{"id":25869,"date":"2021-09-30T12:29:00","date_gmt":"2021-09-30T10:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=25869"},"modified":"2021-11-01T13:37:05","modified_gmt":"2021-11-01T11:37:05","slug":"realitaetsverweigerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/09\/realitaetsverweigerung\/","title":{"rendered":"Realit\u00e4tsverweigerung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Demokratieexport und Frauenrechte waren nie das Ziel des NATO-Einsatzes in Afghanistan. Er war Teil eines gescheiterten imperialen Projekts. In den USA, in denen die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Besatzung gesetzt wurden, sieht man das deutlich klarer.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">20-j\u00e4hriger Krieg der NATO<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Abzug der <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2016\/11\/noch-immer-ist-nichts-gut-in-afghanistan\/\">Bundeswehr aus Afghanistan<\/a> und dem schnellen Vormarsch der Taliban gab es ein kurzes Zeitfenster, in dem auch in der hiesigen Politik und der ver\u00f6ffentlichten Meinung sehr kritisch Bilanz \u00fcber den fast 20-j\u00e4hrigen Krieg der NATO gezogen wurde. Mit der Flucht der NATO-gest\u00fctzten Regierung, der Einnahme Kabuls und den dramatischen Szenen am dortigen Flughafen verschoben sich allerdings v. a. in Deutschland wieder das Interesse und die \u00f6ffentliche Wahrnehmung. Es standen die verzweifelten Menschen im Mittelpunkt, die aus der \u201eH\u00f6lle Afghanistan\u201c fliehen wollten. Dies bef\u00f6rderte v. a. in Deutschland eine reichlich bin\u00e4re Sichtweise, die unterstellt, dass in Afghanistan Friede und Freiheit geherrscht h\u00e4tten, solange die <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2017\/05\/trump-die-nato-und-wir\/\">NATO<\/a> vor Ort war, und dass es eben Zweck des Einsatzes gewesen sei, diese durchzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betrachten wir die etwas n\u00fcchternere US-amerikanische Sichtweise. Schlie\u00dflich waren es die jeweiligen US-Administrationen, die diesen Krieg begonnen und auch die Entscheidung \u00fcber den Abzug gef\u00e4llt haben. Zu Beginn der Intervention hatte die deutsche Regierung beschlossen, den USA zu folgen; nach dem Beschluss zum R\u00fcckzug hatte sie aber keine andere Wahl, als mitzugehen. Unabh\u00e4ngig davon, was sich die deutschen Abgeordneten \u00fcber fast 20 Jahre an vermeintlichen Kriegszielen vorgestellt und in die Tasche gelogen haben, war der Krieg eine Entscheidung der US-Regierung, und dort wurden auch die Ziele festgelegt. \u201eDeutschland\u201c hat dort nie wirklich \u201eVerantwortung\u201c \u00fcbernommen, sondern ist als Juniorpartner in der NATO mitgezogen, um seinen Geltungsanspruch innerhalb des B\u00fcndnisses unter Beweis zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 15. August 2021, w\u00e4hrend die Taliban in Kabul vorr\u00fcckten und sich die NATO-gest\u00fctzte Regierung selbst evakuierte, brachte der US-Au\u00dfenminister Antony J. Blinken die offiziellen Ziele des Krieges noch einmal in einem viel beachteten Interview auf den Punkt: \u201eWir sind vor 20 Jahren mit einem einzigen Ziel nach Afghanistan gegangen, n\u00e4mlich die Leute zu erledigen, die uns am 11. September angegriffen haben. Und diese Mission ist erfolgreich gewesen. Wir haben bin Laden vor einem Jahrzehnt zur Rechenschaft gezogen &#8230;\u201c. ((1))<br \/>\nVon Demokratie und Frauenrechten wurde in den USA erst sp\u00e4ter und viel, viel weniger gesprochen als in Deutschland. Und wie gesagt: Die USA stellten nicht nur den Gro\u00dfteil der Truppen, definierten Ziel und Zeitraum, sondern setzten letztlich das ganze Koordinatensystem, in dem der Einsatz stattfand.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Imperiale \u00dcberdehnung<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl sich der 20. Jahrestag des Anschlags bereits n\u00e4herte, spielte er in der deutschen Berichterstattung \u00fcber den Abzug zun\u00e4chst kaum eine Rolle. So konnte man hierzulande verdr\u00e4ngen, in was f\u00fcr einer aufgeheizten Stimmung die Entscheidung zum Kriegseintritt erfolgt war. 9\/11 war kein Anschlag unter vielen, sondern ein epochales Ereignis. Unter den Augen der Welt\u00f6ffentlichkeit flog ein zweites Flugzeug in den S\u00fcdturm des World Trade Centers, w\u00e4hrend der bereits getroffene Nordturm noch brannte. Sp\u00e4ter st\u00fcrzten beide T\u00fcrme ein, bedeckten gro\u00dfe Teile Manhattans mit Staub und Asche, und offenbar wurde auch noch ein drittes Flugzeug in das Pentagon gesteuert. \u201eZum ersten Mal in der Geschichte der USA wird der gesamte zivile Flugverkehr im Land eingestellt\u201c, so der Deutschlandfunk in einem fr\u00fchen R\u00fcckblick im Vorfeld des Jahrestages (dem bis zur Drucklegung dieses Artikels sicher viele folgen werden). \u201eNur der Pr\u00e4sident wird in der Air Force One \u2013 begleitet von Kampfjets \u2013 durchs halbe Land geflogen: Von Florida auf einen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt in Louisiana, dann auf eine Air Force Base in Nebraska\u201c. ((2)) Von seinen Ausma\u00dfen her war der Terroranschlag tats\u00e4chlich mit einem milit\u00e4rischen Angriff vergleichbar. Ein solcher galt allerdings in der Nation mit den h\u00f6chsten R\u00fcstungsausgaben der Welt zuvor als unm\u00f6glich oder zumindest unwahrscheinlich. Es war klar, dass die USA zur\u00fcckschlagen w\u00fcrden \u2013 insbesondere unter der F\u00fchrung eines Pr\u00e4sidenten wie George W. Bush. Die Wahl fiel dann eher aus geopolitischen Erw\u00e4gungen zun\u00e4chst auf Afghanistan und sp\u00e4ter auf den Irak. Gerade unter geopolitischen Gesichtspunkten war allerdings beides ein Fehler. Denn auch der bereits angesprochene R\u00fcckblick im Deutschlandfunk \u00fcber den \u201eTag, der die Welt ver\u00e4ndert hat\u201c, ruft ins Ged\u00e4chtnis, dass die USA damals, 2001, unangefochtene \u201eSupermacht\u201c waren. Das ist heute, nach 20 Jahren \u201eKrieg gegen den Terror\u201c und Millionen Opfern, anders. Keiner der milit\u00e4risch angestrebten Regimewechsel war erfolgreich: In Afghanistan kamen nun erneut die Taliban an die Macht, im Irak herrscht eine Regierung, die dem <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/02\/massenproteste-im-iran\/\">Iran<\/a> n\u00e4her steht als den USA, w\u00e4hrend in Teilen des Landes der \u201eIslamische Staat\u201c (IS) sein Unwesen treibt. In Syrien konnte die Regierung dank russischer und iranischer Hilfe die Kontrolle \u00fcber gro\u00dfe Teile ihres Territoriums wiederherstellen, w\u00e4hrend die Provinz Idlib mit Hilfe des NATO-Partners T\u00fcrkei von Ablegern jener Al-Qaida kontrolliert wird, die vermeintlich das Hauptziel der NATO-Intervention in Afghanistan war. In Libyen hatten die USA eher halbherzig \u2013 dennoch nat\u00fcrlich gewaltsam \u2013 eingegriffen und \u00fcberlassen das angerichtete Chaos nun den vor Ort untereinander und mit anderen Regionalm\u00e4chten konkurrierenden Staaten der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Sp\u00e4testens mit der Ver\u00f6ffentlichung der \u201eAfghanistan Papers\u201c 2019 wurde offenbar, dass der Krieg in Afghanistan in der milit\u00e4rischen F\u00fchrung bereits l\u00e4nger als nicht gewinnbar eingesch\u00e4tzt wurde, entsprechende Positionen jedoch zur\u00fcckgehalten und gesch\u00f6nt wurden.<\/strong> <\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese milit\u00e4rischen und in der Konsequenz politischen Niederlagen werden in Deutschland wie in den USA gerne personalisierend diskutiert und charakterlichen Schw\u00e4chen der jeweiligen US-Pr\u00e4sidenten zugeordnet. Dem voreilig mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Pr\u00e4sidenten <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2010\/01\/kriegsnobelpreis-fur-barack-obama\/\">Obama<\/a> wirft man \u2013 insbesondere im Hinblick auf Syrien \u2013 gerne Schw\u00e4che oder mangelnde milit\u00e4rische Entschlossenheit vor, Trump gilt entweder als schlichtweg \u201edumm\u201c oder gleich als Agent russischer Interessen. Dabei waren beide vielmehr Verwalter einer zuvor eingeleiteten und durch 9\/11 beschleunigten Politik, f\u00fcr die es im (wissenschaftlichen) US-amerikanischen Diskurs einen eigenen treffenden Begriff gibt: \u201eImperial Over-stretch\u201c (dt. imperiale \u00dcberdehnung).<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Milit\u00e4rische Niederlage<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies l\u00e4sst sich gut am Verlauf der Kriegshandlungen in <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2001\/11\/die-afghanische-tragodie\/\">Afghanistan<\/a> darstellen: Es gelang den USA und ihren Verb\u00fcndeten recht schnell, mithilfe der \u201eNordallianz\u201c Kabul einzunehmen und formal eine auf dem Bonner Petersberg ernannte Regierung einzusetzen. In dem Ma\u00dfe aber, wie die NATO tats\u00e4chlich eine Kontrolle in der Fl\u00e4che des Staates herstellen wollte, nahm v. a. ab 2006 der Widerstand zu, u. a. durch die Taliban, die nie wirklich weg oder besiegt waren. 2009, unter dem frisch gek\u00fcrten Pr\u00e4sidenten Obama, erfolgte der sog. <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2009\/09\/afghanistan-eskalation-an-allen-fronten\/\">Surge<\/a>, eine drastische Erh\u00f6hung alleine der US-amerikanischen Truppen um 30.000 Kr\u00e4fte. Auch das deutsche Kontingent erreichte 2010 mit 5.350 mandatierten Kr\u00e4ften einen H\u00f6hepunkt. Insgesamt stieg die Zahl der NATO-Kr\u00e4fte zwischen Juli 2009 und Juni 2011 von knapp 65.000 auf 132.000. Vor allem die USA folgten in jener Zeit einer Strategie der \u201eAufstandsbek\u00e4mpfung\u201c, die grob gesagt darin bestand, sich nicht l\u00e4nger in den Feldlagern einzubunkern, sondern sich in kleinen und schw\u00e4cher gesch\u00fctzten Verb\u00e4nden in die Fl\u00e4che zu bewegen. Entsprechend schnellten auch die Verluste unter den westlichen Truppen in die H\u00f6he. Alleine 2010 starben fast 500 US-Soldat*innen durch Feindeinwirkung, mehr als dreimal so viele wie noch 2008. \u00c4hnlich entwickelten sich die Zahlen verwundeter und traumatisierter Soldat*innen und so genannter Contractors, also vermeintlich \u201eziviler\u201c Angestellter der NATO-Operationen. Nachdem sich bereits zuvor in fast allen beteiligten NATO-Staaten in Umfragen eine Mehrheit der Bev\u00f6lkerung gegen den Krieg in Afghanistan ausgesprochen hatte, kippte nun auch in den USA die Stimmung endg\u00fcltig. Sp\u00e4testens 2011 fand sich auch dort in keiner ernst zu nehmenden Umfrage mehr eine Mehrheit f\u00fcr den Krieg, schon gar nicht f\u00fcr eine weitere Erh\u00f6hung der Kontingente. Wie bereits Jahre zuvor im Irak brachte auch der \u201eSurge\u201c in Afghanistan nicht die erhofften Erfolge, sondern offenbarte vielmehr die l\u00e4ngst erfolgte Niederlage. Viele Verb\u00fcndete, die sich noch an der tempor\u00e4ren Erh\u00f6hung der Truppen beteiligt hatten, k\u00fcndigten ihren vollst\u00e4ndigen oder teilweisen R\u00fcckzug an \u2013 in den Niederlanden z. B. zerbrach \u00fcber dieser Frage die Regierung. Auch Pr\u00e4sident Obama zog im Juni 2011 die Rei\u00dfleine und k\u00fcndigte eine kontinuierliche Verkleinerung der US-Truppenpr\u00e4senz bis 2014 an. Dann sollten die \u201eNationalen Afghanischen Sicherheitskr\u00e4fte\u201c (ANSF) die Verantwortung \u00fcbernehmen. Tats\u00e4chlich wurde die ISAF-Mission ((3)) im Jahr 2014 beendet und von der wesentlich kleineren NATO-Operation Resolute Support abgel\u00f6st, deren Hauptaufgabe in der Ausbildung der ANSF bestand \u2013 die nun noch deutlicher als zuvor den Gro\u00dfteil der Get\u00f6teten und Verwundeten stellten. Mit dieser Strategie erhoffte man einerseits, die l\u00e4ngst erfolgte Niederlage zu kaschieren und andererseits \u2013 gesch\u00fctzt von den ANSF \u2013 eine dauerhafte NATO-Milit\u00e4rpr\u00e4senz nahe China und Russland aufrecht erhalten zu k\u00f6nnen. Dass dies scheitern w\u00fcrde, wurde jedoch in den folgenden Jahren schnell ersichtlich, und so war Pr\u00e4sident Trump letztlich gezwungen, mit den Taliban ein Waffenstillstandsabkommen auszuhandeln und den vollst\u00e4ndigen Abzug in Aussicht zu stellen. Biden wiederum war gezwungen, dem zu folgen, denn die Alternative w\u00e4re jeweils gewesen, wieder mehrere hunderttausend Kr\u00e4fte nach Afghanistan zu entsenden. Innenpolitisch war ein solcher Aufmarsch nicht durchsetzbar, wirtschaftlich w\u00e4re er kaum tragbar gewesen, und ein \u201eErfolg\u201c \u2013 selbst im milit\u00e4rischen Sinne \u2013 w\u00e4re trotzdem fraglich geblieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die eigentliche milit\u00e4rische Niederlage erfolgte bereits in den Nuller-Jahren, der milit\u00e4rischen F\u00fchrung musste diese sp\u00e4testens 2011 klar gewesen sein. Sp\u00e4testens 2019 wurde diese mit den \u201eAfghanistan Papers\u201c auch der US-amerikanischen \u00d6ffentlichkeit vor Augen gef\u00fchrt. Diese Serie von Ver\u00f6ffentlichungen offenbarte, dass der Krieg in Afghanistan in der milit\u00e4rischen F\u00fchrung bereits l\u00e4nger als nicht gewinnbar eingesch\u00e4tzt, entsprechende Positionen jedoch (mehr oder weniger systematisch) zur\u00fcckgehalten und gesch\u00f6nt wurden. Obwohl die Papers im US-amerikanischen Diskurs eine gro\u00dfe Rolle spielten, wurden sie hier kaum wahrgenommen \u2013 die Realit\u00e4tsverweigerung hielt an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansonsten h\u00e4tte man auch hierzulande klarer sehen k\u00f6nnen, dass die ANSF, welche die vermeintlichen westlichen Errungenschaften verteidigen sollten, eine Luftnummer waren und dass es sich bei der von der NATO gest\u00fctzten Regierung um Aschraf Ghani um eine hochgradig korrupte Clique ohne nennenswerten R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung handelte. Das ist ein Grund f\u00fcr die St\u00e4rke der Taliban: Die von der NATO eingesetzte formale Demokratie (in der es aber niemals freie und gerechte Wahlen gab) rekrutierte sich aus Warlords und Kriegsverbrechern, die im Westen am Rei\u00dfbrett entworfene Ordnung war zutiefst neoliberal und damit korruptionsf\u00f6rdernd und die sog. Rechtsstaatlichkeit von Drohnen- und Luftangriffen, n\u00e4chtlichen \u201eCapture or Kill\u201c-Razzien, Verschleppungen und Geheimgef\u00e4ngnissen sowie der Pr\u00e4senz zehntausender internationaler Soldat*innen und S\u00f6ldner*innen begleitet, die Immunit\u00e4t genossen. Dass die westliche Besatzung neben Tod und Elend auch neue Freiheiten und Reicht\u00fcmer f\u00fcr eine Minderheit brachte, sollte uns nicht vergessen lassen, dass sie in Afghanistan f\u00fcr 20 Jahre auch jeden wirklichen Fortschritt verhindert hat: Rechte, die sich die Bev\u00f6lkerung selbst erk\u00e4mpft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demokratieexport und Frauenrechte waren nie das Ziel des NATO-Einsatzes in Afghanistan. Er war Teil eines gescheiterten imperialen Projekts. 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