{"id":28942,"date":"2022-11-26T15:31:39","date_gmt":"2022-11-26T13:31:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/11\/im-windschatten-des-krieges\/"},"modified":"2022-12-01T02:46:44","modified_gmt":"2022-12-01T00:46:44","slug":"im-windschatten-des-krieges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/11\/im-windschatten-des-krieges\/","title":{"rendered":"Im Windschatten des Krieges"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach neun Monaten Krieg in der Ukraine ist das Morden zum Alltag geworden, ebenso wie die verbale und reale Aufr\u00fcstung in allen Bereichen. Vor allem freuen sich die Waffenkonzerne \u00fcber das Mordsgesch\u00e4ft, das die Bundesregierung ihnen mit dem 100-Milliarden-Paket und der Freigabe von immer neuen R\u00fcstungsexporten beschert hat. Weitere 180-Grad-Kehrtwenden, die noch vor Monaten undenkbar schienen, werden im Windschatten des Ukrainekriegs ohne gr\u00f6\u00dfere Proteste vollzogen, etwa der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke, der Ausbau der fossilen Energie und damit die Abkehr von s\u00e4mtlichen Klimaschutzzielen.<br \/>\nAuch andere Staaten wittern Morgenluft f\u00fcr menschenverachtende Vorhaben: Das t\u00fcrkische Regime, das schon seit Jahren die kurdischen Regionen in Syrien und Irak mit Chemiewaffen, Drohnen und zuletzt vermehrt mit Bomben angegriffen hat, k\u00fcndigt den Einmarsch mit Bodentruppen an. Widerstand von den anderen NATO-Staaten ist kaum zu erwarten, doch auf den Stra\u00dfen formieren sich Proteste.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Solidarit\u00e4t mit Kriegsdienstentziehern!<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn auch wenn die meisten zur Militarisierung schweigen und die propagierte angebliche Alternativlosigkeit des Krieges hinnehmen, gibt es Menschen, die aufbegehren: So fanden am 19. November bundesweit in 30 St\u00e4dten Antikriegsaktionen, Kundgebungen und Demonstrationen statt. Vielleicht noch wichtiger sind jedoch individuelle Widerstandsakte wie die der zahlreichen Deserteur*innen und Kriegsdienstentzieher aller Seiten, die sich nicht an den Massakern in der Ukraine beteiligen wollen.<br \/>\nZur Flucht vor der Einberufung und aus der Armee geh\u00f6rt unvorstellbarer Mut: In sozialen Medien kursieren heimlich aufgenommene Videos, die die Folterverh\u00f6re von belarussischen Deserteuren zeigen, und die Gef\u00e4ngnisse in Russland und in der Ukraine f\u00fcllen sich mit Verweigerern. Zu ihnen z\u00e4hlt beispielsweise der Ukrainer Vitaliy Alekseienko, der zu einer einj\u00e4hrigen Haftstrafe verurteilt wurde, weil er aus Gewissensgr\u00fcnden die Beteiligung an Kampfeinheiten verweigert.<br \/>\nIhm und all den anderen Menschen weltweit, die wegen ihrer pazifistischen \u00dcberzeugung in Haft sind, ist der 1. Dezember als Tag der Gefangenen f\u00fcr den Frieden gewidmet. Die War Resisters\u02bc International (WRI) ruft dazu auf, Postkarten und Briefe an diese Kriegsgegner*innen zu schreiben.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Vielf\u00e4ltige Proteste<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl die Verh\u00e4ltnisse wenig Anlass zum Optimismus geben, gehen Aktivist*innen mit systemkritischen Protesten gegen die unertr\u00e4glichen Zust\u00e4nde auf die Stra\u00dfe. Von den Demos in L\u00fctzerath und Blockaden am AKW Neckarwestheim \u00fcber die Aktionen zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen* oder in Solidarit\u00e4t mit den feministischen Protesten im Iran bis hin zu den Krisenprotesten und zur antiableistischen Online-Aktion \u201eBarrieren brechen\u201c, die die Gruppe Rollfender Widerstand zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung initiiert hat (fightableism.noblogs.org) \u2013 die Themen sind so vielf\u00e4ltig wie die Aktionsformen.<br \/>\nIn der aktuellen Ausgabe wollen wir wieder unterschiedlichen Bewegungen und Ans\u00e4tzen eine Stimme geben. Der Schwerpunkt widmet sich staatlichem Rassismus: Einen erschreckenden Einblick in den Alltag der Abschiebehaft gibt \u201eHannover Solidarisch\u201c im Interview, w\u00e4hrend \u201eAbschiebezentrum BER Verhindern\u201c von der Kampagne gegen den Neubau eines Abschiebegef\u00e4ngnisses am Berliner Flughafen berichtet. Copwatch Hamburg stellt Handlungsm\u00f6glichkeiten gegen die polizeiliche Praxis des rassistischen Profilings und die systematischen Kontrollen von People of Colour vor. Nicht selten endet der polizeiliche Rassismus t\u00f6dlich: An den Mord im Polizeirevier Dessau und die staatliche Vertuschung erinnert die Initiative im Gedenken an Oury Jalloh.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">50 Jahre \u2013 und immer weiter &#8230;<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abschluss unseres Jubil\u00e4umsjahres haben wir alle Artikel, die zum 50-j\u00e4hrigen Bestehen der Graswurzelrevolution erschienen sind, in einem \u00dcbersichtsbeitrag auf der Homepage zusammengefasst. In der jetzigen Ausgabe findet ihr ein Quiz mit 20 Fragen rund um die GWR: Wer das ausgef\u00fcllte Quiz bis Ende Dezember an die Redaktionsadresse schickt, hat gute Chancen, einen der drei Preise zu gewinnen.<br \/>\nWer so lange nicht warten m\u00f6chte und auf Nummer sicher gehen will, kann sich die spannenden B\u00fccher aus dem Verlag Graswurzelrevolution und die schicken Turnbeutel, Taschen und Shirts mit GWR-Aufdruck auch direkt bestellen. Ein guter Tipp f\u00fcr alle, die zum Jahresende noch Geschenke suchen \u2026<br \/>\nWer uns gerne auch mal online besucht: Wir sind jetzt auch auf mastodon zu finden unter:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/dju.social\/@graswuzelrevolution\">https:\/\/dju.social\/@graswuzelrevolution<\/a><br \/>\n@graswurzelrevolution@dju.social<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Silke f\u00fcr die GWR-Redaktion<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach neun Monaten Krieg in der Ukraine ist das Morden zum Alltag geworden, ebenso wie die verbale und reale Aufr\u00fcstung in allen Bereichen. Vor allem freuen sich die Waffenkonzerne \u00fcber das Mordsgesch\u00e4ft, das die Bundesregierung ihnen mit dem 100-Milliarden-Paket und der Freigabe von immer neuen R\u00fcstungsexporten beschert hat. 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