{"id":27478,"date":"2022-04-30T10:36:10","date_gmt":"2022-04-30T08:36:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/?p=27478"},"modified":"2022-05-07T18:23:27","modified_gmt":"2022-05-07T16:23:27","slug":"gegen-alle-kriege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/04\/gegen-alle-kriege\/","title":{"rendered":"Gegen alle Kriege!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Seit \u00fcber zwei Monaten herrscht Krieg in der Ukraine, mit brutalen Angriffen, Tausenden von Toten und zahlreichen Kriegsverbrechen. Doch die einzige Antwort, die die herrschenden Medien und erschreckenderweise auch Teile der linken Bewegungen auf das Morden bereithalten, sind Aufr\u00fcstung und Waffenlieferungen, um noch mehr Morden zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nDiplomatische Verhandlungen und politisches Handeln jenseits milit\u00e4rischer Strategien werden als Traumt\u00e4nzerei abgetan, und wer gar \u00dcberlegungen zu systematischer Verweigerung, Desertion, massenhaftem gewaltfreiem Widerstand und Sozialer Verteidigung anstellt, muss sogar damit rechnen, als menschenverachtend diffamiert zu werden. Es hat den Anschein, als sei mit dem russischen Angriff der zivilisatorische Firnis in Sekundenschnelle aufgeplatzt, als sei der fr\u00fcher postulierte Anspruch auf politische anstelle milit\u00e4rischer L\u00f6sungen nur Phrasendrescherei gewesen und als seien f\u00fcr die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung pl\u00f6tzlich keinerlei Alternativen zu Sch\u00fctzengr\u00e4ben mehr vorstellbar.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Raus aus der Kriegslogik!<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich interessiert sich kaum eine*r f\u00fcr die handfesten kapitalistischen Interessen, die hinter der staatlichen Unterst\u00fctzung stehen: Die Militarist*innen wittern ebenso Morgenluft wie die Anh\u00e4nger*innen der Neoliberalisierung, die im Windschatten des Ukraine-Kriegs s\u00e4mtliche sozialen Errungenschaften zugunsten von gro\u00dfz\u00fcgigen R\u00fcstungsprogrammen einstampfen und die zarten Ans\u00e4tze einer weniger klimazerst\u00f6rerischen Politik zertreten wollen. Dieser reaktion\u00e4re Vorsto\u00df bedeutet f\u00fcr die hiesige Bev\u00f6lkerung eine Versch\u00e4rfung aller sozialen Probleme, st\u00fcrzt die Menschheit weltweit in noch gr\u00f6\u00dferes Elend und macht die Klimakatastrophe unausweichlich, w\u00e4hrend er den Krieg immer weiter eskalieren l\u00e4sst \u2013 zum Schaden der ukrainischen Zivilbev\u00f6lkerung und mit unabsehbaren Folgen f\u00fcr uns alle.<br \/>\nUmso dringender ist es, dass wir Wege aus der Kriegslogik aufzeigen, die Kriegsminister und R\u00fcstungskonzerne wieder zur\u00fcckdr\u00e4ngen und in Erinnerung rufen, dass die Menschheit andere Konfliktl\u00f6sungsmodelle kennt als Bomben und Gewehre. Mit starken Antikriegsprotesten \u2013 unter anderem bei den Osterm\u00e4rschen \u2013 konnten schon wichtige Zeichen gesetzt werden, doch es braucht langen Atem und massenhafte Beteiligung von Aktivist*innen unterschiedlicher Str\u00f6mungen, um ein gesellschaftliches Gegengewicht zur \u00dcbermacht der Kriegstreiber*innen herzustellen.<br \/>\nIn unserem Schwerpunkt zeigt Lukas von Rheinmetall Entwaffnen auf, wie eng Militarismus und Kriegspolitik, Patriarchat, Rassismus und Klimazerst\u00f6rung miteinander verkn\u00fcpft sind, aber auch, wie eine gemeinsame Bewegung dagegen entstehen kann, die alle diese Unterdr\u00fcckungsformen zusammendenkt. Robert Krieg geht auf die bewussten Auslassungen und Irref\u00fchrungen im medialen Kriegsdiskurs ein, w\u00e4hrend Dju die katastrophalen Auswirkungen der Sanktionspolitik auf die Menschen im globalen S\u00fcden beleuchtet. Die Situation von Frauen* in der Ukraine steht bei zwei Interviews im Mittelpunkt: Zun\u00e4chst berichtet Tetiana Isaieva \u00fcber die Genderbewegung am Beispiel des Gender-Museums in Charkiw und \u00fcber die einschneidenden Ver\u00e4nderungen, die der Krieg f\u00fcr die Ukrainerinnen* bedeutet. Cornelia Grothe beleuchtet die geschlechtsspezifischen Kriegsfolgen aus Sicht des Vereins AMICA, der schon seit Jahren betroffene Frauen* in der Ostukraine betreut. Wie m\u00fchselig es ist, bis die Verweigerung des befohlenen Mordens nicht mehr diffamiert, sondern gesellschaftlich anerkannt wird, schildert der Artikel von G\u00fcnter Knebel \u00fcber Denkm\u00e4ler f\u00fcr Wehrmachtsdeserteure.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Solidarit\u00e4t f\u00fcr alle Fl\u00fcchtenden!<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch es gibt auch Lichtpunkte in dunklen Zeiten: Voller Freude k\u00f6nnen wir beobachten, dass die praktische Hilfsbereitschaft f\u00fcr ukrainische Fl\u00fcchtende anh\u00e4lt, dass f\u00fcr all diese Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten, staatliche und private Infrastruktur und Unterst\u00fctzungsangebote bereitgestellt werden. Offene Grenzen und Bleiberecht f\u00fcr alle sind eben doch nicht unrealistische Forderungen, sondern durchaus machbar \u2013 es ist nur eine Frage des politischen Willens und des kollektiven Bewusstseins.<br \/>\nZugleich erleben wir aber genau an dieser Stelle Heuchelei und vor allem offenen Antiziganismus und Rassismus, denn die notwendige Hilfe wird nicht allen zuteil, die aus der Ukraine fliehen: Rom*nja werden ebenso diskriminiert wie nicht-wei\u00dfe Ukrainer*innen oder Menschen, die ohne ukrainische Staatsangeh\u00f6rigkeit dort lebten.<br \/>\nUnd erst recht bleiben Menschen davon ausgeschlossen, die aus anderen Staaten, vor anderen Kriegen fliehen und hier Zuflucht suchen. Wie sie an den Au\u00dfengrenzen der \u201eFestung Europa\u201c ihr Leben riskieren m\u00fcssen, thematisiert ein zus\u00e4tzlicher Schwerpunkt dieser Ausgabe. Wasil Schauseil hat Hope Barker vom Border Violence Monitoring Network zur lebensgef\u00e4hrlichen Praxis der Pushbacks am Beispiel Griechenlands interviewt. \u00dcber die systematische Kriminalisierung von Fl\u00fcchtenden, die von der griechischen Justiz zu jahrzehnte- oder gar jahrhundertelangen Haftstrafen verurteilt werden, berichtet die Kampagne You can\u2018t evict Solidarity. In ihrem Artikel \u00fcber Fluchterfahrungen von Frauen* problematisiert Maria Braig das teils voyeuristische Interesse an diesem Thema und macht auf konkreten Handlungsbedarf f\u00fcr antirassistische Unterst\u00fctzer*innen aufmerksam.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr neue Perspektiven: Anarchistische Buchmesse und GWR-Jubil\u00e4um<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Zeiten wie diesen ist es umso dringender geboten, neue Perspektiven zu er\u00f6ffnen, uns zu vernetzen und gemeinsam Alternativen, L\u00f6sungswege und Utopien zu diskutieren. Diese M\u00f6glichkeit bietet sich bei der Anarchistischen Buchmesse vom 26. bis zum 29. Mai 2022 in Mannheim, der wir drei Sonderseiten gewidmet haben.<br \/>\nUnd nicht zuletzt nutzen wir diese Gelegenheit, um mit euch allen am 28. Mai 2022 im zeitraumexit Mannheim das 50-j\u00e4hrige Bestehen der Graswurzelrevolution zu feiern! Auf ins n\u00e4chste halbe Jahrhundert gewaltfrei-anarchistischer Theorie und Praxis!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Silke f\u00fcr die GWR-Redaktion<\/strong><\/p>\n<pre><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber zwei Monaten herrscht Krieg in der Ukraine, mit brutalen Angriffen, Tausenden von Toten und zahlreichen Kriegsverbrechen. Doch die einzige Antwort, die die herrschenden Medien und erschreckenderweise auch Teile der linken Bewegungen auf das Morden bereithalten, sind Aufr\u00fcstung und Waffenlieferungen, um noch mehr Morden zu erm\u00f6glichen. 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