{"id":28635,"date":"2022-09-30T13:36:07","date_gmt":"2022-09-30T11:36:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/09\/queerisierung-der-geschichte-die-ns-verfolgung-polnischer-lgbtqia-personen-erforschen\/"},"modified":"2022-11-07T12:39:28","modified_gmt":"2022-11-07T10:39:28","slug":"queerisierung-der-geschichte-die-ns-verfolgung-polnischer-lgbtqia-personen-erforschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/09\/queerisierung-der-geschichte-die-ns-verfolgung-polnischer-lgbtqia-personen-erforschen\/","title":{"rendered":"Queerisierung der Geschichte: Die NS-Verfolgung polnischer LGBTQIA-Personen erforschen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Wo und wie hast du die Materialien zu deinen B\u00fcchern gefunden? Mit welchen Schwierigkeiten hattest du w\u00e4hrend der Arbeit zu tun?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Joanna Ostrowska: Die Suche nach Dokumenten ist nat\u00fcrlich ein mehrj\u00e4hriger Prozess. Von Anfang an habe ich versucht, in mehrere Richtungen zu arbeiten. Beim Sammeln von Material \u00fcber sexuelle Zwangsarbeit und im weiteren Sinne \u00fcber intime Beziehungen w\u00e4hrend des Krieges sammelte ich Unterlagen \u00fcber \u201eRosa Winkel\u201c-H\u00e4ftlinge ((1)) bzw. M\u00e4nner, die homosexuell gelesen wurden, und nicht-heteronormative Menschen. Als ich auf eine Sammlung von Briefen von Menschen stie\u00df, die zur Zwangssterilisation verurteilt wurden, oder von deren Familien, konnte ich nicht wegsehen. Ich werde nie den Brief von Martha Halm vergessen, in dem sie um Hilfe f\u00fcr ihre Tochter Erika bat, die nach der Sterilisation Schmerzen hatte. Jeder neue Fund war ein Ausgangspunkt f\u00fcr weitere Recherche. Meistens begann ich mit den Lagerakten und versuchte dann, die Biografien aus der Zeit vor der Inhaftierung und, wenn m\u00f6glich, nach der Entlassung aus der Strafvollzugsanstalt zu vervollst\u00e4ndigen.<br \/>\nIch habe versucht, die zahlreichen Gerichts-, Gef\u00e4ngnis- und Lagerdokumente mit Familienarchiven abzugleichen, und ich habe so weit wie m\u00f6glich nach pers\u00f6nlichen Dokumenten gesucht \u2013 Tageb\u00fcchern, Interviews, Briefen. Ich habe die Geschichte von Erich und J\u00f3zef aus T\u00fcbingen erw\u00e4hnt. In diesem Fall ist es uns dank der Unterst\u00fctzung von Udo Rauch vom Stadtarchiv T\u00fcbingen gelungen, eine Sammlung von Gedichten zu finden, die Erich im Gef\u00e4ngnis geschrieben hatte, als er seine Strafe verb\u00fc\u00dfte. Dank dieses Zufalls konnten wir die Biografie vervollst\u00e4ndigen. Erich und J\u00f3zef sind nicht nur Protagonisten meines Buches, sondern ihre Geschichte wurde auch Teil der Ausstellung \u201eQueer durch T\u00fcbingen\u201c (Udo Rauch, Karl-Heinz Steinle), die bis Juli im Stadtmuseum zu sehen war. ((2))<br \/>\nIm Laufe von etwa einem Dutzend Jahren, in denen ich in Staatsarchiven und Gedenkst\u00e4tten in Polen und im Ausland recherchiert habe, bin ich mehrfach mit unangenehmen Situationen konfrontiert worden, die mit dem von mir recherchierten Thema zusammenhingen. Unanst\u00e4ndige \u2013 oft homophobe und sexistische \u2013 Bemerkungen, Versuche, Unterlagen zu verstecken, abgewiesene Kontaktversuche sind nur einige der Methoden, die mich von der weiteren Arbeit abhalten soll(t)en. Ohne die Hilfe und Unterst\u00fctzung vieler deutscher Historiker:innen und Stiftungen h\u00e4tte ich wahrscheinlich nicht jedes dieser Projekte zu Ende bringen k\u00f6nnen.<br \/>\nWie auch immer, die \u201eSchwierigkeiten bei der Durchf\u00fchrung dieser Forschung\u201c sind ein Thema f\u00fcr ein separates Buch, das ich in ein paar Jahren als Zusammenfassung von zwei Jahrzehnten Forschung zu diesem Thema in Polen zu schreiben gedenke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jedes Opfer wurde katalogisiert, Dokumente wurden gesammelt. Wurden diese Dokumente nach dem Ende des Kriegs weiterverwendet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutschen Dokumente wurden nach dem Krieg von den polnischen Beh\u00f6rden nicht verwendet, aber Ger\u00fcchten wegen \u201eunmoralischer Handlungen\u201c w\u00e4hrend des Krieges und der Besatzung wurde nachgegangen. Dies galt sowohl f\u00fcr nicht-heteronormative Personen als auch zum Beispiel f\u00fcr Frauen, die verd\u00e4chtigt wurden, sexuelle Beziehungen \u201ezum Feind\u201c zu unterhalten.<br \/>\nWie ich schon erw\u00e4hnt habe, wurde Artikel 207 ((3)) bereits zwei Jahre nach dem Krieg angewendet. Die B\u00fcrgermiliz und sp\u00e4ter auch der Sicherheitsdienst haben w\u00e4hrend der gesamten kommunistischen \u00c4ra nicht-heteronormative Menschen katalogisiert. Wir haben Listen von \u201eSchwulen und Lesben\u201c aus den fr\u00fchen 1960er-Jahren. Die Namen meiner Protagonist:innen stehen von Anfang an darauf. Teofil Kosi\u0144ski war unter ihnen. Das Fehlen von Zeitzeug:innenberichten hing also auch mit der Angst vor erneuter \u00dcberwachung zusammen. Claudia Schoppmann verwendet den ph\u00e4nomenalen Begriff \u201eZeit der Maskierung\u201c f\u00fcr die Zeit des Nationalsozialismus. Im Nachkriegspolen wurde die Verschleierung fortgesetzt, auch wenn das Gesetz auf den ersten Blick intime Beziehungen zwischen Personen des gleichen Geschlechts nicht unter Strafe stellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In Polen bist du Pionierin in diesem Bereich, aber in den Niederlanden oder Deutschland wurden solche Forschungen seit Ende der 1980er gef\u00fchrt. Wie sah die Zusammenarbeit mit deinen Kolleg:in-\u2028nen aus, z. B. mit Robert Sommer?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Beginn meiner Arbeit habe ich versucht, in st\u00e4ndigem Kontakt mit Forscher:innen au\u00dferhalb Polens zu stehen. In den Danksagungen des Buches \u201eSie\u201c erw\u00e4hne ich eine ganze Reihe von Namen von Personen, insbesondere aus Deutschland und \u00d6sterreich, ohne die ich meine Forschungen nicht h\u00e4tte durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Dank ihrer Unterst\u00fctzung und Hilfe konnte ich viele Male aus der kreativen Sackgasse herauskommen.<br \/>\nBevor \u201eSie\u201c entstand, ver\u00f6ffentlichte ich gemeinsam mit Lutz van Dijk und Joanna Talewicz-Kwiatkowska \u201eErinnern in Auschwitz\u201c \u2013 die erste in polnisch-deutscher Zusammenarbeit entstandene Publikation zur queeren Geschichte und Erinnerung an nicht-heteronormative Menschen im Lagerkomplex Auschwitz-Birkenau. Dank dieses Projekts war es m\u00f6glich, Forscher:innen aus Polen und Deutschland zusammenzubringen. Ich glaube, dass wir nur so in der Lage sind, im politischen Sinne effektiv zu handeln, uns gegenseitig zu unterst\u00fctzen und Erfahrungen auszutauschen.<br \/>\nWenn es um das Thema <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2019\/08\/wehrmachtsbordelle\/\">sexuelle Zwangsarbeit<\/a> geht, war die Hilfe und Unterst\u00fctzung von Robert Sommer f\u00fcr mich entscheidend. Wir lernten uns 2007 w\u00e4hrend meines Stipendiums an der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t kennen. Seitdem habe ich ihn f\u00fcr alle neuen Quellen, Dokumente und Erkenntnisse konsultiert. Dank ihm habe ich nicht aufgegeben und meine Forschungen fortgesetzt, trotz des Widerwillens vieler Professor:innen an polnischen Universit\u00e4ten. Daf\u00fcr werde ich ihm immer dankbar sein. Bei der Erstellung von \u201eVerschwiegen\u201c ging es mir nicht nur darum, neue Quellen aufzuzeigen, sondern auch darum, meine Erkenntnisse in die von Robert vorgeschlagene Erz\u00e4hlung zu integrieren.<br \/>\nIn meiner Arbeit versuche ich auch, auf bereits \u201eabgeschlossene\u201c Biografien zur\u00fcckzukommen. Es ist mir gelungen, neue Fakten \u00fcber Karl Gorath und seinen geliebten Zbigniew zu ermitteln. Ich arbeite an der Nachkriegsbiografie von Teofil Kosi\u0144ski, die sehr viel komplexer ist. Ich habe sogar auf die ber\u00fchmten Fotos aus dem KZ Sachsenhausen und dem KZ Buchenwald zur\u00fcckgegriffen, die oft als Visualisierung der H\u00e4ftlinge mit dem \u201eRosa Winkel\u201c verwendet werden, um festzustellen, wer wirklich darauf abgebildet war. Letztendlich beruhen jedoch alle diese Aktivit\u00e4ten auf der Zusammenarbeit mit Forscher:innen von au\u00dferhalb Polens. Dank dieser Kontakte kann ich weiterarbeiten. Ich werde nicht aufgeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wen m\u00f6chtest du mit deinen B\u00fcchern erreichen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Anfang an war es mir ein Anliegen, dass meine B\u00fccher nicht nur einem geschlossenen akademischen Publikum zug\u00e4nglich sind. Ich glaube, dass es bei der Queerisierung der Geschichte auch um die Inklusion der Leser:innen geht. Im polnischen Kontext versuche ich sicherzustellen, dass jedes Projekt, an dem ich beteiligt bin, auch eine aktivistische Dimension hat. Aus diesem Grund habe ich zun\u00e4chst daf\u00fcr gek\u00e4mpft, dass \u00dcbersetzungen von B\u00fcchern von Heinz Heger oder Lutz van Dijk und Teofil Kosi\u0144ski in Polen ver\u00f6ffentlicht werden. Meine Werke sind erst sp\u00e4ter entstanden. Wie auch immer, das alte Punk-Motto \u201eDenke global, handle lokal\u201c liegt mir immer noch sehr am Herzen.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus versuche ich jedoch, einige meiner Publikationen auch in Fremdsprachen zu ver\u00f6ffentlichen. Dank der Stiftung EVZ ist \u201eMein F\u00fchrer! Opfer der Zwangssterilisation in Niederschlesien 1934\u201344\u201c in drei Sprachversionen \u2013 Polnisch, Deutsch und Englisch \u2013 kostenlos im Internet verf\u00fcgbar. Wir haben den Sammelband \u201eErinnern in Auschwitz\u201c von Anfang an als zweisprachige Publikation geplant. Wenn alles gut geht, wird \u201eSie\u201c n\u00e4chstes Jahr auf Deutsch im Touro College Berlin\/Metropol Verlag erscheinen, dank der Unterst\u00fctzung von Prof. Stephan Lehnstaedt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie siehst du deine Forschung im Kontext der aktuellen Situation der LGBTQIA-Community in Polen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich 2005 mein Abenteuer mit der Geschichte der vergessenen Opfer des Nationalsozialismus begann, war mir wohl nicht bewusst, wie anders die ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts sich entwickeln w\u00fcrden. Wir alle glaubten, dass rechtliche, soziale und p\u00e4dagogische Ver\u00e4nderungen nur eine Frage der Zeit seien. Nat\u00fcrlich schreibe ich in der Einleitung zu \u201eSie\u201c ganz klar, dass es in Polen seit 1990 immer \u201ezu fr\u00fch\u201c f\u00fcr Ver\u00e4nderungen war, wenn es um die LGBTQIA-Community ging. Dieses \u201ezu fr\u00fch\u201c wird buchst\u00e4blich in allen Bereichen des Lebens wie ein Mantra wiederholt. F\u00fcr gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Eheschlie\u00dfungen, die Adoption von Kindern, das Gesetz zum Recht auf Wahl der Geschlechtsidentit\u00e4t usw. ist es \u201enoch zu fr\u00fch\u201c. So war es auch beim Anti-Abtreibungsgesetz von 1993. Wir sehen die Auswirkungen heute.<br \/>\nAuf der anderen Seite hat die Regenbogen-Bewegung in Polen unglaubliche Arbeit geleistet, um den Alltag von LGBTQIA-Personen zumindest ein wenig zu ver\u00e4ndern. Ich versuche, diese Aktivit\u00e4ten mit meiner Arbeit zu unterst\u00fctzen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Mangel an historischer Queer-Forschung, der fehlende Zugang zu Publikationen und die fehlende \u00dcbersetzung von B\u00fcchern ins Polnische einen gro\u00dfen Einfluss auf die Geschehnisse in Polen haben \u2013 insbesondere seit 2015, als \u201eRecht und Gerechtigkeit\u201c [Regierungspartei, poln. PIS \u2013 Anm. moku] die Parlamentswahlen gewonnen hat.<br \/>\nGleichzeitig entstand \u201eSie\u201c zu einer Zeit, als die katholische Kirche in Polen ihre Kampagne gegen LGBTQIA-Menschen fortsetzte, unterst\u00fctzt von polnischen Politiker:innen mit Pr\u00e4sident Andrzej Duda an der Spitze. Wenn man die Geschichte des Phantasmas der \u201ehomosexuellen deutschen Pest\u201c zur\u00fcckverfolgt, das bereits Ende des 19. Jahrhunderts auftrat, und es mit der \u201eRegenbogenpest aus dem Westen\u201c vergleicht, die Erzbischof Marek J\u0119draszewski erw\u00e4hnt, werden bestimmte Dinge auf gef\u00e4hrliche Weise vergleichbar. Als ob es im Laufe dieser Jahrzehnte nur eines Fingerschnippens bed\u00fcrfte und alle D\u00e4monen in genau derselben Gestalt zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Woran arbeitest du zur Zeit? Wovon handelt dein neues Buch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich arbeite derzeit an zwei B\u00fcchern, die, wie ich bereits erw\u00e4hnt habe, einfach die n\u00e4chste Stufe meiner Arbeit zur Queerisierung der Geschichte sind.<br \/>\nIm Jahr 2023 plane ich die Ver\u00f6ffentlichung eines Buches mit dem Titel \u201eSpuren\u201c \u2013 eine Sammlung von zw\u00f6lf Essays, die mit kleinen visuellen Hinweisen (Fotografien, Zeitungsanzeigen, einzelnen Dokumenten) beginnen, die ich w\u00e4hrend der Arbeit an \u201eVerschwiegen\u201c und \u201eSie\u201c gefunden habe. Einige Geschichten musste ich weglassen bzw. zeitlich verschieben. Sehr oft hatte ich keine Idee, wie ich mit ihnen umgehen sollte, wo ich nach weiteren Hinweisen suchen sollte. Ich brauchte mehr Zeit f\u00fcr die Forschung.<br \/>\nSie alle befassen sich mit dem Thema Sexualit\u00e4t w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs. Jede Geschichte ist sehr zweideutig, kompliziert und voller L\u00fccken. Ich betrachte \u201eSpuren\u201c als einen Anhang zu den beiden vorangegangenen B\u00fcchern, aber gleichzeitig versuche ich, die vorangegangenen B\u00fccher zu \u201eerweitern\u201c.<br \/>\nDas zweite Projekt befasst sich mit der Geschichte der als \u201easozial\u201c bezeichneten weiblichen H\u00e4ftlinge mit Schwarzem Winkel in den Lagern Auschwitz, Stutthof und Majdanek. Sowohl in \u201eVerschwiegen\u201c als auch in \u201eMein F\u00fchrer!\u201c habe ich ihre Biografien gestreift. In \u201eSie\u201c schreibe ich ausdr\u00fccklich, dass dies ein weiterer Schritt ist, die Geschichte auch im Kontext der Nicht-Heteronormativit\u00e4t neu zu schreiben. Im polnischen kollektiven Ged\u00e4chtnis existieren Frauen, die als asoziale Gefangene oder Kriminelle galten, nicht \u2013 sie wurden ausradiert. Eine dieser Frauen war meine Urgro\u00dfmutter W\u0142adys\u0142awa (verhaftet wegen illegalen Schlachtens). Ihr und anderen habe ich \u201eSie\u201c gewidmet. Nun ist es an der Zeit f\u00fcr eine eigene Studie.<br \/>\nIn diesem Projekt interessiere ich mich nicht nur f\u00fcr die Biografien dieser Frauen, sondern vor allem f\u00fcr den Mechanismus der Nachkriegsstigmatisierung und der Ausl\u00f6schung im kollektiven Ged\u00e4chtnis. Ich bin sehr beeindruckt von den Arbeiten von Wolfgang Aya\u00df, Helga Amesberger, Brigitte Halbmayr, Elke Rajal (\u201e\u201aArbeitsscheu und moralisch verkommen\u2018: Verfolgung von Frauen als \u201aAsoziale\u2018 im Nationalsozialismus\u201c) oder Julia H\u00f6rath (\u201e\u201aAsoziale\u2018 und \u201aBerufsverbrecher\u2018 in den Konzentrationslagern 1933 bis 1938\u201c). Ich m\u00f6chte meinen Beitrag dazu leisten.<br \/>\nAuch Dr. Joanna Talewicz-Kwiatkowska, die sich mit der Geschichte der Sinti:ze und Rom:nja in Auschwitz besch\u00e4ftigt, ist f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Unterst\u00fctzung bei diesem Projekt. Parallel dazu f\u00fchren wir ein Projekt \u00fcber die Geschichte der Romnja in diesem Lagerkomplex durch (Zusammenarbeit mit dem ODIHR ((4))). Ich glaube, dass nur diese Art von Patchwork-Zusammenarbeit uns Hoffnung f\u00fcr die Zukunft gibt. Auch im politischen Kontext \u2013 im Gegensatz zu dem, was heute in Polen und in ganz Europa geschieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GWR: Wo und wie hast du die Materialien zu deinen B\u00fcchern gefunden? Mit welchen Schwierigkeiten hattest du w\u00e4hrend der Arbeit zu tun? Joanna Ostrowska: Die Suche nach Dokumenten ist nat\u00fcrlich ein mehrj\u00e4hriger Prozess. Von Anfang an habe ich versucht, in mehrere Richtungen zu arbeiten. 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