{"id":26991,"date":"2022-02-09T15:23:23","date_gmt":"2022-02-09T13:23:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=26991"},"modified":"2022-03-07T14:00:40","modified_gmt":"2022-03-07T12:00:40","slug":"leserinnenbriefe-zum-thema-corona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/02\/leserinnenbriefe-zum-thema-corona\/","title":{"rendered":"Leser*innenbriefe zum Thema Corona"},"content":{"rendered":"<p>Zum Schwerpunkt \u201eStoff f\u00fcr Konflikte. Die gesellschaftlichen Folgen von Corona\u201c in GWR 465 (Januar 2022) bekamen wir verschiedene Zuschriften, die wir gro\u00dfteils in den GWR-Ausgaben 466 und 467 abgedruckt haben. Um trotz Platzmangels alle Leser*innenbriefe zug\u00e4nglich zu machen, dokumentieren wir hier weitere R\u00fcckmeldungen, die uns per Mail erreicht haben. Kommentare, die \u00fcber Facebook eingegangen sind, k\u00f6nnen dort eingesehen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Betr. \u201eDer Covid-Komplex\u201c von Nicolai Hagedorn in GWR 465 (Januar 2022), Seite 4<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Redaktion,<\/p>\n<p>liebe Genossinnen und Genossen,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>generell fehlen mir seit einiger Zeit Leserbriefe, Auseinandersetzungen durch und mit Leserbriefen in der GWR. Eigentlich das Wichtigste an einer linken Zeitung.<\/p>\n<p>H\u00e4ngt dies mit den redaktionellen Wechseln (Bernd Dr\u00fccke weg) zusammen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu dem ersten Artikel auf Seite 4, der versucht, eine Stellung zu den mit Corona zusammenh\u00e4ngenden Ma\u00dfnahmen zu entwickeln:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicolai Hagedorn geht sehr universit\u00e4tsbezogen, wie mir scheint, an diese die Gesellschaft leider nicht entlang von Klassen spaltende Wirkung der staatlichen Ma\u00dfnahmen in Bezug auf die Corona-Pandemie ein.<\/p>\n<p>Im Artikel lese ich so gut wie nichts von den Demokratie-Einschr\u00e4nkungen jetzt seit fast 2 Jahren w\u00e4hrend der Corona-Pandemie. Das h\u00e4tte ich mir in einer anarchistischen Zeitung doch auf jeden Fall so vorgestellt.<\/p>\n<p>Dagegen lese ich bei Hagedorn sehr viel dar\u00fcber, wie schnell man in der Nazi-Ecke landet, zumindest aber rechtsau\u00dfen oder rechts-offen einsortiert werden kann, wenn nicht haargenau, wie an der Uni \u00fcblich, aufgepasst wird, beim Sprachgebrauch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So entsteht dann der Eindruck, auch die anarchistische Sicht auf die Dinge liegt &#8211; bei allen kleinen Einzelkritiken &#8211; recht nah beim herrschenden Staatsverst\u00e4ndnis, wenn ich Nicolai richtig gelesen habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nichts ist hier zu lesen von den vielen Linken, die die Einschr\u00e4nkungen des Demonstrationsrechtes verurteilen, und dergleichen mehr. Nichts wird dar\u00fcber geschrieben, wie einer Ausgrenzung von Ungeimpften entgegengetreten werden kann. Ungeimpfte, die offensichtlich von allen beschimpft, beleidigt und in die unsolidarische Ecke gestellt werden d\u00fcrfen und von Staats wegen auch gestellt werden sollen. (Ministerpr\u00e4sidentin Malu Dreyer am 24.12.: \u201ePersonen, die nicht gegen Corona geimpft sind, sollen gar nicht feiern.\u201c)<\/p>\n<p>Da fehlt einfach die Empathie f\u00fcr die vielen Schwachen, die es hier h\u00e4ufig trifft und die mit dem \u201egebildeten\u201c neo-liberalen Mittelstand in Funk und TV oft nicht \u00fcbereinstimmen k\u00f6nnen in der Einsch\u00e4tzung ihrer Lage.<\/p>\n<p>Stattdessen das \u00fcbliche undifferenzierte Eindreschen auf Sahra Wagenknecht als angebliche Corona-Leugnerin (\u201enational-sozialer Fl\u00fcger der LINKEN\u201c&#8230;)-<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus meiner pers\u00f6nlichen, beruflichen und politischen Praxis (ich arbeite mit Wohnungslosen im Betreuten Wohnen in Berlin) kenne ich niemand, der Corona als gef\u00e4hrliche Krankheit \u201aleugnet\u2018.<\/p>\n<p>Aber Etliche, die Kritik am Umgang, an den schon beschlossenen oder noch bevorstehenden Zwangsma\u00dfnahmen haben, viele Linke aller Couleur darunter, ansonsten B\u00fcrger*innen aus dem b\u00fcrgerlich-demokratischen Spektrum, denen mit st\u00e4ndig neuen und sich z.T. widersprechenden, meist ganz kurzfristigen Bestimmungen staatlicherseits als kleinen Selbst\u00e4ndigen der Boden unter den F\u00fc\u00dfen weggezogen wird.<\/p>\n<p>Und die selbst nicht \u00fcber die regelm\u00e4\u00dfigen monatlichen Politiker-, Parlamentarier- oder Beamten-Eink\u00fcnfte derjenigen verf\u00fcgen, die diese existenzvernichtenden Ma\u00dfnahmen jeweils beschlie\u00dfen, aber mit den Folgen f\u00fcr die Betroffenen nichts zu tun haben m\u00f6chten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur linken Kritik an den Corona-Ma\u00dfnahmen braucht es nicht immer den Bezug zu Sahra Wagenknecht oder Diether Dehm von den LINKEN. Es reicht eigentlich, das Buch \u201eCorona und linke Kritik(un)f\u00e4higkeit\u201c, <u>Untertitel:<\/u> Kritisch-solidarische Perspektiven \u201evon unten\u201c gegen die Alternativlosigkeit \u201evon oben\u201c von Gerhard Hanloser (zeitweise auch in der GWR), Peter Nowak (oft in der GWR) und Anne Seeck (Arbeitslosenbewegung) \u00fcberhaupt einmal zur Kenntnis zu nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kritisch-solidarische Gr\u00fc\u00dfe aus Berlin-Charlottenburg<\/p>\n<p>R\u00fcdiger<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>###########<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Betr. Schwerpunkt \u201eStoff f\u00fcr Konflikte. Die gesellschaftlichen Folgen von Corona\u201c in GWR 465 (Januar 2022)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Graswurzelredaktion,<\/p>\n<p>herzlichen Gl\u00fcckwunsch zu eurem bald f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um! Herzliches Beileid zu zwei Artikeln in der Januarausgabe! Mit euren Artikeln \u201eDer Covid-Komplex\u201c und \u201eCoronaleugnerinnen\u201c seid ihr im Club der staatstragenden Linken aufgenommen. Publikationen wie z.B. die taz und konkret haben sich im Club bereits mit vielen Artikeln hierzu etablieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Den b\u00fcrgerlichen Leitmedien und der Regierung ging es bereits mit Beginn der Pandemie um die Ausgrenzung kritischer Meinungen und im weiteren Verlauf der Corona-Krise immer mehr um die Verunglimpfung von Impfgegner*innen.<\/p>\n<p>Dies ist ihnen gelungen, denn besonders in gro\u00dfen Teilen der Linken hat diese t\u00e4gliche und permanente Stimmungsmache offenbar voll eingeschlagen.<\/p>\n<p>Viele innerhalb der Linken f\u00fchlen sich berufen, sich dieser platten b\u00fcrgerlichen Propaganda und \u201eS\u00fcndenbockpolitik\u201c anzunehmen und gar zum Mitmachen animiert, diese ideologischen Vorgaben (Vorurteile) zu bedienen und zu untermauern. Kritischer linker Journalismus bleibt da vollkommen auf der Strecke &#8230;<\/p>\n<p>So wird z.B. im Artikel \u201eCoronaleugnerinnen\u201c versucht, mit holzschnittartiger Argumentationskette folgende Kontinuit\u00e4t herzustellen: Frau &#8211; Sorge um die eignen Kinder &#8211; Verschw\u00f6rungsmentalit\u00e4t und esoterisches Denken &#8211; Bed\u00fcrfnisbefriedigung in der Bewegung gegen die Coronama\u00dfnahmen &#8211; Antisemitismus &#8230;! Geht&#8217;s eigentlich noch?<\/p>\n<p>Mit solch einer dogmatischen, schablonenhaften Herangehensweise wird die gesamte Bewegung, die sich gegen staatlichen Druck, Schikane und gegen eine allgemeine Impfpflicht wehrt, von Autor*innen der GWR in die rechtsextreme Schublade verfrachtet!<\/p>\n<p>Als linker Aktivist verfolge ich diese pauschalen sozialen Deutungsmuster (gepaart mit Dem\u00fctigungen und Diffamierungen) gegen\u00fcber Menschen mit einer anderen Meinung sehr besorgt und besch\u00e4mt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit solidarischen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Roland T.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Schwerpunkt \u201eStoff f\u00fcr Konflikte. Die gesellschaftlichen Folgen von Corona\u201c in GWR 465 (Januar 2022) bekamen wir verschiedene Zuschriften, die wir gro\u00dfteils in den GWR-Ausgaben 466 und 467 abgedruckt haben. 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