{"id":2915,"date":"1999-10-01T00:00:52","date_gmt":"1999-09-30T22:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/test.graswurzel.net\/gwr\/?p=2915"},"modified":"2022-07-26T13:11:54","modified_gmt":"2022-07-26T11:11:54","slug":"das-jahr-2000-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/1999\/10\/das-jahr-2000-problem\/","title":{"rendered":"Das Jahr-2000-Problem"},"content":{"rendered":"<p>Die deutschen Stromversorger erkl\u00e4ren lapidar, sie h\u00e4tten das Problem weitgehend &#8222;im Griff&#8220;. Nachpr\u00fcfbare Beweise f\u00fcr ihre Behauptung haben sie bislang nicht vorgelegt. Einzig Schleswig-Holstein hat von den Betreibern gefordert, bis September &#8222;den Nachweis (zu) erbringen, dass die Sicherheitssysteme der Atomkraftwerke funktionieren. (Andernfalls) beh\u00e4lt sich die Landesregierung die Entscheidung vor, die Atommeiler im Zweifelsfall auch abzuschalten. Wir meinen, da\u00df dies eine vorausschauende und angemessene Ma\u00dfnahme ist. Sie ist sachlich in mehrerlei Hinsicht geboten:<\/p>\n<p>Reaktorsteuerungen erfolgen mehr oder weniger &#8211; abh\u00e4ngig vom Alter der AKWs &#8211; computerkontrolliert. In allen EDV- oder Systemen der Proze\u00dfleittechnik k\u00f6nnen &#8222;embedded systems&#8220;, also integrierte Mikrochips, unerkannt und ungetestet ihre Arbeit verrichten, die nicht Jahr-2000-f\u00e4hig sind. Falls es Probleme gibt, mu\u00df eine Reaktorschnellabschaltung in jedem Fall, auch bei Ausfall innerer und \u00e4u\u00dferer Computersysteme, gew\u00e4hrleistet sein. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das gesamte Stromnetz durch &#8222;Dominoeffekte&#8220; als Folge einzelner Kraftwerksausf\u00e4lle zusammenbricht. AKWs m\u00fcssten dann eine Schnellabschaltung mit eigener Notstromversorgung vornehmen. Bricht auch die Notstromversorgung zusammen, ist der Ausfall der K\u00fchlpumpen und damit ein katastrophaler GAU wie in Tschernobyl nicht auszuschlie\u00dfen. Kommunikationssysteme k\u00f6nnen bei gro\u00dffl\u00e4chigem Stromausfall gleichfalls zusammenbrechen; ein externer Support der AKWs durch Techniker mittels Datenaustausch kann dadurch verunm\u00f6glicht werden. Die Warnungen mehren sich, dass das Y2K-Problem im Bereich der Atomkraftwerke nicht zu untersch\u00e4tzen ist: Tests im AKW Kr\u00fcmmel haben ergeben, da\u00df zwei Systeme, u.a. der Kern\u00fcberwachungsrechner, nicht Y2K-fest waren. Das schottische AKW Hunterston B mu\u00dfte nach einem durch schwere St\u00fcrme verursachten Netzausfall an Weihnachten 1998 auf Notstrom umgeschaltet werden. Nachdem das Stromnetz erneut zusammenbrach, sprangen auch die Notstromaggregate nicht mehr an. Die Mannschaft hatte vergessen, sie erneut auf &#8222;Stand-by&#8220; umzustellen. Man brauchte 5 Stunden, um den Reaktor wieder unter Kontrolle zu bringen. In den USA wird mittlerweise ernsthaft geplant, Y2K-unsichere AKWs vor dem Jahrtausendwechsel abzuschalten, um alle Unw\u00e4gbarkeiten auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das staatliche franz\u00f6sische Institut f\u00fcr Nuklearsicherheit IPSN liess am 6. Mai 99 verlauten, es k\u00f6nnten AKWs geschlossen werden, falls 40 % der sog. &#8222;internen Operationssysteme&#8220; wegen des Y2K-Fehlers als &#8222;anf\u00e4llig&#8220; eingestuft werden m\u00fcssten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutschen Stromversorger erkl\u00e4ren lapidar, sie h\u00e4tten das Problem weitgehend &#8222;im Griff&#8220;. Nachpr\u00fcfbare Beweise f\u00fcr ihre Behauptung haben sie bislang nicht vorgelegt. Einzig Schleswig-Holstein hat von den Betreibern gefordert, bis September &#8222;den Nachweis (zu) erbringen, dass die Sicherheitssysteme der Atomkraftwerke funktionieren. 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