{"id":27581,"date":"2022-05-24T11:50:37","date_gmt":"2022-05-24T09:50:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/05\/putins-lebende-munition\/"},"modified":"2022-08-04T11:44:01","modified_gmt":"2022-08-04T09:44:01","slug":"putins-lebende-munition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/05\/putins-lebende-munition\/","title":{"rendered":"\u201ePutins lebende Munition\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Ihr seid Aktivist:innen des Kollektivs <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/09\/food-not-bombs\/\">Food Not Bombs<\/a>, das seit \u00fcber 20 Jahren in \u0141\u00f3d\u017a aktiv ist. Warum engagiert ihr euch zus\u00e4tzlich in der Hilfe f\u00fcr Refugees?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Food Not Bombs \u0141\u00f3d\u017a: Die Gefl\u00fcchtetenkrise, die sich seit dem letzten Sommer in Polen abspielt, und ihr Ausma\u00df bedeuten, dass wir als Kollektiv, das sich der Hilfe f\u00fcr Menschen in Not verschrieben hat, ihr nicht gleichg\u00fcltig gegen\u00fcberstehen k\u00f6nnen.<br \/>\nWir sprechen nicht nur \u00fcber die durch den Krieg in der Ukraine verursachte Krise, sondern auch \u00fcber eine riesige humanit\u00e4re Krise an der <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/10\/todesgrenze\/\">polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze<\/a>; \u00fcber Menschen, die als illegale Migrant:innen bezeichnet werden und die auf eine Weise behandelt werden, wie niemand im Europa des 21. Jahrhunderts behandelt werden sollte; \u00fcber Menschen, die ihre Gesundheit und oft auch ihr Leben in einem Land verlieren, das sich nicht im Krieg befindet, sondern nur deshalb, weil die Migrationspolitik dieses Landes keine andere L\u00f6sung f\u00fcr sie hat, als sie im Winter im Wald zur\u00fcckzulassen, wo sie m\u00f6glicherweise sterben. Niemandem sollte eine solche Situation gleichg\u00fcltig sein, auch uns nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie viele Personen sind an der Gefl\u00fcchtetenhilfe beteiligt, und wie helft ihr konkret?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00fcberwiegende Mehrheit des Kollektivs ist an der Hilfe beteiligt, die zum gr\u00f6\u00dften Teil der lokalen anarchistischen F\u00f6deration entstammen. Die Hilfe, die wir leisten, hat verschiedene Dimensionen. Eine gro\u00dfe Gruppe konzentriert sich auf direkte Hilfe z. B. im Wald nahe der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze, wo sie Kleidung zum Wechseln bereitstellt, warme Jacken, Schlafs\u00e4cke, Lebensmittel, Notfallrationen mit einem Campingkocher, Medikamente und Matten, auf denen man die Nacht besser \u00fcberstehen kann als auf dem nackten Boden. Es handelt sich um eine Reihe von Aktivit\u00e4ten, die es den Gefl\u00fcchteten erm\u00f6glichen, sich aus ihren oft nassen Kleidern zu befreien und zu essen, und wir k\u00f6nnen ihnen den weiteren Weg weisen.<br \/>\nAu\u00dferdem k\u00fcmmern wir uns um Gefl\u00fcchtete, die in Internierungslagern untergebracht sind, wo die Lebensbedingungen schlechter sind als in Gef\u00e4ngnissen. Hier besteht unsere Hilfe in Gespr\u00e4chen, die traumatisierte Menschen brauchen; wir helfen auch bei der \u00dcbersetzung von Dokumenten \u00fcber ihren aktuellen Aufenthaltsstatus, die sie in der Regel auf Polnisch erhalten; wir unterst\u00fctzen sie bei der Suche nach Anw\u00e4lt:innen. Au\u00dferdem schicken wir ihnen Pakete mit grundlegenden Dingen, d.\u00a0h. Wechselkleidung, Schuhe, Jacken usw., da sie in den Internierungslagern oft in den Kleidern ankommen, die sie bereits im Wald trugen; wir schicken Lebensmittel, die oft fehlen, Handys (nur erlaubt ohne Kamera) oder Handyguthaben, damit sie ihre Familien und Anw\u00e4lt:innen kontaktieren k\u00f6nnen.<br \/>\nWas die ukrainische Grenze betrifft, so wurde eine Informationskampagne in ukrainischer Sprache gestartet, in der \u00fcber Ausgabestellen f\u00fcr kostenlose warme Mahlzeiten informiert wird. Au\u00dferdem geben wir derzeit sehr viel mehr Mahlzeiten aus, da allein in \u0141\u00f3d\u017a, wo wir aktiv sind, 200.000 Migrant:innen aus der Ukraine angekommen sind und die Unterbringung nicht f\u00fcr alle von ihnen erfolgreich verlaufen ist. Wir helfen auch in einer zentralen Anlaufstelle, die an dem Ort, an dem wir die Mahlzeiten zubereiten, er\u00f6ffnet wurde \u2013 wir teilen mit den Anwohner:innen die erhaltenen Lebensmittelspenden und versorgen die Bed\u00fcrftigen mit Kleidung. Einige von uns fahren auch in die Ukraine und bringen Gefl\u00fcchtete nach Polen, die es aus verschiedenen Gr\u00fcnden noch nicht geschafft haben, das Land zu verlassen.<br \/>\nDas Ziel unseres Kollektivs war und ist es, Menschen zu helfen, deren Lebenssituation besonders schlimm und deren Lebensbedingungen extrem prek\u00e4r sind, und die Hilfe f\u00fcr Gefl\u00fcchtete ist eine nat\u00fcrliche Ausweitung dieser Hilfe auf andere Menschen, die sie dringend ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Habt ihr auch eine FNB-K\u00fcche an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze organisiert, um Gefl\u00fcchtete zu unterst\u00fctzen, oder habt ihr euch dort eher auf andere Formen der Hilfe konzentriert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze gibt es keinen Platz f\u00fcr gemeinsames Kochen und die Ausgabe von Mahlzeiten. Der Grund daf\u00fcr sind die unmenschlichen und unverst\u00e4ndlichen Gesetze, die die polnische Regierung diesem Gebiet auferlegt hat \u2013 angefangen von der Einrichtung einer \u201eSperrzone\u201c, d. h. einer Zone, die au\u00dfer der Polizei und der Armee niemand betreten darf, \u00fcber die Kriminalisierung der humanit\u00e4ren Hilfe bis hin zur realen Bedrohung der Gesundheit und des Lebens der Gefl\u00fcchteten, die sich verstecken m\u00fcssen, um nicht zum x-ten Mal auf die wei\u00dfrussische Seite der Grenze \u00fcberstellt zu werden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Unter diesen Bedingungen ist die Bereitstellung humanit\u00e4rer Hilfe jeglicher Art grunds\u00e4tzlich sehr schwierig oder sogar gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Aktivist:innen selbst. Wir sprechen hier von Eins\u00e4tzen in Waldgebieten, oft nachts, oft in einem Gebiet, das gem\u00e4\u00df staatlicher Direktiven f\u00fcr jede:n au\u00dfer der Armee f\u00fcr \u201egesperrt\u201c erkl\u00e4rt wurde und in dem sich viele Gefl\u00fcchtete befinden, die grundlegende Hilfe ben\u00f6tigen.<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier konzentriert sich unsere Hilfe auf die direkte Unterst\u00fctzung, d. h. wir versuchen, m\u00f6glichst leise und unauff\u00e4llig den Ort zu erreichen, an dem sich die hilfesuchende Gruppe versteckt. Dort \u00fcberpr\u00fcfen wir den Gesundheitszustand der Menschen: H\u00e4ufig sind Wunden nach Schl\u00e4gen durch Grenzsoldat:innen, verrenkte oder gebrochene Gliedma\u00dfen, entstanden beim n\u00e4chtlichen Blindflug durch den Wald, Erfrierungen, Unterk\u00fchlung, extreme Austrocknung, Lebensmittelvergiftung durch das Trinken von Wasser aus Pf\u00fctzen. Wir stellen ben\u00f6tigte Medikamente, warme Kleidung, energiereiche Lebensmittel und eine warme Mahlzeit bereit, die, wenn die aktuelle Situation es zul\u00e4sst und die Anwesenheit der Aktivist:innen die Lage der Menschen nicht bedroht, auf einem Campingkocher aufgew\u00e4rmt und sofort mit hei\u00dfem s\u00fc\u00dfem Tee serviert wird. Dann m\u00fcssen sich die Aktivist:innen schnell und unauff\u00e4llig entfernen, damit ihre Anwesenheit nicht die Aufmerksamkeit der Armee, der Polizei und der Grenzschutztruppen [Wojska Ochrony Pogranicza, WOT \u2013 Anm. moku] auf sich zieht, die in der Gegend patrouillieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unterscheidet sich die Hilfe f\u00fcr Gefl\u00fcchtete an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze von der Hilfe f\u00fcr Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine? Wenn ja, auf welche Weise?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hilfe an der Grenze zur Ukraine steht in diametralem Gegensatz zu der an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze. Bei der Hilfe f\u00fcr Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine ist zun\u00e4chst festzuhalten, dass es sich um legale Hilfe handelt, was von Anfang an ihren Charakter bestimmt. Die Aktionen der Aktivist:innen konzentrieren sich hier auf die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, die \u00e4u\u00dferst hilfsbereit ist.<br \/>\nDie Hilfsaktivit\u00e4ten decken daher ein breites Spektrum ab, angefangen vom Transport von Menschen von der Grenze nach Polen \u00fcber die Unterbringung in Privatwohnungen, die Beschaffung von notwendigem Hausrat, Lebensmitteln und ggf. Kleidung sowie die Erledigung rechtlicher Formalit\u00e4ten bis hin zur Hilfe in zentralen Koordinationsstellen, an denen Lebensmittel und Kleidung bereitgestellt werden. Hinzu kommt die Hilfe beim Transport von Menschen aus der Ukraine selbst, die aufgrund ihrer schlechten finanziellen Situation das kriegsgebeutelte Land nicht eigenst\u00e4ndig verlassen konnten.<br \/>\nUnter v\u00f6llig anderen Bedingungen finden die Hilfsaktivit\u00e4ten an der Grenze zu Wei\u00dfrussland statt. Obwohl die Leistung humanit\u00e4rer Hilfe (theoretisch) nicht kriminalisiert ist und das polnische Recht sogar die Unterlassung von Erster Hilfe im Bedarfsfall als Straftat ansieht, gilt dies laut der polnischen Regierung unverst\u00e4ndlicherweise nicht f\u00fcr Migrant:innen, die \u00fcber Wei\u00dfrussland nach Polen kommen. In den allermeisten F\u00e4llen, und das muss betont werden, handelt es sich auch bei ihnen um Menschen, die vor einem Krieg oder vor bewaffneten Auseinandersetzungen in ihrem Land fliehen, und zwar nicht wegen eines gerade erst ausgebrochenen Krieges, wie es in der Ukraine der Fall ist. Wir sprechen hier von einem Krieg, der seit zehn Jahren andauert (wie im Fall der Gefl\u00fcchteten aus dem Jemen), von bewaffneten Konflikten, bei denen ganze D\u00f6rfer in Brand gesteckt werden und die Fl\u00fcchtenden oft die einzigen \u00dcberlebenden sind (wie z. B. bei den Gefl\u00fcchteten aus dem Kongo), oder zum Beispiel davon, dass sie in einem st\u00e4ndigen Gef\u00fchl der Bedrohung leben und keine M\u00f6glichkeit haben, f\u00fcr sich selbst zu sorgen, weil sie formal immer noch kein eigenes Land haben (diese Situation bezieht sich auf die Lage der irakischen Kurd:innen, denen meist auch das <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/04\/zweierlei-mass\/\">Recht auf Asyl<\/a> in Polen verweigert wird).<br \/>\nDie Ursachen f\u00fcr diese Situation lassen sich bis zu den Urspr\u00fcngen der kapitalistischen Ideologie zur\u00fcckverfolgen, die in ihren Grunds\u00e4tzen von der Ausbeutung der weniger privilegierten L\u00e4nder durch die privilegierteren und von der Vorherrschaft der \u201ewei\u00dfen Rasse\u201c ausgeht. Auf dieser Ideologie beruhen die kognitiven Gewohnheiten und Reaktionsweisen auf das Ungl\u00fcck dieser Staaten und ethnischen Gruppen, das aus dieser Situation der Ausbeutung resultiert. Die Normalisierung ihres Ungl\u00fccks erlaubt es den privilegierten L\u00e4ndern folglich, nicht einmal eine Teilverantwortung f\u00fcr deren Schicksal zu \u00fcbernehmen.<br \/>\nDas ist auch die Perspektive, die die polnische Regierung eingenommen hat, die zugelassen hat, dass kranke, leidende und hungernde Menschen im Wald sich selbst \u00fcberlassen werden oder, um das \u201eProblem\u201c loszuwerden, in endloser Wiederholung auf die belarussische Seite zur\u00fcckgeschickt werden. Die Situation eskaliert, es gibt neue gesetzliche Richtlinien, und wir sind an einem Punkt angelangt, an dem Pushbacks, die bisher illegal waren, zu einem legalen Verfahren werden, auch f\u00fcr Kinder, an denen es unter den ankommenden Gefl\u00fcchteten ebenfalls nicht mangelt.<br \/>\nUnter diesen Bedingungen ist die Bereitstellung humanit\u00e4rer Hilfe jeglicher Art grunds\u00e4tzlich sehr schwierig oder sogar gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Aktivist:innen selbst. Wir sprechen hier von Eins\u00e4tzen in Waldgebieten, oft nachts, oft in einem Gebiet, das gem\u00e4\u00df staatlicher Direktiven f\u00fcr jede:n au\u00dfer der Armee f\u00fcr \u201egesperrt\u201c erkl\u00e4rt wurde und in dem sich viele Gefl\u00fcchtete befinden, die grundlegende Hilfe ben\u00f6tigen. Hinzu kommt medizinische Hilfe im weitesten Sinne, da ein l\u00e4ngerer Aufenthalt im Wald w\u00e4hrend des Herbstes und Winters oft ihre Gesundheit ernsthaft beeintr\u00e4chtigt oder sogar direkt ihr Leben bedroht.<br \/>\nDie Aktivist:innen leisten jedoch nicht nur direkte Hilfe in Form von Versorgung mit den notwendigsten Dingen: Ebenso blockieren sie oft den Abtransport von Menschen, die von Grenzsch\u00fctzer:innen illegal aus Krankenh\u00e4usern abgeholt werden; sie unterzeichnen Vollmachten, die notwendig sind, damit ein:e bestimmte:r Gefl\u00fcchtete:r einen Asylantrag stellen kann, und \u00fcbernehmen somit in gewisser Weise die Verantwortung f\u00fcr das weitere Schicksal einer:s Refugee, indem sie gemeinsam mit Abgeordneten formale Anfragen zu ihrem:seinem Status und Aufenthaltsort stellen (denn unabh\u00e4ngig von der Einleitung eines Asylverfahrens \u201everschwinden\u201c Migrant:innen oft unter ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden aus dem polnischen Hoheitsgebiet, um sich auf der belarussischen Seite wiederzufinden).<br \/>\nEs handelt sich also um eine umfassende, \u00e4u\u00dferst engagierte und anstrengende Hilfe, die es erforderlich macht, dass wir gleichzeitig in vielen Bereichen t\u00e4tig werden und uns st\u00e4ndig Kenntnisse aneignen. Dazu z\u00e4hlen nicht nur juristische Kenntnisse, da es immer noch einen Mangel an Anw\u00e4lt:innen f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze gibt, sondern auch praktische Kenntnisse, die es erm\u00f6glichen, die Bed\u00fcrftigen wirksamer zu erreichen, um nicht versehentlich die Aufmerksamkeit von Armee, Polizei oder WOT auf sich zu ziehen.<br \/>\nDie Hilfe ist finanziell \u00e4u\u00dferst prek\u00e4r, da sie in der \u00d6ffentlichkeit nicht so gut ankommt und Nichtregierungsorganisationen, die sie urspr\u00fcnglich koordiniert und mitfinanziert haben, mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine alle ihre Ressourcen an diese Grenze verlagert haben. Daher stehen die Aktivist:innen, die die Hilfe fortsetzen wollen, oft vor der Qual der Wahl und k\u00f6nnen nicht ein solches Ma\u00df an Versorgung bieten, dass jede Person, die in Polen ein Asylverfahren durchl\u00e4uft (das oft bis zu einem Jahr dauert), zumindest Kleidung zum Wechseln und einen Vorrat an T\u00fctensuppen und Keksen h\u00e4tte.<br \/>\nDie Hilfe an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze kann ganz allgemein als ein st\u00e4ndiger Kampf gegen das System beschrieben werden, das versucht, diese Hilfe in zunehmendem Ma\u00dfe zu verhindern und zu kriminalisieren. Es handelt sich um eine Hilfeleistung, die zwar sehr kr\u00e4ftezehrend und k\u00f6rperlich und geistig anstrengend ist, aber dennoch nicht ausreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ihr organisiert FNB kontinuierlich, indem ihr jede Woche Essen f\u00fcr Bed\u00fcrftige kocht und verteilt, au\u00dferdem helft ihr Gefl\u00fcchteten aus der Ukraine und an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze. Wie schafft ihr es, so viele Aktivit\u00e4ten parallel am Laufen zu halten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Aktivist:innen aus \u0141\u00f3d\u017a angeht, so handelt es sich um ann\u00e4hernd dieselbe kleine Gruppe von Personen, die aus der \u0141\u00f3d\u017a Anarchist Federation hervorgegangen ist und die gleichzeitig im Rahmen von FNB, der breiteren Aktivit\u00e4ten der F\u00f6deration, der Arbeit f\u00fcr den Mieter:innen-Verein [<a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2021\/03\/draussen-covid-drinnen-ganze-reihe-von-krankheiten\/\">siehe GWR 458 \u2013 Anm. moku<\/a>] und der Hilfe f\u00fcr Gefl\u00fcchtete an beiden Grenzen aktiv ist.<br \/>\nDie Aufgaben\u00fcberlastung ist in unserer Gruppe inzwischen chronisch. Abgesehen von einer Reihe von Standardaktivit\u00e4ten innerhalb dieser Kollektive binden die Grenzaktivit\u00e4ten, ob an der Grenze zur Ukraine oder zu Wei\u00dfrussland, die Aktivist:innen in einer konstanten und konstant intensiven Weise ein. Nat\u00fcrlich teilen wir als Kollektiv die Aufgaben unter uns auf, aber eine Reihe davon erfordert Zusammenarbeit. Egal, ob es um Aktivit\u00e4ten \u201evor Ort\u201c, z. B. an der Grenze oder Ad-hoc-Hilfe, geht, die Zahl der Migrant:innen nimmt st\u00e4ndig zu, und somit wird die Liste der zu befriedigenden Grundbed\u00fcrfnisse auch immer l\u00e4nger. Unser regelm\u00e4\u00dfiger Witz lautet: \u201eBist du ersch\u00f6pft? Gefl\u00fcchtete haben es schwerer\u201c. Aber die Wahrheit ist, dass man, solange die Gefl\u00fcchtetenkrise andauert und ein st\u00e4ndiges Eingreifen erfordert, nicht auf diese Hilfe verzichten kann, wenn man einmal aktiv geworden ist, weil man wei\u00df, dass man die Situation zumindest einiger Menschen ver\u00e4ndern kann.<br \/>\nAbgesehen von den Aktivit\u00e4ten an den Grenzen machen wir nat\u00fcrlich nicht bei den allt\u00e4glichen Aktivit\u00e4ten halt, denn diese Art von Aktivit\u00e4ten kann man nicht hoch genug einsch\u00e4tzen, und Hilfe und Engagement werden \u00fcberall gleicherma\u00dfen ben\u00f6tigt. Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass es viel zu tun gibt, und zwar auf verschiedenen Ebenen, aber wir sind ein Kollektiv von engagierten Menschen, die versuchen, sich verschiedenen Situationen und Herausforderungen zu stellen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_27725\" aria-describedby=\"caption-attachment-27725\" style=\"width: 768px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27725\" src=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Essensausgabe.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"742\" srcset=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Essensausgabe.jpg 768w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Essensausgabe-300x290.jpg 300w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Essensausgabe-600x580.jpg 600w, https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Essensausgabe-150x145.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27725\" class=\"wp-caption-text\">Essensausgabe &#8211; Foto: Food Not Bombs \u0141\u00f3d\u017a<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Kriegserfahrungen teilen die Gefl\u00fcchteten aus der Ukraine euch mit? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede seht ihr zwischen den Erfahrungen der ukrainischen Gefl\u00fcchteten und denjenigen an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Erfahrungen von Gefl\u00fcchteten betrifft, so ist ihr gemeinsamer Nenner der Krieg mit all seinen Folgen. Dazu geh\u00f6ren der totale oder partielle Verlust von Besitz; die Erfahrung der Kriegshandlungen (Explosionen, Zerst\u00f6rung, Tod) im Herkunftsland; die Notwendigkeit, das Herkunftsland zu verlassen und eine neue Heimat zu suchen. Diese Erlebnisse sind extrem traumatisierend, und die betroffenen Menschen m\u00fcssen auf vielen Ebenen betreut werden.<br \/>\nHier endet leider die \u00dcbereinstimmung der Erfahrungen. Wir sind weit davon entfernt, das Leid von irgendjemandem zu bewerten, aber es ist unm\u00f6glich abzustreiten, dass die Erfahrung der Gefl\u00fcchteten, die aus Wei\u00dfrussland in unser Land kommen, leider mit vielen zus\u00e4tzlichen Traumata angereichert ist: Traumata, die vermieden werden k\u00f6nnten, wenn die Pol:innen, und vor allem die polnische Regierung, die Gefl\u00fcchteten gleichberechtigt behandeln w\u00fcrden, als Menschen, die eine \u00e4hnliche Betreuung ben\u00f6tigen. All die Geschichten, die man von Migrant:innen an dieser Grenze h\u00f6rt, sind so traumatisch, dass es schwer zu glauben ist, dass so etwas in einem europ\u00e4ischen Land im 21. Jahrhundert passieren kann, und vielleicht stellt ein Teil der Bev\u00f6lkerung deshalb ihren Wahrheitsgehalt in Frage \u2013 dann m\u00fcssen wir uns nicht der kollektiven Verantwortung f\u00fcr den Albtraum stellen, der sich vor unseren Augen abspielt.<br \/>\nGefl\u00fcchtete, die aus Wei\u00dfrussland nach Polen kommen, wurden auf der Flucht oft von der Mafia entf\u00fchrt, wegen ihrer politischen \u00dcberzeugung oder ihres Engagements in ihrem Herkunftsland inhaftiert, wiederholt von wei\u00dfrussischen Grenzsoldaten verpr\u00fcgelt und sowohl von polnischen als auch von wei\u00dfrussischen Grenzsch\u00fctzer:innen um alles gebracht, was sie mitnehmen konnten. Wenn wir sie im Wald treffen, haben sie oft schwere Verletzungen, sie leiden an Unterk\u00fchlung, haben tagelang nur gegessen, was sie im Wald finden konnten, und Wasser aus Pf\u00fctzen oder Fl\u00fcssen getrunken. Sie haben oft Fieber und schwere Lebensmittelvergiftungen. Leider h\u00e4ufen sich auch die Berichte \u00fcber Vergewaltigungen. Es gibt Menschen, die ihre Angeh\u00f6rigen im Wald begraben haben, die es nicht geschafft haben, unter so schwierigen Bedingungen zu \u00fcberleben.<br \/>\nDie <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/01\/der-krieg-gegen-jemens-kinder\/\">Jemenit:innen<\/a>, mit denen wir w\u00e4hrend der Waldhilfsaktion zu tun hatten, berichteten uns, dass sie selbst nach Einleitung eines Asylverfahrens, in dem sich die polnische Regierung bereits um sie k\u00fcmmern sollte, 15 Tage lang in einer unterirdischen Zelle festgehalten wurden, ohne sich waschen oder auch nur die Kleidung wechseln zu k\u00f6nnen, ohne dass ihnen mitgeteilt wurde, wann sie endlich freigelassen w\u00fcrden. Nicht selten wandern ganze Familien aus, oft mit kleinen Kindern, die an einer im Irak weitverbreiteten, aber nur in Europa behandelbaren Herzkrankheit leiden. Es ist nicht ungew\u00f6hnlich, dass Menschen mit schweren Krankheiten, Lungenentz\u00fcndung, Diabetes, sogar Menschen im Rollstuhl im Wald auftauchen.<br \/>\nDiese Gefl\u00fcchteten, die abwertend als \u201eillegale Einwanderer:innen\u201c bezeichnet werden, bekommen jedoch keine Hilfe mehr. Sie werden nicht mit Pierogis und hei\u00dfer Suppe empfangen, sie werden nicht auf Privathaushalte verteilt. Au\u00dferdem riskiert man, wenn man sie aus dem Wald herausholt, der Schleuserei beschuldigt zu werden, Teil einer Gruppe des organisierten Verbrechens zu sein. Wenn die Refugees Gl\u00fcck haben, k\u00f6nnen sie Polen unbemerkt durchqueren und landen in Deutschland, Frankreich oder einem anderen europ\u00e4ischen Land mit einer etwas g\u00fcnstigeren Politik gegen\u00fcber Migrant:innen. Oft sind sie jedoch in einem solchen psychischen und physischen Zustand, dass sie nicht in der Lage sind, ihren bisherigen Weg fortzusetzen, sodass sie versuchen, in Polen Asyl zu beantragen \u2013 aber hier, wie man sich denken kann, endet die Reihe der Traumata, die sie erlebt haben, nicht.<br \/>\nTheoretisch sollte laut Gesetz jede:r Gefl\u00fcchtete, die:der in Polen Asyl beantragt, auch ein faires Asylverfahren erhalten, was in der Praxis nat\u00fcrlich nicht der Fall ist. Wenn es einer Person gelingt, in unserem Land in das Asylverfahren einzutreten, sieht sie sich mit einer Reihe von Anh\u00f6rungen konfrontiert, bei denen der Wahrheitsgehalt ihrer Geschichte immer wieder infrage gestellt wird, und schlie\u00dflich mit einem langen, bis zu einem Jahr dauernden Aufenthalt in einem Internierungslager mit katastrophalen Bedingungen: Die Fl\u00e4che pro Person betr\u00e4gt etwa zwei Quadratmeter, es gibt keine Aktivit\u00e4ten, keine B\u00fccher, keinen Zugang zu Kulturangeboten, der Internetzugang ist streng begrenzt auf eine halbe Stunde pro Woche, es gibt keine Kleidung, keine grundlegenden Hygieneartikel, und die Lebensmittelrationen sind nicht ausreichend.<br \/>\nMan k\u00f6nnte meinen, dass das Ende des Aufenthalts in diesem Zentrum gleichbedeutend ist mit einem Happy End und der M\u00f6glichkeit, ein neues Leben zu beginnen, aber leider ist dem nicht so \u2013 oft ist das Endergebnis eine Abschiebungsentscheidung. Weil es an Anw\u00e4lt:innen sowie am Zugang zu Informationen \u00fcber kostenlosen Rechtsbeistand und zu Dokumenten \u00fcber die aktuelle Situation in polnischer Sprache fehlt, hat die Person nicht einmal die Mittel, um f\u00fcr sich selbst zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All die Traumata, die im Herkunftsland, dann in Wei\u00dfrussland und Polen erlebt wurden, das Fehlen einer elementaren psychologischen Betreuung und eine allgemein gewaltt\u00e4tige Atmosph\u00e4re in den Zentren, die von Grenzsch\u00fctzer-:innen \u201ebetreut\u201c werden, sind der \u2028Regeneration und den Versuchen, den Status quo zu \u00e4ndern, nicht f\u00f6rderlich. Das ist der Effekt, auf den der gesamte Prozess der \u201eAssimilierung von Migrant:innen\u201c von der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze ausgerichtet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Rolle spielt der Antimilitarismus in eurer Aktivit\u00e4t als FNB? Was haltet ihr von der Idee, Waffen an die ukrainische Seite zu liefern?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur die in \u0141\u00f3d\u017a ans\u00e4ssige, auch die weltweite Food-Not-Bombs-Bewegung hat sich von Anfang an gegen den Krieg als solchen ausgesprochen. Sie geht davon aus, dass jeder Krieg enorme soziale Sch\u00e4den verursacht und das Leben Tausender von Menschen beeintr\u00e4chtigt, die nicht direkt an den Kriegsaktivit\u00e4ten beteiligt sind, aber unter den schlimmsten Folgen in Form von Hunger, Zerst\u00f6rung von Eigentum und sogar Lebensgefahr leiden. Ein Krieg kostet auch enorm viel Geld, das f\u00fcr bereits unterfinanzierte und ausgegrenzte Gruppen von Menschen ausgegeben werden k\u00f6nnte, die zudem die Auswirkungen eines Krieges am st\u00e4rksten zu sp\u00fcren bekommen werden. Die Unterst\u00fctzung von Kriegen durch die Bereitstellung von Waffen ist immer eine Finanzierung von Gewalt und Zerst\u00f6rung.<br \/>\nAber in dieser sensiblen Frage des Krieges in der Ukraine, mit der wir uns st\u00e4ndig besch\u00e4ftigen, versuchen wir pers\u00f6nlich, in anderen Bereichen zu arbeiten, in denen Hilfe geleistet werden kann. Damit nehmen wir die Position ein, um die die ukrainischen Anarchist:innen selbst gebeten haben, indem sie sagten, dass einige von ihnen k\u00e4mpfen und sich bewaffnen wollen und einige von ihnen nicht im Namen von Grenzen und Staatlichkeit sterben wollen. Sie bitten uns, keine dieser Haltungen zu verurteilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum hat sich die polnische Gemeinschaft so sehr f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten aus der Ukraine engagiert? Warum war diese Hilfe f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze anders?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einerseits ist es eine Form, das Trauma der fehlenden Hilfe an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze und aller sich daraus ergebenden Konsequenzen zu kompensieren, d. h. der eigenen stillschweigenden Zustimmung zu menschlichem Leid oder gar Tod, denn nach dem Beschluss der Regierung sind sowohl die Hilfe an dieser Grenze als auch f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten selbst illegal. Die Unf\u00e4higkeit zu handeln, zusammen mit der riesigen Anzahl von Videos, die Gefl\u00fcchtete und ihre Familien oft in den sozialen Medien posten und damit um Hilfe schreien, schafft ein Gef\u00fchl der Notwendigkeit zu handeln.<br \/>\nMit dem Beginn des Krieges in der Ukraine gibt es jetzt eine Gelegenheit, diese Notwendigkeit nicht nur in einer sicheren Umgebung zu kanalisieren, sondern auch in einer Aura gro\u00dfer gesellschaftlicher Zustimmung f\u00fcr solche Aktionen. Diese Aktionen sind auch \u00e4u\u00dferst medienwirksam, und wer prahlt nicht gerne damit, dass sie:er hilft \u2013 dagegen ist objektiv nichts einzuwenden, solange mehr dahintersteckt als der Wunsch nach Applaus. Weil die Hilfsaktivit\u00e4ten medienwirksam sind, erreichen sie Menschen, die sich vielleicht gar nicht engagieren w\u00fcrden, aber die sich ermutigt denen anschlie\u00dfen, die bereits helfen. Es ist ein relativ erstaunliches Ph\u00e4nomen: Wenn es darum geht, die Pol:innen zum gemeinsamen Handeln zu mobilisieren, auch wenn die geleistete Hilfe ein wenig chaotisch sein mag, war und ist die Gesellschaft in der Lage, gemeinsam viel zu tun, und das ist wirklich ermutigend.<br \/>\nHinzu kommt, dass die Kriegsfl\u00fcchtlinge aus der Ukraine geografisch unsere n\u00e4chsten \u201eNachbar:innen\u201c sind. Es handelt sich auch um eine Gruppe, die uns kulturell nahesteht, sodass die Projektion \u2013 die Identifikation mit ihrer Situation \u2013 einfacher m\u00f6glich ist und infolgedessen auch die Empathie und die Bereitschaft zum Handeln. Leider gilt diese Situation nicht f\u00fcr nicht-wei\u00dfe Ukrainer:innen. Wir h\u00f6ren oft von Situationen, in denen f\u00fcr dunkelh\u00e4utige Student:innen, die vor dem Krieg fliehen, kein Transport von der Grenze aus zur Verf\u00fcgung steht, oder dass Menschen, die sich urspr\u00fcnglich entschlossen haben, Gefl\u00fcchteten ihre Unterkunft anzubieten, das Angebot zur\u00fcckziehen, wenn sie herausfinden, dass es sich nicht um eine wei\u00dfe Frau, vorzugsweise mit einem kleinen Kind an ihrer Seite, handelt.<br \/>\nWir selbst fragen uns oft, warum die Gesellschaft Gefl\u00fcchtete unterteilt und so eifrig bem\u00fcht ist, einigen Gruppen zu helfen, w\u00e4hrend sie die Erfahrungen und das Leid anderer herabw\u00fcrdigt und sie sogar entmenschlicht, wie es in der rechtsnationalen Rhetorik der Fall ist, wo sie als \u201eElemente hybrider Kriegsf\u00fchrung\u201c oder \u201ePutins lebende Munition\u201c bezeichnet werden. \u00dcberraschenderweise w\u00fcrde es niemand wagen, diesen Begriff in Bezug auf Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine zu verwenden, die von Wladimir Putins Aktionen noch direkter betroffen sind.<br \/>\nDie Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Situation liegen unseres Erachtens im unverbl\u00fcmt ge\u00e4u\u00dferten Rassismus, der sich in einer offenen Abneigung gegen Menschen mit einer anderen als der wei\u00dfen Hautfarbe zeigt, sowie im versteckten, von Medienberichten unterschwellig transportierten Rassismus. Dadurch entsteht eine allgemeine stillschweigende gesellschaftliche \u00dcberzeugung, dass die:der andere gleichbedeutend mit der:dem Fremden und die:der Fremde gleichbedeutend mit einer:m potenziellen Bedroher:in ist. Eine andere Hautfarbe, ein anderer kultureller Hintergrund, eine andere Sprache, ein entferntes Herkunftsland \u2013 all das erleichtert es den Menschen, sich von dem Leid, das diese Gefl\u00fcchteten in unserem Land erfahren, v\u00f6llig zu distanzieren. Diese Kluft zwischen \u201euns\u201c und \u201eden Fremden\u201c wird einfach erzeugt, hat jedoch dramatische Folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch, und ich w\u00fcnsche euch viel Kraft f\u00fcr eure Aktivit\u00e4ten!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GWR: Ihr seid Aktivist:innen des Kollektivs Food Not Bombs, das seit \u00fcber 20 Jahren in \u0141\u00f3d\u017a aktiv ist. Warum engagiert ihr euch zus\u00e4tzlich in der Hilfe f\u00fcr Refugees? Food Not Bombs \u0141\u00f3d\u017a: Die Gefl\u00fcchtetenkrise, die sich seit dem letzten Sommer in Polen abspielt, und ihr Ausma\u00df bedeuten, dass wir als Kollektiv, das sich der Hilfe &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/05\/putins-lebende-munition\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":502,"featured_media":27723,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"\u201ePutins lebende Munition\u201c - graswurzelrevolution","description":"GWR: Ihr seid Aktivist:innen des Kollektivs Food Not Bombs , das seit \u00fcber 20 Jahren in \u0141\u00f3d\u017a aktiv ist. Warum engagiert ihr euch zus\u00e4tzlich in der Hilfe f\u00fcr Ref"},"footnotes":""},"categories":[1688,1025,1036,1050],"tags":[1533,1083],"class_list":["post-27581","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-470-sommer-2022","category-die-waffen-nieder","category-fluchtwege","category-gefundenes-fressen","tag-food-not-bombs","tag-polen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/502"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27581"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27581\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27723"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27581"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}