{"id":27578,"date":"2022-05-24T11:50:36","date_gmt":"2022-05-24T09:50:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/05\/krieg-zerstoert-leben\/"},"modified":"2022-05-25T10:32:36","modified_gmt":"2022-05-25T08:32:36","slug":"krieg-zerstoert-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/05\/krieg-zerstoert-leben\/","title":{"rendered":"Krieg zerst\u00f6rt Leben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am Ostersamstag 2022 gab es in Berlin zwei Friedensdemonstrationen. Zum traditionellen Ostermarsch der Friedenskoordination (Friko) unter dem Motto \u201eDie Waffen nieder!\u201c riefen unter anderem auch Attac und die Naturfreunde auf. Recht kurzfristig gab es au\u00dferdem einen Aufruf zu einem \u201eAlternativen Ostermarsch\u201c ukrainischer und syrischer Aktivist*innen von \u201eAdopt a Revolution\u201c, \u201eVitsche\u201c und anderen: \u201eRussische Kriege stoppen \u2013 f\u00fcr Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit\u201c.<br \/>\nW\u00e4hrend die Friko f\u00fcr konsequente Gewaltfreiheit eintrat und feststellte, es brauche \u201eKompromissbereitschaft von beiden Seiten\u201c, zeigte sich das alternative Demob\u00fcndnis entsetzt, dass der Friko-Aufruf \u201edie russische Aggression und das Recht auf Selbstverteidigung mit keinem Wort\u201c erw\u00e4hnt. Es forderte zwar nicht ausdr\u00fccklich Waffenlieferungen, schrieb jedoch: \u201eViel zu lange hat man in Europa geglaubt, dass ein Krieg durch Ann\u00e4herung an Russland verhindert werden kann\u201c, und \u201ees ist legitim, wenn sich Syrer*innen oder Ukrainer*innen Unterst\u00fctzung w\u00fcnschen, damit ihre H\u00e4user, Schulen, B\u00e4ckereien und Krankenh\u00e4user nicht weiter bombardiert werden\u201c.<br \/>\nIch war auf dem traditionellen Ostermarsch, denn ich kann und will meine gewaltfreie Haltung nicht aufgeben. Dort wurde auch Wladimir Putin verurteilt, jedoch war die Kritik an der NATO lauter und deutlicher. Ich ma\u00dfe mir nicht an, beurteilen zu k\u00f6nnen, welche Faktoren welchen Anteil an der Eskalation und am Krieg hatten. So misstraue ich zun\u00e4chst allem, was ich dazu h\u00f6re und lese. Einer Einsch\u00e4tzung des Wahrheitsgehalts von Medienberichten und \u00c4u\u00dferungen von Expert*innen kann ich mich allenfalls versuchen anzun\u00e4hern. Es erschlie\u00dft sich oft nicht so leicht, wer beispielsweise von wem beeinflusst oder gesponsert ist oder vielleicht aufgrund ideologischer Erstarrung einen sehr engen Blick auf die Wirklichkeit hat. Ich versuche mich von verschiedenen Seiten zu informieren. Meine roten Warnl\u00e4mpchen blinken vor allem bei denen, die versuchen, den Eindruck zu erwecken, sie w\u00fcssten ganz genau und besser als alle anderen Bescheid.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Bitte keine Helden (und auch keine Heldinnen)<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich die ersten Berichte von Anarchist*innen las, die in der Ukraine zu den Waffen greifen, hielt ich das f\u00fcr Fake News. Mittlerweile wei\u00df ich \u2013 auch dank des sehr aufschlussreichen Interviews von Silke mit einem russischen Anarchisten in der April-Ausgabe der Graswurzelrevolution (<a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/03\/sabotiert-diesen-krieg\/\">GWR 468<\/a>) \u2013, dass es dort offensichtlich \u00e4hnliche Spaltungen gibt wie hier, allerdings unter ungleich existenzielleren Bedingungen. Ich kann nicht wissen, wie es ist, wenn die eigene Stadt, meine Nachbarschaft, mein Haus angegriffen werden. So warm und satt, wie ich hier sitze, bin ich sicher, dass ich wei\u00dfe T\u00fccher raush\u00e4ngen w\u00fcrde und nicht mit Waffen verteidigt werden wollte. Ich habe einen Sohn, den w\u00fcrde ich daf\u00fcr nicht hergeben \u2013 meine Tochter selbstverst\u00e4ndlich auch nicht. Wie k\u00f6nnte ich dann erwarten, dass andere S\u00f6hne oder T\u00f6chter ihr Leben f\u00fcr mich riskieren?<br \/>\nIm Krieg werden Heldenbilder geboren \u2013 die tapfer k\u00e4mpfenden Ukrainer. Der Helden-Begriff ist schon seit einigen Jahren im Kommen. Dazu assoziiere ich: m\u00e4nnlich und selbstgewiss, weil von h\u00f6heren (eben heldenhaften) Motiven angetrieben. Einzelk\u00e4mpfer (seltener K\u00e4mpferinnen), die wissen, wo es lang geht. Die nicht fragen, sondern anpacken. Helden siegen oder unterliegen, alles oder nichts. Aber Menschen k\u00f6nnen mehr. Zum Menschsein geh\u00f6rt auch das Scheitern. Und immer wieder fragen, zweifeln, verletzlich bleiben und trotzdem weitermachen.<br \/>\nOb ich anders reagieren w\u00fcrde, wenn der Krieg hier stattf\u00e4nde und ich direkt betroffen w\u00e4re? Aber machen es nicht immer mehr Waffen immer schlimmer, f\u00fchren in eine Eskalationsspirale der Gewalt statt zum ersehnten Frieden? Ich bin erschrocken, wie mittlerweile medial die gesamte Entspannungspolitik der letzten Jahrzehnte niedergemacht wird, als sei das alles falsch gewesen, als h\u00e4tten sich alle geirrt, die glaubten, mit Russland verhandeln zu k\u00f6nnen. Was w\u00e4re denn die Alternative gewesen? In der medialen und politischen \u00d6ffentlichkeit scheint g\u00e4nzlich unter den Tisch zu fallen, dass die NATO ebenso aggressive Kriege f\u00fchrt wie Russland, dass der im April 1999 begonnene <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/NATO-Krieg\/lutz-faz.html\">Kosovo-Krieg<\/a> gegen Serbien ein v\u00f6lkerrechtswidriger Angriffskrieg in Europa war, an dem sich erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch die deutsche Bundeswehr aktiv beteiligte.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Erinnerungen an 1998\/99<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich werde nie vergessen, wie damals nach 16 Jahren Helmut-Kohl-Regierung alle Hoffnungen auf die im Herbst 1998 gew\u00e4hlte rot-gr\u00fcne Bundesregierung zusammenbrachen. Ja klar, auf Regierungen zu hoffen gilt im anarchistischen Umfeld als fragw\u00fcrdig, aber es ist ja auch nicht ganz egal, wer da sitzt. Die Gr\u00fcnen entpuppten sich schnell als olivgr\u00fcne Kriegstreiber*innen, und mit der Einf\u00fchrung von Hartz IV und Riesterrente wurde gleich noch das Sozialsystem angegriffen. Mit der Aktienrente setzt die neue Bundesregierung jetzt nach 16 Jahren Angela Merkel den Abbau der solidarischen Alterssicherung durch Privatisierung fort.<br \/>\nIm Koalitionsvertrag der Ampel wurde vereinbart: \u201eDie Strukturen der Bundeswehr m\u00fcssen effektiver und effizienter gestaltet werden mit dem Ziel, die Einsatzbereitschaft zu erh\u00f6hen.\u201c Soll die Bundeswehr also noch mehr Kriege f\u00fchren? Am Ukraine-Krieg beteiligt sich Deutschland bislang \u201enur\u201c mit Waffenlieferungen. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages f\u00fchrte im M\u00e4rz 2022 aus: \u201eErst wenn neben der Belieferung mit Waffen auch die Einweisung der Konfliktpartei bzw. Ausbildung an solchen Waffen in Rede st\u00fcnde, w\u00fcrde man den gesicherten Bereich der Nichtkriegsf\u00fchrung verlassen.\u201c Mit dieser Ausbildung wurde bereits begonnen.<br \/>\nDa will ich mich nicht hinstellen und hilflos \u201eStoppt Putin\u201c oder so rufen. Selbstverst\u00e4ndlich muss der Krieg gestoppt werden. Aber Herrn Putin ist es doch vollkommen egal, was irgendwelche Aktivist*innen hier von sich geben. F\u00fcr mich w\u00e4re das eine reine Selbstdarstellung, belangloses Posing, um zu zeigen, dass ich auf der richtigen Seite stehe. Es f\u00e4llt mir immer schwerer, mir vorzustellen, wie sich politisch etwas zum Besseren wenden lie\u00dfe. Aber wenn \u00fcberhaupt, dann k\u00f6nnten \u201ewir\u201c doch allenfalls Einfluss auf \u201eunsere\u201c Regierung nehmen, dass sie mit der Kriegstreiberei aufh\u00f6rt und sich aktiv und konsequent f\u00fcr eine Verhandlungsl\u00f6sung einsetzt. Die Verurteilung von Putins Angriffskrieg kommt mir manchmal vor wie ein Ritual, ein gefordertes Bekenntnis zu etwas Selbstverst\u00e4ndlichem, um den b\u00f6sen Verdacht abzuwehren, vielleicht den russischen Angriffskrieg verteidigen zu wollen oder gar richtig zu finden. Sicher gibt es Trolle, die russische Propaganda verbreiten. Gef\u00e4hrlicher, weil im Mainstream meinungsbildend, erscheinen mir allerdings diejenigen, die sich vordergr\u00fcndig f\u00fcr die Ukraine und f\u00fcr \u201ewestliche Werte\u201c einsetzen und damit Aufr\u00fcstung und weitere Militarisierung meinen.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Fortschreitende Militarisierung des Alltags<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin in Westberlin aufgewachsen, da gab es keine Wehrpflicht, und auch das trug dazu bei, dass sich hier ein einzigartiges alternatives Biotop entwickeln konnte. Nach der Wende \u00e4nderte sich das, seit den 1990ern legen auch in Berlin Rekruten \u00f6ffentliche Gel\u00f6bnisse ab \u2013 mittlerweile wohl auch Rekrut*innen, was deutlich macht, dass solche Gleichstellung eine patriarchale Institution wie die Bundeswehr modernisiert und stabilisiert, statt sie in Frage zu stellen. In den letzten Jahren h\u00e4uft sich die Werbung der Bundeswehr im \u00f6ffentlichen Raum. Der Einsatz von Soldat*innen im Inneren zur Unterst\u00fctzung der Gesundheits\u00e4mter beim <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/03\/der-krieg-und-das-virus\/\">Krieg gegen Corona<\/a> war ein weiterer Baustein in der zunehmenden Militarisierung. Eine wichtige Rolle spielt die Deutsche Bahn, die Anfang 2019 einen \u201eRahmenfrachtvertrag\u201c mit der Bundesregierung abgeschlossen hat, in dem milit\u00e4rischen Transporten nach Osten, an die litauische Grenze, Vorrang vor dem Personenverkehr einger\u00e4umt wird. Seit 2020 d\u00fcrfen Soldat*innen kostenlos mit der Bahn fahren \u2013 wenn sie Uniform tragen.<br \/>\nEinmal sa\u00df ich in einem Wagen zwischen Uniformierten, fast noch Kinder. Ob sie wissen, was Krieg bedeutet, wie viel Angst und Entsetzen, Schmerzen und Gewalt? Einer meiner Onkel sprach dar\u00fcber, wie er im Zweiten Weltkrieg einem anderen, feindlichen Soldaten gegen\u00fcberstand, beide mit der Waffe in der Hand. Er wollte ihn nicht t\u00f6ten, wollte aber auch nicht selbst get\u00f6tet werden. Also hat er geschossen. Es hat ihn sein Leben lang verfolgt, dass er einen anderen Menschen umgebracht hat.<br \/>\nKrieg ist die patriarchale Anma\u00dfung, Herr \u00fcber Leben und Tod zu sein \u2013 was richtet das in denen an, die damit konfrontiert sind, selbst bedroht, mitwirkend oder von Weitem zuschauend? Ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, all diese Gewalt an sich heranzulassen, die Ungeheuerlichkeit des T\u00f6tens zu empfinden, oder ist es \u00fcberlebensnotwendig abzustumpfen, um sich zu sch\u00fctzen?<br \/>\nAus sicherer Entfernung gebe ich mich solchen Gedanken hin, wissend, dass Russland mit Atomwaffen droht und dass im russischen Fernsehen schon \u00fcber die atomare Vernichtung Gro\u00dfbritanniens und Atombomben auf Berlin gesprochen wurde. Dass hinter dem Ukraine-Krieg alle anderen Kriege nahezu unsichtbar werden, finde ich politisch kritikw\u00fcrdig, jedoch setzt mir dieser Krieg auch mehr zu als jeder andere, denn noch nie habe ich mich selbst so bedroht gef\u00fchlt. Nicht einmal 1984, als die US-Armee ihre Mittelstreckenraketen so bedrohlich nachr\u00fcstete, dass ein sowjetischer Pr\u00e4ventivschlag m\u00f6glich erschien. Wird Putin, ehe er den Krieg verliert, wirklich zum letzten Mittel greifen, um als M\u00e4rtyrer in den Himmel zu kommen, wie er es schon vor Jahren als Option benannte? Und wenn er gewinnt? Ich sehe keine Alternative zur Verhandlungsl\u00f6sung, aber die scheint nicht gewollt und r\u00fcckt mit jeder Waffenlieferung in weitere Ferne.<br \/>\nEine Bewegung, die sich der milit\u00e4rischen Eskalation kraftvoll entgegenstellen w\u00fcrde, sehe ich nicht. Die Osterm\u00e4rsche waren zwar besser besucht als in den Vorjahren, aber im Vergleich zu den vorherigen Massendemonstrationen mit gelb-blauem Nationalfahnenmeer doch recht \u00fcberschaubar. Schon im Laufe der Corona-Zerw\u00fcrfnisse habe ich immer mehr an den M\u00f6glichkeiten politischer Ver\u00e4nderungen gezweifelt. Es scheint mir, als seien viele kritische und sich als irgendwie links verstehende Aktive mehr daran interessiert, sich \u00fcber die ihnen Nahestehenden zu emp\u00f6ren, als \u00fcber das Trennende hinweg gemeinsame Positionen und Handlungsm\u00f6glichkeiten auszuloten. Schon der Versuch, die Entstehung des Krieges zu verstehen, wird mitunter als Rechtfertigung denunziert. Wie konnte es so weit kommen, dass \u201eRusslandversteher*in\u201c schon vor Jahren zum Schimpfwort wurde, statt das Bem\u00fchen wertzusch\u00e4tzen, etwas begreifen zu wollen, und dass, wer nicht in den anschwellenden Ruf nach Waffen einstimmt, der Putin-Unterst\u00fctzung verd\u00e4chtigt wird, als g\u00e4be es keine Alternativen zum Krieg?<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Duale patriarchale Logiken<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mich erschreckt die Unerbittlichkeit, mit der Meinungsverschiedenheiten nicht ausdiskutiert, sondern Andersdenkende niedergemacht werden, nicht nur in Medien, Politik und Gesellschaft, sondern auch in der gesellschaftlichen Linken und in selbstorganisierten politischen Zusammenh\u00e4ngen und Projekten. Die Frage, warum es oft so schwierig ist zwischen den Menschen, besch\u00e4ftigt mich schon lange. Seit ich mich in Gruppen und kollektiven Zusammenh\u00e4ngen bewege, habe ich unz\u00e4hlige Male Streitereien und unl\u00f6sbare Konflikte miterlebt und war nicht selten auch selbst involviert. So vieles ist daran zerbrochen. Oft scheint es nur noch Gut oder B\u00f6se, Freund*in oder Feind*in zu geben, keine Zwischent\u00f6ne und Ambivalenzen.<br \/>\nDiese \u201eEntweder-Oder\u201c-Logiken verstehe ich als Ausdruck patriarchaler Denk- und Empfindungsmuster, die bestens mit der neoliberalen Konkurrenz korrespondieren. Ich bin auch davon \u00fcberzeugt, dass sich mit der Durchdigitalisierung des Alltags das digitale Funktionsprinzip des 0-1-0-1 ins Denken und F\u00fchlen einschreibt und nicht unerheblich zu diesen Spaltungen beitr\u00e4gt.<br \/>\nDie Entwicklung digitaler Technologien entspringt der Milit\u00e4rforschung \u2013 das sollte nie vergessen werden. Am 6. April 2022 haben Verteidigungs- und Haushaltsausschuss des Bundestages der Anschaffung von Raketen zur Bewaffnung von Drohnen zugestimmt. Damit wird das automatisierte T\u00f6ten auf Grundlage von \u201eK\u00fcnstlicher Intelligenz\u201c (KI) erm\u00f6glicht. Dieser Propagandabegriff hat nichts zu tun mit dem, was gemeinhin unter Intelligenz verstanden wird, die eine vielseitige menschliche Eigenschaft ist, gepr\u00e4gt von intellektuellen, emotionalen und kulturellen F\u00e4higkeiten und Gewohnheiten. Selbstlernende Algorithmen machen bei der KI letztlich nichts anderes, als riesige Datenmengen abzugleichen und Schlussfolgerungen im 0-1-0-1-Modus zu ziehen.<br \/>\nVielleicht ist die Automatisierung des T\u00f6tens die logische Konsequenz eines Denkens, das jede W\u00e4rme und Lebenszugewandtheit verloren hat und nicht mehr mit Empfindungen und zwischenmenschlicher Resonanz verbunden ist. Ein Symbol und eine grausame Realit\u00e4t der Destruktivit\u00e4t von patriarchaler Gewalt, die im Kapitalismus mit seiner systematischen Ausbeutung und Zerst\u00f6rung von Mensch und Natur ihre Vollendung findet.<br \/>\nIn diesem System gibt es keine L\u00f6sungen, aber immerhin Inseln der Hoffnung, wo beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/04\/jedes-deserteur-denk-mal-ist-ein-antikriegsimpuls\/\">Deserteur*innen<\/a> und Gefl\u00fcchtete unterst\u00fctzt und Selbstversorgungsstrukturen organisiert werden. Alltagsk\u00e4mpfe, die direkt und unmittelbar wirken. Aber w\u00e4re es nicht endlich an der Zeit f\u00fcr ein gro\u00dfes Nein? Ein Nein nicht nur zu Militarisierung und Krieg, sondern zu jedem Gewaltverh\u00e4ltnis in Wirtschaft und Gesellschaft, \u00fcberall, nicht nur vor der eigenen T\u00fcr. Das mag zun\u00e4chst wie eine Binsenweisheit klingen, aber haben \u201ewir\u201c, habe ich mich nicht viel zu gut eingerichtet im Bestehenden? Was hei\u00dft es denn konkret, wenn ein solches Nein vom gepflegten Gedankengang zur materiellen Realit\u00e4t werden soll?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Ostersamstag 2022 gab es in Berlin zwei Friedensdemonstrationen. Zum traditionellen Ostermarsch der Friedenskoordination (Friko) unter dem Motto \u201eDie Waffen nieder!\u201c riefen unter anderem auch Attac und die Naturfreunde auf. 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