{"id":27565,"date":"2022-05-24T11:50:30","date_gmt":"2022-05-24T09:50:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/05\/wo-ich-herkomme-haben-die-frauen-macht\/"},"modified":"2022-09-16T00:36:19","modified_gmt":"2022-09-15T22:36:19","slug":"wo-ich-herkomme-haben-die-frauen-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/05\/wo-ich-herkomme-haben-die-frauen-macht\/","title":{"rendered":"\u201eWo ich herkomme, haben die Frauen Macht!\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das Zitat im Titel entstammt einem Interview mit der sambischen Forscherin f\u00fcr Kulturgeschichte und langj\u00e4hrigen Leiterin des Kulturrats (National Arts Council of Zambia) Mulenga Kapwepwe, das wir 2012 in der Hauptstadt Lusaka aufgenommen haben. ((1)) \u201eIrgendwie geht es immer um die Frauen, die keine Macht haben,\u201c sagt Mulenga im Interview, \u201eund die Erfahrungen von Frauen aus unseren eigenen (afrikanischen) Kulturen fallen aus der Geschichte heraus \u2026 Wo ich herkomme, haben Frauen Macht!\u201c Als Autorin und Dramaturgin hat Mulenga auf der Grundlage ihrer Forschungen eine Reihe historischer Frauenpers\u00f6nlichkeiten der Region in ihrer indigenen Sprache auf die B\u00fchne gebracht.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Gemeinsam Frauengeschichte schreiben<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich 2018 wieder in Lusaka bin, darf ich miterleben, was aus dieser mit-geteilten Erkenntnis einer fehlenden bzw. unvollst\u00e4ndigen Geschichte inzwischen gewachsen ist: Ich lerne das Museum f\u00fcr Frauengeschichte in Sambia ((2)), seine Gr\u00fcnderinnen und seine Stiftungskooperative von zehn Frauen bei einem Treffen im Nationalmuseum in Lusaka kennen. Gr\u00fcndungsmitglied des Vorstands ist neben Mulenga Kapwepwe die Journalistin und Kommunikationsexpertin Samba Yonga. Weitere Mitglieder des diversen und hochqualifizierten Teams sind u. a. eine Architektin, eine Rechtsanw\u00e4ltin, eine bildende K\u00fcnstlerin, eine junge Bloggerin.<br \/>\nHeute, vier Jahre sp\u00e4ter, liegen f\u00fcr viele der Projekte, die damals unter den Frauen besprochen wurden, Ergebnisse vor, die selbst schon wieder Frauengeschichte schreiben und, denke ich, ein beachtliches Beispiel und Vorbild vorlegen, dass und wie es gelingen k\u00f6nnte, die schier \u00fcberw\u00e4ltigende Aufgabe anzugehen, die von M\u00e4nnern dominierten historischen Narrative im Sinne einer realeren 50\/50-Geschlechterverteilung zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie haben die Museumsgr\u00fcnderinnen in Sambia es geschafft? Was sind die Schritte, die sie gegangen sind? Das soll hier im Folgenden beleuchtet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bekannte Frage \u201ewo sind die Frauen?\u201c haben auch die Initiatorinnen des Women\u02bcs History Museum in Sambia gestellt. Wo sind unsere weiblichen Vorfahren und historischen Vorbilder? Es kann doch nicht sein, dass es da keine nennenswerten K\u00f6niginnen, Strateginnen, Diplomatinnen oder \u2028Unabh\u00e4ngigkeitsk\u00e4mpferinnen gegeben haben soll \u2013 wo wir von einer 50\/50-Geschlechterverteilung in den Gesellschaften weltweit ausgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Starke Frauen mit vielen Rechten<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um ihre Behauptung \u00fcber die m\u00e4chtigen Frauen in afrikanischen V\u00f6lkern zu erkl\u00e4ren, zitiert Mulenga Kapwepwe im genannten Interview aus dem Reisebericht einer Engl\u00e4nderin in der Region des heutigen Sambia zu Beginn des 20. Jahrhunderts. \u201eDie Frauen hier\u201c, hei\u00dft es in dem historischen Bericht, \u201ehaben ein Recht auf ihren eigenen Namen, auf ihr eigenes Land, ihre eigene wirtschaftliche Grundlage und ein Recht auf Schutz \u2026 Nichts davon haben wir Frauen in England zurzeit!\u201c Mulenga kommentiert: \u201eWei\u00dft du, mir scheint dies genau der Punkt zu sein, den wir auch selbst wohl vergessen haben; dass wir Frauen hier in der Region schon so viele Rechte f\u00fcr uns erk\u00e4mpft hatten; und dann kam ein anderes politisches System und nahm uns all diese Rechte, und nun k\u00e4mpfen wir schon wieder, nur um dahin zu kommen, wo wir doch schon mal waren!\u201c<br \/>\n\u201eDas sambische Frauengeschichtsmuseum gibt Afrikaner*innen zur\u00fcck, was der Kolonialismus gestohlen hat\u201c, bringt es das digitale Magazin okayafrica im Titel seines Features im Mai 2019 auf den Punkt. ((3))<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">\u201eWo sind die Frauen?\u201c<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Museum selbst definiert seinen Auftrag auf der Website folgenderma\u00dfen: \u201eDas Museum f\u00fcr Frauengeschichte Sambia wurde gegr\u00fcndet, um Narrative der afrikanischen Geschichte mit besonderem Fokus auf die Frauen zu dokumentieren und wiederzubeleben.\u201c ((4))<br \/>\nDie Frage nach den fehlenden Frauen stellen u. a. auch die zahlreichen Initiativen, die dem Geschlechtervorurteil bzw. dem \u201egender gap\u201c auf Wikipedia den Kampf angesagt haben. Im meistbefragten Online-Nachschlagewerk haben bedeutende Frauenpers\u00f6nlichkeiten im Allgemeinen eine Chance von 1:6, mit einem biographischen Eintrag Erw\u00e4hnung zu finden; bei afrikanischen Frauenpers\u00f6nlichkeiten liegt die Chance f\u00fcr eine Wikipedia-Biographie allerdings bei 1:300; zudem haben biographische Eintr\u00e4ge \u00fcber Frauen auf Wikipedia eine gut 40-prozentige Chance, f\u00fcr die L\u00f6schung nominiert zu werden \u2013 so lauten einige der bedr\u00fcckenden Statistiken von WikiWomen. ((5))<br \/>\nEs ist diese globale Gro\u00dfbaustelle fehlender Frauengeschichte, an der sich die sambischen Museumsgr\u00fcnderinnen gleich nach ihrer offiziellen Eintragung als Kooperative und Stiftungsvorstand des neuen Museums versuchten. In einem dreiteiligen Workshop wurden 34 eingeladene sambische Autor*innen von einem Wikipedia-Trainer aus S\u00fcdafrika geschult, sowohl in Recherche und Schreiben der Artikel als auch im Einpflegen der Texte in die Online-Enzyklop\u00e4die. \u00dcber 100 biographische Artikel sambischer Frauenpers\u00f6nlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart entstanden in Folge des Edit-a-thon ((6)) #HerZambianHistory, der von Wikipedia, WikiWomen und der Schwedischen Botschaft mitgetragen wurde. ((7))<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">\u201eLeading Ladies\u201c: Frauengeschichte geht in Serienproduktion<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Projekt, das inzwischen ein weithin sichtbares Markenzeichen des sambischen Frauengeschichtsmuseums geworden ist, ist die Serie animierter Video-Podcasts \u201eLeading Ladies \u2013 an African podcast on historical women leaders\u201c, so der vollst\u00e4ndige Titel. Die Podcast-Stories werden von Mulenga Kapwepwe recherchiert und geschrieben und von Samba Yonga und ihrem Produktionsteam digital umgesetzt. Die Episoden erz\u00e4hlen in drei bis sieben Minuten in klaren, schnellen Z\u00fcgen die Lebensgeschichten herausragender weiblicher F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten der sambischen und afrikanischen Geschichte vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.<br \/>\nDie Idee war, mit zeitgen\u00f6ssischen digitalen Medien eine h\u00f6chst mobile, best\u00e4ndig wachsende Wanderausstellung bereitzustellen, deren einzelne Episoden problemlos in Radio- oder Fernseh\u00fcbertragungen integriert und ebenso auf individuellen Endger\u00e4ten wie dem Mobiltelefon geh\u00f6rt, gesehen und geteilt werden k\u00f6nnten. Die \u201eLeading Ladies\u201c begannen ihren Online-Auftritt in der zeitgen\u00f6ssischen Medienwelt des 21. Jahrhunderts im M\u00e4rz 2019 und sind nun in der vierten thematischen Staffel. ((8))<br \/>\nSamba sagt im Interview mit okayafrica: \u201eDie Idee speziell der ersten Staffel von zehn Podcasts war es, den Stereotypen \u00f6ffentlicher Meinung wie \u201aFrauen halten sich aus Konflikten heraus\u2018 historisch basierte Archetypen afrikanischer Frauengeschichte, z. B. historische K\u00e4mpferinnen wie Loongo gegen\u00fcberzustellen.\u201c<br \/>\nDie \u201eLeading Ladies\u201c der ersten Staffel kommen aus allen zehn Provinzen des Landes, so die bewusste Auswahl der Produzentinnen. In der zweiten Podcast-Staffel geht es um den sozial-historischen Beitrag herausragender Frauen in unterschiedlichen Berufen und T\u00e4tigkeitsfeldern; in der dritten werden herausragende historische F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten der Region, n\u00e4mlich aus Sambia, Simbabwe und Malawi vorgestellt. In der derzeit laufenden vierten Podcast-Staffel werden die Lebensgeschichten afrikanischer \u00d6ko-Feministinnen erz\u00e4hlt, also K\u00e4mpferinnen f\u00fcr Umweltgerechtigkeit und Schutz nat\u00fcrlicher Ressourcen, deren Engagement auf einer speziell weiblich-afrikanischen Perspektive auf den Sachverhalt basiert.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Mit Video-Podcasts gegen die Unsichtbarmachung<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit ihrem Podcast haben die Museumsstifterinnen nat\u00fcrlich auch die f\u00fcr soziale Bewegungen so bedeutsame Baustelle schulischer Erziehung und Lehre in den Blick gefasst. Sie wollen den historischen Beitrag afrikanischer Frauen f\u00fcr die Entwicklung ihrer jeweiligen sowie der heutigen Gesellschaften in den \u201eMainstream\u201c und die Lehre bringen \u2013 dies wird so schon in der Darstellung des eigenen Auftrags auf der Website definiert. In der Online-Ressourcensammlung unter \u201eNews\u201c findet sich u. a. ein aufschlussreicher Bericht verlinkt, in dem es um eine quantitative Recherche bildlicher Darstellungen historischer Pers\u00f6nlichkeiten in den sambischen Geschichtsb\u00fcchern f\u00fcr weiterf\u00fchrende Schulen geht; und zwar unter dem Titel \u201eWortlos und unsichtbar gemachte historische Figuren in Sambia: Eine Analyse bildlicher Darstellung in Geschichtsb\u00fcchern\u201c. ((9))<br \/>\nEs sind genau diese unsichtbar gemachten und zum Schweigen gebrachten historischen Frauenfiguren, die das Frauengeschichtsmuseum Sambia insbesondere mit den Stimmen, Geschichten und Bildern der \u201eLeading Ladies\u201c-Podcasts wieder- bzw. neu belebt. Es bleibt spannend zu verfolgen, wie und mit welchen Mitteln und Schritten die Geschichte dieses mutigen, tatkr\u00e4ftigen Eingriffs der sambischen Museumsstifterinnen in die Geschichtsschreibung des Landes, des Kontinents und der Frauen geschrieben wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Portraits einiger \u201eLeading Ladies\u201c<\/h3>\n<h5><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Loongo: Kampf f\u00fcr ein Leben<br \/>\nin Frieden und W\u00fcrde (Staffel 1, Episode 3)<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Loongo war eine Anf\u00fchrerin der Sala im 19. Jahrhundert in der Region von Mumbwa in Sambias Central Province. Als die Makololo von S\u00fcden in ihr Land einfielen, formierte Loongo eine Frauenarmee im Kampf gegen die Eindringlinge. Obwohl die Verteidigung ihres Landes nicht erfolgreich war und Loongo in Gefangenschaft geriet, blieb der Ruf von ihrem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Mut und Einfluss und von der Entschlossenheit der Frauen bis heute erhalten. Der H\u00fcgel, von dem aus sie gek\u00e4mpft haben, wird \u201eder H\u00fcgel der Frauen\u201c genannt. Ein Zeichen des Respekts war es auch, dass die Makololo von den Sala keinen Kriegszoll verlangten, wie es sonst \u00fcblich war. Loongo kehrte aus der Gefangenschaft zur\u00fcck, und es gelang ihr, die Sala neu zu organisieren und Frieden und W\u00fcrde im Land wiederherzustellen. Bis heute feiern die Sala jedes Jahr im Juli ein Fest, das der Erinnerung an Loongo gewidmet ist: \u201eIkubi Lya Loongo\u201c ist der Name dieses Festivals.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\"><strong>Loongo kehrte aus der Gefangenschaft<\/strong><br \/>\n<strong>zur\u00fcck, und es gelang ihr, die Sala<\/strong><br \/>\n<strong>neu zu organisieren und Frieden<\/strong><br \/>\n<strong>und W\u00fcrde im Land wiederherzustellen<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Be Dyango: erfolgreicher Einsatz<br \/>\nf\u00fcr umfassende Rechte (Staffel 1, Episode 10)<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Be Dyango war bekannt als \u201edie Herrscherin der geheimnisvollen Wasserf\u00e4lle\u201c \u2013 \u201ethe matriarch of the mystic waterfalls\u201c. Um 1800 herrschte sie \u00fcber das Land der Leya und Toka im Gebiet des heutigen Livingstone und der Victoria Falls in der Southern Province Sambias. Bei einer Invasion von Chief Mukuni in ihr Land erwies sie sich als \u00e4u\u00dferst geschickte Verhandlungsf\u00fchrerin. So gewandt war Be Dyango in den Friedensverhandlungen mit Chief Mukuni, dass sie den Eroberer \u00fcberzeugte, die Herrschaft mit ihr zu teilen. Es gelang ihr, umfassende Rechte, kulturelle Selbstst\u00e4ndigkeit und politische Mitentscheidung f\u00fcr die Leya und Toka zu sichern. Auch bei den bedeutenden kulturellen Festen behielt sie weiterhin die F\u00fchrungsrolle. Be Dyangos Friedensvereinbarung hat noch heute Geltung. Und bis heute wird jedes Dorf bei den Toka-Leya in Doppelspitze, n\u00e4mlich gemeinsam von einem Mann und einer Frau, gef\u00fchrt.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">Be Dyangos Friedensvereinbarung<br \/>\nhat noch heute Geltung.<br \/>\nJedes Dorf wird gemeinsam von<br \/>\neinem Mann und einer Frau gef\u00fchrt<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Christine Munkombwe: Protest gegen<br \/>\nrassistische Sch\u00f6nheitsideale (Staffel 2, Episode 1)<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christine Munkombwe ist als Pionierin rassismusfreier Gleichbehandlung in die Geschichte eingegangen: Christine Munkombwe wurde 1956 in Ndola geboren, nahm an der Wahl zur Miss Sambia 1974 teil und gewann den Titel. Als sambische Sch\u00f6nheitsk\u00f6nigin war sie automatisch auch Kandidatin f\u00fcr den Miss-World-Wettbewerb in London im selben Jahr. Als die 18-j\u00e4hrige Miss Sambia in London ankam, bemerkte sie schnell, dass sie unzureichend f\u00fcr den Wettbewerb vorbereitet worden war. Sie sah auch, dass die Presse den Kontakt mit ihr scheute und nur an den wei\u00dfen Kandidatinnen interessiert war. Christine warf den Preisrichter*innen Vorliebe f\u00fcr Teilnehmerinnen mit heller Haut und glatten Haaren vor. Es kam zu einer \u00f6ffentlichen Stellungnahme Christines, in der sie den Veranstalter*innen der Miss-World-Wahl vorwarf, rassistische Vorurteile zu haben und schwarzen Bewerberinnen \u00fcberhaupt keine Chance zu geben.<br \/>\nDie sambischen Organisator*innen forderten daraufhin eine schriftliche Entschuldigung von Christine an die Miss-World-Veranstalter*innen, die Jury und die Presse und schickten ihr eine Rechnung von \u00fcber 3.000 Kwatcha, die Kosten ihrer Vorbereitung zur Miss-World-Ausscheidung; sie entzogen Christine die Miss-Sambia-Troph\u00e4e und gaben das Preisgeld von 50 Kwatcha der zweitplatzierten 16-j\u00e4hrigen Mabel Chipascha. Doch Christine blieb bei ihrer Aussage. Anstelle einer Entschuldigung ver\u00f6ffentlichte sie eine zweite Stellungnahme. \u201eIch gebe nichts auf diesen Titel; den k\u00f6nnen sie aufessen. Ich bleibe doch ich selbst!\u201c Christine Munkombwe hat ihre Stellungnahme nie zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px; text-align: right;\"><strong>Christine Munkombwe warf den<\/strong><br \/>\n<strong>Veranstalter*innen der Miss-World-Wahl<\/strong><br \/>\n<strong>vor, rassistische Vorurteile zu haben<\/strong><br \/>\n<strong>und schwarzen Bewerberinnen \u00fcberhaupt<\/strong><br \/>\n<strong>keine Chance zu geben<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_28404\" aria-describedby=\"caption-attachment-28404\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-28404\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Leading-Ladies-Season02.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Leading-Ladies-Season02.jpg 1000w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Leading-Ladies-Season02-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Leading-Ladies-Season02-600x337.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Leading-Ladies-Season02-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Leading-Ladies-Season02-150x84.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28404\" class=\"wp-caption-text\">Werbegrafik f\u00fcr den Podcast \u00fcber \u201eLeading Ladies\u201c &#8211; Abbildung: Women\u00b4s History Museum Zambia<\/figcaption><\/figure><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Namwesi Mwamba: Aktionen f\u00fcr<br \/>\nSambias Unabh\u00e4ngigkeit (Staffel 2, Episope 7)<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Namwezi Mwamba geh\u00f6rt zur Generation der Freiheitsk\u00e4mpfer*in-nen im Ringen um Sambias Unabh\u00e4ngigkeit. Namwezi Mwamba wurde 1943 in Mbala in der Northern Province Sambias geboren und war die Tochter von Chief Mwamba, dem Anf\u00fchrer der Mambwe.<br \/>\nDie Republik Sambia war 1964 das neunte Land, das die Unabh\u00e4ngigkeit von der britischen Kolonialregierung errang. Auf dem Weg dahin gab es wiederholt bewaffnete Repression der Brit*innen gegen die Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen der afrikanischen Mehrheitsbev\u00f6lkerung.<br \/>\nEine der f\u00fchrenden Parteien der Zeit, die United National Independence Party (Vereinigte Unabh\u00e4ngigkeitspartei), gef\u00fchrt von Kenneth Kaunda, entwickelte die so genannte Cha-Cha-Cha-Kampagne f\u00fcr zivilen Ungehorsam, Aufruhr und politische Bewusstseinsbildung. Der Titel spielt auf den zu der Zeit popul\u00e4ren Tanz Cha-Cha-Cha an und impliziert, dass es an der Zeit sei, dass Gro\u00dfbritannien zur Musik des Freiheitskampfes tanze. 1961 begann die Kampagne. In jeder Provinz wurden Sabotageakte organisiert und koordiniert: Streiks, Brandanschl\u00e4ge, Stra\u00dfensperren, die Zerst\u00f6rung von Regierungsgeb\u00e4uden, Boykotte und Proteste. Die 18-j\u00e4hrige Namwezi Mwamba wurde zum Mastermind des \u201eCha-Cha-Cha\u201c-Aufstands in Mbala und Mpulungu. Namwezi formte eine Gruppe, die als die \u201eKasakalabwe-Randalierer\u201c in Mpulungu ber\u00fcchtigt war. Ihre Sabotageakte waren so erfolgreich, dass sie bei der Kolonialpolizei als Mann galt. Als m\u00e4nnlicher Saboteur war sie auf der \u201emost wanted\u201c-Liste krimineller T\u00e4ter aufgef\u00fchrt. Diesen Lapsus bei den Polizeiermittlungen machte Namwezi sich zunutze und entkam so immer wieder erfolgreich den Fallen der Polizei. Beim Sabotageakt an einer Milit\u00e4rschule der Regierung wurde sie von einem Parteigenossen verraten und von der Regierungspolizei erschossen.<br \/>\nDie Unabh\u00e4ngigkeit Sambias, f\u00fcr die sie gek\u00e4mpft hat, hat Namwezi Mwamba nicht erlebt. Doch noch heute ist eine Stra\u00dfe in Mbala nach ihr benannt. Einige ihrer Mitstreiter*innen im Unabh\u00e4ngigkeitskampf, die noch leben, erz\u00e4hlen von Namwezis Mut und ihrem Charisma als Anf\u00fchrerin.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 40px;\">Namwezi Mwambas Sabotageakte<br \/>\nwaren so erfolgreich, dass sie bei der<br \/>\nKolonialpolizei als Mann galt<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Zitat im Titel entstammt einem Interview mit der sambischen Forscherin f\u00fcr Kulturgeschichte und langj\u00e4hrigen Leiterin des Kulturrats (National Arts Council of Zambia) Mulenga Kapwepwe, das wir 2012 in der Hauptstadt Lusaka aufgenommen haben. ((1)) \u201eIrgendwie geht es immer um die Frauen, die keine Macht haben,\u201c sagt Mulenga im Interview, \u201eund die Erfahrungen von Frauen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/05\/wo-ich-herkomme-haben-die-frauen-macht\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":502,"featured_media":28403,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"\u201eWo ich herkomme, haben die Frauen Macht!\u201c - graswurzelrevolution","description":"Das Zitat im Titel entstammt einem Interview mit der sambischen Forscherin f\u00fcr Kulturgeschichte und langj\u00e4hrigen Leiterin des Kulturrats (National Arts Council"},"footnotes":""},"categories":[1688,1038,1033,1027],"tags":[1707,1708],"class_list":["post-27565","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-470-sommer-2022","category-kleine-unterschiede","category-so-viele-farben","category-wir-sind-nicht-alleine","tag-leading-ladies","tag-sambia"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/502"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27565"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27565\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27565"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27565"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}