte nicht zur BRD. Das war nicht die Auffassung der IDK, weil es auch in Westdeutschland (BRD) und der DDR IDK-Mitglieder gab. Die IDK war immer transnational orientiert und hat keinen Respekt vor Staatsgrenzen.<br \/>\nF\u00fcr die IDK ist die WRI eine wichtige internationale Verortung und im Unterschied \u2013 historisch betrachtet \u2013 kam mit der DFG eine b\u00fcrgerlich-pazifistische Tradition (International Peace Bureau, IPB) auf die politische B\u00fchne, die nicht in der Tradition der Kriegsdienstverweigerung und der gewaltfreien direkten Aktion stand. Die V\u00f6lkerrecht-Pazifist*innen (DFG, IPB, DFU, Pahl-Rugenstein-Verlag) vertraten die politische Forderung nach der v\u00f6lkerrechtlichen Anerkennung der DDR. Dieses Politikverst\u00e4ndnis war an Staatspolitik orientiert. Also k\u00f6nnen wir an diesem Punkt zwischen IDK und DFG-VK einen Unterschied ausmachen. Heute sind die Unterschiede marginal und es gibt gute Kontakte zur DFG-VK, der Mainzer DFG-VK-Gruppe und den vielen Freund*innen der Graswurzelrevolution in der DFG-VK.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zur 70. Geburtstagsfeier der IDK e.V. durfte ich 2017 als damaliger GWR-Koordinationsredakteur im Anti-Kriegs-Museum Berlin einen Redebeitrag halten. Wenn alles klappt und die Corona-Pandemie bis dahin ihre Gef\u00e4hrlichkeit verloren hat, wird die Graswurzelrevolution im Sommer 2022 voraussichtlich ihren 50. Geburtstag feiern. Was wirst Du dazu sagen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jubil\u00e4en eignen sich dazu, um innezuhalten, die Geschichte zu reflektieren, die Gegenwart einzusch\u00e4tzen und die Zukunft der GWR zu planen. Die Zeitschrift und der Buchverlag Graswurzelrevolution stehen im optimistischen Zenit. Mein Wunsch w\u00e4re, dass wir die Transformation an die junge Generation hinkriegen. Wird das klappen? Dar\u00fcber sollten wir nachdenken und geeignete Ma\u00dfnahmen treffen. Auf dem Weg dorthin w\u00e4ren auch erweiterte organisatorische Strukturen hilfreich. Und, um auf die Symbole zur\u00fcckzukommen, ein neuer GWR-Anstecker w\u00e4re zum Jubil\u00e4um sch\u00f6n und w\u00fcrde Verbindungen schaffen. Gerne mache ich dazu Musik, aber das ist ein weiteres Kapitel.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Interview: Bernd Dr\u00fccke<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Bernd Dr\u00fccke war 22 Jahre Koordinationsredakteur der GWR und arbeitet seit Januar 2021 im Leitungsteam des Archivs f\u00fcr alternatives Schrifttum (afas) Duisburg. www.afas-archiv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GWR: Auf Wikipedia gibt es ein sch\u00f6nes Foto von Dir. Da sitzt Du am IDK-B\u00fcchertisch, h\u00e4ltst gut gelaunt die Brosch\u00fcre \u201eAbschaffung des Krieges\u201c in die Kamera. Im Hintergrund eine schwarz-rote Anarcho-Fahne mit Peace-Zeichen und die IDK-Fahne mit zerbrochenen Gewehr. Was bedeuten (Dir) diese Symbole? Wolfram Beyer: Symbole sind mir deshalb wichtig, weil sie auch Inhalte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/06\/unter-der-schwarz-roten-friedensfahne\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":502,"featured_media":25359,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Unter der schwarz-roten Friedensfahne - graswurzelrevolution","description":"GWR: Auf Wikipedia gibt es ein sch\u00f6nes Foto von Dir. Da sitzt Du am IDK-B\u00fcchertisch, h\u00e4ltst gut gelaunt die Brosch\u00fcre \u201eAbschaffung des Krieges\u201c in die Kamera. I"},"footnotes":""},"categories":[1469,1025],"tags":[1473,1474],"class_list":["post-25322","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-460-sommer-2021","category-die-waffen-nieder","tag-idk","tag-war-resisters-international"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25322","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/502"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25322"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25322\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25359"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}