{"id":29087,"date":"2022-12-23T13:39:54","date_gmt":"2022-12-23T11:39:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/12\/patriarchale-mechanismen-werden-reproduziert\/"},"modified":"2023-01-02T12:33:13","modified_gmt":"2023-01-02T10:33:13","slug":"patriarchale-mechanismen-werden-reproduziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/12\/patriarchale-mechanismen-werden-reproduziert\/","title":{"rendered":"\u201ePatriarchale Mechanismen werden reproduziert\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GWR: Seit wann bist du in anarchistischen Gruppen aktiv?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ewa: Seit ich 17 Jahre alt bin, bin ich in der anarchistischen Bewegung aktiv. Als ich noch in Polen lebte, habe ich u. a. in der No-Border-Bewegung und unterschiedlichen Antirepressionsgruppen Rechtshilfe organisiert. Ich nahm auch an Aktionen von Food Not Bombs teil und engagierte mich in der Mieter*innen-Bewegung. In Deutschland bin ich weiter in anarchistischen Strukturen aktiv, u. a. in lokalen feministischen Initiativen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie wurdest du anfangs in den Gruppen aufgenommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe mich f\u00fcr soziale Bewegungen in Lateinamerika interessiert, und da in meiner Heimatstadt damals nur wenige daran Interesse hatten, habe ich durch Zufall Kontakt zu einer Person aus anarchistischen Kreisen bekommen. Da wurde ich auch auf die Geschichte der <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/02\/mexiko-zapatistas-laden-zu-weltweitem-frauentreffen-ein\/\">Zapatistas<\/a> aufmerksam gemacht, also durch Fotos, Brosch\u00fcren, Texte etc. Dadurch wurden mir auch die anarchistischen Prinzipien n\u00e4hergebracht.<br \/>\nSp\u00e4ter habe ich gemerkt, dass es so etwas gab wie ein Buddy-System, also eine Person, mit der ich Kontakt aufgenommen hatte, hat mir anarchistische Theorie und Praxis vermittelt und mich in die Strukturen eingebunden. Ich habe dann an unterschiedlichen Treffen und Aktionen teilgenommen, und im Endeffekt wurde ich zu einem aktiven Mitglied der anarchistischen Bewegung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>War dein Buddy ein Mann?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klar. Die anarchistische Gruppe in meiner Heimatstadt war m\u00e4nnerdominiert, aber das ist nichts Neues, denn in jeder Bewegung und Initiative, egal ob in Deutschland oder Polen, sind die Gruppen immer m\u00e4nnerdominiert. Das bedeutet, es gibt wenige Frauen, die in der Bewegung bleiben bzw. aktiv sind und \u00fcberhaupt sichtbar werden.<br \/>\nUm es plakativ auszudr\u00fccken: Wenn du eine anarchistische Demo siehst oder daran denkst, dann hast du sofort vor allem M\u00e4nner vor Augen, die auch meistens in der ersten Reihe marschieren. Ich glaube, es gibt kein besseres Bild daf\u00fcr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Du bist ja schon lange aktiv. Woran liegt es, dass du dabeigeblieben bist?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine gute Frage, auf die ich keine einfache Antwort habe. Die anarchistischen Prinzipien sind mir sehr wichtig, und ich versuchte und versuche, sie in die Praxis umzusetzen. Eine wichtige Rolle spielt auch die Gruppenzugeh\u00f6rigkeit, also einfach die Tatsache, dass du um dich herum Leute hast, die die Welt \u00e4hnlich wie du sehen, gemeinsame Ziele verfolgen und mit denen du sowohl \u00fcber ernste Themen diskutieren als auch viel Spa\u00df haben kannst. Aber es war und ist nicht so einfach dabeizubleiben, weil die Strukturen in den anarchistischen Gruppen und Organisationen m\u00e4nnerdominiert sind. Das schreckt Frauen meistens ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die von dir angesprochene M\u00e4nnerdominanz \u2013 wie dr\u00fcckt sich das aus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M\u00e4nnerdominanz spiegelt sich vor allem in der Struktur der Gruppe wider, wie ich schon gesagt habe, aber auch im Verhalten. Im Verh\u00e4ltnis gibt es mehr M\u00e4nner als Frauen, also ihre Zahl ist deutlich h\u00f6her.<br \/>\nW\u00e4hrend des Plenums kommen M\u00e4nner \u00f6fter zu Wort und versuchen, ihre Ideen durchzusetzen. Wenn eine Frau zu Wort kommt, wird sie zwar geh\u00f6rt, aber ihre Worte werden nicht so gesch\u00e4tzt. M\u00e4nner nehmen sich einfach mehr Raum, das bedeutet, sie nehmen sich mehr Zeit zum Reden, sie moderieren meistens das Treffen, da sie in der Mehrheit sind. Aber sie haben auch einfach eine st\u00e4rkere physische Pr\u00e4senz im Raum, u. a. durch ihre Mimik und Gestik, ihre K\u00f6rpersprache ist anders, sie treten selbstsicherer auf. Frauen sind eher zur\u00fcckgezogen und nur dazu da, um Notizen zu machen; sie nehmen eher die Rolle von Sekret\u00e4rinnen ein, zum Beispiel.<br \/>\nDas ist nichts Neues, denn Frauen und M\u00e4nner wurden so sozialisiert, und beiden Seiten ist es manchmal nicht bewusst, dass sie diese Schemata durch ihr Verhalten reproduzieren. Aber das soll auch keine Rechtfertigung f\u00fcr diese Tatsache sein, vor allem in der anarchistischen Bewegung. Man soll dar\u00fcber sprechen und darauf aufmerksam machen, um diesem Diskriminierungsmechanismus bzw. der Marginalisierung der Frauen in den anarchistischen Initiativen oder Gruppen entgegenzuwirken. Und dabei auch das eigene Verhalten zu \u00e4ndern.<br \/>\nEs tut sich schon seit Jahren etwas, um diese Situation zu \u00e4ndern, aber es ist zu wenig. Diese m\u00e4nnerdominierte Gruppendynamik muss aufgebrochen werden. Ist es nicht erschreckend, dass die Strukturen der anarchistischen Gruppen heteronormative Strukturen der Gesellschaft widerspiegeln?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Stimmt. Hast du weitere Beispiele neben dem Plenum?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe festgestellt, dass die Frauen in all diesen Initiativen, an denen ich teilgenommen habe, eine organisatorische Rolle \u00fcbernehmen. Das bedeutet, dass sie z. B. Veranstaltungen planen und durchf\u00fchren, w\u00e4hrend M\u00e4nner auf der B\u00fchne stehen und sich promoten. Als wir zum Beispiel eine <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/07\/schafft-die-polizei-ab\/\">Anti-Polizei-Demo<\/a> in meiner Heimatstadt organisiert haben, wurden wir vor die Tatsache gestellt, dass die Aufgaben, die eigentlich m\u00e4nnliche Mitglieder erledigen sollten, sodass die Demo \u00fcberhaupt stattfinden k\u00f6nnte, \u201evergessen\u201c und nicht umgesetzt worden waren. Und im Endeffekt waren die Frauen diejenigen, die in den letzten Stunden vor der Demo die Lautsprecher und weitere Technik organisieren mussten, w\u00e4hrend M\u00e4nner ihre Reden gehalten und sich als \u2013 wie man das so sch\u00f6n euphemistisch in anarchistischen Kreisen nennt \u2013 \u201einformelle Leaders\u201c pr\u00e4sentiert und dadurch positioniert haben.<br \/>\nIrgendwie f\u00fchlte ich mich wie eine Statistin oder Zuschauerin und nicht als gleichberechtigte Teilnehmerin, eher als B\u00fchnenarbeiterin, die schweigend im Hintergrund steht, denn als Aktivistin. Es war eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass die Frauen am Ende die Dinge regeln, quasi diese \u201edreckige Arbeit\u201c machen mussten. Frauen f\u00fchlten sich der Gruppe gegen\u00fcber verantwortlich und f\u00fchrten schweigend ihre T\u00e4tigkeiten fort, obwohl sie auch deswegen angepisst waren. Eine solche Aufgabenverteilung tr\u00e4gt dazu bei, dass die Frauen und ihre Arbeit unsichtbar gemacht werden. Aber die Effekte ihrer Arbeit sind ironischerweise sichtbar. Die Demo hat ja doch stattgefunden.<br \/>\nIch kann mehrere solcher Beispiele nennen. Versteh mich nicht falsch, es soll kein M\u00e4nner-Bashing sein. Das Problem ist, dass es sowohl M\u00e4nnern als auch Frauen nicht ganz bewusst ist, dass und auf welche Weise diese Diskriminierungs- und Marginalisierungsmechanismen funktionieren. Und wenn es ihnen schon bewusst ist, fehlen praktische Ideen, um es Schritt f\u00fcr Schritt zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Du hast das Thema Sozialisation angesprochen. Liegt darin die Ursache, dass Frauen am Ende doch in die Bresche springen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Grund daf\u00fcr. Vor allem, wenn ich meine oder \u00e4ltere Generationen anschaue. Ich bin in einer traditionell katholischen Familie aufgewachsen, schon als M\u00e4dchen musste ich typisch weibliche T\u00e4tigkeiten erledigen, einkaufen, putzen, mich um das j\u00fcngere Geschwisterkind k\u00fcmmern. Das war eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, die ich auch verinnerlicht habe und die ich dann sp\u00e4ter unreflektiert auch in den anarchistischen Gruppen fortgef\u00fchrt habe. Das resultierte in der \u00dcbernahme von zahlreichen organisatorischen Aufgaben in anarchistischen Initiativen.<br \/>\nMit der Zeit stellte sich heraus, dass es anderen Frauen genauso ging. In manchen F\u00e4llen f\u00fchrte es sogar zum <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2020\/04\/radical-resilience\/\">Burnout<\/a>, R\u00fcckzug, Selbstzweifel an den eigenen F\u00e4higkeiten und dadurch auch Zweifel an den anarchistischen Prinzipien und ihrer Umsetzung. Irgendwann hast du keinen Bock mehr auf solchen Bullshit. Frauen haben sowieso zu viel zu tun in ihrem Leben. Du bist nicht nur Mutter, Frau, Freundin, Liebhaberin, sondern auch Arbeiterin und dazu Aktivistin. Und in den anarchistischen Strukturen musst du dich weiter um Reproduktions- und Emotionsarbeit k\u00fcmmern.<br \/>\nDadurch werden Aktivistinnen in dieser typischen Frauenrolle verst\u00e4rkt, und durch dieses Verhalten wird die Geschlechterhierarchie in den anarchistischen Strukturen reproduziert. Es ist ein Teufelskreis. Es muss da mehr passieren, es muss mehr Reflexion von beiden Seiten geben. Und es reicht nicht, wenn die Genossen nach dem Plenum das Geschirr sp\u00fclen oder den Raum aufr\u00e4umen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hast du es in Gruppen thematisiert, oder wurde es von anderen erkannt und angesprochen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als mir bewusst wurde, dass die patriarchalen Mechanismen auch in anarchistischen Strukturen reproduziert werden \u2013 und ich brauchte selbst viel Zeit, um es zu erkennen \u2013, versuchte ich es mit anderen Genossinnen zu besprechen. Es war keine leichte Aufgabe, ich dachte, ich irre mich vielleicht. Aber als ich damals mit zwei Genossinnen dar\u00fcber geredet habe, stellte sich heraus, dass sie \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht haben. Es war sehr erleichternd f\u00fcr mich, mit jemandem dar\u00fcber zu sprechen und dies \u00fcberhaupt zu thematisieren. Dann haben wir angefangen, uns regelm\u00e4\u00dfig zu treffen, um uns gegenseitig zu unterst\u00fctzen und \u00fcber diese Themen zu sprechen.<br \/>\nEs ist auch wichtig, diese Erfahrungen zu teilen. Vor allem von erfahrenen Genossinnen kann man viel lernen. Bei einer Gelegenheit hat eine zu mir gesagt: \u201eDu \u00fcbernimmst zu viele Aufgaben. Frauen machen das immer. Pass mal auf dich auf.\u201c Damals habe ich es nicht so ernst genommen, aber trotzdem haben mich solche Aussagen schockiert. Und sp\u00e4ter stellte ich fest, dass diese Genossin recht hatte. \u201eWie konnte ich nur so bl\u00f6d sein?\u201c, habe ich mich selbst gefragt. Denn du kannst f\u00fcr die Idee brennen, aber wenn du nicht vorsichtig bist und nicht auf dich aufpasst, kannst du dich selbst verbrennen. Und Frauen neigen dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gab es dann einen Punkt, an dem ihr die M\u00e4nner mit euren Beobachtungen konfrontiert habt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist auch ein interessantes Thema. Nat\u00fcrlich haben wir M\u00e4nner mit unseren Beobachtungen konfrontiert. Sie versuchten, es zu bestreiten. Und dabei haben sie unterschiedliche Strategien verwendet. Die (m\u00e4nnlichen) Genossen haben auf Kritik meistens mit bl\u00f6den Witzen reagiert, um es runterzuspielen, oder haben sich beleidigt gef\u00fchlt. Manche haben auf die Kritik auch mit Rationalisierung reagiert, indem sie die Schuld an der Situation den Frauen zugeschrieben haben. Sie versuchten dabei zu beweisen, dass solche Zust\u00e4nde in einer anarchistischen Gruppe a priori nicht m\u00f6glich sind. Durch diese Verdr\u00e4ngung verdr\u00e4ngen sie Frauen selbst, da wir keinen Bock auf solchen Quatsch haben. Aber wenn wir uns in unseren eigenen Gruppen dem Patriarchat nicht entgegensetzen, wie soll es sich dann in der Gesellschaft \u00e4ndern?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Also klassisches \u201ederailing\u201c ((1)) als Ablenkungsman\u00f6ver?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja. Wenn Frauen schon dar\u00fcber sprechen, wird ihnen gesagt, dass sie \u00fcbertreiben oder dass es in dieser Gruppe nicht der Fall ist. \u201eWir sind ja Feministen, wir unterst\u00fctzen Frauen\u201c, bekommt man dann zu h\u00f6ren.<br \/>\nWas kannst du in diesem Fall sagen? Es fehlen offensichtlich Kritikf\u00e4higkeit und die Bereitschaft, dar\u00fcber zu diskutieren. Dar\u00fcber muss man offen sprechen. Aber da fehlen Vertrauen, Mut und Offenheit \u2013 auf beiden Seiten. Beide Seiten tanzen vorsichtig auf Zehenspitzen um das Thema herum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Frauen m\u00fcssen also letztendlich auch hier die (Aufkl\u00e4rungs-)Arbeit machen? Oder siehst du Bewegung bei den M\u00e4nnern?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, es bleibt an den Frauen h\u00e4ngen. Du kannst ein Feminist sein, aber es bleibt leider nur ein deklarativer Akt, da die Umsetzung hinter den Worten zur\u00fcckbleibt. Zwischen Deklaration und Umsetzung besteht eine gro\u00dfe Kluft.<br \/>\nMeine Bekannte sagte, dass manche Genossen \u201eFeministen ohne Substanz\u201c sind. Das h\u00f6rt sich hart an, aber andererseits reicht es einfach nicht, an der Demo zum 8. M\u00e4rz teilzunehmen. Keiner hat mich je gefragt, wie es ist, eine Frau zu sein, wie es ist, sich jeden Tag mit Diskriminierung, Sexismus und Ausgrenzung auseinandersetzen zu m\u00fcssen. Da muss schon mehr passieren. Auch seitens Frauen muss mehr passieren.<br \/>\nEs scheint, als ob beide Seiten einer ungeschriebenen Regel folgten: M\u00e4nner sollen nicht fragen, Frauen sollen nicht antworten. M\u00e4nner wagen es nicht zu fragen, Frauen sollen es nicht zu wagen zu erz\u00e4hlen. Das ist ein Paradoxon des Patriarchats in anarchistischen Strukturen: Es wird ignoriert, dass das Problem existiert. Auch Frauen m\u00f6chten es nicht ansprechen und verdr\u00e4ngen das Thema, da die Gruppe und ihre Aktivit\u00e4ten \u201ewichtiger\u201c sind. Diese Vermeidungsstrategie tr\u00e4gt dazu bei, dass das Patriarchat weiter in den anarchistischen Strukturen herrscht und Zensur bzw. Selbstzensur weiter bestehen. Es ist traurig, dass es selten dazu kommt, dass der Elefant im Raum angesprochen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was kann man dann tun?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frauen brauchen einfach einen sicheren Raum, um \u00fcber eigene Erfahrungen zu sprechen, um es weiterzutragen und auch in der Gruppe, deren Teil sie sind, so zu kommunizieren, dass es nicht nur wahrgenommen, sondern auch ernsthaft behandelt wird.<br \/>\nEs ist deprimierend, dass du als Frau nicht nur gegen eine patriarchale Gesellschaftsordnung k\u00e4mpfen musst, sondern auch gegen patriarchale Strukturen in der eigenen anarchistischen Gruppe. Deshalb versuchen Frauen, innerhalb ihrer eigenen Organisation Frauengruppen zu gr\u00fcnden, oder suchen Verb\u00fcndete au\u00dferhalb ihrer eigenen Organisation. Oft wird ihnen das \u00fcbel genommen und ihnen vorgeworfen, dass sie die Organisation bzw. Bewegung spalten wollen. Bl\u00f6dsinn. Es reicht, wenn man ihnen zuh\u00f6rt und dabei eigenes Verhalten und Stereotype reflektiert. Paradoxerweise suchen Frauen in den anarchistischen Gruppen Zuflucht vor gesellschaftlichen Stereotypen und Schemata, um auch nur wieder das Gleiche zu erfahren. Aber es hilft nur die Auseinandersetzung mit den patriarchalen Strukturen.<br \/>\nEs w\u00e4re ideal, wenn die Genossen ihre aktive Unterst\u00fctzung anbieten w\u00fcrden. Nichtstuerei oder Ignoranz, bzw. das Thema unter den Teppich zu kehren, f\u00fchren zur Verdr\u00e4ngung der Frauen an den Rand der Bewegung und in der Konsequenz zu ihrer Resignation und dem R\u00fcckzug aus der aktiven Teilnahme \u2013 zumindest aus gemischtgeschlechtlichen Gruppen. Frauen organisieren sich \u00f6fters in eigenen Gruppen, die manchmal zur Selbsthilfegruppe werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Haben sich durch die eigenen Frauengruppen neue Impulse f\u00fcr die Bewegung ergeben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, sicher. Ein gutes Beispiel ist der <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2018\/04\/frauenbewegung-und-selbstorganisation-in-polen\/\">Frauenstreik<\/a> 2016 in Polen. Seit dem Frauenstreik sind viele feministische Gruppen entstanden. Das waren unterschiedliche Gruppen: Frauengruppen im engeren Sinn, aber auch solche, an denen sich m\u00e4nnliche Mitglieder beteiligen konnten.<br \/>\nDiese Frauen haben auch schon in den Jahren zuvor viele anarchistische, Mieter*innen-, Klima-Initiativen usw. gegr\u00fcndet. Insbesondere in der Mieter*innen- und Arbeiter*innenbewegung sind Frauen die treibende Kraft; dadurch wird ihre Aktivit\u00e4t sichtbar. Sie kriegen auch f\u00fcr ihre Arbeit Anerkennung in der Bewegung und sind sich ihrer Bedeutung in dieser Bewegung bewusst. Sie experimentieren mit unterschiedlichen Aktionsformen, versuchen dabei, breite Gesellschaftskreise zu motivieren und f\u00fcr ihre Ideen zu gewinnen. Dies bedeutet, dass sie auch au\u00dferhalb der anarchistischen Kreise agieren \u2013 und sie werden nicht selten daf\u00fcr kritisiert. Sie sind ein gutes Beispiel f\u00fcr die nachwachsende Generation von Aktivistinnen, die immer noch mit den gleichen Problemen und Herausforderungen konfrontiert werden. Es ist aber ein guter Ausgangspunkt, um die Situation in der anarchistischen Bewegung und Gesellschaft zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sind auch die Aktionsformen dieser Frauen anders gelagert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um geh\u00f6rt zu werden, wenden die Frauen radikale Aktionen an, wie z. B. den Aufruf zum landesweiten Frauenstreik. Sie m\u00fcssen laut und radikal und entschlossen sein, und ebenso ihre Aktionen, um geh\u00f6rt zu werden. Zum Vergleich: Wenn in Polen die Bergarbeiter streiken, ziehen sie vors Parlament, wo sie einen Berg Reifen anz\u00fcnden; also in dieser Hinsicht war der Frauenstreik eine weibliche Version davon. Er hat die \u00d6ffentlichkeit erstaunt; dadurch wurden Frauen und ihre Arbeit, ihr Engagement geh\u00f6rt. Sie wurden ernst genommen. Die neue Generation, also junge Frauen, haben sich dank dem Frauenstreik lokal in Gruppen organisiert, in denen sie nicht nur ihre feministischen Ideale, sondern auch andere Ziele verfolgen.<br \/>\nNicht vergessen werden darf, dass Frauen meistens eine Opferrolle zugeschrieben wird bzw. sie in diese Rolle gedr\u00e4ngt werden. Dadurch wird ihnen die Handlungsf\u00e4higkeit abgesprochen. Das ist leider auch eine Tatsache in der anarchistischen Bewegung. Aber durch ihren Aktivismus und die radikalen Aktionsformen zeigen Frauen, dass es nicht wahr ist, dass sie stark, handlungsf\u00e4hig und entschlossen, dass sie schlagfertig sind. Dadurch k\u00f6nnen sie auch andere zur aktiven Teilnahme ermutigen. Es reicht, wenn man Richtung Iran schaut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dann scheint es ja n\u00f6tig zu sein, sozusagen m\u00e4nnlich konnotiertes Verhalten zu \u00fcbernehmen, um sich Geh\u00f6r zu verschaffen. Unter anderem im Hinblick auf die Mieter*innen-Bewegung scheinen aber klassisch eher weiblich gelesene F\u00e4higkeiten, also Kommunikation und die Hilfe f\u00fcr Nachbar*innen, wichtig zu sein. Da k\u00f6nnen M\u00e4nner doch auch noch lernen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gilt, ein bestimmtes Paradoxon zu betrachten. Kommunikation und Networking bzw. Soft-Skills sind ein sehr wichtiger Teil jeder Bewegung, sei es nach innen oder nach au\u00dfen, und da Frauen meistens die Emotionsarbeit in solchen Gruppen und Initiativen leisten, setzen sie diese F\u00e4higkeiten auch in ihrem nach au\u00dfen gerichteten Aktivismus ein. Zum Beispiel haben sich die Aktivistinnen der Mieter*innen-Bewegung die ihnen zugeschriebenen typisch weiblich konnotierten F\u00e4higkeiten auch in der politischen Arbeit zunutze gemacht.<br \/>\nIn Polen sind vor allem Frauen f\u00fcr das Zuhause verantwortlich, d. h. nicht nur f\u00fcr die Hausarbeit, sondern auch f\u00fcr alle administrativen T\u00e4tigkeiten. Sie k\u00fcmmern sich also um die Rechnungen, besch\u00e4ftigen sich mit dem Zustand der Wohnung, sie kommunizieren mit den Hausgemeinschaften, \u00c4mtern und Nachbar*innen bez\u00fcglich der Wohnsituation. Sobald sich Probleme ergeben, greifen Frauen auf diese Netzwerke zur\u00fcck, und so haben sie sich z. B. wegen der (Re-)Privatisierung des Wohnraums in Mieter*innen-Initiativen organisiert und sich f\u00fcr bezahlbaren Wohnraum nicht nur f\u00fcr die eigenen Familien, sondern f\u00fcr alle engagiert. Sie stehen im Vordergrund und sind auch erfolgreich. Obwohl ihre aktivistische Arbeit m\u00fchselig ist und am Anfang nicht ernsthaft betrachtet bzw. ignoriert wurde, wurde ihr Durchsetzungsverm\u00f6gen ans Licht gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gibt es weitere blinde Flecken auf der Seite der M\u00e4nner?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frauen haben eine zus\u00e4tzliche Rolle in der Bewegung. Sie vermitteln n\u00e4mlich zwischen der cis-m\u00e4nnlichen und der LGBTQ-Welt ((2)). \u00c4hnlich wie die LGBTQ-Personen werden Frauen an den Rand der Bewegung gedr\u00e4ngt und sind sich ihrer unterprivilegierten Rolle bewusst. Deshalb k\u00f6nnen sie sich besser in die Situation der LGBTQ-Personen hineinversetzen. Also leisten Frauen auch in dieser Hinsicht Emotionsarbeit. Und daf\u00fcr ernten sie noch zus\u00e4tzlich Kritik von beiden Seiten: Einerseits, weil sie \u201eIdentit\u00e4tspolitik betreiben, statt sich auf die wichtigeren Themen zu konzentrieren\u201c. Andererseits, weil sie sich \u201enicht genug f\u00fcr die Rechte der LGBTQ-Personen einsetzen\u201c.<br \/>\nDie Marginalisierung von Frauen und LGBTQ-Personen ist ein wichtiges Problem, das von anarchistischen Initiativen nicht ausreichend ernst genommen wird. Das ist wieder dieses Paradoxon: Wie kann sich die Gesellschaft emanzipieren, wenn die eigenen anarchistischen Strukturen nicht f\u00e4hig dazu sind bzw. ihre Mitglieder nicht dazu bef\u00e4higen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachdem du nach Deutschland gezogen bist, warst du auch dort aktiv. Kannst du Unterschiede zur Situation in Polen beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich sehe sowohl \u00c4hnlichkeiten als auch Unterschiede zur Situation in Polen. In Polen und in Deutschland gibt es \u00e4hnliche Ursachen f\u00fcr die M\u00e4nnerdominanz und die Verdr\u00e4ngung von Frauen und LGBTQ-Personen an den Rand der anarchistischen Bewegung. Jede Frau wird zwar in unterschiedlichem Ausma\u00df und in unterschiedlicher Weise mit diesen Problemen konfrontiert. Aber Tatsache ist, dass diese Verdr\u00e4ngung stattfand und immer noch stattfindet. Ich glaube, dass es in jeder Generation geschieht. Es kann auf andere Art und Weise passieren, aber es passiert immer noch.<br \/>\nEs gibt auch kleine Fortschritte \u2013 sowohl in Polen als auch in Deutschland \u2013 mit dem Ziel, das zu \u00e4ndern, z. B. Redezeitbegrenzung w\u00e4hrend des Plenums, sodass alle die M\u00f6glichkeit haben, ihre Meinung zu sagen. Au\u00dferdem achtet man mehr auf die Ausdrucksweise, sodass sich niemand betroffen, beleidigt oder ausgeschlossen f\u00fchlt. Und das ist gut so, aber trotzdem wird der Kern des Problems nicht definiert, nicht genannt.<br \/>\nEine der Ursachen daf\u00fcr ist sehr starke Konfliktvermeidung, vor allem in Deutschland. Man f\u00fchrt hier zwar sehr viele Diskussionen w\u00e4hrend des Plenums, aber die sind meistens akademisch gepr\u00e4gt, also nicht selten zu verkopft, irgendwie versteinert, von oben herab, und deshalb auch nicht selten langweilig. So entsteht auch eine Wissenshierarchie, also die Genossen-Experten pr\u00e4sentieren Thesen und teilen sie den anderen mit, aber das Ganze ist fernab der Realit\u00e4t. Das alles zusammen hemmt wiederum andere Mitglieder und h\u00e4lt sie von aktiver Teilnahme ab \u2013 sie sind unsicher, ob sie manche Themen ansprechen sollen, weil ihnen die richtigen Worte fehlen und weil sie Angst haben, sich zu blamieren oder ausgeschlossen zu werden. Au\u00dferdem wissen sie nicht, ob sie etwas \u00fcberhaupt sagen d\u00fcrfen. Konsens halt.<br \/>\nUnd die Mitglieder der Gruppe wissen selbst, was sie ansprechen sollen und was nicht, wie sie sich \u00fcber bestimmte Themen \u00e4u\u00dfern sollen und was sie \u00fcberhaupt denken sollen. Dies f\u00fchrt zur Selbstzensur. Es entsteht \u201eein aktivistisches Ritual\u201c, wie ich es nenne: Man geht zum Plenum so wie zur Kirche \u2013 aus Gewohnheit, weil es so halt ist. Also besser schweigen als ein Fass aufmachen, indem man die strittigen Fragen stellt.<br \/>\nEs fehlt Kritikf\u00e4higkeit. Kritik kann auch im Konflikt m\u00fcnden, aber sie ist ein wichtiger Teil der Diskussionskultur. Und Konflikt ist etwas Konstruktives, er muss nur auf die richtige Weise gef\u00fchrt werden. Davon kann die Bewegung nur profitieren. Sonst schaut man blo\u00df in die Vergangenheit statt auch in die Zukunft. Sonst gibt es keinen Raum f\u00fcr neue Ideen, es gibt keine neuen Impulse, es werden keine neuen Praxen diskutiert, entwickelt und ausprobiert.<br \/>\nUnd als Anarchist*innen sollten wird uns gegenseitig herausfordern. Nur so k\u00f6nnen wir der Lebens- und Arbeitsrealit\u00e4t der Menschen nahestehen und nach den in der Praxis umsetzbaren L\u00f6sungen oder Ans\u00e4tzen im Einklang mit den anarchistischen Werten suchen. In Polen gibt\u02bcs da mehr Mut dazu, man ist nicht so dogmatisch. Anarchistischen Idealen soll man folgen, aber dabei n\u00fcchtern und pragmatisch bleiben. Dies gelingt Frauen in besonderer Weise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fchrt das vermeintlich liberalere Klima in Deutschland eventuell dazu, sich zur\u00fcckzulehnen bzw. manche K\u00e4mpfe gar nicht mehr zu f\u00fchren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland sind die K\u00e4mpfe zum Teil eingeschlafen. Die Demo zum <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2008\/03\/feminismus-heute\/\">8. M\u00e4rz<\/a> ist ein j\u00e4hrliches Ritual mit der ewig gleichen Aufz\u00e4hlung von Forderungen, aber ohne realistische Ideen, sie umzusetzen. Ich meine, diese Forderungen sind wichtig, aber der Weg wird nicht genannt. Au\u00dferdem werden Frauen bei solchen Veranstaltungen meistens als passive Opfer der Gesellschaft dargestellt, also quasi wieder als eine Masse ohne Stimme und Handlungsf\u00e4higkeit. Dies verst\u00e4rkt dieses stereotype Bild von Frauen und schadet der Bewegung.<br \/>\nAu\u00dferdem gibt es keine Ideen, um Frauen in ihren Forderungen zu vereinen. In einer lokalen Gruppe versuchten zum Beispiel die Frauen, vor allem Akademikerinnen mit Kindern f\u00fcr den Frauenstreik zu gewinnen. Das war ihre Hauptzielgruppe. Dies zeigt, wie weit entfernt von der Lebensrealit\u00e4t vieler Menschen die anarchistische Bewegung ist, und wie akademisch und elit\u00e4r noch dazu. Es scheint, als habe frau es sich in einer Nische bequem gemacht.<br \/>\nEs f\u00e4llt auch leicht, denn was in Polen als fortschrittlich gilt, ist in Deutschland schon l\u00e4nger Standard, beispielsweise die Akzeptanz der Homo-Ehe selbst durch die CDU; in Polen dagegen ist dies eine linke Position. Aber man sollte seinen Kopf nicht auf solchen staatlichen Kissen ausruhen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GWR: Seit wann bist du in anarchistischen Gruppen aktiv? Ewa: Seit ich 17 Jahre alt bin, bin ich in der anarchistischen Bewegung aktiv. Als ich noch in Polen lebte, habe ich u. a. in der No-Border-Bewegung und unterschiedlichen Antirepressionsgruppen Rechtshilfe organisiert. Ich nahm auch an Aktionen von Food Not Bombs teil und engagierte mich in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2022\/12\/patriarchale-mechanismen-werden-reproduziert\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":502,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"\u201ePatriarchale Mechanismen werden reproduziert\u201c - graswurzelrevolution","description":"GWR: Seit wann bist du in anarchistischen Gruppen aktiv? Ewa: Seit ich 17 Jahre alt bin, bin ich in der anarchistischen Bewegung aktiv. 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