{"id":25696,"date":"2021-09-07T10:21:33","date_gmt":"2021-09-07T08:21:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/09\/ein-tag-im-jahr-2048\/"},"modified":"2021-09-10T10:10:12","modified_gmt":"2021-09-10T08:10:12","slug":"ein-tag-im-jahr-2048","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/09\/ein-tag-im-jahr-2048\/","title":{"rendered":"Ein Tag im Jahr 2048"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich wache auf, weil die Sonne durch die d\u00fcnnen Vorh\u00e4nge in mein Schlafzimmerfenster scheint. Wie fast jeden Morgen freue ich mich, dass ich mir vor 25 Jahren endlich meinen langgehegten Wunsch erf\u00fcllt habe und aufs Land gezogen bin. Ich setze Kaffeewasser auf und \u00f6ffne die T\u00fcr zum Garten. Morgens ist es hier noch ruhig, nur die V\u00f6gel zwitschern. Mir gehen ein paar S\u00e4tze f\u00fcr meinen Artikel f\u00fcr die Graswurzelrevolution durch den Kopf, w\u00e4hrend ich den <a href=\"https:\/\/www.aroma-zapatista.de\/start\/\">zapatistischen Soli-Kaffee<\/a> aufgie\u00dfe.<br \/>\nDen Kaffee hole ich mir, so wie fast alles andere, was ich brauche, aus unserem Genossenschaftsladen. Anfangs funktionierte der wie eine Food Coop, wir haben gemeinsam bestellt, die Sachen aufgeteilt und abgerechnet. Wie m\u00fchsam und wie sinnlos. Aber es war ein l\u00e4ngerer Diskussionsprozess, bis alle eingesehen hatten, dass sowieso keine*r unbegrenzte Mengen essen und trinken kann \u2013 wozu dann abrechnen?<br \/>\nWir leben hier mit knapp 100 Leuten in Brandenburg in einem denkmalgesch\u00fctzten Hofensemble und einer benachbarten <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/08\/unfug-bleibt\/\">Wagenburg<\/a>. Mittlerweile haben wir die Geldwirtschaft untereinander g\u00e4nzlich abgeschafft. Den zapatistischen Genoss*innen zahlen wir f\u00fcr den Kaffee selbstverst\u00e4ndlich weit mehr als den Weltmarktpreis. Die solidarisch eingekauften Produkte bieten wir G\u00e4sten und Nachbarschaft auch in unserem Hofladen an. Um 10 Uhr habe ich Ladendienst, bis zum Mittagessen, das unser veganes Restaurant zubereitet.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Mit und ohne Lohnarbeit<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lohnarbeit gibt es in unseren Genossenschaftsbetrieben kaum noch. Wir Mitglieder teilen die notwendigen Arbeiten danach auf, wer etwas am besten kann und gerne machen m\u00f6chte. Alle arbeiten so viel, wie sie m\u00f6chten. Es gibt auch Besch\u00e4ftigte, die nicht bei uns wohnen. Die k\u00f6nnen sich aussuchen, ob sie einen guten Lohn bekommen oder unserer gemeinsamen \u00d6konomie beitreten m\u00f6chten.<br \/>\nIch arbeite noch manchmal freiberuflich, obwohl ich ja Rentnerin bin. Auch andere sind selbstst\u00e4ndig oder sind \u201edrau\u00dfen\u201c angestellt, wo sie mit ihren Vorgesetzten um L\u00f6hne verhandeln m\u00fcssen, sofern sie nicht in einem Kollektivbetrieb arbeiten, in dem sie gleichberechtigte Mitinhaber*innen sind. Aber die Betriebe in unserer Gegend k\u00f6nnen sich keine \u00fcble Ausbeutung oder Repression mehr leisten, sie w\u00fcrden sofort bestreikt. Vor allem die Agrarbetriebe \u2013 mittlerweile deutlich verkleinert, auf Bioanbau, Fruchtfolgen und extensive Fl\u00e4chenbewirtschaftung umgestellt \u2013 sind auf uns und unsere Mitarbeit bei Ernteeins\u00e4tzen angewiesen.<br \/>\nJedes Jahr kommen rum\u00e4nische <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/05\/der-spargel-streik\/\">Saisonarbeiter<\/a> (\u00fcberwiegend m\u00e4nnlich) in unsere Region. Sie bekommen den gleichen Lohn wie wir. Gemeinsam mit einer Basisgewerkschaft haben wir ein Meldesystem f\u00fcr Aushilfen aller Branchen eingerichtet, so dass wir bei Unzufriedenheiten \u00fcber Arbeitsbedingungen oder \u00fcber die Bezahlung sofort reagieren k\u00f6nnen. Die Erntehelfer wohnen gr\u00f6\u00dftenteils in unserer Feriensiedlung, manche bringen ihre Angeh\u00f6rigen mit. Die Erwachsenen, die nicht aufs Feld gehen (\u00fcberwiegend Frauen), arbeiten dann f\u00fcr die Erntezeit in unserer <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/03\/gemeinsam-staerker-organisieren-in-der-ambulanten-pflege\/\">Pflegegenossenschaft<\/a>, so dass andere Pfleger*innen in dieser Zeit Urlaub nehmen k\u00f6nnen, oder sie verst\u00e4rken die Schichten in der benachbarten Kita, in der f\u00fcr die Zeit ihres Aufenthalts auch ihre Kinder betreut werden. Das hat sich \u00fcber die Jahre gut eingespielt.<br \/>\nLetzte Woche war es wieder so weit, und es gab ein gro\u00dfes Hallo und eine gro\u00dfe Freude, sich nach langer Zeit wieder zu sehen. \u00dcber die Jahre sind Freundschaften entstanden, wir verbringen viel Zeit miteinander und zum Abschied gibt es jedes Mal ein gro\u00dfes Fest. Manche von uns fahren im Urlaub nach Rum\u00e4nien und besuchen ihre Freund*innen, einige von ihnen sind auch mit ihren Familien zu uns gezogen und arbeiten fest in unseren Betrieben oder in der Umgebung.<br \/>\nWir sind eine Open-Borders-Region und k\u00f6nnen ganz unb\u00fcrokratisch Menschen aus aller Welt aufnehmen. Manche haben einfach Lust mit uns zu leben, andere mussten ihre L\u00e4nder verlassen, weil es dort immer noch Kriege oder Umweltkatastrophen gibt. Das ist zwar weniger geworden, aber noch lange nicht gut. In unserer Regionalverfassung haben wie die globale Solidarit\u00e4t als obersten Grundsatz verankert, das hei\u00dft, dass wir uns bei allen Entscheidungen fragen, welche Auswirkungen sie auf Menschen anderswo haben.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Sozial\u00f6kologische Modellregion<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor fast 20 Jahren haben wir erk\u00e4mpft, dass diese Gegend zur selbstverwalteten sozial-\u00f6kologischen Modellregion wurde. Heute sind wir eine von unz\u00e4hligen Regionen europaweit, die nach dem gro\u00dfen Umbruch aus dem Wiederaufbaufonds finanziert wurde. Mittlerweile brauchen wir keine F\u00f6rderung mehr, sondern k\u00f6nnen uns weitgehend selbst versorgen. Geld spielt nur noch eine untergeordnete Rolle und ich denke, dass es eines Tages verschwinden wird. Was fr\u00fcher nur vereinzelt beispielsweise im <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/06\/40-jahre-republik-freies-wendland-2\/\">Wendland<\/a> oder in Nordhessen versucht wurde, wo Netzwerke von Projekten und Kommunen solidarwirtschaftliche Beziehungen aufgebaut hatten, ist jetzt weit verbreitet und nichts Besonderes mehr. Allein in unserer Region gibt es etwa 50 \u00e4hnliche Projekte wie unseres.<br \/>\nZur Unterst\u00fctzung der Ansiedlung in den Modellregionen gab es Wettbewerbe f\u00fcr naturnahes Bauen f\u00fcr ein Leben in und mit der Natur. Die Grenzen zwischen Siedlungen und Naturr\u00e4umen sind flie\u00dfend geworden. Gro\u00dfst\u00e4dte sind geschrumpft, Geb\u00e4ude aus Beton stehen als Warnmale unter Denkmalschutz, und heute k\u00e4me keine*r mehr auf die Idee, Hochh\u00e4user zu bauen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Grundversorgung f\u00fcr alle<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Mittagessen gehe ich zur \u00f6ffentlichen Ratssitzung unseres Energieversorgers. Auf der Tagesordnung steht eine Neuaufteilung der Kriterien f\u00fcr die Zuteilung von Sonderrationen f\u00fcr Strom und W\u00e4rme. Seit dem gro\u00dfen Umbruch gibt es Energie kostenlos \u2013 so wie die gesamte Grundversorgung \u2013 aber sie ist streng rationiert. Jede Region bekommt ein Kontingent, das m\u00f6glichst selbst produziert werden soll. \u00dcbersch\u00fcsse gehen ins n\u00e4chsth\u00f6here Netz, aus dem auch Defizite ausgeglichen werden. Die Regionen bewirtschaften ihre Kontingente selbst.<br \/>\nMit dem Netzwerk der Gemeinschaftssiedlungen haben wir einen Vorschlag eingereicht, dass unsere Mitglieder eventuelle Mehrbedarfe \u2013 zum Beispiel zum Aufladen ihres Elektrorollstuhls oder weil sie zuhause arbeiten \u2013 nicht mehr individuell begr\u00fcnden m\u00fcssen, sondern dass wir eigene Sonderbedarfskontingente bekommen, \u00fcber die wir autonom untereinander entscheiden. Unsere Delegierte im Rat begr\u00fcndet den Antrag und er wird angenommen, weil er der Erweiterung der Subsidiarit\u00e4t\u00a0((1)) dient.<br \/>\nZur kostenlosen Grundversorgung durch demokratisch gef\u00fchrte \u00f6ffentliche Unternehmen geh\u00f6ren auch Wasser und Abwasser. Nach dem Umbruch wurden die zentralistischen Zweckverb\u00e4nde aufgel\u00f6st. Regionale Wasserr\u00e4te koordinieren die weitgehende Selbstversorgung und naturnahe Entsorgung. In unserem Dorf haben wir eine eigene Pumpstation und eine Kl\u00e4rwerksgenossenschaft, die auch unsere gemeinschaftliche Pflanzenkl\u00e4ranlage betreibt. Zeitweilig war das Wasser rationiert, aber das ist nun nicht mehr n\u00f6tig.<br \/>\nDie Gesundheitsversorgung wurde ebenfalls dezentralisiert, und es gibt jetzt auch hier auf dem Land genug Polikliniken und Pflegeeinrichtungen, die Nutzer*innen und Angeh\u00f6rige gemeinsam mit den Besch\u00e4ftigten selbst verwalten. Bus- und Bahnfahrten bis 500 Kilometer sind kostenlos. Bis sp\u00e4t nachts halten bei uns, und in vielen kleinen Orten auf der Strecke, mindestens jede Stunde die Z\u00fcge zwischen Berlin und Stralsund, so dass es problemlos m\u00f6glich ist, Abendveranstaltungen in anderen Orten zu besuchen und anschlie\u00dfend nach Hause zu fahren. F\u00fcr weitere Reisen gibt es ein Jahresmobilit\u00e4tskonto, das nur Vielfliegen merklich eingeschr\u00e4nkt hat. Das Bahnnetz wurde auch international ausgebaut und l\u00e4ngere Reisen, die viele sich fr\u00fcher gar nicht leisten konnten, sind jetzt so g\u00fcnstig, dass wer m\u00f6chte sogar mehrmals im Jahr wegfahren kann.<br \/>\nF\u00fcr diejenigen, die nicht arbeiten k\u00f6nnen oder wollen, gibt es ein geringes Grundeinkommen, das bedingungslos und ohne weitere \u00dcberpr\u00fcfungen an diejenigen ausbezahlt wird, die versichern, \u00fcber gar kein oder kein ausreichendes Einkommen zu verf\u00fcgen. Alle drei Monate fragt das Grundsicherungsamt nach, ob der Bedarf weiterhin besteht. Das Geld reicht aus, denn vieles was mensch zum Leben braucht, gibt es ja nun kostenlos. Mieten m\u00fcssen erst ab Wohnraum \u00fcber 30 Quadratmeter pro Person bezahlt werden, und es gibt nur noch wenige Gesch\u00e4fte mit k\u00e4uflichen Produkten.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Es sind die Menschen &#8230;<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute Abend werde ich in einer benachbarten Gemeinschaft ein Emo-Plenum moderieren. Das ist ein Plenum, auf dem es ausschlie\u00dflich um die pers\u00f6nlichen, emotionalen Belange geht. Eigentlich ist das mindestens ebenso wichtig wie all die organisatorischen, baulichen, finanziellen und politisch-inhaltlichen Fragen des Zusammenlebens. Darum treffen sich manche Gruppen ebenso h\u00e4ufig zum Emo-Plenum wie f\u00fcr alles andere. In dieser Gemeinschaft hatten das jedoch viele bisher f\u00fcr nicht n\u00f6tig befunden, hielten es f\u00fcr Zeitverschwendung.<br \/>\nK\u00fcrzlich berichtete mir eine junge Nachbarin, dass ein paar \u00e4ltere M\u00e4nner beim Plenum immer wieder Frauen, vor allem j\u00fcngere, unterbrechen oder deren Vorschl\u00e4ge abf\u00e4llig beiseite wischen w\u00fcrden. Seit einer der Gr\u00fcnder vor ein paar Monaten gestorben ist, wurde es immer schlimmer. Offensichtlich hatte er einen m\u00e4\u00dfigenden Einfluss auf seine Geschlechts- und Altersgenossen gehabt. Ich ermutigte meine Nachbarin, ein Emo-Plenum einzuberufen, und habe angeboten, es zu moderieren.<br \/>\nIn unserer Gemeinschaft bem\u00fchen wir uns mittlerweile um einen offensiven Umgang mit Konflikten. Wenn es gar nicht mehr geht, k\u00f6nnen wir auch Leute wegschicken. Es kann zwar keine*r aus unserer Genossenschaft ausgeschlossen werden und alle haben ein lebenslanges Wohnrecht, aber wer die Gemeinschaft beeintr\u00e4chtigt, muss den Hof verlassen und bekommt eine unserer Wohnungen im Dorf. Manche n\u00e4hern sich danach wieder an, andere gehen ganz weg.<br \/>\nAber erstmal packe ich, denn morgen fr\u00fch fahre ich mit dem Zug nach Katalonien und besuche eine Permakulturfarm, mit der wir schon lange vernetzt sind und Produkte tauschen. Anschlie\u00dfend geht es weiter ins befreite Andalusien, wo die Landarbeiter*innen-Gewerkschaft nach der Zerst\u00f6rung der Plastikmeere eine kleinb\u00e4uerliche Landwirtschaft aufgebaut hat. Dort haben die Interbrigadas gemeinsam mit kurdischen Frauengruppen ein transnationales Treffen vorbereitet, und ich freue mich besonders darauf, die <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/06\/zapatistischer-berg-auf-hoher-see-richtung-europa\/\">zapatistischen Freund*innen<\/a> aus Chiapas wiederzutreffen, die schon mit einem Zeppelin angereist sind. Auf der R\u00fcckreise werde ich meine Freundin in einer Longo-Mai-Kooperative in der Provence besuchen, aber nur f\u00fcr ein paar Tage, denn bald haben wir unsere gro\u00dfe j\u00e4hrliche Regionalversammlung, die ich nicht verpassen m\u00f6chte und zu deren Vorbereitung ich auch schon ein paar Ideen habe.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Wie es dazu kam: Der gro\u00dfe Umbruch<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinter der <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/05\/eine-andere-wirtschaft-nach-corona\/\">Corona-Krise<\/a> der 20er Jahre schien die weit bedrohlichere <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/10\/agenda-fuer-klimagerechtigkeit\/\">Klimakatastrophe<\/a> aus dem Blick zu geraten. Dann kam die Unwetterkatastrophe mit Hunderten Toten in Deutschland. Weltweit nahmen \u00dcberschwemmungen und Br\u00e4nde, Industrieunf\u00e4lle und Terroranschl\u00e4ge dramatisch zu. Die Toten waren nicht mehr die \u201eAnderen\u201c, sondern die eigenen Angeh\u00f6rigen und Freund*innen. Erst da wachten die meisten Leute auf, lie\u00dfen es zu, ihre Verletzlichkeit zu sp\u00fcren und glaubten den Reichen und M\u00e4chtigen ihre sch\u00f6nen Worte nicht mehr.<br \/>\nDie Vereinten Nationen befreiten sich endlich aus dem Klammergriff der Konzerne, die Europ\u00e4ische Kommission setzte ihren bisherigen Nachhaltigkeitsberater, den Finanzinvestor BlackRock, vor die T\u00fcr. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit wurden global und auch in den meisten L\u00e4ndern Gesetze eingef\u00fchrt und durchgesetzt, die der Versorgung von Allen dienten, statt die St\u00e4rkeren systematisch zu bevorzugen. Illegitime Verm\u00f6gensmassen wie Konzerne, Finanzinvestoren oder gro\u00dfe Stiftungen wurden aufgel\u00f6st, die B\u00f6rsen geschlossen. Rohstoffe und Energie wurden kontingentiert, die Herstellung von Agrargiften und chemischen D\u00fcngemitteln verboten und die gesamte Konsumg\u00fcterproduktion weltweit heruntergefahren.<br \/>\nAuch die Umstrukturierung der Landwirtschaft ist eine der Folgen aus den gro\u00dfen Katastrophen. Die vermeintlich segensreiche Digitalisierung wurde weitgehend dezentralisiert und regionale Netze als Hilfsmittel und Erg\u00e4nzung f\u00fcr R\u00e4teversammlungen aufgebaut. Das weltweite Internet ist sehr schlank geworden und wird vom Globalrat bewirtschaftet. Die allgemeine Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft findet ihren Ausdruck auch in konvivialen Technologien ((2)), die so niedrigschwellig wie m\u00f6glich funktionieren. Das Wichtigste ist jedoch der kulturelle Wandel, weg von High-Tech-Macht- und Machbarkeitsphantasien hin zu einer f\u00fcrsorglichen und wertsch\u00e4tzenden Haltung gegen\u00fcber Mensch und Natur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wache auf, weil die Sonne durch die d\u00fcnnen Vorh\u00e4nge in mein Schlafzimmerfenster scheint. Wie fast jeden Morgen freue ich mich, dass ich mir vor 25 Jahren endlich meinen langgehegten Wunsch erf\u00fcllt habe und aufs Land gezogen bin. Ich setze Kaffeewasser auf und \u00f6ffne die T\u00fcr zum Garten. 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