{"id":26282,"date":"2021-11-29T11:07:18","date_gmt":"2021-11-29T09:07:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/11\/gefluechtetensolidaritaet-und-soziale-bewegungen-in-griechenland\/"},"modified":"2022-01-09T01:55:01","modified_gmt":"2022-01-08T23:55:01","slug":"gefluechtetensolidaritaet-und-soziale-bewegungen-in-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/11\/gefluechtetensolidaritaet-und-soziale-bewegungen-in-griechenland\/","title":{"rendered":"Gefl\u00fcchtetensolidarit\u00e4t und soziale Bewegungen in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 8. September 2021 war der erste Jahrestag des Brands des Camps Moria. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) \u201eLeave No One Behind\u201c war die Einzige, die daran erinnert hat. Dazu veranstaltete sie vom 9. bis 11. September im \u201eLNOB Warehouse\u201c ganz in der N\u00e4he des neuen provisorischen Camps eine Ausstellung: \u201eRemember <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/09\/moria-ist-keine-tragoedie\/\">Moria<\/a>: One Year After the Fire \u2013 Carving the Ashes\u201c. Gezeigt wurden in dem alten Geb\u00e4ude \u00fcberwiegend Gem\u00e4lde und Fotos vom Brand im Camp Moria bzw. dadurch inspirierte Werke. In einem schwarz abgedunkelten Kabuff wurde der zirka f\u00fcnf Minuten lange Film \u201eNow You See Me Moria\u201c in Endlosschleife gezeigt: Amateurhafte Filmaufnahmen w\u00e4hrend der Brandnacht.<br \/>\nAufgefallen ist mir die sehr unterschiedliche Sichtbarkeit der Gefl\u00fcchteten auf Lesbos und in Athen. Die aktuell knapp 4.000 Gefl\u00fcchteten auf Lesbos (gegen\u00fcber den mehr als 20.000 Gefl\u00fcchteten, die vor dem Brand im Camp Moria gelebt hatten), die sich auf Mytilini und Umgebung konzentrieren, sind dort deutlich pr\u00e4sent; bei einer Einwohner*innenzahl Mytilinis von 30.000 werden viele von ihnen nur als \u201est\u00f6rende Bettler*innen\u201c wahrgenommen. Dagegen fallen die Zigtausende von Gefl\u00fcchteten im Gro\u00dfraum Athen (mit seinen zirka vier Millionen Einwohner*innen) \u00fcberhaupt nicht gro\u00df auf.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Praktische Solidarit\u00e4t mit Gefl\u00fcchteten auf Lesbos<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei wird die Pr\u00e4senz der Gefl\u00fcchteten in Mytilini durch Einschr\u00e4nkungen wegen Corona bewusst gering gehalten. Man kann feststellen, dass Covid-19 als Repressionsmittel gegen die Gefl\u00fcchteten eingesetzt wird. W\u00e4hrend sich Gefl\u00fcchtete fr\u00fcher im Camp Moria und noch vor Corona-Zeiten frei auf der Insel bewegen durften, darf nur ein*e Gefl\u00fcchtete*r pro Zelt bzw. pro Familie das Camp anfangs nur einmal, mittlerweile zweimal die Woche verlassen, um Besorgungen zu erledigen, aber nur f\u00fcr maximal vier Stunden. Auch ist es heutzutage viel schwieriger, in einer NGO als Volunteer (Freiwillige*r) mitzuarbeiten (wie das mein Plan gewesen ist), weil die NGOs wegen Covid-19 zus\u00e4tzlich angehalten sind, die maximale Anzahl an Volunteers zu begrenzen.<br \/>\nEs gibt auf Lesbos nach wie vor einige NGOs, die sich nur um die Gefl\u00fcchtetenhilfe k\u00fcmmern. Zwei davon habe ich diesmal wieder besucht: \u201eThe Hope Project\u201c und \u201eOne Happy Family\u201c.<br \/>\nDas \u201eHope Project\u201c wird nach wie vor sehr engagiert vom britischen Ehepaar Philippa und Eric Kempson gef\u00fchrt. Untergebracht in drei nebeneinanderliegenden Lagerhallen gegen\u00fcber des ehemaligen Camps Kara Tepe liegt es nun n\u00e4her an den Zeltst\u00e4dten, als das vormals im Fall von Camp Moria war. Die Lagerhallen sind gut gef\u00fcllt mit Kleidung, Hygieneartikeln, Lebensmitteln (diverse K\u00fchltruhen) etc. Die Kleiderkammer gibt es \u2013 gut best\u00fcckt \u2013 nach wie vor, aber wegen Covid-19 kommen die Gefl\u00fcchteten zum Aussuchen nicht mehr hierher. Das \u201eHope Project\u201c arbeitet sich stattdessen langsam durch das Camp, von Zone zu Zone, von Zelt zu Zelt, z\u00e4hlt, wie viele Erwachsene, wie viele Kinder dort leben. Sie bekommen dann passend zum Alter und Geschlecht eine gro\u00dfe T\u00fcte mit Kleidung sowie Hygieneartikeln. Das \u201eHope Project\u201c hat sich allerdings nicht f\u00fcr den Zugang ins Camp registrieren lassen. Dazu muss man n\u00e4mlich unterschreiben, sich nur positiv \u00fcber das Camp zu \u00e4u\u00dfern sowie keine Fotos zu machen. Das \u201eHope Project\u201c will unabh\u00e4ngig sein (sieht sich deshalb selbst auch als \u201enot N.G.O.\u201c), nimmt folglich auch kein Geld vom griechischen Staat oder von der EU an. Andere griechische Organisationen, wie zum Beispiel \u201eMoria Corona Awareness Team\u201c (MCAT), haben einen Zugang ins Camp, und \u00fcber diese bekommt das \u201eHope Project\u201c die Sachen f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten ins Lager. Immer freitags steht eine der Lagerhallen voll mit gro\u00dfen T\u00fcten, gepackt mit Lebensmitteln, die ebenfalls f\u00fcrs Camp bestimmt sind.<br \/>\nGanz in der N\u00e4he des \u201eHope Project\u201c befindet sich das Zentrum \u201eOne Happy Family\u201c. Nachdem es im M\u00e4rz 2020 abgebrannt war, wurde es innerhalb von zwei, drei Monaten so weit wieder hergerichtet, dass es im \u201eEmergency Mode\u201c, im Notbetrieb, l\u00e4uft. Es gibt hier vielerlei Angebote f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten: Eine Medizin-Station, eine Reparaturwerkstatt (\u201eLow-Tech Makerspace\u201c), auch f\u00fcr Fahrr\u00e4der, die hier manchmal auch an Gefl\u00fcchtete ausgegeben werden, einen Gem\u00fcse- und Kr\u00e4utergarten. Wegen der starken Ausgangsbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Menschen im Camp kommen auch nur noch zirka 200 Gefl\u00fcchtete pro Tag hierher; fr\u00fcher waren es so um die 800. Auch gibt es mittlerweile keine Essens-\u2028ausgabe mehr. Das war \u201eOne Happy Family\u201c bereits fr\u00fcher nicht erlaubt, wurde aber unter der Syriza-Regierung geduldet. Unter der jetzigen rechten Regierung wird das Verbot aber durchgesetzt.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Angebote f\u00fcr Refugees und Einheimische<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgefallen ist mir aber, dass NGOs und selbstorganisierte soziale Einrichtungen auf Lesbos, die sich bisher auf die Gefl\u00fcchtetenarbeit fokussiert haben, ihre Unterst\u00fctzung nun auch anderen Hilfsbed\u00fcrftigen anbieten. Im Gegenzug konnte ich in Athen und Pir\u00e4us beobachten, dass solche Einrichtungen, die bisher (seit der Griechenlandkrise ab 2010) nur Einheimische im Fokus hatten, mittlerweile ihre Unterst\u00fctzung auch auf Gefl\u00fcchtete ausgeweitet haben.<br \/>\nDas \u201eMosaik Support Center\u201c befindet sich nach wie vor mitten in Mytilini in einer Nebenstra\u00dfe zur zentralen Fu\u00dfg\u00e4nger*innenzone Ermou. Hier werden Sprachkurse in Griechisch und Englisch angeboten sowie IT-(Computer)-Kurse. Fr\u00fcher auf Gefl\u00fcchtete ausgerichtet, stehen diese Angebote nun allen offen, da sie dort nicht mehr unterscheiden wollen zwischen Gefl\u00fcchteten und Einheimischen. Das wird auch im Untertitel von Mosaik zum Ausdruck gebracht: \u201eSupport Center for Refugees and Locals\u201c.<br \/>\nEine deutsche Frau, die in dem Projekt \u201eVolunteers for Lesvos\u201c des Berliner Vereins \u201eRespekt f\u00fcr Griechenland\u201c auf Lesbos den Einsatz von Volunteers koordiniert, arbeitet aktuell auch beim \u201eLesvos Mutual Aid and Solidarity Network\u201c (LMAN) mit, einer Gruppe unterschiedlicher Leute aus NGOs und \u201eLocals\u201c. Unterst\u00fctzt durch private Spenden, verteilt dieses Netzwerk Lebensmittel und Hygieneartikel an Bed\u00fcrftige, Einheimische und Gefl\u00fcchtete gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Freiwilligenorganisationen in Pir\u00e4us<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Verein \u201eSolidarit\u00e4t Pir\u00e4us\u201c, der in der gro\u00dfen Hafenstadt bei Athen aktiv ist, kenne ich seit 2015. Er hatte mich mit seinem Engagement damals stark beeindruckt, sodass ich eine Spendenaktion mit Unterst\u00fctzung von \u201eRespekt f\u00fcr Griechenland\u201c initiiert hatte, die in eine \u00dcberweisung von 3.300 Euro im Jahr 2018 m\u00fcndete. Inzwischen nennt sich der Verein \u201eSolidarit\u00e4t Pir\u00e4us f\u00fcr alle\u201c und hat einige Ver\u00e4nderungen erfahren, die ich jetzt vor Ort beobachten konnte.<br \/>\nEs wird nicht mehr auf dem nahegelegenen Platz f\u00fcr Bed\u00fcrftige gekocht. Stattdessen wurde der Eingangsbereich des Hauptquartiers so umgebaut, dass \u00fcber eine Theke zum Gehsteig hin das Essen ausgegeben werden kann. Diese Ma\u00dfnahme ist wohl coronabedingt. Die Ausgabe erfolgt von Montag bis Samstag von 10.30 bis 14.30 Uhr. Jede Person, die sich anstellt, bekommt eine warme Mahlzeit in ein mitgebrachtes Gef\u00e4\u00df, dazu einen Liter Milch und Brot bzw. Geb\u00e4ck. In fr\u00fcheren Zeiten waren kaum Gefl\u00fcchtete unter den Anstehenden. Aber nun konnte ich beobachten, dass sich zwei getrennte Schlangen entwickelten: Rechts die Schlange der Einheimischen, links die der Gefl\u00fcchteten (fast ausschlie\u00dflich Frauen mit ihren Kindern). Ein Mann von \u201eSolidarit\u00e4t Pir\u00e4us f\u00fcr alle\u201c stand dabei drau\u00dfen und organisierte die Reihenfolge der Essensausgabe so, dass alle halbwegs gerecht behandelt wurden. Unter den Aktiven dieser Solidarit\u00e4tsgruppe war leider kaum eine*r, die*der Englisch sprechen konnte, so dass mir eine n\u00e4here Kontaktaufnahme nicht m\u00f6glich war.<br \/>\nDaf\u00fcr habe ich \u00fcber meine Kontakte eine weitere Gruppe in Pir\u00e4us kennengelernt: \u201ePir\u00e4us f\u00fcr alle\u201c. Sie wurde von Mitgliedern der Partei Syriza und Leuten vom Hafen von Pir\u00e4us gegr\u00fcndet. Ihre Hauptaktivit\u00e4t besteht darin, dienstags zu kochen und das Essen am Hafen an Bed\u00fcrftige zu verteilen. Gekocht wird in den R\u00e4umlichkeiten des Vereins \u201eDer Hafen der Qual\u201c. Dieser Verein organisiert monatlich einen Markt, wo jede*r etwas Selbstangebautes oder -erzeugtes anbieten kann, also eine andere Form der Wirtschaft: Erzeuger*innenverk\u00e4ufe ohne Zwischenh\u00e4ndler*in. Diese beiden Vereine teilen sich die R\u00e4ume, scheinen aber auch stark zusammenzuarbeiten.Da-\u2028r\u00fcber hinaus hat \u201ePir\u00e4us f\u00fcr alle\u201c ein weiteres Projekt ins Leben gerufen: \u201eUnsichtbares Pir\u00e4us\u201c m\u00f6chte marginalisierte Menschen sichtbar machen. Zum Beispiel ist 2020 ein Buch voller Fotos von Obdachlosen aus Pir\u00e4us herausgegeben worden. Dieses Projekt ist wegen Covid-19 initiiert worden, m\u00f6chte Infizierten helfen, aber auch weiblichen und m\u00e4nnlichen Prostituierten. Au\u00dferdem wurde die M\u00f6glichkeit geschaffen, dass Leute, die Hilfe anbieten, und Leute, die Hilfe ben\u00f6tigen, sich gegenseitig finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Gefl\u00fcchtete und die Kunst<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir ist auch aufgefallen, dass Gefl\u00fcchtete langsam im k\u00fcnstlerischen Bereich sichtbar werden. Schon seit einigen Jahren gibt es beim \u201eHope Project\u201c auf Lesbos den Bereich Kunst, untergebracht in einer der Lagerhallen. Hier k\u00f6nnen Gefl\u00fcchtete malen und musizieren (es gibt eine B\u00fchne). Nach au\u00dfen wird dies aber kaum sichtbar. Wegen Corona wird dieser Bereich aktuell wohl auch kaum genutzt werden k\u00f6nnen. In Form einer Ausstellung waren dagegen Gem\u00e4lde von Gefl\u00fcchteten bei \u201eRemember Moria\u201c von LNOB pr\u00e4sent.<br \/>\nMitten in Mytilini ist in einem Eckgeb\u00e4ude auf zwei Etagen mit gro\u00dfen Schaufenstern die \u201eArt Gallery and Laboratory\u201c der Organisation \u201eWave of Hope for the Future\u201c untergebracht. Sie war vorher im Camp angesiedelt und ist seit M\u00e4rz 2021 hier. Dieser Ort ist explizit f\u00fcr Gefl\u00fcchtete gedacht, die sich hier k\u00fcnstlerisch bet\u00e4tigen k\u00f6nnen. Beim Betrachten all dieser Bilder f\u00e4llt auf, dass die Gefl\u00fcchteten beim Malen auch die traumatischen Erlebnisse ihrer eigenen Flucht verarbeitet haben. Im Zentrum von Mytilini kann man ein gro\u00dfes, buntes Mosaik an der Wand eines Geb\u00e4udes sehen. Darunter steht auf Englisch auf einer Tafel: \u201eIm Mai 2017 gestalteten Migrant*innen (aus Syrien, Iran, Irak, Afghanistan, Sierra Leone, Nigeria usw.) und Einheimische unter Anleitung der Mosaizistinnen Valerie Nicoladze und Kalliopi Kalaitzidou jeweils ihr eigenes Mosaikquadrat, wobei alle ihre eigenen Farben, ihr eigenes Design und ihre eigenen Symbole w\u00e4hlten. Die Quadrate wurden zusammengef\u00fcgt, um den Zauberteppich an der Wand zu schaffen. Die vier mittelgro\u00dfen Quadrate beziehen sich auf die antike Zivilisation von Lesbos und stellen eine Trireme, eine Lyra, eine \u00e4olische S\u00e4ule und einen Topf dar. Dieser Mosaikteppich der Kulturen ist selbst ein Symbol der Einheit und der Erinnerung.\u201c<br \/>\nIn Athen bin ich im \u201eNationalen Museum f\u00fcr Zeitgen\u00f6ssische Kunst\u201c (EMST), untergebracht im ehemaligen Geb\u00e4ude der Brauerei Fix, auf einige Kunstobjekte gesto\u00dfen, die mich sehr an Flucht und Grenzen erinnert haben. Ein riesiges Holzschiff mit zahlreichen Kisten an Deck, die die Erinnerungen eines Lebens beinhalten. Ein kleines wei\u00dfes Zelt, das denen \u00e4hnelt, die vom UNHCR zur Unterbringung von Gefl\u00fcchteten eingesetzt werden. Eine Installation mit grau gekleideten kopflosen M\u00e4nnern und ihren alten Koffern thematisiert Migration ganz allgemein. Die Installation \u201eAkropolis Redux\u201c mit dem vielen Nato-Stacheldraht erinnert entfernt an ein abgeschirmtes Gefl\u00fcchtetencamp. In einem Gang werden mittels gro\u00dfen Fotos rechts und links an der Wand nach und nach f\u00fcnf, sechs Grenzen thematisiert, wie z. B. die auf Zypern oder die zwischen Pal\u00e4stina und Israel.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Antifaschistischer September 2021<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dem Titel \u201eAntifaschistischer September 2021 \u2013 8 Jahre\u201c fanden vom 13. bis 18. September zahlreiche Veranstaltungen in Pir\u00e4us statt. Untertitel \u201eHab keine Angst vor ihnen, sie setzen auf deine Angst\u201c, ein Satz des Dichters Giannis Ritsos. Gedacht wurde des Hip-Hop-Musikers und antifaschistischen Aktivisten Pavlos Fyssas, der am 17. September 2013 von einem Mitglied der faschistischen Partei \u201eGoldene Morgenr\u00f6te\u201c in einem Stadtviertel von Pir\u00e4us ermordet worden ist. Ich war bei einem Konzert im Viertel Keratsini, wo mehrere Bands \u00fcberwiegend Rap-Musik gespielt haben. Viele M\u00e4nner trugen schwarze T-Shirts, auf denen hinten \u201eKillah P still here!\u201c stand. Killah P. war der K\u00fcnstlername von Pavlos Fyssas. In einem gro\u00dfen Nebenraum gab es eine Ausstellung mit Cartoons, Fotos zum Prozess gegen die \u201eGoldene Morgenr\u00f6te\u201c (fast 500 Prozesstage) und den Portr\u00e4ts von zahlreichen Linken, die von Rechten oder durch Polizeigewalt umgebracht oder schwer verletzt worden sind.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Fazit<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soziale Bewegungen und NGOs spielen in Griechenland nach wie vor eine wichtige Rolle. Dabei sind diese Einrichtungen auf Lesbos traditionell mehr auf Gefl\u00fcchtete fokussiert, w\u00e4hrend die in Athen\/Pir\u00e4us sich meistens aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2010 gebildet und deshalb haupts\u00e4chlich die einheimische Bev\u00f6lkerung im Blick haben \u2013 wobei zu beobachten ist, dass diese Abgrenzungen mittlerweile verwischen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 8. September 2021 war der erste Jahrestag des Brands des Camps Moria. 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