{"id":29948,"date":"2023-06-05T11:03:20","date_gmt":"2023-06-05T09:03:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2023\/06\/singen-statt-sterben\/"},"modified":"2023-07-08T14:24:12","modified_gmt":"2023-07-08T12:24:12","slug":"singen-statt-sterben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2023\/06\/singen-statt-sterben\/","title":{"rendered":"Singen statt Sterben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Oktober 1943 wollten die Nazis alle J\u00fcd*innen aus dem besetzten D\u00e4nemark in deutsche KZs abtransportieren. Doch es gelang ihnen nur in Ausnahmef\u00e4llen: Durch eine dramatische Rettungsaktion in letzter Minute wurden Tausende J\u00fcd*innen und ihre Angeh\u00f6rigen von Fischern ins neutrale Schweden gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Herbst 2022: In einer vollbesetzten Kirche der d\u00e4nischen Kleinstadt Aabenraa spielt das Duo Singh &amp; Goldschmidt ((1)) j\u00fcdischen Klezmer und arabische Melodien. Henrik Goldschmidt erz\u00e4hlt, wie er als kleiner Junge in einer Oktobernacht 1943 mit seiner Familie auf einem kleinen Fischerboot \u00fcber den Sund nach Schweden fliehen musste. Und dass unter den europaweit fast sechs Millionen von den Nazis ermordeten J\u00fcd*innen fast keine aus D\u00e4nemark waren. Zu singen, auch wenn die Angst einen zu \u00fcberw\u00e4ltigen drohte \u2013 das hat er damals gelernt. Jiddische Lieder. Hebr\u00e4ische Lieder. Heute bietet er mittellosen ukrainischen Kindern kostenlosen Musikunterricht an. Dann beginnt Henrik\u00a0((2)) das Publikum in sein Konzert zu integrieren. Erst erhalten drei Frauen L\u00f6ffel und einfache Rasseln, um die Melodien rhythmisch zu unterst\u00fctzen. Schlie\u00dflich interpretiert er d\u00e4nische Lieder auf Klezmerweise um, und alle, wirklich alle, singen mit. Ich bin noch neu in Aabenraa und kenne die Texte nicht, also singe ich nur \u201ela-la-la\u201c \u2013 aber ich bin ein Teil des Chors. Gemeinschaft entsteht.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Die Nazis besetzen D\u00e4nemark<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 9. April 1940 fr\u00fchmorgens \u00fcberfallen die Nazis D\u00e4nemark ohne Kriegserkl\u00e4rung. Die \u00fcberraschte Regierung entscheidet sich, keine Generalmobilmachung anzuordnen. Abends ist das Land vollst\u00e4ndig besetzt \u2013 und \u201enur\u201c 16 D\u00e4nen sind erschossen worden. Die Deutschen treffen auf ein wirtschaftlich geschw\u00e4chtes Volk mit hoher Arbeitslosigkeit, das sich auf eine Zusammenarbeit mit Berlin einl\u00e4sst. Alle inneren Organisationen bleiben erhalten, D\u00e4nemark liefert in gro\u00dfem Stil landwirtschaftliche Produkte gen S\u00fcden, Polizei und Soldaten werden nicht entwaffnet. Das kleine Land soll ein Muster-Vorzeige-Protektorat der Nazis werden. Die d\u00e4nische Regierung bildet sich spontan zu einer Allparteienregierung unter F\u00fchrung der Sozialdemokraten um, abgesegnet von K\u00f6nig Christian X. F\u00fcr ihre unheroische Haltung werden die D\u00e4n*innen vom Ausland verlacht. Winston Churchill bezeichnet sie als \u201eHitlers Scho\u00dfh\u00fcndchen\u201c. Der Vorteil: Sie haben gro\u00dfe Handlungsspielr\u00e4ume \u2013 und fast niemand kommt ums Leben. F\u00fcr die meisten Menschen unterscheidet sich der Alltag unter deutscher Besatzung zun\u00e4chst kaum von der Zeit vor dem Krieg. Doch schon bald merken die Nazis, dass die D\u00e4n*innen anders ticken. Daf\u00fcr gibt es verschiedene historische Gr\u00fcnde:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits von 1864\u20131920 ist S\u00f8nderjylland (Nordschleswig) von Preu\u00dfen besetzt. Politische Treffen mit Alkoholausschank sind verboten, und so trifft man sich zu Kaffee und Kuchen, was sich zu opulenten Tortenschlachten entwickelt, man diskutiert und singt patriotische Lieder. Letzteres ist zwar verboten, aber niemand schert sich darum. Zusammen singen macht Freude. Und die Erfahrung zeigt: Die Deutschen bleiben nicht ewig. Nach dem Ersten Weltkrieg wird durch eine Volksabstimmung entschieden, welche Landesteile zuk\u00fcnftig wieder zu D\u00e4nemark geh\u00f6ren sollen: alles n\u00f6rdlich von Flensburg.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Es war ein seltsamer Anblick \u2013 all diese Menschen, die die Hauptstra\u00dfe runter zum Hafen rannten, Menschen, die nicht das Geringste getan hatten und deren einzige S\u00fcnde es war, Juden zu sein.<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem gibt es da noch die D\u00e4nische Volkskirche (Folkekirke), der auch heute noch knapp 80 % der Menschen angeh\u00f6ren, im 19. Jahrhundert stark beeinflusst vom Theologen, P\u00e4dagogen und Politiker Nikolai Grundtvig. Er postuliert, dass ein jeder zuerst Mensch und dann erst Christ sei, und verbreitet \u2013 auch an den Volkshochschulen \u2013 die Idee des humanistischen, bodenst\u00e4ndigen, liberalen Glaubens. Und wirkliche Humanist*innen sind nun einmal keine Antisemit*innen. ((3))<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich m\u00f6gen es die D\u00e4n*innen nicht nur \u201ehyggelig\u201c (\u201egem\u00fctlich\u201c trifft das nur zum Teil), sondern sind dabei auch noch ausgesprochen ironisch. Humor ist allgegenw\u00e4rtig und h\u00e4ufig sehr schwarz. Denn ein Konflikt l\u00e4sst sich viel leichter entsch\u00e4rfen, wenn man einen Witz macht \u2013 und am Ende findet sich immer ein Kompromiss. Kompromiss war und ist das Markenzeichen d\u00e4nischen Handelns und d\u00e4nischer Politik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 1920er-Jahren gelingt es den Regierenden zudem, folgendes Narrativ in den K\u00f6pfen der Bev\u00f6lkerung zu verankern: Ein guter Mensch ist ein demokratisch gesonnener Mensch. Nur wenige Prozent schlie\u00dfen sich in den folgenden Jahren den Kommunist*innen oder Nazis an (bei den Wahlen 1943 stimmen nur 2\u00a0% f\u00fcr die d\u00e4nische nationalsozialistische Partei DNSAP). Stra\u00dfenschlachten wie in anderen L\u00e4ndern: Fehlanzeige.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Sozialstaat und Mitsingfeste<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stattdessen hat das Land schon 1933, trotz aller wirtschaftlicher Probleme, ein System der sozialen Absicherung mit Mindestlohn, freier medizinischer Versorgung und verbesserter Arbeitslosenversicherung eingef\u00fchrt ((4)). Das st\u00e4rkt etwas, was es hier schon lange gibt: das Gef\u00fchl, Teil einer Gemeinschaft, eigentlich einer gro\u00dfen Familie, zu sein, in der alle f\u00fcr alle verantwortlich sind. In einer Familie hilft man einander, man verr\u00e4t sich nicht. Dieses Vertrauen in alle Nachbar*innen (und den Staat) gilt auch heute noch weithin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Statt die Nazis zu bekriegen, singen die D\u00e4n*innen gemeinsam, \u00fcber religi\u00f6se und politische Grenzen hinweg. 1940 erfasst eine Welle von \u201ealsangsst\u00e6vner\u201c das Land. Google \u00fcbersetzt das in etwa als \u201eMitsing-Rallyes\u201c. Im gesamten Land treffen sich im Laufe des Jahres \u2013 ohne Genehmigung der Besatzer \u2013 Abertausende Menschen, um gemeinsam zu singen, die d\u00e4nische Nationalhymne und andere patriotische Lieder. Die Deutschen sind ratlos, schreiten aber nicht ein. Die d\u00e4nischen Nazis schimpfen \u00fcber die \u201emarxistischen Sangesv\u00f6gel\u201c und die Regierung hat die Sorge, die Nazis w\u00fcrden sich nun ebenfalls versammeln und dadurch an Einfluss gewinnen (was nicht geschieht). Allein im Kopenhagener F\u00e6lledparken versammeln sich am 15.8.1940 rund 80.000 Menschen, und, via Radio organisiert, singen am 1.9.1940 sogar 750.000 gemeinsam ((5)).<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Die Judenfrage<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas anderes gibt es hingegen in D\u00e4nemark nicht: eine \u201eJudenfrage\u201d. So sehr sich auch die Nazis bem\u00fchen, das Thema mit der d\u00e4nischen Regierung zu diskutieren: Bev\u00f6lkerung, Politiker*innen und K\u00f6nig weigern sich schlicht, \u00fcber etwas zu reden, was nicht existiert. 1814 haben die Juden volle B\u00fcrgerrechte erhalten, es gibt keinerlei amtliche Aufzeichnungen, welchen Glauben jemand hat, und damit gut.<br \/>\nWie wenig antisemitisch die Menschen in D\u00e4nemark sind, beweist die Legende von Christian\u00a0X. Dieser sei mit dem Judenstern durch Kopenhagen geritten und habe seine Landsleute aufgefordert, es ihm gleich zu tun. Tats\u00e4chlich \u00e4u\u00dfert er dies nur im September 1941 als M\u00f6glichkeit gegen\u00fcber dem Finanzminister \u2013 denn D\u00e4nemark ist das einzige Land, in dem die Nazis es erst gar nicht wagen, den Judenstern anzuordnen ((6)).<br \/>\nAnfang 1943 leben zwischen 7.000 und 8.000 J\u00fcd*innen in dem kleinen Land unbehelligt. Zu den alteingesessenen Familien sind inzwischen viele Fl\u00fcchtlinge aus Polen und Deutschland gekommen. Sie gehen ihrer Arbeit nach, einige von ihnen auch in die Synagoge, und h\u00e4ufig wissen ihre Nachbar*innen nicht, dass sie j\u00fcdischer Herkunft sind \u2013 es ist einfach nicht wichtig.<br \/>\nDie Lage \u00e4ndert sich im August 1943 dramatisch. In den vergangenen Monaten ist es vermehrt zu Sabotageakten gekommen \u2013 wobei die Wi-derstandsk\u00e4mpfer*innen sich zumeist bem\u00fchen, kein Blut zu vergie\u00dfen. Doch die Vergeltungsma\u00dfnahmen der Nazis fallen immer drastischer aus. Generalstreiks ersch\u00fcttern das Land. D\u00e4nische Zivilisten verpr\u00fcgeln deutsche Offiziere, Hitler tobt.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Der Ausnahmezustand<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 28. August 1943 stellt der deutsche Reichsbevollm\u00e4chtigte in D\u00e4nemark, Werner Best, der sich zuvor als Judenverfolger in Frankreich einen Namen gemacht hat, der Regierung ein Ultimatum: Sie soll bis zum Ende des Tages ein Versammlungs- und Streikverbot, die Ausgangssperre, Pressezensur mit deutscher Beteiligung, Milit\u00e4rgerichte und die Todesstrafe einf\u00fchren (letztere hat D\u00e4nemark 1933 abgeschafft). Daraufhin tritt die Regierung (mittlerweile unter F\u00fchrung des linksliberalen Politikers Scavenius) geschlossen zur\u00fcck. Christian X. nimmt das R\u00fccktrittsgesuch nicht an, die Regierung weigert sich zu regieren \u2013 eine Pattsituation entsteht. Ansprechpartner der Besatzungsmacht sind f\u00fcrderhin nur noch die Staatssekret\u00e4re. Der deutsche Milit\u00e4rbefehlshaber Hermann von Hanneken ruft den Ausnahmezustand aus.<br \/>\nAm gleichen Tag fl\u00fcchtet die d\u00e4nische Marine ins neutrale Schweden oder versenkt dort, wo dies nicht m\u00f6glich ist, alle Schiffe. Kein einziges f\u00e4llt in die H\u00e4nde der Deutschen. Soldaten an Land werden interniert. Die Deutschen verlegen mehr SS und Ordnungspolizei nach D\u00e4nemark, w\u00e4hrend der hochintelligente Werner Best laviert und versucht, gegen\u00fcber den Staatssekret\u00e4ren den Eindruck zu erwecken, er sei auf der Seite der hiesigen Bev\u00f6lkerung und bem\u00fche sich, Berlin zu einer gem\u00e4\u00dfigten Haltung zu bewegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 17. September dringt die Gestapo in das Archiv der j\u00fcdischen Gemeinde ein und beschlagnahmt Heiratsakten usw., um herauszufinden, wo \u00fcberall J\u00fcd*innen leben. \u201eAxel Hertz, der Schatzmeister, fragte einen der Deutschen: \u201aMit welchem Recht platzen Sie hier herein?\u2018 Der antwortete: \u201aMit dem Recht des St\u00e4rkeren\u2018, worauf Axel, ebenfalls auf Deutsch, antwortete: \u201aDas ist ein schlechtes Recht.\u2018 Sie waren h\u00f6flich zueinander, aber sie waren ja auch von bewaffneten Soldaten umringt.\u201c ((7))<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von etwa 6.000 J\u00fcd*innen in D\u00e4nemark gehen die Nazis nun aus. Die meisten von ihnen leben in der Region Kopenhagen. Werner Best macht sich sofort an die logistische Organisation, um M\u00e4nner, Frauen und Kinder schnellstm\u00f6glich in die deutschen KZs abtransportieren zu k\u00f6nnen. Bereits am 18. September \u00fcbermittelt er Au\u00dfenminister Ribbentrop seine Anforderungsliste f\u00fcr Polizeipersonal, Schiffe usw. und empfiehlt die Deportation binnen der n\u00e4chsten zehn Tage. Gleichzeitig \u00e4u\u00dfert er jedoch Bedenken, dass die sog. \u201eJudenaktion\u201c bei der d\u00e4nischen Bev\u00f6lkerung nicht so gut ankommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 19. September tritt Rudolf Mildner sein Amt als Chef der Sicherheitspolizei und des SD in D\u00e4nemark an. Auch er und von Hanneken glauben, dass die Aktion die Stimmung der D\u00e4n*innen gegen Deutschland negativ beeinflussen k\u00f6nnte. Trotzdem befiehlt Hitler am 23.9., sie durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Reichssicherheitshauptamt legt die Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 1943 f\u00fcr die Deportation aller \u201eVolljuden\u201c und mit \u201eVolljuden\u201c verheirateten \u201eHalbjuden\u201c fest. Werner Best informiert dar\u00fcber am 18.9. seinen Spezi, den Schifffahrtsachverst\u00e4ndigen Georg Ferdinand Duckwitz, schon seit 1932 Mitglied der NSDAP. Doch innerlich hat sich Duckwitz von der Partei offenbar distanziert. Jedenfalls f\u00e4hrt er drei Tage sp\u00e4ter nach Schweden (eventuell mit Duldung von Best), um das Verfahren f\u00fcr die Ausstellung von Reisedokumenten f\u00fcr d\u00e4nische J\u00fcd*innen in der schwedischen Gesandtschaft zu beschleunigen.<br \/>\nGer\u00fcchte dringen auch zum d\u00e4nischen Botschafter in den USA, Henrik Kauffmann, durch. Er bietet daraufhin der schwedischen Regierung finanzielle Garantien, falls sie Fl\u00fcchtlinge aus D\u00e4nemark aufnehmen w\u00fcrde. Um ihr internationales Image aufzupolieren, das durch die fr\u00fchere Auslieferung norwegischer J\u00fcd*innen und Widerstandsk\u00e4mpfer*innen ramponiert ist, nimmt die Regierung das Angebot nicht an. Stattdessen l\u00e4sst sie \u00fcber alle Radiosender und Zeitungen am 2.10. verk\u00fcnden, dass Menschen, die \u00fcber D\u00e4nemark nach Schweden einreisen, jederzeit willkommen sind, auch ohne Visum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 28.9. warnt Duckwitz Hans Hedtoft, den Parteivorsitzenden der Sozialdemokraten, \u00fcber die unmittelbar bevorstehende Aktion. Dieser verbreitet die Nachricht weiter und schreibt: \u201eIch selbst begab mich zuerst zum Vorstand der \u201aMosaischen Glaubensgemeinschaft\u2018, dem Anwalt C.B. Henriques (\u2026). Wir kannten einander kaum, obgleich wir uns schon vorher einige Male getroffen hatten. (\u2026) Ich bat Herrn Henriques um eine Unterredung unter vier Augen, und als ich allein mit ihm war, sagte ich aufgew\u00fchlt, nerv\u00f6s und deprimiert, wie ich war: \u201aHenriques, ein furchtbares Unheil steht bevor. Die von uns bef\u00fcrchtete Judenaktion ist bereits anberaumt. (\u2026) In der Nacht zwischen dem 1. und 2. Oktober wird die Gestapo alle j\u00fcdischen Wohnungen heimsuchen und die Juden auf schon im Hafen bereitstehende Schiffe bringen. Sie m\u00fcssen augenblicklich alle in der Stadt lebenden Juden verst\u00e4ndigen. Es versteht sich, da\u00df wir zu jeder nur m\u00f6glichen Hilfeleistung bereit sind.\u2018\u200a\u201c ((8))<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der j\u00fcdischen Gemeinde bricht nun das Chaos aus. Notfallpl\u00e4ne gibt es nicht. W\u00e4hrend einige noch nicht glauben wollen, was bevorsteht, haben sich doch die ersten schon auf die v\u00f6llig unorganisierte Flucht nach Schweden oder in die Provinz gemacht. Einige lassen sich auch unter falschem Namen als Patient*innen ins Krankenhaus aufnehmen. Und alle, die \u00fcber gen\u00fcgend Verbindungen verf\u00fcgen, sehen zumindest zu, dass sie in den nun folgenden N\u00e4chten nicht zu Hause schlafen. Gleichzeitig beginnen die alteingesessenen J\u00fcd*innen, ihre Gesch\u00e4fte zu ordnen und an nichtj\u00fcdische Freund*innen und Gesch\u00e4ftspartner*innen zu \u00fcbergeben. Das gleiche gilt f\u00fcr alle Wertgegenst\u00e4nde, die sie nicht mitnehmen k\u00f6nnen, voller berechtigtem (!) Vertrauen, alles nach dem Krieg unbeschadet wieder vorzufinden. Dienstm\u00e4dchen werden mit Abfindung entlassen und Haust\u00fcren verschlossen. Die Schl\u00fcssel l\u00e4sst man bei den Nachbar*innen. Die ersten J\u00fcd*innen nehmen sich das Leben.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Die Judenaktion<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werner Best rechtfertigt gegen\u00fcber dem Sprecher der d\u00e4nischen Staatssekret\u00e4re, Svenningsen, die Aktion am 1. Oktober 1943 mit \u201edeutschfeindlicher Hetzt\u00e4tigkeit\u201c ((9)). Dies wird den Staatssekret\u00e4ren sp\u00e4ter die M\u00f6glichkeit geben, auf die Freilassung der Kinder, ganz Alten und Kranken zu dringen \u2013 denn schlie\u00dflich k\u00f6nnen diese unm\u00f6glich Saboteure sein. Das ist zwar logisch, aber eben nicht nazi-logisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 21 Uhr l\u00e4sst Best das Telefonsystem in der Hauptstadt kappen und alle Ausfallstra\u00dfen sperren. In Kopenhagen werden 232 Menschen festgenommen, im \u00fcbrigen Land 82. Die meisten von ihnen sind alt und krank oder haben niemanden, bei dem sie sich verstecken k\u00f6nnen (das betrifft vor allem jene, die zuvor schon aus Deutschland oder Polen geflohen sind). Bis zum 13. Oktober werden 456 J\u00fcd*innen nach Theresienstadt deportiert. Am 23. November kommen noch weitere sechs M\u00e4nner nach Sachsenhausen und zehn Frauen und Kinder nach Ravensbr\u00fcck. Auf dem Frachter Wartheland, der in Kopenhagen bereitsteht und 5.000 Gefangene aufnehmen soll, verbleiben 202 \u201edeportierbare Volljuden\u201c, ein weiteres Drittel erweist sich als nichtdeportierbar, da sie z.\u00a0B. in \u201eMischehe\u201c leben. Die Staatssekret\u00e4re k\u00e4mpfen um jeden einzelnen Menschen. Best hat seine liebe Not, seinen Misserfolg Berlin als Erfolg zu verkaufen: Er meldet dem Ausw\u00e4rtigen Amt am 5.10., dass D\u00e4nemark nun \u201eentjudet\u201c sei, da kein*e einzige*r mehr sich legal im Land aufhalten k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Sonntag, dem 3.10., wird in allen Kirchen des Landes ein Hirtenbrief des Bischofs Hans Fuglsang-Damgaard verlesen. Der konservative Politikken-Journalist Bergstr\u00f8m schreibt: \u201eAls er sagte, dass er einen Brief vom Bischof verlesen wolle, ging ein Raunen durch die Gemeinde. Er verlas den Protest gegen die Judenverfolgung. Man d\u00fcrfe nicht vergessen, dass Christus aus dem Land der Juden stammte und die Grundlage des Christentums das Alte Testament sei. Man m\u00fcsse Gott und nicht den Menschen gehorchen. Au\u00dferdem verletze die Verfolgung von Juden das d\u00e4nische Rechtsempfinden. Deshalb m\u00fcsse die Kirche protestieren. (\u2026) Der Pastor schloss F\u00fcrbitten f\u00fcr die norwegische, schwedische, isl\u00e4ndische und finnische Kirche und f\u00fcr die Juden in sein Gebet mit ein. Dann gingen wir. Es war ein historischer Moment.\u201c ((10))<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An diesem Tag sind die meisten J\u00fcd*innen nur untergetaucht, aber noch nicht in Sicherheit. Viele versuchen ihr Gl\u00fcck in mehreren Hafenst\u00e4dten, einigen gelingt es \u00fcberzusetzen. Andere werden geschnappt, wieder andere ertrinken im Meer. Heute wissen wir, dass die Nazionalsozialisten nicht besonders eifrig bei der Judenjagd waren und K\u00fcstenpatrouillen nicht ausliefen. Das wissen die Fl\u00fcchtlinge nicht \u2013 und ihre Helfer ebenso wenig. F\u00fcr Werner Best und die anderen f\u00fchrenden Nazis hingegen steht fest, dass die d\u00e4nische Bev\u00f6lkerung ungemein zornig ist, und sich auch nicht durch die Freilassung ihrer Soldaten beruhigen lassen will. Also gilt es, eher vorsichtig bei der Verhaftung weiterer J\u00fcd*innen zu sein.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Die Katastrophe von Gilleleje<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter den J\u00fcd*innen geht das Ger\u00fccht um, es sei m\u00f6glich, \u00fcber das Dorf Gilleleje, rund 60km n\u00f6rdlich von Kopenhagen, zu entkommen. Fischer w\u00e4ren bereit, die Fl\u00fcchtlinge nach Schweden \u00fcberzusetzen, wenn man bezahlen k\u00f6nne. Aber dort funktioniert noch nichts, wie es sollte. Am 6. Oktober befinden sich neben den 1.700 Einwohner*innen rund 400 Fl\u00fcchtlinge im Ort, in fast jedem Haus sind j\u00fcdische Familien untergebracht. Doch in dieser Gegend agiert auch Gestapo-Juhl, mit b\u00fcrgerlichem Namen Hans Juhl, SS-Hauptscharf\u00fchrer, Kriminaloberassistent und Leiter der Sicherheits- und Grenzpolizei im nahegelegenen Helsing\u00f8r. Juhl ist keiner von denen, die auch mal wegschauen, nein, er will Erfolge vorweisen. F\u00fcr den 6. Oktober, 12.30 Uhr ist das Ablegen des Schoners Flyvbjerg geplant, der mehrere Hundert Fl\u00fcchtlinge aufnehmen kann. Kaum hat Gestapo-Juhl mit seinen M\u00e4nnern am Morgen die Hafengegend Gillejes verlassen, eilen die Fl\u00fcchtlinge in Scharen zum Pier. Die Helfer sind weder organisiert, noch haben sie sich koordiniert: Jede*r will vor allem die eigene Gruppe auf den Schoner bringen. Der norwegische Student Vilhelm Lind schreibt: \u201eDas Ablegen war urspr\u00fcnglich f\u00fcr 12:30 geplant gewesen, doch bereits um 10:00 gab die Hafenpolizei das Signal. Weil es so lebenswichtig war, die Zeit zu nutzen, in der die Deutschen nicht in der Gegend waren, sollte das Schiff lieber sofort ablegen. Die Nachricht verbreitete sich augenblicklich im ganzen Ort, woraufhin sich Szenen abspielten, die man in keinem Spielfilm dramatischer darstellen k\u00f6nnte. (\u2026) Mit einem Mal sprangen alle Haust\u00fcren auf, aus fast jedem Haus str\u00f6mten Juden auf die Stra\u00dfe. (\u2026) Die gesamte Dorfbev\u00f6lkerung half, alle Arten von Vehikeln wurden eingesetzt. Gichtkranke alte Frauen wurden von wettergegerbten Fischern getragen, andere auf Schubkarren gerollt oder mit seltsamsten anderen Transportmitteln gekarrt.<br \/>\nIch fand ein kleines M\u00e4dchen, das offenbar von ihren Eltern getrennt worden war, setzte sie auf meine Fahrradstange und raste im Eiltempo mit ihr zum Hafen. Sie weinte, als ich sie hochnahm, aber w\u00e4hrend ich mir auf Norwegisch rufend und schreiend eilig einen Weg durch die Menge am Pier bahnte, verwandelte sich ihre Furcht in schiere Begeisterung. Und es war dann wirklich das aufgeregteste kleine Wesen, das ich schlie\u00dflich an Bord des Schiffes hieven konnte.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Die gewaltige Anspannung aller bewies, dass die Grenzen der Belastbarkeit erreicht waren. Jeden Moment konnten die Deutschen wieder hier sein. Doch alles ging gut, bis auf einmal ein Schrei zu h\u00f6ren war: \u201aDie Deutschen kommen!\u2018 Augenblicklich wurden die Leinen gel\u00f6st und der Schoner segelte mit (lediglich) 210 Juden an Bord gen Schweden in die Freiheit.<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein seltsamer Anblick \u2013 all diese Menschen, die die Hauptstra\u00dfe runter zum Hafen rannten, Menschen, die nicht das Geringste getan hatten und deren einzige S\u00fcnde es war, Juden zu sein. (\u2026) Ich musste immer wieder schlucken, um meine Tr\u00e4nen zur\u00fcckzuhalten, ob nun aus Freude, weil alles gut zu gehen schien, oder aus Verbitterung, weil ich Zeuge davon wurde, dass so etwas in einem skandinavischen Land im Jahre 1943 geschehen konnte \u2013 vielleicht wegen beidem. Die gewaltige Anspannung aller bewies, dass die Grenzen der Belastbarkeit erreicht waren. Jeden Moment konnten die Deutschen wieder hier sein. Doch alles ging gut, bis auf einmal ein Schrei zu h\u00f6ren war: \u201aDie Deutschen kommen!\u2018 Augenblicklich wurden die Leinen gel\u00f6st und der Schoner segelte mit (lediglich) 210 Juden an Bord gen Schweden in die Freiheit.\u201c ((11))<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle anderen J\u00fcd*innen m\u00fcssen sich schnellstm\u00f6glich wieder verstecken. Gut 80 von ihnen finden auf dem Dachboden der Gemeindekirche Zuflucht. In der Zwischenzeit kommen weitere Fl\u00fcchtlinge im Dorf an. Auch sie werden versteckt und mit Decken, Kleidung und Essen versorgt. Doch unter den 1.700 Einwohner*innen befindet sich ein*e Denunziant*in, der\/die das Kirchenversteck kennt und an Gestapo-Juhl verr\u00e4t. Die Dorfbewohnerin Marie Olsen schreibt sp\u00e4ter an ihren j\u00fcdischen Bekannten, dem sie selbst geholfen hat: In der Nacht auf den 7. Oktober \u201emarschierten die Deutschen zur Kirche, \u00f6ffneten sie, brachen in den Dachboden ein, zerrten all diese armen Menschen runter und richteten die Autoscheinwerfer auf sie. Dann wurden sie in verschiedene Gruppen aufgeteilt und in den Gemeindesaal getrieben. (\u2026) Wir waren so ungl\u00fccklich, als wir es um f\u00fcnf Uhr fr\u00fch erfuhren. Wir waren in dieser Nacht gar nicht erst zu Bett gegangen, wir haben Wache gehalten und gebetet f\u00fcr Sie, die Sie schon so viel gelitten haben und es so schwer hatten. Und das hat Sie alle gerettet: Ja, unser Glaube.\u201c ((12)) Nur einem einzigen der in der Kirche versteckten Menschen, einem Jungen oder jungen Mann, gelingt es, Gestapo-Juhl zu entkommen. Alle anderen werden nach Theresienstadt deportiert. Der Pfarrer der Gemeinde ist vor Entsetzen von diesem Tag an nie mehr \u201erichtig normal gewesen\u201c ((13)), ((14)).<br \/>\nNach dieser Katastrophe organisieren sich die Helfer*innen in ganz D\u00e4nemark effizienter. Insgesamt gelingt 7.742 J\u00fcd*innen die Flucht \u00fcber die Ostsee, von denen 1.376 keine d\u00e4nische Staatsangeh\u00f6righeit haben. Hinzu kommen 686 ihrer nichtj\u00fcdischen Familienangeh\u00f6rigen. Die d\u00e4nischen Fischer lassen sich f\u00fcr das Risiko bezahlen (mit nach heutigem Wert \u00fcber 32 Mio. Euro), nehmen aber auch Menschen mit, die dazu nicht in der Lage sind.<br \/>\nAuf Dr\u00e4ngen der Staatssekret\u00e4re erh\u00e4lt D\u00e4nemark im November 1943 von Werner Best die Erlaubnis, die d\u00e4nischen J\u00fcd*innen in Theresienstadt mit Hilfspaketen zu unterst\u00fctzen, und die Zusage, dass sie nicht in Vernichtungslager weitertransportiert werden. Zus\u00e4tzlich darf eine Delegation des Internationalen Roten Kreuzes (IRK) die Deportierten am 23.6.1944 dort besuchen. Um Platz f\u00fcr die D\u00e4n*innen zu schaffen, werden jedoch zuvor andere Inhaftierte nach Auschwitz gebracht und dort ermordet. Im April 1945 transportiert das IRK die noch lebenden d\u00e4nischen J\u00fcd*innen aus Theresienstadt zur\u00fcck nach D\u00e4nemark. In der Nacht vom 6. auf den 7. Mai 1945 kapituliert Nazi-Deutschland.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Kooperieren und fordern<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Strategie der bedingten Zusammenarbeit, des immer wieder Weiterdiskutierens und Beharrens hat dazu gef\u00fchrt, dass in D\u00e4nemark nur wenige Menschen im Zweiten Weltkrieg sterben: 52 J\u00fcd*innen werden in den KZs ermordet. Rund 50 weitere sterben au\u00dferhalb der KZs oder nehmen sich das Leben. 2.000 d\u00e4nische Soldaten, die auf Seiten der Nazis k\u00e4mpfen, kommen hinzu, und 100, die dasselbe auf Seiten der Alliierten tun. Auch 1.000 Zivilist*innen werden ermordet, viele davon im aktiven Widerstand. Doch alles in allem sind dies nur 0,08% der damaligen Bev\u00f6lkerung. Damit geh\u00f6rt D\u00e4nemark zusammen mit der Schweiz, Bulgarien und Irland zu den L\u00e4ndern mit der niedrigsten Todesrate. ((15)) Ihr Pazifismus ist zwar kein anarchistischer gewesen, aber ein erfolgreicher. Singen und Humor schwei\u00dfen die Menschen zusammen \u2013 \u201eMit Humor gegen den Krieg\u201c h\u00e4tte der Artikel deshalb auch hei\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">D\u00e4nemark ist \u00fcbrigens das einzige Land der Welt, dessen Gesamtwiderstand gegen die Nazis in der israelischen Gedenkst\u00e4tte Yad Vashem geehrt wird als \u201eGerechte*r unter den V\u00f6lkern\u201c \u2013 weil einfach fast alle mitgemacht haben. In s\u00e4mtlichen anderen L\u00e4ndern erhalten ausschlie\u00dflich Einzelpersonen diese Auszeichnung. ((16))<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Und die T\u00e4ter?<\/h5>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Werner Best macht nach dem Krieg in Westdeutschland Karriere als Rechtsanwalt und stirbt 1989 im Alter von 85 Jahren.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Hans Juhl (Gestapo-Juhl) sagt nach dem Krieg als Zeuge in Prozessen aus und kommt selbst ungestraft davon. Wann und wo er gestorben ist, wissen wir nicht.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Hermann von Hanneken wird 1949 nach Deutschland ausgewiesen. Er stirbt 1981 im Alter von 91 Jahren.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Rudolf Mildner ist bei Kriegsende Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes in Wien. In den N\u00fcrnberger Prozessen sagt er als Zeuge der Anklage aus und wird 1949 aus der Internierung entlassen. Mildner taucht unter, vermutlich in Argentinien, und wird f\u00fcr seine Verbrechen nie zur Rechenschaft gezogen. Das Landgericht Salzburg l\u00e4sst ihn 1969 f\u00fcr tot erkl\u00e4ren.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">NSDAP-Mitglied Georg Ferdinand Duckwitz bleibt in D\u00e4nemark und wird als Judenretter und in Yad Vashem als \u201eGerechter unter den V\u00f6lkern\u201c gefeiert. Von Werner Best distanziert er sich jedoch nie. Willy Brandt macht ihn zum Verhandlungsf\u00fchrer des Warschauer Vertrags. Er stirbt 1973.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Oktober 1943 wollten die Nazis alle J\u00fcd*innen aus dem besetzten D\u00e4nemark in deutsche KZs abtransportieren. Doch es gelang ihnen nur in Ausnahmef\u00e4llen: Durch eine dramatische Rettungsaktion in letzter Minute wurden Tausende J\u00fcd*innen und ihre Angeh\u00f6rigen von Fischern ins neutrale Schweden gebracht. Herbst 2022: In einer vollbesetzten Kirche der d\u00e4nischen Kleinstadt Aabenraa spielt das Duo &hellip; <a href=\"https:\/\/www.graswurzel.net\/gwr\/2023\/06\/singen-statt-sterben\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":502,"featured_media":29990,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Singen statt Sterben - graswurzelrevolution","description":"Im Oktober 1943 wollten die Nazis alle J\u00fcd*innen aus dem besetzten D\u00e4nemark in deutsche KZs abtransportieren. 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