{"id":28771,"date":"2022-10-27T19:09:08","date_gmt":"2022-10-27T17:09:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/10\/viele-erfahrungen-bewaehrte-konzepte-und-neue-perspektiven\/"},"modified":"2022-11-03T19:19:39","modified_gmt":"2022-11-03T17:19:39","slug":"viele-erfahrungen-bewaehrte-konzepte-und-neue-perspektiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/10\/viele-erfahrungen-bewaehrte-konzepte-und-neue-perspektiven\/","title":{"rendered":"Viele Erfahrungen, bew\u00e4hrte Konzepte und neue Perspektiven"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\">\u201eRevolution\u00e4re Gewaltfreiheit, konsequenter Anarchismus\u201c<\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Drei Fragen an Lou Marin<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wann und wie bist du zur GWR gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Politisiert wurde ich am Ende meiner Gymnasialzeit Ende der 1970er-, Anfang der 1980er-Jahre. Da kamen viele Einfl\u00fcsse zusammen. Im Deutsch-Leistungskurs lasen wir Heinrich B\u00f6lls \u201eBillard um halb zehn\u201c, wo die Absurdit\u00e4t im Weltkrieg, dass Menschen get\u00f6tet werden, historische Bauten aber von der Zerst\u00f6rung ausgespart werden, Thema war. 1980 war ich bei einem Dreitagesfestival gegen das geplante bayerische AKW Pfaffenhofen, wo sich die Bauern und B\u00e4uerinnen weigerten, ihren Grund zu verkaufen. Die Dorfjugend der Gegend solidarisierte sich mit ihnen. Dort kaufte ich an einem Stand meine erste \u201eGraswurzelrevolution\u201c.<br \/>\nIch erinnere mich noch genau, dass in der Nummer Argumente gegen die damals weit in der Linken verbreitete Kampagne \u201eWaffen f\u00fcr Nicaragua!\u201c genannt wurden, die mich sofort \u00fcberzeugten. Das m\u00fcsste mal kritisch aufgearbeitet werden, wie oft die Linke \u201eWaffen f\u00fcr \u2026 (bitte hier das Land eintragen, das gerade Konjunktur hat)\u201c propagiert hat, mit, gerade in Nicaragua, katastrophalen Ergebnissen: Daniel Ortegas FSLN-Diktatur hat eben bei der UN-Abstimmung neben Nordkorea und Syrien gegen die weltweite Verurteilung des russischen Angriffskrieges gestimmt. Wo bleibt die Aufarbeitung derer, die damals in bewaffneter Solidarit\u00e4t als Arbeitsbrigadist*innen nach Nicaragua gegangen sind?<br \/>\nDurch die GWR bekam ich auch Argumente f\u00fcr meine damalige Kriegsdienstverweigerung an die Hand. Es gab damals ja noch den Zwangsdienst, ich musste zwei Prozesse durchstehen, erst beim 2. Prozess wurde ich anerkannt.<br \/>\nDas Festival dokumentierte eine versp\u00e4tet auf dem abgelegenen Land eintreffende Woodstock- und Hippiekultur. Deren Lebensstil propagierte eine Ohne-Mich- und Aussteiger*innen-Haltung gegen den Vietnamkrieg: Bob Dylan, Joan Baez, Country Joe McDonald usw. Das Wandposter \u201eWhy\u201c mit dem t\u00f6dlich getroffenen Soldaten hing in der Zeit \u00fcberall in WGs. Die Hippiekultur war damals noch \u201edie\u201c eine Gegenkultur f\u00fcr alle Jugendlichen \u2013 und nicht wie heute nur eine von tausend verschiedenen Subkulturen. Gehalten hat sich diese Orientierung bei mir dann weiter durch die Musik von Genesis und Peter Gabriel in den 1970er-Jahren, der Zeit des Progressive Rock. Gabriel sang: \u201eGames without frontiers \u2013 war without tears\u201c. Und: \u201eAdolf builds a bonfire \u2013 Enrico plays with it.\u201c Gabriels Erinnerungsarbeit f\u00fcr den s\u00fcdafrikanischen gewaltfreien K\u00e4mpfer Steve Biko m\u00f6chte ich noch nennen. Durch die \u00dcbersetzung der Texte hab\u02bc ich damals Englisch gelernt.<br \/>\nMit dieser Grundlage ging ich in einer Suchbewegung erst zu Amnesty International, dann ein halbes Jahr zu den 1980 entstehenden Gr\u00fcnen. 1980 hatte sich au\u00dferparlamentarisch gerade die F\u00f6GA (F\u00f6deration gewaltfreier Aktionsgruppen) gegr\u00fcndet, da blieb ich dann h\u00e4ngen und beteiligte mich begeistert an der florierenden GA-Szene in der Unistadt Heidelberg. 1982 hatten wir allein dort 20 Gruppen; in Stuttgart waren es 40, mit einer eigenst\u00e4ndigen Sprecher*innenr\u00e4testruktur und der \u201eKontaktstelle f\u00fcr Gewaltfreie Aktion\u201c; das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.<br \/>\nIn der F\u00f6GA wurden mir dann die Erfahrungen der 1970er-Jahre vermittelt, die autorit\u00e4ren K-Gruppen, die ebenso autorit\u00e4re RAF (unsere RAF-Kritik \u201eFeldz\u00fcge f\u00fcr ein sauberes Deutschland\u201c habe ich verschlungen) usw. Diese unmittelbare Vermittlung durch die Aktivist*innengeneration vor mir hat mich gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Themen liegen dir in\u00a0der GWR besonders am Herzen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst immer noch und immer wieder die klassischen: revolution\u00e4re Gewaltfreiheit, konsequenter Anarchismus, kontinuierlicher und sich nicht durch pl\u00f6tzliche Kriegs- und Gewalt-Konjunkturen aus der Bahn werfen lassender Antimilitarismus. Wichtig waren mir in der GWR immer auch Artikel \u00fcber militarisierte M\u00e4nnlichkeit, die es durchg\u00e4ngig gab. In unserer \u00f6rtlichen Gewaltfreien Aktionsgruppe in Heidelberg waren wir \u00fcber viele Jahre hinweg sieben Frauen und drei M\u00e4nner. Ich finde es sehr wichtig, dass wir in unseren Strukturen immer daran gearbeitet haben und versucht haben, M\u00e4nnerdominanz aufzubrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was findest du f\u00fcr die weitere Entwicklung der GWR wichtig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es fehlt mir eine Struktur, wie ich sie anfangs selbst erlebt habe, unsere Positionen und unsere Erfahrungen an die n\u00e4chste Generation weiterzuvermitteln. Das gibt es heute leider nicht mehr in der intensiven Art, wie wir bei Wochenendtreffen damals noch \u00fcber N\u00e4chte hinweg durchdiskutiert und uns unsere Erfahrungen erz\u00e4hlt haben.<br \/>\nWir gewaltfreien Anarchist*innen haben in f\u00fcnf Jahrzehnten dazu beigetragen, Aktionskonzepte wie die direkte gewaltfreie Aktion und Kampagnen zivilen Ungehorsams in die sozialen Bewegungen einzubringen, sodass auf sie wie selbstverst\u00e4ndlich zur\u00fcckgegriffen werden kann. Ich f\u00fcrchte, ohne diese Vermittlungskultur, die durch die Zeitung ja noch aufrechterhalten wird, k\u00f6nnten da wichtige Erfahrungen verloren gehen \u2013 und Grundlagen, um radikal oppositionelle Positionen auch \u00fcber Minderheitenphasen und Krisen hinweg resilient durchzuhalten.<br \/>\nSo erkl\u00e4re ich mir abstruse reformistische Programme wie j\u00fcngst bei Fridays for Future, die nun ein institutionalisiertes 100-Milliarden-Paket f\u00fcr Klimaschutz verlangen und gar nicht merken, wie sie dabei die 100 Milliarden f\u00fcr die Bundeswehr als Konzept nur kopieren und rechtfertigen, nach dem Motto: Wir wollen aber dasselbe Geld wie sie. Klimaschutz wird so nicht mehr gegen Kapitalismus, Konzerne und Autoindustrie erk\u00e4mpft, sondern Gelder werden verwaltet. Auch dass Luisa Neubauer und Greta Thunberg jetzt erkl\u00e4ren, sie seien nun f\u00fcr AKW-Laufzeitverl\u00e4ngerungen, beweist f\u00fcr mich den Mangel an struktureller Vermittlung radikaler Positionen aus den Reihen der Anti-AKW-Bewegung, auch wenn mir Klimaaktivist*innen bei Diskussionen zigmal versichert haben, sie lie\u00dfen nicht zu, Atomkraft gegen Klimaschutz auszuspielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">__________________________________________________________<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">\u201eUns weiterentwickeln, ohne unsere Wurzeln zu vergessen\u201c<\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Drei Fragen an Henriette Keller<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wann und wie bist du zur GWR gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor etwa 30 Jahren kam ich nach Heidelberg, um zu studieren. In den St\u00e4dten waren damals regelm\u00e4\u00dfig Flugblattverteiler*innen und Zeitungsverk\u00e4ufer*innen anzutreffen. Das Internet kannten wir nur vom H\u00f6rensagen \u2013 wer seine\/ihre Botschaft an die Leute bringen wollte, musste physisch pr\u00e4sent sein, zum Beispiel im \u00f6ffentlichen Raum plakatieren oder sich hinstellen, Druckschriften verteilen und pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che suchen.<br \/>\nSo begegnete ich vor der Mensa einem Wiederverk\u00e4ufer der Graswurzelrevolution. Der Mann war mir sympathisch und die Zeitung auch. Es stellte sich heraus, dass der Wiederverk\u00e4ufer Mitherausgeber und Redakteur der GWR war, au\u00dferdem Mitglied einer Gewaltfreien Aktionsgruppe (GA). Das machte mich neugierig, und ich folgte gerne seiner Einladung, beim n\u00e4chsten Gruppentreffen vorbeizukommen. Die Menschen, ihre Diskussionen und Aktionen gefielen mir, und ich bin einige Jahre dabei geblieben. Die Graswurzelrevolution war bei den Gruppentreffen immer pr\u00e4sent. Irgendwann gab es die Gruppe nicht mehr, aber die GWR gibt es zum Gl\u00fcck noch immer, und mit dem Wiederverk\u00e4ufer bin ich bis heute befreundet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Aufgaben \u00fcbernimmst du haupts\u00e4chlich bei der GWR?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem helfe ich beim Korrekturlesen eingehender Artikel und mache \u00dcbersetzungen aus dem Englischen. Gelegentlich \u00fcbernehme ich Korrespondenzaufgaben oder was gerade so ansteht. Hin und wieder schreibe ich auch eigene Texte, meist Kleinformatiges.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was findest du f\u00fcr die weitere Entwicklung der GWR wichtig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass es weiterhin gelingt, die richtige Balance zu finden. Aufgeschlossen f\u00fcr aktuelle Themen und neue Bewegungen zu bleiben, ohne beliebig zu werden. Klare Standpunkte zu vertreten, ohne dogmatisch zu erstarren. Uns weiterzuentwickeln, ohne unsere Wurzeln zu vergessen. Die Graswurzelrevolution hat einen so reichen Schatz an Theorie und Praxis, an Ideen und Erfahrung: Ihn f\u00fcr die Diskussionen und K\u00e4mpfe der Gegenwart und Zukunft zug\u00e4nglich und nutzbar zu machen, ist die wichtigste Aufgabe, wenn wir f\u00fcr Leser*innen und Aktivist*innen heute und morgen relevant bleiben wollen.<br \/>\nUnd intern? Als GWR-Team m\u00fcssen wir sehr verschiedene Charaktere unter einen Hut bringen. Redakteur*innen, Herausgeber*innen, Autor*innen haben ihre je eigenen Herangehensweisen und Priorit\u00e4ten. Wir m\u00fcssen Widerspr\u00fcche und Gegens\u00e4tze aushalten und sie, wo immer m\u00f6glich, produktiv nutzen.<br \/>\nWichtig ist auch, dass wir aus der \u00dcberlastungsfalle rauskommen. Es gibt immer wieder Einzelne, die extrem viel f\u00fcr die GWR machen und dabei auf Verschlei\u00df fahren. Burnout und Bandscheibenvorf\u00e4lle k\u00f6nnen aber nicht der Sinn der Zeitungsarbeit sein. Auf Dauer k\u00f6nnen ein bis zwei Hauptamtliche nicht alles stemmen. Wir m\u00fcssen immer wieder Leute finden, die sich einbringen und konkrete Aufgaben \u00fcbernehmen. In diesem Sinne, liebe Leserin, lieber Leser: Wenn du unsere Ideen und Grunds\u00e4tze teilst und dir vorstellen kannst, mittel- bis langfristig bei uns mitzumachen, wende dich vertrauensvoll an die Redaktion!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">____________________________<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">\u201eDie N\u00e4he zu den progressiven sozialen und \u00f6kologischen Bewegungen\u201c<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Drei Fragen an Nico Hagedorn<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wann und wie bist du zur GWR gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich mich recht erinnere, ist mein erster Artikel f\u00fcr die GWR Ende 2012 erschienen. Damals ging es in erster Linie um die anhaltenden weltwirtschaftlichen Verwerfungen im Zuge der Finanzkrise: In Occupy und Blockupy sahen viele Aktivist*innen den Anfang einer antikapitalistischen Wende, laut dem damaligen Finanzminister Peer Steinbr\u00fcck stand der Kapitalismus ja auch tats\u00e4chlich mehrfach auf der Kippe. Ich schickte einige Texte an den damaligen Koordinationsredakteur Bernd Dr\u00fccke, der sie auch meistens abdruckte, womit die GWR gewisserma\u00dfen einen Wirtschaftsteil erhielt.<br \/>\nAls dann ein Herausgeber*innentreffen in Frankfurt stattfand, wurde ich eingeladen, mir das einmal anzuschauen, und ich machte mich auf den Weg in Erwartung eines wilden Haufens Anarchist*innen, mit denen ich z\u00fcnftig einen draufmachen konnte. Eine Erwartung, die ich bald stark relativieren musste, denn einerseits musste bei jenem Treffen das Tagesgesch\u00e4ft abgearbeitet werden, andererseits mussten alle abends einen Zug nach Hause bekommen oder \u201enoch fahren\u201c. So entfiel zwar das von mir freudig erwartete Bes\u00e4ufnis, daf\u00fcr wurde ich kurzerhand zum Mitherausgeber erkoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Aufgaben \u00fcbernimmst du haupts\u00e4chlich bei der GWR?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter wurde entschieden, dass die GWR eine neue Homepage bekommen sollte sowie einen neuen Look der Druckausgabe. Seither betreue ich die Homepage, halte sie aktuell und schreibe gelegentlich Texte f\u00fcr die Seite. Au\u00dferdem bin ich nach wie vor zumindest gelegentlich als Autor auch in der Druckausgabe beteiligt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was findest du f\u00fcr die weitere Entwicklung der GWR wichtig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was mir schon immer an der GWR gefallen hat, ist ihre N\u00e4he zu den sozialen Bewegungen. Es gibt wohl kaum eine andere Zeitschrift, in der so viele Texte zu den progressiven sozialen und \u00f6kologischen Bewegungen zu finden sind. Meines Erachtens werden die sich ja seit Jahrzehnten zuspitzenden Krisenbewegungen des Kapitals mit all ihren Verwerfungen zunehmend Widerstand hervorrufen. Wenn wir die K\u00e4mpfe f\u00fcr eine sozial-\u00f6kologische Revolution erfolgreich f\u00fchren wollen, werden wir die im Moment noch sehr vereinzelt wirkenden Bewegungen (auch theoretisch) zusammenf\u00fchren m\u00fcssen. Und letztlich werden sich diese momentan ja noch haupts\u00e4chlich in der Freizeit gef\u00fchrten K\u00e4mpfe auf den Bereich ausdehnen m\u00fcssen, in dem man das Kapital wirksam bek\u00e4mpfen kann: in den Betrieben und an den Arbeitspl\u00e4tzen, mit Arbeiter*innenorganisation und Streiks. Eine inhaltliche Weiterentwicklung der Zeitung sollte sich meiner Meinung nach unter Beibehaltung ihres gewaltfrei-anarchistischen Schwerpunktes genau darauf konzentrieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">__________________________________________________________<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">\u201eDen weltweiten Reichtum der Bewegungen sichtbar machen\u201c<\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Drei Fragen an Helga Weber<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wann und wie bist du zur GWR gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begegnet bin ich der GWR bereits 1972 w\u00e4hrend der 14. Dreijahreskonferenz der War Resisters\u02bc International (WRI) in Sheffield, UK, aber \u201ezur GWR gekommen\u201c bin ich erst sp\u00e4ter. Es war die Nullnummer, die w\u00e4hrend dieser Konferenz von Wolfgang Hertle, dem Initiator der GWR, vorgestellt wurde.<br \/>\nVon 1968 bis 1973 habe ich im B\u00fcro der WRI in London gearbeitet und war deshalb Teil des Orga-Teams der Konferenz \u2013 deren Hauptthema war \u201eRevolution: M\u00f6glichkeiten und Strategien\u201c, zusammen u. a. mit George Lakeys \u201eManifest f\u00fcr eine gewaltlose Revolution\u201c. Die Vorstellung, dass es eine andere Revolution geben k\u00f6nnte als eine mit Gewalt durchgef\u00fchrte, zusammen mit der f\u00fcr die WRI zentralen Verpflichtung f\u00fcr eine gewaltfreie Gesellschaftsver\u00e4nderung, l\u00f6ste bei einigen deutschen Mitgliedsorganisationen gro\u00dfen Widerspruch aus. Heftige politische und emotionale Diskussionen dominierten den gr\u00f6\u00dften Teil der Konferenz. (Siehe: Devi Prasad, War is a Crime against Humanity: The Story of the WRI, S. 437 ff.)<br \/>\nNachdem Wolfgang Zucht und ich ab 1973 wieder in Deutschland lebten, suchten wir nach einem neuen \u201epolitischen Platz\u201c f\u00fcr uns, um an den uns vertrauten Themen mitzuarbeiten. Den fanden wir dann im Umfeld der GWR und einiger Gewaltfreier Aktionsgruppen (GA). Beim \u201elegend\u00e4ren\u201c Ostertreffen 1974 im Freundschaftsheim B\u00fcckeburg wurde mutig auf eine Koordination dieser Gruppen hingearbeitet und Wolfgang Zucht und mir angeboten, daf\u00fcr zu arbeiten. So lie\u00dfen wir unsere Berufsarbeiten sausen und richteten in unserer kleinen K\u00fcche die \u201eGraswurzelwerkstatt\u201c ein, was dank der Spenden aus den Gruppen \u00fcber viele Jahre aufrechterhalten werden konnte. Erst 1982 \u00fcbernahmen Mitglieder der GA G\u00f6ttingen und sp\u00e4ter der Gruppe K\u00f6ln die Graswurzelwerkstatt-Arbeit.<br \/>\nF\u00fcr Wolfgang und mich erm\u00f6glichte diese Art \u201eFreistellung\u201c von so genannter Lohnarbeit aber auch, gelegentlich an den Zeitungstreffen teilzunehmen. Die GWR erschien damals viertelj\u00e4hrlich und wurde in Berlin gemacht, nachdem Wolfgang Hertle zum Studium nach Berlin umgezogen war. Oft fanden die Zeitungstreffen dort statt, aber auch anderenorts oder anl\u00e4sslich anderer Treffen. Aus vielen der Gewaltfreien Aktionsgruppen kamen Leute angereist, diskutierten hei\u00df vorhandene und neu entstehende Artikel, verabredeten neue Schwerpunkte, tippten mit der Schreibmaschine die Texte in schmale Spalten, klebten sie auf gro\u00dfe B\u00f6gen und rubbelten per Hand die damals bekannten Letraset-Rubbelbuchstaben f\u00fcr die \u00dcberschriften.<br \/>\nAber auch Buchf\u00fchrung, Spenden sammeln und den Vertrieb organisieren stand gewisserma\u00dfen in der Verantwortung aller. Ob das in den Augen der beiden Redakteure Wolfgang und Michael damals wirklich geklappt hat? Diese Gemeinschaft bildenden Aktivit\u00e4ten und Treffen waren auf jeden Fall etwas ganz Besonderes, auch, weil sie eine Art Bildungsforum waren, das \u00fcber die unterschiedlichen pers\u00f6nlichen Schwerpunkte jeder und jedes Einzelnen die M\u00f6glichkeit einer gemeinsam erarbeiteten Utopie f\u00f6rderte. Das spiegelt sich noch heute in der Arbeit des Herausgeber*innenkreises wider. \u2013 Und h\u00e4lt mich noch immer hier, auch nach 50 Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Aufgaben \u00fcbernimmst du haupts\u00e4chlich bei der GWR?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn dieses Interview auch dazu dient, neue an der Mitarbeit Interessierte zu finden, dann m\u00f6chte ich nur sagen, dass ich relativ wenig direkt beitrage, da ich sehr selten Artikel schreibe. Aber durch meine Arbeit im Verlag Weber &amp; Zucht vor Jahren nutze ich gelegentlich meine Erfahrungen beim Korrekturlesen und beteilige mich an der Diskussion der Artikel. Wer Lust hat, sich einzuklinken: Nur zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was findest du f\u00fcr die weitere Entwicklung der GWR wichtig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich finde es gro\u00dfartig, dass die Zeitung bereits relativ vielf\u00e4ltig ist. Aber ich w\u00fcnsche mir, dass wir<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">mehr dar\u00fcber bringen k\u00f6nnten, wie die Leser*innen die Ideen f\u00fcr eine libert\u00e4re gewaltfreie Gesellschaft in ihr t\u00e4gliches Leben \u00fcbersetzen k\u00f6nnen, ob am Arbeitsplatz, bei der Kindererziehung oder in der Bahn gegen\u00fcber denen ohne Mund-Nasen-Schutz.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">mehr direkte Kontakte zu den Menschen halten k\u00f6nnten, die an den gegenw\u00e4rtigen K\u00e4mpfen f\u00fcr das Klima, gegen den Kohleabbau, gegen Waffenlieferungen usw. beteiligt sind.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">die alten Erfahrungen aus den Trainings f\u00fcr gewaltfreie Aktionen f\u00fcr die aktuellen Auseinandersetzungen \u201e\u00fcbersetzen\u201c und verf\u00fcgbar machen k\u00f6nnten.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">auch Berichte aus den anderen WRI-Sektionen bringen k\u00f6nnten, um den weltweiten Reichtum der Bewegungen sichtbar zu machen, um uns allen Ermutigung und positive Erm\u00e4chtigung zu geben.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Und ich w\u00fcnschte, wir k\u00f6nnten regelm\u00e4\u00dfig dar\u00fcber berichten, was es an bisher unbekannten Zukunftsvorstellungen bekannter oder unbekannter Autor*innen gibt, damit wir erkennen k\u00f6nnen, wohin wir uns noch \u00f6ffnen m\u00fcssen, um noch besser zu erkennen, was zu tun ist, um die trotz allem sch\u00f6ne Welt zu bewahren.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">_____________________________<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">\u201eBerichterstattung von unten, die \u00fcber den Tellerrand guckt\u201c<\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Drei Fragen an Bernd Dr\u00fccke<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wann und wie bist du zur GWR gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang der 1980er war ich als Sch\u00fcler engagiert in der Friedensbewegung. Bei einer Demo gegen die NATO-Atomaufr\u00fcstung habe ich meine erste Graswurzelrevolution in die Finger bekommen. 1986 bin ich zum Studieren nach M\u00fcnster gezogen. Unsere Anarcho-WG hatte ein GWR-Abo. Seitdem habe ich jede GWR gelesen und dann sp\u00e4ter f\u00fcr meine Dissertation \u00fcber anarchistische Presse auch die alten Ausgaben.<br \/>\nIm Sommer 1998 erschien ein Vorabdruck aus meiner Diss in der GWR 230. In der Ausgabe wurde die Redaktionsstelle neu ausgeschrieben. Da ich gerade mein Studium beendet hatte und begeisterter GWR-Leser war, habe ich mich beworben. Im Herbst 1998 wurde ich zusammen mit zehn weiteren Bewerber:innen zum GWR-Herausgeber:innentreffen nach Frankfurt eingeladen. Ich wurde gew\u00e4hlt und habe dann 22 Jahre lang als Koordinationsredakteur gearbeitet.<br \/>\nMein j\u00fcngster Sohn hat es mal so formuliert: \u201eDie Graswurzelrevolution ist doch Papas Leidenschaft\u201c. Tats\u00e4chlich gibt es aus \u2028meiner Sicht kaum etwas Sch\u00f6neres, als Monat f\u00fcr Monat basisdemokratisch zusammen mit den GWR-Mitherausgeber:innen und -Autor:innen eine neue Zeitschrift f\u00fcr eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft zu produzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Themen liegen dir in der GWR besonders am Herzen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles, was mit Anarchie, gelebter Utopie, einem Leben ohne Chef und Staat zu tun hat, ist mir besonders wichtig. Und der Weg dahin, der aus meiner Sicht durch Selbstorganisation, Gegenseitige Hilfe, freie Assoziation, Projekt-Anarchismus, kollektivistischen Anarchosyndikalismus und direkte gewaltfreie Aktionen beschritten werden kann. Es ist gut, wenn mit Hilfe der GWR emanzipatorische Gesellschaftsutopien weiter entwickelt und verbreitet werden.<br \/>\nUnsere Aufgabe sehe ich darin, \u00fcber Macht- und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse aufzukl\u00e4ren, also im besten Sinne Menschen zu politisieren. Wie kann der Kapitalismus, das System der Profitmaximierung, der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, \u00fcberwunden werden, damit die Menschheit \u00fcberleben kann? Die Klimakatastrophe, das Artensterben und die Kriege sind bedingt durch Herrschaft, durch kapitalistisches, nationalistisches, neoliberales und imperialistisches Denken und Handeln. Wir befinden uns in einem permanenten Abwehrkampf, gegen Kriegstreiberei und Remilitarisierung, gegen immer wieder aufflammenden Neofaschismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie und Ableismus, gegen die Umverteilung von unten nach oben, Konzerne und den Raubbau an der Natur.<br \/>\nDiese Themen aus der Perspektive von Bewegungsaktivist:innen aus aller Welt liegen mir am Herzen. Eine Berichterstattung von unten, die \u00fcber den Tellerrand guckt, solidarisch mit emanzipatorischen, sozialen Bewegungen, die sich \u00fcberall auf der Welt gegen Nationalismus, Herrschaft, Krieg und Ausbeutung stellen, vernetzt, profeministisch, bunt und lebendig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was findest du f\u00fcr die weitere Entwicklung der GWR wichtig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcnsche mir mehr kontroverse Diskussionen in der GWR, wie wir sie z. B. zu Themen wie Bedingungsloses Grundeinkommen und Prostitution hatten. Kontroverse Texte direkt nebeneinander. Das finde ich spannend. Der Kopf ist bekanntlich rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.<br \/>\nWunderbar w\u00e4re es, wenn sich mehr junge Leute bei der GWR engagieren und es wieder eine graswurzelrevolution\u00e4re Jugendzeitung geben k\u00f6nnte, wie die von 2007 bis Ende 2011 erschienene utopia. Die war ein Erfolg, auch wenn es logisch war, dass die Redakteur:innen nach 21 utopia-Ausgaben aufgeh\u00f6rt haben. Sie waren mittlerweile ja erwachsen.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang denke ich, dass es gut w\u00e4re, wenn die GWR perspektivisch auch ein \u201eAusbildungsbetrieb\u201c wird. Viele Menschen haben in den letzten Jahren bei der GWR ein Praktikum gemacht. Einige davon machen als GWR-Autor:innen oder Mitherausgeber:innen weiter.<br \/>\nEs w\u00e4re sch\u00f6n, wenn wir mit graswurzelrevolution\u00e4ren Ideen mehr Menschen erreichen k\u00f6nnten als bisher. Wir brauchen wieder auflagenstarke Aktionsbl\u00e4tter, die u. a. bei Demonstrationen massenhaft verteilt werden. Ich denke, dass wir versuchen sollten, aus der Szene-Nische herauszukommen, um zu einer gesellschaftsver\u00e4ndernden Kraft zu werden.<br \/>\nVielleicht k\u00f6nnen wir Ber\u00fchrungs\u00e4ngste abbauen und uns auch in anderen Medien zu Wort melden, von Radio und Zeitung bis TV. In den Medien kommen graswurzelrevolution\u00e4re Positionen bisher kaum vor. Das ist tragisch, denn gerade in Kriegszeiten ist es wichtig, dass herrschaftskritische, antimilitaristische Ideen verbreitet werden, wenn wir eine atomare Pulverisierung der Menschheit verhindern und Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit f\u00fcr alle Menschen erreichen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">__________________________________________________________<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">\u201eBedingungslose Kritik an Gewalt, Herrschaft und Hierarchie\u201c<\/h4>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Drei Fragen an Matze<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wann und wie bist du zur GWR gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein erster Kontakt mit der GWR war in einem linken Infoladen. Da lag die Zeitung immer aus. Als Jugendlicher habe ich darin gelesen und vieles nicht so richtig begriffen, was da stand. Einige Jahre sp\u00e4ter sollte ich f\u00fcr das Studium ein Pflichtpraktikum absolvieren. \u00dcber ein paar Ecken habe ich mir Bernd Dr\u00fccke vorstellen lassen und ihn direkt angequatscht. Nach dem Praktikum bin ich dann irgendwie geblieben. Das ist jetzt \u00fcber zehn Jahre her.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Themen liegen dir in der GWR besonders am Herzen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Alleinstellungsmerkmal der Zeitung ist meiner Ansicht nach die bedingungslose Kritik an Gewalt, Herrschaft und Hierarchie. In all diesen furchtbaren Kriegen schwingt in der Berichterstattung doch immer eine leichte Tendenz mit, welche Kriegspartei nun etwas weniger furchtbar sei. Ich kann damit nichts anfangen. Es fehlt eine umfassende Kritik der Gewalt an sich, und diese L\u00fccke f\u00fcllt die GWR aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was findest du f\u00fcr die weitere Entwicklung der GWR wichtig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass wir den Anschluss an die junge Generation nicht verlieren. Mein Eindruck ist, dass viele langj\u00e4hrige Leser*innen im Kalten Krieg politisch sozialisiert wurden und dass dies verst\u00e4ndlicherweise viele Leute sehr gepr\u00e4gt hat. Heute wachsen junge Menschen in einer komplexeren Welt auf. Was vor einer Generation selbstverst\u00e4ndlich war, ist heute schon fast vergessen. Mir scheint, dass wir den Perspektiven j\u00fcngerer Menschen mehr Raum geben sollten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eRevolution\u00e4re Gewaltfreiheit, konsequenter Anarchismus\u201c Drei Fragen an Lou Marin Wann und wie bist du zur GWR gekommen? Politisiert wurde ich am Ende meiner Gymnasialzeit Ende der 1970er-, Anfang der 1980er-Jahre. Da kamen viele Einfl\u00fcsse zusammen. Im Deutsch-Leistungskurs lasen wir Heinrich B\u00f6lls \u201eBillard um halb zehn\u201c, wo die Absurdit\u00e4t im Weltkrieg, dass Menschen get\u00f6tet werden, historische &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/10\/viele-erfahrungen-bewaehrte-konzepte-und-neue-perspektiven\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":502,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Viele Erfahrungen, bew\u00e4hrte Konzepte und neue Perspektiven - graswurzelrevolution","description":"\u201eRevolution\u00e4re Gewaltfreiheit, konsequenter Anarchismus\u201c Drei Fragen an Lou Marin Wann und wie bist du zur GWR gekommen? 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