{"id":26099,"date":"2021-10-26T18:06:33","date_gmt":"2021-10-26T16:06:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/10\/heisser-herbst\/"},"modified":"2022-01-12T19:52:38","modified_gmt":"2022-01-12T17:52:38","slug":"heisser-herbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/10\/heisser-herbst\/","title":{"rendered":"Hei\u00dfer Herbst"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Herbst fing mit historisch wichtigen Ereignissen f\u00fcr die sozialen Bewegungen an. Am 26. September 2021 stimmten beim Volksentscheid \u00fcber 59,1 Prozent der Berliner*innen f\u00fcr die Enteignung und Vergesellschaftung privater Wohnungsunternehmen. Dieser Erfolg der B\u00fcrger*innen-Initiative, deren Name bereits ihr Hauptziel enth\u00e4lt \u2013 \u201e<a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/06\/volksbegehren-deutsche-wohnen-und-co-enteignen\/\">Deutsche Wohnen &amp; Co. Enteignen<\/a>\u201c \u2013, wurde in der Mieter*innen-Bewegung verdienterma\u00dfen gefeiert. Die Hoffnung ist gro\u00df, dass dies in die Praxis umgesetzt wird. Werden die lokalen Mieter*innen-Initiativen in anderen deutschen St\u00e4dten in die Fu\u00dfstapfen Berlins treten? Die steigenden Mieten sind letztendlich auf die profitorientierte Logik der gro\u00dfen Immobilienfirmen zur\u00fcckzuf\u00fchren, die nicht nur in Berlin aktiv sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die lang erwartete zapatistische \u201e<a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/02\/das-virus-der-rebellion-geht-auf-reisen\/\">Gira por la Vida<\/a>\u201c (dt. \u201eReise f\u00fcr das Leben\u201c) erreichte endlich auch die BRD. 170 Delegierte der zapatistischen Bewegung touren derzeit durch Europa, um sich mit lokalen Aktivist*innen, Initiativen, Kollektiven und Organisationen zu treffen. Das Ziel ihrer Reise sind Vernetzung und Austausch mit den sozialen Bewegungen von unten. Deshalb haben nach der Ankunft in Deutschland zahlreiche Veranstaltungen, Treffen und rege Diskussionen mit lokalen Aktivist*innen stattgefunden, z. B. beim \u201eRebellischen Zusammentreffen\u201c im Wendland. Die Zapatistas beteiligten sich auch an Protesten und Blockaden \u2013 sei es bei den Aktionstagen gegen den Kohleabbau von \u201eAlle D\u00f6rfer bleiben\u201c in <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/11\/alle-doerfer-alle-waelder-bleiben\/\">L\u00fctzerath<\/a>, sei es bei der Blockade des Waffenkonzerns Heckler &amp; Koch in Oberndorf. \u00dcber ihre Begegnung mit der GWR bei ihrer Station in M\u00fcnster gibt es einen kurzen Artikel von Bernd Dr\u00fccke auf unserer Homepage. Wir hoffen, dass wir in einer der kommenden Ausgaben einen ausf\u00fchrlichen Bericht \u00fcber die \u201eReise f\u00fcr das Leben\u201c ver\u00f6ffentlichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Netzwerke f\u00fcr den Frieden<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 28. September fand das zweite Treffen der Friedenszeitschriften statt, an dem auch die GWR-Redaktion teilnahm. Dabei wurden praktische Erfahrungen mit Online-Ausgaben und mit verschiedenen Social Media verglichen, aber auch \u00fcberlegt, wie die unterschiedlichen Schwerpunkte und Herangehensweisen der Zeitungen genutzt werden k\u00f6nnen, um gemeinsam bestimmte Themen aufzugreifen. Beim n\u00e4chsten Treffen sollen die begonnenen Diskussionen fortgef\u00fchrt und ein regelm\u00e4\u00dfiger Austausch etabliert werden.<br \/>\nAuch auf internationaler Ebene m\u00fcssen die Vernetzung der Friedensbewegungen und antimilitaristischen Strukturen verst\u00e4rkt und die gemeinsame Debatte intensiviert werden. Einen wichtigen Rahmen daf\u00fcr bildet die <a href=\"https:\/\/wri-irg.org\/en\">War Resisters\u02bc International<\/a> (WRI), die in diesem Jahr ihr 100-j\u00e4hriges Bestehen feierte und bei der die GWR auch Mitglied ist. Im November l\u00e4dt die WRI zu einem mehr als zehnt\u00e4gigen (Online-)Kongress ein, um kollektiv neue Perspektiven zu diskutieren.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Gewalt gegen Frauen<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">1981 riefen lateinamerikanische und karibische Feministinnen den 25. November zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen aus. Das Datum geht auf den Fall der drei im Widerstand aktiven Schwestern Patria, Minerva und Mar\u00eda Mirabal zur\u00fcck, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik von der Milit\u00e4rdiktatur unter Rafael Trujillo ermordet wurden. Mit einer Resolution erkl\u00e4rte die UN-Generalversammlung 1999 den 25. November zum \u201eInternationalen Tag gegen Gewalt an Frauen\u201c. Jedes Jahr werden an diesem Tag weltweit zahlreiche (Gedenk-)Aktionen organisiert, um auf die Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.<br \/>\nAus diesen Anlass haben wir \u201eGewalt gegen Frauen\u201c zum Schwerpunkt dieser Ausgabe gemacht. Unsere Autor*innen analysieren unterschiedliche Aspekte: Gisela Notz schreibt \u00fcber Gewalt gegen Frauen, deren Formen und Ursachen, aber auch \u00fcber feministische Ans\u00e4tze dagegen; Tinet Elmgren widmet sich im Kontext des Falls Val\u00e9rie Bacot Gewalt in Beziehungen und in der Familie; Brigitte Kiechle beschreibt die Geschichte des Paragraphen 218 und die Bedeutung von Abtreibungsverboten f\u00fcr die Unterdr\u00fcckung der Frauen; Henriette Keller konzentriert sich auf Femizide in Mexiko und den \u201eCanci\u00f3n sin miedo\u201c (dt. \u201eLied ohne Furcht\u201c), die Hymne der feministischen Protestbewegung; die Aktivistinnen von \u201eRevolutionary Association of the Women of Afghanistan\u201c (RAWA) berichten \u00fcber die letzten Entwicklungen in Afghanistan, \u00fcber Gewalt gegen Frauen und deren Widerstand gegen die Taliban-Herrschaft.<br \/>\nEiner unserer Aufmacher ist der Artikel von Lou Marin, der die Realit\u00e4t der Kriegsf\u00fchrung in <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2016\/11\/noch-immer-ist-nichts-gut-in-afghanistan\/\">Afghanistan<\/a> nach den Truppenabz\u00fcgen beschreibt. Dabei zeigt sich die wachsende Rolle der Drohnen, die meist genauso brutal oder noch brutaler als die konventionellen Formen der Kriegsf\u00fchrung sind. Der zweite Aufmacher stammt vom anarchistischen \u201eNo Borders Team\u201c aus Polen, das \u00fcber Pushbacks an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze berichtet.<br \/>\nDie anderen Artikel decken ein breites Themenspektrum ab, wie diese kleine Auswahl zeigt: Elisabeth Vo\u00df schildert verschiedene Formen des Ableismus; Maurice Schuhmann stellt die Geschichte und Bedeutung des \u201eHauses der Demokratie und Menschenrechte\u201c in Berlin dar; einen \u00dcberblick \u00fcber das Gesamtwerk des anarchistischen Denkers Peter Kropotkin hat Jonathan Eibisch verfasst. Diskussionen anregen will Peter Nowaks Artikel \u00fcber Andreas Malm, der in seinen Beitr\u00e4gen zur Klimabewegung die Shoah relativiert, aber daf\u00fcr wenig Kritik bekommt. \u00dcber die Proteste gegen die Auto\u2028mobilindustrie in M\u00fcnchen berichtet Eichh\u00f6rnchen.<br \/>\nLast but not least haben wir f\u00fcr Euch zwei Interviews: Bernd Dr\u00fccke f\u00fchrt ein Gespr\u00e4ch mit der Frauenfriedensarbeiterin Ellen Diederich, die seit 1960 in der Frauen- und Friedensbewegung aktiv ist. Und Eva Lasting interviewt die Mitglieder der k\u00e4mpferischen Basisgewerkschaft FAU D\u00fcsseldorf.<br \/>\nWir bedanken uns bei all unseren Autor*innen f\u00fcr ihre Mitarbeit und w\u00fcnschen viel Vergn\u00fcgen beim Lesen!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Redaktion der Graswurzelrevolution<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Herbst fing mit historisch wichtigen Ereignissen f\u00fcr die sozialen Bewegungen an. Am 26. 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